Inhaltsverzeichnis
Geschäft und Rahmenbedingungen:
Organisatorische und rechtliche Struktur des Unternehmens:
Die SalzburgMilch steht seit dem Jahr 2020 wieder zu 100% im Besitz der Milchbauern. Des Weiteren wurde im Dezember 2020 eine Unternehmensgruppe gebildet, welche aus dem Gruppenträger der Salzburger Alpenmilch Genossenschaft eGen und der SalzburgMilch (Gruppenmitglied) besteht.
Wesentliche Standorte:
Der Hauptstandort der SalzburgMilch ist in der Stadt Salzburg, im Stadtteil Itzling.
Die neue Käserei in Lamprechtshausen, welche 2013/2014 errichtet wurde, wurde aufgrund des Ausbaus im Jahr 2020 erweitert. Diese Maßnahme hat die Möglichkeit geschaffen, dass die Reifekapazitäten entsprechend erhöht werden konnten; daher kann seit 2021 17000to Käse produziert und vermehrt auch mehr länger gereifte Käsesorten vermarktet werden.
Wichtige Produkte und Geschäftsprozesse:
Die SalzburgMilch ist Vollsortimenter und bietet Produkte aus allen Segmenten an. Das heißt, man produziert Produkte der „Weißen Linie“ (Milch, Naturjogurt, Sauerrahm, Buttermilch, etc…), der „Bunten Linie“ (Fruchtjogurts, Trinkjogurts, Molke-Getränke, Kakao, etc.) als auch der „Gelben Linie“ (z.B. Käse). Insgesamt produziert und vertreibt die SalzburgMilch derzeit ca. 650 verschiedene Produkte.
Wesentliche Absatzmärkte:
Das Absatzgebiet der SalzburgMilch ist breit aufgestellt; der Exportanteil betrug 2024 ca. 42 %. Hauptmärkte sind Deutschland, gefolgt von Italien, restlichen EU-Ländern und Drittländern. Dies zeigt, dass unsere hohe Qualität auch im Ausland gefragt ist; wichtigstes Außenhandelsprodukt ist Käse sowie flüssige Milchprodukte.
Wesentliche Einflussfaktoren für das Geschäft & den Wirtschaftsbericht:
Die schwache österreichische Wirtschaftsleistung als auch weltweite Flaute in der Produktion und im Handel trifft zusammen mit den Nachwirkungen des Energiepreisschocks auch die österreichische Industrie. Die führte dazu, dass die Wertschöpfung zurückging.
Die hohe Inflation, die gestiegenen Finanzierungskosten, hohe Energiepreise bzw. die realen Einkommensverluste haben die Kaufkraft der privaten Haushalte belastet und eine Stagnation der Konsumausgaben nach sich gezogen.
Die Marktentwicklung des Jahres 2024 war aufgrund vorgenannter wirtschaftlicher Einflussfaktoren herausfordernd.
Der Absatzmarkt war in Anbetracht der anhaltenden Krise sowie Teuerungsrate mehr als zufriedenstellend. Die einzelnen Warengruppen konnten auch 2024 mengen- sowie wertmäßig wieder gesteigert werden.
Das Wachstum bei Bio-Milchen war auch 2024 wieder gegeben. SalzburgMilch hat international eine Alleinstellung in Bereich der Spezialmilchsorten inne.
Der Magermilchpreis lag im 1. Halbjahr 2024 analog zum Jahr 2023 auf einem eher niedrigen Niveau und erreichte saisonal bedingt Ende April den Tiefststand. Ab dem 2. Halbjahr stiegen die MM-Preise wieder kontinuierlich an und erreichten nahezu das Höchstniveau aus 2022, bevor sie zum Ende des 4. Quartals hin wieder sanken. Die preisliche Entwicklung des konventionellen Molke-Konzentrates verlief in den ersten drei Quartalen 2024 stabil, im 4. Quartal stieg der Preis und lag damit im Jahresmittel über dem Niveau 2023. Der Preis für das Bio-Molke-Konzentrat verlor im Jahr 2024 im Vergleich zum Vorjahr noch einmal deutlich an Wert. Die Rahmpreise stiegen im Jahr 2024 deutlich über das Niveau vom Vorjahr und erreichten im zweiten Halbjahr historische Höchststände.
Der Geschäftsverlauf im Jahr 2024 war von folgenden Punkten geprägt:
x Die Milchanlieferung verzeichnete gegenüber dem Vorjahr eine Steigerung von 3,86%. x Spezialmilchen weiterhin im Fokus bzw. steigend. x Milchpreis wurde von August 2023 bis Dezember 2024 4x erhöht aufgrund der Marktgegebenheiten. x Anlieferung – weiterhin Verlagerung zu Spezialmilchen. 2024 wurden wiederum 57 Milchlieferanten aufgenommen. x Versandmilchpreise im gesamten Jahr 2024 volatil. x x Die SalzburgMilch war 2024 mit hohem Lohnwachstum sowie weiterhin hohen Kosten in den Bereichen Energie, Verpackung, Roh-Hilfs- u. Betriebsstoffe konfrontiert. Diese Kostensteigerungen konnten nur teilweise durch Preiserhöhungen im Handel abgefedert werden.
