Inhaltsverzeichnis
der Kästle GmbH, Hohenems
I. Bericht über den Geschäftsverlauf und die wirtschaftliche Lage
a. Erläuterungen über die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen
Die Kästle GmbH war im Geschäftsjahr 2025 weiterhin mit schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen konfrontiert. Insbesondere die global spürbare Kaufzurückhaltung der Endkunden und die zurückhaltende Disposition des Sportfachhandels belasteten die Nachfrage.
Nach Angaben des Verbandes der Sportartikelerzeuger und Sportartikelhändler Österreichs (VSSÖ) setzte der österreichische Sportfachhandel im Jahr 2024 rund EUR 2,44 Mrd. um. Dies entsprach einem nominalen Rückgang von 4,9 % gegenüber dem Vorjahr. Steigende Lohn- und Energiekosten sowie die anhaltende Verunsicherung der Konsumenten verstärkten den wirtschaftlichen Druck auf den Handel. Im Jahr 2025 ergab sich inflationsbereinigt ein weiterer Rückgang von ca. 4,5%.
Der Winter 2024/25 verlief in Österreich mild und sehr trocken. Im Vergleich zur Klimaperiode 1991-2020 lagen die Durchschnittstemperaturen in höheren Lagen um 1,7 °C und in tieferen Lagen um 1,1 °C über dem langjährigen Mittel. Damit war es im Tiefland der fünfzehntwärmste und auf den Bergen der neuntwärmste Winter der jeweiligen Messgeschichte. Unterhalb von 500 m Seehöhe lag die Neuschneemenge rund 90 % und oberhalb von 1.500 m rund 40 % unter dem langjährigen Mittel (Quelle: GeoSphere Austria, Winter 2024/25: mild und sehr trocken).
Angesichts dieser Rahmenbedingungen und der weiterhin verhaltenen Nachfrage konnten die für das Geschäftsjahr 2025 prognostizierten Umsatzziele nicht erreicht werden. Die Absatzentwicklung blieb insbesondere in wesentlichen Produktgruppen hinter den Erwartungen und den Vorjahreswerten zurück.
Das Engagement im alpinen Skirennsport stärkte im Geschäftsjahr 2025 die internationale Markenpräsenz. Ester Ledecká gewann bei den Alpinen Skiweltmeisterschaften 2025 in Saalbach die Bronzemedaille in der Abfahrt. Am 19. Dezember 2025 erzielte Jan Zabystřan auf Kästle-Ski
im Super-G von Gröden (Val Gardena) seinen ersten Weltcupsieg und zugleich den ersten Weltcupsieg eines tschechischen Herrenläufers im alpinen Skisport. Dieser Erfolg führte insbesondere in Italien zu erhöhter medialer Aufmerksamkeit und gab den dortigen Vertriebsaktivitäten zusätzlichen Auftrieb.
b. Finanzielle Leistungsindikatoren
Im Geschäftsjahr 2025 ergeben sich die nachfolgenden finanziellen Leistungsindikatoren:
| Kennzahlen zur Ertragslage | ||
|---|---|---|
| 2025 | 2024 | |
| Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) T€ | -7.598 | -9.923 |
| Kapitalrentabilität | ||
| Eigenkapitalrentabilität (ROE) | n.a.* | -106,7% |
| Gesamtkapitalrentabilität (ROI) | -24,6% | -42,9% |
| Kennzahlen zur Vermögens- und Finanzlage | ||
| 2025 | 2024 | |
| Nettoverschuldung (Net Debt) T€ | 27.622 | 23.377 |
| Nettoumlaufvermögen (Working Capital) T€ | 26.721 | 21.966 |
| Eigenkapitalquote (Equity Ratio) | -0,2% | -2,2% |
| Nettoverschuldungsgrad (Gearing) | n.a.* | -3517,0% |
| Kennzahlen zum Finanzmittelbestand | ||
| 2025 | 2024 | |
| Netto-Geldfluss aus der betrieblichen Tätigkeit T€ | -11.584 | -12.245 |
| Netto-Geldfluss aus der Investitionstätigkeit T€ | -428 | -941 |
| Netto-Geldfluss aus der Finanzierungstätigkeit T€ | 10.673 | 14.949 |
* Aufgrund des negativen Eigenkapitals sind ROE und Gearing wirtschaftlich nicht
aussagekräftig.
II. Bericht über die voraussichtliche Entwicklung und die Risiken des Unternehmens
a. Allgemeines Risikomanagement
Die Risiken der Kästle GmbH werden im Rahmen regelmäßiger Management-Meetings gemeinsam mit den Tochtergesellschaften Kastle USA Inc., Kästle Schweiz AG und Kästle Norge AS sowie der Schwestergesellschaft Kästle CZ, a.s. analysiert und bewertet. Die Entwicklung der Liquidität, der Forderungen und der Vorratsbestände wird laufend überwacht.
b. Absatzlage und Ausblick 2026
Die Absatz- und Umsatzentwicklung des Geschäftsjahres 2025 blieb unter den Vorjahreswerten. Für das Geschäftsjahr 2026 erwartet die Geschäftsführung weiterhin ein herausforderndes Marktumfeld. Der Schwerpunkt liegt auf der Stabilisierung des Kerngeschäfts, der Verbesserung der Roherträge sowie dem konsequenten Abbau der hohen Lagerbestände.
