Inhaltsverzeichnis
für das Geschäftsjahr 2024/2025
1. Bericht über den Geschäftsverlauf und die wirtschaftliche Lage
1.1. Geschäfts- und wirtschaftliche Rahmenbedingungen
Das gegenständliche Geschäftsjahr der Nauderer Bergbahnen AG dauerte vom 01. November 2024 bis zum 31. Oktober 2025. Die Geschäftsführung wurde entsprechend den gesellschaftsvertraglichen Bestimmungen von 01. November 2024 bis 31. Oktober 2025 von Alleinvorstand DI Christoph Baumann und ab 01. November 2025 von Alleinvorstand Dr. Armin Falkner geführt.
1.1.1. Allgemeine wirtschaftliche Entwicklung
Der Zeitraum von November 2024 bis Dezember 2025 war im europäischen und österreichischen Wirtschaftsraum geprägt von einer langsamen, aber spürbaren Stabilisierung, nachdem 2023 und 2024 deutliche Rückgänge der Wirtschaftsleistung verzeichnet worden waren.
Die österreichische Wirtschaft befand sich zu Beginn des Berichtszeitraums weiterhin im rezessiven Umfeld. Im Jahr 2024 sank das reale BIP laut Statistik Austria um 1,2 %, womit sich die seit 2023 anhaltende Abschwächung fortsetzte. Der Rückgang verringerte sich zwar im Jahresverlauf, doch blieben nahezu alle Wirtschaftsbereiche – insbesondere Warenproduktion, Bau sowie Gastronomie und Beherbergung – im Minus.
Jahresdurchschnitt 2025: Laut aktuellen Einschätzungen (Stand März 2026) wird für das Gesamtjahr 2025 mit einem leichten realen Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) gerechnet, das von ursprünglichen Prognosen einer Stagnation leicht auf ein Plus von ca. 0,6 % nach oben korrigiert wurde.
Insgesamt verbleibt Österreich deutlich unter dem europäischen Wachstumspfad, was sowohl auf strukturelle Schwächen als auch auf die verzögerte Erholung binnenwirtschaftlicher Nachfrage zurückzuführen ist.
1.1.2. Tourismus in Österreich
Die Tourismus- und Freizeitwirtschaft hat in Österreich eine große volkswirtschaftliche Bedeutung. Im Jahr 2024 trugen der Tourismussektor mit 6,3 % und die Freizeitwirtschaft mit 7,3 % des BIP wesentlich zur österreichischen Wirtschaftsleistung bei.
Die Wintersaison 2024/25 entwickelte sich positiv und erreichte 72,25 Mio. Nächtigungen (+1,6 % zum Vorjahr). Die Ankünfte stiegen auf rund 20,6 Mio. Gäste (+2,8 %).
Gemeinsam mit Österreich selbst und den Niederlanden stellten Gäste aus Deutschland etwa zwei Drittel (ca. 68 %) aller Übernachtungen. Regionale Schwerpunkte lagen erneut in Tirol und Salzburg, die zusammen 57,9 % aller Winternächtigungen erzielten.
Die späten Osterferien sorgten im April 2025 für ein außergewöhnlich starkes Ergebnis: 8,2 Mio. Nächtigungen (+23,9 %). [austriatourism.com]
Die Tourismus-Sommersaison 2025 (Mai bis Oktober) in Österreich verzeichnete mit 83,39 Millionen Nächtigungen einen neuen Rekordwert. Dies entspricht einer Steigerung von 2,2 % gegenüber dem bisherigen Höchststand aus dem Sommer 2024 (81,62 Millionen).
1.1.3. Tourismus in der Region
In der Wintersaison 2024/25 konnten in Nauders 318.013 Nächtigungen erzielt werden, das entspricht einem Plus von 1, 8 % verglichen mit der Wintersaison 2023/24 (312.366). In der dem Lagebericht zugrunde liegenden Sommersaison (Mai bis Oktober 2025) konnten in Nauders 234.009 Nächtigungen verzeichnet werden, somit um 0,3 % mehr als in der Sommersaison 2024. Der Juni war sehr gut aufgrund der guten Feiertagslage.
