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L A G E B E R I C H T
der
Wien Holding GmbH
Wien
Die Wien Holding GmbH befindet sich im Eigentum der Stadt Wien, erfüllt kommunale Aufgaben und ist unter Berücksichtigung gemeinwirtschaftlicher Ziele privatwirtschaftlich organisiert und auf Ertrag ausgerichtet.
Zu den wichtigsten Aufgaben der Wien Holding GmbH gehören das Beteiligungs-, Verwaltungs- und Liegenschaftsmanagement. Die Tochtergesellschaften mit Beteiligungsverhältnis werden strategisch geführt. Durch die Konzernstruktur ergeben sich Synergieeffekte in steuerlicher, wirtschaftlicher und personeller Hinsicht, von denen alle zugehörigen Unternehmen profitieren.
Die Wien Holding GmbH ist Gruppenträger der seit dem Geschäftsjahr 2005 bestehenden steuerlichen Unternehmensgruppe gemäß § 9 KStG. Zwischen dem Gruppenträger und den Gruppenmitgliedern wurden Verträge zur Regelung des Steuerausgleichs geschlossen.
1. Bericht über den Geschäftsverlauf und die wirtschaftliche Lage
Der Geschäftsverlauf der Wien Holding GmbH war im Wirtschaftsjahr 2025 weiterhin von den geopolitischen Entwicklungen und damit verbundenen wirtschaftlichen Auswirkung auf Inflation, Arbeitsmarkt sowie der dadurch ausgelösten Zinswende geprägt.
Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage
Die Umsatzerlöse betragen im Jahr 2025 EUR 8,3 Mio. und bewegten sich damit leicht über den Vorjahresumsatz.
Die Umsatzerlöse können auf die nachfolgend angeführten Tätigkeitsbereiche der Wien Holding GmbH wie folgt aufgegliedert werden:
| 2025 | 2024 | |
|---|---|---|
| Immobilienmanagement | 51,91% | 59,05% |
| Konzernleistungen | 48,09% | 40,95% |
Die Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen resultieren im Wesentlichen aus der Auflösung der Pensionsrückstellung. Die Veränderungen der sonstigen betrieblichen Aufwendungen betreffen im Wesentlichen Aufwendungen für die Kosten für aktuelle Projektentwicklungen, den Aufwand für Marketing und Werbung.
Der signifikante Anstieg des Finanzergebnisses im Vergleich zum Vorjahr ist zum überwiegenden Teil auf die höheren Ausschüttungen den Konzern- und Beteiligungsunternehmen sowie niedrigeren Finanzaufwendungen zurückzuführen und waren maßgeblich für die Ergebnisverbesserung verantwortlich.
Zum Bilanzstichtag war die Wien Holding GmbH an insgesamt 32 Gesellschaften (Vorjahr: 32 Gesellschaften) direkt beteiligt. Veränderungen im direkten Beteiligungsverhältnis gab es keine.
Die Gesamtsumme der Rückstellungen hat sich im Vergleich zum Vorjahr um EUR 8,2 Mio. verringert und ist im Wesentlichen auf den erstmalig saldierten Ausweis der Pensionsrückstellung mit der
Rückdeckungsversicherung sowie Anpassungen der Parameter (Rechnungszinssatz, Gehalts- und Pensionstrends) zurückzuführen. der Pensionsrückstellung
Die Kapitalflussrechnung zur Darstellung der Finanzlage zeigt im Jahr 2025 folgendes Bild:
| in EUR Tsd. | 2025 | 2024 |
|---|---|---|
| Nettogeldfluss aus laufender Geschäftstätigkeit | -15.111 | -21.101 |
| Nettogeldfluss aus Investitionstätigkeit | 42.312 | 12.645 |
| Nettogeldfluss aus Finanzierungstätigkeit | -9.818 | -11.206 |
| Zahlungswirksame Veränderungen | 17.383 | -19.662 |
| Finanzmittelbestand zum 1.1. | 30.851 | 50.513 |
| Finanzmittelbestand zum 31.12. | 48.234 | 30.851 |
Der höhere Nettogeldfluss aus der Investitionstätigkeit ist insbesondere auf die im Vorjahr getätigte Auszahlung eines Gesellschafterdarlehens für die Sanierung eines Theaters zurückzuführen, gleichzeitig sind auch die Beteiligungserträge im Vergleich angestiegen. Der Nettogeldfluss aus Finanzierungstätigkeit betrifft insbesondere die laufenden Zinszahlungen für die Konzernrefinanzierung aus dem Jahr 2023. Der Rückgang ist auf ein allgemein niedrigeres Zinsniveau zurückzuführen.
