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Lagebericht 2025

Voglauer Gschwandtner & Zwilling GmbH

Original-PDF

Stichtag 31. Dez. 2025 · Eingereicht am 23. Sep. 2026

Inhaltsverzeichnis

VOGLAUER GSCHWANDTNER & ZWILLING GMBH 5441 Abtenau, Pichl 55

L A G E B E R I C H T

1. Bericht über den Geschäftsverlauf und die wirtschaftliche Lage

1.1. Geschäftsverlauf

Das Jahr 2025 begann mit einschneidenden politischen Veränderungen. Mit der Rückkehr von US-Präsident Trump ins Weiße Haus zeichnet sich ein grundlegender Kurswechsel in der amerikanischen Politik ab, der spürbare Auswirkungen auf die bestehende Weltordnung erwarten lässt. Sowohl geopolitische Strukturen als auch der internationale Handel stehen vor erheblichen Umbrüchen. Insbesondere zunehmender Protektionismus und wechselseitige Zollerhöhungen bergen das Risiko steigender Inflationsraten. Gleichzeitig dürfte die fortschreitende Fragmentierung der Weltwirtschaft das globale Wachstum dämpfen.

Vor diesem Hintergrund befindet sich der Möbelhandel ebenso wie die Möbelindustrie – nach den pandemiebedingten Boomjahren – seit 2022 in einer anhaltenden Abschwungphase.

In Osterreich kam die Konjunktur im Jahr 2025 nur schleppend in Gang. Das BIP blieb im ersten Halbjahr weitgehend unverändert. Zwar wurde für das dritte Quartal ein deutlicher Zuwachs ausgewiesen, dieser war jedoch primär auf Lageraufbau zurückzuführen. Die privaten Konsumausgaben zeigten weiterhin keine nennenswerte Dynamik, und auch die Bruttoanlageinvestitionen stagnierten. Nach einem Anstieg im ersten Halbjahr gingen die Exporte im dritten Quartal laut Statistik Austria wieder zurück. Dieses Muster deutet auf Vorzieheffekte im internationalen Warenhandel infolge der US-Zollpolitik hin, die sich im weiteren Jahresverlauf abschwächten und damit den Konjunkturverlauf verzerrten. Darauf weist auch die zu Jahresbeginn gestiegene Wertschöpfung im Bereich der Warenherstellung hin. In der Bauwirtschaft war – gemessen an der Wertschöpfung – bis in den Herbst hinein ein Abwärtstrend zu beobachten. Parallel zur schwachen Konsumentwicklung schrumpfte auch die Wertschöpfung in den Bereichen Handel, Verkehr, Beherbergung und Gastronomie

bis einschließlich des dritten Quartals. Insgesamt lag die österreichische Wirtschaftsleistung im Durchschnitt der ersten drei Quartale 2025 dennoch um rund 0,5 % über dem Vorjahresniveau (Quelle: WIFO 01/2026).

In Deutschland, dem wichtigsten Exportmarkt, war im Sommerhalbjahr 2025 ein leichter Rückgang der Wirtschaftsleistung zu verzeichnen. Das reale, saisonbereinigte BIP sank im zweiten und dritten Quartal kumuliert um 0,2 % und damit etwas stärker als erwartet. Die Industrieproduktion ging spürbar zurück. Besonders belastet war die Bauwirtschaft, die unter einem deutlichen Einbruch der Wohnbauinvestitionen litt. Auch der private Konsum entwickelte sich schwächer als prognostiziert, wenngleich sich der Arbeitsmarkt insgesamt stabiler zeigte. Beschäftigungsrückgänge in der Industrie konnten durch Zuwächse im Dienstleistungssektor weitgehend kompensiert werden. Gleichzeitig stiegen die Effektivlöhne überraschend stark, wodurch der Kostendruck hoch blieb. Neben der schwachen globalen Nachfrage stellen auch strukturelle Herausforderungen die deutsche Wirtschaft vor große Aufgaben. Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen liegt mittlerweile rund ein Drittel über dem Niveau von 2019 (Quelle: Deutsche Bundesbank 12/2025).

Zusätzlich zu den wirtschaftlichen Unsicherheiten belasten geopolitische Spannungen die globale Entwicklung. Der anhaltende Krieg zwischen Russland und der Ukraine sowie der weiterhin fragile und vielschichtige Nahost-Konflikt bergen erhebliche Eskalationsrisiken – insbesondere im Spannungsfeld zwischen Israel, den USA und dem Iran. Die humanitären, politischen und sicherheitspolitischen Herausforderungen sind beträchtlich.

