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Lagebericht 2025

SPIE CEMA GmbH

Original-PDF

Stichtag 31. Dez. 2025 · Eingereicht am 23. Sep. 2026

Inhaltsverzeichnis

SPIE CEMA GmbH, Wien Lagebericht für das Geschäftsjahr 2025

1. Geschäftsverlauf, Geschäftsergebnis und Lage des Unternehmens

1.1 Geschäft und Rahmenbedingungen

Wirtschaftliche Rahmenbedingungen / Konjunktur

Nach der weltweiten Corona-Pandemie und der spürbaren Rezession 2020 – 2023 hat sich die konjunkturelle Lage zwar stabilisiert, doch die österreichische Wirtschaft blieb auch 2024/2025 von mehreren strukturellen und externen Belastungen geprägt.

Die Weltwirtschaft setzte ab 2023 moderate Wachstumsimpulse, wobei geopolitische Spannungen, globale Lieferkettenengpässe und Handelshemmnisse weiterhin spürbare Unsicherheiten erzeugten. Die Eurozone zeigte zuletzt eine leichte wirtschaftliche Erholung, begleitet von rückläufiger, aber weiterhin spürbarer Inflation.

In Österreich überwand die Wirtschaft im Jahresverlauf 2025 nach mehreren Jahren der Rezession zwar die Talsohle, das Wachstum fällt jedoch insgesamt moderat aus. Laut aktuellen EU- Kommissionsprognosen wächst das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um rund 0,3 % im Jahr 2025, während für 2026 und 2027 stärkere positive Wachstumsraten erwartet werden.

Die Inflation war 2025 noch erhöht, bedingt durch ausgelaufene Energiepreisstützungen und anhaltend hohe Dienstleistungspreise. Sie wird für 2025 im Jahresdurchschnitt mit etwa 3,5 % prognostiziert und soll in den Folgejahren deutlich zurückgehen.

Der Arbeitsmarkt zeigte sich robust, dennoch stieg die Arbeitslosenquote im Zuge der langwierigen Rezession.

Insgesamt zeigt sich für 2025 ein langsam anziehender, aber noch fragiler Konjunkturverlauf, mit Hoffnung auf stärkere Erholung ab 2026, sobald externe Risiken nachlassen und strukturelle Schwächen abgebaut sind.

SPIE Gruppe und SPIE Geschäftsbereich Austria

SPIE ist der führende, unabhängige europäische Anbieter für multitechnische Dienstleistungen in den Bereichen Energie und Kommunikation. Mit über 50.000 Mitarbeitenden engagiert sich die an der Pariser Börse notierte SPIE Gruppe gemeinsam mit ihren KundInnen dafür, die Energiewende und die digitale Transformation zum Erfolg zu führen.

2019 erfolgte mit dem Kauf der SPIE CEMA GmbH* der Markteintritt der SPIE Gruppe in Österreich. 2021 erwarb SPIE weitere Unternehmen in Österreich: SPIE KEM GmbH*, SPIE Dürr Austria GmbH* sowie evon GmbH. (* heutige Firmennamen nach Umfirmierungen)

SPIE ist in Österreich in fünf Geschäftsfeldern tätig: Building Technology & Automation, Transmission & Distribution, Industrial Services, Information & Communication sowie Tech FM & Energy Efficiency.

Seit 01.01.2024 bilden die vier operativen österreichischen SPIE Gesellschaften (oben) zusammen mit der SPIE Austria GmbH als gemeinsame Österreich Holding einen eigenständigen Geschäftsbereich und eine eigenständige Landesorganisation innerhalb von SPIE – den Geschäftsbereich Austria. Das Österreich Geschäft von SPIE (= der Geschäftsbereich Austria) ist Teil des aus den drei Ländern Deutschland, Schweiz und Österreich bestehenden Teilkonzerns SPIE Germany Switzerland Austria.

