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Lagebericht 2025

Energie Steiermark Business GmbH

Original-PDF

Stichtag 31. Dez. 2025 · Eingereicht am 18. Sep. 2026

Inhaltsverzeichnis

L A G E B E R I C H T für das Geschäftsjahr 2025

I. GESAMTWIRTSCHAFTLICHE ENTWICKLUNG

Im abgelaufenen Wirtschaftsjahr 2025 konnte sich das globale Wachstum gegenüber früheren Prognosen wieder etwas verstärken. Allerdings zeigen sich zwischen den Volkswirtschaften deutliche Unterschiede. Während die Wirtschaftsleistung in den USA mit einer Wachstumsrate von 1,8 % expandieren sollte, dürfte die Wirtschaft im Euroraum nur um 1,4 % zulegen. Vor allem Deutschland mit 0,1 % Wachstum im laufenden Jahr liegt hier unter den Erwartungen. Chinas Wirtschaftsleistung dürfte wiederum um 5,0 % wachsen. Somit geht das Wachstum der Weltwirtschaft laut Prognose im Jahr 2025 von zuletzt 3,3 % auf 3,1 % zurück.

In Österreich hat sich der private Konsum im Jahr 2025 wieder deutlich belebt. Einer Erholung von Industrie und Bauwirtschaft stehen allerdings eine verhaltene internationale Konjunktur und heimische Strukturprobleme gegenüber. Die weiterhin hartnäckige Inflation und die notwendige Budgetkonsolidierung dämpfen die Entwicklung der verfügbaren realen Haushaltseinkommen. Die heimische Wirtschaftsleistung wächst laut Prognose im Jahresverlauf lediglich um 0,5 %. Damit bleibt das derzeitige und das prognostizierte Wachstum weiterhin verhalten und jedenfalls geringer als in früheren Aufschwungphasen.

Die Inflation in Österreich wird mit voraussichtlich 3,6 % weiterhin höher als erwartet und auch um 1,4 % höher als im Euroraum ausfallen. Die Ursachen dafür sind vielfältig. Sowohl der Energiebereich (durch das Auslaufen fiskalpolitischer Ausgleichsmaßnahmen) als auch dadurch bedingt gestiegene Lebensmittelpreise und Dienstleistungen, sowie höhere öffentliche Gebühren sind hier die Treiber. Die Arbeitslosenquote steigt voraussichtlich auf 7,4 %. Damit entwickelt sich der Arbeitsmarkt, trotz der langen Konjunkturschwäche, relativ robust. Nach einem kräftigen Rückgang der Investitionen in den beiden vergangenen Jahren, verbessern sich die Rahmenbedingungen vor allem für Ausrüstungsinvestitionen aktuell wieder. Handelspolitische Unsicherheiten belasten allerdings diese Entwicklung. Unter diesen Voraussetzungen liegt auch das Budgetdefizit für 2025 mit 4,4 % über den festgelegten Kriterien.

II. ENERGIEWIRTSCHAFTLICHES UND RECHTLICHES UMFELD

Strom

Im Kalenderjahr 2025 setzte sich die Stabilisierung an den relevanten Spot- und Terminmärkten weiter fort.

Am Spotmarkt blieben extreme Preisspitzen nach oben im Jahr 2025 weitgehend aus. Zu Jahresbeginn führten kältere Temperaturen in Kombination mit einer geringen Verfügbarkeit erneuerbarer Energien zu dreistelligen Notierungen, die im Februar ihren Höchststand erreichten (Mittelwert: Deutschland 128,52 €/MWh, Österreich 140,81 €/MWh). Wie bereits im Vorjahr sorgten die milden Temperaturen im Frühjahr sowie die sehr hohen PV-Einspeisungen in Verbindung mit reichlich Wind- und Wasserkraft für deutlichen Preisdruck im zweiten Quartal.

Der überproportional starke Ausbau der erneuerbaren Energien, insbesondere der Photovoltaik, führte dazu, dass bei hoher EE-Verfügbarkeit vor allem in den Mittagsstunden ein deutlicher Preisrückgang zu beobachten war. Die Abendstunden hingegen verzeichneten im Verhältnis stärkere Preissteigerungen. Ein Blick auf die deutsche Erzeugungsstruktur zeigt, dass die Bedeutung der Kohlekraft weiter abnimmt, während der Anteil von Gas an der Nettostromerzeugung sukzessive steigt.

Die Preisbildung des deutschen EEX-Leitkontrakts Cal 26 DE Base wurde im Jahr 2025 maßgeblich durch die Entwicklungen der Primärenergieträger – insbesondere Gas und Kohle – sowie durch die CO -Preise beeinflusst. Die anhaltenden geopolitischen Konflikte und Kriege führten zu angebotsseitigen Engpasssorgen und schlugen sich vor allem im ersten Quartal in Form erhöhter Risikoprämien nieder. Gleichzeitig dämpfte die langanhaltende wirtschaftliche Konjunkturphase, insbesondere im Hinblick auf die exportorientierte Industrie in Deutschland und Österreich, sukzessive die Nachfrageerwartungen.

In der zweiten Jahreshälfte reagierte die Politik auf die wirtschaftlichen Herausforderungen mit weiteren Entlastungsmaßnahmen, wie dem Industriestrompreis in Deutschland (Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit) oder dem Elektrizitätswirtschaftsgesetz in Österreich (Netzstabilität, EE- Ausbau, Speicher, Entlastung).

