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Lagebericht 2025

E. Hawle Armaturenwerke GmbH

Original-PDF

Stichtag 31. Dez. 2025 · Eingereicht am 10. Juni 2026

Inhaltsverzeichnis

4 LAGEBERICHT

4.1 GESCHÄFTSVERLAUF UND LAGE DER GESELLSCHAFT

Der Schwerpunkt unserer Tätigkeit liegt in der Entwicklung, Herstellung und dem Vertrieb von Armaturen für die Wasserversorgung.

Unsere Absatzmärkte liegen in Österreich, der EU, in CEE, Südostasien und Ozeanien, im Mittleren Osten als auch in Afrika.

Unsere Beschaffungsmärkte liegen ebenso in Osterreich, der EU, in CEE und in einzelnen weiteren Ländern, wobei unser wesentlicher Fokus auf der Versorgungssicherheit liegt.

Im Geschäftsjahr wurde ein Umsatz von TEUR 142.736 (Vorjahr TEUR 138.495) erreicht. Dies entspricht einer Steigerung von 3,1 %. Das Betriebsergebnis liegt 15,2 % über jenem des Vorjahres. Die Umsatzrendite liegt bei 9,3 % (Vorjahr: 8,5 %). Es liegt eine Nettoverschuldung in Höhe von TEUR 645 (Vorjahr: TEUR 1.998) vor.

Neben dem Umsatz sind als finanzielle Leistungsindikatoren insbesondere die Kennzahlen Betriebserfolg von TEUR 13.148 (Vorjahr TEUR 11.410), das Ergebnis vor Steuern von TEUR 13.287 (Vorjahr TEUR 11.720) und der Jahresüberschuss von TEUR 10.284 (Vorjahr TEUR 9.089) hervorzuheben. Die Eigenkapitalquote beträgt zum 31.12.2025 81,7 % (zum 31. Dezember 2024 84,5 %).

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 1
Indirekter Cash-Flow/EUR20252024Diff abs.
Liquide Mittel 01.01.3 233 8894 301 092 -1 067 203
Cash Flow aus dem betrieblichen Ergebnis14 428 186 13 128 6531 299 532
Cash Flow aus der betrieblichen Tätigkeit16 415 1759 401 1587 014 017
Cash Flow aus der Investitionstätigkeit-5 539 759-3 466 490 -2 073 269
Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit-10 002 960 -7 001 871 -3 001 090
Liquide Mittel 31.12.4 106 344 3 233 889872 455

Einen Schwerpunkt unserer Investitionen bildet das Sachanlagevermögen. Bei den getätigten Investitionen handelt es sich hauptsächlich um Investitionen, die unter dem Fokus Qualitätsverbesserung und Prozessstabilisierung in Verbindung mit einem erhöhten Automatisationsgrad getätigt wurden. Die Investitionstätigkeit soll, unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Entwicklung, auch im folgenden Geschäftsjahr weiter fortgesetzt werden.

Das Integrierte Management System (Qualität, Umwelt, Energie und Arbeitssicherheit) ist grundsätzlich wirksam. Positiv zu sehen ist die durchgehend sehr gute Materialversorgung sowie die Lieferperformance Richtung Kunden. Aufgrund der sehr guten Verfügbarkeit und vieler Optimierungen im gesamten SCM-Bereich ist die Produktion rückstandsfrei und wir konnten auch den Servicegrad bei Standardlieferzeiten gegenüber dem letzten Jahr deutlich steigern.

4.2 FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG

Ziel unserer Forschung und Entwicklung ist eine weitere Verbesserung des hohen Qualitätsstandards unserer Produkte, sowie die ständige Weiterentwicklung und Anpassung unserer Produkte an die stetig steigenden Anforderungen in unseren Geschäftsfeldern. Modernste CAD-unterstützte Konstruktion, Einsatz von Finite Elemente Berechnungsmethoden und (Spritz-) Gusssimulationsprogrammen erlauben nicht bloß Entwicklungs- und Herstellkosten zu reduzieren, sondern auch die Zeit bis zur Markteinführung zu verkürzen.

Dazu wurde schwerpunktmäßig an der Vervollständigung der Oberarbeitung der Kunststoffhausanschluss-Baureihe sowie der Dimensionserweiterung der Mehrbereichskupplung gearbeitet. Ebenso wurde hohes Augenmerk auf die Weiterentwicklung digitaler Produkte gelegt. Der Fokus für die Zukunft liegt auf der Steigerung des Durchsatzes von Projekten, gepaart mit steigendem Innovationsgrad und einhergehend mit intensivierter Kundennähe.

4.3 BESTEHENDE ZWEIGNIEDERLASSUNGEN DER GESELLSCHAFT

Die Gesellschaft hat keine Zweigniederlassungen.

