← Zurück zum Firmenprofil

Lagebericht 2025

Windpark Hof-Seibersdorf GmbH & Co KG

Original-PDF

Stichtag 31. Dez. 2025 · Eingereicht am 31. März 2026

Inhaltsverzeichnis

Allgemeine wirtschaftliche Parameter:

Die Windpark Haadfeld GmbH & Co KG ist im Firmenbuch unter der Nummer 358098s eingetragen und besteht seit dem Jahr 2011. Sie hat ihren Sitz in der politischen Gemeinde Bruck an der Leitha. Sie konzentriert sich im Rahmen ihrer operativen Geschäftstätigkeit als eine reine Projektgesellschaft auf die Erzeugung von Elektrizität sowie die Errichtung, Betrieb und die Projektierung von Energieerzeugungsanlagen.

Sie betreibt in der Stadtgemeinde Bruck an der Leitha und den Gemeinde Höflein und Rohrau insgesamt 12 Windkraftanlagen. Der Betrieb der Windkraftanlagen wird im Wege eines Dienstleistungsvertrages durch die Energiepark Bruck/Leitha GmbH geführt, wodurch das gesamte Risikomanagement der Energiepark Bruck/Leitha GmbH obliegt.

Geschäftsverlauf und Lage der Gesellschaft:

Im Geschäftsjahr 2025 hat sich die Energiepreissituation auf den europäischen Märkten als dynamisch und herausfordernd erwiesen. Diese Volatilität war insbesondere durch internationale geopolitische Faktoren, die fortschreitende Energiewende als auch Mindererzeugungsmengen geprägt. Nach einem deutlichen Preisanstieg der Vermarktungsentgelte in den Vorjahren, bedingt durch die Unsicherheiten in der globalen Energieversorgung, stabilisierten sich die Preise im Laufe des Vorjahres 2024 und gingen im laufenden Geschäftsjahr zunehmend zurück. Die verstärkte Nutzung erneuerbarer Erzeugungstechnologien, insbesondere auch der Windkraft, hat dazu beigetragen, die Marktpreise nachhaltig zu beeinflussen.

Die Erhöhung des Anteils erneuerbarer Energien im österreichischen Energiemix hat positive Auswirkungen auf die Preisgestaltung am Heimatmarkt aufgezeigt. Neben dem rapiden Anstieg an installierter Photovoltaikleistung verdeutlichen Windkraftanlagen zunehmend ihre besondere Systemdienlichkeit: Gerade in Zeiten eingeschränkter Produktionskapazitäten sonstiger Erzeugungstechnologien stellen Windkraftanlagen eine kostengünstige und umweltfreundliche Energiequelle bereit. Der Rückgang der Marktpreise in diesen Jahreszeiten ermöglichte es der heimischen Wirtschaft, wettbewerbsfähig zu bleiben und gleichzeitig wichtige Beiträge zur Reduktion der CO2-Emissionen sicherzustellen.

Vom Windaufkommen her war 2025 definitiv kein perfektes Windjahr, im Mehrjahresschnitt genauer betrachtet nicht einmal ein gutes. Ein schwaches erstes Quartal war fordernd und wurde auch durch die windstärkeren Tage zum Jahresende nicht mehr kompensiert. Diese Ertragsschwankungen sind typisch bei der Nutzung der erneuerbaren Ressource „Wind". Umso bedeutender ist der verlässliche Beitrag der heimischen Windkraft zur Energieversorgung in sonnenarmen Zeiten zu sehen, als beispielsweise im Oktober Rekordwerte erzielt und am Silvestertag mehr als 46% der österreichischen Stromversorgung durch saubere und heimische Windenergie gedeckt werden konnte.

Trotz der positiven Entwicklungen bestehen weiterhin Herausforderungen, insbesondere in Bezug auf die Aufrechterhaltung der Netzstabilität und die flächendeckende Integration erneuerbarer Energieträger. Die operative Umsetzung des im Dezember erlassenen Elektrizitätswirtschaftsgesetz und damit eines modernen Rechtsrahmens unter Einbezug der Chancen wesentlicher netzdienlicher Digitalisierungsmaßnahmen hat unverändert oberste Priorität.