Ab 01.09.2025 wurden die Headoffice-Funktionen des Geschäftsbereichs direkt in der SPIE Austria GmbH angesiedelt. Mit diesem Datum wechselten rund 40 Mitarbeitende aus allen operativen Einheiten in die österreichische Holding, wodurch eine Bündelung der Ressourcen statÚand. Aus der Holding aus werden die Leistungen aus den Bereichen HSEQ, IT, Controlling, People & Culture, Finanz-, Rechnungswesen und Steuern für die operativen Einheiten ausgeführt.

Mit Oktober 2025 erwarb SPIE Austria GmbH die beiden Gesellschaften ECOexperts Automation GmbH sowie ECOexperts Software GmbH. Mit diesem Erwerb kann die Präsenz und Kompetenz in der Tunnelund Verkehrstechnik seitens SPIE in Österreich gestärkt und ausgebaut werden.

Des Weiteren wird die SPIE Escad Austria GmbH ab dem 01.01.2026 vom Geschäftsbereich ISW dem Geschäftsbereich Austria zugeordnet. Mit diesem Übergang wird das Portfolio der Industrie-Bereiche weiter ausgebaut und gestärkt und die Fachkompetenzen innerhalb Österreichs besser gebündelt.

SPIE CEMA GmbH

SPIE CEMA bietet Dienstleistungen entlang des kompletten Lebenszyklus von elektrotechnischen Anlagen an: Das Leistungsspektrum der SPIE CEMA umfasst Planung, Engineering, Fertigung, Montage und Inbetriebnahme von elektrotechnischen Anlagen, Automatisierungstechnik und Leittechnik für Industrieanlagen und Infrastrukturprojekte sowie für Umspannwerke, Kraftwerke, Wind- und PV-Parks zur Erzeugung erneuerbarer Energie. Wartung und Instandhaltung runden das Spektrum ab. Industriekunden, Infrastrukturanbieter (Fokus Öffentlicher Verkehr) und Energieversorger bilden damit auch die drei Kundensegmente der SPIE CEMA. Die spezifisch ausgelegten und konstruierten Leistungen werden für Kunden im In- und Ausland angeboten.

Geschäftsführung: Gerald Edler fungierte von Jänner 2016 bis 19.11.2025 als Geschäftsführer der SPIE CEMA. Seit 20.11.2025 hat Andreas Christandl diese Aufgabe übernommen.

1.2 Geschäftsergebnis, Vermögens-, Finanz- und Ertragslage unter Einbeziehung der wichtigsten finanziellen Leistungsindikatoren und deren Erläuterung unter Bezugnahme auf den Jahresabschluss

Wie in den Jahren davor, war das Marktumfeld auch in 2025 in den wesentlichen Kundensegmenten der SPIE CEMA herausfordernd. Wesentliche Ursachen und Einflussfaktoren lagen in den Bereichen Material sowie Materialverfügbarkeit, Preisentwicklung und (in einem geringeren Ausmaß als in den Vorjahren) Inflation. Auch in 2025 war das Thema Arbeitskräftemangel und insbesondere

Fachkräftemangel vordergründig. Trotz dieses schwierigen Umfelds konnte auch 2025 ein gutes Ergebnis erwirtschaftet werden.

Der Fokus im Jahr 2025 lag auf

- dem weiteren Aufbau und Ausbau des SPIE CEMA-Teams (inklusive Nachbesetzungen, insbesondere aufgrund von Pensionierungen) - der Fortsetzung und Intensivierung der Diversifikationsstrategie zur Gewinnung bzw. zum Ausbau von Neukunden und zum Ausgleich konjunktureller Effekte insbesondere bei Industriekunden - Materialbeschaffung und der Verhinderung negativer Effekte aus den Themen Preissteigerung und Inflation - dem Aufbau des Geschäftsbereichs Austria gemeinsam mit dem Management der anderen SPIE Gesellschaften in Österreich – inklusive der Schaffung und Nutzung von Synergien und der Fortsetzung des Kostensenkungs- und Effizienzprogramms inklusive gemeinsamer Overhead- Strukturen & Skalierbarkeit für die Wachstumsstrategie - der weiteren Stärkung und Entwicklung des Bereiches Automatisierung und Industrie 4.0 in SPIE CEMA

