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Lagebericht 2025

FERCHAU Austria GmbH

Original-PDF

Stichtag 31. Dez. 2025 · Eingereicht am 29. Sep. 2026

Inhaltsverzeichnis

1. Grundlagen des Unternehmens

1.1

Geschäftsmodell

Die FERCHAU Austria GmbH zählt zu den führenden Engineering- und IT-Dienstleistern Osterreichs und unterstützt Unternehmen bei der Umsetzung technologisch anspruchsvoller Entwicklungs-, Digitalisierungs- und Transformationsprojekte. Durchschnittlich 340 Ingenieure, Techniker, Technische Zeichner und IT-Consultants bringen ihr Wissen in unterschiedlichen Ausprägungen in Kundenprojekte ein.

• FERCHAU Support – FERCHAU unterstützt die Teams des Kunden vor Ort in Teilaufgaben oder bei übergreifenden Projekten. • FERCHAU Competence – FERCHAU übernimmt Projektverantwortung über anforderungsspezifisch zusammengestellte Projektgruppen in eigenen technischen Büros oder on-site beim Kunden. • FERCHAU Contract – FERCHAU greift auf ein aufgebautes Netzwerk aus Freelancern zurück, um kritische Projekte zu entlasten und für Sicherheit im Projekt zu sorgen. • FERCHAU Direct – FERCHAU bringt Sie ohne Umwege zum Zielkandidaten. • FERCHAU Services – FERCHAU übernimmt für den Kunden Prozesssteuerung und Lieferantenmanagement in der Personal- und Dienstleistungsbeschaffung.

FERCHAU deckt ein breites Leistungsspektrum in nahezu allen technischen Branchen ab. Kunden sind Großkonzerne und mittelständische Unternehmen der Automobilindustrie, des Anlagen-/Maschinenbaus sowie der Elektro- und Informationstechnik. Basis des Geschäfts ist dabei der österreichische Ländermarkt. Mit 10 Niederlassungen in Osterreich deckt FERCHAU Austria alle Regionen Osterreichs ab. Im Zuge der Unternehmensstrategie wurden weitere technologieintensive Branchenfelder wie Pharma, Banking & Finance und E-Commerce adressiert und weiter ausgebaut.

1.2

Forschung und Entwicklung (F&E)

Das Marktpotenzial von FERCHAU als Technologie-Dienstleister hängt maßgeblich von den Forschungs- und Entwicklungsbudgets der Kundenunternehmen ab.

Österreich zählt weiterhin zu den forschungsstärksten Standorten Europas. Nach Angaben der Statistik Austria stiegen die Bruttoinlandsausgaben für Forschung und Entwicklung nach rund 16,13 Milliarden Euro im Jahr 2024 im Jahr 2025 auf rund 16,9 Milliarden Euro. Gleichzeitig erreichte die Forschungsquote mit 3,39 % des BIP einen neuen Höchstwert und lag damit erneut deutlich über dem europäischen Zielwert von 3 %.

Diese Entwicklung wird insbesondere durch die in Österreich gewährte Forschungsprämie von 14 % auf eigenbetriebliche F&E-Aufwendungen sowie auf bestimmte Auftragsforschung begünstigt.

Internationale Technologiekonzerne wie BMW, Bosch, Infineon oder Novartis bündeln daher wesentliche Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten in Österreich. Darüber hinaus fördern zahlreiche Cluster und Kompetenzzentren mit regionalen Schwerpunkten die enge Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft, universitärer Forschung und außeruniversitären Forschungseinrichtungen.

Die stabile Forschungsförderung, die hohe Innovationskraft österreichischer Unternehmen sowie die enge Vernetzung zwischen Industrie und Wissenschaft schaffen weiterhin ein attraktives Marktumfeld für technologieorientierte Entwicklungs- und Engineering- Dienstleistungen.

