Inhaltsverzeichnis
1 BERICHT ÜBER DEN GESCHÄFTSVERLAUF UND DIE WIRTSCHAFTLICHE LAGE
1.1 Geschäftsverlauf
Leitbild
Die Freizeit Graz profiliert und positioniert sich über die Angebotsschienen Wasser (Bäder), Berg (Seilbahnen) und Gastronomie. Die Verknüpfung der Kernstärken „Baden, Wellness, Berg und Genuss“ in der Dachmarke „Freizeit Graz“ verschafft dem Unternehmen eine starke Marktposition und Synergieeffekte, Gäste profitieren von den unterschiedlichen Angeboten mehrerer Unternehmen, wodurch die Attraktivität des Angebots in Summe zunimmt.
Wirtschaftliche Rahmenbedingungen
Eine jährliche Indexanpassung zur Abdeckung der permanent steigenden Personal- und Energiekosten ist bei den Bäderpreisen notwendig. Flexibler agiert die Freizeit Graz GmbH bei den Preisen ihrer Wellnessbäder. Mittels Angebotserweiterungen (z.B. "Auster Wellnessbad in Bewegung“), einer speziellen Nischenpolitik (z.B. Ruhepool in der Stadt / Spa zur Sonne) sowie attraktiven Zusatzleistungen (z.B. Thementage, Inklusiv-Pakete) sind Preisanpassungen vertretbar bzw. zu vertreten.
Gesellschaftliche Entwicklungen wie verstärkte Migration (damit verbunden ein hoher Integrationsdruck), neue Kommunikationskanäle und digitale Dauerpräsenz, Veränderungen am Arbeitsmarkt (Forderung nach flexiblen Beschäftigungsmodellen, individuelles Empowerment, Next-Level Recruiting) und finanzielle Herausforderungen, die aktuell auf den Ukraine Krieg zurückzuführen sind, setzen entsprechende antizipative Unternehmensprozesse voraus.
Das Team der Freizeit Graz GmbH setzt auf eine kontinuierliche Weiterentwicklung ihrer Profitcenter (Qualitätsanpassungen, Integration neuer Angebote); schult in regelmäßigen Abständen Mitarbeiter:innen zu den Themen „Konfliktfreie Kommunikation“, „Harmonischer Umgang mit schwierigen Gästegruppen“, „Teambuilding“ und führt Mitarbeiter:innengespräche. Stets im Fokus auch das Thema Digitalisierung, Sicherheit, Nachhaltigkeit und Energieeffizienz.
Geschäftsverlauf
Im Jahresvergleich 2025 zu 2024 stieg die Zahl der Besucher Hallenbad um 3 Tsd. (+1,7 %), die Anzahl der Besucher Freibad sank um -71 Tsd. (-16,3 %) unter anderem aufgrund der umfassenden Generalsanierung im Bad zur Sonne während der Sommermonate. Im
langjährigen Durchschnitt zeigt sich bei der Anzahl Besucher Freibad ein klarer Aufwärtstrend von +18%.
Die Zahl der Wellness- und Saunabesucher blieb auf einem stabil hohen Niveau.
1.2 Bericht über die Zweigniederlassungen
Die Gesellschaft unterhält keine Zweigniederlassung.
1.3 Finanzielle Leistungsdaten
Die Berechnung der im Folgenden angeführten Kennzahlen erfolgt unter Zugrundelegung des Fachgutachtens des Fachsenats für Betriebswirtschaft und Organisation (KFS/BW 3), welches am 27.11.2007 beschlossen und im Jänner 2016 überarbeitet wurde.
Die auf TEUR gerundete Darstellung erfasst in der internen Rechengenauigkeit auch die nicht dargestellten Ziffern, sodass dadurch Rundungsdifferenzen auftreten können.
Kennzahlen zur Ertragslage
Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Earnings before Interest and Taxes – EBIT)
| 2025 | 2024 | |
|---|---|---|
| Ergebnis vor Steuern | -3.672 | -3.610 |
| zuzügl. Zinsen und ähnliche Aufwendungen | ||
| gem. § 231 Abs. 2 Z 15 bzw. Abs. 3 Z 14 UGB | 101 | 130 |
| Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) | -3.571 | -3.480 |
Umsatzrentabilität (Return on Sales – ROS)
Berechnung: (EBIT x 100%) / Umsatzerlöse
| 2025 | 2024 | |
|---|---|---|
| Ergebnis vor Zinsen und Steuern | -3.571 | -3.480 |
| Umsatzerlöse | 5.613 | 5.706 |
| Umsatzrentabilität (ROS) | -63,61% | -60,99% |
Eigenkapitalrentabilität (Return on Equity – ROE)
Berechnung: Ergebnis vor Steuern / durchschnittlich gebundenes Eigenkapital inkl.
