Inhaltsverzeichnis
1. Bericht über den Geschäftsverlauf und die wirtschaftliche Lage im abgelaufenen Berichtsjahr
1.1. Struktur und Angebote der Gesellschaft im Bilanzjahr
Die bilanzierende Gesellschaft ist in den Bundesländern Niederösterreich und Wien tätig. Die Angebote der Gesellschaft liegen schwerpunktmäßig in der Primärversorgung (Rettungund Krankentransport) im Raum Wien. Es besteht eine Rettungsstation in Orth/Donau in Niederösterreich. Seit November 2025 sind die Johanniter für den Großteil der Sekundärtransporte in Niederösterreich zuständig.
Die Leistungen des Rettungs- und Krankentransports in Wien werden über die Sozialversicherungen finanziert. Eine Basis- oder Grundfinanzierung durch die Stadt Wien ist nicht gegeben, da diese ihren eigenen Rettungsdienst über die MA 70 (Berufsrettung) betreibt. Die Rettungseinsätze werden über die Leitstelle der Berufsrettung vergeben und auch über die Stadtverwaltung an die Sozialversicherungsträger abgerechnet. Die Krankentransporte werden über die eigene Leitstelle der Johanniter verwaltet und disponiert sowie auch direkt mit den Sozialversicherungsträgern bzw. Privatpersonen / Organisationen verrechnet.
In Niederösterreich wird ein 16 Stunden Rettungstransportwagen sowie ein 6 Stunden Krankentransportwagen über das Normkostenmodell des Landes NO mitfinanziert. Sämtliche Transporte werden über die Notruf NO (Leitstelle des Landes NO) disponiert und von der bilanzierenden Gesellschaft direkt mit den Sozialversicherungen abgerechnet. Die Sekundärtransporte (SKTW, SRTW, SNAW/BIT und NIT) werden ebenso über Notruf NO disponiert und direkt mit der Landesgesundheitsagentur (LGA) bzw. vorab mit den Sozialversicherungsträgern abgerechnet.
Die Primärversorgung – sowohl, in NO als auch in Wien – ist nicht ausfinanziert und bedarf dem Zuschuss von Eigenmitteln im Rahmen von Spenden und ehrenamtlich eingebrachten Stunden freiwilliger Mitarbeiter:innen. In Wien gibt es darüber hinaus für private Rettungsorganisationen keinen Versorgungsauftrag und damit keine vertragliche Grundlage mit der Stadt Wien.
Angebote Wien
Angebote Niederösterreich
• Rettungstransporte • Krankentransporte • Sanitäts- und Ambulanzdienste • Katastrophenhilfe • Rettungshunde • Organtransporte • Rettungstransporte • Krankentransporte • Sekundärtransporte • Sanitäts- und Ambulanzdienste • Katastrophenhilfe • Rettungshunde
1.2. Darstellung und Analyse des Geschäftsverlaufs und des Geschäftsergebnisses
Im Jahr 2025 stiegen die Umsatzerlöse im Vergleich zum vorhergehenden Jahr 2024 um 4.750 Tsd. EUR an. Die geringer werdenden Mittel der Sozialversicherungen und die damit verbundenen geringen Steigerungen bei den jährlich zu verhandelnden Wertanpassungen gefährden die Finanzierung in der Primärrettung (Rettungs- und Krankentransport).
Finanziell ausgewirkt hat sich 2025 die deutliche (4%) Anpassung bei den Kollektivverträgen trotz gleichbleibendem Personalstand im operativen Bereich. Eine Erhöhung der Anzahl an Zivildienstleistenden wurde in die Wege geleitet, die Verfügbarkeiten sind limitiert.
1.3. Leistungsindikatoren
Die Bilanzsumme wies per 31.12.2025 einen Stand von 17.880 Tsd. EUR aus (2024: 10.283 Tsd. EUR). Die Eigenmittelquote gemäß URG liegt bei 9,8 % (2024: 37,6%). Aufgrund der Gemeinnützigkeit der Gesellschaft sind weitere finanzielle Leistungsindikatoren nicht aussagekräftig.
1.4. Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren
Die Unternehmensgruppe des Vereins der Johanniter-Unfall-Hilfe in Österreich, in der sich die Gesellschaft befindet, setzt auf Umweltschutz und Nachhaltigkeit als Firmenphilosophie. Die Gebäude in der Ignaz-Köck-Straße sowie in St. Pölten verfügen über Photovoltaikanlagen zur Gewinnung von Sonnenenergie. Abfalltrennung und das Sammeln von Problemstoffen sind in allen Abteilungen selbstverständlich. Im Bereich der Ausbildung werden für Übungen und Fortbildungen seitens des Haltbarkeitsdatums abgelaufenen Medikamente und Materialen genutzt. Einzig bei den Fahrzeugen ist eine Umstellung von Dieselmotoren auf CO2-freie Varianten noch nicht möglich, da die ständige und sofortige Verfügbarkeit der Notfall-Fahrzeuge nach wie vor mit Elektromotoren nicht sichergestellt werden kann. Im PKW-Bereich wurden 2026 Elektrofahrzeuge angeschafft.