Die Eigenmittelquote ist leicht von 46,01% im Vorjahr auf 47,77% gestiegen. Die Eigenmittelquote berechnet sich aus (Eigenkapital x 100) / (Gesamtkapital - erhaltene Anzahlungen - Investitionszuschüsse). Der Gesamtkapitalumschlag ist auf 8,60 (Vorjahr: 7,72) gestiegen, der Anstieg steht vor allem im Zusammenhang mit dem Anstieg der Beteiligungserträge. Der Gesamtkapitalumschlag errechnet sich aus (Umsatz + Erträge + gekürzte Finanzerträge) x 100 / Bilanzsumme. Das Finanzanlagevermögen beträgt im Berichtsjahr 78,96% (Vorjahr: 81,48%) der Bilanzsumme und berechnet sich aus Finanzanlagevermögen x 100 / Bilanzsumme.
2. Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren
Der Personalstand (Köpfe) zum Bilanzstichtag setzt sich folgendermaßen zusammen:
| 2025 | 2024 | |
|---|---|---|
| Mitarbeiter*innen im Dienstverhältnis | 80 | 70 |
| Pensionist*innen | 6 | 6 |
| Gesamt | 86 | 76 |
3. Strategie und Organisationsentwicklung
Die Entwicklung der Konzernstrategie liegt in der Verantwortung der Wien Holding selbst, welche diese zentrale Aufgabe in einem strukturierten und professionellen Rahmen wahrnimmt. Die Wien Holding fungiert dabei nicht nur als strategischer Impulsgeber, sondern als koordinierende und unterstützende Instanz, die die strategische Ausrichtung entlang festgesetzter strategischer Richtungen nach dem Grundsatz der Subsidiarität mit den vollkonsolidierten Konzernunternehmen entwickelt. Dies gewährleistet die Konsistenz und Einheitlichkeit der Ziele, während den einzelnen Geschäftsbereichen ausreichend Handlungsspielraum für ihre individuellen Anforderungen und Projekte bleibt. Das Strategieprogramm wird daher als wesentliches Instrument zur konzernweiten Steuerung und Weiterentwicklung verstanden. Sein Erfolg misst sich nicht nur an den erreichten Zielen, sondern auch an der nachhaltigen Stärkung der Zusammenarbeit zwischen den Geschäftsbereichen.
Langfristiges Ziel, des im Jahr 2022 initiierten Strategieprogramms, ist die Entwicklung von einer Beteiligungsholding in eine Managementholding. Im Jahr 2025 konnte das Programm bedeutend weiterentwickelt werden. Die drei bereits bestehenden Kernthemen „Digitalisierung“, „Attraktiver Arbeitgeber“ sowie „Nachhaltigkeit und Innovation“ waren weiterhin Vorgabe für die Einreichung von Projekten durch die Konzernunternehmen. Insgesamt wurden 34 Projekte eingereicht und im Jahr 2025 begleitet.
