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Lagebericht 2025

Erste Digital GmbH

Original-PDF

Stichtag 31. Dez. 2025 · Eingereicht am 17. Sep. 2026

Inhaltsverzeichnis

1. FINANZIELLE ENTWICKLUNG

Die Umsatzerlöse des Jahres 2025 beliefen sich auf 681,3 Mio. EUR (2024: 629,8 Mio. EUR). Davon entfielen auf das Grundgeschäft 681,2 Mio. EUR (2024: 629,7 Mio. EUR), 0,1 Mio. EUR (2024: 0,1 Mio. EUR) wurden durch Kostenweiterverrechnungen erzielt.

2. FINANZIELLE LEISTUNGSINDIKATOREN

2.1. Ertragslage

Klassische Kennzahlen wie Umsatzrentabilität sind für ein Unternehmen nach §6/1/28 UStG eigentlich nicht aussagekräftig. So beträgt die Umsatzrentabilität von Erste Digital GmbH basierend auf dem EGT in 2025 lediglich 1,32 %. Somit fallen für 100,00 Euro Umsatz im Schnitt EUR 98,68 Kosten an, was den weitgehenden Non-Profit Charakter unterstreicht.

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 1
Umsatzrentabilität20242025
Ergebnis vor Steuern9.942.792,138.987.482,68
Umsatzerlöse629.799.141,85681.277.570,15
1,58%1,32%

2.2. Vermögenslage

Die Anlagenintensität beträgt 32,68 %. Die Intensität der Sachanlagen 24,27 %. Es entfallen 21,88 % des Anlagevermögens auf immaterielle Vermögensgegenstände, 74,25 % auf Sachanlagen und 3,86 % auf Finanzanlagen. Die Finanzanlagen resultieren vor allem aus Wertpapieren, die für die Deckung der Pensionsrückstellung erforderlich sind.

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 2
Anlagenintensität20242025
Anlagevermögen55.978.505,9147.694.306,48
Gesamtvermögen160.856.177,66145.935.215,51
34,80%32,68%
Anlagenintensität Sachanlagen20242025
Sachanlagen38.446.439,3135.415.145,70
Gesamtvermögen160.586.177,66145.935.215,51
23,90%24,27%
Struktur Anlagevermögen20242025
EuroAnteil in %EuroAnteil in %
Immaterielle Vermögensgegenstände15.641.691,6327,9410.436.572,5921,88
Sachanlagen38.446.439,3168,6835.415.145,7074,25
Finanzanlagen1.890.374,973,381.842.588,193,86
Summe Anlagevermögen55.978.505,9147.694.306,48

2.3. Finanzlage

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 2
DieEigenkapitalquotevonErsteDigitalGmbHbeträgt16,90 %.Diejenigen
Entwicklungsprojekte, die nach einem Software as a Service-Modell verrechnet werden,
erzeugen während der Projektphase einen Verlust, der nach Inbetriebnahme und Verrechnung
wieder ausgeglichen wird. Die Verbesserung der Quote resultiert aus der Tatsache, dass für
den Großteil der selbsterstellten Entwicklungsprojekte bereits in die Phase der Verrechnung
als Software as a Service eingetreten sind. Aufgrund des NON-Profit-Charakters sind die
E igenkapitalrentabilität und die Gesamtkapitalrentabilität nicht aussagekräftig.
Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 2
Eigenkapitalquote20242025
Eigenkapital 31.12.25.896.569,6824.669.124,97
Gesamtkapital160.856.177,66145.935.215,51
16,10%16,90%
Eigenkapitalrentabilität20242025
Ergebnis vor Steuern9.942.792,138.987.482,68
Durchschnittliches Eigenkapital20.820.205,0225.282.847,33
47,76%35,55%
Gesamtkapitalrentabilität20242025
Erg. vor Steuern + Fremdkapitalzinsen13.045.867,3610.995.820,22
Durchschnittliches Gesamtkapital148.373.778,26153.395.696,59
8,79%7,17%

3. NICHT FINANZIELLE LEISTUNGSINDIKATOREN

3.1. Ressourcenverbrauch am Mainframe

Der Ressourcenverbrauch der Mainframe-Anwendungen in der Produktionsumgebung ist im Vergleich zum Vorjahr um 14,3% angestiegen, wobei die Steigerung bei den für die Verrechnung maßgeblichen Prozessoren 14,0% betrug. (GCP +19,8% und bei den günstigeren zlIP-Prozessoren + 9,8%). Bei den IFL-Prozessoren ist der Ressourcenverbrauch um 15,4% gestiegen.

