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Lagebericht 2025

DELABIE Österreich GmbH

Original-PDF

Stichtag 31. Dez. 2025 · Eingereicht am 27. Sep. 2026

Inhaltsverzeichnis

1. Bericht über den Geschäftsverlauf und die wirtschaftliche Lage

1.1. Geschäftsmodel

Im August 2025 hat die DELABIE Gruppe 100% der KWC Professional erworben. Dadurch wird ein Marktführer in diesem Segment in Europa und darüber hinaus entstehen. KWC Professional bringt in DELABIE sein anerkanntes technisches Know-how, ein komplementäres Markenportfolio (KWC, Aquarotter, DVS) sowie eine starke Präsenz in nachgefragten Marktsegmenten ein.

KWC Professional ist ein spezialisierter System- und Lösungsanbieter für Sanitärraumausstattungen und intelligente Wassermanagementsysteme für den gewerblichen, öffentlichen und semi-öffentlichen Bereich. Dabei erfüllt KWC-Professional die höchsten Anforderungen an Sicherheit, Hygiene und Langlebigkeit und kann auch massgeschneiderte Produktlösungen anbieten. Zu unseren Hauptsegmenten gehören öffentliche Infrastrukturen wie Gesundheitseinrichtungen, Schulen, Transportmittel und Gefängnisse sowie Restaurants, Hotels sowie Industrie- und Bürogebäude.

Die KWC Austria GmbH (KAT) ist innerhalb der KWC Group Management AG der österreichische Standort des Unternehmensbereiches KWC Professional. Neben den Hauptmarkten Österreich und Schweiz übernimmt KAT die Verantwortung für Italien, Spanien und verschiedene Exporte in übrige Länder. Weiterhin umfasst es das abgewickelte Intercompany-Geschäft und den Vertrieb der KWC-Home Produkte im Markt Österreich.

1.2 Marktwirtschaftliche Situation und Ausblick

Nach zwei Jahren mit BIP-Rückgängen legte die österreichische Volkswirtschaft im Jahr 2025 um 0,6 % zu. Dahinter lag ein kräftiges Wachstum zum Jahreswechsel 2024/2025, während die heimische Wirtschaftsleistung im dritten Quartal nur noch um 0,3 % zulegte und im Schlussquartal stagnierte. Getragen wurde der Aufschwung vom öffentlichen Konsum und den Ausrüstungsinvestitionen. Im Jahr 2025 stieg die Inflation auf 3,6 %, nach 2,9 % im Jahr davor. Damit war die Teuerung in Österreich merklich höher als in fast allen anderen Ländern des Euroraums. Angeheizt wurde die Teuerung insbesondere durch höhere Strompreise aufgrund des Endes der Strompreisbremse.

Der Dienstleistungsbereich wuchs 2025 real mit +1,0 % überdurchschnittlich. Im produzierenden Bereich befand sich die Gesamtentwicklung mit −1,2 % jedoch im negativen Bereich. Der anhaltende Rückgang im Bauwesen (−2,9 %) bremste die Entwicklung; diese Branche schrumpft bereits seit mehreren Jahren und drückt das Gesamtergebnis des produzierenden Bereichs nach wie vor spürbar nach unten.

Vor dem Hintergrund des aktuellen Energiepreisschocks, im Zusammenhang mit dem Iran- Krieg, nimmt das IHS seine Prognose für das Wirtschaftswachstum in den Jahren 2026 und 2027 auf 0,5 % bzw. 0,8 %.

Das IHS rechnet damit, dass sich das Wachstum der Ausrüstungsinvestitionen in Österreich auf 1,5 % im laufenden Jahr bzw. 2,0 % im kommenden Jahr verlangsamt. Bei den Bauinvestitionen zeichnet sich weiterhin keine Trendwende ab. Nach einem Minus von 2,9 % wird auch für das laufende Jahr ein Rückgang von 1,9 % erwartet. Insbesondere der Wohnbau dürfte schwach bleiben. Im kommenden Jahr dürften die Bauinvestitionen abermals sinken (−1,0 %). Die Prognosen für Ausrüstungs- und Bauinvestitionen bedeuten, dass die realen Bruttoanlageinvestitionen im laufenden Jahr stagnieren und erst im nächsten Jahr um 0,9 % wachsen dürften.