| Investitionszuschüsse | ||
|---|---|---|
| 2025 | 2024 | |
| Ergebnis vor Steuern | -3.672 | -3.610 |
| durchschnittlich geb. Eigenkapital | 28.265 | 27.833 |
| Eigenkapitalrentabilität (ROE) | -12,99% | -12,97% |
Die Eigenkapitalrentabilität zeigt die Verzinsung des Eigenkapitals.
Gesamtkapitalrentabilität (Return on Investment – ROI)
Berechnung: Ergebnis vor Zinsen und Steuern / durchschnittlich gebundenes Gesamtkapital
| 2025 | 2024 | |
|---|---|---|
| Ergebnis vor Zinsen und Steuern | -3.571 | -3.480 |
| durchschnittlich geb. Gesamtkapital | 34.507 | 34.227 |
| Gesamtkapitalrentabilität (ROI) | -10,35% | -10,17% |
EBITDA exkl. Stadtzuschüsse
| 2025 | 2024 | |
|---|---|---|
| Betriebsergebnis | -3.571 | -3.480 |
| - Leistungsentgelte Stadt Graz | 0 | 0 |
| + Abschreibungen auf immaterielle Gegenstände des | 2.128 | 2.228 |
| Anlagevermögens und Sachanlagen | ||
| - Auflösung von Investitionszuschüssen aus öffentlichen Mitteln | -1.245 | -1.168 |
| = EBITDA | -2.687 | -2.420 |
Kennzahlen zur Vermögens- und Finanzlage
Nettoverschuldung (Net Debt)
Die Nettoverschuldung ergibt sich als Saldo des verzinslichen Fremdkapitals und der flüssigen Mittel.
| 2025 | 2024 | |
|---|---|---|
| verzinsliches Fremdkapital | 3.929 | 3.774 |
| - flüssige Mittel | -239 | -166 |
| Nettoverschuldung | 3.690 | 3.608 |
Nettoumlaufvermögen (Working capital)
Berechnung: kurzfristiges Umlaufvermögen – kurzfristiges Fremdkapital
| 2025 | 2024 | |
|---|---|---|
| Umlaufvermögen + ARA | 4.083 | 3.502 |
| - langfristiges Umlaufvermögen | -1 | -5 |
| kurzfristiges Umlaufvermögen | 4.082 | 3.498 |
| - kurzfristiges Fremdkapital | -5.218 | -4.808 |
| Working capital | -1.135 | -1.310 |
Das Nettoumlaufvermögen (Working capital) zeigt, inwieweit die kurzfristig fälligen Schulden durch die kurzfristig gebundenen Vermögensgegenstände gedeckt werden. Dies bietet einen Anhaltspunkt für die kurzfristige Liquiditätslage des Unternehmens.
Eigenmittelquote nach URG
| Berechnung: Eigenkapital / (Gesamtkapital – Anzahlungen auf Vorräte – |
|---|
| Investitionszuschüsse) |
| 2025 | 2024 | |
|---|---|---|
| Eigenkapital | 6.632 | 7.120 |
| Gesamtkapital - Anzahlungen auf Vorräte - I-Zuschüsse | 12.928 | 13.308 |
| Eigenmittelquote nach URG | 51,30% | 53,51% |
Die Eigenmittelquote zeigt an, in welchem Ausmaß (gerechnet zu Buchwerten) sich der Eigentümer selbst am Risiko und an der Finanzierung des Unternehmens beteiligt.
Cash-Flow-Kennzahlen
Die Teilsummenergebnisse der Geldflussrechnung gemäß AFRAC Stellungnahme 36 stellen sich im Vergleich zum Geschäftsjahr 2024 wie folgt dar:
| 2025 | 2024 | |
|---|---|---|
| Netto-Geldfluss aus laufender Geschäftstätigkeit | -291 | 1.398 |
| Netto-Geldfluss aus der Investitionstätigkeit | 76 | -1.092 |
| Netto-Geldfluss aus der Finanzierungstätigkeit | 289 | -247 |
| zahlungswirksame Veränderung des Zahlungsmittelbestandes | 73 | 59 |
| Finanzmittelbestand am Ende der Periode | 239 | 166 |
2 BERICHT ÜBER DIE VORAUSSICHTLICHE ENTWICKLUNG UND DIE RISIKEN DES UNTERNEHMENS
2.1 Voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens
Die Freizeit Graz GmbH setzt auf eine kontinuierliche Weiterentwicklung ihrer Profitcenter (Qualitätsanpassungen, Integration neuer Angebote usw.) mit dem Fokus auf Nachhaltigkeit. Dazu gehören u.a. Investitionen in neue, energie- und ressourcensparende Technologien, die Berücksichtigung von Inklusionsprojekten sowie besonderes Augenmerk auf das Thema Sicherheit.