Im gleichen Zeitraum ist die Anzahl der Online-Transaktionen (aus technischer Sicht) um 13,6% gestiegen. Die Anzahl der verarbeiteten Umsätze hat sich um 6,6% erhöht und die GEORGE Logins sind 11,4% gestiegen.

Durch Performance- und Kostenmanagement inkl. Tuning der Zentralsysteme wurden Maßnahmen gesetzt, um die Steigerung des Ressourcenverbrauchs zu verringern.

Die Verlagerung der Hardware auf eine neue Rechnergeneration (neuer Standort in Belgien) hat im September zu einer besseren Performance und einem niedrigeren Ressourcenverbrauch geführt.

Ressourcenverbrauchsentwicklung 2018 – 2025

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 3
SSUGeorge Logins
bzw.bzw.
Anzahl Online TA’sRealpay Umsätze / 10
50.000.000.000900.000.000
45.000.000.000
800.000.000
40.000.000.000
700.000.000
35.000.000.000
600.000.000
30.000.000.000• ZIP-SSU
500.000.000 IFL-SSU
25.000.000.000 GCP-SSU
Anzahl Online TA's 400.000.000
20.000.000.000=Realpay Umsätze / 10
→ George Logins
300.000.000
15.000.000.000
200.000.000
10.000.000.000
100.000.000
5.000.000.000
0
20182019202020212022202320242025

In der Mainframeumgebung wird zwischen drei unterschiedlichen Prozessorarten (GCP, IFL und zIIP) unterschieden. Ziel ist die in der Grafik rot dargestelten GCP-SSU möglichst gering zu halten, da diese für das Verrechnungsmodell mit der Kyndryl herangezogen werden.

Um die Geschäftsentwicklung darzustellen, wurden die Online-Transaktionen, die über Realpay gebuchten Umsätze und die George Logins verwendet.

Die GCP-SSU sind 2025 um 19,8% gestiegen.

13,092 Milliarden 2024 15,689 Milliarden 2025

Die Anzahl der Online-Transaktionen (aus technischer Sicht) ist 2025 um 13,6% gestiegen.

25,768 Milliarden 2024 29,265Milliarden 2025

Die George Logins sind 2025 um 11,4% gestiegen.

770,1 Mio. 2024 857,7 Mio. 2025

Die Anzahl der über Realpay gebuchten Umsätze stieg 2025 um 6,6%

3,19 Milliarden 2024 3,40 Milliarden 2025

Je nach Vertriebskanal (Umsatztyp) entstehen durch einen angelieferten Umsatz 1 (z.B.: SB) bis n (z.B.: DT-Clearing) Umsätze im Realpay.

angelieferte Umsätze 2025

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 5
ScanningWPAbschluss
2%3%

2 ge

20

eingefügte Umsätze 2025

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 5
WP ScanningAbschluss |AZV
2%3% 1%
3
Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 5
DT
31%
Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 5
16%George Kassa
13%
0%

3.2. Help-Desk

Übersicht

Als Incident bezeichnen wir Anfragen zu Störungen, zum Handling der Anwendungen oder auch Rückfragen zu Informationen, Anwendungen und Abläufen. Ein Problem ist ein struktureller Fehler, der im Allgemeinen durch eine Korrektur einer Komponente (Software, Hardware) behoben werden muss.

Im Jahr 2025 wurden in Erste Digital insgesamt 312.974 Trouble-Tickets zu Anwendungen, Systemen und Abläufen dokumentiert und bearbeitet. Davon entfielen über 99% auf ,Incidents' und weniger als 1% auf ,Problems'.

Einmeldekanäle für Incidents

Unseren Anwendern stehen verschiedene Einmeldekanäle für Incidents zur Verfügung. 2025 wurden 9% der Incidents per Telefon, 5% per E-Mail und 86% automationsunterstützt (Portal, SAP, Monitoring, Schnittstellen bzw. andere Ticketing-Tools) beim jeweiligen Service Desk eingemeldet. In Summe kam es zu einem leichten Anstieg bei der Anzahl von eingemeldeten Incidents.