Letztlich werden die vom Iran-Krieg ausgelösten Inflationseffekte sowohl von dessen Dauer und Intensität abhängen als auch davon, wie stark sich der Energiepreisschock auf die Wirtschaft überträgt. Aktuell wird im Jahresdurchschnitt für 2026 eine Inflationsrate von 2,9 erwartet. Im Folgejahr sinkt die Inflation, sofern der Kriegsverlauf die Energiepreise nicht weiter anfeuert, dann wieder auf 2,4 %. Damit entspricht die für Österreich prognostizierte Inflationsentwicklung in etwa der im Euroraum.

Aufgrund der schwächeren wirtschaftlichen Dynamik wird sich der Arbeitsmarkt etwas ungünstiger entwickeln als ursprünglich erwartet. Die Anzahl der Beschäftigten wird weiter zulegen und in Verbindung mit einem Arbeitskräfteangebot, dass demografisch bedingt nur noch langsam zunimmt, resultiert daraus für den Jahresdurchschnitt 2026 eine Arbeitslosenquote von 7,5 % bzw. 7,4 % im Folgejahr. Damit dürfte die Lage am Arbeitsmarkt nahezu unverändert bleiben.

Für das laufende Jahr erwartet das IHS ein Budgetdefizit von 4,2 % des Bruttoinlandsprodukts, für das kommende Jahr einen Wert von 4,1 %. Ohne den Iran-Krieg würde die österreichische Wirtschaft in den Jahren 2026 und 2027 um 0,5 bzw. 0,3 Prozentpunkte stärker wachsen. Die Inflation wäre um 0,9 bzw. 0,2 Prozentpunkte niedriger.

1.3 Geschäftsverlauf und Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

Der Jahresumsatz lag im Berichtszeitraum in Höhe von 21.725 T€ um 409 T€ unter dem Vorjahr. Im Wesentlichen ist dieses dem Schweizer Markt geschuldet, dessen letztjähriger Trend sich fortschrieb. Der schwache Start der Schweiz wurde zum Teil durch die anderen Märkte kompensiert. Vor allem das österreichische Geschäft war geprägt durch ein starkes erstes Halbjahr (11,3 %) sowie ein herausragendes 4. Quartal (28,6 %). In Summe wurde in Österreich mit 10,8% über dem Vorjahr abgeschlossen. Das ambitionierte Budget konnte jedoch nicht erreicht werden.

Unter Berücksichtigung der sonstigen betrieblichen Erträge reduzierte sich die Betriebsleistung von 22.425 T€ auf 21.912 T€.

Der Materialaufwand lag auf Grund der reduzierten Betriebsleistung um 3,1 % mit 11.387 T€ um 369 T€ unter dem Vorjahreswert. Die im Jahr 2025 durchgeführten Anpassungen der Verkaufspreise konnten die erhöhten Einkaufspreise für Rohstoffe kompensieren. Darüber hinaus konnten Materialpreisreduzierungen und Prozessanpassungen erzielt werden. Die Materialaufwandsquote bezogen auf die Umsatzerlöse reduzierte sich gegenüber dem Vorjahr von 53,1 % auf 52,4 %.

Die Personalkosten haben sich gegenüber dem Vorjahr um 410 T€ auf 1.762 T€ reduziert. Haupanteil zum Vorjahr ist der Wegfall der französischen Betriebsstätte. Die im Berichtsjahr vorgenommenen Gehaltserhöhungen sowie Neueinstellungen in Österreich konnten durch Prozessoptimierung größtenteils aufgefangen werden. Die Personalaufwandsquote bezogen auf die Umsatzerlöse reduzierte sich von 9,8 % im Vorjahr auf 8,1 %.

Die Abschreibungen belaufen sich auf 20 T€ und sind somit um 7 T€ geringer als im Vorjahr. Im Wesentlichen ist die Verringerung der Abschreibungen bedingt durch das Ende der Abschreibungsdauer.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen belaufen sich auf 7.769 T€ (VJ 8.743 T€). Im Wesentlichen durch Einsparungen im Bereich der IT-Strukturen (Group) und den Wegfall der Französischen Betriebstätte.

Das Jahresergebnis lag mit 960 T€ (VJ -333 T€) deutlich über dem Vorjahr.

