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Lagebericht 2024

Ferrexpo Port Services GmbH

Original-PDF

Stichtag 31. Dez. 2024 · Eingereicht am 30. Sep. 2025

Inhaltsverzeichnis

1. Lagebericht

I. Geschäftsverlauf und wirtschaftliche Lage der Gesellschaft – Bemerkungender Geschäftsleitung

Die Ferrexpo Port Services GmbH blieb auch im Jahr 2024 ein zentraler Akteur imBereichder Versorgung der gewerblichen Binnenschifffahrt mit Betriebsstoffen. Dazu zähltenTreibstoffe, Schmierstoffe, sowie weitere für den maritimen Betrieb unverzichtbare Materialien.

Die Verteilung der Versorgungsmengen erfolgte in den beiden Segmenten Güterschifffahrt und Tourismusschifffahrt.

Während die Frachtschifffahrt zu Jahresbeginn ein weitgehend stabiles Transportaufkommen verzeichnete, machten sich im weiteren Verlauf – insbesondere zumJahresende–deutliche Auswirkungen der gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen bemerkbar. Steigende Marktvolatilität, strukturelle Veränderungen in der globalen Nachfrage sowieveränderte Handelsströme prägten die Entwicklung in diesem Sektor.

Die Personenschifffahrt hingegen zeigte eine anhaltend stabile bis moderat positive Wachstumsdynamik. Der Tourismussektor profitierte von einer robusten Konsumentennachfrage, die sich in der Folge auch in einer konstanten bzw. leicht gestiegenen Nachfragenach Treibstoffen widerspiegelte.

I.1 Geschäftsverlauf

Im Geschäftsjahr 2024 setzte sich die Entwicklung in der Schifffahrtsbranche relativstabil fort, begleitet von spürbaren, aber weitgehend erwarteten Veränderungen. Währenddie Personenschifffahrt weiterhin eine stabile Marktposition hielt, stand die Frachtschifffahrt vor wachsenden Herausforderungen. Insbesondere auf der Donau nahmder Warenverkehrim Korridor Rumänien-Ukraine weiter ab, ohne eine Rückkehr zu den ursprünglichen Transportrouten zu verzeichnen. Diese Entwicklung spiegelt die wirtschaftliche Gesamtlage Europaswider, die weiterhin von Unsicherheiten und geopolitischen Spannungen geprägt ist.

Der Wettbewerbsdruck im Marktsegment Bunker variierte und hing stark von der Situationder Anbieter im östlichen Donauraum ab. Während viele dort ansässige Bunkerbetriebeteilweisemit infrastrukturellen und regulatorischen Herausforderungen zu kämpfen hatten, profitierteunser Unternehmen von einer verlässlichen Versorgung durch OMV. Die Kabinenschifffahrt bliebstabil und erfreute sich weiterhin hoher Nachfrage. Der Frachtschifffahrtssektor hingegenwarvon wirtschaftlichen Faktoren und nautischen Einschränkungen betroffen. HydrologischeEinflüsse, führten zwar nur zu kurzfristigen Störungen, wirkten sich jedoch auf die Absatzmengenaus.

Trotz dieser externen Herausforderungen konnte zum Jahresende eine insgesamt positive Performance bilanziert werden. Sowohl im Vergleich zum Budget als auch gegenüber demVorjahr ließ sich eine Steigerung der Abgabemengen feststellen. Die Margenentwicklungbliebprimär preisgetrieben, wies jedoch eine robuste Stabilität auf und konnte effektiv gesteuert werden.

Temporäre Verschiebungen der Bunkermengen zwischen Ungarn und Österreich tratenaufgrund regulatorischer Unsicherheiten bezüglich der Herkunft von Gasölprodukten auf. Besonders relevant war hierbei die Frage, ob in Ungarn möglicherweise Produkte russischen Ursprungsindie Gasölproduktion einfließen und ob dies eine Verletzung der geltenden EU-Sanktionsbestimmungen darstellen könnte. Diese regulatorischen Unklarheitenhattenjedoch keine signifikanten Marktveränderungzur Folge.

Im Jahr 2024 führten auch Hochwasserereignisse der Donau zu nautischen Einschränkungenim Schifffahrtsbetrieb, was sich direkt auf die Absatzmengen im Bunkerbusiness auswirkte. Indiesen Phasen kam es zu temporären Schifffahrtssperren sowie zu Einschränkungenbei Bunkerlieferungen.

Besonders betroffen waren Bunkerboote, die aufgrund ihrer vergleichsweisegeringeren Motorleistung bereits vor Erreichen der offiziellen Hochwassermarken Schwierigkeitenhatten, bestimmte Anlegestellen – insbesondere die Station Nussdorf – zu erreichen. Strömungsbedingte Einschränkungen und zeitweise gesperrte Schleusen führten zusätzlich zu Ausfällenim Betriebsablauf der Donauflotten.

Die retrospektive Analyse der Preisentwicklung im Geschäftsjahr zeigte eine insgesamt stabile Marktbewegung. Im betrachteten Zeitraum erreichte der Höchstwert 916,50 USDproTonne, während die niedrigste Notierung bei 629,25 USD pro Tonne lag. Im historischen Vergleicherwies sich diese Volatilität als moderat und bewegte sich innerhalb eines wirtschaftlichgut zu handhabenden Korridors.

Die beobachtete Preisstabilität stellte für unser Unternehmen einen Vorteil dar, insbesondereim Hinblick auf die strategische Preisgestaltung. Die weitgehende Konstanz der Marktpreise ermöglichte eine präzisere Kalkulation und reduzierte das Risiko unvorhersehbarer Preisrisiken. Dies trug nicht nur zur Planungssicherheit bei, sondern unterstützte auch die Entwicklungeiner nachhaltigen Preisstrategie. Durch diese Marktbedingungen konnte eine besserePreisstruktur verfolgt werden.

Zusätzliche Dienstleistungen, insbesondere der Handel mit Schmierölen, Schmierfettenund schifffahrtsspezifischen Materialien, trugen weiterhin zur Kundenbindung bei, wenngleichihr wirtschaftlicher Beitrag im Vergleich zum Kerngeschäftsfeld des Schiffsdieselverkaufsnachrangig blieb.

Ein essenzieller Bestandteil der strategischen Unternehmensplanung war auch imJahr 2024der langjährige Konsignationslagervertrag mit der Firma Varo Energy Inland BunkerserviceBV. Seit vielen Jahren bildet diese Partnerschaft eine tragende Säule der Versorgungssicherheit und gewährleistet eine zuverlässige und flexible Lagerhaltung, die sich als entscheidender Wettbewerbsvorteil erwiesen hat.

