Inhaltsverzeichnis
der Lercher Werkzeugbau GmbH für das Geschäftsjahr 2024
1. Allgemeine Beschreibung des Unternehmens
Die Lercher Werkzeugbau GmbH gehört zu den regional führenden Anbietern im Formen- und Werkzeugbau sowie Kunststoffspritzguss.
Das Leistungsspektrum reicht von einer umfassenden Beratung über Entwicklung und einer detaillierten 3D-Konstruktion von Prototypen bis hin zur Fertigung von serienreifen Werkzeugen und Formen für den Kunststoffspritzguss. Diese werden als Baugruppen, zusammengebaut und konfektioniert und seit kurzem auch auf Wunsch sterilisiert angeboten. Und das schon ab einem Bauteil – Präzision von 1 bis 1 Mio. Stück.
Dank unserer langjährigen Erfahrung im High-Tech-Bereich beliefern wir namhafte Kunden aus verschiedenen Branchen wie der Beschläge-, Medizin-, Automobil-, Verpackungs- und Textilindustrie sowie vermehrt in die Pharmaindustrie im In- und Ausland. Die Branche setzt zunehmend auf Innovationen und nachhaltige Produktion.
Der Wettbewerbsdruck durch Anbieter aus Indien und China bleibt bestehen. Dennoch können wir durch hohe Präzision, Qualität, Termintreue und Zuverlässigkeit punkten. Die Nachfrage nach maßgeschneiderten, langlebigen Werkzeugen wächst, insbesondere bei Kunden, die Wert auf Nachhaltigkeit und Innovation legen. Die Digitalisierung und Automatisierung der Fertigung schreiten voran und bieten Chancen, die Effizienz weiter zu steigern.
2. Bericht über das abgelaufene Geschäftsjahr
Unsere verstärkten Maßnahmen im Vertrieb führten dazu, dass konjunkturbedingte Auslastungsschwankungen etwas abgeschwächt werden konnten. Der Bereich Medical sowie der Auf- und Ausbau von mehreren Neukunden half uns, unsere Umsatzziele zu erreichen.
Verstärkte Messebesuche als Aussteller auf spezifischen Messen und gezielte Bestrebungen, die Verkaufsaktivitäten noch zu verstärken, haben dazu geführt, dass das Geschäftsjahr 2024 noch positiv verlaufen ist.
Das Ziel der Messebesuche waren gute und vielversprechende Kontakte zu knüpfen. Die Möglichkeiten, die wir mit Entwicklung, Konstruktion, Werkzeugbau und Spritzguss hier bei uns im Hause haben, wurden von möglichen (und bestehenden) Kunden als sehr wertvoll angesehen. Für unsere potenzielle Kunden erfüllen wir mit der Medical-Zertifizierung wichtige Voraussetzungen, überhaupt liefern zu können.
Als wesentliche Meilensteine von 2024 möchten wir folgendes hervorheben:
• Weiterer Ausbau des Reinraums in Richtung Reinraum Klasse 8 mit automatisierter Verpackung • Ausweitung und weitere Verstärkung der Verkaufsaktivitäten sowie in Manpower • Aktive Gewinnung von Neukunden in zukunftsträchtigen Branchen • Weiterführung der Organisationsentwicklung für die gesamte Firma
Die Organisationsentwicklung wurde weitergeführt und Umstrukturierungen vorgenommen. Es wurden Schlüsselmitarbeiter noch gezielter eingesetzt, um optimal und effizient unsere Bedürfnisse erfüllen zu können.
Auch im letzten Jahr galt das Hauptaugenmerk auf Forschungs- und Entwicklungsprojekte, die auf die Platzierung von Neuprodukten bzw. auf die wesentliche Verbesserung bestehender Produkte abzielt. Die neu gegründeten Tochtergesellschaften Lercher Medical und CONNVIS haben die Aufgabe, diese Produkte auf den Markt zu bringen.
Wir nutzen Synergien zwischen Werkzeugbau und der Kunststoffverarbeitung nicht nur in unserem bestehenden Business im High-Tech-Massenartikelbereich, sondern explizit auch bei den neu gegründeten Tochtergesellschaften. Hier können wir mit der sog. Strategie der Vorserien genauso punkten wie im angestammten Bereich.
3. Voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens einschließlich
Risikoberichterstattung
Die Lohnerhöhungen, die die Sozialpartner verhandelt haben, erhöhen die Lohnkosten in den letzten beiden Jahren um mindestens 30% zu den Vorjahreslöhnen. Mit dieser Belastung können wir im internationalen Vergleich nicht bestehen. Die Standortfrage stellt sich auch bei uns weiterhin.
Die Nachfrage im Werkzeugbau sowie dessen Auslastung leidet massiv bei der derzeitigen Konjunkturlage. Eine ausgeglichene Planung ist nicht möglich.
Die zukunftsgerichteten Forschungs- und Entwicklungsmaßnahmen werden fortgeführt, verstärkt und die Produkte in enger Abstimmung mit bestehenden und potenziellen Neukunden aktiv getestet.
Das dafür errichtete Technikum ermöglicht uns, hierzu zielgerichtet Bemusterungen durchführen zu können. Somit ist gewährleistet, dass die interne Zusammenarbeit bei einer Werkzeug-Neubemusterung zwischen Werkzeugbau und Kunststoffspritzguss schlank, effizient und zügig durchgeführt wird.
Den Risiken der Unternehmensumwelt ist noch mehr Beachtung zu schenken wie in den Jahren zuvor. Durch den stärkeren Aufbau der Eigenkapitalbasis können wir diesem Risiko besser begegnen. Dies ist uns im letzten Jahr gelungen. Das aber immer unter Berücksichtigung der aktuellen Marktsituation. Es ist immer eine Gratwanderung zwischen Neuinvestition bezüglich Technologieführerschaft („State of the Art") und Aufbau von Eigenkapital.