Vor diesem Gesamtbild bleibt die Anschaffungsneigung der Konsument:innen verhalten. Das Konsumklima hat sich auf niedrigem Niveau stabilisiert, ohne bislang eine nachhaltige Aufwärtsbewegung erkennen zu lassen.

Anmerkung: Eine gendergerechte Sprache ist uns wichtig. Wenn sich in diesem Bericht personenbezogene Bezeichnungen nicht exklusiv auf ein Geschlecht beziehen, wollen wir dies auch in der Sprache sichtbar machen, indem wir die Paarform oder geschlechtsneutrale Formulierungen verwenden. Fallweise weichen wir – etwa im Interesse der Lesefreundlichkeit – davon ab, womit sich auch die männliche Form eines Ausdrucks auf alle Geschlechter beziehen kann.

Die beiden Vertriebsbereiche von VOGLAUER entwickelten sich unter den gegebenen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen unterschiedlich.

VOGLAUER hotel concept

Der Tourismus hat sich weiterhin als vergleichsweise stabiler Wirtschaftszweig erwiesen. Die weltweite Reisetätigkeit bleibt auf hohem Niveau, der Outbound- Tourismus wächst in nahezu allen Ländern – wenn auch mit zunehmendem Kostenbewusstsein und stärkerem Fokus auf Nachhaltigkeit. Osterreich ist in den wichtigsten Herkunftsmärkten weiterhin ein stark nachgefragtes Reiseziel. Neue Flugverbindungen aus dem Nahen Osten, Asien und Israel verbessern zusätzlich die internationale Erreichbarkeit und erweitern das Gästepotenzial.

Kostensteigerungen können von vielen Hoteliers größtenteils an die Gäste weitergegeben werden, wodurch die Ertragskraft der Betriebe gesichert bleibt. Gleichzeitig befindet sich die Branche in einem tiefgreifenden strukturellen Wandel. Noch nie zuvor sah sich der Tourismus mit einer derart hohen Anzahl an parallelen Krisen und Herausforderungen konfrontiert. Bewährte Erfolgsmodelle verlieren teilweise an Wirksamkeit und machen innovative Konzepte erforderlich.

Die im Bereich VOGLAUER hotel concept umgesetzte Anpassung der Organisationsstruktur zeigt deutliche Wirkung. Schlanke Strukturen mit klar definierten Aufgaben und Verantwortlichkeiten ermöglichen eine effiziente und zielgerichtete Markt- und Kund:innenbetreuung. Umsatz- und Auftragslage entwickelten sich sehr positiv. So konnten mehrere namhafte Großprojekte im gehobenen Segment gewonnen und erfolgreich realisiert werden, darunter das K+K Hotel Maria Theresia (Wien), das K+K Hotel Palais (Wien), das Eurotel Victoria (Les Diablerets, CH) sowie das Fairmont Montreux Palace (Montreux, CH). Insgesamt konnte das ausgeführte Projektvolumen im Jahr 2025 gegenüber 2024 um rund 40 % gesteigert werden.

VOGLAUER Möbelhandel

Der Möbelhandel hingegen musste im Jahr 2025 reale Umsatzeinbußen verzeichnen und zählt damit zu den besonders stark betroffenen Branchen. Auf die außergewöhnlichen Boomjahre während der Corona-Pandemie folgte eine deutliche Abschwächung, insbesondere bedingt durch die schwache Entwicklung im Wohnungsneubau. Seit Sommer 2022 stagniert die Konsumneigung auf insgesamt niedrigem Niveau.

Hauptursachen für die anhaltende Kaufzurückhaltung sind die stark gestiegenen Lebenshaltungs-, Energie- und Wohnkosten sowie die allgemeine Verunsicherung durch internationale Konflikte. Die anfänglichen Hoffnungen auf eine konjunkturelle Erholung haben sich zunehmend relativiert. Negative Medienberichte, steigende Insolvenzzahlen, drohende Standortverlagerungen, höhere Arbeitslosigkeit und gestiegene Finanzierungskosten verstärken die Zurückhaltung der Konsument:innen – insbesondere bei Investitionsgütern wie Möbeln.

Zur Bewältigung dieser herausfordernden Situation hat VOGLAUER rasch und gezielt Maßnahmen ergriffen, um Produktivität und Wirtschaftlichkeit nachhaltig abzusichern.

Ein zentraler Schwerpunkt lag auf Produktinnovationen. Mit dem neuen Modell „V / lacera“ wurde ein zeitgemäßes, international ausgerichtetes Designkonzept entwickelt, das die Materialkombinationen Lack, Massivholz und Spanplatte in eine eigenständige, modene Formensprache überführt. Die neue Linie wurde in den fünf Wohnbereichen – Wohnen, Speisen, Schlafen, Diele und Bad – auf zahlreichen Fachmessen erfolgreich präsentiert und stieß auf sehr positive Resonanz. Damit eröffnet VOGLAUER neue Zielgruppen und zusätzliche Marktpotenziale in neuen Regionen.