Ein besonderer Vorteil dieses Modells liegt in der effektiven Kontrolle vonKurs- und Notierungsrisiken. Durch die Möglichkeit, flexibel auf Marktbewegungen zu reagieren, können Preisschwankungen gezielt abgefedert und die Handelsstrategien entsprechendangepasst werden. Dies führt dazu, dass der Verkauf mit minimalem Risiko gestaltet werden kannundeine hohe Kalkulationssicherheit gewährleistet ist.

Die kontinuierliche Zusammenarbeit mit Varo Energy stärkt nicht nur die operativeEffizienz, sondern ermöglicht auch eine vorausschauende Marktanpassung, wodurch das Unternehmenin einem dynamischen Umfeld langfristig erfolgreich agieren kann. Die stabile Verfügbarkeit von Produkten schafft Planungssicherheit und trägt maßgeblich zur positiven Geschäftsentwicklung bei.

Angesichts der steigenden Anforderungen an eine resiliente Logistik- und Versorgungskettebleibt der Konsignationslagervertrag ein unverzichtbares Element der Unternehmensstrategie. Auchin Zukunft wird diese bewährte Struktur eine zentrale Rolle spielen, um Marktchancenoptimal zu nutzen, das Kursrisiko weiterhin effektiv zu minimieren und das nachhaltige Wachstumdes

Unternehmens weiter voranzutreiben.

Entwicklung der Einkaufs- und Verkaufspreise, sowie Beschreibung der Handelsspanne Die Entwicklung der Treibstoffpreise zeigt im betrachteten Zeitraum eine weitgehend stabile Tendenz. Die höheren Preise im Februar 2024 stellen zwar eine temporäre Abweichung dar, bewegen sich jedoch innerhalb eines unauffälligen Rahmens und bedürfen keiner besonderen Kommentierung. Insgesamt kann die Preisentwicklung als konstant bezeichnet werden.

Für das Bunkerbusiness war im Jahr 2024 weniger die Preisgestaltung der entscheidende Faktor, sondern vielmehr die Verfügbarkeit der Mengen, die einen spürbaren Einfluss hatte.

Die nachstehende Grafik veranschaulicht die vergleichsweise stabile Preisentwicklung anschaulich.

Treibstoffnotierungen USD/to

1.000,00 900,00 800,00 700,00 600,00 500,00 400,00 300,00 200,00 100,00

1 9 3 3 3 9 3 5

(Notierungen: Gasöl 10 ppm Barges FOB Rotterdam high Quotation)

Die Ferrexpo Port Services GmbH setzt seit Jahren konsequent auf ein tagesaktuelles Preismodell sowohl für den Einkauf als auch den Verkauf. Diese dynamische Preisgestaltung ermöglicht es dem Unternehmen, stets marktkonforme Verkaufspreise anzubieten und unmittelbar auf Preisbewegungen zu reagieren.

Im Vergleich dazu nutzen viele Mitbewerber entlang der Donau das FIFO-Prinzip (First In, First Out), wodurch Preisänderungen mit Verzögerung in die Verkaufskalkulation einfließen. Dies führt dazu, dass Wettbewerber in steigenden Märkten vorübergehend von niedrigeren Einkaufspreisen profitieren, während sie in fallenden Märkten mit höheren Bestandswerten operieren müssen. Die Ferrexpo Port Services GmbH hingegen kann durch ihr tagesaktuelles Modell bei sinkenden Preisen sofort günstigere Konditionen weitergeben und sich so einen Wettbewerbsvorteil sichern.

In einem bullischen Marktumfeld kann dieses Modell jedoch nachteilig sein, da die Preisgestaltung unmittelbar von steigenden Einkaufskosten beeinflusst wird. Dennoch gewährleistet diegewählte Preisstrategie eine transparente und marktgerechte Preisfindung, wodurch das Unternehmen seinen Kunden jederzeit wettbewerbsfähige Angebote unterbreiten kann. Zudemermöglicht das tagesbasierte Modell eine effektive Absicherung gegen Währungs- und Kursrisiken, da Preisschwankungen zeitnah berücksichtigt und entsprechende Adaptionen getroffenwerden können.

Branchenentwicklung, Marktumfeld, Trends

Im Geschäftsjahr 2024 blieb die Anbieterlandschaft für Bunkertreibstoffe und Schiffsmaterialien entlang der Donau unverändert. In Österreich sind Anbieter in Linz, Enns, Wien undKorneuburg vertreten, wobei die Ferrexpo Port Services GmbH eine wesentliche Rolle einnimmt. Während auch österreichische Bunkerstationen Wettbewerbsdruck erzeugen, haben jeneöstlichvon Österreich einen wesentlich größeren Einfluss auf den Markt.

Die Ferrexpo Port Services GmbH konnte ihre Rolle als der maßgebliche Akteur imBunkermarkt weiter festigen und sich als führender Anbieter in Österreich für die zuverlässige Versorgungder Binnenschifffahrt behaupten. Ein zentraler Erfolgsfaktor war dabei die kontinuierliche Versorgungssicherheit, die sich insbesondere in einem anspruchsvollen Marktumfeldalsklarer Wettbewerbsvorteil erwies. Während einige Mitbewerber mit Lieferengpässen undoperativen Einschränkungen konfrontiert waren, sicherte sich die Ferrexpo Port Services GmbHdurch effiziente Logistik, vorausschauendes Bestandsmanagement und strategische Partnerschaften eine durchgehende Verfügbarkeit von Bunkertreibstoffen.

Dieser konsequente Fokus auf Liefertreue und Kundenorientierung führte zu einer nachhaltig hohen Kundenzufriedenheit und stärkte die Marktposition des Unternehmens weiter. Geradein Zeiten wirtschaftlicher und logistischer Herausforderungen bewies Ferrexpo Port ServicesGmbH erneut ihre Zuverlässigkeit als Partner der Schifffahrt und leistete einen wesentlichenBeitragzur Stabilität und Effizienz des Bunkerbusiness an der Donau.

Die strategische Marktführerschaft und vorausschauende Unternehmensführung verdeutlichen, dass die Ferrexpo Port Services GmbH auch in Zukunft als maßgeblicher Anbieterim Bunkertreibstoffmarkt agieren und die Schifffahrt entlang der Donau mit höchster Verlässlichkeit versorgen kann.