2. Wirtschaftsbericht

2.1 Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen

Die Weltwirtschaft entwickelte sich im Jahr 2025 trotz anhaltender geopolitischer und handelspolitischer Unsicherheiten insgesamt robust. Nach Angaben des Internationalen Währungsfonds (IWF) wird für 2026 ein globales Wirtschaftswachstum von rund 3,0 % erwartet. Damit liegt das Wachstum zwar unter dem langjährigen Durchschnitt, zeigt jedoch die Widerstandsfähigkeit der Weltwirtschaft gegenüber den Belastungen aus internationalen Handelskonflikten, gestiegenen Zöllen sowie den fortdauernden geopolitischen Spannungen, insbesondere im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine und den Konflikten im Nahen Osten.

Die österreichische Wirtschaft befand sich hingegen auch im Jahr 2025 weiterhin in einer schwierigen konjunkturellen Situation. Nach mehreren Jahren schwacher wirtschaftlicher Entwicklung wird für 2025 lediglich eine Stagnation beziehungsweise ein leicht rückläufiges Bruttoinlandsprodukt erwartet. Belastend wirkten insbesondere die verhaltene Industriekonjunktur, die schwache Investitionstätigkeit sowie die Unsicherheiten im internationalen Umfeld. Erst ab dem Jahr 2026 wird wieder mit einer moderaten wirtschaftlichen Erholung gerechnet.

2.2 Branchenbezogene Rahmenbedingungen

Trotz weiterhin bestehender geopolitischer und handelspolitischer Unsicherheiten – insbesondere infolge der verschärften US-Zollpolitik, der anhaltenden Konflikte in der Ukraine und im Nahen Osten sowie der insgesamt gedämpften Industriekonjunktur in Europa – blieb das Exportumfeld für die österreichische Wirtschaft im Jahr 2025 herausfordernd. Nach dem Rückgang der österreichischen Warenexporte im Jahr 2024 zeigte sich im Verlauf des Jahres 2025 eine allmähliche Stabilisierung, wobei die Entwicklung je nach Branche weiterhin unterschiedlich ausfiel. Besonders der Maschinen- und Anlagenbau sowie die

Fahrzeugzulieferindustrie litten unter der schwachen Investitionsnachfrage in wichtigen europäischen Absatzmärkten.

Die österreichische Industrie war im Jahr 2025 weiterhin von einer verhaltenen Auftragslage geprägt. Erst im zweiten Halbjahr zeigten sich erste Anzeichen einer Verbesserung, unterstützt durch eine schrittweise Erholung der europäischen Wirtschaft sowie eine Stabilisierung der internationalen Lieferketten. Eine nachhaltige Belebung der Export- und Investitionstätigkeit wird jedoch überwiegend erst für das Jahr 2026 erwartet. Vor diesem Hintergrund blieb die Nachfrage nach Engineering- und Technologie-Dienstleistungen im Berichtsjahr insgesamt unter dem Niveau früherer Wachstumsphasen, wenngleich Unternehmen weiterhin gezielt in Forschung, Entwicklung, Digitalisierung und Zukunftstechnologien investierten.

2.3 Geschäftsverlauf

Das Geschäftsjahr 2025 entwickelte sich trotz des herausfordernden Marktumfelds insgesamt robust und ohne wesentliche Ergebnis- oder Auslastungsschwankungen.

Die Kerngeschäftsfelder bildeten weiterhin Maschinenbau, Anlagen- und Apparatebau, Verfahrenstechnik, Automatisierungstechnik, Elektronikentwicklung, Prozessmanagement, Projektmanagement und Qualitätsmanagement. 2025 wurde zudem den Geschäftsfeldern Informationstechnologie, Mobility sowie Pharma & Life Sciences mehr Fokussierung beigemessen.

Im Jahr 2025 reduzierte sich der Mitarbeiterstand. Mit 31.12.2025 waren 321 Mitarbeiter angestellt (Vorjahr 346). Der Rückgang des Mitarbeiterstands ist insbesondere auf die weiterhin verhaltene Nachfrageentwicklung in einzelnen Kundensegmenten sowie auf eine konsequente Steuerung der Personalkapazitäten zurückzuführen. Durch die Fokussierung auf profitable Geschäftsfelder konnten Auslastung und Wirtschaftlichkeit dennoch auf einem guten Niveau gehalten werden. FERCHAU Austria konnte ihre Marktposition trotz rückläufiger Mitarbeiterzahlen in den wesentlichen österreichischen Wirtschaftsregionen behaupten und ihre Rolle als etablierter Engineering- und IT-Partner nachhaltig festigen.