Der Spotpreis in der deutsch-luxemburgischen Marktzone lag 2025 im Jahresmittel bei 87,64 €/MWh. Im Gegensatz zum Vorjahr verteuerte sich der österreichische Spot deutlich und erreichte ein Jahresmittel von 98,94 €/MWh. Dies spiegelt sich auch in den steigenden Spreads zwischen den Frontjahren wider, der AT-DE Spread (Base) für das Cal 26 beendete das Handelsjahr bei 6,90 €/MWh.

Der Frontjahres-Referenzkontrakt Cal 26 DE Base bewegte sich im Jahresverlauf überwiegend in einem engen Seitwärtskanal zwischen 80 €/MWh und 90 €/MWh.

Gas, Kohle, Rohöl und CO2

Der erste nicht dauerhaft überdurchschnittlich warme Winter nach drei Jahren ließ den EU- Gasspeicherstand schon deutlich vor dem Ende des Winters unter 50 % fallen. In Kombination mit den fixen Speicherzielen der EU und der Vorstellung des neuen Speicherkonzepts des deutschen THE, welches an den Sommer-Winter Spread gebundene und gedeckelte Subventionierungen für Gaseinspeicherungen vorsah, ließ das die Preise für den Next Month Future am THE bis zum 10. Februar auf 58,75 €/MWh, und damit über das charttechnische Langzeitziel von 56,10 €/MWh, ansteigen.

Die flexiblere Gestaltung der fixen EU-Speicherziele wurde sehr spät, aber doch Anfang Februar gegen die überkaufte Marktstimmung ins Spiel gebracht und im Mai das verpflichtende Speicherziel für 1. November von 90 % auf 83 % Füllstandsverpflichtung gesenkt, mit weiteren Senkungsmaßnahmen versehen und länderindividuell ermöglicht. Profitmitnahmen nach der Erreichung des Langzeitziels wurden durch deutlich wärmere Prognosen für den verbleibenden Rest des Winters zusätzlich zu den US Ukraine-Deal Gesprächen und der zuvor genannten flexibleren Gestaltung der fixen EU-Speicherziele verstärkt.

Auf Schlusskursbasis 30.12.2025 verlor der THE Next Month 29,50 €/MWh bzw. 50,2 % im Vergleich zum Februarhoch. Positive Entwicklungen bei den Ukraine Friedensgesprächen und damit wieder aufflammende Spekulationen über zukünftige russische Energieflüsse ließen die eingepreiste geopolitische Risikoprämie erneut sinken - auch das endgültige Importverbot von russischem Erdgas (inkl. LNG) ab 2026 mit wenigen Ausnahmen konnte den Abwärtsdruck nicht stoppen.

Weiter wenig Wettbewerb mit Asien um LNG-Lieferungen, bei schwacher wirtschaftlicher Nachfrage in Europa und keine drohende Kältewelle bislang führten zu einem Abbau der Winterrisikoprämie die die europäischen Frontmonate, erstmals seit Mai 2024, unter 30 €/MWh führten. Damit bleibt der Markt bei "Alles gut - so lange keine großen Ausfälle bei Dunkelflauten, langen Kältewellen kommen, da im Sommer und danach aufgrund der neuen LNG-Welle genug Gas da sein sollte, um die Speicher aufzufüllen und den flexiblen Bedarf zu decken".

Gas- und Kohlenachfrageseitig bleibt Europa unter seinem Vor-Coronabedarf. Asien, der Nahe und Mittlere Osten sowie die Emerging Markets bleiben die Nachfragetreiber, die der LNG- Angebotswelle entgegenstehen. Zu beachten ist aber, dass gesamtgesehen letztes Jahr der Wiederanstieg des LNG-Bedarfs in Asien ein starker Treiber der LNG-Käufe war. Heuer ist die asiatische Nachfrage nach LNG, nicht nur in China, aber spürbar schwächer. Dementsprechend weniger stark wird die asiatische LNG-Nachfrage, der wichtigste Faktor wie der globale LNG- Angebotsanstieg im Ausmaß von mehr als 200 Tonnen oder 50 % bis 2030 absorbiert werden kann, eingeschätzt, was sich in einer dementsprechend Backwardation der Gasfutures niederschlägt.

Die Einhaltung nahezu aller Wahlversprechen Trumps brachte die im Vorjahr angekündigte Weichenstellung des Jahrzehnts in Bezug auf Energie-, Umwelt-, Geopolitik- und damit auch Sicherheitspolitik (Zölle, Sanktionen, extremere Positionen und Postenbesetzungen, …) inklusive der befürchteten Volatilität. Fakt ist, dass auch Trumps "Beautiful big bill" neben beinahe weltweit steigender Staatsverschuldung mehr Inflation in den Markt bringen wird und Investoren versuchen müssen, sich dagegen abzusichern.

Die Ölmärkte sind am Ende des heurigen ersten Quartals noch gewohnt gewesen auf Reservekapazitäten von 5-6 Millionen Barrel/Tag zu blicken, sechs Monate später verringerte sich der Polster federführend durch die OPEC+ Produktionserhöhungen schon auf rund 3,5 Mio. Barrel/Tag. Damit ist die an der Seitenlinie geparkte Menge wieder in der Nähe dessen, womit die maßgeblichen Teilnehmer in der Brent Terminmarktkurve vertraut sind und als Normalisierung der Covidund Post Covid Auswirkungen betrachtet wird. Die OPEC+ bleibt auch 2026 der Rohölangebotsmanager, währenddessen die Geopolitik (Russland, USA, Ukraine, Venezuela, Iran, ...) und die fortgesetzte unstetige Binärität der US-Politik (Entscheidungen) die Unbekannten bei steigendem Angebot darstellen, die aber nicht ausreichen, um die bearishe Angebots-Nachfrageeinschätzung zu egalisieren, was zum zweiten Versuch heuer führt, die Rohöl-Terminmarktkurve von einer Backwardation in einen Contango zu drehen.