4.4 VORAUSSICHTLICHE ENTWICKLUNG DES UNTERNEHMENS

Gestützt auf den bisherigen Geschäftsverlauf erwarten wir ab Mitte 2026 eine leicht steigende Umsatzentwicklung.

Im Hinblick auf die Russland-/Ukraine-Krise wurde bereits 2024 entschieden, dass keine Lieferungen nach Russland getätigt werden. Die Auswirkung der aktuellen politischen Lage auf den geplanten Umsatz lässt sich nicht vorhersehen.

Der begonnene Weg, international ausgewählte Märkte zusätzlich zu bedienen und zusätzliche Marktanteile in Kernmärkten zu gewinnen, wird weiterverfolgt und die Neuausrichtung der Vertriebsmannschaft wird fortgeführt.

4.5 FINANZINSTRUMENTE

Im Wirtschaftsjahr 2025 waren vorwiegend originäre Finanzinstrumente, die den Posten aus dem Anhang zu entnehmen sind, von Bedeutung.

4.5.1 Finanzrisikomanagement

Die E. Hawle Armaturenwerke GmbH ist diversen Finanzrisiken ausgesetzt, insbesondere dem Kreditrisiko, dem Liquiditätsrisiko, dem Währungsrisiko und dem Zinsänderungsrisiko.

Zur Begrenzung dieser Risiken, die sich aus dem operativen Geschäft sowie aus der Finanzstruktur ergeben, kommt ein zentrales Risikomanagementsystem zum Einsatz. Neben der Identifizierung, Analyse und Bewertung der Finanzrisiken erfolgen auch die Entscheidungen über den Einsatz von Finanzinstrumenten zum Management dieser Risiken durch die Geschäftsführung.

4.5.2 Risikofaktoren

Bonitätsrisiko

Das Kreditrisiko stellt das Risiko dar, das aus der Nichterfüllung von Vertragsverpflichtungen durch Geschäftspartner entsteht und zu Vermögensverlusten führen kann.

Die Kredit- und damit Ausfallrisiken werden kontinuierlich überwacht, für eingetretene und erkennbare Risiken wird durch den Ansatz von Wertberichtigungen und Rückstellungen vorgesorgt. Aufgrund der Vielzahl der Geschäftspartner liegt keine Konzentration von Ausfallsrisiken vor. Weiters wurden die Außenstände der wichtigsten Kunden einer Kreditversicherung zugeführt.

Liquiditätsrisiko

Das Liquiditätsrisiko bezeichnet das Risiko, die erforderlichen Finanzmittel zur fristgerechten Begleichung eingegangener Verbindlichkeiten nicht jederzeit aufbringen zu können. Die Finanzierungspolitik ist auf eine langfristige Finanzplanung abgestimmt und wird laufend gesteuert und überwacht. Die jederzeit ausreichende Liquidität der Gesellschaft ist durch eine vorhandene, nicht ausgenutzte und kurzfristig verfügbare Kreditlinie seitens der Hawle Holding GmbH gesichert.

Währungsrisiko

Das Risiko, das sich aus Wertschwankungen von Finanzinstrumenten, anderen Bilanzposten (z. B. Forderungen und Verbindlichkeiten) und/oder Zahlungsströmen in Folge von Wechselkursschwankungen ergibt, wird als Währungsrisiko bezeichnet. Der Großteil der Fakturierungen sowie die Beschaffung z. B. von Rohstoffen, Hilfs- und Betriebsstoffen sowie Energie wird in Euro abgewickelt. Eine Absicherung von Fremdwährungsposten mittels derivativer Finanzinstrumente besteht auf-

grund der Geringfügigkeit des verbleibenden Nettorisikos zum Bilanzstichtag nicht. Zum Bilanzstichtag entstehen verzinsliche Finanzverbindlichkeiten überwiegend in Euro, so dass kein wesentliches Währungsrisiko besteht.

Zinsänderungsrisiko

Das Zinsänderungsrisiko stellt das Risiko dar, das sich aus der Wertänderung von Finanzinstrumenten, anderen Bilanzposten und /oder zinsbedingten Zahlungsströmen in Folge von Schwankungen von Marktzinssätzen ergibt. Das Zinsänderungsrisiko beinhaltet das Barwertrisiko bei fest verzinsten Bilanzposten und das Zahlungsstromrisiko bei variabel verzinsten Bilanzposten. Aufgrund der ausgewogenen und langfristig gesicherten Finanzierungsstruktur bestand zum Bilanzstichtag keine Absicherung des Zinsänderungsrisikos mittels derivativer Finanzinstrumente.