Erneuerbare Energien und Alternativtreibstoffe für die Binnenschifffahrt

Im Jahr 2024 bleibt die Untersuchung alternativer Schiffstreibstoffe ein zentralesund herausforderndes Thema für das Unternehmen. Während dieser Bereich langfristigvon strategischer Bedeutung ist, erweist sich die praktische Umsetzung als schwierigundnur schleppend voranschreitend. Der klare Fokus liegt aktuell auf HVO (Hydrotreated VegetableOil), da es als kurzfristig umsetzbare Lösung mit erheblichen Vorteilen für die Binnenschifffahrt angesehen wird. Andere alternative Treibstoffe werden hingegen eher als mittelfristigeOptionen oder aufgrund regulatorischer und wirtschaftlicher Unsicherheiten als fraglich betrachtet.

HVO – Die derzeit vielversprechendste Option

HVO gilt als derzeit beste verfügbare Alternative für die Binnenschifffahrt, da es ohnegrößere Anpassungen der bestehenden Infrastruktur und Motorentechnologie eingesetzt werdenkann. Seine hohe Umweltfreundlichkeit, technische Kompatibilität und nachhaltige Rohstoffbasis machen es zu einer praxisnahen Lösung für eine nachhaltigere Schifffahrt.

Nachhaltigkeit & Emissionsreduktion: HVO wird aus erneuerbaren Quellen wie pflanzlichenÖlen oder tierischen Fetten gewonnen und bietet eine deutliche Reduzierungder Treibhausgasemissionen gegenüber fossilem Diesel.

Einfache Implementierung: Im Gegensatz zu anderen alternativen Treibstoffen kannHVOin bestehenden Dieselmotoren ohne technische Umrüstung verwendet werden, waseine kosteneffiziente Umstellung ermöglicht. Selbst ältere Motorengenerationen lassen sichproblemlos auf HVO-Betrieb umstellen.

Rohstoffverfügbarkeit & Diversifikation: Die Herstellung aus nachhaltigen Abfallstoffenminimiert die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen. Die Verfügbarkeit ist bereits in Teilengesichert, wenngleich langfristige Lieferstrukturen weiterentwickelt werden müssen.

Hohe Leistung & Betriebssicherheit: HVO weist eine vergleichbare oder sogar höhere Energiedichte und Verbrennungsqualität als herkömmlicher Dieselkraftstoff auf, wodurcheine zuverlässige Nutzung in der Binnenschifffahrt gewährleistet wird.

Wasserstoff & Methanol – Mittelfristige oder fragliche Alternativen

Während Wasserstoff, jedenfalls in der grünen Variante, als emissionsfreie Energiequelle grundsätzlich Potenzial bietet, sind die praktischen und wirtschaftlichen Herausforderungenderzeit erheblich. Insbesondere die niedrige Energiedichte, fehlende Speicherinfrastruktur undhohe Anschaffungskosten für Dual-Fuel-Motoren machen einen breiten Einsatz in der Binnenschifffahrt kurzfristig unwahrscheinlich. Zudem fehlen nach wie vor konkretegesetzliche Rahmenbedingungen und Bauvorschriften, die eine sichere Integration in den Schiffsverkehr ermöglichen würden.

Methanol gewinnt aufgrund seiner umweltfreundlichen Eigenschaften an Bedeutungundbietet Potenzial zur Emissionsreduktion. Jedoch sind umfangreiche Investitionenin Sicherheitsmaßnahmen und Anpassungen der Schiffsinfrastruktur erforderlich, dieden wirtschaftlichen Nutzen mittelfristig noch ungewiss erscheinen lassen. Nur eine vollständig„grüne“ Variante könnte einen nachhaltigen Beitrag zur Dekarbonisierung leisten, jedoch ist auchhierdie Verfügbarkeit und Produktionskapazität noch nicht im erforderlichen Maßstab gegeben.

Fazit: Klare Priorität auf HVO, andere Optionen sind mit Unsicherheiten behaftet

Während sich das Unternehmen weiterhin mit alternativen Treibstoffen auseinandersetzt, liegt der klare Fokus im Jahr 2024 auf HVO, da es eine kurzfristig realisierbare Lösung mit minimalem Investitionsbedarf darstellt. Wasserstoff und Methanol werden aufgrund wirtschaftlicher, technologischer und regulatorischer Hürden derzeit eher als mittelfristige oder unsichereOptionen betrachtet. Das Unternehmen bleibt jedoch bestrebt, langfristig nachhaltige Lösungenfürdie Binnenschifffahrt zu evaluieren und die technologische Entwicklung in diesemBereichaktivzu beobachten.

Strategie

In den vergangenen Jahren hat das Unternehmen die Kundenzufriedenheit als grundlegende Priorität etabliert und wird diesen Fokus auch in den kommenden Geschäftsjahrenkonsequent weiterverfolgen. Die kontinuierliche Verbesserung von Servicequalität, technischer Infrastruktur und nachhaltigen Lösungen ist dabei essenzieller Bestandteil der Unternehmensstrategie.

Als Teil seines umfassenden Engagements für den Umweltschutz investierte das Unternehmen

erhebliche finanzielle Mittel in die Modernisierung der Bunkeranlagen, insbesondereindenUmbau von Doppelhüllen, die Weiterentwicklung der Schiffstechnik und die Erhöhungder Betriebssicherheit. Diese Maßnahmen dienten nicht nur der Einhaltunghöchster Umweltstandards, sondern auch der langfristigen Sicherstellung eines nachhaltigenund zukunftsfähigen Betriebs.

Im vergangenen Geschäftsjahr wurden weiterhin verstärkt Gespräche mit Kunden, Behördenund Lieferanten über die Potenziale alternativer Treibstoffe geführt. Die aktive Auseinandersetzungmit nachhaltigen Energieträgern bleibt eine strategische Priorität, da umweltfreundlichereLösungen zunehmend an Bedeutung gewinnen und regulatorische Rahmenbedingungen stetigangepasst werden.

Mit großem Optimismus wurde bereits 2023 das Projekt zur Einführung von HVO100als Betriebsstoff für die Bunkerboote initiiert. Unter dem Leitsatz „Wir beliefern Sie umweltfreundlich“ sollte dieser Schritt ein deutliches Zeichen für nachhaltige Schifffahrt setzen. Trotzintensiver Bemühungen verzögerte sich die Umsetzung jedoch aufgrund fehlender behördlicher Freigaben. Das Unternehmen arbeitet weiterhin eng mit den zuständigen Behörden zusammen, umdie erforderlichen Genehmigungen zu erhalten und dieses zukunftsweisende Vorhabenerfolgreich umzusetzen.