Tickets 2024 - Gesamt

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 6
Tickets 2025 - Gesamt
1.689;4.518;
1%1%
Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 6
265.633;308.456;
99%99%
•Problems• Incidents• ProblemsO Incidents
Tickets 2024 - HerkunftTickets 2025 - Herkunft
27.251;27.664;
(10% 17.988; 7%9%15.469; 5%
220.394;265.323;
83%86%
Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 6
PhoneMailD Automationsunterstützt•Phone OMail DAutomationsunterstützt

3.3 Umweltbelange

Grüne Energie an beiden slowakischen Erste Digital-Standorten

Die anhaltenden Bemühungen um eine nachhaltige und ökologisch optimierte Energieversorgung zeigen Wirkung: nach dem Standort Lakeside Park wurde nun auch für Košice der Bezug von Strom aus erneuerbaren Quellen mittels Zertifikats bestätigt.

Die Büroflächen in Košice wurden unterdessen erweitert, um auch zukünftigem Wachstum gerecht zu werden.

Unverändert hoher Nachhaltigkeitsfokus an den Wiener Bürostandorten

Erste Campus

• Versorgung der Heizung mittels Fernwärme und Geothermie • Versorgung der Kühlung mittels Fernkälte (bzw. zunächst mittels Eigenkälte) • Stromversorgung teilweise durch Solarzellen auf dem Dach • Regenwassersammlung durch Zisternen zur Versorgung der Toilettenspülungen • LED-Beleuchtung in den Büros • Sodawasser durch Grohe Blue anstelle von Flaschen • Wärmerückgewinnung bei den Lüftungsanlagen • Automatische Sonnenschutzsteuerung für den Sommer, um weniger Kühlenergie zu verbrauchen

Canetti Tower

• Versorgung der Heizung mittels Fernwärme • Versorgung der Kühlung mittels Fernkälte • LED-Beleuchtung in den Büros • Sodawasser durch Grohe Blue anstelle von Flaschen • Wärmerückgewinnung bei den Lüftungsanlagen • Automatische Sonnenschutzsteuerung für den Sommer, um weniger Kühlenergie zu verbrauchen

Mit Anfang 2026 sind an den jeweiligen Bürostandorten verortet:

• AT o Erste Campus: ca. 1.450 MitarbeiterInnen o Canetti Tower: ca. 350 MitarbeiterInnen • SK o Lakeside Park: ca. 480 MitarbeiterInnen o Košice: ca. 90 MitarbeiterInnen • CZ o Prag: ca. 40 MitarbeiterInnen

Umweltbelange Rechenzentrumsbetrieb

Aktuell betreibt die Erste Digital GmbH an folgenden Colocation-Standorten IT Hardware (HW):

• 1100 Wien, Computerstraße 4 • 1210 Wien, Paukerwerkstraße 7

Am Standort Computerstraße konnte im Jahr 2025 ein PUE von 1,27 und in der

Paukerwerkstraße von 1,40 erreicht werden.

Zur Energieoptimierung wurden folgende Maßnahmen getroffen, bzw. weiter optimiert:

• Konsequente Einhaltung von Kalt-/ Warmgangaufstellung zur Energieoptimierung • Versiegelung der ungenutzten Höheneinheiten in den Racks mittels Blindpaneele, um ein Nachströmen von Mischluft zu vermeiden • Verschließen der Kaltgänge mittels einer Kaltgang-Einhausung, um eine Durchmischung von Kühlluft und Abwärme zu vermeiden • Einbau von Bürstendichtungen an den Rackfronten, um Kabeldurchgänge von der Rack-Rückseite an die Vorderseite weiter abzudichten und den Kaltgang weiter gegenüber dem Warmgang zu abzuschotten. • Einbindung der Kaltgangtüren in die Gebäudeleittechnik (GLT) zur Offenstands- Überwachung • Installation von zusätzlichen in die GLT eingebundenen Zählern zur Verfeinerung des Energiemonitorings • Strikte Trennung der Energieverkabelung (im DB) von der Datenverkabelung (von der Decke abgehängt), um den Luftstrom im Doppelboden möglichst ungehindert zirkulieren zu lassen • Testinstallation vpn „Inline Meters“ zur besseren Temperatur- und Phasenauslastung, sowie die Integration dieser in das DCIM (Data Center Infrastructure Management) Planungs- und Dokumentationstool FNT Command

In beiden Lokationen wurde durch die Übersiedelung die IT HW weiter konsolidiert und virtualisiert, sowie ungenutzte HW dekommissioniert.

