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Lagebericht 2024

Bertsch Foodtec GmbH

Original-PDF

Stichtag 31. Dez. 2024 · Eingereicht am 30. Jän. 2026

Historischer Bericht · Der neueste Jahresabschluss betrifft den 31. Dez. 2025.

Inhaltsverzeichnis

Besitzverhältnisse

Das Unternehmen befindet sich zu 100 % im Besitz der Bertsch Holding GmbH.

Geschäftsführung

Das Unternehmen wird von zwei Geschäftsführern geleitet:

• Ing. Christoph Hueber seit 01.03.2016 • Hr. Hubert Bertsch jun., MA Bsc seit 04.08.2020

Geschäftsbereiche und Märkte

Bertsch Foodtec GmbH ist spezialisiert auf die Planung und den Bau von Molkerei- und Käsereianlagen. Die Zentrale des Unternehmens befindet sich in Bludenz. Der Produktionsstandort ist in Braz bei Bludenz. Es bestehen keine Zweigniederlassungen.

Die wichtigsten Märkte der Bertsch Foodtec in Europa sind Österreich, Deutschland, Schweiz und Italien. 2024 ist die Markpräsenz in Lateinamerika durch einen Vertriebsmann verstärkt worden.

Neben der 2023 getätigten Akquisition in Italien wurde 2024 ein neues Unternehmen in Deutschland, die Asta Foodtec GmbH gegründet. Ziel ist es Kleine-, sowie Hofkäsereien anbieten zu können, non-Dairy Kunden anzusprechen und den deutschen Markt intensiver zu bearbeiten. Der Sitz von Asta Foodtec befindet sich in Beckum, Nordrhein-Westfalen.

Neben den Kernmärkten in Europa sind die GUS ein weiterer Absatzmarkt. 2024 ist es uns gelungen, in Usbekistan erste Projekte abzuwickeln. Der Kontakt zu den lokalen Milchverarbeiter wurde gestärkt durch einen neuen lokalen Vertriebsmitarbeiter.

Die wesentlichen Entscheidungsfaktoren bei der Auswahl neuer Märkte sind einerseits die mit dem wichtigsten Anlagenkomponenten-Lieferanten vereinbarten landesbezogenen, exklusiven Vertriebsrechte und andererseits das Potential des Vertriebs von den Produkten der beiden Tochterunternehmen.

Rahmenbedingungen

Im Jahr 2024 waren exportierende Unternehmen mit herausfordernden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen konfrontiert. Eine der zentralen Herausforderungen sind die signifikanten Lohnsteigerungen, die in Österreich im Vergleich zu den Nachbarländern wie Deutschland, der Schweiz und Italien deutlich höher ausgefallen sind. Diese Lohnsteigerungen resultieren im Wesentlichen aus der Inflation, aber auch aus dem anhaltenden Fachkräftemangel und dem Wettbewerb mit der Schweiz, der die Unternehmen zwingt, wettbewerbsfähige Gehälter anzubieten, um qualifizierte Mitarbeiter zu gewinnen und zu halten. Infolgedessen sind die Lohnkosten sowie die Lohnstückkosten in Österreich höher als in anderen europäischen Ländern, was die Wettbewerbsfähigkeit unserer Produkte auf dem internationalen Markt beeinträchtigt.

Die gesunkene Inflation im Jahr 2024 bildete sich im Geschäftsverlauf noch nicht ab. Die hohe Inflation der Vorjahre hat die Kosten für Zukaufkomponenten nachhaltig erhöht, aber auch die Betriebskosten der Unternehmung insgesamt erhöht. Dies führt dazu, dass Unternehmen gezwungen sind, ihre Preise anzupassen, was wiederum die Wettbewerbsfähigkeit schwächt. Im Kontext des Anlagen- und Maschinenbaus ist es entscheidend, diese Preissteigerungen sorgfältig zu managen, um sowohl bestehende als auch neue Kunden nicht zu verlieren.