Parallel dazu wird die strategische Ausrichtung auf Industrie 4.0 konsequent weiterverfolgt. Neben der kontinuierlichen Weiterentwicklung der ERP-Systeme liegen wesentliche Schwerpunkte im Ausbau nachhaltiger Lösungen sowie in der weiteren Steigerung von Energieeffizienz und Ressourcenschonung.

1.2. Bericht über die Zweigniederlassungen

Das Unternehmen hat seinen Sitz in 5441 Abtenau, Pichl 55. Zur Unterstützung der Marktbearbeitung im Hotelbereich besteht eine Zweigniederlassung in der Schweiz, Unterdorfstrasse 12, 8808 Pfäffikon.

Finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

1.2.1. Kennzahlen der Vermögensstruktur

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 5
Sachanlagenintensität20252024
Sachanlagevermögen22.175.20125.264.416
Gesamtvermögen47.354.08449.334.976
Sachanlagenintensität46,83 %51,21 %

Das Sachanlagevermögen ist gegenüber dem Vorjahr insbesondere aufgrund der laufenden Abschreibungen um 12,23 % gesunken. In Verbindung mit der ebenfalls leicht rückläufigen Bilanzsumme ergibt sich eine Reduktion der Sachanlagenintensität um 4,38 Prozentpunkte.

Das Unternehmen hat in den vergangenen Jahren umfangreiche Investitionen durchgeführt und sich damit als Branchenleitbetrieb positioniert. Die weiterhin hohe Sachanlagenintensität ist branchenbedingt und notwendig, da Investitionen in den Maschinenpark sowie in die Digitalisierung wesentliche Voraussetzungen darstellen, um die Produktivität weiter zu steigern und die langfristige Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens nachhaltig zu sichern.

1.2.2. Kennzahlen der Kapitalstruktur

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 5
Eigenkapitalanteil20252024
Eigenkapital (adaptiert, inkl. Investitionszuschüssen)11.213.20110.939.528
Gesamtkapital47.354.08449.334.976
Eigenkapitalquote23,68 %22,17 %

Die Eigenkapitalquote beträgt zum Bilanzstichtag 23,68 % (Vorjahr: 22,17 %) und zeigt damit eine Verbesserung gegenüber dem Vorjahr. Die Eigenkapitalbasis des Unternehmens konnte somit weiter gestärkt werden und bildet eine solide Grundlage für die zukünftige Unternehmensentwicklung.

1.2.3. Cash-Flow Berechnung

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 6
Geldflussrechnung in TEUR31.12.202531.12.2024
Ergebnis vor Steuern188-2.778
+ Abschreibungen auf Gegenstände des Investitionsber.4.4184.467
+/- Gewinn/Verluste aus dem Abgang vom AV-1-8
+/- Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen/Erträge2-129
-/+ Zunahme/ Abnahme der Vorräte-1.225660
-/+ Zunahme/ Abnahme der Forderungen-1.0801.813
-/+ Zunahme/ Abnahme Rechnungsabgrenzungsposten-3650
+/- Zunahme/ Abnahme Rückstellungen197-46
+/- Zunahme/ Abnahme Verbindlichkeiten-1.3581.802
Nettogeldfluss aus der Geschäftstätigkeit1.1055.831
Zahlungen für Ertragsteuern-4-37
Netto-Geldfluss aus laufender Geschäftstätigkeit1.1015.794
Einzahlungen aus Anlagenabgang210
Auszahlungen für Anlagenzugang-658-511
Nettogeldfluss aus der Investitionstätigkeit-656-501
Ein-/Rückzahlungen von Darlehen und Krediten-1.004-2.761
Gewinnausschüttungen00
Nettogeldfluss aus der Finanzierungstätigkeit-1.004-2.761
-5592.532
Entwicklung der liquiden Mittel
Stand 01.01.4.4871.955
Stand 31.12.3.9284.487
-5592.532

