Inhaltsverzeichnis
L A G E B E R I C H T
für das Geschäftsjahr 2024 der system7 railsupport GmbH
1. Geschäftszweck, Geschäftsverlauf und wirtschaftliche Lage des
Unternehmens
Die system7 railsupport ist Teil der system7 rail Gruppe. Diese ist ein Großmaschinen-High Tech-Startup im zukunftsträchtigen Bahn-Infrastruktur-Sektor. In den letzten Jahren wurden völlig neue Generationen, mit neuen Technologien ausgestattete, zyklisch („PLS“) und kontinuierlich („CPLS“) arbeitende Gleis-Stopfmaschinen entwickelt, gebaut und regulatorisch freigefahren. Zusätzlich wurde eine höchst innovative Schotterplaniermaschine entwickelt und gebaut („HSP“), und auch kleinere Gewerke stehen dem Kunden, meist in Form von Umbauten bestehender Mitbewerbs-Maschinen, zur Verfügung.
Die Vorteile der neuen Technologie für die Kunden sind einerseits substanzielle Instandhaltungs- und Betriebskostenersparnisse über die Lebenszeit der Maschinen (20-30 Jahre) hinweg, andererseits bieten die system7 Maschinen gegenüber dem Mitbewerb auch eine höhere Produktivität in der Stopf-Geschwindigkeit, optimalere Stopfergebnisse mit erhöhter Gleis-Haltbarkeit, eine ergonomischere Bedienbarkeit für das Betriebspersonal sowie umweltfreundlichere Arbeitsvorgänge (Staub- und Geräuschreduktion).
Nach z. T. jahrelanger Prüfung und Testung sind die potenziellen Kunden von system7, i. d. R. sowohl staatliche als auch private Bahnbau-Unternehmen, nunmehr von den Vorteilen der Technologie überzeugt und fragen verstärkt nach Angeboten. Entsprechend haben die Auftragseingänge der Gruppe im Jahr 2024 rd. EUR 48,5 Mio. betragen und dazu geführt, dass der Auftragsbestand der Gruppe zum 31.12.2024 auf EUR 90,8 Mio. angestiegen ist.
Auch die allgemeine konjunkturelle Lage bzw. Investitionsbereitschaft im Markt für Bahn- Infrastrukturmaschen bleibt trotz geopolitischer Krisen positiv. Befeuert von staatlichen Infrastruktur-Programmen, wird für 2025 und die Folgejahre mit einer weiteren positiven Marktentwicklung gerechnet.
Die system7 railsupport GmbH hat ihren Sitz in Laakirchen und betreibt von dort für die system7 rail Gruppe die Funktionen Einkauf, Lager, Produktion und Logistik. Dazu kommen Serviceleistungen für die bereits im Verkehr befindlichen Maschinen. Die Bereiche Technik, Forschung & Entwicklung und Vertrieb werden vom Schwesterunternehmen system7 railtechnology abgedeckt, die Verwaltung der Gruppe ist in der system7 railholding gebündelt. Die system7 railsupport erhält ihre Aufträge von der system7 railtechnology. Die von system7 railsupport erzeugten Maschinen werden zunächst an die system7 railtechnology verkauft und gehen von dort an die einzelnen Kunden.
Im Geschäftsjahr 2024 wurde ein Umsatzwachstum von knapp 40% erzielt, obwohl es bei der Auslieferung von zwei völlig neuartigen Maschinentypen (Kontinuierliche Stopfmaschine und Schotterpflug) wiederum zu Verzögerungen und einer damit verbundenen Verschiebung der
Umsatz- und Ergebnisrealisierung von 2024 auf 2025 gekommen ist (beide Maschinen werden im 2. HJ 2025 ausgeliefert werden).
Das Jahresergebnis (EUR -6,3 Mio.) war auch im abgelaufenen Geschäftsjahr noch substanziell negativ. Dieser Umstand ist insbesondere den hohen Prototypen-Herstellkosten für den Bau der beiden neuen Maschinentypen geschuldet.
Das Eigenkapital beträgt EUR 1,2 Mio., dies entspricht einer Eigenkapitalquote von 8,2%.
2. Voraussichtliche Entwicklung und Risiken des Unternehmens
Voraussichtliche Entwicklung:
Die system7 rail Gruppe findet trotz diverser geopolitischer Krisen (Ukrainekrieg, Gazakrieg) ein positives Marktumfeld vor und geht davon aus, dass dieser Trend angesichts der massiven – auch und insbesondere staatlichen - Investitionen in die Eisenbahn-Infrastruktur auch die nächsten Jahre anhalten wird.