Ein weiterer Aspekt sind die hohen Lohnnebenkosten in Österreich. In Kombination mit den bereits erwähnten Faktoren wird deutlich, dass das wirtschaftliche Umfeld für österreichische Familienunternehmen im Bereich Anlagen- und Maschinenbau zunehmend herausfordernd ist.

Die Zinsen auf den weltweiten Finanzmärkten sind im Vergleich zum Vorjahr gesunken. Auch 2024 bestehen keine offenen Kredite, somit konnten mit freier Liquidität Zinserträge erwirtschaftet werden.

Vorschau – Prognose für das Jahr 2025

Die Inflationsrate für 2025 wird voraussichtlich wieder steigen. (Quelle: www.statistik.at).

Da Österreich in der gesamten Wirtschaft voraussichtlich nicht wachsen wird, bleiben die Herausforderungen aus den Vorjahren bestehen. Trotz der herausfordernden Rahmenbedingungen besteht für das Jahr 2025 eine solide Auftragslage.

Im Kernmarkt Europa erwarten wir für Deutschland und Österreich ein langsam steigendes Investitionsverhalten, speziell durch nicht realisierte Projekte aus den Vorjahren, kommt es zu Investitionen im Jahr 2025.

In den GUS ist die Auftragslage nach wie vor stabil. Neben Kasachstan entwickelt sich auch Usbekistan zu einem Umsatztreiber durch die Realisierung größerer Projekte.

Im Jahr 2025 wird eine Betriebsleistung auf dem hohen Niveau der Vorjahre angestrebt. Neben der Erzielung der budgetierten Ergebnisse 2025, liegt das Hauptaugenmerk der Geschäftsführung auf der Sicherstellung der profitablen Tätigkeit im Jahr 2025 und Folgejahren. Trotz dieser herausfordernden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen erwarten wir für das Jahr 2025 eine Bruttoumsatzrendite auf dem Niveau der Vorjahre sofern adäquate Preissteigerungen an unsere Kunde weitergegeben werden können.

Des Weiteren sind Investitionen bei unseren Tochterunternehmen in Planung.

Forschung und Entwicklung

Verfahrenstechnik, Engineering, Produktentwicklung, spezifische Eigenfertigung und enge Partnerschaften mit internationalen Herstellern sind die Basis für unseren Erfolg. Mit dem seit Jahrzehnten aufgebauten eigenen Knowhows in beinahe allen Bereichen der Milchverarbeitung können wir die am Markt anerkannte BERTSCH-Qualität liefern. Bei Bedarf werden externe Fachleute hinzugezogen, Komponenten bei bewährten externen Lohnfertigern beauftragt bzw. Teilanlagen bei langjährigen Lieferanten zugekauft.

Unsere Anlagen werden stets auf die konkreten kundenspezifischen Anforderungen ausgelegt. Wir sind bemüht, unser Liefer- und Leistungsportfolio laufend weiterzuentwickeln und zu optimieren. Es gilt, den neuesten nationalen und internationalen hygienischen Anforderungen, aber auch den gesteigerten Anforderungen unserer Auftraggeber an einen hohen Automatisierungsgrad und schließlich an die maximale Wirtschaftlichkeit ihrer Produktion, gerecht zu werden. Diese steten, marktgetriebenen Verbesserungen und Innovationen sind die wichtigste Basis für die kontinuierliche und dynamische Entwicklung unseres Unternehmens. Die Anpassung unserer Lieferungen und Leistungen an die Anforderungen neuer Zielmärkte ist ebenfalls sicher zu stellen.

Die Standardisierung mit maximaler Flexibilität für den Kunden anhand von Konfigurationen ist ein wichtiger Punkt, der bereits in den Vorjahren initiiert wurde und 2024 weiter vorangetrieben wurde. Diese Standardisierung reduziert den Konstruktionsaufwand unserer Baugruppen maßgeblich und ermöglicht eine effizientere Fertigung.