Weiters wurden gemeinsam mit der im Jahr 2024 zur Koordination und Steuerung der Strategieprogrammziele in den jeweiligen Geschäftsbereichen eingerichteten Taskforce Zielbilder 2030 für die Fokusthemen entwickelt, um im Konzern ein gemeinsames Zukunftsverständnis zu schaffen:
1. Der Wien Holding Konzern ist bis 2030 ein vernetzter Konzern mit optimierten und effizienten digitalen Prozessen und Systemen, die eine reibungslose Leistungserbringung und Zusammenarbeit über Konzernunternehmen hinweg garantieren. Durch gezielte Digitalisierungsmaßnahmen soll die Wirtschaftlichkeit gesteigert und die Zukunftsfähigkeit des Konzerns sichert werden. 2. Der Wien Holding Konzern ist als attraktiver Arbeitgeber in Wien positioniert und ist als solcher für Menschen in der Stadt bekannt und sichtbar. Mit unseren engagierten Mitarbeiter*innen und unserer Vielfalt an Dienstleistungen und Produkten wird einen wesentlichen Beitrag zum hohen Lebensstandard in Wien geleistet, für Lebens- und Arbeitsqualität, die zukunftssicher, fair und wettbewerbsfähig ist. 3. Der Wien Holding Konzern versteht sich als sozial verantwortlicher und wirtschaftlich effizienter Stadtgestalter. Die Konzerngesellschaften prägen und gestalten Wien als faire, inklusive und nachhaltige Stadt entscheidend mit. Als Konzern verfolgen wir ambitionierte Nachhaltigkeitsziele und unterstützen damit die Klimastrategie sowie die Smart Klima City Strategie der Stadt Wien.
Zur Schärfung der Positionierung in den Fokusthemen wurden klare Ziele mit messbaren Indikatoren definiert. Diese strategische Ausrichtung gibt allen Beteiligten eine klare Orientierung und schafft die notwendige Transparenz, um den Konzern langfristig weiterzuentwickeln.
4. Nachhaltigkeitsmanagement
2022 wurde Nachhaltigkeit erstmals als Bestandteil der Konzernstrategie mit dem Ziel verankert, die soziale, ökologische und ökonomische Nachhaltigkeit im Einklang mit den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen im Konzern zu verfolgen und einen Beitrag zum Erreichen der Klimaziele der Stadt Wien zu leisten.
Die Weiterentwicklung der Bestrebungen, die Wien Holding bis 2040 zum klimaneutralen Konzern auszubauen, steht seither im Mittelpunkt der Bemühungen.
Mit dem damit einhergehenden Aufbau einer Nachhaltigkeitsberichterstattung (ESG-Reporting) wird ein zusätzliches Steuerungsinstrument der Unternehmensführung entwickelt, das das Monitoring und das Controlling der nachhaltigen Entwicklung der Wien Holding gewährleisten soll.
Das Nachhaltigkeitsmanagement koordiniert und steuert die Nachhaltigkeitsagenden des Konzerns, initiiert Projekte, unterstützt die Konzerngesellschaften bei der Umsetzung der Nachhaltigkeitsprojekte wie auch im Aufbau der Datengrundlage und entwickelt in weiterer Folge die Nachhaltigkeitsstrategie.
5. Bericht über das Interne Kontroll- und Risikomanagementsystem
Die Stabstelle Konzernrevision umfasst neben der Internen Revision auch die Bereiche Risikomanagement, Internes Kontrollsystem (IKS) und Compliance. Damit ist die Einbindung der Konzernrevision in die Kontrollmaßnahmen sichergestellt.
Compliance ist bei der Stabstelle Konzernrevision angesiedelt und bedeutet, dass sich die Wien Holding GmbH und deren Mitarbeiter*innen an alle Gesetze, Verordnungen, Richtlinien und vertragliche Verpflichtungen aber auch an freiwillige Selbstverpflichtungen (beispielsweise vorgegebene Verhaltensvorschriften) zu halten haben. Mithilfe des Compliance-Management-Systems kann sichergestellt werden, dass sich sowohl die Unternehmensleitung als auch die Mitarbeiter*innen an diese Regeln halten. Mit einem Hinweisgeber*innensystem erfüllt die Wien Holding GmbH vollinhaltlich die gesetzlichen Verpflichtungen des Hinweisgeber*innenschutzgesetzes. Darüber hinaus werden die Mitarbeiter*innen mit Hilfe eines verpflichtenden Compliance E-Learnings regelmäßig zu den wichtigsten Compliance Themen geschult.