Die berichtende Gesellschaft erzielte aufgrund der gesunkenen Vermarktungsentgelte und einem spürbaren Rückgang der erzeugten Energiemenge Umsatzerlöse iHv TEUR 8.004 (Vorjahr: 17.881). Die zusehende Normalisierung der Vermarktungsentgelte führte zu einer Reduktion der Umsatzerlöse um rund 55% gegenüber dem Vorjahr.

Aufgrund des Vollwartungsvertrages mit dem Anlagenhersteller ENERCON schlagen sich seit 2023 Wartungsausgaben für die Windkraftanlagen zu Buche, die auch im Jahr 2025 nahezu unverändert waren.

Nach Auslaufen der unionsrechtlich gebotenen Etablierung des Bundesgesetz über den Energiekrisenbeitrag-Strom (EKBSG) im Vorjahr 2024 wurde durch den nationalen Gesetzgeber ebenso kurzfristig wie für die Branche überraschend eine Verlängerung des Energiekrisenbeitrag-Strom für den Zeitraum 1.4.2025 bis 31.3.2030 erlassen. Die im Einzelnen umfassenden Verschärfungen tragen der gesamtstaatlich budgetären Situation besondere Rechnung. Die Gesellschaft war aufgrund ihrer Geschäftstätigkeit im Bereich der Stromerzeugung aus Windenergie nach dem novellierten Bundesgesetz über den Energiekrisenbeitrag-Strom (EKBSG) verpflichtet, für den Erhebungszeitraum 3 (1.4.2025 bis 31.3.2026) den EKB-S zu berechnen und einen über den Absetzbetrag für begünstigte Investitionen hinausgehenden EKB-S in Form einer Vorauszahlung zu entrichten. Für den gesamten Erhebungszeitraum 3 resultierte eine Vorauszahlung in Höhe von EUR 0,00, welcher gegenüber dem zuständigen Finanzamt bereits fristgerecht erklärt wurde. Der auf das Geschäftsjahr 2025 tatsächlich entfallene Energiekrisenbeitrag-Strom lässt sich erst im Juni 2026 final ermitteln.

In Summe führten die oben detailliert angeführten Gründe auf sehr hohem Niveau bei den sonstigen betrieblichen Aufwendungen zu einer Abnahme um TEUR 1.698 auf TEUR 644 (Vorjahr: TEUR 2.342). Die deutlich reduzierten Umsatzerlöse drückten das Betriebsergebnis gegenüber dem Vorjahr um rd. TEUR 7.871 auf rd. TEUR 2.107.

Die Entwicklung im laufenden Geschäftsjahr stellt sich anhand der wesentlichen finanziellen Leistungsindikatoren wie folgt dar:

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 3
(in TEUR)20252024
EBITDA5.85513.726
EBIT2.1089.979
Ergebnis vor Steuern1.6149.391
Cash Flow6.93410.104
Eigenkapital10.63115.633
Eigenkapitalquote43,1%45,5%
Nettofinanzverschuldung / Nettofinanzguthaben-10.230-9.960

Forschung und Entwicklung:

Da es sich bei unserer Gesellschaft um eine reine Projektgesellschaft für die Errichtung und Betrieb von Windkraftanlagen handelt, welche fertig ausgeforschte und entwickelte Projekte ausführt, betreibt sie keine eigene Forschung und Entwicklung. Die Energiepark Bruck/Leitha GmbH führt im Rahmen der umfassenden Dienstleistungsvereinbarung die Forschungs- und Entwicklungsarbeit im Bereich der erneuerbaren Energie mit dem Ziel zur Förderung der erneuerbaren Energie, Energieeffizienz und den sorgsamen Umgang mit natürlichen Ressourcen, Klima- und Umweltschutz sowie Förderung einer nachhaltigen Entwicklung durch.