3.4 Arbeitnehmerbelange

Bei allen personenbezogenen Bezeichnungen gilt die gewählte Form für beide Geschlechter.

-

Mitarbeiteranzahl: Im Jahr 2025 beträgt die durchschnittliche Mitarbeiterzahl (gewichtet Normalarbeitsstunden) 2339 aktiven MitarbeiterInnen. mit

- Reduzierung der Arbeitszeit vor Pensionsantritt:

160 MitarbeiterInnen haben die Möglichkeit der RAP in Anspruch genommen. Davon befanden sich 56 MitarbeiterInnen bereits ab 01.01.2025 in der arbeitsfreien Zeit. 17 MitarbeiterInnen wechselten während des Jahres von der Leistungszeit in die arbeitsfreie Zeit. 17 MitarbeiterInnen haben im Jahr 2025 die Freizeitphase beendet.

- Sabbatical:

-

36 MitarbeiterInnen haben ihre leistungsfreie Zeit im Berichtsjahr 2025 konsumiert. Davon haben im Berichtsjahr 5 MitarbeiterInnen die Möglichkeit des "Baby Sabbaticals" in Anspruch genommen.

Elternkarenz:

Im Berichtszeitraum 2025 waren insgesamt 109 MitarbeiterInnen in Elternkarenz. Davon haben 90 MitarbeiterInnen ihre Elternkarenz im Laufe des Jahres beendet.

- Schulungsaufwand:

Erste Digital GmbH hat im Geschäftsjahr 2025 für Schulungen der MitarbeiterInnen ca. EUR 2.42 mio aufgewendet.

3.5 Forschung und Entwicklung

Die Gesellschaft tätigt in branchenüblichem Umfang Entwicklungen zur technischen Weiterentwicklung vorhandener Produkte sowie Neueinführung.

4. VERWENDUNG VON FINANZINSTRUMENTEN

Zu den Finanzinstrumenten zählen einerseits originäre Finanzinstrumente wie Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen oder auch Finanzforderungen sowie Finanzschulden und andererseits derivative Finanzinstrumente, die als Sicherungsgeschäfte zur Absicherung von Risiken aus Änderung von Währungskursen und Zinssätzen eingesetzt werden.

Ausfallsrisiko:

Das Ausfallsrisiko der in der Bilanz ausgewiesenen Forderungen besteht zu einem Großteil gegenüber verbundenen Unternehmen bzw. Unternehmen der Erste Bank Gruppe und Unternehmen des Haftungsverbundes. Die Konzernzugehörigkeit sowie die gute Bonität der betroffenen Unternehmen berücksichtigend, wird das Ausfallsrisiko dieser Forderungen als äußerst gering eingestuft.

Zinsrisiko:

Das Zins(änderungs)risiko – d.h. die Möglichkeit von Wertschwankungen eines Finanzinstruments aufgrund von Änderungen des Marktzinssatzes – betrifft vor allem Forderungen und Verbindlichkeiten mit Laufzeiten von über einem Jahr.

Währungsrisiko:

Nach Abschluss des Geschäftsjahres 2025 liegen keine wesentlichen Verbindlichkeiten in Fremdwährung vor. Ein allfälliges Währungsrisiko besteht somit ausschließlich in Form möglicher Schwankungen des Euro-Wechselkurses für erhaltene Lieferungen und Leistungen, die in fremder Währung abgerechnet werden. Die Fakturierung von Leistungen von Erste Digital GmbH erfolgt ausschließlich in EUR, sodass aus dem Titel offener Forderungen kein Wechselkursrisiko entstehen kann.

Marktwerte:

Die Bewertung der Finanzanlagen erfolgt zu Anschaffungskosten bzw. den niedrigeren Tageswerten. Für die sonstigen Forderungen und Verbindlichkeiten sowie die liquiden Mittel ergeben sich aufgrund ihrer kurzen Laufzeit keine Unterschiede zwischen Buch- und Marktwerten.