Die Johanniter setzen auf Chancengleichheit unabhängig von Geschlecht, Herkunft, Religion oder anderen persönlichen Merkmalen und Gleichbehandlung aller Menschen, Mitarbeitenden und Stakeholder:innen. Der Frauenanteil kann als Indikator für die Chancengleichheit erwähnt werden. Die Geschäftsführung der bilanzierenden Gesellschaft war bis Ende 2025 zu 100% weiblich, drei von fünf Geschäftsführer:innen der Johanniter Gruppe waren Frauen. Damit lag der Frauenanteil in der Führung in der Gesellschaft und in der Gruppe über 50%.
1.5. Berichtenswerte Ereignisse nach dem Ende des Geschäftsjahres
Die mit Ende Oktober vakante Geschäftsführungsposition wurde mit 20. März 2026 mit Michael Strambach-Weissgärber, einem langjährigen Mitarbeiter der GmbH erfolgreich besetzt.
Niederösterreich
Mit Jänner 2026 wurde der Vollbetrieb in Nö gestartet, mit Mai 2026 wurde der Standort Zwettl in Betrieb genommen. Zur Erfüllung der notwendigen Kapazitäten wurden 7 zusätzliche Fahrzeuge zur Verfügung gestellt, damit konnten Wartezeiten reduziert werden.
Wien
Bereits mit Ende 2025 haben die Vorbereitungen auf sanitätsdienstliche Großevent „Eurovision Songcontest Vienna" begonnen. Die Veranstaltung wurde von allen Rettungsorganisationen Wiens gemeinsam begleitet, 220 Johanniter waren über 8 Tage im Einsatz.
2. Bericht über die voraussichtliche Entwicklung und Risiken des Unternehmens
Die Verhandlungen mit den Sozialversicherungen (insbesondere der Osterreichischen Gesundheitskasse) gestalten sich zunehmend schwieriger. Auf Grund der öffentlich bekannten finanziellen Probleme der ÖGK konnte auch für das Jahr 2025 nur eine geringe tarifwirksame Erhöhung der Tarife (3,7 %, davon 0,9 % aus den Verhandlungen aus dem Vorjahr) erreicht werden, welcher eine KV-Erhöhung von 4,0 % gegenübersteht. Die zugesagte Einmalzahlung von 1,1 % für das Jahr 2025 half kurzfristig, verbreitert aber die bereits in den letzten Jahren entstandene Lücke zwischen den Gehalts- und Kostensteigerungen und den fehlenden quantitativen Steigerungen der Dienstleistungen.
Bei den Krankentransporten wurde seitens der OGK ein Selbstbehalt für Patient:innen eingeführt, der die qualifizierten Krankentransporte quantitativ verringern und die massiven finanziellen Probleme der OGK abfedern soll. Der Selbstbehalt wird nicht an die durchführenden Organisationen weitergegeben, die Verhandlungen für 2026 gestalten sich schwierig. Es wird daher mit diversen operativen Gegenmaßnahmen (intensive Betreuung der Kund:innen, Wartezeitenoptimierung, Verbesserung der Disposition) versucht, Effizienzsteigerungen im Bereich des Krankentransportes zu bewirken.
Wie bereits erwähnt stellt sich auch die personelle Situation im Bereich der Rettungs- und Krankentransporte analog dem gesamten Gesundheitssektor durchwegs schwierig dar. Gleichzeitig nimmt die Anzahl der am Markt zur Verfügung stehenden Zivildienstleistenden tendenziell ab, während sich diese auf immer mehr Einsatzbereiche verteilen. Es ist daher immer öfter notwendig, aktiv um Mitarbeiter:innen und Zivildienstleistende zu werben und dafür Mittel in die Hand zu nehmen.
Die gewonnene Ausschreibung in Niederösterreich soll ab 2026 Skaleneffekte bringen. Der Vertrag wirkt aufgrund der inhaltlichen Gestaltung bestandssichernd und unterstützt die weitere Entwicklung der Gesellschaft wesentlich.
3. Bericht über die Forschung und Entwicklung
Forschung findet in der eigenen dafür geschaffenen Gesellschaft (Johanniter Ausbildung und Forschung gemeinnützige GmbH) der Johanniter für sämtliche Geschäftsbereiche statt.
Wien, am 28.08.2026
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Michael Strambach-Weissgärber Geschäftsführer
Mag. Petra ßrell-Kunzinger Geschäftsführerin