Inhaltsverzeichnis
1. Geschäftsverlauf und Lage
Wirtschaftliche und gesellschaftliche Rahmenbedingungen
Das Geschäftsjahr 2025 verlief wirtschaftlich besser als 2024. Nach der Stabilisierung im Jahr 2024 verbesserte sich die Marktsituation kontinuierlich. Bis Oktober entwickelte sich die Beschaffung sehr positiv: Es stand ausreichend Rundholz zur Verfügung, um den Sägebetrieb sicherzustellen. Aufgrund der hohen Produktivität am Rundholzplatz konnte in einzelnen Wochen ein Dreischichtbetrieb eingeführt und damit der Output gesteigert werden. In den Monaten November und Dezember führten Versorgungsengpässe bei Rundholz jedoch zu einer Reduktion der Produktionsschichten.
Auch die durchschnittlichen Verkaufspreise entwickelten sich positiv und konnten von Quartal zu Quartal gesteigert werden. Der Rundholzpreis steg kontinuierlich an und erreichte im Dezember seinen Höchststand. Die durchschnittlichen Erlöse aus dem Verkauf von Sägenebenprodukten erhöhten sich aufgrund der starken Nachfrage aus der Pelletsindustrie ebenfalls von Monat zu Monat.
Spezifische Themen der Sägeindustrie und Ergebnisentwicklung
Die angespannte Marktlage war in weiten Teilen der österreichischen Sägeindustrie spürbar. Die kontinuierliche Rohstoffbeschaffung im 4.Quartal bleibt eine der größten Herausforderungen. Der Rückgang der Bautätigkeit, insbesondere im Wohnbau, führte in Europa insgesamt zu einer sinkenden Nachfrage nach Schnittholz. Stützend wirkten die reduzierten Angebotsmengen in Zentraleuropa: Vor allem die deutsche Sägeindustrie verzeichnete anhaltende Produktonsrückgänge, wodurch die holzverarbeitende Industrie verstärkt auf Importe angewiesen ist.
Spezifische Themen des Heizkraftwerks und Ergebnisentwicklung
Die Strom- und Wärmeproduktion konnte durch den Betrieb des zweiten Kraftwerks gegenüber 2024 deutlich gesteigert werden. Die Strompreise schwankten im Jahresverlauf: Nach Rückgängen im zweiten und dritten Quartal erreichten sie im vierten Quartal wieder das Niveau des ersten Quartals. Durch den starken Ausbau von Photovoltaikanlagen in Europa kommt es in den Sommermonaten zu einem Überangebot und entsprechend niedrigeren Preisen. Künftig wird es daher notwendig sein, die Produktion in Phasen niedriger Preise zu drosseln und in Hochpreisphasen gezielt auszuweiten.
Die Wärmeabnahme ist durch das Sägewerk und das Pelletswerk gesichert. Die Verrechnungspreise blieben im Vergleich zum Vorjahr stabil.
Beschaffungsbereich
Der geringe Anfall von Käfer- und Kalamitätsholz führte zu steigenden Rundholzbeschaffungspreisen. Gleichzeitig war die erhöhte Aktivität der in der näheren Umgebung ansässigen Sägeindustrie deutlich spürbar. Dank der soliden Struktur im Rundholzeinkauf konnte dem jedoch angemessen entgegengewirkt werden. Grundsätzlich bleibt festzuhalten, dass der Rundholzbedarf das verfügbare regionale Angebot übersteigt und die Beschaffungsradien daher erweitert werden müssen, um die Versorgung sicherzustellen.
Die Biomassebeschaffung für das Heizkraftwerk konnte 2025 zu rund 60 % aus eigener Produktion gedeckt werden. Zur Sicherung der Versorgung wurde ausreichend Faserholz eingelagert.
Absatzbereich
Im Schnittholzabsatz konnten im Verlauf des Geschäftsjahres kontinuierlich steigende Preise erzielt werden. Teilweise lagen die erzielten Absatzpreise über den branchenüblichen Benchmarks. Die Absatzstruktur veränderte sich gegenüber 2024: Ein größerer Teil der Ware blieb in Europa, zudem wurden verstärkt Mengen in die Golfregion verkauft. Die Verkäufe nach Asien und in die USA kamen im zweiten Quartal zum Erliegen, vor allem aufgrund der dortigen Preissituation beziehungsweise attraktiverer Preisniveaus in Europa und im Mittleren Osten.