1.2. Geschäftsverlauf der Nauderer Bergbahnen AG
Die anhaltenden wirtschaftlichen Auswirkungen der geopolitischen Krisen, allen voran der Ukraine-Konflikt, führten zu einer weiterhin hohen Inflation sowie zu spürbaren Kostensteigerungen. Diese betrafen insbesondere den Energieeinkauf, die Fremdkapitalzinsen sowie die Personalaufwendungen infolge erneut hoher kollektivvertraglicher Abschlüsse. Diese Faktoren hatten auf der Aufwandsseite einen maßgeblichen Einfluss auf das Geschäftsergebnis der Nauderer Bergbahnen AG.
Im November 2024 wurde die Erweiterung der Beschneiungsanlage auf der Talabfahrt erfolgreich fertiggestellt und in Betrieb genommen. Diese Investition trug wesentlich zur Sicherstellung der Schneesicherheit und zur Stabilität des Winterbetriebs bei. Die Anzahl der Ersteintritte entwickelte sich positiv: Während im Winter 2023/24 insgesamt 321.674 Ersteintritte verzeichnet wurden, stieg diese Zahl im Winter 2024/25 auf 326.251 Ersteintritte. Dies entspricht einer Steigerung von rund 1,4 %.
Die Wintersaison 2024/25 war aufgrund des späten Ostertermins außergewöhnlich lang. Trotz der verlängerten Saison legten die Nauderer Bergbahnen AG ein besonderes Augenmerk auf eine konsequente Kostenkontrolle. Vor allem im Bereich des Personalaufwands konnten gezielte Einsparungen erzielt werden. Zudem wurde die Gastronomiebetriebe Lärchenalm (23.03.25) und das Restaurant (30.03.25) geschlossen, um aufwandseitig gegenzusteuern. Zur weiteren Optimierung der Energiekosten wurde ein externer Energieberater hinzugezogen. In diesem Zusammenhang konnten bereits rund 50 % der benötigten Strommengen für das Jahr 2027 zu günstigen Konditionen abgesichert werden.
Im Sommer 2025 zeigte sich trotz eines nur geringen Nächtigungszuwachses in der Region eine sehr positive Entwicklung im Fahrtenbereich. Insgesamt konnte hier ein Plus von 10,5 % erzielt werden. Diese erfreuliche Entwicklung ist maßgeblich darauf zurückzuführen, dass die Goldseebahn im Sommer 2025 erstmals in Betrieb war. Darüber hinaus hat sich das Sommerangebot der Nauderer Bergbahnen AG mit dem Goldpark, den Trails sowie dem umfangreichen Wanderwegenetz zunehmend als attraktive Destination auch für Gäste aus umliegenden Orten etabliert. Das vielfältige Angebot spricht alle Altersgruppen an und bietet für jedes Familienmitglied passende Erlebnisse.
Die Zwischensaison war erneut von intensiven Instandhaltungs- und Revisionsarbeiten an den Seilbahnanlagen geprägt. Durch den kontinuierlichen Ausbau des Sommerbetriebs verkürzen sich die verfügbaren Zeitfenster für die notwendigen Revisionsarbeiten an der EUB Bergkastel, der Zirmbahn sowie an den Anlagen Lärchenhang 2 und Mutzkopf zunehmend. Dies stellt erhöhte Anforderungen an Planung, Koordination und Umsetzung der technischen Arbeiten.
Ab Juli 2025 wurde mit den Kanalarbeiten für die neue Betriebstankstelle begonnen. Die Bauarbeiten konnten weitgehend abgeschlossen werden; für die Betriebstankstelle sind im Frühjahr 2026 noch Restarbeiten zu erledigen und wird im Sommer 2026 in Betrieb genommen.
