Inhaltsverzeichnis
1. Tätigkeit des Unternehmens
Die mySugr GmbH (mySugr), ein 2012 in Wien gegründetes Digital-Health- Unternehmen, hat sich zum Ziel gesetzt, Menschen durch die Herstellung digitaler Medizinprodukte bei ihrer Therapie zu unterstützen. Das Angebot umfasst insbesondere die umfangreiche mySugr App (inkl. Diabetes- Tagebuch, Insulinrechner, Pump Control und Reports), welche die nahtlose Integration führender Blutzuckermessgeräte verschiedener Hersteller ermöglicht. Die mySugr App hat mehr als sechs Millionen registrierte Nutzer und ist in der EU als Medizinprodukt der Risikoklasse IIa zugelassen, der mySugr Bolusrechner als Modul der Klasse IIb. Seit 2017 ist mySugr Teil der Roche Gruppe.
2. Geschäftsverlauf, Geschäftsergebnis und Lage des Unternehmens
2.1. Geschäftsergebnis, Ertragslage
mySugr hat im Geschäftsjahr 2025 einen Jahresüberschuss von 3.459 TEUR (VJ: 5.910 TEUR) erzielt. Der Jahresüberschuss resultiert zum Großteil aus den Umsätzen durch die konzerninterne Leistungsverrechnung mit der Konzernmutter (Roche Diagnostics International AG, Schweiz) abzüglich der Aufwendungen der mySugr GmbH. Der Jahresüberschuss ist im Vergleich zu 2024 gesunken. Grund dafür ist die Freigabe und Auszahlung von Forschungsförderungen im Vorjahr. Die Unternehmensaktivitäten sind gleichgeblieben.
Die Umsatzerlöse betragen 33.542 TEUR (VJ: 27.878 TEUR). Die Umsatzerlöse bestehen zum Großteil aus einer konzerninternen Leistungsverrechnung an die Muttergesellschaft. Im Vergleich zum Vorjahr ist der Umsatz gestiegen, was durch einen Zuwachs der konzerninternen Leistungen zu erklären ist.
Die Personalaufwendungen stiegen im Vergleich zum Vorjahr vor allem durch höhere Gehälter und mehr Personal.
Die Umsatzrentabilität (lt. KFS BW 3, ohne Herausrechnungen der Aufwendungen aus Wechselkursschwankungen) beträgt 11,0% (VJ: 21,8%) und ist damit durch die bereits erwähnten Effekte im Zusammenhang mit der Forschungsförderung gegenüber dem Vorjahr stark gesunken.
2.2. Finanzlage
Die Eigenkapitalquote (lt. KFS BW 3) beträgt 74,2% (VJ: 72,9%). Der Anstieg der Eigenkapitalquote ist hauptsächlich auf den Gewinn aus den konzerninternen Leistungen zurückzuführen.
Das Working Capital (lt. KFS BW 3, Umlaufvermögen sowie kurzfristiges Fremdkapital inklusive Rechnungsabgrenzungsposten) beträgt 19,7 Mio. EUR (VJ: 16,2 Mio. EUR). Die positive Entwicklung resultiert vor allem durch den Anstieg der sonstigen Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen.
Die Nettoverschuldung beträgt analog zum Vorjahr 0 EUR. Der Ausweis eines Nettoverschuldungsgrades erweist sich somit aktuell als nicht relevant.
2.3. Vorgänge von besonderer Bedeutung während und nach dem Schluss des Geschäftsjahres
Im Geschäftsjahr 2025 und auch nach dem Schluss des Geschäftsjahres gab es keinerlei Vorgänge von besonderer Bedeutung für die mySugr GmbH.
2.4. Forschung und Entwicklung
mySugr unternimmt Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten im Bereich der Herstellung von digitalen Medizinprodukten in enger Abstimmung mit anderen Unternehmen der Roche Gruppe. Dabei werden Lösungen insbesondere durch die Integration von Software mit verschiedener Hardware entwickelt. In diesem Zusammenhang arbeiten crossfunktionale Teams (bestehend aus Produktmanagern, Software-Entwicklern, Designern, Experten für Nutzerforschung und weiteren Experten) mittels agiler Software- Entwicklungsmethoden daran innovative Lösungen im Bereich der Herstellung von digitalen Medizinprodukten zu schaffen.
Die spezifischen Aktivitäten in diesem Bereich unterstehen auf Grund der sensiblen Daten und ebenfalls damit verbundenen Vorbereitung potenzieller Patenteinreichungen der Geheimhaltung.
3. Prognosebericht (voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens)
Die Erwartung ist, dass mySugr den Umfang seiner Entwicklungstätigkeiten im Bereich Software und damit auch seinen Personalbestand leicht ausbauen wird.
Insgesamt ist daher die Erwartung, dass die gesamte Kostenbasis und der resultierende Jahresüberschuss im Vergleich zum abgelaufenen Wirtschaftsjahr leicht steigen wird.
4. Risikoberichterstattung
4.1. Beschreibung der wesentlichen Risiken und Ungewissheiten
Die mySugr GmbH unterliegt insbesondere den Geschäftsrisiken, die mit der Entwicklung von Software, welche als Medizinprodukt klassifiziert ist, verbunden sind. Dabei sind vor allem rechtliche Risiken, Produkthaftung und mögliche Reputationsschäden, welche bei fehlerhafter Funktion der Software und damit verbundenen Einfluss auf die Patientensicherheit und Gesundheit resultieren können, maßgeblich.
Als Hersteller von Software, welche als Medizinprodukt klassifiziert ist, unterliegt mySugr spezifischen Anforderungen und Regelungen hinsichtlich des Risikomanagements innerhalb des Unternehmens. Insbesondere der Softwareentwicklungsprozess folgt definierten Standards, welche der Identifikation und Minimierung von Risiken dienen. Das medizinische Risikomanagement wird gemäß EN SIO 14971: 2019 + A11: 2021 implementiert. Dies umfasst die Analyse, Bewertung und Minderung von Risiken, sowohl in Bezug auf die Technik als auch in Bezug auf die Benutzerfreundlichkeit und Benutzersicherheit sowie die Neubewertung der verbleibenden Risiken nach Umsetzung der Maßnahmen zur Minimierung der Risiken. Nach der Produkteinführung deckt das Risikomanagement Änderungen des Produkts und der Benutzerumgebung sowie Änderungen und neue Situationen ab, die untersucht werden müssen.
Durch die Handhabung von sensiblen personenbezogenen Daten (inkl. Daten zur Gesundheit) ist bei mySugr auch die Informationssicherheit, das entsprechende Risikomanagement und der Schutz der personenbezogenen Daten zentral. Zu diesem Zweck wurde bei mySugr ein Informationssicherheits- Risikomanagement gemäß den in ISO/IEC 27001: 2022 beschriebenen Grundsätzen und Prozessen implementiert.
4.2. Berichterstattung zur Verwendung Finanzinstrumenten von derivativen
Die mySugr GmbH verwendet keine derivativen Finanzinstrumente.
4.3. Zweigniederlassungen
Es bestehen per 31.12.2025 keine Zweigniederlassungen.
Wien, am 22 Sep-2026
Elisabeth Eilberberg - Trenek