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Lagebericht 2025/26

Gurktaler Aktiengesellschaft

Original-PDF

Stichtag 31. März 2026 · Eingereicht am 09. Okt. 2026

Inhaltsverzeichnis

Die nachstehenden Angaben umfassen den Lagebericht nach UGB der Gurktaler AG.

Im Jahr 2025 lag das Wachstum der Weltwirtschaft mit 3,2 % auf Vorjahresniveau. Gründe für diese Widerstandsfähigkeit trotz zahlreicher globaler Krisen waren vor allem die solide Wirtschaftsentwicklung in den USA sowie die überdurchschnittlichen Zuwächse in Schwellenländern wie China, Indien und Indonesien. Auch die weltweit sinkenden Inflationsraten wirkten sich positiv in 2025 aus. Die Importzölle der USA bremsten zwar den internationalen Handel und die Investitionen, jedoch nicht so stark wie befürchtet. Ursache dafür waren das häufige Aussetzen beziehungsweise die gänzliche Aufhebung zuvor angekündigter Zollmaßnahmen.

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) geht in ihrer März-Prognose für das Jahr 2026 von einem globalen Wirtschaftswachstum von 2,9 % aus. Positiv hervorgehoben werden technologiebezogene Investitionen, niedrigere effektive Zollsätze und die positive Wachstumsdynamik aus dem Jahr 2025, während höhere Energiepreise und geopolitische Risiken dämpfend wirken. Hinsichtlich der globalen Inflation ging der Internationale Währungsfonds (IWF) im Jänner von einem Rückgang auf 3,8 % aus (2025: 4,1 %), nunmehr von einem Anstieg auf 4,4% (Outlook April).

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der Europäischen Union wuchs 2025 um 1,5 % (2024: 1,1 %). Getragen wurde das Wachstum vor allem vom privaten Konsum, der von sinkender Inflation, verbesserter Kaufkraft, günstigeren Finanzierungsbedingungen und einer wieder anziehenden Investitionsbereitschaft profitierte. Für die beiden folgenden Jahre 2026 und 2027 belaufen sich die Schätzungen der EU- Kommission (Frühjahrsprognose) auf ein Plus von 1,1 % beziehungsweise 1,4 %. Die durchschnittliche Inflationsrate in der EU ging 2025 im Vergleich zum Vorjahr leicht von 2,6 % auf 2,5 % zurück.

Nach zwei aufeinanderfolgenden Jahren des Rückgangs wuchs die österreichische Wirtschaft im Jahr 2025 um 0,6 %. Vor allem der Dienstleistungsbereich trug mit einem überdurchschnittlichen Plus von 1,0 % zu dieser Entwicklung bei. Besonders stark zulegen konnten die öffentliche Verwaltung sowie das Bildungs- und Gesundheitswesen mit einem Plus von 2,8 % und das Grundstücks- und Wohnungswesen mit 2,7 %.

Im Vergleich zu anderen EU-Ländern wies Österreich 2025 eine relativ hohe Inflationsrate von 3,6 % auf (2024: 2,9 %). Als preistreibend erwiesen sich vor allem die Bereiche Wohnen, Wasser und Energie (+5,7 %). Die heimische Arbeitslosenquote stieg 2025 um 0,5 Prozentpunkte auf 5,7 %, bei einem gleichzeitig leichten Anstieg der Erwerbstätigenquote von 74,1 % auf 74,3 %.

Für 2026 erwartet das Österreichische Institut für Wirtschaftsforschung (WIFO - April) für Österreich ein Wachstum von 0,9 %, für 2027 von 1,3 %.

Wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands

Ebenso wie in Österreich konnte auch in Deutschland die Wirtschaft nach zwei Rezessionsjahren wieder zulegen. Das Wachstum von 0,2 % lässt sich vor allem auf gestiegene private Konsumausgaben und öffentliche Investitionen zurückführen. Die einzelnen Sektoren entwickelten sich dabei unterschiedlich: Das verarbeitende Gewerbe, insbesondere die Automobilindustrie und der Maschinenbau, verzeichnete 2025 erneut einen Rückgang der Wirtschaftsleistung (-1,3 %). Auch das Baugewerbe wies eine negative Bilanz auf (-3,6 %).

