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Lagebericht 2024

Sonnenkraft GmbH

Original-PDF

Stichtag 31. Dez. 2024 · Eingereicht am 30. Sep. 2025

Inhaltsverzeichnis

1 Geschäftsverlauf und wirtschaftliche Lage

1.1

Geschäftsverlauf

Das enorme Wachstum, welches in der Solarenergiebranche in den letzten Jahren zu verzeichnen war, wurde im Geschäftsjahr 2024 deutlich gebremst. Nach den starken Wachstumsjahren 2021/2022 in der Photovoltaikbranche in Europa reduzierte sich die Nachfrage im Standardmodulbereich marktseitig signifikant. Auslöser dafür waren vor allem die davor aufgebauten Lager-Überkapazitäten in Europa aufgrund vorangegangener Verfügbarkeitsprobleme. In weiterer Folge kam es auch zu einem deutlichen Preisverfall sowohl bei den Rohstoffen (Zellen) als auch bei der Fertigware aus China, da die chinesischen Hersteller ebenso Überkapazitäten hatten und daher mit Dumpingpreisen nach Europa exportierten.

Die Sonnenkraft GmbH erlitt durch die reduzierte Nachfrage einen wesentlichen Umsatzrückgang von rund 50 % und schließt das Geschäftsjahr 2024 mit einem Jahresfehlbetrag.

Durch verschiedene Faktoren wie technologische Fortschritte, politische Maßnahmen sowie steigendes Umweltbewusstsein werden jedoch weiterhin Anreize geschaffen, was dazu beiträgt, dass die Sonnenkraft weiterhin eine stabile Geschäftsentwicklung verzeichnen kann.

Die Sonnenkraft GmbH verfügt über langjähre Kompetenz und Erfahrung als Systemanbieter im Bereich der erneuerbaren Energiequellen. Durch das Produktportfolio der Sonnenkraft GmbH ist es nicht nur möglich Wärme und Strom aus der Sonne zu gewinnen, sondern auch zu speichern. Dies erfolgt durch Batterie- sowie Warmwasserspeicher. Mit diesen zukunftsweisenden Lösungen wird das Eigenheim energieunabhängig und klimaneutral.

Die Sonnenkraft GmbH verfolgt konsequent das Ziel, sich als ganzheitlicher Systempartner in den Bereichen Wärme, Wasser und Strom zu positionieren. Der Fokus liegt dabei auf der Bereitstellung kompatibler, sektorenübergreifender Energiesysteme für Endkunden und Installationspartner, die sich effizient kombinieren und skalieren lassen.

Geschäftsfeld Strom

Im Segment Strom steht die Entwicklung und Integration leistungsfähiger Wechselrichter und Batteriespeicherlösungen im Vordergrund. Diese Produkte bilden die Grundlage für eine nachhaltige Eigenstromversorgung privater und gewerblicher Kunden. Ziel ist es, Kunden eine zukunftssichere, netzunabhängigere Energieversorgung zu ermöglichen und dabei nahtlose Kompatibilität innerhalb des Systemportfolios sicherzustellen.

Geschäftsfeld Wärme

Im Bereich Wärme setzt Sonnenkraft weiterhin auf Solarthermie-Lösungen. Trotz stagnierender Marktentwicklung wird das bestehende Produktportfolio strategisch genutzt, um vorhandene Marktanteile zu sichern und einen kontinuierlichen Ertrag zu generieren. Parallel werden neue Konzepte zur Sektorkopplung entwickelt, um die Integration thermischer Speicher mit elektrischen Komponenten voranzutreiben.

Geschäftsfeld Wasser

Im Segment Wasser liegt der Fokus auf Pufferspeichern mit integrierten Frischwasserstationen, die sowohl hygienische Trinkwasserbereitung als auch effiziente Wärmespeicherung ermöglichen. Die modulare Bauweise und Systemkompatibilität ermöglichen flexible Einsatzmöglichkeiten im Neubau- und Sanierungsbereich.