Damit endet das Jahr gegenüber Jahresanfang für Gas (THE Cal 26 rd. -28% Marktpreisänderung auf Jahresbasis) mit einem wachsenden Angebotsüberhang und dementsprechend teils rekordhohen Short-Positionen sowie Abstürzen unter wichtige charttechnische Haltemarken, währenddessen sich der Emissionsmarkt (Dec 25 ausgelaufen mit 15.12.2025 +18,1 %) trotz weltweit weniger ambitionierten Klimaschutzzielen als zuvor auf den vorangegangenen COP-Gipfeln, in einer regulatorisch bedingten Angebotsverringerung mit entsprechend hohen Long Positionen und wiederholten Versuchen charttechnische Schlüsselhindernisse zu überwinden befindet.

Rechtliche Rahmenbedingungen des Energiehandels

Bereits im Nachgang zur Finanzkrise 2008/2009 wurden verschärfte Transparenzvorschriften für Finanz- und Terminmärkte eingeführt (insbesondere Verordnung EU 1227/2011 über die Integrität und Transparenz des Energiegroßhandelsmarktes – „REMIT“, Verordnung EU 648/2012 über OTC-Derivate, zentrale Gegenparteien und Transaktionsregister – „EMIR“, Verordnung EU 596/2014 – Marktmissbrauchsverordnung, Richtlinie EU 2014/65/EU über Märkte für Finanzinstrumente – „MiFID II“ inkl. nationaler Umsetzungsakte sowie Verordnung EU 600/2014 über Märkte für Finanzinstrumente – „MiFIR“). Seitdem sind verschärfte Transparenzvorschriften, Marktverhaltensregeln sowie laufende Transaktionsdatenmeldevorschriften wesentliche Bestandteile des operativen Energiehandels.

Als Reaktion auf die stark volatilen Energiepreise bzw. das historisch beobachtbare Marktpreisniveau erfolgte eine teilweise Überarbeitung des relevanten Regelungsumfeldes, wobei insbesondere 2026 neue Vorgaben für den Energiehandel zu beachten sind (insbesondere EU 2024/1106 – „REMIT II“).

Zur Erfüllung dieser einschlägigen, gesetzlichen Vorgaben wurde innerhalb des Energiehandels bereits frühzeitig eine Compliance-Stelle eingerichtet, welche, ebenso wie das finanzielle Risikomanagement, entlang der gesamten operativen Prozesskette des Energiehandels eingebunden ist.

Die Erfüllung dieser speziellen Energiehandelsvorschriften wird insbesondere durch entsprechende interne Schulungsmaßnahmen für alle betroffenen Mitarbeiter sowie verpflichtende Compliance-Richtlinien sichergestellt. Sofern zur Erfüllung gesetzlicher Anforderungen Änderungen operativer Prozesse notwendig sind, werden entsprechende Anpassungen von der Compliance-Stelle koordiniert, wodurch die Einhaltung regulatorischer Vorschriften innerhalb des laufenden Energiehandelsgeschäftes sichergestellt wird.

III. WIRTSCHAFTLICHE ENTWICKLUNG DES UNTERNEHMENS

Die Energie Steiermark Business GmbH ist die zentrale Tradingeinheit im Energie Steiermark Konzern. Sämtliche Beschaffungen und Vermarktungen konzerninterner Vertriebs- und Erzeugungsmengen werden über die Energie Steiermark Business GmbH am Großhandelsmarkt bewirtschaftet. Hierzu bedient sich die Energie Steiermark Business GmbH aller relevanten, europäischen Energiebörsen, strategischer Langfristverträge für Strom sowie rund 70 internationaler Handelspartner mit denen ein standardisiertes EFET-Vertragsverhältnis besteht.

Zusätzlich agiert die Energie Steiermark Business GmbH aus Labeling-Gründen als Lieferant für Industrie-, Gewerbe- und Weiterverteilerkunden. Die Energie Steiermark Business GmbH ist am Markt in diesen Segmenten als professioneller Anbieter mit zusätzlichem Dienstleistungs- und Serviceportfolio etabliert und reüssiert in diesen Kundensegmenten trotz kompetitivem Umfeld mit sehr guten Ergebnissen.

Das Jahr 2025 war geprägt durch Seitwärtsbewegungen nach den massiven Preisnachlässen 2023 bzw. 2024. Die Gründe der recht stabilen Preisbewegungen liegen in den ausreichenden Speichervolumina von Erdgas und dem anhaltenden Sparverhalten über alle Vertriebssegmente in Strom und Erdgas. Beginnend in der zweiten Jahreshälfte wurden konjunkturbedingte Nachfragereduktionen erkennbar. Angebotsseitig war die Stromproduktion durch gute Wasserführung in Österreich, einer überdurchschnittlichen Steigerung der Erneuerbaren in Deutschland und Österreich und ausreichend nukleare Produktionskapazitäten in Frankreich geprägt.

