Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1.
Tätigkeit der Gesellschaft
Die Gesellschaft erzeugt und verkauft weltweit hochwertige verschleißfeste Walzwerkswalzen, die im Schleuder- bzw. Verbundgussverfahren hergestellt und einbaufertig bearbeitet an die Kunden ausgeliefert werden.
Kunden bzw. potenzielle Kunden der Gesellschaft sind alle Stahlwerke, die warm-flachgewalzten Bandstahl herstellen. Die Walzwerkswalzen, vorrangig Arbeitswalzen, werden für bestehende Walzstraßen als Ersatzwerkzeuge und für neu errichtete Walzstraßen zur Erstausrüstung verwendet.
Der weltweite Bedarf an Walzwerkswalzen orientiert sich am Verbrauch derartiger Walzen als Verschleißwerkzeug zum Walzen (Verformen) von Bandstahl und ist somit abgeleitet aus der Nachfrage nach warmgewalztem Flachstahl. Das Produktionsvolumen der weltweiten Stahlwerke korreliert wiederum sehr eng mit der Konjunktur des jeweiligen Landes bzw. der Region (EU(27), USA, ASIEN, AFRIKA, usw.).
1.2.
Wirtschaftliches Umfeld
worldsteel
| A S | ||||
|---|---|---|---|---|
| World Crude Steel Production - Summary | ||||
| million tonnes (Mt) | 2025 | 2024 | % 2025/2024 | |
| Europe | 250,4 | 257,4 | -2,6 | |
| of which: | ||||
| EU (27) | 126,2 | 129,5 | -2,6 | |
| CIS | 81,3 | 84,8 | -4,4 | |
| North America | 107,4 | 105,9 | 0,7 | |
| of which: | ||||
| United States | 82,0 | 79,5 | 3,1 | |
| South America | 41,5 | 41,9 | -1,2 | |
| Africa | 23,2 | 22,3 | 3,8 | |
| Middle East | 56,9 | 54,1 | 4,3 | |
| Asia and Oceania | 1 324,5 | 1 357,8 | -2,4 | |
| of which: | ||||
| China | 960,8 | 1005,1 | -4,5 | |
| World | 1 803,8 | 1 839,4 | -2,0 | |
* The 71 countries included in this table accounted for approximately 98% of total world crude steel
production in 2025. Regions and countries covered by the table:
Die weltweite Rohstahlproduktion, als ein wichtiger Indikator für die Produktion von warmgewalzten Flach- und Langprodukten, war gegenüber 2024 wiederum rückläufig
(insgesamt -2,0 %, im Vorjahr Rückgang iHv. -0,9 %). In China, wo im Vorjahr nach offiziellen Angaben zirka 53,3 % des weltweiten Rohstahls erzeugt wurden, gab es ebenfalls einen Rückgang (-4,5 %). Auf Jahresbasis hat auch die europäische Rohstahlerzeugung das Vorjahresniveau nicht halten können (-2,6 %). Signifikante Rückgänge gegenüber dem Vorjahr gab es wie bereits erwähnt in China, sowie in Südamerika (-1,2 %) sowie in Asien/Ozeanien (-2,4 %). Leichte Steigerungen verzeichneten die Regionen Nordamerika (davon USA 3,1%), Afrika und Middle East.
1.3
Zweigniederlassungen
Die Gesellschaft betreibt keine Zweigniederlassungen.
2. Geschäftsverlauf und wirtschaftliche Lage
2.1.
Geschäftsverlauf
Die Gesellschaft konnte sich in einem sehr herausfordernden Umfeld aus nach wie vor hohen Fertigungskosten (massive Kostensteigerungen in den letzten Jahren insbesondere bei Energie, Material und Personal) und deutlichen Limitierungen, die Kostensteigerungen durch höhere Marktpreise abzudecken, nicht ganz so erfolgreich wie im Vorjahr behaupten, konnte aber gegenüber der Planung die Absatzmenge steigern. Die Umsatzerlöse lagen mit 100,9 Mio. EUR (VJ. 109,0 Mio. EUR) allerdings deutlich unter dem Niveau des Vorjahres. Die Exportquote ist unverändert hoch und lag bei zirka 98,1 % (VJ. 98,4 %).
