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Lagebericht 2025/26

SCHACHINGER marken & frische logistik GmbH

Original-PDF

Stichtag 31. März 2026 · Eingereicht am 28. Okt. 2026

Inhaltsverzeichnis

Geschäftsverlauf und Lage des Unternehmens

Der Schwerpunkt der betrieblichen Tätigkeit der SCHACHINGER marken & frische logistik GmbH liegt in der Erbringung hochqualitativer Logistikdienstleistungen für Markenartikel- und Lebensmittellogistikcentern in Hörsching, Stockerau, Klagenfurt, Wiener Neudorf und Veszprem (H). An den IFS-zertifizierten Standorten stehen gut 100.000 lebensmitteltaugliche Palettenstellplätze zur Verfügung. Die Distributionslogistik erfolgt über eine eigene Tourenlogistik sowie Partner im In- und Ausland.

Das Ergebnis vor Steuern verschlechterte sich von TEUR 1.041 auf TEUR - 81 TEUR.

Das GJ 25/26 ist von einer veränderten Lieferstruktur unserer Kunden in den Einzelhandel sowie einem generellen Abflauen der Wirtschaft geprägt. Der dadurch fehlende Umsatz und die geringe Drehung im Lager trüben damit direkt das Ergebnis der marken & frische obwohl der Lagerfüllgrad weiter hoch ist.

Preisanpassungen konnten größtenteils umgesetzt werden, obwohl ein paar schmerzhafte Reduktionen zugunsten von Vertragsabsicherungen hingenommen werden mussten. Low Lights sind eine Konsolidierung bei zwei kleineren Kunden, die auf Grund deren wirtschaftlicher Situation auf ein Insourcing setzen, sowie der Verlust eines Kunden an den Markt.

Für das kommende Geschäftsjahr 26/27 ist von einer angespannten Marktsituation auszugehen, was bedeutet, dass die zu erwartenden Einlagerungsmengen sich weiter auf dem gleichen Niveau befinden und die Drehung weiter niedrig bleiben wird. Die Geschäftsprognose für das kommende Jahr 26/27 ist daher ebenso getrübt wie das nunmehr abgelaufene GJ.

Zweignie derlassungen

Die Gesellschaft unterhält eine Zweigniederlassung in Veszprém (Ungarn).

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 2
Finanzielle Leistungsindikatoren
in TEURGJ 2025/26GJ 2024/25Veränderung
EBIT-731.092-106,69%
EBT-811.041-107,78%

Wesentliche Ereignisse im abgelaufenen Geschäftsjahr

• Disruption der Lieferstruktur REWE • Neuer GF in der m&f Philipp Pracser • Kundenverlust im November 2025

Voraussichtliche Entwicklung im laufenden Geschäftsjahr

Für das Geschäftsjahr 2026/27 gilt es, den eingeschlagenen Konsolidierungspfad weiter fortzusetzen, wobei die Schwerpunkte im Bereich OpEx liegen. Aufgrund der wirtschaftlichen Gesamtsituation in Österreich, einer Preisanpassung, die leicht unter der Inflationsrate zu liegen kommen wird, sowie den noch nicht kompensierten Kundenverlusten wird der Umsatz ohne Sondereffekte deutlich niedriger als im vergangenen Geschäftsjahr ausfallen.

Bezüglich Lagerauslastung erwarten wir stabile Bestände. In der Drehung und damit auch bei der transportierten Menge rechnen wir im Verlauf des GJ 26/27 mit einem erneuten Rückgang der Volumina.

Vertrieblicher Fokus im GJ sind Ausschreibungen und Verträge der Bestandskunden sowie ausgewählte Aktionen am Markt.

Nachhaltige Verantwortung bei der SCHACHINGER LOGISTIK Gruppe

Einleitung

Sämtliche nachfolgende Angaben gelten für den gesamten Schachinger Logistik Konzern.

Nachhaltigkeit ist mit dem Abschluss des Geschäftsjahres (GJ) 2025/26 in der Unternehmensstrategie integriert und in der Unternehmenskultur verankert. Mit dem Programm „Driving Change“ verfolgt SCHACHINGER einen ganzheitlichen, holistischen CSR- und ESG-Ansatz. Die Strategie umfasst vier strategische Handlungsfelder: unternehmerische Verantwortung, soziale Wirkung für Mitarbeitende

und Beschäftigte in der Lieferkette, nachhaltiges Wirtschaften sowie Umwelt und Klima mit der Klimastrategie „Roadmap to Zero“. Insgesamt wurden 56 Ziele und 96 Maßnahmen über alle Handlungsfelder definiert und im Rahmen der Wesentlichkeitsanalyse die Auswirkungen, Risiken und Chancen evaluiert. Das Ziel ist die Dekarbonisierung und die soziale Wirkung innerhalb der eigenen Belegschaft sowie für Arbeitskräfte seitens unserer Lieferant:innen und für die Gesellschaft.