1. Geschäftsverlauf

Die Umsatzerlöse betragen im Berichtszeitraum 1.388,56 MEUR, das ist gegenüber dem Vorjahr ein Rückgang von rd. 7 %. Der Materialaufwand und die bezogenen Leistungen iHv 1.356,14 MEUR liegen ebenso rd. 7 % unter dem Vorjahreswert. Sowohl im Umsatz als auch im Materialaufwand und in den bezogenen Leistungen ist der leichte Rückgang gegenüber den Vorjahreswerten vor allem auf ein gesunkenes Strom- und Gaspreisniveau zurückzuführen.

Die Erhöhung der Bruttogewinnspanne ist vor allem durch die DB-Erhöhung im Gasbereich aus Speicherbewirtschaftungen 2024 sowie Erträgen aus der Portfoliobewirtschaftung begründet. Das Ergebnis vor Steuern liegt daher bei 9,21 MEUR gegenüber 3,97 MEUR im Vorjahr.

2. Finanzielle Leistungsindikatoren

Für das Geschäftsjahr 2025 wurden folgende finanziellen Leistungsindikatoren errechnet:

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 5
EBITDA (Betriebsergebnis + Abschreibung)11,00 MEUR (2024: 11,40 MEUR)
EBIT-Marge (Betriebsergebnis / Umsatzerlöse)0,8 % (2024: 0,7 %)
Return on Capital Employed (ROCE: NOPAT / ø Capital Employed 2)111,5 % (2024: 12,2 %)
Return on Equity (ROE: Versteuertes Ergebnis / ø Eigenkapital)7,1 % (2024: 5,7 %)
Eigenkapitalquote (Eigenkapital / Gesamtkapital)19,7 % (2024: 11,3 %)

1 NOPAT (Net operating profit after taxes): Betriebsergebnis + Beteiligungsergebnis + (Betriebsergebnis + Beteili- ¹ gungsergebnis) x effektiver Steuersatz

Capital Employed 2 = Capital Employed 1 (Eigenkaptial + lf. und kf. Finanzverbindlichkeiten + lf. und kf. Verbindlichkeiten gegenüber EFG + lf. Personalrückstellungen) - lf. und kf. Finanzielle Vermögenswerte - Variation Margin -

Initial Margin - Zahlungsmittel

3. Strombereich

3.1. Stromaufbringung

Die Energie Steiermark Business GmbH ist zentrale Beschaffungs- und Vermarktungsstelle für Strom innerhalb des Konzerns. Zusätzlich agiert die Energie Steiermark Business GmbH als Lieferant für B2B Kunden, beliefert seit 01.01.2013 fristenkongruent rückgedeckte Geschäftskunden, Industriekunden und Weiterverteiler und hat bereits zahlreiche Verträge für zukünftige Lieferjahre abgeschlossen. Für die Belieferung im Jahr 2025 konnte durch Zukauf von österreichischen und internationalen Herkunftsnachweisen eine atomstromfreie Belieferung durchgeführt werden.

3.2. Portfoliomanagement

Durch die zentrale Stellung des Portfoliomanagements zwischen Vertrieb und Aufbringung konnte auch im Jahr 2025 eine risikominimale Gestaltung der Energiebezüge garantiert werden. Die strikt fristenkongruente Rückdeckungsstrategie der Energie Steiermark Business GmbH gewährleistet auch bei den vorhandenen hohen Volatilitäten und Marktpreissteigerungen eine Minimierung der mit der Energiebeschaffung verbundenen Risiken. Abgabenseitig werden in den individuellen Lieferverträgen der Vertriebe enge Volumens-Toleranzen bzw. marktpreisbasierte Verrechnungen von Differenzmengen vorgeschrieben, um die Risikopositionen durch Änderungen im Abnahmeverhalten der Großkunden zu minimieren. Die Systeme und Prozesse im Portfoliomanagement wurden aufgrund neuer Vertragsformen der Vertriebe und des neuen Marktumfeldes, zum Zwecke der Umsetzung neuer Aufbringungsstrategien und Vertriebsprodukte, erfolgreich und innovativ weiterentwickelt.

3.3. Stromhandel/Trading

Durch die ständige Marktpräsenz des Trading Floors der Energie Steiermark Business GmbH auf den europäischen Strommärkten konnte auch 2025 wieder ein wesentlicher Beitrag zur optimalen Portfoliobewirtschaftung geleistet werden.

3.4. Industrie-, Geschäftskunden und Weiterverteiler

Der anhaltende Photovoltaik-Ausbau unserer Kunden und die konjunkturell bedingte schwächere Industrienachfrage führt zu einem geringeren Absatzvolumen in den B2B-Segmenten. Bei Industriekunden und Weiterverteilern kommen innovative Vertragsformen zum Einsatz (Limitsysteme, Aufbringungsstrategien, Beschaffung von Jahres-, Quartals- und Monatsprodukten, Spotmarktbeschaffung), die den Kunden einerseits eine optimale Risikostreuung und gleichzeitig Flexibilität im Abnahmeverhalten ermöglichen. Bei kleineren Geschäftskunden wurde mit dem B2B Vario Produkt ein neuer Tarif eingeführt, der Kunden eine Mischung aus am Terminmarkt abgesicherten Mengen mit Floatinganteilen am Spotmarkt ermöglicht und so ebenfalls zur Flexibilität und Risikostreuung beiträgt.