Bei Betrachtung des Dienstleistungssektors zeigt sich ein differenziertes Bild: Während Unternehmensdienstleister (-0,8 %) und Dienstleister in den Bereichen Sport, Unterhaltung und Erholung (-0,3 %) Verluste in der Bruttowertschöpfung verzeichneten, erzielten Handel, Verkehr und Gastgewerbe ein Plus von 1,2 %. Besonders der Einzelhandel verzeichnete 2025 eine spürbare Erholung. Real stiegen die Umsätze um 2,7 %. Nach Segmenten betrachtet entwickelte sich der Lebensmitteleinzelhandel real um + 1,1 % und der Nicht-Lebensmittelhandel um + 3,7 %. Der Bereich öffentliche Dienstleister, Erziehung und Gesundheit verbuchte ein Plus von 1,4 %.

Im Vergleich zum Vorjahr wuchsen die privaten Konsumausgaben in Deutschland um 1,4 %. Davon profitierten vor allem die Bereiche Gesundheit (+3,8 %) und Mobilität (+2,7 %). Ein Minus von 0,6 % wies hingegen der Sektor Gastronomie und Beherbergung auf.

Für 2026 prognostiziert das Deutsche Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (Frühjahrsprojektion) ein Wirtschaftswachstum von 0,5 %, für 2027 nach aktuellem Stand +0,9%.

Die Situation in Ungarn

In Ungarn – einem weiteren für uns relevanten Markt – setzte sich die verhaltene Entwicklung der vergangenen Jahre fort. Nachdem die Inflationsrate 2024 auf 3,7 % gefallen war, stieg sie 2025 wieder auf 4,4 % an. Hauptverantwortlich dafür waren die Preissteigerungen bei Dienstleistungen (+6,7 %), Strom, Gas und anderen Brennstoffen (+6,4 %) sowie Lebensmitteln (+5,3 %).

Die ungarische Wirtschaft konnte 2025 um 0,4 % zulegen. Zuwächse verzeichneten vor allem die Bauwirtschaft und der Dienstleistungssektor, während Industrie und Landwirtschaft schrumpften. Dämpfend wirkten sich neben den weiterhin ausbleibenden Fördergeldern der EU und fehlenden staatlichen Investitionen auch die schwache Konsum- und Investitionsdynamik aus.

Für das Jahr 2026 erwartet die Ungarische Nationalbank (MNB – Stand März, d.h. vor der Parlamentswahl) ein Wirtschaftswachstum von 1,7 %, für 2027 +3,0 % bei einer prognostizierten Inflation von 3,8% in 2026 und 3,7% in 2027.

Tourismus in Österreich

Der heimische Tourismus verzeichnete im Jahr 2025 mit 157,27 Mio. Nächtigungen ein Plus von 1,9 % im Vergleich zum Vorjahr. Das markiert den Höchstwert seit Beginn der digitalen Aufzeichnungen im Jahr 1974. Die Steigerung ist vor allem auf die wachsende Zahl an Nächtigungen internationaler Gäste zurückzuführen (+2,4 %), während die Nächtigungen heimischer Gäste um 0,5 % zunahmen.

Das wichtigste Herkunftsland ausländischer Gäste ist traditionell Deutschland (58,55 Mio. Nächtigungen), gefolgt von den Niederlanden (11,26 Mio.) sowie der Schweiz und Liechtenstein (4,34 Mio.). Die Zahl der Ankünfte (48,17 Mio.) nahm im Vergleich zu 2024 um 3,1 % zu.

Betrachtet man das Verhältnis zwischen den Nächtigungen und den Einwohnern Österreichs (Tourismusintensität), lag dieses im Jahr 2025 bei durchschnittlich 17,1 Nächtigungen pro Einwohner (2024: 16,8). Damit wurde beinahe der bisherige Höchstwert von 17,2 aus dem Jahr 2019 erreicht.