Das Ergebnis vor Steuern betrug 1,8 Mio. EUR (VJ. 9,1 Mio. EUR). Der Bilanzgewinn betrug 1,4 Mio. EUR (VJ. 6,9 Mio. EUR). Das Ergebnis war wie in den Vorjahren durch die immer noch deutlich höheren Kosten bei Material und Energie, die nur zum Teil durch höhere Verkaufspreise an die Kunden weitergegeben werden konnten, signifikant beeinflusst. Hinzu kam eine notwendig gewordene Wertberichtigung iHv 2,9 Mio. EUR betreffend den Beteiligungsansatz der MCC International Inc., einer 100 %igen Tochtergesellschaft des ESW in den USA, die sich entsprechend negativ auf das Ergebnis ausgewirkt hat.
Die Investitionsausgaben für technische Anlagen und Maschinen sowie für Betriebs- und Geschäftsausstattung inkl. Anzahlungen und geringwertiger Wirtschaftsgüter beliefen sich auf zirka 3,5 Mio. EUR (VJ. 6,2 Mio. EUR). Der größte Teil davon entfiel auf einen Teil der mehrere Jahre andauernden Modernisierung des Schmelzbetriebes, sowie auf Automatisierungen in der Probenvorbereitung im Bereich Qualitätssicherung.
2.2.
Finanzielle Leistungsindikatoren
Kennzahlen zur Ertragslage (2025/2024) in TEUR:
Eigenkapitalrentabilität vor Steuern
| Ergebnis vor Steuern | 1.776 | 9.081 | |||
|---|---|---|---|---|---|
| durchschnittliches wirtschaftliches | 55.364 | 3,2 | % | 52.350 | 17,3 % |
| Eigenkapital |
Gesamtkapitalrentabilität vor Steuern
| Ergebnis vor Steuern | 1.776 | 9.081 | ||
|---|---|---|---|---|
| durchschnittliches Gesamtkapital | 102.986 | 1,7 % | 102.501 | 8,9 % |
Sowohl die Eigenkapital- als auch die Gesamtkapitalrentabilität haben sich gegenüber dem Vorjahr, aufgrund der rückläufigen Ertragslage und der Wertberichtigung des Beteiligungsansatzes der MCC International Inc., verschlechtert.
Kennzahlen zur Vermögenslage (2025/2024) in TEUR:
Eigenkapitalquote
| wirtschaftliches Eigenkapital | 54.676 | 56.052 | |||
|---|---|---|---|---|---|
| Gesamtkapital | 100.897 | 54,2 % | 105.075 | 53,3 % | |
| Verschuldungsgrad | |||||
| Fremdkapital | 46.221 | 49.023 | |||
| Gesamtkapital | 100.897 | 45,8 | % | 105.075 | 46,7 % |
Sowohl das Eigen- als auch das Gesamtkapital sind gegenüber dem Vorjahr etwas rückläufig, wobei der prozentuelle Anteil des Eigenkapitals um 0,9 %-Punkte angestiegen ist. Im gleichen Zeitraum ist der Verschuldungsgrad um -0,9 %-Punkte gesunken.
Kennzahlen zur Finanzlage (2025/2024) in TEUR:
| Veränderung | |||
|---|---|---|---|
| in TEUR | 2025 | 2024 | in % |
| Cashflow aus der betrieblichen | |||
| Tätigkeit | 8 584 | 16 527 | -48,1 % |
| Cashflow aus der Investitionstä- | |||
| tigkeit | -5 213 | -5 587 | -6,7 % |
| Cashflow aus der Finanzie- | |||
| rungstätigkeit | -4 020 | -1 287 | 212,4 % |
| Zahlungswirksame Verände- | |||
| rung des Finanzmittelfonds | -649 | 9 653 | -106,7 % |
| Finanzmittelfonds zum 31.12. | 16 236 | 16 885 | -3,8 % |
Der Cashflow aus der betrieblichen Tätigkeit ist gegenüber dem Niveau des Vorjahres gesunken. Die Abnahme ist im Wesentlichen auf den Rückgang im operativen Ergebnis zurückzuführen. Die einzelnen Positionen des Working Capitals haben sich im Jahresvergleich kaum verändert.