Abwicklungs-Risikomanagement

Bei der ersten Projekt-Anfrage, d.h. vor Aufnahme von Angebotstätigkeiten, wird eine grundsätzliche Möglichkeits- und Risikoabschätzung im Hinblick auf die eigenen Kompetenzen und Ressourcen bzw. auf die landes-, kunden- und produktspezifische Risiken (inkl. „Ausfuhrkontrolle“ – insbesondere im Hinblick auf die sich laufend verschärfenden Sanktionen im Zusammenhang mit der Ukraine-Krise) vorgenommen. Dabei werden technische, kommerzielle, finanzielle und „Verbundrisken“ hinterfragt und bewertet. Im Falle der Bearbeitung des Projektes wird das Risikomanagement über die Kalkulationsphase, Angebotserstellung, Vergabe, Vertragserrichtung und Projektabwicklung bis zur Übergabe der Anlage, fortgeführt. Die laufende Pflege des Beziehungsmanagements zum Auftraggeber auf allen Ebenen spielt dabei eine wichtige Rolle.

Beschaffungsrisiko-Management

Energie- und Rohstoffpreise, haben sich im Laufe des Vorjahrs weitgehend normalisiert. Jedoch die anhaltende Rezession der österreichischen Wirtschaft hat sich auf die Preise von Subunternehmern und im speziellen Zukaufkomponenten ausgewirkt.

Die Preise auf den Beschaffungsmärkten sowie die Lieferzeiten der wichtigsten Teilanlagen, Komponenten, und Vor-/Materialien für die Fertigung werden von der Abteilung Einkauf laufend beobachtet und im System gepflegt. Relevante Auswirkungen werden unverzüglich an die zuständigen Mitarbeiter weitergeleitet. Durch die Beschleunigung der Bestellvorgänge bei den jeweiligen Projekten mittels enger Abstimmung zwischen den Abteilungen Engineering und Beschaffung unter der Federführung des Projektleiters, die permanente Anpassung der Kalkulation an die aktuellen Marktgegebenheiten sowie bestmögliche Pflege der Lieferantenbeziehungen, wird der sich ständig ändernden Situation am Beschaffungsmarkt bestmöglich entgegengewirkt. Neue potenzielle Lieferanten und Partner werden insbesondere im Rahmen von internationalen Fachmessen aktiv gesucht (z.B. ANUGA Köln April 2024).

Personalrisiko-Management

Das Unternehmen verfügt über langjährige erfahrene, motivierte Mitarbeiter (sowohl im Tätigkeitsfeld, im Markt als auch in der Kooperation miteinander). Die klar definierte Organisationsstruktur (Aufbau- und Ablauforganisation) gilt es ständig weiterzuentwickeln und auf die Herausforderungen des Personalmarktes anzupassen. Die Schaffung und Aufrechterhaltung eines bestmöglichen Arbeitsumfeldes, die Zuteilung selbständig zu bewältigender anspruchsvoller Aufgaben, die leistungsgerechte Entlohnung, die gezielte Förderung jedes Einzelnen unter Berücksichtigung des individuellen Potentials, der Ansprüche und Perspektiven im Unternehmen, sind - bei Bedarf auch durch qualitativen Austausch und Ersatz - wesentliche Maßnahmen im Bereich des Personal-Managements. Das oberste Ziel ist und bleibt, das Unternehmen für bestehende und künftige Leistungsträger und Mitarbeiter mit hohem Entwicklungspotential attraktiv zu gestalten und diese somit langfristig an unser Unternehmen zu binden.

Nicht finanzielle Leistungsindikatoren

Umweltindikatoren

Die firmeneigene Solarstromanlage ist in Betrieb und liefert einen Großteil der direkt verbrauchten Energie. Eine Erweiterung der Anlage ist in Prüfung darüber hinaus wird angedacht, eine EEG zu gründen.

Zur Förderung der E-Mobilität wurden E-Autos, sowie Hybridfahrzeuge angeschafft.

Eine Umweltzertifizierung ist in Prüfung, um eine Stärkung der Umweltleistung zu erreichen und um die langsam aufkommenden Forderungen von Kunden zu erfüllen.