Geldflussrechnung 2025

Der Nettogeldfluss aus der laufenden Geschäftstätigkeit beträgt TEUR 8.607 (Vorjahr: TEUR 6.190). Der Nettogeldfluss aus der Investitionstätigkeit hat sich auf minus TEUR 8.600 (Vorjahr: minus TEUR 6.472) verändert. Der Nettogeldfluss aus der Finanzierungstätigkeit liegt bei minus TEUR 0 (Vorjahr: minus TEUR 0).

Die zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelbestands beträgt TEUR 8 (Vorjahr: minus TEUR 281). Die Gesellschaft verfügt neben Guthaben bei Kreditinstituten auch über liquide Mittel in Höhe von MEUR 37,4 (Vorjahr: MEUR 28,8), die im Rahmen einer mit der SPIE Germany Switzerland Austria GmbH abgeschlossenen Cash-Pooling Vereinbarung veranlagt sind.

Eckdaten der Gewinn- und Verlustrechnung der SPIE CEMA

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 5
in TEUR20252024
Betriebsleistung52 90157 590
Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen
(EBITDA) (Betriebserfolg lt. GuV zuzügl.
Abschreibungen)5 9305 865
Betriebsergebnis6 0986 074
Ergebnis nach Steuern5 1685 910

Erläuterung der Ertragslage

Die wesentlichen Faktoren für das positive Ergebnis waren:

1. trotz einer gegenüber 2024 um MEUR 4,9 gesunkenen Betriebsleistung von MEUR 52,9 (2024: MEUR 57,8) 2. die hohe Kompetenz und der hohe Einsatz des SPIE CEMA-Teams 3. der hohe Fokus auf Projekt-Rentabilität und Risiko-Management 4. damit konstant positive Projektergebnisse und eine äußerst geringe Anzahl ergebnisnegativer Projekte

Auftragsbestand

Der Auftragsbestand zum 31.12.2025 beträgt MEUR 63,8. Das bedeutet eine Erhöhung um MEUR 16,4 gegenüber dem Auftragsbestand zum 31.12.2024 (2024: MEUR 47,4 2023: MEUR 29,4,).

Der Auftragseingang in 2025 betrug MEUR 65,3. Auftragseingang und Auftragsbestand der SPIE CEMA sind damit auch in 2025 sehr positiv.

Erläuterung der Vermögens- und Finanzlage

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 6
in EUR20252024
AKTIVA
langfristiges Vermögen
Anlagevermögen345 975,66484 032,68
langfristige Forderungen51 904,9085 948,92
397 880,56569 981,60
kurzfristiges Vermögen
Vorräte4 103 486,623 023 676,83
kurzfristige Forderungen41 717 505,4833 292 991,58
liquide Mittel14 471,106 894,08
kurzfristige Rechnungsabgrenzungsposten57 592,008 867,64
aktive latente Steuern575 307,57590 823,12
46 468 362,7736 923 253,25
Bilanzsumme46 866 243,3337 493 234,85
PASSIVA
langfristiges Kapital
Eigenkapital17 055 254,2611 887 185,99
langfristige Rückstellungen4 898 810,034 600 271,29
langfristige Verbindlichkeiten196 165,97175 505,76
22 150 230,2616 662 963,04
kurzfristiges Kapital
kurzfristige Rückstellungen7 306 976,977 458 013,49
kurzfristige Verbindlichkeiten17 409 036,1013 372 258,32
24 716 013,0720 830 271,81
Bilanzsumme46 866 243,3337 493 234,85

