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Lagebericht 2025

Bertsch Foodtec GmbH

Original-PDF

Stichtag 31. Dez. 2025 · Eingereicht am 01. Okt. 2026

Inhaltsverzeichnis

Das Geschäftsjahr 2025 war von stabilen Absatzmärkten, einer guten Auftragslage und weiterhin anspruchsvollen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen geprägt. Projektverschiebungen führten zu einer im Vergleich zum Vorjahr leicht niedrigeren Betriebsleistung und einem Ergebnis leicht unter Plan; insgesamt konnte dennoch ein gutes und zufriedenstellendes Ergebnis erzielt werden. Für 2026 wird aufgrund der soliden Auftragslage und der möglichen Realisierung verschobener Projekte eine positive Entwicklung erwartet.

Besitzverhältnisse

Das Unternehmen befindet sich zu 100 % im Besitz der Bertsch Holding GmbH.

Geschäftsführung

Das Unternehmen wird von zwei Geschäftsführern geleitet:

• Ing. Christoph Hueber seit 01.03.2016 • Hr. Hubert Bertsch jun., MA Bsc seit 04.08.2020

Geschäftsbereiche und Märkte

Bertsch Foodtec GmbH ist spezialisiert auf die Planung und den Bau von Molkerei- und Käsereianlagen. Die Zentrale des Unternehmens befindet sich in Bludenz. Der Produktionsstandort ist in Braz bei Bludenz. Es bestehen keine Zweigniederlassungen.

Die wichtigsten Märkte der Bertsch Foodtec in Europa sind weiterhin Österreich, Deutschland, Schweiz und Italien. Die Marktpräsenz in Lateinamerika konnte stabil weitergeführt werden.

Neben der 2023 getätigten Akquisition in Italien wurde 2024 das neue Unternehmen Asta Foodtec GmbH in Deutschland gegründet. Ziel ist es, kleine Käsereien sowie Hofkäsereien bedienen zu können, Non-Dairy-Kunden anzusprechen und den deutschen Markt intensiver zu bearbeiten. Beide Tochterunternehmen entwickeln sich positiv; im Jahr 2025 gab es keine wesentlichen strukturellen Veränderungen.

Neben den Kernmärkten in Europa sind die GUS weiterhin ein wichtiger Absatzmarkt. Insbesondere Usbekistan entwickelte sich weiter positiv und bleibt neben Kasachstan ein relevanter Markt für die Realisierung größerer Projekte.

Die wesentlichen Entscheidungsfaktoren bei der Auswahl neuer Märkte sind einerseits die mit dem wichtigsten Anlagenkomponenten-Lieferanten vereinbarten landesbezogenen, exklusiven Vertriebsrechte und andererseits das Potential des Vertriebs von den Produkten der beiden Tochterunternehmen.

Rahmenbedingungen

Im Jahr 2025 waren exportorientierte Unternehmen weiterhin mit herausfordernden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen konfrontiert. Obwohl sich die Inflation gegenüber den Vorjahren weitgehend stabilisiert hat, wirken die Kostensteigerungen der vergangenen Jahre nach wie vor auf die Unternehmen. Insbesondere im internationalen Anlagen- und Maschinenbau bleibt der Wettbewerbsdruck hoch, da österreichische Unternehmen im Vergleich zu wichtigen europäischen Märkten weiterhin mit überdurchschnittlichen Lohn- und Lohnnebenkosten konfrontiert sind.

Der Fachkräftemangel stellt nach wie vor eine wesentliche Herausforderung dar. Gleichzeitig erfordern die steigenden Anforderungen an Produktivität, Digitalisierung und internationale Wettbewerbsfähigkeit laufende Investitionen in Prozesse, Systeme und Mitarbeiterentwicklung.

Die wirtschaftliche Entwicklung in Europa verlief auch im Jahr 2025 insgesamt verhalten. Investitionsentscheidungen wurden teilweise verschoben oder zeitlich gestreckt, was sich auch auf einzelne Projekte der Bertsch Foodtec GmbH ausgewirkt hat. Die Auftragslage blieb jedoch insgesamt auf einem guten Niveau.

Die Zinssituation hat sich im Vergleich zu den Vorjahren weiter entspannt. Da auch im Jahr 2025 keine Bankverbindlichkeiten bestanden, konnte die vorhandene Liquidität weiterhin Ertrag bringend veranlagt werden.