Das Monitoring der Außenstände zeigt nach wie vor trotz schwierigem wirtschaftlichem Umfeld keine erhöhten Zahlungsausfälle. Zur Absicherung potenzieller Zahlungsausfälle sind die größten Kunden weiterhin mehrheitlich im Rahmen einer Kreditversicherung abgesichert.

4. Gasbereich

4.1. Gasaufbringung

Aufgrund zahlreicher Kundengewinne lag das Absatzvolumen bei Industrie und Geschäftskunden trotz konjunkturbedingter Minderverbräuche leicht über dem Vorjahr. Im Vergleich zu 2024 führten die tendenziell sinkenden Großhandelspreise im Laufe des Jahres zu einer weiteren Preisreduktion bei Angeboten und neuen Vertragsabschlüssen für Folgejahre. Viele Geschäftskunden haben sich in Erwartung weiter fallender Energiepreie für flexible Preismodelle mit monatlicher Preisanpassung im kommenden Jahr entschieden. Bei Industriekunden und Weiterverteilern kommen innovative Vertragsformen zum Einsatz (Limitsysteme, Aufbringungsstrategien, Beschaffung von Jahres-, Quartals- und Monatsprodukten, Spotmarktbeschaffung), die den Kunden einerseits eine optimale Risikostreuung bei der Erdgasbeschaffung und gleichzeitig Flexibilität im Abnahmeverhalten ermöglichen.

Neben der erfolgreichen Verlängerung der Bestandskundenverträge konnten auch zahlreiche Neu-kunden gewonnen werden. Zur Absicherung potentieller Zahlungsausfälle sind die größten Kunden weiterhin mehrheitlich im Rahmen einer Kreditversicherung abgesichert.

4.2. Portfoliomanagement

Durch die zentrale Stellung des Portfoliomanagements zwischen Vertrieb und Aufbringung konnte auch im Jahr 2025 eine risikominimale Gestaltung der Energiebezüge garantiert werden. Die strikt fristenkongruente Rückdeckungsstrategie entsprechend der in den Kundenverträgen fixierten Preisindizes gewährleistet auch bei den vorhandenen hohen Volatilitäten und Marktpreissteigerungen eine Minimierung der mit der Energiebeschaffung verbundenen Risiken. Abgabenseitig werden in den individuellen Lieferverträgen der Vertriebe enge Volumens-Toleranzen bzw. marktpreisbasierte Verrechnungen von Differenzmengen vorgeschrieben, um die Risikopositionen durch Änderungen im Abnahmeverhalten der Großkunden zu minimieren.

4.3. Erdgashandel/Trading

Der Erdgashandel umfasste im Wesentlichen die Bewirtschaftung fristenkongruente Absicherungen am Wholesalemarkt, Optimierungen des Speicherportfolios und die Bewirtschaftung von Ausgleichsenergiemengen.

4.4. Industrie-, Geschäftskunden und Weiterverteiler

Das Absatzvolumen lag 2025 aufgrund der kalten Witterung im 1. Quartal, sowie einem leicht gesteigerten Absatz bei Industriekunden und Weiterverteilern etwas über dem Vorjahresniveau. Zur Absicherung vor Lieferengpässen haben einige Industriekunden und Weiterverteiler Gasspeicherverträge abgeschlossen. Bei Industriekunden und Weiterverteilern kommen innovative Vertragsformen zum Einsatz (Limitsysteme, Aufbringungsstrategien, Beschaffung von Jahres-, Quartals- und Monatsprodukten, Spotmarktbeschaffung), die den Kunden einerseits eine optimale Risikostreuung bei der Gasbeschaffung und gleichzeitig Flexibilität im Abnahmeverhalten ermöglichen. Bei kleineren Geschäftskunden wurde mit dem B2B Vario Produkt ein neuer Tarif eingeführt, der Kunden eine Mischung aus am Terminmarkt abgesicherten Mengen mit Floatinganteilen am Spotmarkt ermöglicht und so ebenfalls zur Flexibilität und Risikostreuung beiträgt. Zur Absicherung potenzieller Zahlungsausfälle sind die größten Kunden weiterhin mehrheitlich im Rahmen einer Kreditversicherung abgesichert.

IV. ZWEIGNIEDERLASSUNGEN

Die Energie Steiermark Business GmbH hat keine im Firmenbuch eingetragenen Zweigniederlassungen.

V. NICHTFINANZIELLE LEISTUNGSINDIKATOREN

1. Personal

Personalmanagement

Das Personalmanagement ist mit der Aufnahme des für die Erschließung neuer Geschäftsfelder erforderlichen Personals, aber auch mit jener von Ersatzbesetzungen für ausscheidende Mitarbeiter:innen betraut. Es spricht über ein gezieltes Recruiting jene potenziellen Mitarbeiter:innen an, die die dem Unternehmen gestellten Aufgaben und Herausforderungen annehmen und bewältigen können.

Personalentwicklung

Der in der Energie Steiermark AG angesiedelten strategischen Personalentwicklung kommt die Aufgabe zu, Mitarbeiter:innen der Energie Steiermark Business GmbH bestmöglich auf die sich aus dem laufenden Betrieb ergebenden sowie auf zukünftige Aufgabenstellungen vorzubereiten.