Unser nach der ONR 192 500 zertifiziertes integriertes Nachhaltigkeitsmanagementsystem umfasst die Strategie, soziale Arbeitgeberschaft, Ethik, Umwelt, Compliance und nachhaltige Beschaffung und wird durch die Quality Austria jährlich überprüft.

Die ESG-Nachhaltigkeitserklärung der SCHACHINGER Logistik Gruppe wurde freiwillig und in Übereinstimmung mit den European Sustainability Reporting Standards (ESRS) erstellt. Wir haben ausgewählte Aspekte der Nachhaltigkeitsberichterstattung für das GJ 24/25 mit Stand Juni 2025 einer prüferischen Beurteilung durch die KPMG Austria GmbH in Form eines High-Level Reviews unterzogen und sind in der Bearbeitung der adressierten Feststellungen/Beobachtungen und Empfehlungen. Der Bericht umfasst sämtliche Tochtergesellschaften und verbundenen Unternehmen der SCHACHINGER Logistik Gruppe.

Da die rund dreihundert Seiten der vollständigen Nachhaltigkeitserklärung für die Kommunikation mit unseren zentralen Stakeholdergruppen nur eingeschränkt geeignet sind, haben wir ein kompaktes Booklet für die externe Berichterstattung entwickelt. Dieses orientiert sich ebenfalls an den Anforderungen der CSRD und den ESRS-Indikatoren; zusätzlich enthält es unsere veröffentlichte Umwelterklärung.

Das Booklet basiert auf den wesentlichen Erkenntnissen der ESG-Nachhaltigkeitserklärung und wurde so aufbereitet, dass es für unsere wichtigsten Stakeholder leichter zugänglich und verständlich ist.

Nachhaltigkeitsbericht 2026.

Energie- und Mobilitätsstrategie

Schachinger Logistik steht im Zuge der Dekarbonisierung vor der Herausforderung, steigende Energiebedarfe einer elektrischen Flotte mit volatilen Strompreisen und begrenzten Netzkapazitäten zu vereinen. Als eines der größten Logistikzentren Österreichs verursacht der Standort Hörsching jährlich rund 30.000 Tonnen CO durch dieselbetriebene Fahrzeuge und ist zugleich stark von Preisschwankungen auf internationalen Energiemärkten betroffen. Mit der Klimastrategie „Roadmap to Zero“ und der unternehmensinternen Initiative „Raus aus Gas“ verfolgt SCHACHINGER daher das Ziel, Energie zunehmend selbst zu erzeugen, zu speichern und flexibel zu nutzen.

Die Lösung besteht im Aufbau eines der größten Speichersysteme Europas in der Logistik: ein 60 MWh Batterie-Energiespeichersystem (BESS) kombiniert mit einer PV-Anlage und moderner E- Ladeinfrastruktur inkl. E-Betriebstankstelle. Das System ermöglicht es, PV-Überschüsse am Tag aufzunehmen und nachts für das Laden der E-LKW bereitzustellen, wodurch ein Autarkiegrad von rund 95 % erreicht wird. Parallel werden Lastspitzen deutlich reduziert und der Netzanschluss entlastet. Die Anlage unterstützt außerdem das Stromnetz, indem sie überschüssige erneuerbare Energie aufnimmt oder negative Regelenergie bereitstellt und daher als präventive Blackoutversorgung bzw. zur Netzstabilisierung beiträgt.

Das Batterie-Energiespeichersystem (BESS) mit 60 MWh Kapazität und 30 MW Leistung wird ergänzt um eine 7 MWp Photovoltaikanlage (weiterer Ausbau auf 10 MWp geplant). Diese Architektur ermöglicht es, tagsüber PV-Überschüsse einzulagern und nachts die E-Flotte aus dem Speicher zu laden. Die Umsetzung verläuft stufenweise:

Parallel erfolgt der sukzessive Ausbau der E-Flotte und der Schnellladeinfrastruktur.