Finanzielle Leistungsindikatoren:
In Zahlen stellt sich der wirtschaftliche Erfolg des Jahres 2024 wie folgt dar:
Insgesamt wurden Umsatzerlöse von 350,1 Mio. € (VJ 341,1 Mio. €) erzielt. Damit konnte der Umsatz um 2,62% gesteigert werden, obwohl die österreichische Wirtschaftsleistung als auch im Euroraum sowie international schwach war.
Das Jahr 2024 wird mit einem Ergebnis vor Steuern von Mio. -2,718 € (VJ +1,723 Mio. €) abgeschlossen.
Finanzlage:
Netto-Geldfluss aus laufender Geschäftstätigkeit: 10,826 Mio. € (VJ 10,397 Mio. €)
Netto-Geldfluss aus der Investitionstätigkeit: -9,273 Mio. € (VJ -8,374 Mio. €)
Netto-Geldfluss aus der Finanzierungstätigkeit: -46T € (VJ 744T €)
Die Eigenkapitalquote beträgt 39,27% (VJ 41,33%)
Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren der SalzburgMilch:
Milchpreis(e) & Milchmarkt:
SalzburgMilch hat im Zeitraum Jänner – Dezember einen Jahresdurchschnittspreis von Netto 52,74 Cent pro Kilo (Brutto 59,59) über alle Milchsorten ausbezahlt und befindet sich somit im Spitzenfeld der österreichischen Milchauszahlungspreise.
Die Rohmilchanlieferung war 3,86% (12.296 TO) über Vorjahr. In allen Milchsorten konnte eine sehr gute Verwertung der einzelnen Sorten erzielt und die Endprodukte daraus auch am Markt platziert werden.
Roh-, Hilfs- u. Betriebsstoffe sind aufgrund der wirtschaftlichen Situation nach wie vor hoch und dieser Kostendruck belastet nicht nur das Unternehmen, sondern ebenfalls viele heimische Bauern. Aufgrund der beschriebenen Marktsituation bzw. des wirtschaftlichen Umfeldes musste die SalzburgMilch 4x den Milchpreis erhöhen.
Personal:
Der Personalaufwand des Jahres 2024 liegt mit 12,2% über dem Vorjahr. Dieser Anstieg ist unter anderem auf den kollektivvertraglichen Abschluss in Höhe von 3,88% sowie auf die Erhöhung der Mitarbeiterzahl und auf die Produktionskapazitäten zurückzuführen.
Schwerpunkte in der Personalentwicklung waren
Lehrlingsförderungsprogramme, Führungskräfteseminare sowie Schulungen der Mitarbeiter in allen Bereichen des Unternehmens.
Umweltschutzbelange:
Seit 2017 sorgt die SalzburgMilch Tiergesundheitsinitiative für eine nachhaltige Verbesserung in der Haltung von Milchkühen, und zwar weit über gesetzliche Standards hinaus. Damit nimmt die SalzburgMilch eine Pionierrolle in Österreichs Molkereilandschaft ein. Wie bahnbrechend diese Maßnahmen zur Steigerung des Tierwohl sind, belegt die zweifache Auszeichnung für die wissenschaftliche Basis dieser Initiative. 2024 wurden alle Milchbetriebe, die gentechnikfreie Milch liefern, mit den neuen Standards lt. AMA Gütesiegel Tierhaltung Plus zertifiziert und darüber hinaus österreichweit erstmals auch Produkte mit Milch gelauncht, die nach den neuen Standards lt. AMA Gütesiegel Tierhaltung Plus Außenklima erzeugt wurde. Auch hier nimmt SalzburgMilch eine Pionierrolle ein.
Für die SalzburgMilch hat der verantwortungsvolle Umgang mit Ressourcen seit vielen Jahren einen besonderen Stellenwert. Bisher wurden bereits unterschiedliche Maßnahmen und Aktivitäten zur Erhöhung der Energieeffizienz sowie zur Umstellung auf erneuerbare Energieträger, wie z. B. Abwärmenutzungsprojekte, effiziente Wärmepumpen, Beleuchtungsoptimierungen oder auch der Einsatz von Elektroautos im Fahrzeugpool umgesetzt.