Das Interne Kontrollsystem (IKS) beinhaltet alle durchgeführten Maßnahmen und Prozesse, die die Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit der betrieblichen Tätigkeit, die Zuverlässigkeit der Finanzberichterstattung und die maßgeblichen gesetzlichen Vorschriften überwachen und kontrollieren. Es orientiert sich am international bewährten Rahmenkonzept COSO (Internal Control and Enterprise Risk Managing Frameworks des Committee of Sponsoring Organisations of the Treadway Commission) und stellt für die Geschäftsführung einen anerkannten Ansatzpunkt für ihre Analyse- und Steuerungsaufgaben dar. Das IKS dient auch zur vollständigen und nachvollziehbaren Dokumentation der regelmäßig anzupassenden Kontrollmaßnahmen in den wesentlichen Geschäftsprozessen. Die IKS-Dokumentation wurde auch im Berichtsjahr entsprechend aktualisiert und bietet die Grundlage für die IKS-Prüfaktivitäten der Konzernrevision. Ausgehend von den Prüfergebnissen wird die kontinuierliche Weiterentwicklung des IKS-Instrumentariums gewährleistet.
Risikomanagementsystem
Im Zuge der letzten Risikoinventur wurde der bestehende qualitative und quantitative Ansatz fortgesetzt, um eine genauere Einschätzung der Risikoposition und deren Aggregierbarkeit, sowie eine höhere Transparenz im Hinblick auf die Angemessenheit und die Wirkung der getroffenen Maßnahmen sicher zu stellen. Durch die fortlaufende Umsetzung von Maßnahmen wird die Verminderung bzw. Vermeidung der definierten Risiken bezweckt.
Im Rahmen der Nachhaltigkeitsbemühungen des Konzerns wurde im Berichtsjahr ein Update der wesentlichen Risiken durchgeführt, die sich auf die Nachhaltigkeitsleistung auswirken.
Risikomanagementprozess mit Berücksichtigung von ESG-Risiken
Der Risikomanagementprozess umfasst die Identifikation, Bewertung und Überwachung von Risiken. Es wird eine doppelte Wesentlichkeitsanalyse genutzt, um sicherzustellen, dass sowohl die Auswirkungen auf Wien Holding GmbH als auch ihre Auswirkungen auf die Umwelt und Gesellschaft berücksichtigt werden können.
Folgende wesentliche Schritte wurden beachtet:
Identifikation der ESG-Risiken
| Umweltrisiken: | Diese | umfassen | Risiken | durch | Klimawandel, | Umweltverschmutzung, |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Ressourcenknappheit und Naturkatastrophen. | ||||||
Soziale Risiken: Dazu gehören Risiken im Zusammenhang mit Arbeitsbedingungen, Menschenrechten, Gesundheit und Sicherheit sowie gesellschaftlichen Erwartungen.
Governance-Risiken: Diese betreffen Risiken durch unzureichende Unternehmensführung, Korruption, mangelnde Transparenz und ethische Verstöße.
Bewertung der ESG-Risiken
Die ESG-Risikobewertung ist ein Prozess, bei dem die Risiken in den Bereichen Umwelt (Environmental), Soziales (Social) und Unternehmensführung (Governance) systematisch identifiziert, bewertet und gesteuert werden. Bei der zur Anwendung kommenden qualitativen Bewertung werden die potenziellen Auswirkungen der identifizierten Risiken auf das Unternehmen beschrieben.
Integration in das Risikomanagement
Die ESG-Risiken wurden in das bestehende Risikomanagementsystem integriert, sodass diese in die bestehende Risikoinventur, -bewertung und -steuerung einfließen.