Liquiditäts-Risiko:

Ein mögliches Liquiditätsrisiko besteht darin, dass zur Begleichung eingegangener Verpflichtungen erforderliche Finanzmittel möglicherweise nicht beschafft werden können. Auf Grund der Tatsache, dass Erste Digital GmbH im Eigentum der Erste Bank und Sparkassen Gruppe steht, wird das Liquiditätsrisiko als äußerst gering eingestuft.

Cashflow-Risiko:

Das Cashflow-Risiko resultiert daraus, dass die zukünftigen, aus einem monetären Finanzinstrument erwarteten Cashflows Schwankungen unterworfen und damit betragsmäßig nicht festgelegt sind. Da Erste Digital GmbH keinerlei variabel verzinste Verbindlichkeiten aufweist, besteht aktuell kein Cashflow-Risiko aus der Verwendung von Finanzinstrumenten.

Erste Digital GmbH betreibt keine Transaktionen mit derivativen Finanzinstrumenten.

5. STRATEGISCHER AUSBLICK

5.1

WIRTSCHAFTLICHES UMFELD

Die Erwartungshaltung der KundInnen an schnell und einfach zu nutzende Zugänge zu Bankprodukten sowie die zugehörigen Beratungskanäle bildete auch im Geschäftsjahr 2025 einen zentralen Schwerpunkt, im Zuge dessen erneut in digitale Vertriebskanäle investiert und diese weiter ausgebaut wurden. Parallel dazu besteht aber weiterhin ein hoher Konkurrenzdruck unter Finanzdienstleistern, da neue Mitbewerber mit günstiger Kostenstruktur und innovativen, neuen Services in die traditionellen Märkte von Banken und anderen Finanzdienstleistern drängen. Darüber hinaus muss sich der Finanzsektor – wie auch andere Sektoren - weiteren Herausforderungen stellen, die sich auf Grund der weltweit geopolitischen Situation in der Wirtschaft generell, der Entwicklung der globalen Zinslandschaft, aber auch im Bereich kommerziell verfügbarer neuer Technologie im Bereich IT widerspiegeln. Für den Bereich Technologie sei an dieser Stelle speziell auf die Chancen und Potentiale durch die im Zuge der letzten Jahre tatsächlich auf breiter Basis kommerziell breit verfügbaren Möglichkeiten im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) verwiesen.

In diesem Gesamtkontext ist der zentrale Treiber für die Auftragslage von Erste Digital GmbH – speziell im Entwicklungsbereich – die Strategie der Mitglieder der Erste Group in den Themenbereichen Digitalisierung, Customer-Journey sowie Front-End-Systeme. Zentrale Elemente dieser Strategie im Bereich IT adressieren für die kommenden Jahren unter anderem die folgenden Zieldimensionen:

• KI-basierte Lösungen offerieren komplett neue Möglichkeiten und Buisnesschancen, denen sich auch die Finanzwelt nicht verschließen kann. KI-basierte Lösungen kommen aktuell schwerpunktmäßig in den Bereichen „Data Analytics“ sowie „Risk“ zum Einsatz, wobei laufend an einer breiteren Nutzung dieser Technologie auch in allen anderen Bereichen des Bankgeschäfts gearbeitet wird. • Aufbau von Kompetenzen und Nutzung neuer Marktchancen durch weitere Digitalisierung von Geschäftsprozessen, v.a. bei kundenseitigen Systemen wie Digital Banking Online-Plattformen, wobei entsprechende Anwendungen nicht nur dem Privatkundensegment, sondern auch verstärkt für das Kommerzkundengeschäft verfügbar gemacht werden. • Weiterer Ausbau von Business Intelligence Systemen und -Kompetenzen zur Erfüllung aller aufsichtsrechtlichen Meldeerfordernisse. Business Intelligence Systemen stellen mit ihrer umfassenden Datenbasis auch die notwendige Voraussetzung für alle Aktivitäten im Bereich Data Analytics dar (siehe auch KI-basierte Systeme oben). • Auch die IT-Intergration der Erste Bank Polska durch die Anbindung an das aktuelle Portfolio bestehender Gruppenlösungen stellt - speziell aus Sicht der Erste Group Bank - einen wichtigen strategischen Schwerpunkt für die kommenden Jahren dar. • Weitere Verbesserung der IT-Kosteneffizienz - insbesondere im IT-Betrieb.