Wir bekennen uns zur Begrenzung der globalen Erwärmung auf 1,5°C und haben uns daher aus gesellschaftlicher Verantwortung und aus eigener Motivation heraus ein wissenschaftlich fundiertes Klimaziel gesetzt. Dafür bekennen wir uns, unsere absoluten betrieblichen Emissionen (Scope 1+2) bis 2030 um 42 % und bis 2035 um 100 % im Vergleich zum Basisjahr 2020 zu reduzieren. Durch kontinuierliche Erhöhung der Energieeffizienz und den Umstieg auf erneuerbare Energieträger soll die Abhängigkeit von Erdgas sukzessive abgebaut werden.
Durch zahlreiche Maßnahmen konnte in den letzten Jahren Kunststoff eingespart werden. In Hinblick auf die ab 2030 geltenden Bestimmungen lt. PPWR-Verordnung werden bereits schrittweise zahlreiche Verpackungen mit einer hohen Recyclingfähigkeit eingesetzt, so z.B. Käse-Folien aus Monomaterial. Mit der Installation von insgesamt vier GEA Centrifuge Water Saving Units in den Produktionshallen der SalzburgMilch wird das Unternehmen seinen Wasserverbrauch künftig um fünf Millionen Liter pro Jahr reduzieren können. Eine der vier Units wurde bereits im März 2024 erfolgreich in Betrieb genommen. Die bereits vor Jahren gestartete Initiative zur Reduktion von Zucker (ohne Zusatz künstlicher Süßstoffe) bei gleichbleibend gutem Geschmack wurde weiter vorangetrieben und bei vielen Produkten werden bereits heute die erst ab 2027 empfohlenen, erneut reduzierten Zuckergehalte erzielt.
Qualität:
Die SalzburgMilch hat sich seit Jahren im nationalen sowie internationalen Umfeld mit den verschiedensten Milchprodukten und Käsesorten erfolgreich positioniert und wurde dafür regelmäßig mit Qualitätsauszeichnungen bedacht.
Auch 2024 bleibt die SalzburgMilch im direkten Wettbewerbsvergleich auf Erfolgskurs und erhält bei der Verleihung des World Cheese Award 4 Medaillen und 3 Nominierungen zum Österreichischen Käsekaiser.
2024 konnte die SalzburgMilch wiederum einen großen Erfolg bei den internationalen DLG- Qualitätsprüfungen verzeichnen und wurde mit 21 Gold- und 5 Silbermedaillen ausgezeichnet, was das hohe Qualitätsniveau der Salzburger Premium Milchmacher erneut bestätigt.
Neben der Erfolgen in Qualitäts-Wettbewerben wurde auch die Innovationskraft der SalzburgMilch prämiert: die neu eingeführten Produkten SalzburgMilch Premium Pudding-Genuss wurden im Rahmen des Innovationsstudie „HIT 2024“ des Handelsmagazins Regal ausgezeichnet.
Handelslandschaft:
Diese hat sich gegenüber dem Jahr 2023 nicht wesentlich verändert. Auch 2024 war es markant spürbar, dass der Handel weiterhin vermehrt auf seine eigenen Handelsmarken setzt (Clever, S-Budget, BILLA, Ja!Natürlich, Spar Natur Pur, Spar Vital, etc….). Trotzdem konnte der Absatz der Marke am Markt verstärkt werden. Die Handelslandschaft übt weiterhin starken Druck (Konditionen) auf die Lieferanten aus.
Milchanlieferung:
Die Anlieferungsmenge der Milchbauern betrug 331,11 Mio. kg (VJ 318,8 Mio. kg) im Jahr 2024; der
Bezug der Milch kam von rund 2.500 Lieferanten.
Auch 2024 konnten neue Lieferanten gewonnen werden, Abgänge wurden kaum verzeichnet.
Seit 2021 wurden ca. 1200 Bio-Bauern auf den Natur Land Standard umgestellt und dadurch die Spezialmilchkompetenz weiter erweitert.
Die gesamte angelieferte Milch ist Spezialmilch (GTF, Heumilch, Biomilch, Bioheumilch, Gold- und Silberstand, NALA Biomilch & NALA Bioheumilch), aufgrund der Produktions-u. Qualitätskriterien, die gemeinsam mit unseren Bauern festgelegt wurden.
Der durchschnittliche Milchauszahlungspreis für konventionellen Rohstoff lag bei Cent 53,79 brutto (VJ 55,54).
Voraussichtliche Entwicklung & Ziele des Unternehmens:
Die geschäftspolitischen Schwerpunkte im Jahr 2025 liegen im Halten bzw. weiteren Ausbau der Marktposition als Premiummilchmacher und der hohen Qualitätsstandards sowie in einer weiteren generellen Kostenoptimierung. Aufgrund der aktuellen Gegebenheiten des Marktes sowie der wirtschaftlichen Situation bleibt abzuwarten wie sich das Jahr 2025 gestalten wird.