Österreichische Einzelhandelswirtschaft

Der österreichische Einzelhandel ohne Kfz und Tankstellen erzielte im Vorjahr einen Nettoumsatz von 79,5 Mrd. Euro, was einem nominellen Plus von 2,9 % gegenüber 2024 entspricht. Preisbereinigt konnte der Handel 2025 ein reales Umsatzwachstum von 0,7 % erzielen. Besonders der Einzelhandel mit Nahrungs- und Genussmitteln gewann an Dynamik, während sich der Nicht-Nahrungsmittelbereich weiterhin verhalten entwickelte. Das reale Wachstum der Konsumausgaben betrug im Vergleich zu 2024 1,0 %. Der Konsum privater Haushalte verzeichnete gegenüber dem Vorjahr ein Plus von 0,5 %.

Im Einzelhandel (einschließlich Kfz) waren im Dezember 2025 330.670 unselbständig aktiv Beschäftigte tätig. Das entspricht einem Minus von 1,5 % im Vergleich zum Vorjahresmonat. Damit setzte sich der Rückgang in abgeschwächter Form fort.

Im Einzelhandel rechnet das WIFO 2026 mit einer Ausweitung der realen Wertschöpfung um 1,4 %, für 2027 um 1,7 % (Konjunkturreport Februar 2026).

BRANCHENTRENDS GETRÄNKEMARKT UND WETTBEWERBSSITUATION AM ÖSTERREICHISCHEN

Der Spirituosenmarkt in Österreich verzeichnete im Jahr 2025 einen Rückgang von 4,6 %. Der Umsatz ging im Jahresvergleich ebenfalls zurück, allerdings nur um 2,5%. Die Durchschnittspreise sind über alle Kategorien hinweg minimal gestiegen. (Quelle: Nielsen)

Der Kräuterbittermarkt, exklusive Hofer und Lidl, konnte im Jahr 2025 sowohl im Absatz (+1,9%) als auch im Umsatz (+2,8%) wachsen. Die Absatzentwicklung ist vorwiegend auf Jägermeister (Einführung Orange +18%) und den starken Zuwachs bei Eigenmarken (+32%) zurückzuführen.

Gurktaler verliert 14,5% im Absatz und 9,4% im Umsatz – diese Differenz resultiert aus dem gestiegenen Durchschnittspreis.

Auch bei Rossbacher zeigt sich ein Absatzrückgang, allerding schwächer als bei Gurktaler von 11,5%. Der Umsatz ging analog 12,2% zurück, da sich der Durchschnittspreis nur minimal verändert hat. (Quelle: Nielsen)

GURKTALER UND IHRE BETEILIGUNGSGESELLSCHAFTEN

Die Gurktaler AG fungiert einerseits als geschäftsführende Holding der Gurktaler Gruppe und erbringt für Beteiligungsunternehmen Dienstleistungen im Bereich der Verwaltung, andererseits gibt es Produktions- und Vertriebsverträge für die Marken Gurktaler und Rossbacher für das Geschäft in Österreich und den Export, insbesondere nach und über Deutschland.

Die Gesellschaft hält Finanzbeteiligungen an den Kräuterspirituosenunternehmen Peter Zwack & Consorten Handels-AG (49,998 %), Wien, (die wiederum eine Beteiligung von 50 % plus einer Aktie an Zwack Unicum Nyrt., Budapest, Ungarn, hält) und Underberg GmbH & Co KG (14,423 %) in Rheinberg, Deutschland. Die Ergebnisanteile der Beteiligung an der Underberg GmbH & Co KG werden im Finanzergebnis dargestellt.

Seit dem 1.4.2023 gibt es branchenübliche Vertriebsverträge mit Distributoren sowie einen Produktions- und Materialwirtschaftsvertrag, die das Pachtmodell ersetzen, welches in den bisherigen Geschäftsjahren bestand. Die Produktion der Marken Gurktaler und Rossbacher erfolgt durch die Mozart Distillerie GmbH, Salzburg. Der Vertrieb wird über die Schlumberger Wein- und Sektkellerei GmbH in Österreich und die Diversa Spezialitäten GmbH in Deutschland sowie durch diese über die Semper idem Underberg AG (Deutschland) für das weitere internationale Geschäft abgewickelt.