Risikomanagement:

Ein modernes Unternehmensmanagement erfordert die bewusste Auseinandersetzung mit den für das Unternehmen relevanten Risiken. Die zentrale Aufgabe eines Risikomanagementsystems liegt in der frühzeitigen Erkennung möglicher Risiken und der Planung bzw. Veranlassung jener Maßnahmen, die nachteilige Auswirkungen negativer Entwicklungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage vermeiden oder zumindest begrenzen. Das Risikomanagementsystem obliegt ebenfalls der Energiepark Bruck/Leitha GmbH, welche dies im Rahmen der umfassenden Dienstleistungsvereinbarung ausführt. Insgesamt wird das Risikomanagementsystem durch die Gesellschaft bedient. Diese bedient sich abgestimmter interner Kontrollen, welche durch einheitliche Leitungsmaßnahmen und Vorschriften, sowie klar definierter Prozessabläufe gesteuert werden.

Finanzinstrumente

Zu den Finanzinstrumenten zählen finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten sowie vertragliche Ansprüche und Verpflichtungen über den Tausch bzw. die Übertragung finanzieller Vermögenswerte. Die (originären) Finanzinstrumente umfassen auf der Aktivseite im Wesentlichen die in der Bilanz ausgewiesenen Forderungen und flüssige Mittel. Auf der Passivseite entsprechen sie weitgehend den Verbindlichkeiten.

Preisänderungsrisiko

Preisänderungsrisiken bestehen darin, dass der Wert eines Finanzinstrumentes aufgrund von Veränderungen des Marktpreises oder preisbeeinflussender Parameter (wie die Markzinssätze) Schwankungen unterworfen ist. Aufgrund eines hohen Fixzinsanteil ist dieses Risiko als gering einzuschätzen. Da aus derzeitiger Sicht der Zustand sowie die technische Nutzungsdauer der Windkraftanlagen zur Energieerzeugung noch nicht ausgeschöpft sind und aufgrund der zunehmenden Bedeutung von erneuerbaren Energien orten wir keine wesentlichen absatzseitigen Risiken. Zudem ist der Windpark durch eine Abnahmeverpflichtung der OeMAG Abwicklungsstelle für Ökostrom AG (inkl. Einspeisetarif) abgesichert.

Liquiditätsrisiko

Liquiditätsrisiken bestehen im Allgemeinen darin, dass ein Unternehmen möglicherweise nicht in der Lage ist, die Finanzmittel zu beschaffen, die zur Tilgung der im Zusammenhang mit Finanzinstrumenten eingegangenen Verpflichtungen notwendig sind. Die bestehende Liquiditätssituation versetzt die Gesellschaft in die Lage, ihren Verpflichtungen fristgerecht nachzukommen. Wesentliches Instrument zur Steuerung des Liquiditätsrisikos ist eine revolvierende Finanzplanung als auch ein mit den Finanzierungspartnern vereinbartes befülltes Schuldendienstreservekonto. Aus derzeitiger Sicht stellt sich die Liquiditätssituation des Unternehmens durchwegs positiv dar und aus heutiger Sicht kann ein zukünftiger Engpass aufgrund von ausreichenden flüssigen Mitteln ausgeschlossen werden.

Ausfallsrisiko

Ausfallsrisiken ergeben sich im Allgemeinen aus der Gefahr, dass der Vertragspartner eines Finanzinstrumentes seinen Verpflichtungen nicht oder nicht fristgerecht nachkommen kann und dadurch finanzielle Verluste eintreten. Das Ausfallsrisiko bei den Forderungen wird aufgrund von Erfahrungswerten als gering eingestuft (im Jahresabschluss wird in Form von Einzelwertberichtigungen und Pauschalwertberichtigungen vorgesorgt). Zudem sichert die Möglichkeit der Nutzung eines garantierter Einspeisetarifes das Ausfallrisiko ab. Bei den liquiden Mitteln wird das Ausfallsrisiko ebenfalls als gering eingeschätzt, da es sich bei den Vertragspartnern um Kreditinstitute mit bester Bonität handelt.