Die Entwicklung von spezifischen Maßnahmen zur Minderung der identifizierten ESG-Risiken, wie z.B. Investitionen in nachhaltige Technologien oder die Einführung von Richtlinien zur Verbesserung der Unternehmensführung sind für die Risikosteuerung zukünftig von essenzieller Bedeutung.
Berichterstattung und Kommunikation
Im Februar 2026 hat die Europäische Union die Vorgaben zur Nachhaltigkeitsberichterstattung gemäß CSRD (Corporate Sustainability Reporting Directive der EU) neu geregelt. Da die Wien Holding die darin festgesetzten Schwellenwerte aktuell nicht vollständig überschreitet, ist sie bis auf weiteres von der CSRD-konformen Berichtspflicht inklusive Klimarisikoanalyse nicht mehr erfasst.
Die Risikolandschaft der Wien Holding GmbH beinhaltet im Wesentlichen folgende Risikogruppen:
Reputations- und Ansteckungsrisiko
Dem Reputationsrisiko wird einerseits durch die Sicherung eines hohen Bekanntheitsgrades und positiven Images im Rahmen von stetiger Kommunikationsarbeit mit Journalist*Innen und der Öffentlichkeit sowie andererseits durch klare Richtlinien und definierte Kommunikationswege im Falle einer notwendigen Krisenkommunikation entgegengewirkt. Diese Richtlinien für strategische und operative Presse- und Medienarbeit dienen ebenfalls zur Minimierung des Ansteckungsrisikos.
Immobilienrisiken
Die Lage von Immobilien ist für die Werthaltigkeit der Objekte entscheidend, daher werden vor Anschaffung einer Liegenschaft die jeweiligen Standortfaktoren geprüft. Im Baubereich besteht ein hoher Kostendruck, dem durch die Kostenerfassung und Kostenrechnung für die Projektentwicklung und Umsetzung von Bauprojekten gegebenenfalls adäquat gegengesteuert werden kann. Es besteht aufgrund der aktuellen Herausforderungen im Zusammenhang mit der Zins- und Inflationsentwicklung das Risiko von Mieterinsolvenzen und ein darauffolgendes Wiedervermietungsrisiko der Leerflächen. Dies kann spürbare Auswirkungen auf den Bereich der Vermietung haben. Das Risiko des Untergangs von Immobilien wird durch entsprechenden Versicherungsschutz minimiert.
Finanz- und Investitionsrisiken
Die Steuerung der finanzwirtschaftlichen Risiken erfolgt durch regelmäßiges internes Berichtswesen sowie durch laufende Abweichungsanalysen des Finanz- und Beteiligungsmanagements. Investitionsrisiken werden durch standardisierte Investitionstools und -prozesse minimiert, realisierte Projekte unterliegen einem regelmäßigen Monitoring. Geprägt vom Geschäftsbereich Kultur, wird ein Subventionsrisiko im Risikomanagement dargestellt. Das langfristige Finanzierungsrisiko kann durch die laufende Optimierung der Profitabilität der Beteiligungen und durch die starke Bonität der Wien
Holding GmbH, bedingt durch eine überdurchschnittlich hohe Eigenkapitalquote, als gering eingestuft werden.
Durch das betriebliche Mahnwesen als Teil des effizienten Debitorenmanagements im Rechnungswesen kann grundsätzlich die Minimierung des Ausfallrisikos bewirkt werden. Krisenbedingt wird das Ausfallsrisiko aktuell höher als bisher eingestuft.
Das inhärente Kursänderungsrisiko bei den Wertpapieren des Anlagevermögens wird laufend überwacht und durch einen mittelfristigen Veranlagungshorizont eingedämmt. Durch gezieltes Monitoring der Kurswerte kann im Falle von negativen Entwicklungen zeitnah gegengesteuert werden. Die freien Mittel werden unter Beobachtung des Geldmarktes und der Liquiditätsplanung im Wesentlichen kurzfristig veranlagt. Das Beteiligungsrisiko wird durch zielgerichtete Maßnahmen, wie zum Beispiel laufende Evaluierung von Beteiligungen regelmäßig überprüft.