Ein wesentlicher regulatorischer Hemmschuh liegt in den gesetzlichen Rahmenbedingungenzur Treibstoffmischung. Die Vermischung von HVO mit klassischem Marine Gasöl ist rechtlichnicht zulässig, da sie als unerlaubte Produktherstellung eingestuft würde. Dies hat erhebliche steuerliche Konsequenzen: Bereits geringfügige Beimischungen führen dazu, dassdie Steuerbefreiung für den Treibstoff entfällt. Zudem sind weitere rechtlich relevante Verordnungen, darunter die Herstellungsverordnung und die Kennzeichnungsverordnung, strikt zu beachten.

Diese Herausforderungen erfordern sorgfältige Prüfungen und Verhandlungen mit denBehörden, um einen rechtssicheren und wirtschaftlich tragfähigen Einsatz von HVO in der Binnenschifffahrt zu ermöglichen. Das Unternehmen wird auch in Zukunft intensiv daran arbeiten, die regulatorischen Hürden zu überwinden und einen nachhaltigen, gesetzeskonformenund wirtschaftlich effizienten Einsatz alternativer Treibstoffe zu realisieren.

Neben der vollständigen Umstellung auf HVO 100 arbeiten unsere Partner auchaneiner Mischlösung mit einem 20-prozentigen HVO-Anteil im klassischen Marinetreibstoff. Diesehybride Kraftstofflösung könnte eine technisch und wirtschaftlich praktikable Alternative darstellen, dasie eine Reduktion der CO2-Emissionen ermöglicht, ohne dass eine vollständige Umstellungauf reines HVO erforderlich ist.

Obwohl bereits konkrete Ansätze und teilweise Lösungen existieren, bleiben weiterhinoffene Fragen, insbesondere hinsichtlich der Marktnachfrage und Kostenverteilung. Ein zentralesThema ist die Frage, wer die höheren Treibstoffkosten trägt und wie diese Mehrkostenwirtschaftlich vertretbar gestaltet werden können.

Ein weiterer entscheidender Aspekt ist die Nachweisführung für Kunden. ZertifizierteLösungen spielen dabei eine zentrale Rolle, um den Einsatz von nachhaltigen Treibstoffen nachvollziehbar zu dokumentieren. Analog zu den SAF-Lieferungen (Sustainable Aviation Fuel) inder Luftfahrt könnten entsprechende Zertifikate ausgestellt werden, um die CO2-Einsparungentransparent nachzuweisen. Die genauen Details der Abwicklung, Zertifizierungsprozesse und Abstimmungen müssen jedoch noch weiter ausgearbeitet und mit den relevanten Akteuren abgestimmt werden.

Unser Unternehmen wird diesen Weg aktiv weiterverfolgen und eng mit seinen Partnernsowie

den zuständigen Behörden und Kunden zusammenarbeiten, um eine rechtskonforme, wirtschaftlich tragfähige und nachhaltige Lösung für den Einsatz von HVO-haltigen Treibstoffen in der Binnenschifffahrt zu entwickeln.

Umbauprojekt Bunkerboot „Wientank 1“ – Neumotorisierung

Im Rahmen eines umfassenden Modernisierungsprojekts wurde das Bunkerboot „Wientank 1" im Jahr 2024 vollständig überarbeitet und technisch auf den neuesten Stand gebracht. Trotz erheblicher Verzögerungen konnte das Projekt erfolgreich abgeschlossen werden, wodurch das Schiff nun sowohl umweltfreundlicher als auch effizienter operieren kann.

Ein zentrales Element der Modernisierung war der Einbau einer neuen, emissionsarmen Hauptmaschine des Fabrikats SCANIA, die eine deutliche Reduzierung der Schadstoffemissionen ermöglicht und zur Verbesserung der Umweltbilanz des Schiffes beiträgt. Ergänzend dazu wurde ein besonders leiser Stromgenerator installiert, der einen geräuscharmen und kundenfreundlichen Betrieb gewährleistet. Zudem wurde ein Abgasnachbehandlungssystem integriert, das Emissionen auf ein Minimum reduziert und höchsten Umweltstandards entspricht.

Neben diesen Kernmaßnahmen wurde das Getriebe erneuert, um eine optimierte Kraftübertragung und eine höhere umweltfreundlichere Effizienz sicherzustellen. Die Installation eines Zwei-Kreis-Rudersystems verbessert die nautische Sicherheit erheblich und erhöht die Manövrierfähigkeit des Schiffes. Darüber hinaus wurde eine moderne Steuerungstechnologie implementiert, die eine präzisere und energieeffizientere Bedienung ermöglicht.

Ein weiterer wichtiger Schritt in Richtung Nachhaltigkeit war die Umstellung der Heizungsanlage von fossilen Brennstoffen auf eine vollständig elektrische Lösung, wodurch die Umweltbelastung weiter reduziert werden kann. Auch die Antriebe der Abgabepumpen wurden erneuert, um die Effizienz der Treibstofflogistik weiter zu verbessern. Es wurde die Hydraulikanlage (Treibstoffabgabe) auf einen verlustfreien Direktantrieb umgestellt, der nun elektrisch betrieben wird und so zu einer weiteren Steigerung der Energieeffizienz beiträgt.

Für dieses umfassende Modernisierungsprojekt wurde im Rahmen des „Förderprogramms für klima- und umweltfreundliche Schifffahrt" der Republik Österreich ein Förderantrag eingereicht. Die Förderzusage wurde bereits erteilt, und die Fertigstellung des Projekts wurde gemeldet. Der entsprechende Zuschuss wird voraussichtlich im Jahr 2025 erwartet.

Mit der erfolgreichen Umsetzung dieser Modernisierung setzt das Unternehmen einen bedeutenden Schritt hin zu einer nachhaltigeren und technologisch optimierten Bunkerschifffahrt. Das Bunkerboot „Wientank 1" erfüllt nun höchste Umwelt- und Sicherheitsstandards und ist optimal für die zukünftigen Anforderungen im Markt gerüstet.

1.2 Zweigniederlassungen

Das Unternehmen plant weder kurz- noch mittelfristig die Errichtung von Zweigniederlassungen.