Ziel der Finanz- und Liquiditätsplanung ist die Sicherstellung einer ausreichenden Liquiditätsreserve. Als finanzieller Leistungsindikator betreffend die Finanzlage wird nachfolgend die Entwicklung des Finanzmittelfonds dargestellt:

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 3
Bezeichnung2025 20252024
T€T€
Finanzmittel am Beginn der Periode1.4521.835
Cashflow aus lfd. Geschäftstätigkeit-930631
Cashflow aus Investitionstätigkeit987-1.014
Finanzmittel am Ende der Periode1.5091.452

Die Kapitalflussrechnung weist einen negativen Cashflow aus der laufenden Tätigkeit von -930 T€ (VJ 631 T€) aus. Im Rahmen der Investitionstätigkeit beträgt der Cashflows 987 T€ (VJ -1.014 T€). Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit beträgt wie im Vorjahr 0 T€.

Zum Bilanzstichtag verfügt das Unternehmen über liquide Mittel als Guthaben bei den Hausbanken in Höhe von 1.509 T€ (VJ 1.452 T€).

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden über eine Kreditversicherung gegen den Ausfall von Forderungen geschützt. Sie sichert den Cashflow des Unternehmens und sorgt für sichere Zahlungsströme.

Die Gesellschaft war im Jahr 2025 stets in der Lage, ihren Zahlungsverpflichtungen nachzukommen. Die Vermögenslage entwickelte sich gegenüber dem Vorjahr stabil. Die Investitionen des Geschäftsjahres wurden aus eigenen Mitteln finanziert.

Die Bilanzsumme zum Stichtag 31. Dezember 2025 hat sich von 8.396 T€ im Vorjahr um 654 T€ auf 7.742 T€ reduziert. Das Eigenkapital ist gegenüber dem Vorjahr aufgrund des Jahresergebnisses gestiegen. Die Eigenkapitalquote erhöhte sich von 36,3 % im Vorjahr auf 51,7 %. Dementsprechend verringert sich die Fremdkapitalquote auf 48,3 % von 63,7 % im Vorjahr.

Das Anlagevermögen hat sich insgesamt um 6 T€ auf 104 T€ reduziert. Anschaffung stehen im Zusammenhang mit Ersatzinvestitionen.

Die Vorräte haben sich im Vergleich zum Vorjahr (3.929 T€) um 199 T€ auf 3.730 T€ reduziert. Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände haben sich um 506 T€ reduziert. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen liegen um 433 T€ über dem Vorjahresniveau. Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen haben sich um 779 T€ reduziert. Die sonstigen Vermögensgegenstände haben sich um 163 T€ reduziert.

Die kurzfristigen Verbindlichkeiten haben sich um 1.949 T€ von 4.283 T€ auf 2.334 T€ reduziert. Die Veränderung ist im Wesentlichen auf die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen zurückzuführen, die sich um 1.666 T€ auf 1.582 T€ reduziert haben. Demgegenüber sind die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen um 238 T€ auf 586 T€ gesunken. Die sonstigen Verbindlichkeiten inklusive Sozialkapital belaufen sich auf 1.568 T€ (VJ 1.272 T€).

Im Geschäftsjahr 2025 konnte die Gesellschaft ein positives Ergebnis verzeichnen. Das Ergebnis war dabei von der gesamtwirtschaftlichen Situation in der Bau- und Sanitärbranche beeinflusst, so dass die ambitionierten Ziele und Budgets nicht in vollem Umfang erreicht wurden. Dank der in den Vorjahren eingeleiteten Maßnahmen sowie unterjähriger Gegensteuerungsmaßnahmen gelang es der Gesellschaft dennoch, ein positives Ergebnis zu erzielen und die Eigenkapitalquote weiter zu steigern.

1.4. Finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 4
Ausgewählte Kennzahlen20252024
Eigenmittelquote gem. § 23 URG51,7 %36,3 %
Umschlaghäufigkeit Debitoren8,409,73
Durchschnittliche Zahl Arbeitnehmer1921
Operativer Cash-Flow-930 TEUR631 TEUR

2. Risikoeinschätzung

Unsere maßgebliche Ausrichtung auf den öffentlich-gewerblichen Sektor birgt eine Abhängigkeit von den öffentlichen Investitionen. Die öffentliche Hand investiert weiterhin und wir planen auch für 2026 mit weiteren Investitionen. Die Abhängigkeit von privaten Investitionen ist auf Grund des Setups nur bedingt vorhanden.