Kennzahlen

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 7
20252024
Eigenkapitalquote in %36%32%
Fremdkapitalquote in %64%68%
Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 7
Deckung des langfristigen Vermögens in %5570%2923%
Working Capital in EUR21 765 246,1816 092 981,44
Working Capital Ratio 1264%272%
Working Capital Ratio 247%44%
Umsatzrentabilität in %
12%12%

1.3 Forschung und Entwicklung

Ein Fokus der SPIE CEMA liegt weiterhin im Ausbau der Zukunftsfelder Automatisierung und Industrie 4.0. Ein hoher Kundennutzen wird aktuell hauptsächlich über eine gut ausgeprägte Beratungskompetenz des SPIE CEMA-Teams, fundierte Erfahrung sowie über ein Bekenntnis zur Produktabhängigkeit erreicht.

1.4 Standorte

SPIE CEMA ist in Wien mit der Unternehmenszentrale und drei Business Units vertreten, in Enns/Oberösterreich mit einer Business Unit und betreibt die Schaltschrankfertigung am Standort in Wiener Neudorf bei Wien.

2. Ausblick

Business Unit Infrastruktur: In der Business Unit Infrastruktur wird seit 2019 ein U-Bahn-Großprojekt mit einem Auftragswert von ca. MEUR 26 (Auftragsvolumen inklusive Anteil des Konsortialpartners: MEUR 51) und einer Projektlaufzeit bis 2030 umgesetzt. Wie in den Vorjahren konnten auch in 2025 weitere Infrastrukturprojekte mit Volumina von in Summe mehreren Millionen Euro gewonnen werden. Damit ist in diesem Geschäftssegment mittelfristig eine gute Auslastung sichergestellt.

Die wichtigsten Kunden im Bereich Infrastruktur (Wiener Linien, ORF, Stadt Wien und weitere) kommen aus dem öffentlichen / öffentlichkeitsnahen Bereich. Man darf bei diesen Kunden auch in Zukunft von einem konstanten Investitionsbedarf und damit von einer stabilen Geschäftsentwicklung ausgehen.

Im Bereich der Netzersatzanlagen (Teil der Business Unit Infrastruktur) wird vor allem bei der Datenspeicherung in Datenzentren weiter investiert. Dieses Marktsegment bietet aufgrund der hohen Kompetenz des SPIE CEMA-Teams und der realisierten Referenzprojekte gute Auftragsmöglichkeiten. In diesem Bereich eröffnen sich verstärkt Opportunities.

Business Unit Energietechnik: In der Business Unit Energietechnik führt der Ausbau der Alternativenergie - insbesondere aus Wind- und Sonnenenergie (Photovoltaik) – zu einer verstärkten Durchleitung elektrischer Energie, das macht den weiteren Ausbau der Stromnetze, inklusive dem Bau neuer Umspannwerke, notwendig. Neben den großen österreichischen Energieversorgungsunternehmen (EVUs) spielen im Bereich Errichtung und Betrieb von Wind- und PV- Parks auch private Investoren und Betreiber eine wichtige Rolle. Die EVUs betonen einen auch in Zukunft konstant hohen bis steigenden Investitionsbedarf. So plant der größte EVU-Kunde der SPIE CEMA, der österreichische Übertragungsnetzbetreiber Austrian Power Grid APG (Verbund Konzern), in seinem ‚CAPEX plan 2024-2026‘ Investitionen von MEUR 1.631 in 2026 (Quelle: VERBUND-CC- Presentation-Q3-2025). Auch die Netz Niederösterreich GmbH (EVN), als zweiter großer EVU-Kunde der SPIE CEMA, plant bis 2030 bis zu acht neue Umspannwerke zu errichten, und daneben die bestehenden Umspannwerke auf den neuesten Stand der Technik zu bringen und zu erweitern. Wir gehen von einem konstanten und stetigen Investitionsbedarfen in diesem Marktsegment aus, weshalb mit einer weiterhin stabilen bis steigenden Geschäftsentwicklung im Bereich Energietechnik gerechnet wird.

