Inhaltsverzeichnis
1. Wirtschaftsbericht
1.1 Rahmenbedingungen
Wir starteten durch die negativen Entwicklungen auf unseren Märkten mit einem niedrigen Auftragsstand in das Jahr 2024. Das verhaltene Investitionsklima, das auf unterschiedliche Gründe zurückzuführen war (rückläufige Konjunkturerwartungen, Finanzierungsengpässe, gestiegene Kreditzinsen, Inflation), wirkte sich auch noch im Jahr 2024 negativ auf den Umsatz und die Ergebnissituation der Gesellschaft aus.
Die im 4. Quartal 2023 gesetzten Restrukturierungs-Maßnahmen zeigten ab dem 2. Quartal 2024 in Form von Kostenreduktionen ihre Wirkung.
Im Geschäftsjahr 2024 gab es keine Veränderung rechtlicher Rahmenbedingungen mit wesentlichen Auswirkungen auf die geschäftliche Entwicklung der SPGPrints Austria GmbH,
1.2 Geschäftsverlauf (im Vergleich zum Vorjahr)
Nachdem im Jahr 2023 bei den grafischen Maschinen gute Umsätze erzielt werden konnten, ließ sich diese Entwicklung nicht ins Jahr 2024 fortführen. Insbesondere bei den Maschinentypen mit hohen Verkaufspreisen lagen sowohl Umsatz als auch Stückzahlen unter dem Vorjahreswert.
Der textile Anlagenbau, der im Jahr 2023 einen Einbruch erlitt, erreichte einen deutlich höheren Umsatz als noch im Vorjahr. Beginnend mit dem 2. Quartal konnten einige Projekte ausgeliefert werden, die sich von Kundenseite aus von 2023 auf 2024 verschoben haben.
Das geplante Wachstum im Digitaldruck wurde nicht erreicht. Wir verspüren in diesem Segment starken Wettbewerbsdruck vor allem aus China.
Der Bereich After Sales Service blieb umsatzmäßig auf dem Niveau des Vorjahres, bei den Druckformen gab es ein leichtes Wachstum.
Trotz konsequenter Kostenkontrolle wurde aufgrund des zu niedrigen Umsatzniveaus im Berichtsjahr ein Jahresverlust verzeichnet. Einmalig ergebnisbelastend wirkten sich auch bestandsreduzierende Geschäftsfälle zur Liquiditätsverbesserung aus. Diese Bestandsreduktionen sowie Einzahlungen aus den gelieferten Projekten sorgten für einen positiven operativen Cash-Flow im Berichtsjahr, aus dem auch 50% der bestehenden Exportfinanzierung mit Refinanzierungszusage der Osterreichischen Kontrollbank AG zurückbezahlt wurde.
Zur Stärkung der Eigenmittelausstattung wurde eine Eigenkapitalzufuhr durch Gesellschafterzuschuss (mit Beschluss vom 5. Dezember 2024) in Höhe von Mio. EUR 1,0 durchgeführt.
1.3. Finanzielle Leistungsindikatoren:
| in 1.000 EUR | ||
|---|---|---|
| Darstellung der Ertragslage | 2024 | 2023 |
| Rohertrag nach WES u. Personal | 2.296 | 1.255 |
| Sonstige betriebliche Erträge u. Aufw endungen | -3.006 | -3.244 |
| Abschreibungen | -224 | -263 |
| Erfolg aus Finanzinvestitionen | ||
| Ergebnis vor Zinsen (EBIT) | -934 | -2.252 |
| Erfolg Finanzierung | 48 | -39 |
| Betriebserfolg vor Steuern (EBT) | -886 | -2.291 |
| in 1.000 EUR | ||
|---|---|---|
| Darstellung der Vermögenslage | 2024 | 2023 |
| kurzfristiges Umlaufvermögen | 7.056 | 8.639 |
| kurzfristiges Fremdkapital | 6.177 | 7.378 |
| Working Capital | 879 | 1.261 |
| Anlagevermögen | 1.386 | 1.614 |
| langfristiges Umlaufvermögen | 1.284 | 686 |
| langfristiges Fremdkapital | 2.418 | 2.472 |
| Reinvermögen | 1.131 | 1.089 |
| Summe Eigenkapital | 1.131 | 1.089 |
| Summe Fremdkapital | 8.595 | 9.850 |
| Bilanzsumme | 9.726 | 10.939 |
| in 1.000 EUR | ||
| Darstellung der Finanzlage | 2024 | 2023 |
| Cash-Flow aus dem Ergebnis | -701 | -1.981 |
| Veränderungen ULV, Fremdkapital | 2.657 | 1.124 |
| Zahlungen für Ertragsteuern | -29 | -47 |
| Nettogeldfluß aus der laufenden Geschäftstätigkeit | 1.927 | -904 |
| Auszahlungen für Zugänge Sach- und Finanzanlagen | -59 | -55 |
| Einzahlungen aus Anlagenabgang | 53 | |
| Forderungen gg verbundenen Unternehmen | -168 | 1.472 |
| Veränderung Finanzkredite | ||
