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Lagebericht 2025

Walter Kunststoffe GmbH

Original-PDF

Stichtag 31. Dez. 2025 · Eingereicht am 22. Sep. 2026

Inhaltsverzeichnis

L A G E B E R I C H T

der Walter Kunststoffe GmbH zum 31. Dezember 2025

1. Geschäftsverlauf, Geschäftsergebnis und Lage des Unternehmens

1.1. Geschäft und wirtschaftliche Rahmenbedingungen

Die Sparte Recycling (Werk Wels) war auch im Jahre 2025 von Verwerfungen und wirtschaftlichen Schwierigkeiten in der Branche betroffen. Anhaltend hohe Energiepreise, enorme Lohnsteigerungen auf Basis eines ohnehin zu hohen Lohnkostenniveaus, sowie die andauernde Flaute in Industrie und Bauwirtschaft in den wichtigsten Märkten gefährden die Branche durch enormen Kostendruck, gepaart mit verfallenden Preisen und einem noch stärker lahmenden Absatz. Mit der Irankrise sowie einem neu entstandenen Zollungleichgewicht zwischen Europa und USA kamen noch massive Probleme in Folge von billig hereindrängender Neuware aus China und den USA hinzu. Resultat ist ein massives Sterben von Unternehmen in der Branche in ganz Europa. Dennoch gelang es, im Betrieb den Beschäftigtenstand zu halten und die wirtschaftliche Situation zu stabilisieren.

Auch der Geschäftsbereich Compoundierung (Werk Gunskirchen) war mit denselben Rahmenbedingungen und Schwierigkeiten konfrontiert. Wie im Werk Wels wurde unterhalb der Kapazitätsgrenze produziert und war man von der Volatilität sowohl auf den Beschaffungs- als auch den Absatzmärkten stark betroffen. Es gelang jedoch auch hier, einen positiven Beitrag zum Betriebsergebnis zu erwirtschaften und die eigene Marktposition als Anbieter von innovativen Materiallösungen im Kunststoffsektor auszubauen.

1.2. Geschäftsergebnis, Ertragslage (inkl. Kennzahlen)

Die Gesellschaft hat im Geschäftsjahr 2025 einen Jahresüberschuss von TEUR 430 (Vorjahr: TEUR 415) erzielt. Das EBIT beträgt TEUR 702 (Vorjahr: TEUR 745).

Finanzlage (inkl. Kennzahlen)

Aus der laufenden Geschäftstätigkeit hat das Unternehmen im Geschäftsjahr 2025 einen Cashflow von TEUR 356 (VJ: TEUR 1.165) erwirtschaftet. Dieser Cash-flow wurde mit TEUR 36 (VJ: TEUR 31) zur Finanzierung der Nettoinvestitionen sowie mit TEUR 1.348 für Zinsen und Ausschüttungen verwendet. Dabei haben sich die Bankverbindlichkeiten um TEUR 1.000 (VJ konstant) verringert. Die Liquiden Mittel sind zum Vorjahr um TEUR 953 gefallen.

Das Working Capital stellt das kurzfristige Finanzierungspotential dar und ist wie im Vorjahr mit rund TEUR 2.590 deutlich positiv.

Die Eigenmittelquote gem. URG beträgt 44,52 % (Vorjahr: 34,4 %), die fiktive Schuldentilgungsdauer gem. URG beträgt 8,15 Jahre (Vorjahr: 3,5 Jahre). Beträgt die Eigenmittelquote weniger als 8 % und die fiktive Schuldentilgungsdauer mehr als 15 Jahre, so liegt ein gesetzlich vermuteter Reorganisationsbedarf vor. Aus den Kennzahlen ergibt sich, dass

die Vermutung des Reorganisationsbedarfs infolge des Uberschreitens bzw. Unterschreitens der genannten Grenzen nicht gegeben ist.

1.3. Vermögenslage (inkl. Kennzahlen)

Die Investitionsdeckung als Relation der Investitionen in das Sachanlagevermögen zu den Abschreibungen auf das Sachanlagevermögen beträgt rund 1,7 %. Das bedeutet, dass die gegebenen Kapazitäten aufrecht erhalten werden können.

Das Sachanlagevermögen ist zu 92% (Vorjahr: 90 %) abgeschrieben. Je höher dieser Anlagenabnutzungsgrad ist, desto früher werden Reinvestitionsmaßnahmen erfolgen müssen.