Business Units Industrie (Wien und Enns): In den Industrie Units besteht die höchste Volatilität bei konjunkturellen Schwankungen. Die Investitionstätigkeit bei einigen der wesentlichen Schlüsselkunden in der Industrie – auch und insbesondere bei Kunden in den wesentlichen Industriesegmenten Biotechnologie/Nahrungsmittelproduktion, Agrarindustrie, Metalle/Stahl/Erde, Öl/Gas/Petrochemie und Baustoffe – war 2025 branchenabhängig sowie konjunkturbedingt verhalten und auf Ersatzinvestitionen, nicht aber auf Erweiterungsinvestitionen fokussiert. Eine ähnliche Entwicklung wird auch für 2026 erwartet. Die Forcierung zielgerichteter Vertriebsaktivitäten bei Industriekunden wurde und wird weiter fortgeführt und ausgebaut. Die Kundenbasis im Segment Industrie wurde auch in 2025 erneut verbreitert und damit die Abhängigkeit des Ergebnisses von wenigen großen Kunden weiter reduziert. Parallel dazu wurde die Strategie, durch gutes Beziehungsmanagement und auf Basis der hohen eigenen Personalqualität das Geschäft mit Stammkunden auszubauen, weiter erfolgreich umgesetzt.

Im Ergebnis führt die erfolgreiche Umsetzung der Diversifikationsstrategie im Geschäftsfeld Industrie dazu, dass die Abschwächung des Geschäfts bei einzelnen Großkunden das SPIE CEMA-Ergebnis 2025 nicht belastet und auch in Zukunft weniger stark belasten wird, und dass umgekehrt, ein Anspringen des Geschäfts bei Großkunden zusätzliches Ergebnispotenzial bietet.

Die Themen Automatisierung / Digitalisierung / Industrie 4.0 bilden einen branchenübergreifenden Megatrend. Hier arbeiten die Industrie-Teams an den Standorten Wien und Enns daran, die sich daraus ergebenden starken Wachstumschancen bestmöglich zu nutzen. Dazu wird die seit 2017 verfolgte Strategie fortgesetzt und verstärkt, die Automatisierungsteams an beiden Standorten zu erweitern, die Kompetenz beider Teams weiter auszubauen und die Zusammenarbeit zwischen den Teams weiter zu verstärken. Zu Automatisierung siehe auch Pkt. 1.3. Forschung und Entwicklung.

Das stringente Kostenmanagement wurde in 2025 konsequent fortgesetzt.

Zertifizierungen: Im Bereich Arbeitssicherheit, Gesundheit und Umweltschutz, wurde das Unternehmen 2025, von TÜV Austria nach dem höchsten Standard SCCP:VAZ2021 Rezertifiziert.

2025 fanden folgende Rezertifizierungen statt: ISO 9001 (Qualitätsmanagement), ISO 14001 (Umweltmanagement), ISO 45001 (Arbeitssicherheit. Für die ISO 37301 (Compliance-Management) fand 2025 das Überwachungsaudit statt, nachdem die Erstzertifizierung 2024 stattgefunden hat.

3. Risikoberichterstattung

Risikomanagement-System

Die Risikopolitik der SPIE CEMA entspricht dem Bestreben nach nachhaltigem Wachstum und einer Steigerung des Unternehmenswertes, wobei wir versuchen, Risiken weitestgehend zu vermeiden.

Um im Spannungsfeld zwischen Gewinnchancen und Verlustrisiken dauerhaft erfolgreich zu sein, werden diese Risiken systematisch in die Entscheidungsprozesse einbezogen. Hierzu verfügen wir über ein umfassendes Risikomanagementsystem.