Das Unternehmen erweitert zudem kontinuierlich ihre Wellnessangebote (z.B. Auster Wellnessbad in Bewegung), besetzt Nischen (z.B. Ruhepool in der Stadt – Spa zur Sonne), forciert Kooperationen mit Handels- und Tourismusbetrieben (Giga Sport, Kindermuseum Graz), kreiert attraktive Zusatzpakete (Thementage, Inklusiv-Pakete usw.) und setzt auf eine starke Präsenz in den sozialen Netzwerken.
2.2 Wesentliche Risiken und Ungewissheiten
Risiko: Steigende Energiepreise
Die Energiekosten befinden sich weiterhin auf hohem Niveau. Da die Betriebe der Freizeit Graz sehr energieintensiv sind, belasten diese hohen Kosten das Budget der Schwimmbäder und Wellnessanlagen.
Maßnahmen: Mögliche Energiesparpotentiale werden genützt, sofern es die Auslastung zulässt: Stilllegung einzelner, nicht immer erforderlicher Angebote, Optimierung von Lichtquellen, Optimierung der Öffnungszeiten, Temperaturabsenkungen, technische Aufrüstung bestimmter Anlagen usw. Die prognostizierten Mehrkosten wurden in den Budgetplänen 2025-2030 berücksichtigt.
Risiko: Ergebnisentwicklung im Teilsegment Gastronomie
Die Erwirtschaftung entsprechender Ergebnisbeiträge im Teilsegment „Gastronomie“ ist ein Bestandteil der Finanzierungsstruktur der Freizeit Graz. Die aktuellen Gegebenheiten in der Gastronomie wie Personalmangel, Preissteigerungen in vielen Bereichen und eine, im Vergleich zu anderen EU-Staaten, hohe Inflation sind eine Herausforderung für die Freizeitwirtschaft/Teilsegment Gastronomie.
Maßnahmen: Die Auswahl der Pächter erfolgt immer auch unter dem Gesichtspunkt, dass eine nachhaltige Bewirtschaftung der Gastrobetriebe von den Pächtern gewährleistet wird. Zugleich investiert die Freizeit Graz stetig in die Infrastruktur.
Risiko: Klimaveränderung
Länger anhaltende Kälteperioden im Frühjahr führen zu verspäteten Saisonstarts. Vermehrter Starkregen sowie Unwetter in den Sommermonaten beeinflussen die Gästezahlen. Ausbleibende Niederschläge bzw. eine fehlende Schneedecke in den Wintermonaten hat Auswirkungen auf die Brunnen, die das Wasser für die Freibäder Auster und Straßgang liefern. Ein Mehr an Stadtwasser muss zugeführt werden – die Kosten für den Wasserverbrauch steigen.
Maßnahmen: Optimierung der Öffnungszeiten mit zeitlich gestaffelter Öffnung der Freibäder.
Nutzung von Wetterprognose-Tools, um den Waren- und Personaleinsatz optimal zu steuern.
Risiko: Einflussnahme auf Ticketpreise
Das von der Freizeit Graz angebotene umfangreiche Kartensortiment begünstigt besonders Gäste mit einem niedrigen Einkommen. Dies führt zu einer Senkung des durchschnittlichen Pro-Kopf-Umsatzes. Darüber hinaus kann die aktuelle Teuerungsrate durch die eingeschränkten Möglichkeiten bei der Erhöhung der Eintrittspreise nicht vollständig kompensiert werden.
Maßnahmen: Verschiedenste Ansätze zur Verbesserung der finanziellen Situation werden permanent geprüft und wenn möglich auch umgesetzt. Der Spielraum ist durch das Naheverhältnis zur Stadt Graz jedoch sehr eingeschränkt.
3 BERICHT ÜBER FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG
Eigene Initiativen hinsichtlich Forschung und Entwicklung werden nicht betrieben.
Graz, am 20. Februar 2026
Die Geschäftsführung:
Dr. Michael KRAINER
DOJNer WIESER