1.4. Vorgänge von besonderer Bedeutung nach dem Schluss des Geschäftsjahres

Nach dem Bilanzstichtag sind folgende Vorgänge von besonderer Bedeutung zu berichten: Die weiter bestehenden Probleme haben zu einer andauernden Verfestigung der Krise in der Branche geführt. Insbesondere die starke Volatilität auf den entscheidenden Märkten sowie legistische Unsicherheiten belasten den Geschäftsgang.

1.5. Forschung und Entwicklung

Es wird sowohl in der Sparte Recycling als auch in der Compoundierung weiterhin daran gearbeitet, integrierte Lösungen, vor allem auch für Großkunden, im Bereich Rohstoffrückführung und -wiedereinsatz zu entwickeln, um deren Recycling- und Stoffstromkreisläufe zu schließen. Der gesellschaftliche und rechtlich-politische Druck auf Hersteller und Anwender in allen Bereichen des Wirtschaftslebens besteht trotz der problematischen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Mitteleuropa weiterhin. Zudem ist sowohl das Compoundierwerk als auch die Recyclingsparte mittlerweile bestens darauf vorbereitet, eine gewichtige und unumgehbare Rolle im geschlossenen Kreislauf auch des Chemischen und des Rohstoff-Recyclings zu spielen. An der Entwicklung technischer und logistischer Lösungen wird daher in beiden Sparten / Werken im Verbund mit Partnern aus ganz Europa gearbeitet, insbesondere auch mit sehr großen Partnern aus der Petrochemie.

1.6. Bestehende Zweigniederlassungen

Es besteht eine Zweigniederlassung in der Dieselstraße 12, 4623 Gunskirchen.

2. Prognosebericht (voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens)

Die erwähnten Verwerfungen und die weiterhin herrschende Rezession insbesondere in Deutschland und Osterreich stellen beide Werke vor allergrößte Herausforderungen. Vor allem die Deindustrialisierung und der darniederliegende Bausektor in Mitteleuropa belasten das Umfeld in der Branche. Dennoch sollten die zugrundeliegenden Megatrends im nachhaltigen Wirtschaften weltweit positive Rahmenbedingungen schaffen und langfristig wieder die Grundlage für Wachstum und positive Ertragsaussichten sowohl für das Recyclingwerk Wels, als auch das Compoundierwerk Gunskirchen darstellen, insbesondere wenn sich die konjunkturelle Lage wieder erholt haben wird und gesetzliche Bestimmungen auf europäischer Ebene eine massive Anhebung der Recyclingquoten und Rezyklatmengen bewirken werden, was allerdings beides nicht kurzfristig zu erwarten ist.

3. Risikoberichterstattung

3.1. Beschreibung der wesentlichen Risiken und Ungewissheiten

Die Sparte Recycling bewegt sich in einem Bereich, der an sich vom Gesetzgeber, insbesondere seitens der EU-Kommission, gefördert und unterstützt wird, wobei sich diese Bestrebungen im Zuge der jüngsten Entwicklungen global und europaweit weiter intensiviert haben, zB durch die sog. PPWR. Die laufenden Unwägbarkeiten und starken Schwankungen mit den extremen Preisentwicklungen der letzten Jahre, vor allem im Energiebereich und bei den Lohnabschlussen sowie den Zollungleichgewichten stellen jedoch ein erhebliches Risiko und Unsicherheit für Planung und Prognose dar. Dabei stellen die internationalen Krisenherde, Energieverknappung und -volatilität die größten Risiken für die Branche dar. Die ungebrochen ausufernde Bürokratie, die durch überbordende und stets neue Regularien seitens der EU- Organe, aber auch durch nationale Gesetzgeber verursacht wird, hemmen die wirtschaftliche Tätigkeit und erhöhen die Planungsunsicherheit und belasten das Unternehmen stark. Den dadurch geschaffenen Risiken und Schwierigkeiten für Kunststoffrecycling und damit zusammenhängende Aktivitäten in der Kunststoffindustrie stehen andererseits weiterhin Chancen und Entwicklungsmöglichkeiten für Unternehmen gegenüber, die sich rasch und flexibel auf die neuen Gegebenheiten einstellen können und diese Chancen ergreifen.

3.2. Berichterstattung zur Verwendung von Finanzinstrumenten

Derivative Finanzinstrumente werden nicht eingesetzt.

Wels, 17. September 2026

Geschäftsführung

g. ßernhard Balımberger

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