Die kontinuierliche Früherkennung sowie standardisierte Erfassung, Bewertung, Steuerung und Überwachung unserer Risiken erfolgt durch die operativen Einheiten sowie durch die Geschäftsführung des Unternehmens. Die Risiken werden nach ihrer potenziellen Schadenshöhe und Eintrittswahrscheinlichkeit bewertet. Hierbei wird die potenzielle Schadenshöhe eines Risikos an den Referenzgrößen betriebliches Ergebnis und Eigenkapital der jeweiligen Unternehmenseinheit gespiegelt.

Seit der Übernahme der SPIE CEMA durch die SPIE Gruppe im Mai 2019 wurde das Risikomanagement der SPIE CEMA weiter ausgebaut und an die SPIE Konzernstandards angepasst. Eine wesentliche Erweiterung ist, dass Angebotsfreigaben zusätzlich den Regeln des SPIE Risk Management Systems mit Kriterien betreffend Höhe des Auftragswertes, Haftungsgrenzen, Vertragsstrafen, etc. und entsprechend gestaffelten Freigabekriterien unterliegen.

Wir ermöglichen damit eine systematische Analyse unserer aktuellen Risikosituation, auf deren Basis sich für die Unternehmenseinheiten konkrete Risikosteuerungsmaßnahmen ableiten lassen. Das Risiko-Reporting ist vollständig in den standardisierten Planungs- und Controlling-Prozess integriert. Die Führungs- und Aufsichtsgremien des Unternehmens sowie der SPIE Konzern werden regelmäßig über die aktuelle Risikosituation informiert.

Going Concern

Im Geschäftsjahr 2026 wird von einem positiven Ergebnis vor Steuern ausgegangen. Somit wird von der Geschäftsführung zum aktuellen Zeitpunkt ein Abgehen von der Unternehmensfortführung als unwahrscheinlich angesehen.

Risikokategorien

Wir unterscheiden die folgenden Risikokategorien:

Marktrisiken

Die SPIE CEMA ist sowohl auf der Beschaffungs- als auch auf der Absatzseite Marktrisiken ausgesetzt. So sind die Märkte für unsere Projekte hochgradig wettbewerbsintensiv. Insbesondere bei Preisbildung, Durchführungsqualität, Durchführungszeiten, Kundenservice und Finanzierung der Projekte messen wir uns mit starken Wettbewerbern, was zum Verlust von Projekten und zu Verlusten in Projekten führen kann. Diesem Risiko wirken wir mit permanenten Maßnahmen zur Produktivitätssteigerung sowie dem Eingehen strategischer Allianzen entgegen.

Auf der Beschaffungsseite sind wir zum einen mit Preisrisiken bei Rohstoffen (insbesondere Kupfer und Stahl) als auch mit Lieferantenrisiken durch unerwartete Lieferschwierigkeiten, unvorhergesehene Preiserhöhungen oder Währungseinflüsse und mangelnde Qualität konfrontiert. Wir versuchen, diesen Risiken durch ein gezieltes Lieferanten-Audit-Verfahren, intensive Marktbeobachtung, gründliche Prüfung von Lieferqualität sowie durch langfristige Liefer- und Preisvereinbarungen zu begegnen, um vorteilhafte Belieferung und Preise sowie die Zulieferung von Material und das Ausführen von Dienstleistungen sicherzustellen.

Sowohl markt-/projektseitige Auswirkungen als auch Verzögerungen bei der Materialbeschaffung (insbesondere bei Stahl und Kupfer, aber auch bei anderen Komponenten) können derzeit nicht vollständig abgeschätzt werden. Der Krieg in der Ukraine bringt zusätzliche Unsicherheit in dieses Thema.

Betriebsrisiken

Bei der Mehrheit unseres Geschäfts bilden Langzeit-Verträge die Basis. Großprojekte kommen zum Teil nach einer wettbewerbsintensiven Angebotsphase zustande. Zu den Risiken solcher Projekte gehören unerwartete technische Probleme, unvorhersehbare Entwicklungen an den Projektstandorten, Probleme bei unseren Partnern oder Subunternehmern und logistische Schwierigkeiten. Jede einzelne dieser Komponenten kann zu erheblichen Mehrkosten oder Vertragsstrafen führen.