Das ganzheitliche Aus- und Weiterbildungsangebot sowohl für Führungskräfte als auch für Mitarbeiter:innen reicht von fachspezifischen Schulungen und Schulungen zur Arbeitsmethodik über Initiativen zur betrieblichen Gesundheitsförderung bis zu gezielten Trainings zur Stärkung der persönlichen und sozialen Kompetenzen und wird zum größten Teil hausintern abgedeckt. In einer jährlichen Evaluierung des Bildungsbedarfs werden zukünftige bedarfsorientierte Weiterbildungsmaßnahmen konkretisiert und umgesetzt.

Das jährlich stattfindende Mitarbeiter:innengespräch dient als ein zentrales Entwicklungsinstrument, um die Mitarbeiter:innen bedarfsorientiert in der täglichen Arbeit sowie bei der Bewältigung zukünftiger Aufgaben zu unterstützen. Es erfolgt eine faire und offene Leistungsbeurteilung, wobei die Förderung von Leistungspotenzialen sowie die Entwicklungsplanung der Mitarbeiter:innen im Vordergrund stehen. Dieses zentrale Entwicklungsinstrument dient der gezielten Unterstützung für aktuelle und zukünftige Herausforderungen.

Mit dem Ziel, die Zufriedenheit der Mitarbeiter:innen mit dem Status quo abzufragen, aber auch, um ihnen Raum für Anregungen oder Änderungswünsche zu geben, wird in regelmäßigen Abständen eine umfassende Mitarbeiter:innenbefragung durchgeführt.

Gesundheit und Sicherheit der MitarbeiterInnen

Um aktuelle und zukünftige Herausforderungen zu meistern, sind gesunde, motivierte und leistungsstarke Mitarbeiter:innen für das Unternehmen von größter Bedeutung. Die Energie Steiermark Business GmbH betrachtet es als eine ihrer Aufgaben, die Belegschaft im Sinne der Gesundheitsförderung aktiv zu unterstützen und gezielte Präventionsaktivitäten zu setzen. Eine vielseitige betriebliche Gesundheitsvorsorge mit Unterstützung von Betriebsärzten und Arbeitspsychologen trägt diesem Bestreben Rechnung.

2. Energieeffizienz-Umwelt/Nachhaltigkeit

2.1. Energiemanagementsystem ISO 50001: 2018 (EnMS)

Am 2. Dezember 2025 fand für das EnMS bei Energie Steiermark Business GmbH (BT) und Energie Steiermark Kunden GmbH (KD) das Überwachungsaudit statt. Diese Überprüfung ist – neben der Re-Zertifizierung – fixer Bestandteil zur Fortschreibung der EnMS-Zertifikate. Die Zertifikatausstellung erfolgt für BT und KD.

2.2. EEFF NEU (Periode 2021-2030)

Erfüllung der Verpflichtungen aus dem Energieeffizienzgesetz (EEffG) (Melde-Tätigkeiten an die e-control):

• Energieabsatz Haushalt/Nicht-Haushalt der Energie Steiermark AG (ESTAG) / 30.06.2025 • Meldung der standardisierten Kurzberichte (externe Audits) 2.3. Änderung Auditverpflichtungen aufgrund EED III (Energieeffizienzrichtlinie)

Für die Umsetzung der EED IIl in nationalstaatliches Recht besteht ab Inkrafttreten (Oktober 2023) grundsätzlich eine zweijährige Umsetzungsfrist bis Oktober 2025.

Aber: Österreich ist in Verzug! Laut Michael AUMER (Bundesministerium Wirtschaft, Energie und Tourismus) könnte die Umsetzung im ersten oder zweiten Quartal 2026 erfolgen. Eine Wiederaufnahme einer Lieferantenverpflichtung ist – auch wenn von Teilen der Sozialdemokratischen Partei, als auch der Arbeiterkammer gewünscht – eher unwahrscheinlich.

Dies bedeutet, dass mit einer Novelle des derzeit gültigen EEffG 2025 zu rechnen ist.

Wesentliche Auswirkungen der EED III auf Energieaudits und (Energiemanagementsysteme):

Bisher waren wirtschaftliche Kennzahlen (Mitarbeiter, Umsatz bzw. Bilanzsumme) für eine Kategorisierung als großes Unternehmen ausschlaggebend; nunmehr zielt die Regelung erstens auf den Energieverbrauch und zweitens auf eine niedrigere Energieverbrauchsgrenze ab. Beide Punkte erlauben eine ehrlichere Betrachtung der Energiesituation und sind daher zu begrüßen. Durch die oben angeführte neue Kategorisierung dürfte sich die Anzahl der neu verpflichteten Unternehmen um den Faktor 3-5 erhöhen.

Energiemanagementsystem (Auszug EED III)

„.Die Mitgliedstaaten stellen sicher, dass Unternehmen mit einem durchschnittlichen jährlichen Energieverbrauch von mehr als 85 TJ in den vorangegangenen drei Jahren, alle Energieträger zusammengenommen, ein Energiemanagementsystem einrichten. Das Energiemanagementsystem wird von einer unabhängigen Einrichtung im Einklang mit den einschlägigen europäischen oder internationalen Normen zertifiziert. L 231/46 DE Amtsblatt der Europäischen Union 20.9.2023 Die Mitgliedstaaten stellen sicher, dass die Unternehmen gemäß Unterabsatz 1 spätestens bis zum 11. Oktober 2027 über ein Energiemanagementsystem verfügen“.