5.2

STRATEGISCHE SCHWERPUNKTE VON ERSTE DIGITAL GMBH Bezugnehmend auf die oben gelisteten strategischen Schwerpunkte der EigentümerkundInnen von Erste Digital GmbH leiten sich die wesentlichen Zielsetzungen für die kommenden Jahre ab:

• Durch die Implementierung neuer, agiler und innovativer Zusammenarbeitsmodelle (Tribe-Konzept) soll die Kooperation mit den Geschäftseinheiten der Banken weiter optimiert und auf diesem Wege die „Time-to-Market“ neuer geschäftlicher Initiativen weiter beschleunigt werden. Durch enge Kooperation in Teams unter einem gemeinsamen Management von Business und IT entlang der gesamten IT- Wertschöpfungskette sowie breiter Nutzung agiler Methoden und Prozesse wird die IT-interne Effizienz kontinuierlich ausgebaut und die Kundenzufriedenheit weiter gestärkt. • Definition und Umsetzung eines umfassenden und standardisierten IT-Architektur- und Plattform-Managements, um Kundenerwartungen effizient implementieren und aktuelle Markttrends möglichst zeitnah nutzen zu können (vgl. z.B. die Nutzung von Cloudservices – siehe unten). Dazu gehört auch die optimale Unterstützung innovativer Arbeitskonzepte, der Einsatz bzw. die Einbindung neuer IT-Endgeräte, neue Formate und Kanäle der Kundenberatung sowie der kontinuierliche Ausbau channelübergreifender Kundenprozesse. • In Abstimmung mit der strategischen Zielsetzung der Erste Group (siehe oben), die rasant wachsenden Möglichkeiten von KI zur signifikanten Verbesserung der Analyseergebnisse im Bereich Daten Analyse optimal zu nutzen, hat auch Erste Digital GmbH den gesamten Themenbereich KI zu einem strategischen Eckpfeiler der kommenden Jahre definiert. Neben der Implementierung einer gruppenweiten Datenplattform, sowie dem kontinuierlichen Ausbau der Datenanalyse-Infrastruktur, fokussiert sich Erste Digital GmbH vor allem auf die Erweiterungen und den Ausbau von Fähigkeiten im Bereich Data Science. Diese Maßnahmen sollen die Banken unterstützen, die Bedürfnisse ihrer KundInnen besser zu verstehen und darauf basierend neue, maßgeschneiderte Produkte und Service-Leistungen anbieten zu können.

Weiterer Optimierung des Ressourcenmixes, um die Potentiale des internationalen IT- Marktes optimal im Interesse der Kunden von Erste Digital GmbH zu nutzen. Dabei stehen die in den letzten Jahren etablierten Geschäftsbeziehungen zu diversen Offshore Anbietern ebenso im Fokus wie der weitere konsequente Ausbau der eigenen in CEE aufgebauten Betriebsstätten. Das Hauptaugenmerk liegt hierbei speziell auf der Slowakischen Republik - hier soll neben Bratislava auch speziell der neue Standort Kosice in Zukunft weiter stark ausgebaut werden. • Ein weiterer Aspekt von Outsourcing soll durch die intensivierte Nutzung von Cloud Services adressiert werden. Auf Basis detaillierter technischer Analysen wurde das aktuelle Produktportfolio von Erste Digital GmbH hinsichtlich potenzieller Nutzungsmöglichkeiten von Cloud Services generell sowie konkreter Marktangebote evaluiert. Im Zuge dieser Strategie erfolgte bereits in den vergangenen Jahren die erfolgreiche Migration von Kundenapplikationen vom „On premise“-Betrieb in die Cloud. Auch in den kommenden Jahren sollen im Zuge weiterer Migrationswellen für die KundInnen von Erste Digital GmbH die Potentiale der Nutzung von Cloud Services gezielt verfügbar gemacht werden.

• Weitere Stärkung des Themas Resilienz mit dem generellen Ziel, schneller qualitativ bessere Produkte auf den Markt bringen zu können und für diese durchgängig („24/7“) einen ausfallssicheren Betrieb gewährleisten zu können. So wird beispielsweise im Zuge der Migration bestehender „on-premise“ Lösungen in die Cloud der gezielte Ausbau und die Fokussierung auf Prozesse und Tools im Bereich der Testautomatisierung genutzt, um für die KundInnen einen raschen und effizienten Wechsel der technischen Umgebungen ihrer SW-Lösungen gewährleisten zu können.