Der Nettogeldfluss aus der laufenden Geschäftstätigkeit beträgt im Geschäftsjahr TEUR 1.101 (Vorjahr: TEUR 5.794). Ausgangspunkt hierfür ist das gegenüber dem Vorjahr deutlich verbesserte Ergebnis vor Steuern von TEUR 188 (Vorjahr: TEUR -2.778). Die Entwicklung des operativen Cashflows wurde im Geschäftsjahr maßgeblich durch Veränderungen im Working Capital beeinflusst. Der Anstieg der Vorräte resultiert aus dem Aufbau von noch nicht abrechenbaren Leistungen im Zusammenhang mit einem Großprojekt. Aufgrund mehrerer bauseitiger Nachträge konnte zum Bilanzstichtag lediglich eine Teilabnahme mit entsprechender Teilschlussrechnung erfolgen, wodurch sich eine temporäre Bindung liquider Mittel ergab. Zudem kam es zu einem Anstieg der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Trotz des im Geschäftsjahr verzeichneten Anstiegs konnten die Forderungen durch konsequentes und effizientes Forderungsmanagement sowie ein vorausschauendes Risikomanagement weiterhin auf einem insgesamt niedrigen

Niveau gehalten werden. Gleichzeitig führte eine Abnahme der Verbindlichkeiten zu einem weiteren Mittelabfluss. Die im Geschäftsjahr getätigten Investitionen konnten aus dem operativen Cashflow finanziert werden. Im Bereich der Finanzierungstätigkeit wurden Bankverbindlichkeiten in Höhe von TEUR 1.004 (Vorjahr: TEUR 2.761) planmäßig zurückgeführt. Gewinnausschüttungen erfolgten im Geschäftsjahr nicht. Insgesamt verringerte sich der Bestand an liquiden Mitteln um TEUR 559 auf TEUR 3.928 zum Bilanzstichtag (Vorjahr: TEUR 4.487). Damit ergibt sich eine solide Nettoverschuldungsquote von rd. 1,2 Jahren. Neben den vorhandenen liquiden Mitteln verfügt das Unternehmen weiterhin über ausreichend nicht ausgeschöpfte Kreditlinien und damit über eine solide Liquiditätsbasis.

Das Unternehmen bezahlt stets innerhalb der Skontofrist. Dadurch konnten Skontoerträge für das Geschäftsjahr 2025 in Höhe von TEUR 1.124 lukriert werden.

1.2.4. Kennzahlen der Aufwands- und Ertragsstruktur

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 7
Personalaufwand in % der Umsatzerlöse20252024
Personalaufwand22.143.74421.037.884
Umsatzerlöse89.104.36372.615.217
Personalaufwand in % der Umsatzerlöse24,85 %28,97 %

Die Personalquote beträgt im Geschäftsjahr 24,85 % (Vorjahr: 28,97 %) und konnte damit trotz gestiegener Lohn- und Gehaltskosten deutlich reduziert werden. Ursächlich hierfür ist insbesondere das deutlich höhere Umsatzniveau bei gleichzeitig moderatem Anstieg des Personalaufwands. Die inflationsbedingten Lohn- und Gehaltskostensteigerungen der nächsten Jahre sind in den Rückstellungen für Abfertigungs- und Urlaubsguthaben entsprechend berücksichtigt. VOGLAUER bewies auch im Personalbereich unternehmerischen Weitblick und zeigt sich als verlässlicher Partner gegenüber den Mitarbeiter:innen. Durch das Setzen der richtigen Maßnahmen, wie der Erhöhung der Flexibilität in der Einsatzmöglichkeit der Mitarbeiter:innen in verschiedenen Produktionsbereichen sowie der Beschränkung der Nachbesetzung natürlicher Abgänge auf Schlüsselpositionen, ist es VOGLAUER nicht nur gelungen, ganzjährig Vollbeschäftigung sicherzustellen, gleichzeitig wichtige Fachkräfte im Unternehmen zu halten und damit seine Position als bedeutender

Arbeitgeber in der Region zu festigen. Damit konnte die Leistungsfähigkeit von VOGLAUER nachhaltig abgesichert werden.

1.2.5. Nicht finanzielle Leistungsindikatoren

Die Voglauer Gschwandtner & Zwilling GmbH ist ein traditionsreiches österreichisches Familienunternehmen mit tiefen Wurzeln im Handwerk. Ausgehend von einer 1932 gegründeten kleinen Tischlerei hat sich das Unternehmen zu einem modernen Industriebetrieb mit rund 312 Mitarbeiter:innen und einem Exportanteil von etwa 60 % entwickelt. Firmensitz und Produktionsstandort befinden sich in Abtenau im Bundesland Salzburg.

Seit 1987 ist VOGLAUER in zwei klar voneinander abgegrenzten Geschäftsfeldern tätig: als Hersteller hochwertiger Naturholzmöbel sowie als Spezialist für Hotelausstattung. Beide Bereiche stellen unterschiedliche Anforderungen und sind organisatorisch – mit Ausnahme gemeinsamer Verwaltung und Produktion – getrennt strukturiert. Während die Möbelproduktion ein klassisches Produktgeschäft darstellt, ist die Hotelausstattung projektorientiert ausgerichtet.