Zusätzlich beeinflussten geopolitische Unsicherheiten und regionale Konflikte das internationale Marktumfeld. Die Auswirkungen auf laufende Projekte und zukünftige Investitionsentscheidungen werden laufend beobachtet und bei unternehmerischen Entscheidungen berücksichtigt.

Vorschau – Prognose für das Jahr 2026

Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen bleiben auch für das Jahr 2026 anspruchsvoll. Neben der allgemeinen Konjunkturentwicklung wirken sich insbesondere geopolitische Unsicherheiten, Kostensteigerungen und eine zurückhaltende Investitionsbereitschaft in einzelnen Märkten auf das Geschäftsumfeld aus.

Trotz dieser Herausforderungen ist die Auftragslage gut.

Im Kernmarkt Europa erwarten wir für Deutschland, Österreich, die Schweiz und Italien weiterhin ein stabiles bis leicht verbessertes Investitionsverhalten. Nicht realisierte bzw. verschobene Projekte aus dem Jahr 2025 können sich positiv auf die Betriebsleistung des Folgejahres auswirken.

In den GUS ist die Auftragslage nach wie vor stabil. Neben Kasachstan entwickelt sich auch Usbekistan weiterhin positiv und bleibt aufgrund der Realisierung größerer Projekte ein wichtiger Umsatztreiber.

Für das Jahr 2026 wird eine vorsichtig positive Entwicklung erwartet. Neben der Sicherstellung einer profitablen Geschäftstätigkeit liegt das Hauptaugenmerk der Geschäftsführung weiterhin auf der stabilen Abwicklung bestehender Aufträge, der Realisierung verschobener Projekte sowie der konsequenten Bearbeitung der bestehenden Kernmärkte. Aufgrund der wirtschaftlichen und geopolitischen Herausforderungen bleibt die Planung weiterhin von Vorsicht geprägt.

Die beiden Tochterunternehmen entwickeln sich positiv. Wesentliche Investitionen oder strukturelle Änderungen wurden im Jahr 2025 nicht vorgenommen. Im Jahr 2026 wird ein kontinuierliches Wachstum erwartet.

Forschung und Entwicklung

Verfahrenstechnik, Engineering, Produktentwicklung, spezifische Eigenfertigung und enge Partnerschaften mit internationalen Herstellern sind die Basis für unseren Erfolg. Mit dem seit Jahrzehnten aufgebauten eigenen Knowhows in beinahe allen Bereichen der Milchverarbeitung können wir die am Markt anerkannte BERTSCH-Qualität liefern. Bei Bedarf werden externe Fachleute hinzugezogen, Komponenten bei bewährten externen Lohnfertigern beauftragt bzw. Teilanlagen bei langjährigen Lieferanten zugekauft.

Unsere Anlagen werden stets auf die konkreten kundenspezifischen Anforderungen ausgelegt. Wir sind bemüht, unser Liefer- und Leistungsportfolio laufend weiterzuentwickeln und zu optimieren. Es gilt, den neuesten nationalen und internationalen hygienischen Anforderungen, aber auch den gesteigerten Anforderungen unserer Auftraggeber an einen hohen Automatisierungsgrad und schließlich an die maximale Wirtschaftlichkeit ihrer Produktion, gerecht zu werden. Diese steten, marktgetriebenen Verbesserungen und Innovationen sind die wichtigste Basis für die kontinuierliche und dynamische Entwicklung unseres Unternehmens. Die Anpassung unserer Lieferungen und Leistungen an die Anforderungen neuer Zielmärkte ist ebenfalls sicher zu stellen.

Die Standardisierung mit maximaler Flexibilität für den Kunden anhand von Konfigurationen ist ein wichtiger Punkt, der bereits in den Vorjahren initiiert wurde und 2025 weiter vorangetrieben wurde. Diese Standardisierung reduziert den Konstruktionsaufwand unserer Baugruppen maßgeblich und ermöglicht eine effizientere Fertigung.

