Inhaltsverzeichnis
1. Bericht über den Geschäftsverlauf und die wirtschaftliche Lage
1.1. Struktur des Unternehmens
Die BAUERkartoffel GmbH hat ihren Sitz in 2013 Göllersdorf, Viendorf 108. Die Anteile werden zu 100% von den Familienmitgliedern gehalten. Die BAUERkartoffel GmbH selbst hält keine Anteile bzw. Beteiligungen an anderen Unternehmen. Die für die Verabeitung notwendigen Kartoffel werden einerseits von der familieneigenen Landwirtschaft und von anderen Landwirten bzw. Händlern angekauft.
Bestehende Zweigniederlassungen
Außer dem Standort in Viendorf Nr. 108 gibt es keine Zweigniederlassungen.
1.2 Erläuterungen über die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen
Rahmenbedingungen
Die Umsätze im Geschäftsjahr 2025 sind im Vergleich zu 2024 etwas gefallen (-2,7%). Dieser Umsatzrückgang ist jedoch dem Preisrückgang geschuldet. Mengenmäßig konnte sogar ein leichtes Wachstum bei den Kartoffeln erzielt werden. Das seit 2023 neu etablierte Geschäftsfeld der Lohnverpackung konnte um 16,6% ausgeweitet werden.
Aufgrund der breiteren Aufstellung (mehrere Großkunden) und verschieden Geschäftssegmente konnten die Umsätze nun nachhaltig auf ein neues Level gehoben werden.
1.3 Entwicklung der Vermögens-, Finanz und Ertragslage
Vermögenslage
Eigenkapitalquote (Eigenkapital/Bilanzsumme)
Die Eigenkapitalquote beträgt per 31.12.2025 27,90% und kann somit als stabil betrachtet werden. In den kommenden Jahren sind keine wesentlichen Gewinnausschüttungen an die Gesellschafter geplant.
Verschuldungsgrad (Fremdkapital/Eigenkapital)
Der Verschuldungsgrad liegt am 31.12.2025 bei 258% (31.12.2024: 311%)
Working Capital (Umlaufvermögen - kurzfristiges Fremdkapital)
Das Working Capital beträgt am 31.12.2025 -1.656 TEUR (31.12.2024: -1.121 TEUR )
Finanzlage
Die notwendigen finanziellen Mittel für den laufenden Geschäftsbetrieb können problemlos mittels des Rahmens am Girokonto gedeckt werden. Größere Investitionsprojekte werden vorrangig mittels Leasing-/Mietkaufverträgen bzw. alternativ durch entsprechend langfristige Abstattungskredite bei der Hausbank finanziert.
Ertragslage
Die Lagerbestände wurden deutlich abgebaut um das Risiko einer etwaigen Lagerabwertung aufgrund von Preisschwankungen zu reduzieren. Der Abverkauf der Lagervorräte erfolgte im Jahr 2026 zu wirtschaftlich sinnvollen Preisen.
Aufgrund der Marktmacht auf Kundenseite (fast ausschließlich Lebensmitteleinzelhandel) ist der Preisdruck enorm. Da die Einkaufspreise stärker gefallen sind als die Verkaufspreise ist die Umsatzmarge im Jahr 2025
mit 3,06% temporär etwas höher ausgefallen im Vergleich zu den Vorjahren. (Vorjahr: 1,27%).
Die Betriebsleistung für das Jahr 2025 betrug 20.491.394,47 EUR (Vorjahr: 21.061.211,63 EUR). Der Jahresgewinn 2025 betrug 627.281,77 EUR (Vorjahr: 266.743,98 EUR).
1.4 Beschaffungsbereich
Die Versorgungslage mit österreichischen Kartoffeln kann aufgrund einer durchaus zufriedenstellenden Ernte 2025 als gut bezeichnet werden.