Eine enge Projektverfolgung mithilfe des CRM Systems, gepaart mit dem strikten Monitoring und Ausbau der Projektpipeline sowie der Projektwandlungsrate ist daher für uns von größter Wichtigkeit.

Für 2026 wurde eine moderate Preiserhöhung von durchschnittlich 3% verabschiedet. Kostenerhöhungen im Bereich des Material, Personal sowie der sonstigen Kosten können damit egalisiert werden.

Die Zurückhaltung der öffentlichen Investitionen ist im 1.Quartal vor allem in Kernmarkt Österreich zu spüren. Eine leichte Verbesserung ist ab dem 2. Quartal ersichtlich und es wird ein Verbesserung in der zweiten Jahreshälfte erwartet. Die anderen Märkte entwickeln sich in Summe auf Vorjahresniveau.

Die Auswirkungen der kriegerischen Auseinandersetzung im Mittleren Osten, verbunden mit den neusten Entwicklungen an der Straße von Hormus, können in Abhängigkeit der Dauer und Intensität des Konflikts, zu entsprechenden Risiken im Rahmen der Materialisierung sowie erhöhten Transportkosten führen. Gerade im Bereich der Accessoires und der Produktion von Edelstahl-Produkten kann es zu Verzögerungen in der Verfügbarkeit kommen. Die Verfügbarkeit ist zurzeit auf Grund der bisherigen langen Lieferzeiten und daraus resultierenden Materialisierung sichergestellt. Zusätzlich sind entsprechende alternative Routen als Gegenmaßnahme definiert. Entsprechende Steigerungen der Transportkosten können auf Grund der bestehenden Kundenvereinbarungen nur bedingt weitergegeben werden. Eine unterjährige Preiserhöhung ist den Kunden, wo möglich, annonciert worden.

Das Debitorenmanagement konnte grundlegend verbessert werden und die Risiken sind trotz einiger Insolvenzen im Sanitärbereich vernachlässigbar. Debitoren sind durchgängig kreditversichert und werden adäquat geprüft. Die laufende Finanzplanung stellt sicher, dass es zu keinen Liquiditätsengpässen kommt und die Gesellschaft jederzeit ihren Verpflichtungen nachkommen kann.

3. Forschung und Entwicklung

Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten beschränken sich in Unterstützung des Produktmanagements in der Konsolidierung des Produktportfolios im Stainless Steal Produktprogramms der KWC Professional sowie der Einführung von neuen Produkten respektive Substitution bestehender.

4. Voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens

Im August 2025 hat die französische DELABIE Gruppe 100% des Aktienkapitals der Neptune 1 AG, der Dachgesellschaft der KWC Professional, erworben. Dieser Zusammenschluss wird den Markt für öffentliche und gewerbliche Sanitärräume entscheidend weiterentwickeln und prägen. Durch die Zusammenführung dieser zwei Unternehmensgruppen mit anerkanntem Fachwissen und komplementären, geografischen und kommerziellen Ausrichtungen, entsteht ein paneuropäischer Leader im Bereich der Sanitärarmarturen und -ausstattung für (halb-)öffentliche und gewerbliche Gebäude.

Im Rahmen der gruppenweiten, schrittweisen Konsolidierung und Reorganisation der Sales & Operationstätigkeiten in Europa, wird mittelfristig die zentrale Rolle der Gesellschaft ausschließlich die Vertriebs- und Servicetätigkeiten in Osterreich sein. Infolge dieser bewussten Fokussierung der operativen Geschäftstätigkeit, ist in den Folgejahren mit einem deutlich rückläufigen Gesamtumsatz zu rechnen. Durch die schiankere Kostenstruktur der Gesellschaft und die Konzentration auf die profitablen Kernaktivitäten in Osterreich, wird dieses zu einer spürbaren Verbesserung der Ergebnismargen führen. Ein Fortbestehen der Gesellschaft über das Jahr 2026 ist sichergestellt.

Hard, am 29.06.2026

Die Geschäftsführer

Gregor Eugen Wil

Nicolas von Castelmur

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