Produktionsbereich
Der auf Serienproduktion ausgerichtete Sägebetrieb ist leistungsfähig, zugleich jedoch instandhaltungsintensiv. Durch gezielte proaktive Maßnahmen konnte die Effizienz weiter gesteigert werden. Ein umfassender Maßnahmenkatalog zur weiteren Optimierung befindet sich in Ausarbeitung.
Investitionsbereich
Die Erweiterung des Heizkraftwerks II mit einer elektrischen Leistung von rund 5 MW sowie die Fertigstellung der Fernwärmeleitung nach Zipf wurden bereits 2024 abgeschlossen. Die Bauarbeiten auf Seiten Zipf endeten im ersten Quartal 2025; seit April 2025 kann die volle Kapazität geliefert werden. Im Jahr 2025 wurde zudem eine Containerverladeplattform angeschafft, um Container vor Ort mit eigenem Personal und eigener Ausrüstung zu beladen. Darüber hinaus wurde verstärkt in den Brandschutz von Anlagen und Gebäuden investiert.
Finanzierungsbereich
Die in der Vergangenheit erzielten Überschüsse wurden zur Stärkung des Working Capital und zur Sicherung der Liquidität am Standort verwendet. Dadurch konnten laufende Zahlungsverpflichtungen jederzeit fristgerecht erfüllt werden. Die umfangreichen Investitionsprojekte wurden sowohl durch langfristige Kredite als auch gezielt aus operativen Liquiditätsüberschüssen finanziert.
2. Zweigniederlassungen
Aktuell bestehen keine weiteren Zweigniederlassungen der Vöcklamarkter Holzindustrie GmbH.
3. Kennzahlen 2025
| 2025 | 2024 | |
|---|---|---|
| Anlagenintensität ((AV-IZ)/GK) | 65,03% | 65,88% |
| Nettoverschuldung | 30.125,7 T€ | 43.138,1 T€ |
| Eigenmittelquote (URG) | 57,16% | 49,97% |
| Fiktive Schuldentilgungsdauer | 4,2 Jahre | 5,4 Jahre |
| Working capital | 5.863 T€ | 5.315 T€ |
| Gesamtkapitalrentabilität | 3,40% | 0,06% |
| Operativer Cashflow | 15.506 T€ | 8.217 T€ |
| Investitionscashflow | -2.494 T€ | -3.552 T€ |
| Finanzierungscashflow | -12.930 T€ | -4.673 T€ |
| Veränderung liquider Mittel | 82 T€ | -8 T€ |
Umweltschutz
Die in Österreich geltenden Gesetze betreffend den Umweltschutz werden wie bisher voll eingehalten.
Mitarbeiter
Der Mitarbeiterstand betrug 2025 im Durchschnitt 163 Personen. Der Gesundheits- und Arbeitsschutz wird mit Hilfe externer Fachkräfte abgewickelt.
4. Voraussichtliche Entwicklung und Risiken der Gesellschaft
Im ersten Quartal 2026 blieben die Rundholzpreise auf dem Rekordniveau von Dezember 2025. Die Rundholzversorgung war sehr gut, sodass die zuvor stark reduzierten Rundholzlager wieder aufgefüllt werden konnten. Das hohe Rundholzaufkommen ist auf die günstige Witterung sowie das hohe Preisniveau zurückzuführen. Ursache der Preissteigerung sind die verringerten Angebotsmengen von Fichtenschnittholz am europäischen Markt im 4.Quartal, sämtliche Rundholzlager waren zur selben Zeit stark reduziert; die Nachfrage liegt auf einem ähnlichen Niveau wie 2024. Im Verlauf des ersten Quartals 2026 führte der Irankrieg zu einer deutlich veränderten Marktsituation. Die Logistikkosten in die Golfregion stiegen stark an, und die Verschiffung bereits verkaufter und produzierter Mengen in die Zielländer stellt eine große Herausforderung dar. Ein Ende des Konflikts ist derzeit nicht absehbar. Es ist davon auszugehen, dass es längere Zeit dauern wird, bis sich sowohl die Lage als auch die Kosten normalisieren.