Zukunftsperspektiven und strategische Potenziale

Zur langfristigen Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit identifiziert die Sonnenkraft GmbH mehrere zukunftsweisende Wachstumsfelder:

   Großspeicher- und Großbatteriesysteme zur Integration in industrielle Anwendungen oder quartiersbezogene Versorgungskonzepte Power-to-Heat-Technologien zur sinnvollen Nutzung überschüssiger elektrischer Energie für Wärmebereitstellung Energiemanagementsysteme, die eine intelligente Steuerung, Optimierung und Visualisierung des Energieverbrauchs ermöglichen

Diese Bereiche bieten signifikantes Wachstumspotenzial und werden bereits durch gezielte Entwicklungsmaßnahmen sowie durch erste Pilotprojekte vorbereitet.

Im Jahr 2025 wird weiterhin gezielt ein Fokus auf die Bereiche Service und Qualität gelegt. Dies stellt sicher, dass die Sonnenkraft GmbH optimal für profitables Wachstum in den kommenden Jahren aufgestellt ist.

Die produzierende Tochtergesellschaft Sonnenkraft Energy GmbH wurde durch die veränderten Rahmenbedingungen noch härter getroffen, sie erlitt durch die oben genannten Faktoren im Geschäftsjahr 2024 einen Umsatzrückgang von rund 60%. Die vorhandene Nachfrage wurde zu großen Teilen aus dem vorhandenen Vorratsvermögen bedient. Dadurch kam es notwendigerweise zu einer Einschränkung der Produktionstätigkeit am Standort St. Veit an der Glan, da hier das von der Krise betroffene Standardmodul produziert wird. Ebenso waren rigorose Einsparungen im Bereich der Strukturkosten unausweichlich.

Trotz der frühzeitig getroffenen Maßnahmen konnte ein signifikanter Jahresverlust der Sonnenkraft Energy GmbH nicht abgewendet werden. Wesentliche Gründe dafür waren die zeitversetzte Wirkung der Restrukturierungsmaßnahmen sowie notwendige Lagerabwertungen. Durch die hohen Investitionskosten der Vorjahre und dem starken Umsatzrückgang sind sehr hohe Finanzverbindlichkeiten vorhanden.

In Anbetracht der schwierigen Finanz- und Ertragslage beauftragte die Geschäftsführung die Management Factory Corporate Advisory GmbH bereits im 4. Quartal des Geschäftsjahres 2024 mit der Erstellung einer Fortbestehensprognose für die Sonnenkraft Energy GmbH.

Zur Beurteilung der möglichen Fortführung stützt sich die Fortbestehensprognose der Sonnenkraft Energy GmbH auf einen Businessplan für den Zeitraum 2025 bis 2027, mit dem Schwerpunkt einer integrierten Planrechnung, bestehend aus Gewinn- und Verlustrechnung, Bilanz und Kapitalflussrechnung, welche mit den Eigentümern und den wesentlichen finanzierenden Banken abgestimmt ist. Die Planrechnung basiert auf Marktanalysen und detaillierten Teilplänen, welche entsprechende Sanierungsmaßnahmen enthalten.

Als Sanierungsmaßnahme wurde unter anderem bereits im abgelaufenen Wirtschaftsjahr die Zufuhr eines Gesellschafterzuschusses in Höhe von EUR 2.000.000,00 von der Muttergesellschaft Sonnenkraft GmbH beschlossen. Die daraus resultierenden Verbindlichkeiten gegenüber der Sonnenkraft Energy GmbH wurden teilweise mit offenen Forderungen verrechnet. Die zum Bilanzstichtag 31.12.2024 verbleibenden Verbindlichkeiten in Höhe von EUR 625.031,39 wurden im vorliegenden Jahresabschluss als Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen ausgewiesen. Die Gesellschafter der Sonnenkraft GmbH haben sich darüber hinaus verpflichtet, im Jahr 2025 einen Gesellschafterzuschuss von EUR 1.000.000,00 an die Sonnenkraft GmbH zu leisten, um der Unternehmensgruppe ausreichende finanzielle Mittel zur Verfügung zu stellen. Die Zuführung aller Gesellschafterzuschüsse wurde im April 2025 abgeschlossen.