Im Rahmen der Refinanzierung der im Jahr 2023 ausgelaufenen Anleihe verfügt die Wien Holding GmbH über Fremdkapitaldarlehen in Höhe von EUR 305 Mio. mit einer Laufzeit bis 2033. Davon sind EUR 215 Mio. endfällig mit einem Fixzinssatz von 3,285% ausgestaltet, um Planungssicherheit zu gewährleisten. Weitere EUR 90 Mio. sind mit einem variablen Zinssatz versehen und bieten vorzeitige Tilgungsmöglichkeiten, was Flexibilität in der Finanzstruktur schafft. Ergänzend ist eine revolvierende Finanzierung in Höhe von 35 Mio. € mit einer Laufzeit bis 2026 vereinbart, um gegebenenfalls kurzfristigen Liquiditätsbedarf effizient abdecken zu können. Fremdwährungsrisiken in Zusammenhang mit Fremdfinanzierungen bestehen nicht.
Die Finanzierungsvereinbarungen mit Kreditinstituten belaufen sich daher in Summe auf EUR 340 Mio. und setzten sich folgendermaßen zusammen:
| Finanzierungslinie | Betrag | Laufzeit | Konditionen | |
|---|---|---|---|---|
| Revolvierend | bis zu | EUR 35,0 Mio. | 2022 bis 2026 | Zinssatz variabel |
| Variabel | bis zu | EUR 90,0 Mio. | 2023 bis 2033 | endfällig, Zinssatz variabel, Tilgungen möglich |
| Fix | EUR 215,0 Mio. | 2023 bis 2033 | endfällig, Zinssatz fix, keine Sondertilgungen |
Betriebs- und Sicherheitsrisiken
Zu diesen Risiken zählen z.B. Stromausfälle, Feuer, Hochwasser, Unfall, Einbruch und Diebstahl sowie Vandalismus. Im Unternehmen wurden entsprechende Maßnahmen definiert, um die damit verbundenen Risiken zu reduzieren.
IT- und Rechtsrisiken
Zur Umsetzung der DSGVO (Datenschutzgrundverordnung) wurden entsprechende Maßnahmen gesetzt und die im Jahr 2019 begonnene zentrale Auditierung dieser Maßnahmen wurde durch den Datenschutzbeauftragten im Berichtsjahr fortgeführt. Zur Abstimmung im Zusammenhang mit aktuellen Datenschutzthemen findet mehrmals pro Jahr ein IT- und Datenschutzbeirat statt.
Risiken im Zusammenhang mit IT-Sicherheit werden im Rahmen der IT-Sicherheitsinitiative adressiert. Für eine einheitliche und standardisierte Vorgehensmethodik bei einem möglichen IT-Ausfall und Schnittstellenrisiken, wurde eine IT-Strategie definiert, welche die damit verbundenen Risiken minimieren soll. Diese Strategie umfasst technische, administrative und organisatorische Bereiche. Neben einer zentralen Steuerung der IT-Agenden und koordinierten Umsetzung notwendiger Maßnahmen wird auch der Themenbereich User-Awareness für die Mitarbeiter*Innen abgebildet.
6. Sonstige Angaben
Die Gesellschaft verfügt über keine eigenen Forschungsbereiche und keine Zweigniederlassungen.