GESCHÄFTSFELD DEUTSCHLAND: UNDERBERG GMBH & CO KG; RHEINBERG

Die Underberg GmbH & Co KG, Rheinberg, und die mit ihr verbundenen Gesellschaften sind im Wesentlichen auf die Herstellung und den Vertrieb von Underberg spezialisiert. Zudem hält

sie die Warenzeichen der Marke Underberg und der Riemerschmied-Gruppe sowie Beteiligungen in Deutschland. Die gesetzlichen Bestimmungen für eine GmbH & Co KG nach deutschem Recht führen dazu, dass das Ergebnis des Geschäftsjahres 2025/26 der Underberg GmbH & Co KG, Rheinberg, noch nicht berücksichtigt wird und somit im Abschluss des Geschäftsjahres 2025/26 der Gurktaler Gruppe nicht enthalten ist.

GESCHÄFTSFELD UNGARN: ZWACK UNICUM NYRT., BUDAPEST

In Ungarn konnte sich das Geschäft gegenüber dem Vorjahr im Umsatz erneut steigern. Das Inlandsgeschäft konnte gegenüber dem Vorjahr ebenfalls einen Zuwachs verzeichnen. Das Exportgeschäft war rückläufig, hauptsächlich bedingt durch den rückläufigen Exportmarkt Italien. Während die Verkäufe von Premiumprodukten stiegen, gingen die Verkäufe der Qualitätsprodukte zurück. Besonders gut entwickelt hat sich die Unicum-Produktlinie. Vor allem der Unicum Orange Bitter, der im April im Einzelhandel eingeführt wurde, hat maßgeblich zu den positiven Ergebnissen der Unicum-Markenfamilie beigetragen.

Zwack Unicum Plc. ist der größte Anbieter auf dem ungarischen Markt für destillierte Spirituosen. Da der ungarische Inlandsmarkt fast 90 % der Umsatzerlöse des Unternehmens aus dem Verkauf von Produkten ausmacht, hat die inländische Nachfrage einen entscheidenden Einfluss auf die Ergebnisse des Unternehmens. Der inländische Konsum von Premium-Spirituosen in Ungarn stieg in der Zeit vor COVID, der durch die Pandemie 2020 deutlich reduziert wurde. Nach der anschließenden Erholung ging der Konsum ab Herbst 2022 deutlich zurück, ausgelöst durch hohe Inflation und den daraus resultierenden Rückgang der Reallöhne. Ab 2024 begann der Konsum leicht zu steigen, getrieben von rascher Desinflation und einer Rückkehr zum Reallohnwachstum, doch das schwache Verbrauchervertrauen führte dazu, dass die Wachstumsrate deutlich unter dem Reallohnwachstum lag.

Die Gesellschaft ist bestrebt, den Exportanteil von 11 % am Gesamtumsatz auf 15 % zu erhöhen. Die wichtigsten Exportmärkte des Unternehmens sind Italien, Deutschland, Rumänien und die Slowakei.