Der Arbeitsmarkt für technische und IT-orientierte Fachkräfte blieb auch im Jahr 2025 herausfordernd, wenngleich sich die Dynamik gegenüber den Vorjahren aufgrund der gedämpften konjunkturellen Entwicklung etwas abgeschwächt hat. Insbesondere in den Bereichen Engineering, Softwareentwicklung, Automatisierung, Digitalisierung und Forschung & Entwicklung besteht weiterhin ein struktureller Mangel an qualifizierten Fachkräften. Unternehmen investieren trotz des wirtschaftlich schwierigen Umfelds gezielt in Zukunftstechnologien und Innovationsprojekte, wodurch die Nachfrage nach hochqualifizierten technischen Spezialisten auf einem stabilen Niveau verbleibt.

FERCHAU hat daher auch im Berichtsjahr konsequent an der Weiterentwicklung und Digitalisierung seiner Rekrutierungs- und Bewerbungsprozesse gearbeitet, um Kandidatinnen und Kandidaten effizient anzusprechen und langfristig an das Unternehmen zu binden. Darüber hinaus legt FERCHAU bei der Einarbeitung neuer Innendienstmitarbeitenden

weiterhin einen besonderen Fokus auf die Kernprozesse Vertrieb und Rekrutierung sowie auf deren zahlreiche erfolgskritische Schnittstellen. Ziel ist es, eine hohe Servicequalität für Kunden und Mitarbeitende sicherzustellen und die Wettbewerbsfähigkeit im anspruchsvollen Marktumfeld nachhaltig zu stärken.

Die Investitionen und Profilierungsmaßnahmen in die Arbeitgebermarke FERCHAU haben sich in Österreich als zielführend erwiesen. Gerade für die Themen marktgerechte Vergütungsstrukturen, überdurchschnittlich gute Arbeitsbedingungen, thematisch anspruchsvolle und vielfältige Aufgaben sowie gezielte Aus- und Weiterbildungsprogramme wurde FERCHAU Austria 2025 erneut prämiert.

Im Arbeitgeberranking „Österreichs beste Arbeitgeber“, das vom Wirtschaftsmagazin „Trend“ in Zusammenarbeit mit „statista“ und „kununu“ erhoben wird, erreichte FERCHAU Austria im Jahr 2025 Platz 64 und verbesserte sich damit gegenüber dem Vorjahr um 30 Plätze. Das Unternehmen konnte sich somit erneut unter den Top-100-Arbeitgebern Österreichs positionieren. Damit unterstreicht das Unternehmen seine Attraktivität als Arbeitgeber und die hohe Zufriedenheit seiner Mitarbeitenden.

2.4 Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage

2.4.1 Ertragslage

Der Umsatz stieg im Jahr 2025 auf 35,6 Mio. EUR und lag damit um 4,5 % über dem Vorjahreswert von 34,1 Mio. EUR. Gegenüber dem Jahr 2023 ergibt sich ein Anstieg von 3,1 %.

Die Aufwendungen für bezogene Leistungen, die überwiegend aus dem Einsatz von Lieferanten und Subunternehmern resultieren, erhöhten sich von 2,8 Mio. EUR auf 4,0 Mio. EUR und lagen damit um 40,3 % über dem Vorjahr. Wesentliche Ursache hierfür war die Ausweitung des Werkvertragsgeschäfts, dessen Umsatzanteil gegenüber dem Vorjahr um 33,8 % gesteigert werden konnte. Die bewusste Ausweitung des Werkvertragsgeschäfts ermöglichte zusätzliche Umsatzpotenziale sowie eine breitere Projektabdeckung bei bestehenden und neuen Kunden.

Der Personalaufwand erhöhte sich im Jahr 2025 leicht auf 25,8 Mio. EUR (Vorjahr: 25,5 Mio. EUR) und lag damit um rund 1,5 % über dem Vorjahresniveau. Die Personalintensität verbesserte sich von 74,8 % im Vorjahr auf 72,6 % und reduzierte sich somit um rund 2,1 Prozentpunkte. Ursächlich hierfür waren insbesondere das gestiegene Umsatzniveau sowie die konsequente Steuerung der Personalkapazitäten. Die Auswirkungen der Kollektivvertragserhöhungen sowie allgemeiner Gehaltsanpassungen spiegeln sich dennoch weiterhin im Personalaufwand wider.