VOGLAUER Möbel

VOGLAUER entwickelt und produziert hochwertige Möbel für Wohn- und Essbereiche, Schlafzimmer, Dielen und Badezimmer. Dabei werden ausschließlich Hölzer und Holzwerkstoffe aus nachhaltiger Forstwirtschaft verwendet. Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein sind fest in der Unternehmensphilosophie verankert. In Design und Formensprache spiegeln sich traditionelle Elemente aus Natur und Kultur der alpinen Heimat wider.

Die Naturholzmöbel von VOGLAUER verbinden die gewachsene Ursprünglichkeit des Unternehmens mit Innovationskraft und zeitgemäßem Design.

Der Vertrieb erfolgt ausschließlich über den qualifizierten Möbelfachhandel. Eigene Verkaufsfilialen oder einen Onlineshop betreibt VOGLAUER nicht. Zu den klassischen Absatzmärkten zählen Österreich, Deutschland und die Schweiz (DACH-Region). Darüber hinaus ist das Unternehmen insbesondere im Benelux-Raum und in Frankreich sowie in weiteren europäischen Ländern erfolgreich vertreten. Einzelne Märkte außerhalb Europas werden ebenfalls bedient.

VOGLAUER Möbel stehen für exzellentes Design und höchste Verarbeitungsqualität und positionieren sich damit im Premiumsegment – auch preislich. Im Sinne nachhaltiger Wertigkeit für Kund:innen und Umwelt legt das Unternehmen besonderen Wert auf langlebige Materialien und reparaturfreundliche Konstruktionen.

VOGLAUER hotel concept

Im Bereich Hotelausstattung agiert VOGLAUER hotel concept als Generalunternehmer und bietet ganzheitliche Lösungen aus einer Hand – von der Planung und dem Design über den Innenausbau bis hin zur finalen Detailausstattung. Dadurch entstehen schlüsselfertige Gesamtkonzepte, die individuell auf die Anforderungen der Kund:innen abgestimmt sind.

Zu den Auftraggeber:innen zählen vor allem größere Betriebe der gehobenen Hotellerie, die maßgeschneiderte und qualitativ hochwertige Lösungen suchen. VOGLAUER hotel concept legt besonderen Wert auf den direkten, persönlichen Austausch mit den Entscheidungsträger:innen. Mit einer eigenen Design- und Architekturabteilung sowie einem starken Netzwerk verlässlicher Partner begleitet das Unternehmen seine Kund:innen kompetent durch alle Projektphasen – von der ersten Idee über die Umsetzung bis zur laufenden Betreuung.

Der Kernmarkt ist – wie im Möbelbereich – die DACH-Region, in der VOGLAUER hotel concept als Generalunternehmer auftritt. In den Benelux-Ländern und in Frankreich konzentriert sich das Unternehmen auf Leistungen im Bereich Furniture, Fixtures & Equipment (FF&E).

Nachhaltigkeit ist für VOGLAUER keine kurzfristige Strategie, sondern gelebte Uberzeugung. Das Unternehmen erzeugt Strom aus eigener Wasserkraft sowie aus einer 1.000 kWp Photovoltaikanlage und deckt damit rund 70 % des eigenen Energiebedarfs ab – ein konsequenter Schritt in Richtung Energieautarkie. Verarbeitet werden ausschließlich Naturöle, Wasserlacke und Beizen, die anschließend recycelt werden. Holzabfälle werden im eigenen Werk thermisch verwertet. Eine moderne 3,3 MW-Heizanlage mit zeitgemäßen Filtersystemen sorgt dabei für erhebliche CO2- Einsparungen. Zusätzlich unterstützt VOGLAUER nachhaltige Mobilität durch Shuttlebusse und Jahreskarten für öffentliche Verkehrsmittel für Mitarbeiter:innen.

Holz als natürlicher, nachwachsender Rohstoff bildet die Basis aller Produkte. Daher stammt das verwendete Holz ausschließlich aus nachhaltiger Forstwirtschaft. Für jedes gefertigte Möbelstück wächst ein neuer Baum nach. Zahlreiche Auszeichnungen – darunter Umweltzeichen, Design- und Innovationspreise sowie Awards für das soziale Engagement - unterstreichen den ganzheitlichen Anspruch des Unternehmens.

Nachhaltigkeit umfasst bei VOGLAUER nicht nur ökologische Aspekte, sondern auch soziale und wirtschaftliche Verantwortung. Eine zukunftsfähige Entwicklung erfordert das Zusammenspiel aller drei Dimensionen sowie resiliente Strukturen und Organisationen. Mit dem ersten Nachhaltigkeitsbericht wurde bereits die Grundlage für die künftige verpflichtende Berichterstattung gemäß der EU-Richtlinie Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) geschaffen.