ERGEBNIS- UND BILANZKENNZAHLEN – Einzelabschluss / Jahresabschluss GURKTALER AG

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 6
UGB2025/2026 2024/25
Umsatzin EUR Mio.2,63,9
Betriebsergebnisin EUR Mio.-0,9-0,5
Erträge aus Beteiligungenin EUR Mio.2,32,0
Zinserträge und (–aufwendungen)in EUR Mio.0,10,1
ErträgeausZuschreibungzu in EUR Mio.0,00,0
Finanzanlagen (Verschmelzung)
Finanzergebnisin EUR Mio.2,42,1
Ergebnis vor Ertragsteuernin EUR Mio.1,61,6
Steuern vom Einkommen / Ertragin EUR Mio.0,20,4
Ergebnis nach Steuernin EUR Mio.1,82,0
Auflösung Gewinnrücklagen (freie in EUR Mio.0,10,1
RL)
Zuweisung Gewinnrücklagen (freie in EUR Mio.-0,40,0
RL)
Bilanzgewinnin EUR Mio.1,82,3
Cashflowausderlaufenden in EUR Mio.-0,60,0
Geschäftstätigkeit
Ergebnis je Aktiein EUR0,840,93
Eigenkapitalquotein %97,395,3
Umsatzrentabilitätin %61,141,4
Eigenkapitalrentabilitätin %6,46,5

UMSATZ

Die Umsatzerlöse stammen zum einen aus der geschäftsleitenden Verwaltung von verbundenen Unternehmen und aus weiterverrechneten Leistungen an verbundene Unternehmen. Diese Leistungen wurden ausschließlich im Inland erbracht.

Die Umsatzerlöse des operativen Geschäfts zum anderen umfassen die Verkaufserlöse der Gurktaler AG an die Vertriebspartner Schlumberger Wein- und Sektkellerei GmbH für Österreich, die Diversa Spezialitäten GmbH für Deutschland und weitere Exportländer sowie an den Betreiber des Gurktaler Online-Shops. Sie betrugen im Wirtschaftsjahr 2025/2026 TEUR 2.572. Hiervon entfielen TEUR 913 auf Exporterlöse. Gegenüber dem Vorjahr (T-EUR 3.894) ist der Umsatz somit um TEUR 1.322 gesunken.

Die Absätze der Marke Gurktaler Alpenkräuter reduzierten sich durch Preiserhöhungen im Vergleich zum Vorjahr im Inland um 17 %. Eine positive Entwicklung gab es bei der 1 Liter Flasche mit Verkäufen, welche deutlich über dem Vorjahr lagen sowie durch die Einlistung des Alpen-Aperitifs. Bei den Exporten gingen Aktionen bei den Diskontern in Deutschland verloren, da der Konsumrückgang von Alkohol durch die sinkende Anzahl an Konsumenten

und die aktuelle Kaufzurückhaltung zu einer rückläufigen Anzahl an Spirituosenaktionen geführt hat. Die Absätze sanken im Berichtszeitraum um – 14 TL bzw. um 5,1 %.

Bei Rossbacher ging im Inland gegenüber dem Vorjahr der Absatz um -15 % zurück, da es im LEH zu Auslistungen gab. In der Gastronomie gab es ebenfalls Rückgänge aufgrund von Filialschließungen bei wichtigen Großhandelskunden. Aktuell gibt es keine nennenswerten Absätze im Export.

ERGEBNIS

Für das Geschäftsjahr 2025/26 wird ein Betriebsergebnis (EBIT) von TEUR -894 ausgewiesen (Vorjahr: TEUR -472). Das verschlechterte Ergebnis beruht im Wesentlichen auf einem Umsatzrückgang durch Produktionsverschiebungen, die Auswirkung von Preiserhöhungen und einem Lagerabbau im Handel sowie u.a. inflationsbedingten höheren Personalkosten. Dem stehen vermehrte Eigenleistungen, welche die Sachkosten und Ausgaben für Werbung sinken ließen, gegenüber. Das EBITDA hat sich mit T-EUR -659 analog zum EBIT gegenüber dem Vorjahr (T-EUR -239) verändert.

Die Erträge aus Anteilen verbundener Unternehmen umfasst die Erträge der Beteiligung in Ungarn mit TEUR 2.000 (Vorjahr: TEUR 1.700). Die Erträge aus Beteiligungen an der Underberg GmbH & Co KG mit Sitz in Rheinberg, Deutschland, liegen bei TEUR 349 (Vorjahr: TEUR 267).

Der Saldo aus Zinsaufwand und Zinserträgen liegt bei TEUR 116 (Vorjahr: TEUR 117).

An Ertragsteuern wurden im Geschäftsjahr 2025/26 TEUR -191 (Vorjahr: TEUR -350) verbucht.