7. Ausblick, voraussichtliche Entwicklung und Highlights 2026
Die wirtschaftliche Entwicklung in Österreich dürfte im Jahr 2025 um rund 0,5 % zugelegt haben. In den Jahren 2026 und 2027 wird das Bruttoinlandsprodukt voraussichtlich jeweils um mehr als 1,0 % wachsen. Die Inflation bleibt bis Ende 2025 auf einem hohen Niveau und beträgt im Jahresdurchschnitt 3,6 % (oder 3,76 % im Jahresvergleich). Zu Beginn des Jahres 2026 dürfte sie deutlich zurückgehen und im Schnitt knapp über 2,5 % liegen. Aufgrund der hohen Teuerung sind die real verfügbaren Einkommen der privaten Haushalte 2025 gesunken und werden vermutlich auch 2026 nicht steigen. Ab 2026 wird die Beschäftigung wieder etwas kräftiger zunehmen, während die Arbeitslosigkeit – begünstigt durch die demografische Entwicklung – zurückgeht. Die Arbeitslosenquote sinkt dabei kontinuierlich bis auf 7,0 %.
Die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Wien Holding GmbH wird auch 2026 von den zuvor erläuterten gesamtwirtschaftlichen Effekten geprägt sein.
Im Immobilienbereich setzt die ARWAG auch 2026 auf eine starke Bautätigkeit. Mehrere Projekte werden fertiggestellt und neue Baustarts sind geplant. Das Otto Wagner Areal, das Unternehmen der WSE, wird 2026 weiter umgestaltet. Pavillon 18 wird zu einem Atelierhaus der Stadt Wien adaptiert und künftig von internationalem Künstler*innen genutzt. Parallel dazu laufen die umfassenden Sanierungsarbeiten im Areal weiter. Pavillon 15 wird künftig das Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes beherbergen. Gemeinsam mit der Wien Holding und weiteren Partnern investiert die WSE in den neuen Fernbus-Terminal, der bis 2029 gebaut wird. VIECON Messe startet mit einer sehr guten Buchungslage ins Jahr 2026. Auch 2026 versteht sich VIECON als verlässliche Plattform für internationale Begegnungen und als wichtiger wirtschaftlicher Motor für Wien.
Im Bereich Kultur, Veranstaltungsmanagement und Sport setzen die Vereinigten Bühnen Wien im Jahr 2026 auf die Verlängerung von MARIA THERESIA – DAS MUSICAL im Ronacher. Im Raimund Theater kommt im neuen Jahr Disneys Meisterwerk DIE SCHÖNE UND DAS BIEST auf die Bühne.
In der Wiener Stadthalle folgt dem Rekordjahr 2025 ein Mega-Ereignis: Nach der Entscheidung des ORF, den Eurovision Song Contest 2026 in Wien auszutragen, kehrt das weltgrößte Musikevent nach 2015 in die Wiener Stadthalle zurück. So wird Wien im Mai 2026 erneut Europas größte Partylocation. Das Jahr 2026 startet die Wiener Sportstätten Betriebsgesellschaft als Gastgeberin der zwei Länderspiele des österreichischen Fußball-Herrennationalteams. Gleich im Anschluss folgt der Konzertsommer 2026 mit Linkin Park, den Böhsen Onkelz, Foo Fighters, Helene Fischer, Andrea Bocelli und den Toten Hosen.
Im Jahr 2026 stehen bei der Wien Holding Sport GmbH und ihrer Sport Arena Wien zwei große Sportereignisse im Mittelpunkt: die Sport Austria Finals, bei denen tausende Athlet*innen aus vielen verschiedenen Sportarten zusammenkommen, und die Special Olympics, die ein starkes Zeichen für Inklusion und barrierefreien Sport setzen.
Das Haus der Musik arbeitet im Jahr 2026 weiter an seiner Entwicklung. Geplant ist, die Räume zur Wiener Klassik im 3. Stock neu zu gestalten, ohne den Betrieb zu unterbrechen. Außerdem entsteht gemeinsam mit der RWTH Aachen eine neue interaktive Klanginstallation. Auch die bestehende Clong- Installation im Sonotopia – SoundLab wird überarbeitet. Anstelle des Festivals „Sinnesrauschen“ sind zwölf Konzerte der Reihe „Live on Stage“ geplant.