Derzeit sind circa 20 Schnellladepunkte (50-100 kW Nachtladepunkte und bis zu 400 kW bei den Ladetoren) verfügbar. Bis Ende des Geschäftsjahres 2026/27 sind weitere 26 Schnellladepunkte inklusive einer E-Betriebstankstelle mit Megawatt-Ladern geplant.

Die erwarteten Ergebnisse umfassen eine signifikante CO -Reduktion, planbare Energiekosten, die Stärkung der regionalen Wertschöpfung sowie eine deutliche Erhöhung der betrieblichen Resilienz. Der Standort wird in den Sommermonaten weitgehend autark, und die Elektrifizierung der Flotte schafft sowohl ökologische als auch ökonomische Vorteile. Das Projekt ist damit ein Leuchtturm für nachhaltige, energieautarke Logistik und ein wesentlicher Schritt in Richtung Dekarbonisierung des Unternehmens.

Finanziell wird durch die Eigenstromnutzung ein signifikanter Anteil der Energiekosten internalisiert, während zusätzliche Erlöse aus der Teilnahme am Regelenergiemarkt generiert werden. Langfristig unterstützt das Projekt die Ziele der „Roadmap to Zero“, insbesondere die Reduktion der Standortemissionen um 50 % bis 2035 und die Dekarbonisierung der Flotte bis 2040. Darüber hinaus bietet das Elektrizitätswirtschaftsgesetz neue Vorteile wie reduzierte Netztarife innerhalb von Energiegemeinschaften, die SCHACHINGER aktiv nutzen möchte.

Dabei profitieren nicht nur unsere eigene E-LKW-Flotte, sondern auch unsere externen Frächter:innen, welche an unseren Standort zu günstigen und planbaren Konditionen ihre E- Fahrzeuge laden können.

Unseren Scope 3 wollen wir jährlich um 6,3 % reduzieren, deshalb begleiten wir unsere Lieferant:innen bei ihren Reduktionszielen und diese werden über das von uns eingesetzte ESG

PERFORMER© Tool geratet. Dadurch haben unsere Lieferant:innen die Möglichkeit, einen kostenfreien ESG-Bericht inklusive Klimabilanz zu beziehen, welchen sie für weitere Kund:innen sowie Banken als Nachweis für ihre ökonomische/ökologische/soziale Performance nutzen können.

Ökologische Aspekte

Das Projekt ist wesentlicher Bestandteil der Klimastrategie „Roadmap to Zero“, im Rahmen dessen SCHACHINGER konsequent daran arbeitet, fossile Energieträger zu ersetzen und die eigene Energieversorgung zu dekarbonisieren. Ein wichtiges Element dieser Strategie ist auch die Initiative „Raus aus Gas“, die bereits mit dem neuen Biomasse-Heizwerk umgesetzt wurde und jährlich rund 600 Tonnen CO e einspart. Das Batteriespeichersystem ist der nächste Schritt, um nicht nur Wärme, sondern auch den gesamten Strombedarf der Schachinger Logistik möglichst aus eigener erneuerbarer Erzeugung zu decken. Dadurch sinkt die Abhängigkeit von externen Energiequellen, Preisvolatilität und internationalen Importströmen deutlich.

Gleichzeitig entlastet der Speicher das öffentliche Netz, indem er überschüssigen PV-Strom aufnimmt und negative Regelenergie bereitstellt – ein ökologischer Beitrag, der über den Standort hinauswirkt und die Integration erneuerbarer Energien im Gesamtsystem unterstützt.

Menschlich-soziale Aspekte

SCHACHINGER legt großen Wert darauf, dass die Energiewende am Standort auch den Mitarbeitenden zugutekommt. Mitarbeiter:innen können ihre privaten E-PKW vergünstigt am Standort laden, und über die entstehende Energiegemeinschaft können sie künftig direkt von günstigem regionalem PV-Strom profitieren. Darüber hinaus ist geplant, Stromspenden an soziale Einrichtungen zu ermöglichen.

Im Unternehmen wurden weitere wichtige Personalinitiativen etabliert, die die Kultur nachhaltig verändert haben. Dazu gehören zum Beispiel Programme wie „Vereinbarkeit Beruf und Familie“, „betriebliche Gesundheitsförderung“ (BGF), Mentalberatung (Mavie Work), Gemeinwohlökonomie und Weiterbildungsangebote (2025 wurde die Schachinger Akademie gegründet, die 2026 die ISO- 21001-Zertifizierung erhielt).