Abwicklungs-Risikomanagement

Bei der ersten Projekt-Anfrage, d.h. vor Aufnahme von Angebotstätigkeiten, wird eine grundsätzliche Möglichkeits- und Risikoabschätzung im Hinblick auf die eigenen Kompetenzen und Ressourcen bzw. auf die landes-, kunden- und produktspezifische Risiken (inkl. „Ausfuhrkontrolle“ – insbesondere im Hinblick auf die sich laufend verschärfenden Sanktionen im Zusammenhang mit der Ukraine-Krise) vorgenommen. Dabei werden technische, kommerzielle, finanzielle und „Verbundrisken“ hinterfragt und bewertet. Im Falle der Bearbeitung des Projektes wird das Risikomanagement über die Kalkulationsphase, Angebotserstellung, Vergabe, Vertragserrichtung und Projektabwicklung bis zur Übergabe der Anlage, fortgeführt. Die laufende Pflege des Beziehungsmanagements zum Auftraggeber auf allen Ebenen spielt dabei eine wichtige Rolle.

Beschaffungsrisiko-Management

Die Beschaffungsmärkte haben sich im Jahr 2025 gegenüber den Vorjahren weiter stabilisiert. Die Verfügbarkeit von Rohstoffen, Komponenten und Dienstleistungen war überwiegend gewährleistet. Dennoch bleiben Preisentwicklungen bei einzelnen Zukaufkomponenten, steigende Lohnkosten bei Lieferanten sowie geopolitische Unsicherheiten wesentliche Einflussfaktoren auf die Beschaffung.

Die Preise auf den Beschaffungsmärkten sowie die Lieferzeiten der wichtigsten Teilanlagen, Komponenten und Materialien werden von der Abteilung Einkauf laufend beobachtet und im ERP-System gepflegt. Relevante Veränderungen werden zeitnah an die zuständigen Fachabteilungen weitergegeben und bei der Projektkalkulation entsprechend berücksichtigt. Durch die frühzeitige Einbindung des Einkaufs in die Projektabwicklung, die enge Abstimmung zwischen Engineering, Projektmanagement und Beschaffung sowie die laufende Pflege und Weiterentwicklung des Lieferantennetzwerks wird den Risiken auf den Beschaffungsmärkten aktiv entgegengewirkt. Wesentliche Komponenten werden projektbezogen frühzeitig disponiert, um Preis- und Terminrisiken zu minimieren.

Die Diversifizierung des Lieferantenportfolios sowie der kontinuierliche Ausbau langfristiger Partnerschaften mit strategisch wichtigen Lieferanten bleiben zentrale Bestandteile des Beschaffungsrisikomanagements. Darüber hinaus werden laufend neue potenzielle Lieferanten und Partner evaluiert, um die Versorgungssicherheit und Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig sicherzustellen.

Personalrisiko-Management

Das Unternehmen verfügt über langjährige erfahrene, motivierte Mitarbeiter (sowohl im Tätigkeitsfeld, im Markt als auch in der Kooperation miteinander). Die klar definierte Organisationsstruktur (Aufbau- und Ablauforganisation) gilt es ständig weiterzuentwickeln und auf die Herausforderungen des Personalmarktes anzupassen. Die Schaffung und Aufrechterhaltung eines bestmöglichen Arbeitsumfeldes, die Zuteilung selbständig zu bewältigender anspruchsvoller Aufgaben, die leistungsgerechte Entlohnung, die gezielte Förderung jedes Einzelnen unter Berücksichtigung des individuellen Potentials, der Ansprüche und Perspektiven im Unternehmen, sind - bei Bedarf auch durch qualitativen Austausch und Ersatz - wesentliche Maßnahmen im Bereich des Personal-Managements. Das oberste Ziel ist und bleibt, das Unternehmen für bestehende und künftige Leistungsträger und Mitarbeiter

mit hohem Entwicklungspotential attraktiv zu gestalten und diese somit langfristig an unser Unternehmen zu binden.

Umweltindikatoren

Nachhaltigkeit und ein verantwortungsvoller Umgang mit Ressourcen sind wesentliche Bestandteile der Unternehmensstrategie der Bertsch Foodtec GmbH. Die firmeneigene Photovoltaikanlage leistet weiterhin einen wichtigen Beitrag zur Eigenversorgung mit elektrischer Energie und unterstützt die Reduktion des externen Energiebezugs.

Im Bereich Mobilität setzt das Unternehmen weiterhin auf die schrittweise Umstellung des Fuhrparks auf emissionsärmere Antriebstechnologien. Bereits angeschaffte Elektro- und Hybridfahrzeuge tragen zur Reduktion der direkten CO₂-Emissionen des Unternehmens bei. Darüber hinaus werden laufend Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz sowie zur Optimierung von Prozessen und Ressourceneinsatz geprüft und umgesetzt. Neben ökologischen Aspekten stehen dabei auch wirtschaftliche Nachhaltigkeit und die langfristige Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens im Fokus.