Im Sommer 2025 wurde zudem das Angebot im Goldpark weiter ausgebaut. Neben einem digitalen Erlebnisweg wurden eine Balancierstrecke, zusätzliche Spielstationen sowie ein Fotopoint errichtet. Die Erweiterungen konnten bereits im August 2025 abgeschlossen und den Gästen zur Verfügung gestellt werden.
Darüber hinaus wurden umfangreiche Erneuerungsmaßnahmen an der Beschneiungsanlage im Bereich Hofratseck bis Bergkastel sowie im Bereich Ganderbild umgesetzt. Die Inbetriebnahme dieser Anlagen erfolgt im November 2025.
Auch der Gastronomiebereich entwickelte sich im Sommer 2025 sehr erfreulich und verzeichnete ein Umsatzplus von rund 10,1 %, was die Attraktivität des Gesamtangebots der Nauderer Bergbahnen AG zusätzlich unterstreicht.
Im Geschäftsjahr 2024/2025 konnte die Nauderer Bergbahnen AG ihre wirtschaftliche Leistungsfähigkeit weiter stärken. Die Umsatzerlöse stiegen auf 19,19 Mio. EUR und übertrafen damit den Vorjahreswert von 18,13 Mio. EUR leicht. Dieser Anstieg zeigt eine stabile Nachfrageentwicklung im Winter- wie im Sommerbetrieb sowie eine solide Auslastung der touristischen Angebote.
Das operative Ergebnis (EBIT) erhöhte sich im Berichtszeitraum auf 1,69 Mio. EUR nach 1,54 Mio. EUR im Vorjahr. Die EBIT-Marge (ROS) verbesserte sich damit auf 8,81 % (Vorjahr: 8,51 %) und unterstreicht die Effizienzsteigerung im operativen Bereich trotz herausfordernder Kostenstrukturen in Infrastruktur, Energie und Personal.
Die Reduzierung des Fremdkapitals spiegelt die weiterhin konsequente Tilgung langfristiger Finanzverbindlichkeiten wider. Die Schuldentilgungsdauer konnte entsprechend auf 6,0 Jahre reduziert werden (Vorjahr: 7,1 Jahre), was die finanzielle Stabilität nachhaltig stärkt. Die Eigenkapitalquote verbesserte sich auf 23,84 % (Vorjahr: 20,55 %) und dokumentiert die fortschreitende Stabilisierung der Bilanzstruktur.
Aufgrund der großen räumlichen Entfernung sah sich Herr DI Christoph Baumann veranlasst, das Vorstandverhältnis mit Ablauf des
Wirtschaftsjahres zu beenden. Mit Wirkung ab
01.11.2025 übernimmt Herr Dr. Armin Falkner die Funktion des Vorstands
1.3. Bericht über Zweigniederlassungen
Die Nauderer Bergbahnen AG verfügt über keine Zweigniederlassungen.
1.4. Finanzielle Leistungsindikatoren
Geldflussrechnung
Die Geldflussrechnung wurde nach der indirekten Methode aus laufender Geschäftstätigkeit gemäß AFRAC-Stellungnahme 36 ermittelt.