Unter der Leitung von Hilmar Bolle wurde ein erfahrenes Verkaufsteam aufgebaut. Die Vertriebssteuerung wurde geschärft, um Fehler aus den Jahren 2024 und 2025 bei Planung, Marktbearbeitung und Bestandssteuerung künftig zu vermeiden. Im Mittelpunkt stehen die Gewinnung neuer Kunden, die Reaktivierung bestehender Kundenbeziehungen und die konsequente Nutzung von Vororder- und Reorder-Potenzialen.
Für ältere Produkte wurde gemeinsam durch Produktmanagement und Vertrieb ein gesondertes, marktgerechtes Preiskonzept erarbeitet und intern abgestimmt. Damit sollen Altbestände strukturiert und aktiv vermarktet, die Kapitalbindung reduziert und zugleich unkoordinierte Einzelrabatte vermieden werden. Ergänzend werden Sortimentsbreite, Absatzplanung und Wiederbeschaffung enger an der realisierbaren Nachfrage ausgerichtet.
Die neue Verleihlinie, die laufende Optimierung der Logistikprozesse und eine engere Zusammenarbeit zwischen Vertrieb, Produktmanagement und Customer Service sollen die Lieferfähigkeit und Servicequalität verbessern. Die Umsetzung dieser Maßnahmen wird von einem engagierten Team getragen. Die erwarteten zusätzlichen Markenimpulse durch die Olympischen Winterspiele 2026 blieben jedoch hinter den Erwartungen zurück, da Ester Ledecká ohne Medaillenerfolg blieb.
Im Jahr 2024 wurde das Produktportfolio um Kästle E-Mountainbikes erweitert. Die E- Mountainbikes wurden von der Schwestergesellschaft Bike Fun International s.r.o. (CZ) produziert.
Das zusätzliche Produktsegment sollte zur Diversifizierung der Umsätze beitragen. Die Bikes wurden mittlerweile wieder aus dem Sortiment genommen.
c. Beschaffung
Der mit Abstand bedeutendste Lieferant der Kästle GmbH im Geschäftsjahr 2025 war die Skiproduktionsgesellschaft Kästle CZ, a.s. mit Sitz in Tschechien, auf die rund 60 % des gesamten Einkaufsvolumens entfielen. Aufgrund der weiteren Normalisierung auf den internationalen Beschaffungsmärkten kam es zu keinen wesentlichen produktionsbedingten Verzögerungen.
Diese stabilen Rahmenbedingungen galten ebenso für weitere zentrale Partnerunternehmen, die im Auftrag der Kästle GmbH Bindungen (Alpin, Touring, Nordic) sowie Skischuhe fertigen.
Im Jahr 2025 hat sich die Lage auf den Beschaffungsmärkten weiter normalisiert. Zusätzlich wurde in unmittelbarer Nähe zur Produktionsstätte in Nové Město na Moravě (CZ) ein neues Lager der Kästle GmbH eingerichtet, über das bereits in der ersten Saison rund 70 % der Logistikprozesse abgewickelt wurden. Ziel dieser Maßnahme ist es, Transportwege zu verkürzen, Kosten zu optimieren und ein höheres Maß an Servicequalität sicherzustellen.
d. Finanzielle Risiken
Die wesentlichen finanziellen Risiken der Kästle GmbH sind:
• Bestands- und Bewertungsrisiken bei Fertigprodukten • Ausfall- und Werthaltigkeitsrisiken bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen • Fremdwährungsrisiken, insbesondere aus Forderungen gegenüber Kästle Schweiz AG (CHF) und Kastle USA Inc. (USD) • Liquiditäts- und Finanzierungsrisiken aufgrund der angespannten Ertrags- und Finanzlage
Den genannten Risiken wird im Rahmen der Abschlusserstellung gemäß den Anforderungen des UGB Rechnung getragen.
Darüber hinaus überwacht die Geschäftsführung die Liquiditätsentwicklung laufend und steuert Zahlungsströme, Forderungseinzug und Vorratsbestände eng.
Die Verbesserung der Ertragslage und die Reduktion der Kapitalbindung im Working Capital sind zentrale Ziele für 2026.
IIl. Sonstige Angaben
a. Bericht über Forschung und Entwicklung
Im Bereich Forschung und Entwicklung befasst sich die Kästle GmbH unter der Leitung von zwei leitenden Mitarbeitern intensiv mit der Weiterentwicklung von Verbundstoffen und deren Einsatz in der Sportartikelerzeugung. Dabei wirkt die Gesellschaft regelmäßig an Konsortialprojekten mit mehreren Partnern mit.
b. Zweigniederlassungen
Die Kästle GmbH verfügte im Geschäftsjahr 2025 über keine Zweigniederlassungen
c. Angaben zum Einsatz von Finanzinstrumenten
Die Kästle GmbH setzte im Geschäftsjahr 2025 keine derivativen Finanzinstrumente ein.
Hohenems, am 30.09.2026
Die Geschäftsführer
| David No | Markus Weeser | ||
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