Das Mozarthaus Vienna setzt 2026, im 20. Jahr seines Bestehens, fünf Schwerpunkte: Es führt ein neues Erscheinungsbild ein, startet eine modernisierte Website mit zusätzlichen digitalen Angeboten und erweitert seine Vermittlungsprogramme, die stärker zum Mitmachen einladen und verschiedene Generationen ansprechen sollen. Zusätzlich sind Tage der offenen Tür geplant, um das Haus für die lokale Offentlichkeit noch sichtbarer zu machen. Außerdem wird ein neues Produkt vorgestellt: der Mozarthaus-Vienna-Sekt, der Kulinarik und Marke verbindet.
Im Bereich Logistik und Mobilität modernisiert der Hafen Wien seine Infrastruktur weiter. Ab Anfang 2026 soll der Hafen Freudenau über vier neue Landstromstationen verfügen, die sowohl die Personen-als auch die Containerschifffahrt mit Strom versorgen können. Auch für sehr kalte Winter ist der Hafen gut gerüstet. Der Eisbrecher MS Eisvogel, der 2025 sein 70-jähriges Jubiläum feierte, kann eingesetzt werden, um die Eisflächen in den Häfen Freudenau, Albern und Lobau regelmäßig aufzubrechen und den Betrieb aufrechtzuerhalten.
Bei der DDSG Blue Danube steht im neuen Jahr die EURO Week 2026 an. Sie findet im Rahmen des 70. Eurovision Song Contests statt und bringt viele zusätzliche Besucher"innen nach Wien und in die Donauregion. Geplant sind spezielle Angebote für die Euro Week, internationale Marketingkooperationen und erweiterte digitale Services. Damit möchte die DDSG Blue Danube den erwarteten hohen Gästezahlen bestmöglich begegnen und gleichzeitig neue Zielgruppen ansprechen.
Die Wiener Donauraum Länden- und Ufer Betriebs Entwicklungs GmbH nimmt 2026 alle Landstromanlagen vollständig in Betrieb. Kabinenschiffe beziehen ihren gesamten Strom dann nur noch über Kabel und nicht mehr über Dieselgeneratoren. Zusätzlich wird der Hafenbereich verkehrstechnisch verbessert: Damit soll diese ständig wachsende Form des Tourismus in Wien auch langfristig gut funktionieren und weiterentwickelt werden können.
Die Flughafen-Wien-Gruppe investiert 2026 insgesamt 330 Millionen Euro in Wien und Malta und setzt damit ihren Wachstumskurs fort. Ein zentraler Schwerpunkt ist die neue Süderweiterung von Terminal 3. Damit macht der Flughafen einen großen Schritt in Richtung internationale Spitzenklasse. Die Bauarbeiten laufen bereits, die Eröffnung ist für 2027 geplant.
Im Bereich Digital, International und Services investiert WH Digital Services aufgrund gesetzlicher Vorgaben und EU-Richtlinien – besonders im Zusammenhang mit NIS2 - deutlich in die Informationssicherheit. Parallel dazu stärkt das Unternehmen gezielt das eigene Know-how: Interne IT-Kompetenzen werden ausgebaut, damit die technische Unabhängigkeit, die Steuerungsfähigkeit und eine langfristige, nachhaltige Wertschöpfung aus der IT gesichert sind. Im Development-Bereich setzt WH Digital Services künftig verstärkt auf den Ausbau von Content-Management-Systemen sowie auf barrierefreie Weblösungen, um digitale Services strategisch weiterzuentwickeln und konzernweit einheitliche Standards zu etablieren.
EuroVienna konzentriert sich darauf, verbliebene EU-Fördermittel aus den laufenden Programmen bestmöglich zu nutzen und bereits genehmigte Projekte ordnungsgemäß umzusetzen. Entsprechend den Zielen der Stadt Wien und der Wien Holding begleitet EuroVienna Projekte, die startbereit sind, und unterstützt städtische Dienststellen sowie Unternehmen der Wien Holding aktiv bei der Suche nach passenden Fördermitteln.
| Wien, am 22. April 2026 | Geschaftsführung der Wi | en | Hglding GmbH |
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