Als traditionsreiches Familienunternehmen steht VOGLAUER für Stabilität, Verlässlichkeit und langfristiges Denken. Die unternehmerischen Leistungen, das starke regionale Engagement und die internationale Strahlkraft des Unternehmens wurden vielfach ausgezeichnet – unter anderem mit dem Inklusions-Award 2025 beim ALC-Award, der das besondere Engagement für die Integration von Menschen mit Behinderung würdigt.

2. Bericht über die voraussichtliche Entwicklung und die Risiken des Unternehmens

2.1. Voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens

Mit einer umfassenden Investitionsoffensive in den Bereichen Industrie 4.0 und Digitalisierung hat VOGLAUER in den vergangenen Jahren entscheidende Schritte in Richtung Zukunft gesetzt. Vollautomatisierte Fertigungsanlagen sowie ein innovatives, leistungsfähiges ERP-System ermöglichen eine deutliche Optimierung interner Prozesse und Abläufe. Schlanke und transparente Strukturen senken Kosten, erhöhen die Flexibilität und verkürzen Durchlaufzeiten. Dadurch kann die gesamte hochwertige Produktpalette – sowohl im Naturholzsegment als auch im Bereich hotel concept – wirtschaftlich in Losgröße 1 gefertigt werden. Positive Effekte zeigen sich unter anderem in reduzierten Lagerbeständen und kürzeren Lieferzeiten.

Diese Entwicklung ist nur durch bestens ausgebildete und hoch motivierte Mitarbeiter:innen möglich, die sich stark mit dem Unternehmen identifizieren. Das Engagement in der Ausbildung unterstreicht diesen Anspruch: VOGLAUER wurde als „Salzburgs Bester Lehrbetrieb“ ausgezeichnet. Innovation wird im Unternehmen nicht nur gefordert, sondern aktiv gefördert und gelebt.

Das etablierte, selektive Vertriebssystem wird konsequent weiterentwickelt. Im Rahmen eines Markenpartnervertrags autorisiert VOGLAUER gezielt jene Handelspartner, die sich nachhaltig für die Marke engagieren. Damit verbunden sind klare Anforderungen an POS-Flächen und Online-Präsenz, ein leistungsorientiertes Konditionensystem sowie flexible Lieferzeitmodelle. Die bewusste Fokussierung auf engagierte Markenpartner führte zu einer Reduktion der Kund:innenanzahl bei gleichzeitiger Effizienzsteigerung. Trotz kleinerem Kundenstamm konnten die gesamten POS-Flächen sogar ausgeweitet werden.

Im Hotelsegment bietet VOGLAUER hotel concept schlüsselfertige Gesamtlösungen aus einer Hand. Als Generalunternehmer verfügt das Unternehmen über mehr als 90 Jahre Erfahrung und greift auf ein starkes Netzwerk verlässlicher Partner zurück. Die erfolgreiche Umsetzung anspruchsvoller Hotelprojekte erfordert höchste Planungs- und Umsetzungskompetenz. Mit eigener Design- und Architekturabteilung sowie einem Netzwerk aus qualifizierten Handwerkern, Lieferanten und Dienstleistern ist VOGLAUER hotel concept ein bevorzugter Partner in der gehobenen Hotellerie.

Auf Basis eines detaillierten Bauzeitenplans wird ein durchgängiges Logistik- und Umsetzungskonzept entwickelt. Erfahrene Projektleiter übernehmen die Koordination sämtlicher Gewerke – etwa HKLS, Trockenbau, Malerarbeiten, Fliesen, FF&E und weitere Leistungen – und binden bei Bedarf Subunternehmer sowie Fachplaner ein. Sie tragen die Verantwortung für Termin- und Kosteneinhaltung sowie für die bedarfsorientierte Sicherheits- und Gesundheitskoordination.

Aktuell liegen die Lieferzeiten im Möbelhandel bei rund 9–10 Wochen, im Hotelbereich bei etwa 11–12 Wochen.

Vor dem Hintergrund der allgemeinen Marktbedingungen wird das Budget 2026 im Bereich VOGLAUER hotel concept vorsichtig geplant. Für VOGLAUER Möbel wird hingegen ein Wachstum von rund 15 % erwartet. Insgesamt ist ein Nettoumsatz von etwa 82 Mio. € sowie ein EBITDA von rund 4 Mio. € vorgesehen. Investitionsschwerpunkte liegen im weiteren Ausbau der Energieversorgung – insbesondere der Photovoltaikanlage – sowie in IT-Lösungen zur weiteren Prozessoptimierung. Die Sicherstellung der Liquidität hat dabei oberste Priorität. Risiken werden vor allem in der allgemeinen Markt-, Preis- und Finanzierungsentwicklung sowie in der Rohstoffverfügbarkeit gesehen.