| Zins- und Wertpapiererträge | 130 | 56 |
| Nettogeldfluss aus der Investitionstätigkeit | -44 | 1.473 |
| Einzahlungen/Auszahlungen für Finanzkredite | -1.237 | |
| Einzahlungen Gesellschafter/Gew innausschüttungen | 1.000 | |
| Auszahlungen für Zinsen und ähnliche Aufw endungen | -82 | -94 |
| Nettogeldfluß aus der Finanzierungstätigkeit | -319 | -94 |
| Nettogeldfluß gesamt | 1.564 | 475 |
| Finanzmittel am Beginn der Periode | 629 | 154 |
| Finanzmittel am Ende der Periode | 2.193 | 629 |
| Kennzahlen | 2024 | 2023 | |
|---|---|---|---|
| Anlagenintensität | ALV / Bilanzsumme | 14,2% | 14,8% |
| Vorräteintensität | Vorräte / Bilanzsumme | 31,4% | 41,7% |
| Investitionsdeckung (ohne Grund u. Gebäude) Investitionen SA/ AfA SAV | 32,5% | 18,9% | |
| Eigenkapitalquote | EK / GesamtKapital | 11,6% | 10,0% |
| Verschuldungsgrad | FK / EX | 760,1% | 904,8% |
| Working Capital Ratio | kfr. Vermögen / kfr. FK | 1,1 | 1,2 |
| Anlagendeckungsgrad | KIAV | 81,5% | 67,5% |
| Eigenkapitalrentabilität (ROE) | Ergebnis nach Steuer / ds. EK | negativ | negativ |
| Gesamtkapitalrentabilität (ROI) | EBIT / ds. Gesamtvermögen | negativ | negativ |
2. Risikobericht
2.1 Risikobewältigung
Allgemein besteht für Risiken wie Kundenforderungen, Transport-, KFZ-, Gebäudeschäden usw. ein Versicherungsschutz im notwendigen Ausmaß. Im Bereich Anlagenbau werden kundenauftragsspezifische Herstellkosten über das Instrument der Kundenanzahlung abgedeckt. Neben Anzahlungen wird bei größeren Auftragssummen auch oftmals die Absicherung mittels eines bestätigten, unwiderruflichen Akkreditivs eingesetzt. Falls nötig, setzen wir als letztes Mittel auch ein Inkassobüro ein.
Im Einkaufsbereich können wir bei strategisch wichtigen Einkaufsteilen bis auf wenige Ausnahmen auf einen entsprechend großen Lieferantenpool zurückgreifen und sind nicht von einzelnen Anbietern abhängig. Dies bezieht sich sowohl auf die Verfügbarkeit als auch auf den Preis der jeweiligen Zukaufartikel. Die durch die Inflation im Jahr 2024 gestiegenen Herstellkosten vor allem im Bereich Anlagenbau versuchen wir, so gut als möglich am Markt in Form von höheren Verkaufspreisen weiterzugeben.
Die Szenarioplanung und Vorschaurechnung (bspw. wöchentliche Forecasts der Cash-Entwicklung der nächsten Wochen, rollierende monatliche Forecast fur Gewinn- und Verlustrechnung sowie für das Working Capital) wird eingesetzt, um kurz-, mittel- und langfristige Geschäftsrisiken sowie Gegenstrategien dazu abzubilden und wenn notwendig auch kurzfristig umzusetzen.
Die Gesellschaft ist in den bei der Konzernmuttergesellschaft angesiedelten konzernweiten „Cash-Pool" eingebunden. Liquiditätsstände auf den Bankkonten der Gesellschaft, die über längere Zeit hinaus das sog. „Minimum Cash Requirement" übersteigen, werden in diesen „Cash-Pool" eingespeist. Im Bedarfsfall wird diese Liquidität wieder der Gesellschaft zur Verfügung gestellt. Auf Ebene der Konzernmuttergesellschaft und der Gesellschaft besteht eine rollierende Liquiditätsplanung zur laufenden Überwachung sowohl des konzernweiten als auch individuellen Liquiditätsbedarfs. Die bei der Gesellschaft bestehende Exportfinanzierung mit Refinanzierungszusage der Osterreichischen Kontrollbank AG ist von der Höhe der Exportumsätze abhängig und wurde im Laufe des Jahres 2024 um 50% reduziert. Die Geschäftsführung geht aufgrund der erfolgten Restrukturierung, des erwarteten Geschäftsverlaufs und der Finanzierungsvereinbarung auf Ebene der Konzernmuttergesellschaft davon aus, dass die Liquidität über das Jahr 2025 hinaus gesichert ist.
2.2 Finanzinstrumente wie Aktien, Beteiligungen und Sonstiges
Diese Instrumente bzw. Risikoklassen sind für das Unternehmen nicht zuletzt deshalb ohne Bedeutung, weil vom Konzern klare Richtlinien vorliegen.