Die Abschreibungen auf das Anlagevermögen reduzierten sich im Jahr 2025 auf 44,6 TEUR (Vorjahr: 59,5 TEUR). Die Abschreibungsquote lag mit 0,13 % des Umsatzes weiterhin auf einem sehr niedrigen Niveau. Dies verdeutlicht die geringe Anlagenintensität des

Geschäftsmodells, dessen wesentliche Wertschöpfung durch das Know-how und den Einsatz qualifizierter Mitarbeiter und nicht durch einen hohen Bestand an Sachanlagen erfolgt.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen beliefen sich im Geschäftsjahr 2025 auf 4,7 Mio. EUR und lagen damit um 7,0 % bzw. 309 TEUR über dem Vorjahreswert von 4,4 Mio. EUR. Wesentliche Kostentreiber waren Lizenzaufwendungen sowie die Anpassung des Dienstleistungsvertrags. Mit einem Anteil von 13,3 % des Umsatzes bewegten sich die sonstigen betrieblichen Aufwendungen weiterhin auf einem für das Geschäftsmodell typischen und insgesamt stabilen Niveau.

Das Ergebnis vor Steuern (EBT) belief sich im Geschäftsjahr 2025 auf 1.130 TEUR und lag damit um 272 TEUR bzw. 19,4 % unter dem Vorjahreswert von 1.403 TEUR. Ursächlich für den Ergebnisrückgang waren insbesondere die gestiegenen Aufwendungen für bezogene Leistungen sowie höhere sonstige betriebliche Aufwendungen. Dem standen eine positive Umsatzentwicklung und eine verbesserte Auslastung gegenüber. Insgesamt konnte FERCHAU Austria GmbH auch im Jahr 2025 ein zufriedenstellendes positives Ergebnis erwirtschaften. Die Umsatzrendite vor Steuern verringerte sich von 4,1 % auf 3,2 % und lag damit um rund 1,0 Prozentpunkt unter dem Vorjahresniveau.

Der Bilanzgewinn erhöhte sich im Geschäftsjahr 2025 von 5.830 TEUR auf 6.698 TEUR. Der Anstieg resultiert aus dem im Berichtsjahr erzielten Jahresüberschuss von 868 TEUR und beträgt gegenüber dem Vorjahr 14,9 %.

2.4.2 Finanzlage

Die liquiden Mittel betrugen zum Bilanzstichtag 1,8 Mio. EURnach 2,1 Mio. EUR im Vorjahr. Der Rückgang ist vor dem Hintergrund der operativen Geschäftsentwicklung sowie des Finanzierungsbedarfs im laufenden Geschäftsjahr zu sehen. Dem stehen unverändert keine Bankverbindlichkeiten gegenüber. Mit einer Eigenkapitalquote von 56,2 %, dem vollständigen Verzicht auf Bankfinanzierungen sowie weiterhin komfortablen Liquiditätsreserven verfügt die Gesellschaft über eine außerordentlich solide Finanzierungs- und Liquiditätsstruktur.

2.4.3 Vermögenslage

Das Anlagevermögen reduzierte sich im Berichtsjahr von 106,5 TEUR auf 95,9 TEUR. Ursächlich hierfür war, dass die laufenden Abschreibungen die im Geschäftsjahr getätigten Investitionen in Betriebs- und Geschäftsausstattung sowie Hardware überstiegen. Die geringe Höhe des Anlagevermögens unterstreicht die für ein technisch orientiertes Personaldienstleistungsunternehmen typische niedrige Anlagenintensität und Kapitalbindung.