| Werte in TEuro | 2024/25 2023/24 | ||
|---|---|---|---|
| Ergebnis vor Steuern | 858 | 542 | |
| +/-Abschreibungen/Zuschreibungen auf Vermögensgegenstände des Investitionsbereich | 2.829 | 2.941 | |
| -/+ Gewinn/Verlust aus dem Abgang von Vermögensgeg des Bereichs | |||
| Investitionstätigkeit | -85 | -128 | |
| -/+ Beteilig.ert., Erträge aus Wertpapieren u. Ausl. des FAV sowie so. Zinsen u. ähn. | 812 | 933 | |
| +/-sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen/Erträge | 0 | 0 | |
| Netto-Geldfluss aus dem betrieblichen Ergebnis | 4.415 | 4.288 | |
| -/+ Zunahme/Abnahme der Vorräte, der Forderungen aus L+L sowie anderer Aktiva | 74 | -393 | |
| +/-Zunahme/Abnahme der Rückstellungen | 107 | 109 | |
| +/-Zunahme/Abnahme der Verbindlichkeiten aus L+L sowie anderer Passiva | -184 | 981 | |
| Netto-Geldfluss aus der betrieblichen Tätigkeit vor Steuern | 4.412 | 4.986 | |
| -/+ Zahlungen für Ertragsteuern | -4 | -3 | |
| Netto-Geldfluss aus der betrieblichen Tätigkeit | 4.408 | 4.982 | |
| + Einzahlungen aus Anlagenabgang (ohne Finanzanlagen) | 144 | 203 | |
| + Einzahlungen aus Finanzanlagenabgang und sonstigen Finanzinvestitionen | 0 | 0 | |
| - Auszahlungen für Anlagenzugang (ohne Finanzanlagen) | -1.977 | -1.945 | |
| - Auszahlungen für Finanzanlagenzugang und für sonstige Finanzinvestitionen | 0 | 0 | |
| + Einzahlungen aus Beteiligungs-, Zinsen- und Wertpapiererträgen | 57 | 106 | |
| Netto-Geldfluss aus der Investitionstätigkeit | -1.777 | -1.636 | |
| + Einzahlungen von Eigenkapital | 0 | 0 | |
| - Rückzahlungen von Eigenkapital | 0 | 0 | |
| - ausbezahlte Ausschüttungen | 0 | 0 | |
| + Einzahlungen aus der Begebung von Anleihen und der Aufnahme von Finanzkrediten | 0 | 0 | |
| - Auszahlungen für die Tilgung von Anleihen und Finanzkrediten | -2.494 | -2.416 | |
| - Auszahlungen für Zinsen und ähnliche Aufwendungen | -869 | -1.039 | |
| Netto-Geldfluss aus der Finanzierungstätigkeit | -3.363 | -3.455 | |
| = zahlungswirksame Veränderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivale | -732 | -108 | |
| +/- wechselkursbedingte und sonstige Wertänd. der Zahlungsmittel und Zahlungsmittelä: | 0 | 0 | |
| + Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Beginn der Periode | 2.215 | 2.323 | |
| = | Finanzmittelbestand am Ende der Periode | 1.483 | 2.215 |
| Finanzmittelbestand am Ende der Periode (It. Bilanz) | 1.483 | 2.215 | |
Kennzahlen
| 31.10.2025 | 31.10.2024 | |
|---|---|---|
| Kennzahlen zur Ertragslage | in TEUR | in TEUR |
| Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) | ||
| Ergebnis vor Steuern | 858 | 542 |
| zuzügl. Zinsen und ähnliche Aufwendungen | 832 | 1.000 |
| EBIT | 1.691 | 1.542 |
| Umsatzrentabilität (Return on Sales - ROS) | ||
| EBIT | 1.691 | 1.542 |
| Umsatzerlöse | 19.191 | 18.129 |
| ROS | 8,81% | 8,51% |
| Eigenkapitalrentabilität (Return on Equity - ROE) | ||
| Ergebnis vor Steuern | 858 | 542 |
| EK | 7.900 | 7.303 |
| ROE | 10,87% | 7,43% |
| Gesamtkapitalrentabilität (Return on Investment - ROI) | ||
| EBIT | 1.691 | 1.542 |
| GK | 35.656 | 36.691 |
| ROI | 4,74% | 4,20% |
| Kennzahlen zur Vermögens- und Finanzlage | ||
| Nettoverschuldung | ||
| verzinsliches FK | 19.361 | 21.771 |
| abzügl. Flüssige Mittel | 1.483 | 2.215 |
| Nettoverschuldung | 17.878 | 19.556 |
| Nettoumlaufvermögen (Working Capital) | ||
| Umlaufvermögen | 3.890 | 4.637 |
| abzügl. langfr. UV | ||
| kurzgfr. UV | 3.890 | 4.637 |