Daraus resultiert ein Ergebnis je Aktie in Höhe von EUR 0,84 (Vorjahr: EUR 1,08).

Der Bilanzgewinn beläuft sich auf TEUR 1.807 wovon unter Abzug der latenten Steuern in Höhe von TEUR 541 noch TEUR 1.266 zur Ausschüttung zur Verfügung stehen.

Der Vorstand wird der Hauptversammlung am 17. September 2026 eine Dividende in Höhe von EUR 0,60 je bezugsberechtigter Aktie (Stamm- und Vorzugsaktie) nach je EUR 0,90 im Vorjahr vorschlagen. Die Ausschüttungsquote des auszuschüttenden Gewinns beträgt 70% (VJ: 96,5%).

INVESTITIONEN

Im Geschäftsjahr 2025/26 wurden T-EUR 43 für ein KFZ und T-EUR 9 für ein Alkoholmessgerät aufgewendet. Ein KFZ wurde um T-EUR 12 (Buchwert T-EUR 1) veräußert. Die Firma verfügt über 3 KFZ, eines davon ist ein vollelektrisches KFZ. Es gab keine weiteren Zugänge im Anlagevermögen in 2025/26.

Die Abschreibung auf das Anlagevermögen beträgt T-EUR 43, davon T-EUR 26 für KFZ und T- EUR 13 für Formenkosten von Flaschen, der Rest für EDV und Marketinggüter. Die

Markenrechte von Gurktaler und Rossbacher werden auf 25 Jahre abgeschrieben. Die Abschreibungen betragen in Summe T-EUR 192. Die Gesamte Afa liegt bei T-EUR 235.

VERMÖGENS- UND KAPITALSTRUKTUR

Die Eigenmittel zum Bilanzstichtag 31. März 2026 belaufen sich auf EUR 24,4 Mio. (Vorjahr: EUR 24,5 Mio.). Daraus errechnet sich bei einer Bilanzsumme von EUR 25,0 Mio. (Vorjahr: EUR 25,7 Mio.) eine Eigenmittelquote von 97,3 % (Vorjahr: 95,3 %). Die Gesellschaft verfügt über eine solide Eigenmittelausstattung.

CASHFLOW-KENNZAHLEN

Der Nettozahlungsmittelabfluss aus der laufenden Tätigkeit beträgt im Geschäftsjahr 2025/26 EUR -0,6 Mio. (Vorjahr: EUR 0,0 Mio.) Die gesamten zahlungswirksamen Veränderungen des Finanzmittelbestandes sind im Wesentlichen auf den operativen Verlust, die erhaltene Dividende von der Peter Zwack & Consorten Handels-Aktiengesellschaft sowie auf die im September ausbezahlte Dividende an die Aktionäre zurückzuführen.

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 8
2025/262024/25
Cashflowausder-laufenden inEUR-0,60,0
GeschäftstätigkeitMio.
Cashflow aus (De-)InvestitionenEUR1,91,6
Mio.
Cashflowausder inEUR-1,9-2,7
FinanzierungstätigkeitMio.
Anfangsbestandderliquiden in TEUR6521.723
Mittel
Endbestand der liquiden Mittel27652

NICHT FINANZIELLE LEISTUNGSINDIKATOREN

Langfristiges Denken und verantwortungsvolles Handeln sind die Grundlage des wirtschaftlichen Erfolgs. Die Gurktaler Gruppe orientiert ihre Strategie und Vision an ökologischer, ökonomischer und soziokultureller Nachhaltigkeit.

Auch die Beteiligungsgesellschaften legen großen Wert auf Nachhaltigkeit. Das Leitbild der Underberg Gruppe sieht in Nachhaltigkeit ein ganzheitliches Handlungsprinzip, das durch konkrete Maßnahmen wie beispielsweise Biodiversität und optimierter Ressourceneinsatz als auch dem „New Work“ Ansatz als Kombination von beruflicher Entwicklung mit persönlicher Entfaltung, einen Ausgleich zwischen ökonomischen, ökologischen und soziokulturellen Bedürfnissen herstellt.