Cashflowrisiko

Cashflowrisiken resultieren im Allgemeinen daraus, dass die künftig erwarteten Zahlungsströme aus einem Finanzinstrument Schwankungen ausgesetzt und damit vertraglich nicht festgelegt sind. Ein Zinsänderungsrisiko besteht insbesondere bei den variabel verzinsten Finanzverbindlichkeiten im geringen Umfang, da der überwiegende Anteil der Kreditmittel fix verzinst ist.

Wesentliche Risiken und Ungewissheiten

Ukraine-Krise

Da sich zum Zeitpunkt der Bilanzerstellung die Situation betreffend den andauernden Krieg in der Ukraine weiterhin instabil verhält und keine Deeskalation und diplomatische Lösung in Aussicht ist, lässt sich das allgemeine Risiko mit Auswirkungen auf die Konjunktur und Inflation in der EU und in Österreich nicht abschätzen.

Rechtliche und steuerliche Risiken

Rechtliche Risiken im Bereich des Energierechts sowie des Steuer- und Wettbewerbsrecht kann ein Unternehmen nie ganz ausschließen und werden in Österreich leider immer mehr zur „Norm“ denn zum unvermeidbaren Notfallmittel. Zudem kommt hinzu, dass laufende Änderungen in der Energiepolitik und neue regulatorische Maßnahmen Unternehmen stets vor neuen Herausforderungen stellen.

Die Einhaltung einer Vielzahl von Rechtsordnungen und -verfügungen erfordert ein hohes Maß an Aufmerksamkeit und Integrität. Die Gesellschaft legt großen Wert darauf, alle Vorschriften und Gesetze exakt zu befolgen und arbeitet dabei eng mit externen Beratern und Experten zusammen.

Umweltbelange:

Insgesamt ist die Betonung der Energiewende und die zunehmende Bedeutung im Bereich der erneuerbaren Energien von entscheidender Bedeutung für die Energiezukunft und für die Bewältigung zahlreicher globaler Herausforderungen und die Schaffung einer nachhaltigen, widerstandsfähigen Zukunft. Die Energiewende bezeichnet den Übergang von fossilen Brennstoffen wie Kohle, ÖI und Gas hin zu erneuerbaren Energiequellen wie Sonne, Wind, Wasser und Biomasse. Diese Umstellung ist entscheidend, um den Klimawandel einzudämmen

Auf die Erfüllung aller gesetzlichen und bescheidmäßigen Anforderungen betreffend Umweltbelangen wird Bedacht genommen.

Wetterbedingungen:

Die Verfügbarkeit und Preise von erneuerbaren Energien werden stark von den Wetterbedingungen beeinflusst werden. Anderungen der klimatischen Verhältnisse wie die Sonneneinstrahlung und Windverhältnissen könnten die Energieproduktion und damit die Preise beeinflussen.

Geschäftsentwicklung 2026 sowie voraussichtliche Ergebnisentwicklung:

Die Entwicklung wird im aktuellen Betriebsjahr wesentlich von den Energiepreisen geprägt sein. Aufgrund der stark gesunkenen Strompreise am Großhandelsmarkt wurde der Rückwechsel in das Förderregime der OeMAG Abwicklungsstelle für Okostrom AG (Einspeisetarif) im Vorjahr beibehalten. Somit ist für 2026 mit einer zufriedenstellenden Geschäftsentwicklung zu rechnen. Beeinflussungen können sich aufgrund klimatischer Einflüsse (Jahres-Windhöffigkeit) und bereits in Aussicht gestellter energiepolitscher Eingriffe ergeben.

Wir rechnen gegenüber dem Vorjahr unter der Annahme, dass sich aus der Ukraine-Krise keine zusätzlichen wesentlichen negativen Auswirkungen ergeben, weiterhin mit einem positiven Ergebnis.

Bruck an der Leitha, am 28.02.2026

Dipl.-Ing. Michael Hannesschlägèr, MSc Geschäftsführer

X Dipl.-Ing. Matthias Pober Geschäftsführer

Wir verwenden Cookies, um grundlegende Funktionen der Plattform sicherzustellen und anonymisierte Nutzungsstatistiken zu erfassen. Durch einen Klick auf "Akzeptieren" stimmst du der Verwendung dieser Cookies zu.