| abzügl. kurzfr. FK | 5.702 | 5.836 |
| Nettoumlaufvermögen | neg. | neg. |
| Eigenkapitalquote (Equity Ratio) | ||
| EK | 8.292 | 7.507 |
| GK | 34.786 | 36.526 |
| EK-Quote | 23,84% | 20,55% |
| Nettoverschuldung (Gearing) | ||
| Nettoverschuldung | 17.878 | 19.556 |
| EK | 8.292 | 7.507 |
| Gearing | 215,60% | 260,50% |
| Schuldentilgungsdauer in Jahren | 6,0 | 7,1 |
2. Bericht über die voraussichtliche Entwicklung und Risiken des Unternehmens
2.1. Voraussichtliche Entwicklung
Die wirtschaftlichen und geopolitischen Rahmenbedingungen bleiben auch in den kommenden Jahren von Unsicherheiten geprägt. Der anhaltende Krieg in der Ukraine sowie die politische Unruhe im Iran wirken sich weiterhin auf die internationalen Energiemärkte aus. Insbesondere im Bereich der Energieversorgung bestehen dadurch Unsicherheiten hinsichtlich der künftigen Kostenentwicklung für Diesel und Heizöl. Positiv hervorzuheben ist, dass die Stromversorgung der Nauderer Bergbahnen AG bereits bis Ende 2027 zu fixierten Konditionen abgesichert ist, wodurch in diesem Bereich eine hohe Planungssicherheit besteht.
Für die kommenden Wintersaisonen 2025/26 und 2026/27 wird von einer insgesamt positiven Entwicklung ausgegangen. Beide Wintersaisonen fallen im Kalendervergleich relativ früh aus, wodurch insbesondere rund um die Osterfeiertage mit zusätzlichen Nachfrageimpulsen gerechnet wird. Diese Rahmenbedingungen sollten sich günstig auf die Frequenzentwicklung und die Ertragslage des Schigebiets auswirken.
Auch für die Sommersaison 2026 blickt die Nauderer Bergbahnen AG sehr optimistisch in die Zukunft. Das Sommerangebot wurde in den vergangenen Jahren kontinuierlich erweitert und qualitativ weiterentwickelt. Durch gezielte Investitionen in Infrastruktur und Attraktionen konnte die Attraktivität des Angebots in allen Bereichen nachhaltig gesteigert werden. Das vielfältige Angebot spricht unterschiedliche Zielgruppen an und stärkt die Positionierung als Ganzjahresdestination.
Zusätzlich ist davon auszugehen, dass die aktuellen geopolitischen Unsicherheiten die Nachfrage nach nahegelegenen Reisezielen weiter begünstigen. Steigende oder schwer kalkulierbare Reisekosten sowie eine erhöhte Zurückhaltung bei Fernreisen könnten zu einer verstärkten Nachfrage nach regionalen und gut erreichbaren Urlaubsangeboten führen. Davon sollte das Schigebiet Nauders mit seinem breiten Winter- und Sommerangebot auch in den kommenden Geschäftsjahren profitieren.
Die Höhenlage des Ortes und des Skigebiets auf 1.400 bis 2.850 Metern wirkt sich insbesondere vor dem Hintergrund des Klimawandels positiv auf die langfristige Entwicklung aus.
2.2. Wesentliche Risiken und Ungewissheiten
2.2.1. Personalrisiken
Die Nauderer Bergbahnen AG verfügt seit vielen Jahren über einen stabilen Mitarbeiterstamm bei geringer Mitarbeiterfluktuation. Jedoch ist die Nauderer Bergbahnen AG als touristischer Leitbetrieb in der Region in hohem Maß auf qualifizierte und engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter angewiesen. Der Personalbedarf unterliegt dabei starken saisonalen Schwankungen. Während der Wintersaison beschäftigt das Unternehmen rund 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, in der Sommersaison sind es etwa 90 Beschäftigte. Diese ausgeprägte Saisonabhängigkeit stellt ein grundsätzliches Personalrisiko dar, insbesondere
im Hinblick auf die rechtzeitige Rekrutierung von ausreichend qualifiziertem Fach- und Saisonpersonal.