Versorgungsrisiko an den Rohstoffmärkten

Im Jahr 2026 besteht weiterhin ein deutlicher Preisdruck auf nahezu alle Materialien und Dienstleistungen. Die angespannte geopolitische Lage – insbesondere die anhaltenden Auswirkungen der Ukraine Krise, sowie der instabilen Lage im Nahen Osten – trägt nach wie vor zu volatilen Beschaffungsmärkten bei. In der Supply Chain werden die benötigten Rohstoffe für unsere Gusslieferungen (Roheisen, Schrotte, Legierungsmaterialien) daher gezielt so beschafft, dass wir durch ein konsequent nachhaltiges Lieferantenmanagement den jeweils günstigsten Marktpreis realisieren können.

Für alle weiteren Zukaufteile und Rohmaterialien wurden bereits dispositive Maßnahmen umgesetzt, um im Jahr 2026 die Bestände auf kontrolliert stabilem Niveau zu halten. Dadurch sollen mögliche Mehrkosten, die sich aus weiterhin schwankenden Preisen bei unseren Lieferanten ergeben könnten, bestmöglich abgefedert werden. Gleichzeitig bleibt die Versorgungssicherheit oberste Priorität.

Die starken Preissteigerungen im Energiesektor konnten 2025 durch den Einsatz unserer eigenen PV-Anlagen sowie durch gezielte Preisabsicherungen am Terminmarkt erfolgreich gedämpft werden. Ziel für die Folgejahre ist es, die Energiepreise langfristig zu stabilisieren. Dazu wird die Preisentwicklung zwischen Spotmarkt und Terminmarkt kontinuierlich beobachtet und bewertet. Ein weiterer Fokus im Jahr 2025 bestand darin, die Supply Chain in Sachen ESG (Environmental, Social, Governance), sowie zusätzlichen Verordnungen der EU (zB CBAM, Entwaldungsverordnung, etc.) vorzubereiten und diese Dinge in den Beschaffungsrichtlinien fest zu verankern.

4.5.3 Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

Corporate Social Responsibility

Zur Vorbereitung des zukünftig geforderten Nachhaltigkeitsbericht wurde bereits 2023 ein Nachhaltigkeitsmanager definiert und mit den neuen Standards der CSRD Richtline ausgebildet.

Des Weiteren wurden bereits umfassende Maßnahmen zur Nachhaltigkeit definiert und in einer Roadmap zusammengefasst. Eine Nachhaltigkeit oder nachhaltige Entwicklung bedeutet für uns, die Bedürfnisse der Gegenwart so zu befriedigen, dass die Möglichkeiten zukünftiger Generationen nicht eingeschränkt werden. Es wurden daher 7 Schwerpunkte zur Nachhaltigkeit definiert: CO2, Umwelt, Energie, Arbeitsschutz, Gesundheit, Mitarbeiter und Managementsystem.

Umwelt

Seit 2021 wurden auch laufend Maßnahmen zur Verringerung von Emissionen durchgeführt, daher konnten wir im Jahr 2025 unsere CO2 Bilanz nach Scope 1+2, (GHG-Protokoll) komplett kompensieren.

Das vorhandene Umweltmanagement nach ISO 14001 wurde auch in diesem Jahr als wirksam und normkonform vom Auditor bestätigt.

Mitarbeiter

Zentrales Anliegen des Unternehmens ist eine bestmögliche Gestaltung von Arbeitsabläufen und Arbeitsplätzen. Es laufen zahlreiche Maßnahmen für die ständige Steigerung der Produktivität. Ein zentrales Instrument dabei ist die interne und externe Weiterbildung von Mitarbeitern.

Besonderes Augenmerk wird auf die Entwicklung der Führungskräfte gelegt. Hierzu wurde das Projekt „Führen im Wandel" gestartet. Hierbei handelt es sich um eine Führungswerkstatt für alle Führungskräfte, vom Meister bis zur Bereichsleitung.

Energieeffizienzgesetz

Durch ein externes Audit wurde dem Energieeffizienzgesetz Rechnung getragen und eine Zertifizierung nach ISO 50001 erreicht. Das Energiemanagement nach ISO 50001 wurde als wirksam und normkonform vom Auditor bestätigt.

Gesundheit und Arbeitssicherheit

Das Uberwachungsaudit nach ISO 45001 wurde 2025 erfolgreich bestanden. Es wurden alle geplanten Arbeitsplatzevaluierungen durchgeführt und unser Gesundheitsmanagement „Hawle Vital“ hinsichtlich gesundheitsfördernder Angebote weiter verbessert.

Vöcklabruck, am 19. März 2026

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DI (FH) Stefan Loderbauer

Mag. Manfred Prinz

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