Die Anforderungen von Kunden, Geschäftspartnern und gesetzlichen Rahmenbedingungen im Bereich Nachhaltigkeit und Umweltmanagement nehmen kontinuierlich zu. Bertsch Foodtec verfolgt diese Entwicklungen aktiv und bewertet laufend geeignete Maßnahmen zur weiteren Stärkung der Umweltleistung des Unternehmens.

Technologie und Digitalisierung

Das Upgrade bzw. die Einführung des ERP-Systems wurde mit Go-Live per 01.01.2025 erfolgreich umgesetzt. Damit wurde ein wesentlicher Schritt zur weiteren Digitalisierung und Standardisierung der internen Prozesse gesetzt.

Fremdwährungsrisiko-Management

Da die größeren Aufträge in EURO bzw. zu einem fixen Umrechnungsschlüssel abgewickelt werden, sind wir derzeit nur einem begrenzten Fremdwährungsrisiko ausgesetzt. Sofern signifikante Kunden- oder Lieferantenverträge in Fremdwährung abzuschließen sind, werden entsprechende risikomindernde Maßnahmen getroffen. Derivative Finanzinstrumente wurden im Jahr 2025 nicht eingesetzt.

Resümee

Trotz der weiterhin anspruchsvollen wirtschaftlichen und geopolitischen Rahmenbedingungen konnte im Jahr 2025 ein gutes und zufriedenstellendes Ergebnis erzielt werden. Die Betriebsleistung lag aufgrund einzelner Projektverschiebungen leicht unter dem Vorjahresniveau und das Ergebnis blieb leicht hinter Plan. Die gute Auftragslage, die stabilen Kernmärkte sowie die positive Entwicklung der Tochterunternehmen bilden jedoch eine solide Grundlage für das Folgejahr.

Die größte Herausforderung für das Jahr 2026 bleibt die Bewältigung der wirtschaftlichen Unsicherheiten, der geopolitischen Risiken sowie der daraus resultierenden Auswirkungen auf Investitionsentscheidungen und Projektzeitpläne. Die gute Auftragslage bildet eine solide Grundlage für das Folgejahr. Das Hauptaugenmerk der Geschäftsführung liegt weiterhin auf der Sicherstellung einer profitablen Tätigkeit sowie auf der konsequenten Umsetzung der bestehenden Markt- und Produktstrategie.

Die bereits in den Vorjahren gezielt eingeleiteten Neuprodukt-Entwicklungen, die Übernahme des italienischen Geschäftspartners, die Gründung des deutschen Tochterunternehmens sowie die Internationalisierungsoffensive bleiben wesentliche strategische Maßnahmen. Diese werden von der Geschäftsführung mit dem Ziel weiterverfolgt, die profitable Geschäftstätigkeit auch in einem herausfordernden Umfeld langfristig fortzuführen.

Stellungnahme im Zusammenhang mit geopolitischen Krisen

Projektentwicklungen in der Ukraine werden weiterhin beobachtet. Eine Realisierung ist abhängig von der weiteren wirtschaftlichen und geopolitischen Entwicklung.

Risiken im Zusammenhang mit geopolitischen Krisen werden kontinuierlich verfolgt, bewertet und bei Bedarf in den jeweiligen Projektentscheidungen berücksichtigt.

Bludenz, am 30.09.2026

ne

Christoph Hueber Hubert Bertsch jun.

Kennzahlen

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 9
20252024Veränderung
€€
Eigenkapital u. Investitionszuschüsse14 267 05612 109 29717,8%
Bilanzsumme31 023 25632 280 352-3,9%
Investitionen102 623438 426-76.6%
Wertberichtigungen Forderungen159 807179 853-11,1%
Rückstellungen3 720 3284 220 650-11,9%
Abschreibungen302 311305 06824,1%
Betriebserfolg2 894 6536 502 755-55,5%
Ergebnis vor Steuern (EvS)3 440 7417 151 198-51,9%
Bilanzgewinn / -Verlust13 432 61111 274 85119,1%
EK Rentabilität zum EvS24,1%59,1%-59,2%
Gesamtkapitalrentabilität zum EvS11,1%22,2%-49,9%
Eigenmittelquote46,0%37,5%22,6%
Netto-Umsatzrendite EvS / Umsatzerlöse13,0%20.8%-37,6%
Mitarbeiter zum Jahresende61550,0%

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