Herausforderungen für die system7 railsupport sind die Skalierung der Produktion entsprechend dem stark steigenden Auftragsstand, die damit zusammenhängende Suche nach qualifiziertem Personal, der deutliche Anstieg der Personalkosten, sowie beschaffungsseitig die teilweise langen Beschaffungszeiten bei einigen Zukaufteilen.
Im Geschäftsjahr 2025 steht insbesondere die Auslieferung der ersten beiden Prototypen der neuen Maschinenarten (Kontinuierliche Gleis-Stopfmaschine und Schotterpflug) im Fokus. Wesentliches Ziel bleibt die termingerechte Herstellung und Auslieferung der neuen Aufträge in den Folgejahren.
Ergebnismäßig wird eine kontinuierliche Entwicklung in Richtung schwarze Zahlen angestrebt. Aufgrund der stark margenbelastenden Mehraufwendungen für den Prototypenbau sind auch im kommenden Jahr 2025 noch Verluste zu erwarten, wenn auch in substanziell geringerem Ausmaß als in 2024. Für spätestens 2027 wird der Break-Even angestrebt, nennenswerte Gewinne sind ab 2028 geplant. Dies soll im Wesentlichen durch das größere Produktions- und Umsatzvolumen und höhere Margen je Maschine (Rückführung der Herstellkosten von hohen „Prototypen-Mehraufwendungen“ hin zu „Serienfertigungs-Normalaufwendungen“) gelingen.
Zur Erreichung dieser Ziele werden die Gesellschafter der system7 railsupport die Gesellschaft – soweit notwendig - mit zusätzlichem Eigenkapital ausstatten.
Risiken des Unternehmens:
Die system7 railsupport ist im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit einer Vielzahl von Risiken ausgesetzt, die durch die unternehmerische Tätigkeit bedingt sind.
Aufgrund der langen Durchlaufzeit von Maschinenaufträgen bis zum Zeitpunkt der Umsatzund Ergebnisrealisierung wird insbesondere einer laufenden Überwachung und Steuerung der Liquidität ein hoher Stellenwert beigemessen und auf ausreichende Anzahlungen geachtet.
Der Schutz des geistigen Eigentums, welcher einen wesentlichen Wettbewerbsvorteil darstellt, hat ebenfalls sehr hohe Priorität.
Durch die Entwicklung von zwei neuen Maschinen wurde die Produktpalette entsprechend verbreitert und auf das Absatzmarktrisiko reagiert. Die Weiterentwicklung der bestehenden Maschinen und Einführung von neuen, modernen Lösungen genießt weiterhin hohen Stellenwert und soll die Technologieführerschaft auch für die Zukunft festigen.
Beschaffungsseitig wird darauf geachtet, dass bei allen wesentlichen Komponenten zumindest zwei Lieferanten zur Verfügung stehen. Weiters wird laufend nach neuen Lieferanten Ausschau gehalten, um das beste Preis-Leistungsverhältnis sicherzustellen und etwaige Abhängigkeiten zu vermeiden.
Das Thema Cybersecurity genießt ebenfalls hohe Priorität. Diesbezüglich besteht einerseits eine Cybersecurity-Versicherung, andererseits wurde im Jahr 2024 ein Projekt zur weiteren Erhöhung der IT-Sicherheit mit professioneller, externer Unterstützung durch PWC umgesetzt. Das Finanzierungskonzept sowohl der system7 rail Gruppe als auch der system7 railsupport baut auf einem Businessplan (5-Jahres Mittelfristplanung) auf, der halbjährlich entsprechend aktueller Entwicklungen überarbeitet wird, und dessen Einhaltung laufend überwacht wird.
3. Forschung und Entwicklung
Die system7 railsupport hat keine Forschungs- und Entwicklungs-Abteilung. Diese Funktion wird in der Gruppe vom Schwesterunternehmen system7 railtechnology abgedeckt.
4. Internes Kontrollsystem
Das interne Kontrollsystem sowohl der system7 rail Gruppe als auch der system7 railsupport entspricht der aktuellen Größe und Komplexität des Unternehmens.
Um die Weiterentwicklung in diesem Bereich kümmert sich ein eigener Prozess- und Qualitätsmanager, der gemeinsam mit der aufgestockten Finanzabteilung sukzessive schriftliche Richtlinien und Verfahrensanweisungen in den Kernprozessen erstellt und unter anderem darauf achtet, dass das 4-Augen-Prinzip flächendeckend in der system7 rail Gruppe zum Einsatz kommt.
Laakirchen, 2. Oktober 2025
DI Dr. Bernhard Lichtberger
Ing. of