Die Rohstoffe werden einerseits von vielen verschiedenen Lieferanten (Landwirten) aus Österreich angekauft. Die ausländischen Kartoffeln werden bei entsprechenden Großhändlern aus der EU bezogen. Durch die breite Streuung auf Lieferantenseite, besteht ein geringes Risiko und keine Abhängigkeiten. Die Rohstoffpreise haben aufgrund der guten Erntemengen weiter abgenommen und unterschreiten teilweise bereits das Preisniveau vor der Krise. Dementsprechend nehmen aufgrund des hohen Konkurrenzdrucks auf der Käuferseite (Lebensmitteleinzelhandel) auch die Verkaufspreise entsprechend ab. Für die Ernte 2026 zeichnet sich jedoch ein ganz gegenteiliges Bild ab. Aufgrund der massiven Dürre in ganz Österreich im Jahr 2026 ist mit einer sehr kleinen Kartoffelernte 2026 zu rechnen. Die Preise haben schon markant angezogen, Tendenz weiter steigend. Es ist bereits jetzt schon abzusehen, dass die Versorgung der österreichischen Kartoffelnachfrage nur mit österreichischer Ware aus der Ernte 2026 nicht abgedeckt werden kann, weshalb man voraussichtlich wieder verstärkt auf Ware aus der EU zurückgreifen muss.
1.5 Produktionsbereich
Der Produktionsbereich des Unternehmens stellt sich wie folgt dar:
• Es werden hauptsächlich Kartoffel verarbeitet. Der Zwiebelverkauf stellt zwar mit einem Umsatzanteil von rund 7,3% nur einen unwesentlichen Bereich für das Unternehmen dar, ist im Vergleich zum Vorjahr massiv angestiegen. (Vorjahr: 2,5%) • Ein Teil der Kartoffel wird direkt vom Feld abgeholt bzw. von den Landwirten angeliefert und bei Übernahme vorsortiert (von Steinen und Erde getrennt) und in Holzkisten gefüllt. Diese Kisten werden im Anschluss eingelagert und ordnungsgemäß belüftet. Der Großteil der Kartoffel wird jedoch erst bei Bedarf zugekauft und direkt verarbeitet bzw. nur mehr kurzfristig eingelagert. Bei Bestellung werden die Kartoffel den Kundenvorgaben entsprechend verarbeitet und abgepackt. In erste Stufe werden die Kartoffel gewaschen und nach Größe sortiert. Danach erfolgt die Verpackung und Etikettierung. Die fertige Ware wird sodann überwiegend mit eigenen LKWs in die Auslieferungsläger der Kunden transportiert.
1.6 Absatzbereich
Die wesentlichen Kunden stellen sich wie folgt dar:
• BML-REWE Einkaufsgesellschaft mbH • Hofer KG • veganis GmbH
Der Verkauf der Produkte erfolgt nahezu ausschließlich an den Lebensmitteleinzelhandel. Abfallprodukte (Waschauslese) werden an entsprechende Abnehmer (Biogasanlagen etc.) in der Region geliefert. Der Großteil des Umsatzes wird mit wenigen Großkunden aus dem Lebensmitteleinzelhandel erzielt, wodurch eine gewisse Abhängigkeit von diesen Unternehmen besteht.
Produktportfolio:
Das bestehende Produktportfolio besteht hauptsächlich aus dem Verkauf von abgepackten Kartoffeln und Zwiebel an den Lebensmitteleinzelhandel. In einem deutlich kleineren, aber stets wachsenden Umfang werden auch reine Handelswarenerlöse erzielt (Verkauf von Kartoffelsaatgut). Dieses Saatgut wird in Großmengen von spezialisierten Herstellern im In- und Ausland erworben. Danach erfolgt der Abverkauf an viele Abnehmer in Österreich (hauptsächlich an eigene Kartoffellieferanten). Aufgrund des vorhandenen eigenen LKW-Fuhrparks werden zur besseren Auslastung und Optimierung der Logistikkosten auch Transporte für andere Unternehmen durchgeführt. Damit wurden im Jahr 2025 Erlöse in Höhe von 286.045,04 EUR (Vorjahr: 144.103,92 EUR) lukriert.