Die Einführung von partizipativen Entscheidungsformaten stärkt die Mitbestimmung und fördert eine Atmosphäre, in der Mitarbeiter:innen Verantwortung übernehmen und sich langfristig mit dem Unternehmen identifizieren. Die Gemeinwohlökonomie dient dabei als Leitlinie für faire Arbeitsbedingungen, Gleichstellung und transparente Kommunikation.

Das Programm „Mavie Work“ fördert die betriebliche Gesundheit durch Prävention wie rund 800 Gesundenuntersuchungen allein 2025 und die Bereitstellung von Finanzmitteln für rund 3.000

Beratungsstunden zur mentalen Gesundheit sowie die Förderung einer offenen Feedbackkultur. Auch das bereitgestellte Programm „Beruf & Familie“ unterstützt die physische und psychische Gesundheit der Belegschaft. Alle angeführten Maßnahmen dienen der sozial nachhaltigen Entwicklung in der Logistik.

Anerkennungen und Nachhaltigkeits-Zertifikate

Wir konnten im Geschäftsjahr 2025/26 einige wichtige Auszeichnungen und Zertifikate erhalten. Diese bringen uns in unserer innerbetrieblichen Weiterentwicklung voran, sind bei Ausschreibungen nützlich und dienen zur Stärkung der Arbeitgebermarke: ONR 192500 integriertes Nachhaltigkeitsmanagement-system, Energie Star OÖ 2025, ESG/EcoZert-Sustainability Finanzrating, Ecovadis Silber, BVL Großer Nachhaltigkeitspreis Top 3, CDP, SBTi committed, Leitbetriebe Austria.

Qualität

Qualitätsführerschaft als weiteres strategisches Ziel des Unternehmens drückt sich unter anderem durch die bestehenden Zertifikate aus.

Seit 1997 hat das Unternehmen sein integriertes Qualitätsmanagement gemäß ÖNORM EN ISO 9001 zertifiziert und entspricht heute der ÖNORM EN ISO 9001:2015. Zum Schutz der Umwelt verfügt Schachinger über ein dokumentiertes Umweltmanagementsystem gemäß ISO 14001:2015. Das Unternehmen verfügt auch über das Arbeits-, Gesundheits- und Sicherheitsmanagementsystem- Zertifikat ISO 45001:2018. Das jährlich durchgeführte Audit fand im April 2025 statt und wurde erfolgreich bestanden.

Die SCHACHINGER marken & frische logistik GmbH wurde im Jahr 2007 durch die Quality Austria GmbH als erster Logistiker Österreichs mit dem Zertifikat „IFS-Logistics“ ausgezeichnet. Dieses IFS- Logistics-Zertifikat, aktuell in der Version 2.1, wurde in Anlehnung an den „International Featured Standard“ (IFS) entwickelt. Das im Juli 2025 erfolgte Audit der Standorte Hörsching, Stockerau und Wiener Neudorf attestierte dem Managementsystem die Beurteilung „auf höherem Niveau/ at Higher Level“ und damit ein hervorragendes Ergebnis. Im November 2025 wurde das Austria-Bio- Garantie-Audit durchgeführt.

Investitionen zur technischen Erneuerung im Hinblick auf die Erhaltung und Verbesserung des hohen Qualitäts-, Sicherheits- und Umweltanspruches werden fortlaufend durchgeführt.

Wesentliche Risiken und Ungewisshelten

Das Risikopotenzial des Unternehmens liegt in der schwierigen Umsetzung von Preisanpassungen für die Dienstleistungen sowie für Ausschreibungen bzw. vertragliche Absicherungen unsrer Bestandskunden.

Weitere Konsolidierungsmaßnahmen in der Personaldecke, sollte das Geschäft wie erwartet weiter rückläufig sein, sind vorbereitet, Lediglich im Bereich des Vertriebs wird nachbesetzt und in die Zukunft investiert.

Grundsätzlich besteht ein Risiko von Forderungsausfällen, dem durch ein effizientes Debitorenmanagement entgegengewirkt wird. Die sehr geringen Forderungsausfälle in den letzten Jahren belegen dies.

Finanzinstrumente.

Spezielle Instrumente zur Absicherung von Währungs- und Zinsrisiken werden nicht eingesetzt. Fremdwährungskredite sind nicht vorhanden.

Forschung und Entwicklung

In der Gesellschaft wird keine. Forschung betrieben. Für Entwicklung fallen keine wesentlichen Aufwendungen an.

Hörsching, am 02. Juni 2026

Die Geschäftsführer

Mag, Dr. Ehrenfried Werderits Mag. (FH) Philipp Pracser Dipl.-Ing. Günther Gfrerrer, MBA

Jaude b

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