Um diesem Risiko zu begegnen, haben wir umfassende Grundsatz- und Verfahrensvorgaben zu Projekt- und Qualitätsmanagement, Produkt- und Arbeitssicherheit sowie zum Umweltschutz festgelegt. Zudem werden unsere Abläufe ständig weiterentwickelt und verbessert, unsere Anlagen sorgfältig gewartet und unsere Mitarbeiter entsprechend aus- und weitergebildet.

In geeigneten Fällen werden mögliche Schadenswirkungen durch Versicherungen begrenzt.

Finanzwirtschaftliche Risiken

Im Rahmen des operativen Geschäfts sind wir Währungs-, Zins-, Liquiditäts- und Preisänderungsrisiken ausgesetzt. Das Währungsrisiko ist von untergeordneter Bedeutung, da fast alle Transaktionen in Euro durchgeführt werden. Dem Preisänderungsrisiko begegnen wir durch aktives Lieferantenmanagement und - soweit möglich - die Vereinbarung von Preisgleitklauseln in den Verträgen mit unseren Kunden.

Kreditrisiken gegenüber Vertragspartnern werden systematisch bei Vertragsabschluss geprüft und laufend überwacht. Darüber hinaus wird das Kreditrisiko durch geeignete Formen der Besicherung vermindert. Zusätzlich sind in zwei unserer drei Marktsegmenten die Auftraggeber unserer größten Projekte Unternehmen im öffentlichen Bereich (Sektorenauftraggeber) mit einer äußerst geringen Ausfallswahrscheinlichkeit.

Das Liquiditätsrisiko bezeichnet das Risiko, sich jederzeit Finanzmittel beschaffen zu können, um eingegangene Verbindlichkeiten zu begleichen. Das Unternehmen begegnet diesem Risiko mit einem wöchentlichen Liquiditätsstatus. Zudem ist die SPIE CEMA in das konzernweite Cashpooling-System des deutschen Teilkonzerns, SPIE Germany Switzerland Austria, integriert. Die liquiden Mittel werden ausschließlich bei namhaften Banken veranlagt, unser Zahlungsverkehr wird nur über solche Banken abgewickelt. So unterliegen Transaktionen mit Banken und Geschäftspartnern festgelegten Limits. Bei der Auswahl unserer Partner achten wir auf eine hohe Bonität. Das Zinsänderungsrisiko ist von untergeordneter Bedeutung, da die Gesellschaft keine wesentlichen Finanzverbindlichkeiten aufweist.

Im Einzelfall werden projektbezogene Anzahlungen, Kreditversicherungen oder auch Bankgarantien eingesetzt, um das Risiko weiter zu minimieren.

4. Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren, Mitarbeiter- und Umweltbelange

Die wesentlichen nichtfinanziellen Leistungsindikatoren der Gesellschaft betreffen Mitarbeitende und Umweltbelange:

Mitarbeitendenbelange

Die Weiterentwicklung unserer Mitarbeitenden war uns auch 2025 besonders wichtig. Die geschulten und erlernten Qualifikationen konnten die Schulungsteilnehmenden unmittelbar in den verschiedenen Stadien unserer Projekte anwenden und damit die projektspezifische Abwicklung verbessern.

Dieser Fokus soll beibehalten und weiter verstärkt werden.

Umweltbelange

Bei allen unseren Aktivitäten ist es uns ein Anliegen, die Aspekte des Umwelt- und Naturschutzes sowie der Ressourcenschonung in alle Prozesse einzubinden.

Wien, den 29. April 2026

Die Geschäftsführung:

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 12
Titell A
Dipl.-Ing. Andreas Christandl

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