Die spezifischen Branchenrisiken betreffen direkt Werkzeugbau und Kunststoffspritzguss, indirekt die Kundenstruktur und die mit ihr zusammenhängenden Branchenrisiken. Vor allem in der Werkzeugbaubranche sind seit mehreren Jahren europaweit Uberkapazitäten festzustellen, die sich durch den Technologiewandel im Automotivbereich von komplexeren Verbrennungsmotoren hin zur Elektromobilität noch verstärken dürften.
Diese Entwicklung trifft uns im Moment voll, wir versuchen hier gezielt mit einem internen Technologiewandel entgegenzuwirken.
Die unternehmensspezifischen Risiken liegen vor dem Hintergrund der vorhandenen, stetig ausgebauten Produktionskapazitäten insbesondere in Kontinuität der Auslastung.
Dem technologischen Risiko müssen wir ohne Wenn und Aber Rechnung tragen. Vorab versuchen wir daher für unsere Kunden Konzepte und Lösungen zu entwickeln, damit wir von vornherein für alle Beteiligten das Risiko mindern können. Wir haben hier bereits konkrete Ansätze und Konzepte erstellt und mit Erfolg angewendet.
4. Bericht über nichtfinanzielle Leistungsindikatoren
Aufgrund der Zertifizierung nach der Medical Norm ISO 13485, einem schlagkräftigen Werkzeugbau, einer flexiblen Spritzgussproduktion mit Reinraumfertigung ergeben sich für uns viele neue Möglichkeiten. Für 2025 sind Schwerpunkte weiterhin ganz klar in Richtung Marketing und Vertrieb gesetzt. Wir setzen alles daran, im Medical-Bereich und in der Entwicklung von Produkten noch breiter Fuß zu fassen und Kunden zu gewinnen, die Werkzeuge und Kunststoffteile benötigen. Dazu haben wir nicht nur auf technischer, sondern auch auf kommerzieller Seite die Voraussetzungen geschaffen.
Die neu gegründeten Tochterfirmen Lercher Medical und Connvis sind ganz klar eine Investition in die Zukunft und sollen dazu beitragen, sich zu Standbeinen des Unternehmens zu entwickeln.
Wir können gewährleisten, dass jeder gespritzte Teil, der unser Haus verlässt, vollständig rückverfolgbar ist. Entsprechend der Medical Norm werden die internationalen Standards des Qualitätsmanagementsystems für Medizinprodukte in der gesamten Lieferkette (gem. EU- Verordnung) eingehalten.
Die Firmenphilosophie der Lercher Werkzeugbau GmbH ist seit Beginn der Tätigkeit auf die Schaffung von hochqualifizierten Mitarbeitern ausgerichtet. Es wird weiterhin sehr großes Augenmerk auf Schulung und Ausbildung gesetzt. Wir haben uns der permanenten Organisationsentwicklung verschrieben, alles andere ist Stillstand.
Ziel ist es, ganz im Sinne der erarbeiteten Vision zu agieren:
„Wir kennen unser gemeinsames Ziel und unsere Rollen, bringen uns gerne ein und haben Spaß an der Arbeit!“
Dafür haben wir uns, von unseren Zielen ausgehend, über die Vision mit unseren Aufgaben auseinandergesetzt und die Werte, die unser Unternehmen ausmachen, ein Bild gemacht.
Um am Markt erfolgreich agieren zu können, sind hoch motivierte und qualifizierte Mitarbeiter unabdingbar. Nur durch sie kann eine gesunde, nachhaltige Entwicklung des Unternehmens gewährleistet werden.
Die Lehrlingsausbildung ist der Schlüssel für künftigen Erfolg: in der eigens eingerichteten Lehrlingsabteilung mit eigenen Lehrlingsausbildnern wird besonderes Augenmerk auf die Fachkräfte von morgen gelegt. Im Moment bilden wir Konstrukeurlnnen, Werkzeugbautechnikerlnnen und Kunststofftechnikerlnnen aus.
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5. Geschäftsbericht in Zahlen
Die folgende Darstellung beinhaltet die zentralen Leistungsindikatoren des Unternehmens und entspricht insofern den Empfehlungen des Fachgutachtens KFS/BW 3 für Lageberichte.
Im Vergleichszeitraum zum Vorjahr zeigt sich folgendes Bild:
| Kennzahlen zur Ertragslage | 2024 | 2023 |
|---|---|---|
| Ergebnis vor Zinsen Steuern (EBIT) | 217.587 | 1.803.484 |
| Kapitalrentabilität | ||
| Eigenkapitalrentabilität (ROE) | 5,0% | 73,7% |
| Gesamtrentabilität (ROI) | 2,6% | 15,3% |
| Kennzahlen zur Vermögens- und Finanzlage | 2024 | 2023 |
| Nettoverschuldung (Net Debt) | 2.417.660 | 2.097.181 |
| Nettoumlaufvermögen (Working Capital) | 686.601 | 1.302.699 |
| Eigenkapitalquote (Equity Ratio) | 42.4% | 36,8% |
| Nettoverschuldungsgrad (Gearing) | 74,3% | 66,8% |
| 2024 | 2023 | |
| Ergebnis vor Steuern in TEUR | 157 | 1.650 |
| Jahresgewinn / Verlust in TEUR | 176 | 1.595 |
| Nettogeldfluss a. d. Ergebnis vor Steuern in TEUR | 1.739 | 5.621 |
Klaus, 23. Juli 2025
< Ill Ing. Dominik Lercher BSc
Mag. Sandra Ender-Lercher