Die Fortbestehensprognose der Sonnenkraft Energy GmbH aus 2024 wurde im März 2025 mit den Werten des Jahresabschlusses zum 31. Dezember 2024 noch einmal durch die Management Factory Corporate Advisory GmbH evaluiert. Auf Basis der Ergebnisse wurde durch die Restrukturierungsberaterin bestätigt, dass laut Prognosemodell die Zahlungsfähigkeit der Sonnenkraft Energy GmbH bis Ende 2027 gesichert ist, die Gesellschaft voraussichtlich all ihren Zahlungsverpflichtungen fristgerecht nachkommen kann und zu diesem Zeitpunkt auch keine Sanierungshindernisse bekannt sind, die gegen die Unterzeichnung eines Restrukturierungsvertrages sprechen würden.

Auf Basis dieser evaluierten Fortbestandsprognose wurde Anfang April 2025 eine Restrukturierungsvereinbarung zwischen der Sonnenkraft Energy GmbH, der Sonnenkraft GmbH, den Eigentümern der Sonnenkraft GmbH und den involvierten Banken (RLB Kärnten, Raiffeisen- Landesbank Steiermark AG, Raiffeisenverband Salzburg eGen und Raiffeisenbank Mittelkärnten eG) abgeschlossen. Die wesentlichen Vertragsbestandteile sind neben der Zufuhr der bereits beschriebenen Gesellschafterzuschüsse, die Umwandlung eines kurzfristigen Kontokorrentkredits in einen Abstattungskredit, eine Stand-Still-Vereinbarung für Altverbindlichkeiten und Vereinbarungen hinsichtlich deren Rückführung und zu bestehenden Sicherheiten, die Gewährung eines Stabilisierungsdarlehens durch den KWF und Vereinbarungen hinsichtlich Sondertilgungen aus einer Excess-Cashflow Berechnung sowie etwaiger Verwertungserlösen aus dem Verkauf von Vermögenswerten des Anlagevermögens. Weiters hat sich die Sonnenkraft Energy GmbH zu einem externen begleitenden Restrukturierungs-Monitoring durch die Management Factory Financial Advisory GmbH verpflichtet.

Da alle geforderten Bedingungen erfüllt werden konnten, wurden mittels dieser Restrukturierungsvereinbarung die bestehenden Kreditlinien der Tochtergesellschaft bis Ende 2027 abgesichert. Weiters wurden hierdurch alle Voraussetzungen für ein zusätzliches KWF-Darlehen erfüllt und erfolgreich umgesetzt. Die Tochtergesellschaft verfügt aus heutiger Sicht über ausreichende Zahlungsmittelreserven, um ihren finanziellen Verpflichtungen auch zukünftig jederzeit vollständig und fristgerecht nachkommen zu können.

Bei plankonformer Unternehmensentwicklung und Verlängerung der kurzfristigen Linien durch die finanzierenden Banken ist ein positiver Fortbestand der Sonnenkraft Energy GmbH mit überwiegender Wahrscheinlichkeit gegeben. Durch die Umsetzung der oben erwähnten Maßnahmen konnten auch die bestehenden Kreditlinien bei der finanzierenden Bank prolongiert werden. Sollte es im Geschäftsverlauf zu wesentlichen Planungsabweichungen und damit zu Liquiditätsengpässen kommen oder die finanzierenden Banken die kurzfristigen Kreditlinien nicht verlängern bzw. fällig stellen, müssten zur Aufrechterhaltung des Grundsatzes der Unternehmensfortführung weitere Kapitalmaßnahmen oder Finanzierungen mit den Eigentümern bzw. Dritten vereinbart werden bzw. wäre die Gesellschaft möglicherweise nicht in der Lage, ihre im Jahresabschluss zum 31. Dezember 2024 ausgewiesenen Vermögenswerte und Schulden im normalen Geschäftsverlauf zu realisieren bzw. zu tilgen.