Entwicklung Umsatzerlöse (Sales)

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 8
202220232024
EUREUREUR
Umsatzerlöse17.601.65714.260.31414.840.484
17.000.000
16.000.000
15.000.000
14.000.000
13.000.000
12.000.000
11.000.000
10.000.000
9.000.000
8.000.000
7.000.000
6.000.000
5.000.000
4.000.000
3.000.000
2.000.000
1.000.000
0
202220232024

Beginnend ab dem Jahr 2018 wurde der Ausweis der Umsatzerlöse anhand der in AFRAC 32 Rz (8) ff. dargestellten Grundsätze geändert. Der Treibstoff, welcher an den Vertragspartner Varo abgegeben wurde, wird nicht mehr als Verkauf gesehen, sondern als Serviceleistung. Somit wird der Wareneinsatz aus der an Varo abgegebenen Menge mit dem Umsatz nicht mehr dargestellt und scheint nur noch genettet auf.

Die Umsatzerlöse sind im Vergleich zu 2023 leicht gestiegen, obwohl der durchschnittliche Verkaufspreis für Gasöl um ca. 10 % geringer war als im Vergleichszeitraum.

Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT)

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern entspricht dem um den Zinsaufwand korrigierten Ergebnis vor Steuern (Summe aus Z 7 und Z 10).

Ergebnis vor Steuern (Summe aus Z 7 und Z 10)

+ Zinsen und ähnliche Aufwendungen gem. § 231 Abs 2 Z 15 bzw. Abs 3 Z 14 UGB = Ergebnis vor Zinsen und Steuern

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 9
202220232024
EUREUREUR
Ergebnis vor2.333.859997.653752.779
Zinsaufwendungen und
Steuern
Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 9
Ergebnis vor Steuern
2.300.000
2.200.000
2.100.000
2.000.000
1.900.000
1.800.000
1.700.000
1.600.000
1.500.000
1.400.000
1.300.000
1.200.000
1.100.000
1.000.000
900.000
800.000
700.000
600.000
500.000
400.000
300.000
200.000
100.000
0
202220232024

Das Ergebnis des Jahres 2022 widerspiegelt zu einem großen Teil die Auflösung der Rückstellung für das Energie-Effizienzgesetz in Höhe von € 1.818.318,82, welche auf Grund eines Gutachtens entsprechend verbucht wurde.

Im Jahr 2023 wurde nachträglich eine Förderung wegen Covid-19 ausbezahlt, welche sich auf das Ergebnis positiv auswirkte.

Das Jahr 2024 war frei von Sonderpositionen, welche das Ergebnis beeinflussten.

Umsatzrentabilität

Die Umsatzrentabilität entspricht dem Verhältnis aus Ergebnis vor Zinsen und Steuern und den Umsatzerlösen.

Berechnung:

Ergebnis vor Zinsen und Steuern x 100 Umsatzerlöse

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 10
202220232024
6%%
|Umsatzrentabilität12,565,453,87

Umsatzrentabilität

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 10
12
11
10
9
8
Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 10
202220232024

Die Umsatzrentabilität des Jahres 2022 beträgt 12,56 % und beinhaltet die Auflösung der Rückstellung des EEffG. Das Ergebnis vor Steuern verringert um den Effekt der Rückstellungsauflösung ergibt eine Umsatzrentabilität von 2,23 %. Dies zeigt, dass durch die höheren Umsatzerlöse nicht zwingend die Margen steigen.

Das Jahr 2024 hat mit einer Umsatzrentabilität von 3,87 % einen soliden Wert erreicht.

Gesamtkapitalrentabilität

Die Gesamtkapitalrentabilität ergibt sich aus dem Verhältnis des Ergebnisses vor Zinsen und Steuern zum Gesamtkapital.

Berechnung:

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 11
Ergebnis vor Zinsen und Steuern x 100
Gesamtkapital
Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 11
202220232024
%%%
Gesamtkapitalrentabilität30,2912,548,08
Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 11
Gesamtka pitalrentabilität
30
28
26
24
22
20
18
16
14
12
Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 11
202220232024

In der Gesamtkapitalrentabilität ist ebenfalls der Effekt der Rückstellungsauflösung beinhaltet. Ohne diesen Effekt ergibt sich eine Gesamtkapitalrentabilität von 5,39 %.

Die Gesamtkapitalrentabilität mit 8,08 % für das Jahr 2024 – ohne Sondereffekte – ist ein erfreulicher Wert.

Vermögenslage

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 12
31.12.202431.12.2023+/-
EUREUREUR%
kurzfristiges Umlaufvermögen
Vorräte7.068,125.329,101.739,0232,6
Lieferforderungen1.344.949,121.308.031,4836.917,642,8
Forderungen gegenüber
verbundenen Unternehmen4.074.726,032.963.570,731.111.155,3037,5
sonstige Forderungen3.350,41500,002.850,41570,1
flüssige Mittel126.257,38647.706,75-521.449,37-80,5
Rechnungsabgrenzungsposten40.809,0757.104,99-16.295,92-28,5
Aktive latente Steuern505,99411,6694,3322,9
5.597.666,124.982.654,71615.011,4112,3
kurzfristiges Fremdkapital
kurzfristige Rückstellungen179.998,74155.329,3724.669,3715,9
Lieferverbindlichkeiten1.724.852,071.157.877,94566.974,1349,0
Verbindlichkeiten gegenüber
verbundenen Unternehmen712.540,70190.965,77521.574,93273,1
sonstige Verbindlichkeiten76.673,3760.455,0716.218,3026,8
2.694.064,881.564.628,151.129.436,7372,2
Working Capital
(Netto-Umlaufvermögen)2.903.601,243.418.026,56-514.425,32-15,1
Anlagevermögen
Sachanlagen1.510.191,361.223.232,09286.959,2723,5
langfristiges Fremdkapital
langfristige Rückstellungen3.965,273.052,31912,9629,9
Reinvermögen (Eigenkapital)4.409.827,334.638.206,34-228.379,01-4,9
Stammkapital3.700.000,003.700.000,000,000,0
Bilanzgewinn709.827,33938.206,34-228.379,01-24,3
Summe Eigenkapital4.409.827,334.638.206,34-228.379,01-4,9
Summe Fremdkapital2.698.030,151.567.680,461.130.349,6972,1
Bilanzsumme7.107.857,486.205.886,80901.970,6814,5

Eigenkapitalquote

Berechnung:

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 13
Eigenkapital
Gesamtkapital
202220232024
%%%
Eigenkapitalquote80,6974,7362,04
Eigenkapitalquote
80
75
70
65
60
55
50
45
40
35
30
25
20
15
10
5
0
202220232024

Die Eigenkapitalquote stellt den Anteil des Eigenkapitals am Gesamtkapital dar.