Zwack Unicum Nyrt., die ungarische Beteiligung in Ungarn, nützt seit Herbst 2019 ausschließlich Ökostrom. Seit dem Jahr 2023 verwendet man vermehrt Erdwärme und

Solarenergie als Energielieferanten. Nachdem ein Projekt zur Installation einer Wärmepumpe und Solarpanels im Werk in Dunaharaszti abgeschlossen wurde, plant das Unternehmen weitere Schritte in Richtung Kreislaufwirtschaft in seine Betriebskomponenten. Weitere Umweltinvestitionen werden kontinuierlich evaluiert und geplant.

MITARBEITERINNEN UND MITARBEITER

Im Geschäftsjahr 2025/26 waren in der Gurktaler AG im Durchschnitt sieben Mitarbeiter:innen beschäftigt (VJ: 6). Zum Stichtag waren es 7 (VJ: 7).

Die Mitarbeiter:innen arbeiten zum Teil im Home-Office. Ein Mitarbeiter ist vorwiegend im Außendienst tätig.

FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG

Im Geschäftsjahr 2025/26 fielen keine Aufwendungen für Forschung und Entwicklung an – die Aufwendungen für die Weiterentwicklung der Marken werden in den Marketingkosten erfasst.

RISIKOMANAGEMENT

Der Vorstand der Gurktaler AG hat ein effizientes Risikomanagement etabliert. Ziel dieses Risikomanagements ist es, den langfristigen Unternehmenserfolg zu sichern. Das Risikomanagement umfasst die Evaluierung der Beteiligungen an den Kräuterspirituosenunternehmen Peter Zwack & Consorten Handels-AG, Wien (damit indirekt an der Zwack Unicium Nrt., Budapest) und an der Underberg GmbH & Co KG, Rheinberg.

Darüber hinaus lag der Fokus des Risikomanagements auf der Überwachung des Geschäftsverlaufs des neuen Geschäftsmodells, welches seit 1. April 2023 mittels Produktionsund Vertriebsvereinbarungen mit der Schlumberger Gruppe sowie Vertriebsvereinbarungen mit der Underberg Gruppe umgesetzt wird, sowie die Bewertung der Markenwerte für Gurktaler und Rossbacher.

Ein weiteres Thema des Risikomanagements war das Beobachten des Kurses des ungarischen Forint, der die Beteiligungserträge aus der Peter Zwack & Consorten Handels AG beeinflusst.

Kritische Schätzungen und Annahmen bei der Bilanzierung der Markenrechte: Die Überprüfung, ob eine Wertminderung beim Markenrecht vorliegen würde, wird wie bisher jährlich vorgenommen. Wenn Anhaltspunkte vorliegen, die eine mögliche Wertminderung über die reguläre Abschreibungsdauer von 25 Jahren hinaus zur Folge haben könnten, wird häufiger überprüft.

Der Bestimmung des Nutzungswertes liegen Cashflow-Planungen zu Grunde, die auf der vom Vorstand genehmigten und zum Zeitpunkt der Durchführung gültigen Mittelfristplanung für eine Periode von vier Jahren basieren. Diese Planungen sind für das laufende und die kommenden Geschäftsjahre unverändert gültig und werden nach dem für die Brache so wichtigen Weihnachtsgeschäft aktualisiert.

Der Diskontierungszinssatz vor Steuern wurde beim Jahresabschluss zum 31.3.2026 für die Markenrechte Gurktaler und Rossbacher mit 6,58 % (Vorjahr 5,43 %) mit 6,54 % (Vorjahr 5,39%) angenommen.

Diese Diskontierungszinssätzen haben bei der Berechnung des Nutzungswertes folgende Auswirkungen auf die Markenrechte zu verzeichnen:

Markenrecht Rossbacher: kein Abwertungsbedarf. Markenrecht Gurktaler: kein Abwertungsbedarf

Das interne Kontrollsystem der Gesellschaft sieht ein 4-Augenprinzip bei allen finanziellen Transaktionen vor. Die Berichterstattung an den Aufsichtsrat erfolgt regelmäßig und gemäß der Satzung der Gurktaler AG.