Die Beteiligung an der Sonnenkraft Energy GmbH wird aufgrund der beschriebenen Maßnahmen und einer auf Basis einer Mittelfirstplanung durchgeführten Unternehmensbewertung weiterhin in voller Höhe als werthaltig eingeschätzt und wurde im vorliegenden Jahresabschluss nicht teilwertberichtigt. Inklusive dem oben genannten Gesellschafterzuschuss der Sonnenkraft GmbH wird die Beteiligung im vorliegenden Jahresabschluss mit einem Wert von rd. 5,82 Mio. EUR in den Anteilen an verbundenen Unternehmen ausgewiesen.

1.2 Geschäftsergebnis, Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

1.2.1 Ertragslage

Im Geschäftsjahr 2024 sind die Umsatzerlöse um 50 % von TEUR 47.284 auf TEUR 23.494 gesunken. Der Jahresfehlbetrag der Sonnenkraft GmbH beträgt TEUR 2.506 (Vorjahr: Jahresüberschuss TEUR 3.505).

Im Zeitraum 2024 verzeichnete die Sonnenkraft GmbH einen signifikanten Umsatzrückgang von rund 50 %. Diese Entwicklung ist auf mehrere externe und strukturelle Faktoren zurückzuführen:

 Hoher Lagerbestand bei Kunden: Infolge der starken Auftragslage im Jahr 2022/2023 wurden bei vielen Vertriebspartnern und Installationsbetrieben überdurchschnittlich hohe Lagerbestände aufgebaut. Diese Bestände wurden in den Folgejahren zunächst abverkauft, was zu einer deutlich reduzierten Nachbestellung führte und somit die Auftragseingänge bei Sonnenkraft spürbar belastete.  Wegfall und Unsicherheit bei Förderprogrammen: Die Marktunsicherheit im Zusammenhang mit der Neuregelung der staatlichen Förderprogramme für den Heizungstausch (insbesondere im Rahmen des Gebäudeenergiegesetzes und der BEG- Förderkulisse) hat zu einer deutlichen Kaufzurückhaltung im Endkundensegment geführt. Die fehlende Planungssicherheit hemmte Investitionen und erschwerte die Ab-  satzprognosen entlang der gesamten Lieferkette. Technologischer Rückgang im Bereich Solarthermie: Die allgemeine Marktdynamik zeigt seit Jahren einen technologischen und wirtschaftlichen Rückgang der Nachfrage nach solarthermischen Systemen. Dieser Trend wurde durch die zunehmende Fokussierung auf elektrische Wärmeerzeugung (z. B. Wärmepumpen in Kombination mit PV-Anlagen) weiter verstärkt. Da Solarthermie ein zentraler Bestandteil des Produktportfolios von Sonnenkraft ist, hat dieser strukturelle Wandel direkte Auswirkungen auf die Umsatzentwicklung.

In Summe führten diese Faktoren zu einem spürbaren Umsatzrückgang, der trotz aktiver Gegenmaßnahmen nicht vollständig kompensiert werden konnte. Die Geschäftsleitung reagiert auf diese Entwicklungen mit einer strategischen Neuausrichtung hin zu wachstumsstärkeren Segmenten wie Energiespeicherung, Systemintegration und Energiemanagement.

Die Eigenkapitalrentabilität (Ergebnis vor Steuern im Verhältnis zum Eigenkapital) ist dadurch negativ. (Vorjahr: 32,01 %). Die Umsatzrentabilität (Betriebsergebnis im Verhältnis zum Umsatz) im Geschäftsjahr 2024 beträgt - 8,11 % (Vorjahr 8,37 %).

1.2.2 Vermögens und Finanzlage

Die Bilanzsumme reduzierte sich im Geschäftsjahr 2024 um 21,6 % von TEUR 27.490 auf TEUR 21.549. Das langfristige Vermögen ist im Vergleich zum Vorjahr (TEUR 8.086) gewachsen und beträgt TEUR 9.852.

Das kurzfristige Vermögen reduzierte sich von TEUR 19.052 auf TEUR 11.306. Das Eigenkapital (inklusive Sonderposten für Investitionszuschüsse) sank von TEUR 11.828 auf TEUR 9.305.

Die Bankverbindlichkeiten sind annähernd gleichgeblieben auf TEUR 10.108 (Vorjahr: TEUR 10.702). Die restlichen kurzfristigen Verbindlichkeiten haben sich von TEUR 3.285 auf TEUR 1.344 reduziert.