Der Abfluss an Zahlungsmitteln im Cashflow aus der Investitionstätigkeit war leicht rückläufig, aber in etwa auf dem Niveau des Vorjahres und ist im Wesentlichen auf Anschaffungen im Bereich der Sachanlagen und immateriellen Vermögensgegenstände, sowie Darlehen in Höhe von zirka 1,7 MEUR im Zusammenhang mit der MCC International Inc. (Sale and Lease-Back) zurückzuführen.
Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit war negativ und resultiert im Wesentlichen aus Zins- und Dividendenzahlungen. Im Geschäftsjahr 2025 wurde eine Ausschüttung an die Holdinggesellschaft durchgeführt.
3. Forschung und Entwicklung
Die Forschung und Entwicklung der Gesellschaft ist sehr gut ausgebaut und erfolgt auf Basis moderner Techniken unter Einbindung externen Know-hows. Die Forschungsausgaben haben sich in den letzten fünf Jahren wie folgt entwickelt (Werte in TEUR):
2021: 2022: 2.213 2.571 2023: 2.857 2024: 1.863 2025: 1.675
Die Höhe und die jährlichen Schwankungen in den Forschungsausgaben erklären sich durch wechselnde Projekte und Entwicklungspartnerschaften. Die Produktentwicklungen erfolgen, soweit als möglich, in Abstimmung mit den Kunden der Gesellschaft und dienen vorrangig dem Ziel, die Qualitäts- und Leistungsparameter weiter zu verbessern und die Kundenbindung zu erhöhen. So wurden auch im Geschäftsjahr 2025 die Projekte für neue und verbesserte Walzenwerkstoffe intensiv weitergeführt. Darüber hinaus wurde die Zusammenarbeit mit einzelnen Kunden durch sogenannte Entwicklungspartnerschaften intensiviert.
4. Personal und Umwelt
4.1. Personal
Von großer Bedeutung sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Gesellschaft. Im Hinblick auf die aktuellen und zukünftigen Anforderungen wurde der Entwicklung der Fachkompetenzen und der Entwicklung der Führungskompetenzen ein großer Stellenwert eingeräumt. Schwerpunkte der Ausbildung im Produktionsbereich waren wiederum Qualitäts- und Prozessverbesserungen (KVP, TQM), umfangreiche Schulungen zur Erhöhung der Arbeitssicherheit (SIWIP) und Maßnahmen zur Vermeidung von Schädigungen der Gesundheit (betriebliche Gesundheitsförderung). Im Frühjahr 2026 wurde der Gesellschaft zum wiederholten Male das Salzburger Gütesiegel für betriebliche Gesundheitsförderung verliehen (für den Zeitraum 2026-28).
Die Aufwendungen für Aus- und Weiterbildung einschließlich der Aufwendungen für das Anlernen neuer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beliefen sich im Jahr 2025 auf 1.804 TEUR (VJ. 1.555 TEUR). Der Personalstand (inklusive Mitarbeiter im Präsenzdienst und Karenz) hat sich wie folgt entwickelt (Werte zum Stichtag):
| 31.12.2025 | 31.12.2024 | |
|---|---|---|
| Arbeiter | 177 | 176 |
| Angestellte | 97 | 94 |
| Lehrlinge | 24 | 24 |
| Gesamt | 298 | 294 |
Im Geschäftsjahr 2025 konnten sechs Lehrlinge die Lehrausbildung abschließen. Die ausgeschriebenen Lehrstellen für das Jahr 2025 konnten besetzt werden (Aufnahme von sieben neuen Lehrlingen). Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden die intensivierten Aktivitäten zur Verbesserung der Lehrlingsausbildung fortgesetzt. Die neue Ausbildungsstätte (Lehrlings Academy), welche im September 2024 eröffnet wurde, und das Ausbildungspersonal hatten das erste volle Jahr zu bewerkstelligen und haben den Lehrbetrieb mit entsprechend vielseitigen Herausforderungen erfolgreich bestanden. Durch vermehrtes Augenmerk auf die interne Ausbildung soll dem Fachkräftemangel und anstehender Pensionierungen langjähriger Mitarbeiter wirksam entgegengetreten werden.