Energieaudit (Auszug EED III)

„…Die Mitgliedstaaten stellen sicher, dass Unternehmen mit einem durchschnittlichen jährlichen Energieverbrauch von mehr als 10 TJ in den vorangegangenen drei Jahren alle Energieträger zusammengenommen, die kein Energiemanagementsystem einrichten, einem Energieaudit unterzogen werden. Die Mitgliedstaaten stellen sicher, dass in Unternehmen gemäß Unterabsatz 1 spätestens bis zum 11. Oktober 2026 ein erstes Energieaudit durchgeführt wird und die anschließenden Energieaudits mindestens alle vier Jahre durchgeführt werden. Führen diese Unternehmen bereits Energieaudits gemäß Unterabsatz 1 durch, so setzten sie dies gemäß dieser Richtlinie mindestens in Zeitabständen von vier Jahren fort.

Für Energie Steiermark hat somit bis spätestens 11. Oktober 2027 ein konzernweites EnMS (möglicherweise ein vergleichbares anderes MS) einzuführen. Wobei Einführung automatisch eine Verwirklichung, Aufrechterhaltung und fortlaufende Verbesserung des Managementsystems implementiert. Um diese Vorgabe erfüllen zu können sind frühzeitig organisatorische Maßnahmen, als auch begleitend personelle und fachlich qualitative Ressourcen vorzusehen.

VI. VORAUSSICHTLICHE ENTWICKLUNG, RISIKEN UND KONZERNKRISENMANAGEMENT

1. Voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens

Die Herausforderungen in der Energiewirtschaft nehmen extrem zu. Nachdem in den Jahren 2021 und 2022 durch die Verknappung von Primärenergieträgern und den geopolitischen Drohpotenzialen massive Marktpreisverwerfungen zu beobachten waren, welche sich nach Kriegsausbruch in der Ukraine massiv verstärkten, sank in den Jahren 2024 und 2025 das allgemeine Marktpreisniveau auf das doppelte Vorkrisenniveau wieder ab. Die gute Wasserführung, die enormen Zuwächse der Erneuerbaren und die ausreichenden nuklearen Produktionskapazitäten in Frankreich haben angebotsseitig zur weiten Marktpreisentspannung beigetragen. Nachfrageseitig hat ein sehr starkes Sparverhalten über alle Netzebenen bei Strom und Erdgas die Marktkonstellation positiv beeinflusst, wobei wie ab Mitte 2024 konjunkturbedingte Nachfragereduktionen diesen Effekt weiter verstärkten. Durch den starken Zubau der Erneuerbaren – speziell die PV-Anlagen im privaten Bereich – haben sich die Preiskonstellationen im Kurzfristbereich wesentlich volatiler gestaltet. Der Ausbau der Erneuerbaren eilt der Korrektur des Marktdesigns voraus, wodurch wesentliche Mehrkosten beim größten Lieferanten eines Netzgebietes (Local Player) entstehen.

Die EU hält für 2025 ihre energiewirtschaftlichen Ziele weiterhin aufrecht und setzt für 2030 sehr ambitionierte Zielvorgaben für die Energiewirtschaft fest. Die Energie Steiermark Business GmbH setzt weiterhin auf die Erhöhung der Energieeffizienz bei ihren Kunden, was langfristig auch die industriellen Absatzvolumina reduziert. Kompensatorisch wirken die fortschreitende Elektrifizierung von Mobilität und Wärme. Auch die regulatorischen Rahmenbedingungen für das Vertriebsund Handelsgeschäft werden sich durch eine Reihe neu geplanter bzw. bereits umgesetzter Gesetze und Verordnungen – z.B. Finanzmarkt, Erneuerbaren Ausbau und Energieeffizienz – weiter verschärfen. Neue Anbieter, erhöhte Medienpräsenz des Themas „Energie“ sowie ein erhöhtes Umweltbewusstsein führen zu mehr Wettbewerb im Vertriebsgeschäft, ermöglichen jedoch auch - teilweise gemeinsam mit Kooperationspartnern - die Entwicklung neuer Produkte, Dienstleistungen und Geschäftsmöglichkeiten:

• Reduktion des Beschaffungsrisikos von Erdgas durch Erweiterung des Speicherportfolios • Ausbau von Speicherdienstleistungen im Rahmen der Security of Supply Verordnung für Vertriebe von geschützten Kunden und für die Fernwärmeproduktion • Neue Produktvarianten für individuelle Erdgasbevorratung von Industriekunden • Weiterer Ausbau des serviceorientierten Vertriebs unter anderem durch eigene Web Applikationen zur erfolgreichen Differenzierung gegenüber Mitbewerbern im kompetitiven Umfeld

2. Wesentliche Risiken und Ungewissheiten (denen das Unternehmen ausgesetzt ist)

Wesentliche Risikomanagementmaßnahmen

Preisrisiken abgesichert

Originäre und derivative Finanzinstrumente werden ausschließlich zur Absicherung von Grundgeschäften eingesetzt, um Preisrisiken zu minimieren. Das Risikomanagement erfolgt risikoavers und methodisch durch ein Value-at-Risk-Modell. Die Volatilität der Energiepreise wird durch eine mittel- bis langfristige Bewirtschaftung des Portfolios und eine angepasste Einkaufsstrategie erfolgreich gesteuert. Finanzielle Energiekontrakte werden nur in geringem Umfang und innerhalb enger, täglich überprüfter Limits zu Gewinnerzielungszwecken eingesetzt.