Der Netto-Geldfluss aus Laufender Geschäftstätigkeit war mit TEUR 2.597 positiv. Der Netto- Geldfluss aus Investitionstätigkeit betrug TEUR - 2.004. Der Cash-Flow aus Finanzierungstätigkeit betrug TEUR - 594.

1.3 Investitionen

Die Buchwerte des Anlagevermögens entwickelten sich wie folgt:

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 6
Immaterielles
in TEURVermögenSachanlagen FinanzanlagenGesamt
Stand 01.01.20241011.0276.9598.086
Zugänge0282.0002.028
Abgänge028028
Abschreibung501840234
Stand 31.12.2024508438.9599.852

Die Veränderung im Bereich der Finanzanlagen betrifft einen Gesellschafterzuschuss an die Sonnenkraft Energy GmbH.

1.4

Personal

Im Geschäftsjahr 2024 waren durchschnittlich 38 Mitarbeiter bei der Sonnenkraft GmbH beschäftigt. Im Vorjahr waren es 51 Mitarbeiter.

Mitarbeiterstand

(im Jahresdurchschnitt)

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 7
0
40 -
30 -
20 -
10 -
0 -
ArbeiterAngestellteGESAMT
• 202463238
• 202394251

1.5

Umweltbelange

Die Sonnenkraft GmbH leistet durch ihre Systemlösungen einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz. Wärme und Strom aus der Sonne gewinnen und effizient speichern, ist die zentrale Mission. Damit wird das Eigenheim energieunabhängig und klimaneutral.

Darüber hinaus fokussiert die Sonnenkraft GmbH nachhaltige und ressourcenschonende Produktion, autarke Energieversorgung und E-Mobilität.

1.6

Standorte

Im Geschäftsjahr 2024 war das Unternehmen an seinem Stammsitz in St. Veit an der Glan tätig.

2. Forschung und Entwicklung

Hinsichtlich der F&E Tätigkeiten werden in der Sonnenkraft GmbH keine eigenen Projekte angestoßen, es erfolgt eine starke Synergienutzung mit der Sonnenkraft Energy GmbH. Die jeweils passenden und nützlichen Resultate aus den Forschungsprojekten der Tochtergesellschaft können direkt verwendet und in passende Systeme umgesetzt werden. Dies kann in Hinblick auf die Technologieentwicklung ebenfalls positiv erwähnt werden. Der technologische Fokus in diesem Jahr liegt weiterhin auf dem Ausbau der Systemkompetenz, Sonnenkraft als Systempartner für die gesamte Bandbreite der erneuerbaren Energien in Wärme, Wasser und Strom.

Wurde bis dato der Fokus bezüglich Energiespeicherung auf den Bereich Thermie (Sonnentank) gelegt, wurde das Produktportfolio um einen elektrischen Energiespeicher in Form eines OEM Systems (Sonnenbatterie und der dazugehörige Hybridwechselrichter) erfolgreich erweitert.

3. Risikomanagement

Die Sonnenkraft GmbH ist ein produzierendes Unternehmen mit internationalen Kunden. Dementsprechend werden die Risiken bewertet und dementsprechend ist das Risikomanagement aufgebaut. Potenzielle Risiken werden frühzeitig erkannt und geeigneten Vorsorge- und Sicherungsmaßnahmen getroffen. Hierfür evaluiert das Management der Gesellschaft in regelmäßigen Abständen die Chancen und Risiken in Bezug auf die allgemeine Geschäftsentwicklung. Zudem ist ein wöchentliches und monatliches Reporting eingerichtet, welches ein frühzeitiges Erkennen von Risiken ermöglicht (u.a. Umsatz und Deckungsbeiträge auf Produktund Kundenebene, Auftragsstand, Qualität, Materialverfügbarkeit und Liquidität). Zur Abdeckung von Feuer-, Haftpflicht-, Betriebsunterbrechungs- und Produkthaftungsrisiken wurden umfangreiche Versicherungsverträge abgeschlossen. Diese werden laufend mit Unterstützung eines Maklers bewertet und optimiert.