4.2. Umwelt
Die Exponiertheit der Gesellschaft beim Energieeinsatz und die noch höhere Sensibilität dieses Themas bei den Kunden der Gesellschaft haben dazu geführt, dass für das Geschäftsjahr 2025 erstmals und ohne gesetzliche Notwendigkeit auf Ebene der RWH- Gruppe ein Nachhaltigkeitsbericht erstellt wurde, der in den kommenden Wochen auditiert vorliegen wird. Darüber hinaus hat die Gesellschaft im Jahr 2025 die EQUVADIS-Zertifizierung zum zweiten Mal erfolgreich durchgeführt.
Um die geforderten mechanischen Eigenschaften der Walzen zu erhalten, wurde der Anteil an wiederverwendbarem Kreislaufmaterial auch im Jahr 2025 auf dem Niveau von ca. 30 % belassen.
Der Verbrauch an elektrischer Energie je Tonne Flüssigeisen ist im Jahr 2025 gesunken (743,5 kWh, VJ. 752 kWh). Der Gasverbrauch ist im Jahr 2025 gegenüber dem Vorjahr um 4,9 % angestiegen.
Der Gesamtenergieaufwand aller Energieträger wie Strom, Erdgas, Diesel usw. bezogen auf die Tonne Fertigware lag bei 2.781 kWh/t und hat sich im Vergleich zum Vorjahr etwas erhöht (VJ. 2.760 kWh/t), was auf Veränderungen im Produktsortiment und dem ebenfalls veränderten Verhältnis Brutto- zu Netto-Produktion zurückzuführen ist.
Im Geschäftsjahr 2025 wurden 774 MWh (VJ. 890 MWh) Energie rückgewonnen. Mit einem Teil der Energie aus der Wärmerückgewinnung konnten wiederum ca. 70 Haushalte im Nahbereich der Gesellschaft mit Wärme versorgt werden.
Die produktionsspezifischen Gießereiabfälle wie Altsand, Schlacke, Staub etc. fielen mit 202 kg pro Tonne Fertiggewicht im Vergleich zum Vorjahr wiederum etwas höher aus (VJ. 195 kg). Die Menge an Metallschleifschlamm je Tonne Fertigware lag bei 19,8 kg nahezu unverändert auf dem Niveau des Vorjahres (VJ. 19,7 kg). Der laufende Aufwand für Umweltschutzmaßnahmen wie Entstaubungsanlagen, Wiederaufbereitung des Gießereiabfalls sowie die Abfallentsorgung betrug 51,2 EUR/t (VJ. 53,3 EUR/t).
5. Risikomanagement und Finanzierungsinstrumente
Die Gesellschaft ist sich bewusst, dass ein funktionierendes Chancen- und Risiko-Managementsystem einen wesentlichen Beitrag zum Erhalt und zum Ausbau von Wettbewerbsvorteilen liefern kann. Ziel ist es, durch einen systematischen Ansatz aus der laufenden Beobachtung Chancen und Risiken frühzeitig zu erkennen, um dadurch aktiv und rechtzeitig auf veränderte Rahmenbedingungen reagieren zu können.