Finanzlage

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 14
202220232024
EUREUREUR
Jahresü./Fehlbetrag2.188.998937.865709.416
+ Abschr. AV u. UV71.90470.48165.567
+Abschr. Disagio000
+ RBW ausg. AG000
- Zuschreibungen000
- Aufl. Inv.zusch.000
Cash-Flow I2.260.9021.008.346774.983
+Dot. RSt2.87261.70225.582
Cash-Flow II2.263.7741.070.048800.565
- Aufl. Rückstellungen- 1.818.31900
- Eigenverbrauch000
Cash-Flow III445.4551.070.048800.565
Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 14
Cash-Flow
1.050.000
1.000.000
950.000
900.000
850.000
800.000
750.000
700.000
650.000
600.000
550.000
500.000
450.000
400.000
350.000
300.000
250.000
200.000
150.000
100.000
50.000
0
202220232024

I.4 Ereignisse von besonderer Bedeutung nach dem Abschlussstichtag

Der anhaltende Krieg in der Ukraine bleibt ein bedeutender geopolitischer Faktor, dessen wirtschaftliche Auswirkungen weiterhin in verschiedenen Bereichen der Schifffahrt spürbar sind.

Dennoch zeigt sich, dass die direkte Relevanz für den Bunkerbetrieb begrenzt ist und keine größere Bedrohung für die Geschäftstätigkeit darstellt.

Während die Personenschifffahrt aufgrund ihres spezifischen Aktionsradius nur marginal betroffen ist und sich bereits ab 2023, nach der COVID Zeit, vollständig stabilisiert hat, wirkt sich die Situation auf die Frachtschifffahrt deutlicher aus. Insbesondere in Bezug auf den Transport von Rohstoffen, die eine zentrale Rolle für die Güterschifffahrt spielen, bestehen weiterhin Herausforderungen.

Die Absatzmengen im Bunkerbereich unterliegen zwar weiterhin Schwankungen, doch die strategische Planung der Ferrexpo Port Services GmbH berücksichtigt diese Rahmenbedingungen umfassend. Besonders für die Konzerngesellschaft DDSG Mahart Kft. ergeben sich durch die anhaltenden Planungsunsicherheiten infolge des Ukraine-Kriegs Einschränkungen auf die Transportvolumen, die auch Auswirkungen auf unseren Betrieb haben können. Diese könnten erheblich sein, stellen jedoch keine wesentliche Bedrohung für die Ferrexpo Port Services GmbH dar. Die in Wien stationierte Bunkerstation sollte weitgehend verschont bleiben, sodass die operativen Abläufe weiterhin stabil bleiben.

Für die Kabinenschifffahrt wird auch für 2025 eine positive Entwicklung mit leichtem Wachstum erwartet, sodass potenzielle Einschränkungen im Frachtbereich durch Zuwächse im Tourismussektor teilweise kompensiert werden können. Insgesamt bleibt das Thema zwar wesentlich, jedoch mit nur begrenzter Relevanz für den Bunkerbetrieb. Ein Risiko für das Unternehmen ist weiterhin nicht zu erwarten.

Situation Mitteldestillat-Mengen

Die EU-Sanktionen, die seit dem 5. Februar 2023 den Import von Produkten aus russischem Rohöl untersagen, bleiben weiterhin bestehen, haben jedoch an Relevanz verloren. Zwar gab es anfänglich Befürchtungen über Versorgungsengpässe bei Mitteldestillaten, die sich in Teilen auch auf die Bunkerbetriebe auswirkten, jedoch hat sich die Marktsituation im Laufe des Jahres 2024 deutlich entspannt. Für 2024 zeigt sich eine stabile Versorgungslage, was sich auch in einer Preisberuhigung widerspiegelt.

Für 2025 wurde bereits eine Liefervereinbarung mit OMV und unserem Partner VARO Energy abgeschlossen, wodurch die Mengensicherung frühzeitig gewährleistet ist. Die Marktentwicklung zeigt sich sowohl volumenseitig als auch preisstrukturell vorteilhaft, was eine stabile Versorgungslage für den Bunkerbetrieb sicherstellt.

ETS2-Regelung und CO2-Bepreisung: Entwicklungen und Auswirkungen auf die Binnenschifffahrt in 2024

Grundsätzlich scheint die Schifffahrt in der ETS2 Regelung als betroffen auf jedoch bleibt die Donauschifffahrt ausdrücklich von der Ausweitung des Emissionshandelssystems (ETS2) in Osterreich ausgenommen. Diese Klarstellung ergibt sich aus der offiziellen Regelung, die gesetzliche Grundlage ist im 8. Abschnitt des EZG 2011 und den damit verbundenen Anhängen 10 und 11 zu finden. Punkt „c)" unter der Spalte „Tätigkeit“ im „Anhang 11 zu § 2 Abs. 1 Z 4 und zum 8. Abschnitt: Kategorien von Tätigkeiten, die zusätzlich in den Anwendungsbereich des 8. Abschnittes einbezogen werden“ lautet wie folgt:

"Brennstoffe, die für Zwecke des Schiffs- und Bootsverkehrs (einschließlich Sportgeräte) auf Inlandsgewässern eingesetzt werden; hiervon ausgenommen ist der gewerbliche Schiffsverkehr auf der Donau, dem Bodensee und dem Neusiedlersee."

Somit ist eindeutig festgelegt, dass der gewerbliche Schiffsverkehr auf der Donau nicht in den Geltungsbereich des ETS2 fällt. Diese Ausnahme wurde auch von der Wirtschaftskammer, den zuständigen Rechtsvertretungen und den Behörden bestätigt.

CO2-Bepreisung und Mineralölsteuer: Keine neuen Restriktionen für die Binnenschifffahrt

Wie in vielen anderen Ländern bleibt die Binnenschifffahrt in Osterreich weiterhin von direkten regulatorischen Einschränkungen unberührt. Diese Entscheidung wird als wesentlich für die Wettbewerbsfähigkeit des Sektors angesehen. Aufgrund ihrer hohen Effizienz und Umweltfreundlichkeit stellt die Binnenschifffahrt eine nachhaltige Alternative zu anderen Verkehrsträgern dar und trägt aktiv zur Reduzierung von Emissionen im Transportsektor bei.