Im Folgenden sind die relevanten Risiken einzeln dargestellt:

Konjunkturrisiko

Eine schwache Konjunkturlage in den europäischen Zielmärkten (primär Österreich, Deutschland, Italien, Schweiz, Slowenien und Schweden) und geringe Investitionsneigungen seitens der Unternehmen haben wesentlichen Einfluss auf die Absatz- und Auftragslage der Gesellschaft. Relevant sind auch die jeweiligen nationalen Förderrichtlinien für regenerative Energien. Sowohl bei der Konjunktur als auch bei der Förderlandschaft (Stichwort Green Deal der EU) bewerten wir die Risiken aktuell als niedrig. Bei der Marktbearbeitung und bei der Erschließung neuer Absatzmärkte wird dem Förderregime des jeweiligen Landes Rechnung getragen.

Absatzrisiko

Absatzrisiken ergeben sich aus witterungsbedingten saisonalen Schwankungen und bei einer etwaigen Abhängigkeit von einzelnen Großkunden. Den saisonalen Schwankungen wird im Rahmen des Budgetierungsprozesses Rechnung getragen.

Auch ist die Abhängigkeit von einzelnen Kunden überschaubar, d.h. kein Kunde ist für über 20 % des Umsatzes verantwortlich.

Preisrisiko (Verkaufspreise)

Als Systemanbieter konnten die Verkaufspreise am Markt relativ stabil gehalten werden.

Preisrisiko (Einkaufspreise)

Beschaffungsrisiken im Sinne von Lieferverzögerungen sowie Preissteigerungen ergeben sich lediglich bei einzelnen Warengruppen. Diese Risiken wurden durch langfristige Lieferverträge und höhere Sicherheitsbeständen minimiert.

Liquiditätsrisiko

Dem Liquiditätsrisiko wird durch umfassende Planung im Rahmen des Budgetierungsprozesses sowie durch eine monatliche Cash-Planung Rechnung getragen.

Die Gesellschaft überwacht und steuert die Liquidität laufend. Im täglichen Geschäft wird ein wöchentlicher Zahlungsdurchlauf im 4-Augen-Prinzip durchgeführt, um sicherzustellen, dass alle Zahlungen korrekt und rechtzeitig erfolgen. Darüber hinaus erfolgt das Kreditoren- und Debitorenmanagement täglich und vollständig. Die Forderungen sind durch eine Factoringvereinbarung in großem Ausmaß vorfinanziert und im Zuflusszeitpunkt präzise planbar. Sämtliche Lieferungen sind versichert und bewegen sich innerhalb der vereinbarten Kreditlimite. Derzeit können alle Zahlungsverpflichtungen termingerecht erfüllt werden.

Einmal im Monat wird geprüft, ob die Cash-Planung noch aktuell ist oder angepasst werden muss. Absehbare Entwicklungen auf den jeweiligen Absatz- und Beschaffungsmärkten und deren Auswirkungen auf die Liquiditätslage werden in den laufend aktualisierten Finanzplänen entsprechend berücksichtigt.

Sollte es im Geschäftsverlauf zu wesentlichen Planungsabweichungen und damit zu Liquiditätsengpässen kommen oder die finanzierenden Banken die kurzfristigen Kreditlinien nicht verlängern bzw. fällig stellen, müssten zur Aufrechterhaltung des Grundsatzes der Unternehmensfortführung weitere Kapitalmaßnahmen oder Finanzierungen mit den Eigentümern bzw. Dritten vereinbart werden bzw. wäre die Gesellschaft möglicherweise nicht in der Lage, ihre im Jahresabschluss zum 31. Dezember 2024 ausgewiesenen Vermögenswerte und Schulden im normalen Geschäftsverlauf zu realisieren bzw. zu tilgen.

Beteiligungsrisiko

Das Unternehmen ist an der Sonnenkraft Energy GmbH mit Sitz in St. Veit an der Glan und an der Huch GmbH Behälterbau und Verwaltungsgesellschaft mit Sitz in Märkisch Linden beteiligt. Das Risiko der Wertminderung dieser Beteiligung wird durch regelmäßige Analysen und im Bedarfsfall durch die Erstellung von Bewertungen gesteuert, um eine negative Beeinflussung des Eigenkapitals zu vermeiden.