Konkrete Risiken für die Gesellschaft ergeben sich derzeit aus folgenden Themen:
5.1. Volatilität der Rohstoffpreise und Verfügbarkeit von Rohstoffen
Die Schwankungen bei den Preisen der wichtigsten Rohstoffe und Legierungsmaterialien war unterschiedlichen Entwicklungen geschuldet, aber im Jahr 2025 nicht mehr so ausgeprägt, wie dies in den Jahren 2022 und 2023 der Fall war. Das Preisniveau bei Roheisen war leicht steigend (Stichwort: Sanktionierung russischen Roheisens) und bei Schrott rückläufig, allerdings bei beiden Rohstoffen nach wie vor signifikant höher als vor dem Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine. Diverse Legierungsbestandteile haben sich unterschiedlich entwickelt (Nickel und Vanadium rückläufig, Molybdän und Wolfram leicht steigend, zum Jahresbeginn 2026 sogar stark steigend). Auf Grund der zeitlich langen Phase zwischen Auftragsabschluss mit den Kunden und der Auslieferung/Fakturierung der Walzen von zumindest einigen Monaten bis zu über einem Jahr, besteht bei allen Vertragsabschlüssen mit Fixpreisen das Risiko von Preiserhöhungen bei Rohstoffen und Legierungsmaterialien, die nicht an die Kunden weiterverrechnet werden können.
Diesem Risiko wird derart Rechnung getragen, als die Lieferkontrakte grundsätzlich mit einer sogenannten Materialpreisgleitklausel zu versehen sind. Dies bedeutet, dass in die-
sen Fällen Erhöhungen definierter Materialpreise zu einem großen Teil durch höhere Verkaufspreise kompensiert werden. Allerdings gibt es Regionen bzw. Kunden, wo derartige Vereinbarungen nicht akzeptiert werden und daher nicht umsetzbar sind. Der Einkauf ist laufend befasst, weitergehende Maßnahmen zu eruieren und unerwartete Materialkostensteigerungen durch andere Möglichkeiten abzusichern. Der Vertrieb ist angewiesen, die Angebote auf maximal ein Monat zu befristen.
Die Auswirkungen des Ukraine-Krieges werden hinsichtlich Preisschwankungen über Materialpreisgleitklauseln, hinsichtlich Verfügbarkeit durch Vorratsbestellungen und auch durch Alternativlieferanten so gut als möglich kompensiert. Die ersten Monate im Geschäftsjahr 2026 zeigen bei wichtigen Rohstoffen und Legierungsmaterialien tendenziell wieder höhere Preise, besonders augenscheinlich bei Wolframlegierungen.
5.2. Volatilität der Energiepreise und Verfügbarkeit von Energie
Seit dem Jahr 2016 erfolgt eine systematische Beschaffung von Strom und Gas, um auf schwankende, insbesondere steigende Energiepreise so gut als möglich vorbereitet zu sein. Durch den Abschluss von Strom- und Gasvereinbarungen für die Zukunft auf Basis eines zum Anschaffungszeitpunkt niedrigen Preisniveaus wird einerseits das Risiko der Volatilität und das Risiko von Preisanstiegen begrenzt (sowie ein Budgetpreis abgesichert) und andererseits soll die Gesellschaft von günstigeren Strompreisen profitieren.
Das ESW als sehr energieintensives Unternehmen hat auch im Jahr 2025 Energieeinkäufe (betreffend Gas und Strom) für die Folgejahre getätigt und verfolgt derzeit ein Projekt, den Bedarf an elektrischer Energie zu einem wesentlichen Teil lokal zu beziehen.
5.3. Offener Auftragsbestand
Zum Bilanzstichtag bestehende, nicht kostendeckende Aufträge wurden analysiert und als Drohverlustrückstellung in die Bilanz aufgenommen. Der Krieg Russlands in der Ukraine führte u.a. zu Sanktionen und Embargos russischer Kunden bzw. zu Sanktionen bei Walzwerkswalzen für den russischen Markt, sodass die Absatzmärkte Russland und Ukraine zum Erliegen gekommen sind und die interne Einschätzung für die nächsten Jahre von keiner Erholung dieser Märkte ausgeht. Aus den Erfahrungen der letzten drei Jahre und den aktuellen Entwicklungen kann dieser Marktverlust durch andere Märkte bzw. Kunden teilweise kompensiert werden. Mittelfristig wird es allerdings zu signifikanten Verschiebungen im Nachfrageverhalten in der Region Russland und Asien (insbesondere China und Indien) kommen, deren Auswirkungen derzeit noch nicht einschätzbar sind.