Die Planung geht von einem Umsatz von 383 Mio. € aus und die strategische Ausrichtung für die nächsten 5 Jahre ist beschlossen wo klar ersichtlich ist, dass die SalzburgMilch die Eigenständigkeit bewahrt und eine führende Rolle in der österreichischen Milchwirtschaft inne hat.
Im Jahr 2025 liegt mittelfristig das Ziel, eine weitere Verbesserung der Rohertragsspanne zu erreichen. Damit soll die Ertragslage weiterhin gestärkt und das Eigenkapital sukzessive erhöht werden.
Für 2025 sind Investitionen in Höhe von rund 16,32 Mio. € geplant.
Forschung und Entwicklung:
Die Forschung und Entwicklung bezieht sich auf die Entwicklung neuer Produkte aber auch auf Kooperationsmöglichkeiten mit anderen Marktproduzenten sowie auf neue Produktionsverfahren und Optimierungsmöglichkeiten.
Wesentliche Risiken und Ungewissheiten:
Der verantwortungsvolle Umgang mit Risiken aller Art gehört zu den wichtigsten Aufgaben der Geschäftsführung und der leitenden Angestellten. Zu diesem Zweck sind bereits seit vielen Jahren zahlreiche Kontrollen, Vorbeuge- und Überwachungsmaßnahmen in Verwendung.
In Bezug auf die operativen Geschäftsrisiken haben wir durch entsprechende Richtlinien und vorbeugender Kontrollmechanismen eine Reduzierung der Eintrittswahrscheinlichkeit/Auswirkung erreicht. Mit unseren Großlieferanten und wesentlichen Kunden bestehen großteils dauerhafte und langjährige Geschäftsbeziehungen, langfristige Verträge werden durchwegs mit fixierten und kalkulierbaren Preisklauseln versehen.
Für eventuelle Schadensfälle und Haftungsrisiken sind Versicherungen abgeschlossen, die sicherstellen, dass das Eintreten von Schadensfällen keine wesentlichen Auswirkungen auf die Liquidität-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens hat.
Finanzrisikobericht:
Im Rahmen des Risikomanagementsystems wird regelmäßig und systematisch überprüft, ob geeignete Maßnahmen zur Steuerung und Überwachung vorhanden sind. Zum derzeitigen Zeitpunkt wurden keine Lücken identifiziert. Aus Sicht der Geschäftsleitung sind derzeit keine Risiken vorhanden, die wesentliche Auswirkungen auf unsere Vermögens-, Ertrags- oder Finanzlage haben.
Bonitätsrisiko
Risiken im Finanzbereich durch offene Forderungen werden durch das Debitorenmanagement adressiert. Die Kundenforderungen sind zum überwiegenden Teil über die Kreditversicherung und Hereinnahme von Sicherheiten (Garantien) gedeckt. Darüber hinaus besteht bereits seit Jahren ein mit der FactorBank der UniCredit abgeschlossener Vertrag zum Forderungsverkauf, bei dem ein Selbstbehalt mit einem Haftungsausmaß von 525 T€ vereinbart wurde.
Die Bonität der SalzburgMilch wurde auch 2024 wiederum mit sehr gut bewertet.
Zinsrisiko
Derivate Finanzinstrumente sind zum Bilanzstichtag nicht mehr vorhanden.
Liquiditätsrisiko
Hinsichtlich des Liquiditätsrisikos verweisen wir auf die solide Entwicklung des operativen Cash-Flows der letzten Jahre.
Währungsrisiko
Das Währungsrisiko wird aufgrund der nicht vorhandenen Fremdwährungspositionen als nicht existent eingestuft.
Preisrisiko
Das Preisänderungsrisiko ist im Hinblick auf den hohen Rohstoffkostenanteil betreffend der Eigenmilchanlieferung als niedrig einzustufen. Derivative Finanzinstrumente werden im Bereich des Ein- und Verkaufs nicht eingesetzt.
Die über Jahre hinweg positive Geschäftsentwicklung ist allem voran unseren motivierten und engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu verdanken. Ihnen gebührt ein großer Dank und die Anerkennung des Aufsichtsrates und der Geschäftsführung.
Wir danken auch all unseren Geschäftspartnern für die gute und wertvolle Zusammenarbeit – spezieller Dank gebührt aber vor allem unseren fleißigen Bäuerinnen und Bauern die täglich den besten Rohstoff als Basis unseres Erfolges liefern und uns seit vielen Jahren die Treue halten und damit ihr Vertrauen in den nachhaltigen Erfolg unseres Unternehmens bekunden.
Ing. Sebastian Mösl, MBA, MIB Seschäftsführung SalzburgMilch GmbH
Salzburg, am 18. März 2025