Immer wichtiger wird das neue Segment der "Lohnverpackung" auf der im Jahr 2023 in Betrieb gegangenen BIO-Verpackungsstraße (Wasch-, Verpackungs- und Etikettieranlage für Kartoffel). Hier werden hauptsächlich für den Kunden Veganis Kartoffel im Lohnauftrag verpackt. Im Jahr 2025 konnten die Umsätze in diesem Bereich um fast 17% auf 1.143.747 EUR gesteigert werden.
Marktanteile:
Da es sich um einen sehr heiß umkämpften Markt handelt, ist der Zugewinn von Marktanteilen nicht geplant und auch nicht erstrebenswert. Dieses Ziel könnte nur durch einen Preiskampf erreicht werden, der die ohnehin geringen Margen weiter sinken lassen würde.
1.7 Investitionsbereich
Es wurden im Jahr 2025 zwei Liegenschaften (Ackerflächen) um insgesamt 527.291 EUR angeschafft. Zudem wurde eine weitere Photovoltaikanalge mit einer Leistung von 110 kwP errichtet. Auch im Bereich der Kartoffelkühlund und Belüftung wurden rund 217.000 EUR investiert.
Im Jahr 2025 wurde auch mit der Errichtung einer weiteren Waschstraße inkl. Poliermaschine und einem Rohrclipper für Kartoffel begonnen. Diese wurde im Jahr 2026 fertig gestellt und bereits in Betrieb genommen. Das Investitionsvolumen beläuft sich auf rund 745.600 EUR.
Zahlreiche Erneuerungsinvestitionen hat es im Jahr 2025 auch im Bereich des LKW-Fuhrparks gegeben. Hier wurden zwei neue Zugmaschinen und drei Auflieger angeschafft.
Im Jahr 2026 wurde zudem bereits ein Walzentrockner und eine Sortieranlage um knapp 220.000 EUR errichtet. Zu Beginn des des Jahres wurde weiters eine neue Zugmaschine der Marke Scania in Betrieb genommen. Im Bereich der Kartoffelübernahme wurden Adaptierungen mit einem Investitionsvolumen von rund 70.000 EUR vorgenommen. Es sind auch weitere Investitionen in die Kartoffel Kühl- und Belüftungstechnik im Ausmaß von knapp 100.000 EUR vorgesehen.
Ansonsten sind derzeit für das Wirtschaftsjahr 2026 keine weiteren nennenswerten Investitionen geplant.
1.8. Wichtige Ereignisse während des Geschäftsjahres
Es ereigneten sich im Jahr 2025 keine besonderen Vorfälle, die über den laufenden Geschäftsbetrieb hinausgehen würden.
2. Bericht über die voraussichtliche Entwicklung und Risiken der Gesellschaft
2.1 Voraussichtliche Entwicklung
Auftragslage & Marktaussichten
Derzeit können die Auftragslage und auch die Umsatzzahlen als gut bezeichnet werden. Das neue Geschäftsfeld der „Lohnverpackung" konnte bzw soll auch weiter ausgebaut werden.
Entwicklung des Umsatzes
Anhand der vorläufigen Zahlen werden aufgrund des Preisrückgangs bei der Rohware im ersten Halbjahr 2026 trotz mengenmäßigen Steigerungen leicht rückläufige Umsätze im Vergleich zu 2025 verzeichnet. Dieser Trend wird sich insbesondere im 4.Qu.2026 deutlich umdrehen. Aufgrund der massiven Ernteausfälle wegen der Dürre hat sich der Preis für die Rohware in Österreich bereits vervielfacht. Zudem haben auch die Preise für die Kartoffel in anderen Ländern der EU auf ein ähnliches Niveau angezogen. Die Geschäftsführung geht derzeit davon aus, dass diese Kostensteigerungen im Bereich der Rohware im Verkaufspreis weitergegeben werden können und die Margen stabil bleiben.