Auf den Jahresabschluss und die Bewertung des offenen Auftragsstandes hatten die US- Zölle keinen Einfluss, da die Vereinbarungen mit den US-Kunden vorsehen, dass die Zölle zwar über die Gesellschaft abgewickelt, aber vom Kunden zur Gänze erstattet werden.
5.4. Fremdwährungsgeschäfte
Risiken aus Fremdwährungsgeschäften auf der Umsatzseite sind überwiegend in USD und zu einem großen Teil durch entsprechende Kurssicherungsgeschäfte auf Basis des Angebotskurses abgedeckt. Wo das nicht der Fall ist, werden die Fremdwährungsbeträge veranlagt, bei Bedarf zum Tageskurs konvertiert oder für Rohstoffeinkäufe in USD verwendet.
5.5. Qualitäts- und Lieferrisiko
Qualitätsrisiken werden einerseits durch eine ständige Optimierung in den Wertschöpfungsstufen minimiert, andererseits wird dem Risiko der Auslieferung einer schadhaften Walze durch eine 100 %-ige Ultraschallprüfung weitgehend entgegengewirkt. Zur Verbesserung der Planungsgenauigkeit und der Lieferterminrisiken wurde das Planungssystem bereits im Vorjahr im SAP verbessert und in Betrieb genommen.
Für die der Gesellschaft am Bilanzstichtag bekannten Qualitätsmängel wurden bewertet und in der Bilanz entsprechend rückgestellt.
5.6. Forderungsausfallsrisiko
Die Gesellschaft erachtet es als sinnvoll, sich gegen mögliche Forderungsausfälle soweit als möglich zu versichern. Verluste aus Zahlungsausfällen im Exportgeschäft sind insoweit über eine Forderungsausfallsversicherung (bis 90 % der Forderungshöhe) abgesichert, als dies aus Sicht der Versicherung die Bonität des Kunden bzw. das geographische Umfeld des Kunden zulassen. Auf Grund der politischen Entwicklungen sind einige Regionen und damit die Kunden in diesen Regionen nicht oder nur sehr begrenzt versicherbar. Dieser Umstand und negative wirtschaftliche Entwicklungen bei einigen Kunden führen dazu, dass Kunden aus der Versicherungsdeckung herausgenommen werden oder die Deckungssumme reduziert wird. Die Belieferung dieser Kunden wird je nach aktueller Liquiditätslage des Kunden (soweit das der Gesellschaft bekannt ist) und den langjährigen Erfahrungswerten entweder eingestellt oder entsprechend vorsichtig gehandhabt.
5.7. Brand, Transportrisiko, Hochwasser und Betriebshaftpflicht
So wie in den Vorjahren wurden auch im Geschäftsjahr 2025 Maßnahmen zur vorbeugenden Schadensverhütung gesetzt bzw. diese ausgedehnt. Bilanziellen Risiken durch weiterlaufende fixe Kosten und dem entgangenen Gewinn bei Betriebsunterbrechung durch Feuer oder Hochwasser wird durch eine adäquate Versicherung entgegengewirkt. Jährlich angepasste Versicherungsverträge entsprechen dem Risikotransfer zum Versicherer und sind Bestandteil der Risikovorsorge.
Ein von der Marktgemeinde Werfen initiiertes Projekt einer Schutzverbauung des Blühnbaches wurde dem Aufsichtsrat vorgestellt (Gesamtkosten > 5,0 Mio. EUR, Anteil ESW zirka 0,7 Mio. EUR), wobei der Vorstand zunächst vom Aufsichtsrat ersucht wurde, einen verbesserten Einzelschutz für das Werkegelände zu prüfen. Entsprechend den, unter Beiziehung eines externen Sachverständigen, aufbereiteten Unterlagen, hat der Aufsichtsrat durch Mehrheitsbeschluss einer Teilnahme am Schutzprojekt zugestimmt. Die genauen Kosten bzw. der genaue Zeitplan stehen noch nicht fest.