Die anerkannte ökologische und wirtschaftliche Bedeutung dieses Verkehrsträgers macht eine Einführung zusätzlicher Abgaben wie eine CO2-Bepreisung oder eine Ausweitung der Mineralölsteuer wenig sinnvoll. Derartige Maßnahmen könnten nicht nur die Wirtschaftlichkeit der Branche gefährden, sondern auch die klimapolitischen Ziele der EU konterkarieren, indem sie eine Verlagerung des Güterverkehrs auf weniger umweltfreundliche Alternativen begünstigen.

RED III – Neue Entwicklungen und Unsicherheiten

Mit der Umsetzung der neuen Erneuerbare-Energien-Richtlinie (RED III) gewinnt das Thema alternative Kraftstoffe für die Schifffahrt erneut an Bedeutung. Erstmals wird die Binnenschifffahrt ausdrücklich in den Geltungsbereich der Regelung aufgenommen, jedoch fehlen bislang konkrete Maßnahmen oder Verpflichtungen.

Als Zeitpunkt für potenzielle Neuerungen wird Mitte Mai 2025 genannt. Allerdings haben die Behörden signalisiert, dass aufgrund der aktuellen politischen Lage in Osterreich und der langen ausstehenden Regierungsbildung im Jahr 2025 keine unmittelbaren Maßnahmen zu erwarten sind.

Da die zukünftige Entwicklung der Regulierung weiterhin unklar ist, wurde unternehmensseitig die Wirtschaftskammer aktiv eingebunden, um frühzeitig auf mögliche nachteilige Vorgaben reagieren zu können. Ziel ist es, die Interessen der Branche zu schützen und wirtschaftlich tragfähige Lösungen für die Binnenschifffahrt zu sichern.

Erneuerbare Energien und Alternativtreibstoffe für die Binnenschifffahrt

Auch 2025 bleibt die Untersuchung alternativer Schiffstreibstoffe ein strategisch bedeutendesund herausforderndes Thema. Der Fokus liegt auf HVO (Hydrotreated Vegetable Oil), daesohne größere Anpassungen der Infrastruktur oder Motorentechnologie genutzt werden kannundeine emissionsärmere Schifffahrt ermöglicht. HVO bietet eine hohe Umweltfreundlichkeit, einfache Implementierung und eine nachhaltige Rohstoffbasis, während langfristige Lieferstrukturennoch ausgebaut werden müssen.

Wasserstoff und Methanol gelten als mittelfristige oder unsichere Alternativen. Wasserstoff scheitert derzeit an der fehlenden Infrastruktur und hohen Investitionskosten, währendMethanol erhebliche Sicherheitsmaßnahmen und technische Anpassungen erfordert.

Das Unternehmen verfolgt weiterhin aktiv nachhaltige Lösungen und investierteindie Modernisierung der Bunkeranlagen sowie in die Optimierung der Schiffstechnologie. Die Einführung von HVO 100 als Betriebsstoff für Bunkerboote verzögert sich aufgrund regulatorischer Hürden, insbesondere hinsichtlich der Treibstoffmischung und steuerlicher Vorgaben. Alternativ wird eine 20%ige HVO-Mischlösung geprüft.

Zentrale Herausforderungen bleiben die Marktnachfrage, Kostenverteilung und Zertifizierung. Das Unternehmen arbeitet eng mit Behörden, Kunden und Partnern zusammen, umeine rechtskonforme, wirtschaftlich tragfähige und nachhaltige Lösung für den Einsatz vonHVOinder Binnenschifffahrt zu realisieren.

Dieses Thema wird im Lagebericht für 2024 genauer betrachtet und ist hier nur kompakt dargestellt, da die laufende Verfolgung des Themas im Fokus steht.

II. Bericht über die voraussichtliche Entwicklung und die Risiken des Unternehmens

II.1 Voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens

Die Planung für das Jahr 2025 in der Güterschifffahrt orientiert sich an den Entwicklungender Vorjahre und deutet auf weitgehend stabile Zahlen hin, wobei vereinzelt leichte Einschränkungen zu erwarten sind. Dennoch wird insgesamt mit einer moderaten Steigerung der Absatzmengen gerechnet. Die Kabinenschifffahrt hingegen dürfte ein deutliches Wachstumverzeichnen. Fürden Donaubereich wird ein Zuwachs von etwa zehn neuen Schiffen prognostiziert.

Die Mengenplanung für die Unternehmensgruppe wurde im Rahmen der konzernweiten Budgetplanung in enger Abstimmung mit den zuständigen Fachbereichenkoordiniert. Insbesondere im Bereich der Kabinenschifffahrt erfolgte eine detaillierte Budgetabstimmungmit unserem Partner, der Firma VARO Energy, um den steigenden Anforderungenundder Marktentwicklung Rechnung zu tragen.

II.2 Wesentliche Risiken und Ungewissheiten

Krieg – Ukraine

Wie bereits im aktuellen Lagebericht mehrfach hervorgehoben, könnten dieanhaltenden Kriegshandlungen in der Ukraine weiterhin Einfluss auf die Entwicklung der Güterschifffahrt nehmen und zu entsprechenden Abweichungen führen. Allerdings stellt dies nachderzeitigem

Kenntnisstand keinen existenziellen Risikofaktor für das Unternehmen dar.

Versicherung:

Zum Schutz vor potenziellen Haftungsrisiken im Zusammenhang mit Unfällenoder Umweltschäden im Bunkerbetrieb wurde eine umfassende P&I-Haftpflichtversicherung abgeschlossen. Darüber hinaus sind sämtliche Schiffseinheiten durch Kaskoversicherungen abgedeckt, um materielle Schäden angemessen abzusichern.

Qualitätssicherung

Im Rahmen des Qualitätsmanagements nach ISO 9001:2015 werden regelmäßigumfassende Sicherheitsaudits durchgeführt, um die Einhaltung höchster Sicherheits- und Prozessstandardszu gewährleisten. Sicherheit ist ein essenzieller Aspekt in risikobehafteten Arbeitsumgebungen–die Bunkertankstellen bilden hierbei keine Ausnahme. Das Management trägt durch kontinuierliche Überprüfung der Arbeitsschutzvorgaben, gesetzlichen Bestimmungen und Gefahrgutrichtlinien aktiv zur Risikominimierung und zum Schutz der Mitarbeiter bei.