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen stiegen im Berichtsjahr von 8,6 Mio. EUR auf 9,6 Mio. EUR (+12,0 %). In Relation zur Bilanzsumme erhöhte sich ihr Anteil von 77,5 % auf 80,8 %. Der hohe Forderungsbestand resultiert im Wesentlichen aus dem zum Jahresende abgerechneten Projekt- und Dienstleistungsvolumen, dessen Zahlungsziele zum Bilanzstichtag überwiegend noch nicht erreicht waren. Aufgrund des stabilen Zahlungsverhaltens der Kunden sowie der vorgenommenen Wertberichtigungen bestehen aus

heutiger Sicht keine wesentlichen Ausfallrisiken. Die hohe Forderungsquote ist für das projektorientierte Geschäftsmodell der Gesellschaft typisch und resultiert überwiegend aus Forderungen gegenüber wirtschaftlich starken Industrieunternehmen mit einem historisch stabilen Zahlungsverhalten.

Die sonstigen Vermögensgegenstände erhöhten sich zum Bilanzstichtag auf 210 TEUR (Vorjahr: 104 TEUR). Darin enthalten sind insbesondere Forderungen aus KöSt- Überzahlungen in Höhe von 206 TEUR.

Das Eigenkapital stieg im Geschäftsjahr 2025 infolge des erwirtschafteten Jahresüberschusses von 868 TEUR von 5,84 Mio. EUR auf 6,71 Mio. EUR an. Gleichzeitig erhöhte sich die Eigenkapitalquote von 52,6 % auf 56,2 %. Die gegenüber dem Vorjahr nochmals verbesserte Eigenkapitalausstattung unterstreicht die nachhaltige Finanzkraft des Unternehmens und bietet eine solide Grundlage für die zukünftige Geschäftsentwicklung.

Die Rückstellungen beliefen sich zum Bilanzstichtag auf 1.504 TEUR (Vorjahr: 1.333 TEUR). Sie bestehen überwiegend aus personalbezogenen Rückstellungen für Tantiemen, offene Urlaubsansprüche sowie Zeitguthaben der Mitarbeiter. Der Anstieg gegenüber dem Vorjahr ist insbesondere auf höhere Rückstellungen für variable Vergütungsbestandteile sowie Urlaubsund Zeitguthaben zurückzuführen.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr betrugen die Verbindlichkeiten in Summe 3,7 Mio. EUR im Vergleich zum Jahr 2024 (3,9 Mio. EUR). Ein Drittel davon entfiel auf Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen. Die sonstigen Verbindlichkeiten beliefen sich zum Bilanzstichtag auf 2,0 Mio. EUR. Den größten Anteil daran hatten die Umsatzsteuerverbindlichkeiten in Höhe von 1,1 Mio. EUR sowie Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit der Lohnverrechnung und Sozialversicherung von insgesamt rund 0,8 Mio. EUR. Die Verbindlichkeiten resultieren überwiegend aus dem laufenden Geschäftsbetrieb und weisen eine kurze Restlaufzeit auf.

2.4.4 Gesamtaussage

Die Gesamtleistung der FERCHAU Austria GmbH erhöhte sich im Geschäftsjahr 2025 auf 35,6 Mio. EUR und lag damit um 4,5 % über dem Vorjahresniveau von 34,1 Mio. EUR. Trotz eines weiterhin herausfordernden wirtschaftlichen Umfelds, steigender Personal- und Sachkosten sowie anhaltender Unsicherheiten in wesentlichen Absatzmärkten konnte ein Jahresüberschuss von 868 TEUR erwirtschaftet werden. Das Ergebnis liegt unter dem Vorjahreswert von 1.082 TEUR, bewegt sich jedoch weiterhin auf einem soliden Niveau und unterstreicht die Ertragskraft der Gesellschaft.

Die FERCHAU Austria GmbH war im gesamten Geschäftsjahr jederzeit in der Lage, ihren finanziellen Verpflichtungen vollständig und fristgerecht nachzukommen. Die Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft ist unverändert sehr solide. Insbesondere die auf 56,2 % gestiegene Eigenkapitalquote (Vorjahr: 52,6 %) sowie das Fehlen von Bankverbindlichkeiten unterstreichen die hohe finanzielle Stabilität des Unternehmens.

Vor dem Hintergrund der weiterhin anspruchsvollen gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen beurteilt die Geschäftsführung die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft insgesamt als sehr gut. Die hohe Eigenkapitalausstattung, die gesicherte Liquidität sowie das diversifizierte Geschäftsmodell bilden eine belastbare Grundlage für die zukünftige Unternehmensentwicklung.