Investitionen zur Verlängerung der Wertschöpfungskette werden laufend evaluiert und diskutiert. Als nächster Schritt zur Steigerung der Wertschöpfung am Standort ist eine Leistungssteigerung am Rundholzplatz vorgesehen.
Durch aktives Working-Capital-Management sowie gebildete Rücklagen ist die Rückzahlung sichergestellt. Auf Basis der aktuellen rollierenden Planung ist davon auszugehen, dass sich die Wirtschaftlichkeit des Unternehmens im Jahr 2026 voraussichtlich erst im vierten Quartal wieder verbessert.
Die Marktunsicherheiten infolge der US-Politik werden voraussichtlich das gesamte Wirtschaftsjahr andauern. Die damit verbundenen Marktverschiebungen werden 2026 die größten Herausforderungen darstellen. Es bleibt abzuwarten, wann sich die Absatzmärkte wieder stabilisieren.
Sonstige Risiken
Finanzielle Risiken
Das Risiko von Forderungsausfällen ist durch entsprechende Versicherungen beziehungsweise vertragliche Vereinbarungen begrenzt. Sowohl das bisherige Zahlungsverhalten als auch die aktuelle Einschätzung der Kunden geben keinen Hinweis auf mögliche Zahlungsausfälle.
Beschaffungsmarktrisiko
Das hohe lokale Angebot an Fichtenrundholz im ersten Quartal 2026 wird sich im Verlauf des zweiten Quartals abbauen. Es ist davon auszugehen, dass bis zum Beginn der Borkenkäfersaison eine Unterversorgung eintreten kann. Aufgrund der reduzierten Nachfrage der Sägewerke infolge der Absatzschwäche ist von einem stabilen Preisniveau auf dem Niveau des dritten Quartals 2025 auszugehen. Wie sich die Versorgung in der zweiten Jahreshälfte entwickelt, wird insbesondere vom Ausmaß möglicher Kalamitäten in den Monaten August und September abhängen. Vorsorglich wurde daher bereits im Vorjahr der Lieferantenstamm erweitert und das Einkaufsgebiet vergrößert, um auf diese Risiken vorbereitet zu sein.
Verkaufsrisiken
Die Risiken aus Kursschwankungen, politischen Entwicklungen und wirtschaftlichen Unsicherheiten bestehen weiterhin, können jedoch durch die breite Streuung der Absatzmärkte reduziert werden. Aktuell ist es herausfordernd, ausreichend lukrative Aufträge zu erzielen, um einen Zweischichtbetrieb der Säge sicherzustellen. Aufgrund der breiten Marktstreuung gelingt dies jedoch besser als bei Mitbewerbern, die bereits mit Produktionsrücknahmen auf die Absatzschwäche reagiert haben.
Rechtliche Risiken
Bei rechtlichen Fragestellungen steht die Geschäftsführung in enger Abstimmung mit den zuständigen Behörden. Die aktuelle Genehmigungslage stellt den laufenden Betrieb nicht infrage. Bei Planungen und Prognosen wird weiterhin von einem Zweischichtbetrieb in der Säge ausgegangen.
Personelle Risiken
Das Unternehmen verfügt über eine ausreichende Anzahl an Führungskräften und Facharbeitern.
IT-Risiken
Dem Risiko von Ausfällen und Sicherheitslücken wird durch die laufende Modernisierung der IT- Infrastruktur aktiv begegnet.
Technische Risiken
Da die Sägelinie ein technischer Eigenbau der früheren Firma Häupl ist, wird die Beschaffung von Ersatzteilen zunehmend schwieriger. Um dem entgegenzuwirken, wird kontinuierlich an der Verbesserung der Anlage gearbeitet.
5. Investitionen und Finanzierung
Derzeit werden weitere Um- und Ausbaumaßnahmen der Produktionsanlagen von internen und externen Experten geprüft, um die Leistungsfähigkeit der Anlagen weiter zu steigern.
6. Forschung und Entwicklung
Im Jahr 2025 wurden keine Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten durchgeführt.
Vöcklamarkt, am 03.06.2026