Der Arbeitsmarkt im alpinen Raum ist zunehmend von einem Mangel an Fachkräften geprägt. Insbesondere in technisch spezialisierten Bereichen (Seilbahnbetrieb, Elektrotechnik), in der Gastronomie sowie im operativen Betrieb besteht ein erhöhtes Risiko, offene Stellen nicht oder nur mit erhöhtem Aufwand besetzen zu können. Zusätzlich führen steigende Anforderungen an Qualifikation, Sicherheit und Servicequalität zu einem höheren Wettbewerbsdruck um geeignetes Personal.
Zur Reduktion dieser Risiken setzt die Nauderer Bergbahnen AG auf eine langfristige Personalstrategie. Das Unternehmen positioniert sich als attraktiver Arbeitgeber in der Region und bietet sowohl Ganzjahres- als auch Saisonstellen in unterschiedlichen Beschäftigungsmodellen an. Als familienfreundlicher Arbeitgeber ist die Nauderer Bergbahnen AG mit dem staatlichen Gütezeichen berufundfamilie ausgezeichnet. Zusätzliche Maßnahmen wie geregelte Arbeitszeiten, Zusatzleistungen, Mitarbeiterunterkünfte sowie umfassende Benefits tragen zur Mitarbeiterbindung und zur Sicherstellung der Personalverfügbarkeit bei.
2.2.2. Operative Risiken
Die Grundlage für den Unternehmenserfolg ist ein ausfallfreier Betrieb der technischen Anlagen, der trotz alpiner Risiken die gesamte Saison über gewährleistet werden muss. Der technische Stand der Beförderungsanlagen ist auf dem vorgeschriebenen Niveau und wird ständig weiterentwickelt. Um diesem Anspruch auch gerecht zu werden, wurden im Sommer 2025 Teile der Elektrotechnik bei der Tscheyeckbahn ausgetauscht, da die Ersatzteilverfügbarkeit wesentlicher Komponenten nicht mehr garantiert werden kann. Allfällige in Zukunft notwendige Erneuerungen im Bereich der Anlagen werden im Unternehmensplan berücksichtigt und entsprechende Vorkehrungen hierfür getroffen.
Aufgrund des fortschreitenden Klimawandels ist im Bereich der technischen Beschneiung jedoch mit erhöhten operativen Risiken zu rechnen, die sowohl kurz-, mittel- als auch langfristig auftreten können.
Um diesen Entwicklungen Rechnung zu tragen erfolgt im Bereich der kurz-, mittel- und langfristigen Investitionsmaßnahmen eine Priorisierung der technischen Beschneiung sowohl im Bereich der Ersatzinvestitionen (Beschneiungsleitungen, Schneeerzeuger) als auch im Bereich der Erweiterungsinvestitionen (Speicherteich II, Pumpstationen, Beschneiungsleitungen, Schneeerzeuger) um einerseits die notwendigen Beschneiungszeiten verkürzen zu können und andererseits die vorhandenen Pistenflächen mittel- und langfristig vollflächig und lückenlos technisch beschneien zu können.
2.2.3. Geschäftsrisiken
Hohe Instandhaltungskosten, die nach wie vor hohen Energiekosten und eine immer noch hohe Inflation wirken sich negativ auf das Betriebsergebnis aus.
Durch konsequente innerbetriebliche Kosteneinsparungen und laufender Preisanpassungen wird versucht die Kostensteigerungen bestmöglich aufzufangen.
Im Frühjahr beim Sonnenskilauf treten wir mit Aktionen wie die Genusswochen und Familyweeks den geringeren Auslastungen entgegen und erhoffen uns so zu Ostern mehr Gäste.
3. Bericht über die Forschung und Entwicklung
Keine.
Nauders, am 26. März 2026
Dr. Armin Falkner (Vorstand INV