Kreditrisiko

Das Kreditrisiko stellt das Risiko dar, das aus der Nichterfüllung von Vertragsverpflichtungen durch Geschäftspartner entsteht und zu Verlusten führen kann. Die Risikominimierung wurde durch die weitere Verbreiterung des Kundenstammes weiter forciert. Marktfokus ist weiterhin Mitteleuropa mit den Kundenzielgruppen Großhandel und Solarspezialisten. Die Gesellschaft schließt Geschäfte ausschließlich mit kreditwürdigen Dritten ab und verwendet Factoring für die zeitnahe Umwandlung der Forderungen in Cash. Alle Kunden, die mit der Gesellschaft Geschäfte abschließen möchten, werden einer Bonitätsprüfung unterzogen und über eine Kreditversicherung abgesichert. Zudem werden die Forderungsbestände laufend überwacht.

Währungsänderungsrisiko

Sowohl auf der Beschaffungs- und Absatzseite ist die Sonnenkraft GmbH zum größten Teil im EU-Raum tätig. Somit sind diesbezügliche Wechselkursschwankungen sehr gering.

Zinsänderungsrisiko

Der Zinssatz von variabel verzinslichen Finanzinstrumenten wird regelmäßig angepasst. Die anderen Finanzinstrumente der Gesellschaft sind nicht verzinslich und unterliegen folglich keinem Zinsänderungsrisiko. Die Tilgungen und Zinsen sind aufgrund der gewählten Finanzierungsstruktur (lange Laufzeiten, niedrige Zinsen) über den operativen Cashflow bedienbar.

Bonitätsrisiko

Die Sonnenkraft GmbH verfügt über ein solides Eigenkapital und bezahlt die Verbindlichkeiten ausnahmslos pünktlich.

4. Voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens

Die strategische Ausrichtung auf den Heimmarkt Österreich und die umliegenden Märkte in Europa wird konsequent fortgesetzt. In diesen Märkten verzeichnen wir einen stabilen und vielfältigen Kundenstamm sowie eine hohe Markenbekanntheit. Unsere Hauptmärkte, in welchen wir uns auf die Zielgruppen Großhandel, OEM und Solarunternehmen konzentrieren, werden durch Außendienstmitarbeiter bzw. Handelsvertreter vor Ort betreut und durch das kaufmännische und technische Backoffice umfassend unterstützt.

Im Jahr 2025 wird mit einer Stabilisierung des europäischen Solarmarktes gerechnet. Maßnahmen unter dem Titel "Resilienzbonus" werden in Europäischen Ländern bereits diskutiert bzw. wie beispielsweise in Italien bereits umgesetzt. Hier geht es konkret um die Förderung der europäischen Wertschöpfungskette am PV Markt.

Bis 2030 hat sich die Europäische Union zur Umsetzung des „Net Zero Industry Act (NZIA)“ verpflichtet, wonach 40% der Wertschöpfungskette im Bereich PV-Produktion wieder in Europa befinden soll.

Gleichzeitig setzen wir weiter auf den Ausbau von strategischen Partnerschaften im Bereich "Wärme, Wasser und Strom" in unseren bestehenden Märkten.

Zusätzlich implementieren wir langfristige Maßnahmen, um die Position der Gruppe als führender Spezialist mit der etablierten Marke "Sonnenkraft" innerhalb des Bereichs regenerative Energien zu stärken.

Für die nächsten Jahre wird jährlich von einem leichten Umsatzwachstum ausgegangen. Die Ertragssituation wird sich durch die eingeleiteten Maßnahmen entsprechend verbessern. Im Jahr 2025 ist eine deutliche Reduktion des Jahresverlustes geplant. Ab dem Jahr 2026 wird wieder von einem positiven Jahresüberschuss ausgegangen.

St. Veit an der Glan, am 22. September 2025

Die Geschäftsführer

Peter Prassër

Posely

DI Reinhard Pasterk

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