3. Erklärung zur Unternehmensführung

FERCHAU hat keine formalen Zielgrößen für den Frauenanteil in der Geschäftsführung und in den Führungsebenen unterhalb der Geschäftsführung festgelegt. Unabhängig davon erfolgt die Besetzung von Führungspositionen auf Basis fachlicher Qualifikation, Führungskompetenz und individueller Eignung.

4. Prognose-, Chancen- und Risikobericht

4.1 Risikobericht

4.1.1 Branchenrisiken

Die anhaltend schwache Konjunkturentwicklung in Österreich sowie die rückläufige Nachfrage in Teilen der Industrie führten auch im Jahr 2025 zu einem herausfordernden Marktumfeld für die Personaldienstleistungs- und Engineering-Branche. Gleichzeitig ergeben sich für technologieorientierte Entwicklungsdienstleister wie die FERCHAU Austria GmbH Chancen aus den langfristigen Trends der Digitalisierung, Automatisierung, Elektromobilität und Nachhaltigkeit. Durch die gezielte Ausrichtung auf diese Zukunftsfelder unterstützt FERCHAU ihre Kunden bei technologischen Transformationsprozessen und sichert ihre Wettbewerbsfähigkeit.

Risiken bestehen insbesondere bei der Abwicklung komplexer Projekte im Hinblick auf Qualität, Termine, Kosten und Prozesssicherheit. Diesen begegnet die Gesellschaft durch etablierte Projektmanagement- und Qualitätssicherungsprozesse, wodurch die Risiken laufend überwacht und gesteuert werden.

Darüber hinaus besteht weiterhin das Risiko eines strukturellen Mangels an qualifizierten technischen Fachkräften. Schwierigkeiten bei der Gewinnung geeigneter Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können die zukünftigen Wachstumschancen begrenzen. Die Gesellschaft begegnet diesem Risiko durch gezielte Recruiting-Maßnahmen, Investitionen in die Arbeitgebermarke sowie die kontinuierliche Digitalisierung der Rekrutierungsprozesse.

4.1.2 Rechtliche Risiken

Neben der Arbeitskräfteüberlassung erbringt die FERCHAU Austria GmbH Leistungen im Rahmen von Werkverträgen, die mit projektbezogenen Risiken verbunden sein können. Zur Begrenzung potenzieller wirtschaftlicher Risiken werden entsprechende Versicherungen abgeschlossen. Darüber hinaus gewährleistet der im Qualitätsmanagement verankerte Angebots-, Vertrags- und Durchführungsprüfungsprozess eine hohe Transparenz hinsichtlich bestehender Risiken und unterstützt deren frühzeitige Steuerung.

Weitere Risiken ergeben sich aus Veränderungen regulatorischer Rahmenbedingungen, insbesondere im Bereich des Arbeits-, Sozialversicherungs-, Datenschutz- und Arbeitskräfteüberlassungsrechts. Die Gesellschaft begegnet diesen Risiken durch etablierte Compliance-Prozesse, regelmäßige Schulungen sowie die Einbindung interner und externer Fachexpertise.

4.1.3 Finanzierungsrisiken

Die Finanzierung der Gesellschaft ist durch die hohe Eigenkapitalausstattung, die vorhandenen liquiden Mittel sowie die Einbindung in die FERCHAU-Gruppe langfristig gesichert. Eine Abhängigkeit von einzelnen Kreditinstituten besteht nicht. Vor dem Hintergrund der vorhandenen Innenfinanzierungskraft und der soliden Vermögens- und Finanzlage sind wesentliche Liquiditätsengpässe derzeit nicht zu erwarten.

Währungsrisiken sind von untergeordneter Bedeutung, da die Geschäftsbeziehungen überwiegend im Euroraum stattfinden.

Die anhaltend herausfordernden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen können zu erhöhten Ausfallrisiken und längeren Zahlungszielen auf Kundenseite führen. Zur frühzeitigen Identifikation und Steuerung solcher Risiken verfügt die Gesellschaft über etablierte Planungs-, Reporting- und Controlling-Prozesse. Darüber hinaus wird ein konsequentes Forderungsmanagement betrieben, um potenziellen Liquiditäts- und Ausfallrisiken wirksam zu begegnen.