2.3 Währungsrisiken
Die seit Jahren praktizierte Verkaufspolitik, grundsätzlich nur in EUR zu fakturieren, wurde und wird weiter fortgeführt. Währungsabsicherungen werden nur auf Konzernebene durchgeführt, stehen damit aber indirekt auch den Tochterunternehmen zur Verfügung.
3. Prognosebericht
Wir starteten mit einem, im Vergleich zu den Vorjahren, soliden Auftragsstand in das Jahr 2025, der sich in einem guten ersten Halbjahr 2025 niederschlägt. Insbesondere im Druckformenbereich war die Nachfrage durch einige interessante Projekte besser, was zu einem deutlichen höheren Umsatz und einer vollen Auslastung in diesem Bereich führte.
Im Segment des textilen Anlagenbaus gehen wir derzeit davon aus, den Vorjahresumsatz neuerlich erreichen zu können. Anhaltende Krisen und unsichere wirtschaftliche Rahmenbedingungen (US-Zölle) könnten jedoch zu einer Abflachung der Geschäftsentwicklung im 2. Halbjahr führen.
Bei den grafischen Maschinen wird der Umsatz durch die leichte Markterholung nach aktueller Einschätzung über jenem des Jahres 2024 und in etwa wieder auf dem Niveau von 2023 liegen.
Der Digitalbereich steht weiterhin unter Druck, aggressive Konkurrenz aus China erschwert den Maschinenverkauf in diesem Segment. Wir werden uns strategisch auf spezifische Nischenmärke fokussieren.
Die Umsätze im Service werden in etwa auf dem Vorjahresniveau liegen, vor allem das stabile Geschäft mit Serviceverträgen und einige Maschinen-upgrades werden für dieses Ergebnis sorgen.
In Summe gehen wir aktuell davon aus, dass der Umsatz 2025 in etwa 15% über jenem des Jahres 2024 liegen wird. Das Jahresergebnis für 2025 sollte dadurch leicht positiv ausfallen. Aufgrund weiterhin reduzierter Lagerstände und konsequenter Uberwachung von Kosten, erwarten wir durch die Einzahlungen aus den gelieferten Projekten einen positiven operativen Cash-Flow im Berichtsjahr.
Der nach derzeitiger Einschätzung erzielbare Jahresgewinn 2025, der positive Ausblick in Bezug auf Cash-Flow sowie die Vorschaurechnung für 2026 bilden somit die zentralen Annahmen der Geschäftsführung bezüglich der Fortführung des Unternehmens.
Der weiterhin herausfordernden Ertrags- und Liquiditätslage folgend wird die Liquidität in einem fortlaufend aktualisierten „Rolling-Forecast" überwacht.
4. Forschung und Entwicklung
4.1 Laser Engraver / Laser Exposer:
Im Bereich der Lasersysteme wurde im Geschäftsjahr 2024 die Entwicklung der neuen Steuerplatine (UCX) wiederaufgenommen. Dieses System erlaubt eine flexiblere und leistungsfähigere Datenverarbeitung, insbesondere im Hinblick auf zukünftige Anforderungen der Multichannel-Gravur. Ein funktionsfähige Platine der neuen Generation ist für Ende 2025 geplant.
Im textilen Segment wurde ein umfangreiches Reengineering des Einstiegsmodells LARCH 9300 (vormals ecoLEN) durchgeführt. Hierbei wurden Rastertests vorgenommen, die eine vergleichbare Gravurqualität zum MAPLE-System zeigten, wenngleich mit reduzierter Produktivität. Parallel dazu starteten Plattformüberlegungen zur Vereinheitfichung der Konstruktionen von LARCH und MAPLE.
Im grafischen Bereich wurde die Dualbeam-Technologie für die PLATINUM 8600-Serie erfolgreich getestet. Die Produktivität konnte dabei wesentlich gesteigert werden. Die Konstruktion für Maschinen mit 2x 600 W Faserlaser wurde abgeschlossen.
Ein zentrales Projekt – übergreifend textil und grafisch – war die Workflow-Software „Best Flow", deren Entwicklung fortschreitet. Trotz eines leichten Projektverzugs planen wir eine erste Version im Geschäftsjahr 2025 zu lancieren. Im Bereich der Druckformen wurde die Entwicklung neuer Siebanwendungen sowie ein Projekt zur Innenbeschichtung (protecSCREEN) vorangetrieben. Ziel ist hier eine längere Lebensdauer und eine potenzielle Zertifizierung nach OEKO-TEX durch Reduktion des Nickelgehalts.
4.2 Digitaldruck
Im Digitaldruckbereich wurden bestehende Produkte durch neue Software- und Hardwarefunktionen weiterentwickelt. Die neue Plattform „ARCHER Basic" für Kyocera-Druckköpfe wurde für erste Installationen vorbereitet. Zusätzlich wurde das Portfolio wurde um die 6-Farben Variante unseres Sublimationsdruckers „ROSE“ erweitert.
Langkampfen, am 13.06.2025
Die Geschäftsführer
Christoffer Pölz