Technologie und Digitalisierung

Die Einführung/Upgrade des ERP-Systems wurde Anfang 2024 gestartet und die Stresstests Ende Oktober und Anfang November erfolgreich absolviert. Go-Live ist per 01.01.2025.

Fremdwährungsrisiko-Management

Da die größeren Aufträge in EURO (bzw. zu einem fixen Umrechnungsschlüssel) abgewickelt werden, sind wir derzeit nur einem begrenzten Fremdwährungsrisiko ausgesetzt. Sofern signifikante Kunden- oder Lieferantenverträge in Fremdwährung abzuschießen sind, werden entsprechende risikomindernde Maßnahmen getroffen. Derivative Finanzinstrumente wurden im Jahr 2024 nicht eingesetzt.

Resümee

Trotz gedämpfter wirtschaftlicher Lage konnte eine sehr zufriedenstellende Betriebsleistung im Jahr 2024 realisiert werden. Unter Berücksichtigung der dynamischen geopolitischen Lage und der umgesetzten Maßnahmen hinsichtlich Produkt-, Markt- und Organisationsentwicklung, ist 2024 ein gutes Betriebsergebnis und zufriedenstellendes Finanzergebnis erzielt worden.

Die größte Herausforderung im Jahr 2025 sind aus heutiger Sicht die Bewältigung der noch nicht einschätzbaren Entwicklung und Auswirkungen der Inflation und der allgemeinen wirtschaftlichen Lage. Die im Jahr 2025 angestrebte Betriebsleistung auf dem hohen Niveau der Vorjahre wird zu einem großen Teil durch die Realisierung und Fertigstellung von Aufträgen aus Vorperioden ermöglicht werden können. Das weitere Hauptaugenmerk der Geschäftsführung liegt auf der Sicherstellung der profitablen Tätigkeit im Jahr 2025 und folgende.

Die bereits in den Vorjahren gezielt eingeleiteten Neuprodukt-Entwicklungen (z.B: eigene Käseeinschwemmpresse), die Übernahme des italienischen Geschäftspartners und die Gründung des deutschen Tochterunternehmens, sowie die Umsetzung der Internationalisierungsoffensive (u.a. in Fernmärkte) sind wesentliche strategische Maßnahmen, die von der Geschäftsführung mit dem Ziel der Fortführung der profitablen Geschäftstätigkeit in den aktuellen Krisenzeiten beschlossen wurden und weiter umgesetzt werden.

Stellungnahme im Zusammenhang mit Geopolitischen Krisen.

Erste Projektentwicklungen in der Ukraine finden statt. Wann diese jedoch realisiert werden, wird im Laufe des Folgejahres zu evaluieren sein.

Risiken im Hinblick auf Geopolitische Krisen werden kontinuierlich mitverfolgt, bewertet und entsprechend gehandelt.

Bludenz, am 30.01.2026

Christoph Hueber

rtsch jun.

Kennzahlen

Kennzahlen

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 9
20242023 Veränderung
€€
Eigenkapital u. Investitionszuschüsse12.109.2976.564.59284,5%
Bilanzsumme32.280.35230.905.6184.4%
Investitionen438.426193.861126,2%
Wertberichtigungen Forderungen179.853175.4792,5%
Rückstellungen4.220.6504.395.883-4,0%
Abschreibungen305.068243.52225,3%
Betriebserfolg6.502.755165.9293819,0%
Ergebnis vor Steuern (EvS)7.151.198633.6881028,5%
Bilanzgewinn / -Verlust11.274.8515.730.14796.8%
EK Rentabilität zum EvS59,1%9,7%511,8%
Gesamtkapitalrentabilität zum EvS22,2%2,1%980,4%
Eigenmittelquote37,5%21,2%76.6%
Netto-Umsatzrendite EvS / Umsatzerlöse20.8%2,5%747,7%
Mitarbeiter zum Jahresende5558-5,2%

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