Die zunehmende Digitalisierung der Geschäftsprozesse führt darüber hinaus zu Risiken im Zusammenhang mit Cyberangriffen, Datenverlusten und Systemausfällen. Zur Risikobegrenzung werden geeignete technische und organisatorische Schutzmaßnahmen eingesetzt und laufend weiterentwickelt.

Aus Sicht der Geschäftsführung bestehen derzeit keine Risiken, die den Fortbestand der Gesellschaft gefährden könnten.

4.1.4 Gesamtbeurteilung der Risiken

Aus Sicht der Geschäftsführung bestehen aufgrund der klaren Positionierung als Anbieter hochqualifizierter Engineering- und IT-Dienstleistungen weiterhin gute Voraussetzungen für eine nachhaltig erfolgreiche Geschäftsentwicklung. Bestandsgefährdende strategische Risiken sind derzeit nicht erkennbar.

Unsicherheiten ergeben sich weiterhin aus geopolitischen Entwicklungen sowie den gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Die Gesellschaft verfolgt diese Entwicklungen laufend und verfügt über geeignete Steuerungs- und Controllinginstrumente, um auf veränderte Marktbedingungen frühzeitig reagieren zu können. Aus heutiger Sicht werden keine wesentlichen negativen Auswirkungen auf die künftige Vermögens-, Finanz- und Ertragslage erwartet.

4.2 Prognose- und Chancenbericht

Für das Geschäftsjahr 2026 erwartet die Gesellschaft trotz der anhaltenden Unsicherheiten in der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung ein stabiles Geschäftsumfeld. Chancen ergeben sich insbesondere in den Feldern Digitalisierung, Informationstechnologie, Pharma & Life Sciences, Energie, Automatisierung, industrielle Transformation sowie nachhaltige Technologien, in denen die Nachfrage nach Engineering-, IT- und Digitalisierungsleistungen mittel- bis langfristig weiter zunehmen dürfte. Die Positionierung als Spezialist für hochqualifizierte Engineering- und IT-Dienstleistungen bildet dabei eine solide Grundlage für weiteres Wachstum. Für das Geschäftsjahr 2026 wird ein moderates Umsatzwachstum von 4,5% bei einer weiterhin soliden Ertragslage erwartet. Voraussetzung hierfür ist, dass sich die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen und die Investitionsbereitschaft der Kundenbranchen nicht wesentlich verschlechtern.

Zusätzliche Potenziale werden durch kontinuierliche Investitionen in die Organisationsstruktur, die Weiterentwicklung des Leistungsportfolios sowie die laufende Optimierung interner Prozesse erschlossen. Unterstützt wird dies durch etablierte Steuerungs- und Entscheidungsprozesse, die eine zeitnahe Anpassung an veränderte Markt- und Kundenanforderungen ermöglichen.

Insgesamt geht die Geschäftsführung aus heutiger Sicht von einer weiterhin positiven Geschäftsentwicklung aus und sieht die Gesellschaft gut aufgestellt, um die sich bietenden Marktchancen erfolgreich zu nutzen.

Linz, 24. September 2026

Harald Felten (Geschäftsführer) Fabian Herbert Rothballer (Geschäftsführer) (Christoph Ulrich Sedlmair (Geschäftsführer)

Disclaimer: Dieser Lagebericht enthält bestimmte Aussagen über zukünftige Ereignisse und Entwicklungen, sowie Angaben und Einschätzungen der Gesellschaft. Solche in die Zukunft gerichteten Aussagen beinhalten bekannt und unbekannte Risiken, Ungewissheiten und andere Faktoren, die dazu führen können, dass die tatsächlichen zukünftigen Leistungen, Entwicklungen und Ergebnisse der Gesellschaft oder der für die Gesellschaft wesentlichen Branchen wesentlich (insbesondere in negativer Hinsicht) von denjenigen abweichen, die in diesen Aussagen ausdrücklich oder implizit angenommen werden. Eine Gewähr kann folglich für die zukunftsgerichteten Aussagen in diesem Lagebericht nicht übernommen werden.

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