6. Ausblick
Das Unternehmen sah sich in den letzten Jahren zahlreichen atypischen externen Herausforderungen ausgesetzt. In den Jahren 2020 und 2021 war es das Corona-Virus, seit Februar 2022 der Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine, seit Beginn des Jahres 2025 kommt als weiter Faktor die Zollpolitik der US-Regierung hinzu und seit wenigen Monaten der Angriffskrieg der USA auf den Iran, mit entsprechenden Konsequenzen für die Energieversorgung und -preise. Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Covid-Pandemie sind vollständig überwunden. Das gilt nicht für den Angriffskrieg Russlands und andere politische Krisen weltweit. Eine durch die Energiepreise und das Handeln der politischen Entscheidungsträger in Österreich und in der Europäischen Union mitverursachte, massive Inflation führte zu Kostensteigerungen bei wesentlichen Kostenblöcken des Unternehmens, insbesondere bei Energie- (Stichwort: Merit Order), Material- und Personalkosten. Die Lohn- und Gehaltsabschlüsse der letzten Jahre führten zu Lohn- und Gehaltssteigerungen in Höhe von zirka 30,0 %. Das ist deutlich mehr, auch im Vergleich mit dem europäischen Ausland, und stellt eine nachhaltig massive Belastung für die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens heute und in der Zukunft dar – auch im Vergleich zu europäischen Mitbewerbern. Ein gewisses Erkennen und Einlenken zeigten die KV-Verhandlungen im Herbst 2025, darüber hinaus wurden die Lohn- und Gehaltssteigerungen für zwei Jahre verhandelt und abgeschlossen.
Die Kunden des ESW zeigen sich im Einkaufsverhalten nach wie vor zurückhaltend und vorsichtig, wobei regional unterschiedlich ausgeprägt, ebenso preissensibel und offen für deutlich günstigere Offerte vorrangig asiatischer Mitbewerber, aber insgesamt stabil. Zur Verunsicherung bei den US-amerikanischen Kunden tragen die laufenden Änderungen
Zollpolitik der US-Regierung bei, generell auch die aktuellen Krisen und Kriege, insbesondere im Iran und in der Ukraine. Aus heufiger Sicht übernehmen die US-amerikanischen Kunden die jeweils gültigen Zollkosten, wobei die Erfahrungen aus der Vergangenheit zeigen, dass sich die Inhalte der Zollpolitik der USA immer wieder, auch kurzfristig, verändern können.
Das Unternehmen wird auch vor dem Hintergrund dieser Herausforderungen und Rahmenbedingungen weiterhin gezielte Investitionen in das personelle Know-how mit einer fokussierten Ausrichtung der Personal- und Lehrlingsentwicklung, in moderne Fertigungsanlagen mit entsprechenden Investitionsausgaben, in ein durch das Controlling gestütztes Management der Preise und Kosten (wie beispielsweise durch kontinuierliche Verbesserungen der Prozesse und Abläufe) sowie in eine konsequente Ausrichtung auf die Anforderungen des Marktes einschließlich notwendiger Neu- und Weiterentwicklungen der Produkte, insbesondere durch eine hohe Qualität beim Produkt und im Service, durchführen. Zudem laufen im Unternehmen unverändert zahlreiche Aktivitäten mit den Zielen, die Kostenstruktur zu verbessern, die Kosten nachhaltig zu senken und die Ertragslage auf einem angemessenen Niveau zu halten, ebenso die Kapitalbindung. Die Integration mit dem Schwesterunternehmen VALJI in Slowenien ist im Jahr 2025 weit fortgeschitten und wird einen wichtigen Lösungsansatz für die zukünftige Ausrichtung darstellen.
Die Geschäftsentwicklung in den ersten Monaten des Geschäftsjahres 2026 war sowohl hinsichilich der Umsatzentwicklung als auch der Ertrags- und Finanzlage plankonform und betreffend Auftragseingang und Auslastung sogar höher als erwartet. Für das Gesamtjahr wird aus heutiger Sicht eine weiterhin plankonforme bzw. sogar etwas bessere Geschäftsentwickung erwartet, deutlich über dem Niveau des Vorjahres.
Weren-Tenneck. 16.06. 146
Mag. Dr. Georg Hemetsberger
Dipl.-Ing. Patrik Bruckbauer