Gefahrgutschulungen – Sicherheit - Schiffsausrüstung

Alle Mitarbeitenden verfügen über eine ADN-Sachkundigen Zertifizierung, welchefundierte Kenntnisse im Umgang mit gefährlichen Gütern und sicherheitsrelevanten Maßnahmennachweist. Dies stellt sicher, dass sämtliche operativen Tätigkeiten an Bord der Schiffe unter höchsten Sicherheitsstandards erfolgen und das Unfallrisiko minimiert wird. SämtlicheKollegenim operativen Bunkerbetrieb werden laufend auch hinsichtlich Erster Hilfe und demArbeitsschutz trainiert.

Das Unternehmen legt besonderen Wert auf Arbeitsschutz und Mitarbeitersicherheit. Nebender Bereitstellung persönlicher Schutzausrüstung für Tätigkeiten im Gefahrgutbereichwerden ausreichende Ruhezeiten sowie durchdachte Dienstschichten implementiert, umeinesichereund effiziente Arbeitsweise zu gewährleisten.

Zudem ist ein externer Gefahrgutbeauftragter mit der Überwachung der gesetzlichenVorschriften beauftragt. Dieser, von den zuständigen Schifffahrtsbehörden anerkannte Experte, verfügt über weitreichende Fachkenntnisse im Bereich ADN und Schiffstechnik. Seine Hauptaufgabebestehtin der Sicherstellung der rechtskonformen Handhabung gefährlicher Güter und der Minimierung betrieblicher Risiken. Mit seiner langjährigen Erfahrung unterstützt er das Unternehmenzusätzlich bei der kontinuierlichen Optimierung der Sicherheitsstandards und der weiterenReduzierung potenzieller Gefahrenquellen.

Alle Schiffe verfügen über gültige Zulassungsurkunden, Gefahrgutzeugnisse, sowiealle erforderlichen Unterlagen zur Produktlagerung. Zudem unterliegen sie der AUVA-Überwachung, verfügen über laufend geprüfte Prüfmittel und – sofern überwachungspflichtig–über Klassenzertifikate einer von der Schiffszulassungsbehörde akkreditierten Klassifikationsgesellschaft.

Finanzielles - Ausfallsrisiko:

Das Unternehmen verfügt über eine transparente und klar definierte Kundenstruktur, wobei Zahlungsausfälle nahezu vollständig vermieden werden. Vor der Geschäftsanbahnungwerden potenzielle Neukunden einer umfassenden Bonitätsprüfung unterzogen, auf derenGrundlage individuelle Kreditlimits festgelegt werden. In spezifischen Fällen wird die Lieferung ausschließlich

gegen Vorauszahlung abgewickelt.

Als Teil einer konzernverbundenen Unternehmensgruppe gelten konzerninterne Lieferungen trotz erhöhtem Forderungsbestand als risikoärmer. Dies wird durch die bestehende Konzernunterstützung weiter untermauert, insbesondere durch das Vorliegen eines "Parental Letter of Support" der FERREXPO PLC, welcher die wirtschaftliche Stabilität der internen Geschäftsbeziehungen zusätzlich absichert.

Zins- und Währungsrisiko:

Zum Zeitpunkt der Erstellung des Jahresabschlusses bestanden keinerlei Verbindlichkeiten der Gesellschaft gegenüber Kreditinstituten oder Leasinggesellschaften. Aufgrund der ausschließlichen Abwicklung sämtlicher Transaktionen in Euro unterliegt die Ferrexpo Port Services GmbH keinem Fremdwährungsrisiko und ist somit nicht von Währungsschwankungen betroffen.

III. Finanzinstrumente

Im letzten Geschäftsjahr wurden keine derivativen Finanzinstrumente eingesetzt. Alle Finanzinstrumente, die in der Bilanz erscheinen, werden gemäß den üblichen Risikomanagementpraktiken des Unternehmens verwaltet. Jegliche Risiken und notwendige Maßnahmen zur Absicherung werden im Rahmen der angewandten Buchhaltungs- und Bilanzierungsmethoden erfasst und sind im aktuellen Jahresabschluss angemessen berücksichtigt.

IV. Bericht über die Forschung und Entwicklung

Die kontinuierliche Modernisierung der Tankstellensysteme hat die Umweltstandards erheblich verbessert und das Risiko von Störfällen sowie Umweltschäden deutlich reduziert.

Nachhaltige Treibstoffe für die Binnenschifffahrt sind ein zentrales Thema in der Zusammenarbeit mit Partnern, Kunden und Lieferanten. Biogene Kraftstoffe kristallisieren sich zunehmend als vielversprechendste Alternative heraus.

Da dieses Thema im Bericht bereits ausführlich behandelt wird, erfolgt hier nur eine ergänzende Nennung. Das Unternehmen verfolgt diese Entwicklungen weiterhin aktiv und misst ihnen hohe Bedeutung bei.

V. Berichterstattung über wesentliche Merkmale des internen Kontroll- und des

Risikomanagementsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess

Für eine effektive Umsetzung des Kontroll- und Risikomanagements richtet sich die Gesellschaft an die konzernweiten Richtlinien der Ferrexpo AG. Zur Sicherstellung einer ordnungsgemäßen Rechnungslegung werden dabei zentrale Governance-Prinzipien des Konzerns konsequent angewendet. Dazu zählen die strikte Funktionstrennung, das Vier-Augen-Prinzip sowie gezielte IT-Zugriffsrestriktionen, um unbefugten Datenzugriff zu unterbinden und die Integrität der Finanzberichterstattung zu gewährleisten.

VI. Angaben zu Kapital-, Anteils-, Stimm- und Kontrollrechten und damit verbundenen Verpflichtungen

Die Ferrexpo Port Services GmbH ist eine vollständig konsolidierte Tochtergesellschaft der First-DDSG Logistics Holding GmbH, die ihrerseits als hundertprozentige Beteiligung im ausschließlichen Eigentum der Ferrexpo AG mit Sitz in der Schweiz steht.

Anmerkung zum Lagebericht

Der Lagebericht umfasst zukunftsgerichtete Aussagen und Prognosen zur weiteren Entwicklung der Gesellschaft sowie des wirtschaftlichen Umfelds. Diese Einschätzungen basieren auf den zum Zeitpunkt der Berichtserstellung verfügbaren Informationen. Aufgrund externer und unternehmensspezifischer Einflussfaktoren kann jedoch nicht ausgeschlossen werden, dass die tatsächlichen Entwicklungen von den im Bericht formulierten Erwartungen abweichen.

Datum:

Unterschrift der Geschäftsführung

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