Das Unternehmen verfügt über eine solide Liquiditätsbasis und zusätzlich über langfristige Finanzierungslinien zur weiteren Absicherung. Zahlungen erfolgen konsequent innerhalb der Skontofrist.

2.2. Wesentliche Risiken und Ungewissheiten

Die Weltwirtschaft dürfte in den Jahren 2026 und 2027 ihren moderaten Wachstumskurs fortsetzen. Sinkende Inflationsraten in den Industrieländern sowie steigende Realeinkommen wirken stabilisierend auf die Konsumnachfrage. Gleichzeitig profitieren Investitionen von einer schrittweisen Lockerung der Geldpolitik. Im Euroraum sollten sich insbesondere die Reallohnzuwächse zunehmend in einer Belebung des privaten Konsums niederschlagen, gestützt durch einen robusten Arbeitsmarkt und rückläufige Inflation. Die Industriekonjunktur dürfte hingegen nur langsam an Dynamik gewinnen, da Investitionen verzögert anspringen. Insgesamt wird für den Euroraum ein Wirtschaftswachstum von rund 1,1 % im Jahr 2026 und 1,4 % im Jahr 2027 erwartet, wobei die Entwicklungen innerhalb der Mitgliedstaaten weiterhin stark differieren.

Die geopolitische Lage hat sich zuletzt deutlich verschärft. Am 28.02.2026 führten Israel und die USA umfangreiche Luftangriffe auf den Iran durch, bei denen das geistliche Oberhaupt Ajatollah Ali Chamenei getötet wurde. In weiterer Folge kam es zu iranischen Gegenangriffen auf mehrere Golfstaaten. Die konkreten Auswirkungen auf die Weltmärkte sind derzeit nicht seriös abschätzbar. Die Situation im Nahen Osten bleibt angespannt und mit erheblichen Unsicherheiten behaftet.

Vor diesem Hintergrund können sprunghafte Marktveränderungen sowie produktionstechnische, kalkulatorische und logistische Herausforderungen nicht ausgeschlossen werden. Auch ungeplante Lieferverzögerungen oder kurzfristige Anpassungen in der Kapazitätsplanung sind möglich. Das Ausmaß möglicher weiterer Auswirkungen lässt sich aktuell nicht verlässlich prognostizieren.

Unter Berücksichtigung der Erfahrungen der vergangenen Jahre wird VOGLAUER seine bewährte Unternehmensstrategie konsequent fortführen. Maßnahmen zur Steigerung der Kosteneffizienz, zur Verbesserung der Margen sowie zur Konzentration auf betriebsnotwendige Ausgaben bleiben zentrale Handlungsfelder. Ebenso stehen die kontinuierliche Auslastung der Kapazitäten und die Sicherung der Arbeitsplätze im Fokus. Auf veränderte Marktbedingungen wird flexibel und konsequent reagiert.

Angesichts der verhaltenen und unsicheren Konjunkturaussichten wird für 2026 von einem stabilen Personalstand ausgegangen. VOGLAUER legt großen Wert darauf, als attraktiver Arbeitgeber wahrgenommen zu werden. Ein wertschätzendes Arbeitsumfeld, individuelle Entwicklungsperspektiven sowie bedarfsgerechte Sozialleistungen bilden hierfür die Grundlage. Eine faire, deutlich über dem Kollektivvertrag liegende Entlohnung, kostenlose Personaltransporte, Weiterbildungsangebote sowie Mitarbeiterveranstaltungen wie die Mitarbeiter:innengala oder die Weihnachtsfeier fördern ein positives Betriebsklima und eine hohe Mitarbeiter:innenbindung.

Im Projektgeschäft besteht naturgemäß das Risiko, dass einzelne Aufträge nicht im geplanten Umfang oder zeitgerecht realisiert werden. Daraus können Auswirkungen auf Liquidität und Ergebnis resultieren. Dieses immanente Risiko wird durch regelmäßige Projektsitzungen aktiv gesteuert, in denen Chancen und Risiken systematisch analysiert und dokumentiert werden. Ergänzend erfolgt eine laufende Überprüfung der strategischen Ausrichtung. Strenge Selektionskriterien bei der Angebotslegung sowie ein konsequentes Projektcontrolling tragen wesentlich zur

Weiterentwicklung des Risikomanagements bei. Durch die strukturierte Aufarbeitung von „Lessons Learned“ wird zudem eine nachhaltige Qualitätssteigerung erreicht.