Der Vorstand und Aufsichtsrat sehen als gesetzliche Vertreter der Gesellschaft keine existenzielle Gefahr aus den Auswirkungen der Krisen in der Ukraine und im Nahen Osten auf die Gurktaler AG, da die Gesellschaft über eine solide Eigenkapitalquote verfügt.

Das Risikomanagement bei den Finanzbeteiligungen der Gurktaler AG wird durch ein aktives Beteiligungsmanagement umgesetzt und beinhaltet den Informationsaustausch mit den Entscheidungsträgern sowie ein regelmäßiges Berichtswesen.

ANGABEN GEMÄSS § 243A UGB

Das Grundkapital der Gurktaler AG setzt sich aus 750.000 Vorzugsaktien und 1.354.364 Stammaktien zusammen, wobei jede Aktie am Grundkapital in gleichem Umfang beteiligt ist. Die Vorzugsaktien sind stimmrechtslose Aktien mit einer Vorzugsdividende von 4 % auf den auf die Stückaktien entfallenden Anteil am Grundkapital, wobei für den nachzuzahlenden Dividendenvorzug § 12a AktG gilt.

Großaktionär der Gurktaler AG ist die H. Underberg-Albrecht GmbH & Co Verwaltungs- und Vertriebs KG Rheinberg, Deutschland, die mehr als 89 % der Stammaktien hält. Die Semper idem Underberg AG hält weitere 3,45 % der Stammaktien. Die restlichen Stammaktien befinden sich im Streubesitz. Die Gurktaler Stammaktie (ISIN AT 0000A0Z9G3) und Vorzugsaktie (ISIN AT 0000A0Z9H1) notieren im Segment „standard market auction“ der Wiener Börse. Dem Vorstand sind keine besonderen Kontrollrechte von Aktieninhabern bekannt. Es sind keine wesentlichen Beteiligungen von Mitarbeitern der Gurktaler Gruppe bekannt. Wie jedem Aktionär steht es auch den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit Aktienbesitz frei, ihre Stimmrechte in Hauptversammlungen auszuüben.

Es bestehen keine nicht unmittelbar aus dem Gesetz abgeleiteten Bestimmungen über die Ernennung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats und über die Änderung der Satzung der Gesellschaft. Darüber hinaus existieren keine Entschädigungsvereinbarungen zwischen der Gesellschaft und ihren Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern oder Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für den Fall eines öffentlichen Übernahmeangebots.

Ausblick auf das Geschäftsjahr 2026/27

Seit 1. April 2023 wird das operative Geschäft über Lohnfertigungsverträge mit der Mozart Distillerie GmbH, Salzburg sowie Distributionsverträge mit der Schlumberger Wein- und Sektkellerei GmbH abgewickelt. Das Exportgeschäft wird ebenso wie die Bearbeitung des deutschen Marktes zur Gänze von der Diversa Spezialitäten GmbH sowie von der Semper idem Underberg AG ausgeführt. Die Verlängerung der Distributionsverträge wird derzeit verhandelt. Man geht aber von einer Verlängerung des bisherigen Geschäftsmodels mit teilweise abgeänderten Bedingungen aus.

Die Entwicklung für das Geschäftsjahr 2026/27 kann zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht prognostiziert werden, da das für die Branche so wichtige Weihnachtsgeschäft erst in einigen Monaten erfolgt. Preisanpassungen sind aktuell keine geplant, können aber vor dem Hintergrund der aktuellen geopolitischen Konflikte und ihre Auswirkung auf die Energiepreise nicht ausgeschlossen werden.

Bedeutende Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Es sind darüber hinaus keine Ereignisse eingetreten, die eine gesonderte Erläuterung erfordern.

Wien, am 3. Juli 2026

Der Vorstand

Welling

Mag. Wolfgang Spiller e.h.

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