5.3

CHANCEN UND RISIKEN

Als Service-Gesellschaft der Erste Group wird die Auftragslage von Erste Digital GmbH primär vom gewünschten Investitionsvolumen der Banken determiniert. Durch das Geschäftsmodell mit Non-profit-Charakter gemäß §6/1/28 UStG ergeben sich daher kaum nennenswerte wirtschaftliche Chancen und Risiken. Ein Risiko des Geschäftsmodells liegt im „Software as a Service“ Modell, das für selektierte Zahl von gruppenweite Entwicklungsvorhaben von Erste Digital GmbH zur Anwendung gelangt. Obwohl die zukünftige Abnahme von solchen Services seitens der KundInnen vertraglich zugesagt ist, besteht für Erste Digital GmbH ein Kosten(rest)risiko für den Fall, dass die Gesellschaft die beauftragten Services nicht in der geforderten Qualität bereitstellen kann.

Ein weiteres – in den letzten Jahren zunehmend in der Vordergrund getretenes Risiko – stellt die Verfügbarkeit der notwendigen Skill- und Knowhow-Profile auf dem Arbeitsmarkt dar. Erste Digital GmbH steht in diesem Bereich in direktem Wettbewerb mit Konkurrenten aus den unterschiedlichsten Branchen. Das Thema „employer branding“ und gezielte Initiativen um auf dem Arbeitsmarkt als attraktiver Arbeitgeber wahrgenommen zu werden, stellen folglich ein weiteres wichtiges Erfolgskriterium dar, um auch in Zukunft alle Erwartungen der KundInnen erfüllen zu können.

6. BERICHTERSTATTUNG ÜBER WESENTLICHE MERKMALE DES

INTERNEN KONTROLL- UND RISKOMANAGEMENTSYSTEMS

Erste Digital GmbH hat ein IKS/ICS Internes Kontroll-System / Internal Control System implementiert, welches im Jahr 2025 insgesamt 128 Controls (= Prüfpunkte mit Jahresabschlussrelevanz) enthält.

Dabei deckt das ICS die Herstellungs- und Betriebsprozesse inkl. Risiko-Management (RMS) und Security von Erste Digital GmbH ab.

Als Referenzmodell für das ICS dient das international anerkannte IT Governance Framework COBIT 5.0 (= Control Objectives for Information and Related Technology).

Vom Wirtschaftsprüfer PricewaterhouseCoopers (PwC) wird jährlich ein sogenanntes ISAE 3402 Audit Type 2 durchgeführt, bei dem die Wirksamkeit und Effektivität des ICS in einem definierten Beobachtungszeitraum (01.11.2024 – 31.10.2025) einer Detailprüfung unterzogen und das Ergebnis in einem ISAE 3402 Type 2 Report publiziert wird (ISAE: International Standard on Assurance Engagements).

Dieser Bericht wird noch durch einen ISAE 3402 Update Letter der Geschäftsführung der Erste Digital GmbH für die Monate November und Dezember 2025 ergänzt, womit das gesamte Jahr 2025 prüfungstechnisch abgedeckt ist.

Das aktuelle Prüfergebnis liegt im ISAE 3402 Type 2 Report 2025 vom 16.12.2025 vor und wurde vom Wirtschaftsprüfer PwC an Erste Digital GmbH übermittelt.

Es gab dabei keine Einschränkung im ISAE 3402 Type 2 Report 2025 bezüglich der Effektivität des ICS von Erste Digital GmbH.

7. SONSTIGE ANGABEN

Erste Digital GmbH hat zum Stichtag ausländische Betriebsstätten in Bratislava, Košice (beide Slowakei), Prag (Tschechien) sowie inländische Zweigniederlassungen in Wien.

8. VORGÄNGE VON BESONDERER BEDEUTUNG NACH DEM SCHLUSS DES GESCHÄFTSJAHRES

Nach dem Bilanzstichtag zum 31. Dezember 2025 sind keine Vorgänge von besonderer Bedeutung für die Gesellschaft eingetreten, die zu einer geänderten Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage geführt hätten.

Die Geschäftsführung:

Christoph Kohlbach

Christoph! • Signed 7.02.20 •

Mag. Christoph Kohlbach MSc.

Mag. Ekkehard Preis

Wien, 27. Februar 2026

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