Risiken aus dem Fremdwährungs- und Zinsbereich werden als gering eingeschätzt, da sämtliche Finanzierungen in Euro erfolgen und für 2026 von einem stabilen Zinsniveau ausgegangen wird. Das übergeordnete Risikomanagement sowie die Steuerung der Gesellschaft erfolgen im Rahmen periodischer Managementsitzungen. Dabei werden wesentliche Risiken, Chancen und Prozesse aus den Bereichen Projektabwicklung, Personal, Finanzen, Umwelt, IT, Produktion sowie Kunden- und Beschaffungssituation behandelt. Notwendige Maßnahmen werden definiert und protokolliert.

Zusätzlich besteht ein umfassender Versicherungsschutz, unter anderem durch:

 Kreditrisikoversicherungen zur Reduktion von Debitorenausfällen  Betriebshaftpflichtversicherungen zur Absicherung gegen Haftungsrisiken  All-Risk-Versicherungen zum Schutz der Vermögenswerte

Angesichts weltweit zunehmender Cyberkriminalität und technisch immer komplexerer Angriffsszenarien wird der IT-Sicherheit besondere Aufmerksamkeit gewidmet. Neben technischen Schutzmaßnahmen wie Passwort-Richtlinien und regelmäßigen Security- Assessments kommt der Sensibilisierung der Mitarbeiter:innen eine zentrale Bedeutung zu.

Die Finanzierung erfolgt über klassische Finanzinstrumente. Neben Investitions- und Exportförderungskrediten werden Lieferantenkredite im Rahmen üblicher Kreditverbindlichkeiten genutzt. Forderungsausfälle sind weitgehend durch Warenkreditversicherungen sowie Delkrederehaftungen der Möbeleinkaufsverbände abgesichert. Laufende Bonitätsprüfungen und die Ablehnung von Aufträgen ohne entsprechende Deckungszusagen reduzieren zusätzliche Risiken.

Qualitätsrisiken werden durch die kontinuierliche Weiterentwicklung und Kontrolle des Qualitätsmanagementsystems minimiert. Umweltauflagen werden konsequent eingehalten und laufend optimiert. Maßnahmen zur Verbesserung des Arbeitsschutzes sowie zur präventiven Wartung und Instandhaltung tragen zur Reduktion von Produktionsrisiken bei.

Die zukünftigen Expansionsmöglichkeiten hängen wesentlich von der Verfügbarkeit qualifizierter Fachkräfte ab. Daher genießen Employer Branding sowie die interne Ausund Weiterbildung – unter anderem in der VOGLAUER-Akademie – höchste Priorität.

3. Bericht über die Forschung und Entwicklung

Mit einer umfassenden Investitionsoffensive hat VOGLAUER in den vergangenen Jahren konsequent den Schritt in Richtung Industrie 4.0 und Digitalisierung vollzogen. Vollautomatisierte Fertigungsanlagen sowie ein modernes, zukunftsorientiertes ERP- System ermöglichen eine deutliche Optimierung der internen Abläufe. Die IT- Organisation folgt dabei einem ganzheitlichen Ansatz, der weit über technologische Einzelmaßnahmen hinausgeht. Neben der Maschinenanbindung umfasst dieser auch den strukturierten Datenaustausch mit Lieferanten und Kund:innen. Prozesse werden unternehmensweit harmonisiert und durch digitale Workflows transparent abgebildet. Dadurch kann die gesamte hochwertige Produktpalette flexibel und effizient in Losgröße 1 gefertigt werden.

Der Tourismus befindet sich insgesamt in einer Phase struktureller Veränderung und strategischer Neuausrichtung. Herausforderungen wie Klimawandel, Energieversorgung und Fachkräftemangel erfordern nachhaltige Konzepte und zukunftsfähige Strukturen, um diesen bedeutenden Wirtschaftszweig langfristig stabil weiterzuentwickeln. VOGLAUER hotel concept hat sich in diesem Umfeld als Generalunternehmer auf die Renovierung und Modernisierung von Hotelprojekten im 4- und 5-Sterne-Segment spezialisiert.

Die kontinuierliche Weiterentwicklung von Produkten und Dienstleistungen – getragen von den im Unternehmen verankerten Werten – ist ein zentraler Erfolgsfaktor für die langfristige Wettbewerbsfähigkeit der Marke. Forschung und Entwicklung bedeutet bei VOGLAUER, konsequent an neuen Designs, einer unverwechselbaren Formensprache, innovativen Technologien sowie an noch effizienteren Prozessen zu arbeiten.

Abtenau, am 27. März 2026

Peter Grünwald Geschäfts führer

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