Liquiditätsrisiko auf einem hohen Sicherheitsniveau abgesichert

Die starken Preisschwankungen an den Energiemärkten führen zu einem erhöhten Liquiditätsrisiko bei Absicherungsgeschäften. Dieses Risiko wird durch einen robusten Liquiditätsrahmen und ein mehrstufiges Frühwarnsystem konsequent und risikoavers gemanagt.

Counterparty Risk Energiehandel

Das Counterparty Risk im Energiehandel ist infolge der Marktverwerfungen und gestiegener Großhandelspreise deutlich angestiegen und stellt eine zentral zu steuernde Risikoposition dar. Zur Risikominimierung werden rating-basierte Limitsysteme, Bonitätsprüfungen, standardisierte Nettingverträge und ein bereichsübergreifendes Berichtswesen eingesetzt. Bei Limitauslastungen sind ausschließlich risikoreduzierende Geschäfte zulässig.

Ausfall der Strom- und Gashandelssysteme

Ein Ausfall der Energiehandelssysteme stellt ein wesentliches operatives Risiko dar. Dieses wird durch redundante IT-Absicherung und alternative Arbeitsprozesse (z. B. Mail, Fax, Telefon) wirksam mitigiert. Originäre Finanzinstrumente werden außerhalb des Handelsbereichs risikoavers und innerhalb strenger Limite über das zentrale Treasury gesteuert; das S&P A-Rating der Energie Steiermark AG gewährleistet dabei eine nachhaltige Risikominimierung.

Ausfallsrisiken versichert

Das Ausfallsrisiko für Businesskunden wird durch Kreditausfallsversicherungen und laufendes Monitoring von Umsatzvolumen und Kreditwürdigkeit aktiv gesteuert. Restrisiken sind im Verhältnis zum Kundenportfolio der Energie Steiermark Business GmbH als gut tragbar einzustufen.

Gesamtrisikoposition und -beurteilung

Im unternehmensweiten Risikomanagementsystem wurden keine wesentlichen Risiken, Bedrohungen und Ungewissheiten identifiziert, die für das Geschäftsjahr 2026 sowie in der Mittelfristsicht einzeln oder in ihrem Wirkungszusammenhang für die Energie Steiermark Service GmbH bestandsgefährdende Wirkung haben könnten.

Begleitende Kontrolle und Steuerkontrollsystem

Durch die Teilnahme an der Begleitenden Kontrolle ist BT zur Führung eines Steuerkontrollsystems (SKS) gem. § 153b Abs 6 BAO verpflichtet. Das SKS umfasst die Summe aller Maßnahmen, die gewährleisten, dass die Besteuerungsgrundlagen für die jeweilige Abgabenart in der richtigen Höhe ausgewiesen und die darauf entfallenden Steuern termingerecht und in der richtigen Höhe abgeführt werden. Dieses SKS ist integraler Bestandteil des internen Kontrollsystems von BT. 2025 wurde die gesetzlich vorgeschriebene Wirksamkeitsprüfung erfolgreich abgeschlossen. Damit wurde die Voraussetzung für den weiteren Verbleib in der Begleitenden Kontrolle erfüllt.

3. Professionelles Konzernkrisenmanagement

Im Jahr 2008 hat die Energie Steiermark als eines der ersten Unternehmen in der Energiebranche Österreichs ein professionelles Konzernkrisenmanagement (KM) aufgebaut. Alle Bedrohungsszenarien, welche auf Basis von Business Impact Analysis ermittelt wurden, werden regelmäßig und intensiv durch das KM-Team beübt und extern evaluiert (Übungsbericht durch externe AuditorInnen).

Der Vorstand hat 2024 den Generationswechsel in den Funktionen „Leiter Krisenmanagement“ und „Krisenstabschef“ inkl. Ausbildung und Beübung eingeleitet. Die bisherigen Funktionsträger stehen bis zu ihrem Ausscheiden als Einsatzreserve zur Verfügung.

VII. FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG

Die Energie Steiermark Business GmbH ist an zwei geförderten Forschungsprojekten beteiligt:

• URBAN HP (Kooperation mit Technischer Universität Graz): Ziel ist die systemdienliche Integration von Wärmepumpen in Bestandsquartiere unter Berücksichtigung zukünftiger, zeitvariabler Strompreise. Die Arbeiten umfassen energietechnische Modellierung, ökonomische und ökologische Bewertung sowie eine semi-virtuelle Implementierung in einer realen Fallstudie. • UMBERTO (Kooperation mit Fraunhofer Österreich): Entwicklung einer digitalen Planungsmethode zur unternehmensübergreifenden Produktions- und Energieoptimierung in der Industrie. Angestrebte Wirkung: Unterstützung der Energiewende und Reduktion industrieller CO2- Emissionen um 5–10 %.

Graz, am 30. Jänner 2026

Die Geschäftsführung

Unterzeichner Peter Walter Oswald Prüfinformation Datum/Zeit-UTC 30.01.2026 11:00:33 Energie Steiermark Business GmbH, A-8010 Graz, Leonhardgürtel 10 Sitz Graz, FN 386795t, Landesgericht für ZRS Graz, ATU 67490878

Prüfinformation Unterzeichner Gerhard Heidinger Datum/Zeit-UTC 30.01.2026 10:39:05 Energie Steiermark Business GmbH, A-8010 Graz, Leonhardgürtel 10 Sitz Graz, FN 386795t, Landesgericht für ZRS Graz, ATU 67490878

Mag. Peter Oswald

Mag. Gerhard Heidinger

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