Angesichts der enormen Umsatzsteigerungen in den beiden Vorjahren ist dies eine Stagnation auf sehr hohem Niveau.
Im Bereich der Lohnverpackung kann man auf ein sehr starkes 1.Halbjahr 2026 zurückblicken. Da aufgrund von fehlender Rohware im Biobereich derzeit kaum Nachfrage in diesem Segment besteht, werden die Umsätze im 2.Halbjahr 2026 deutlich geringer ausfallen.
Ingesamt erwartet die Geschäftsführung für das Jahr 2026 einen etwas geringeren Umsatz wie im Vorjahr.
Für 2027 kann derzeit noch keine realistische Prognose abgegeben werden.
Preisänderungen
Der Preis für die (österreichische) Rohware der Ernte 2025 ist im Laufe des Jahres 2026 weiter abgefallen und somit etwas unter dem Vorjahresniveau.
Die Versorgung des Marktes mit österreichischen Kartoffeln der Ernte 2026 wird aufgrund der herben Ertragseinbußen nicht möglich sein. Der Preis für Ware der aktuellen Ernte hat sich aus diesem Grunde bereits vervielfacht und liegt derzeit bei rund 0,35 EUR pro KG, Tendenz weiter steigend.
Im Personalbereich ist aufgrund von hoffentlich moderaten Kollektivvertragsabschlüssen mit Lohnsteigerungen in Höhe von 3-4% im Jahr 2027 zu rechnen. Aufgrund der Erweiterung der Beglegschaft in der Produktion sind absolut höhere Personalkosten in der Gewinn- und Verlustrechnung jedenfalls zu erwarten.
Kritsch zu sehen sind jedenfalls die in den letzten Wochen stark gestiegenen Treibstoffpreise. Hier bleibt die weitere Entwicklung abzuwarten.
Beim Strom kann aufgrund der Neuerrichtung einer weiteren Photovoltaikanlage ein noch größerer Teil des Strombedarfs selbst abgedeckt werden. Mittelfristig wird der extern bezogene Strom aufgrund der geplanten Erweiterung der Photovoltaikanlage eine untergeordnete Rolle spielen.
BAUERkartoffel GmbH
Entwicklung des Ergebnisses
Die Geschäftsführung geht derzeit schon davon aus, dass die massiven Preissteigerungen bei den Rohstoffen aber auch weitere Kostentreiber wie aktuell Treibstoffe an die Kunden weitergegeben werden können bzw. auch aus betriebswirtschaftlicher Sicht weitergegeben werden müssen.
Die Margen sollten damit stabil bleiben und aus diesem Grund rechnet die Geschäftsleitung für das Jahr 2026 mit einem gleichbleibenden Ergebnis im Vergleich zu 2025.
2.2 Wesentliche Risiken und Ungewissheiten
Im Unternehmen ist ein den Anforderungen des Unternehmens adäquates internes Kontrollsystem eingerichtet. Der Marktwert der in der Bilanz ausgewiesenen originären Finanzinstrumente (liquide Mittel, kurzfristige Forderungen und Verbindlichkeiten) entspricht aufgrund der überwiegend kurzfristigen Fälligkeit im Wesentlichen dem Buchwert. Allfälligen Ausfallsrisiken wird durch entsprechende Wertberichtigungen Rechnung getragen.
Im Geschäftsjahr wurden keine derivativen Finanzinstrumente verwendet.
Währungskursschwankungen
Da alle Geschäftsvorgänge sowohl auf Beschaffungsseite als auch auf Vertriebsseite in EURO abgewickelt werden, besteht für das Unternehmen kein Wechselkursrisiko.
3. Forschung und Entwicklung
Im Unternehmen werden derzeit keine Forschungsprogramme umgesetzl.
fer
Unterschrift der Gesdäftsführung
Viendorf, am 07.10.2026