Inhaltsverzeichnis
Die CERATIZIT Austria Gesellschaft m.b.H. konzentriert sich auf die Fertigung und den Vertrieb von Produkten aus Hartmetall sowie auf den Betrieb eines Test- und Versuchs-Zentrums („Innovation Centers“).
1. Bericht über den Geschäftsverlauf und die wirtschaftliche Lage
1.1
Geschäftsverlauf
Der Umsatz der CERATIZIT Austria Gesellschaft m.b.H. konnte im Berichtsjahr 2025/26 gegenüber dem letzten Geschäftsjahr einen Anstieg verzeichnen. Der erwirtschaftete Nettoumsatz belief sich dabei auf 326,9 MEUR gegenüber 261,6 MEUR im Vorjahr, was einer Steigerung um +25,0% entspricht. Das Ergebnis vor Steuern zeigte mit 46,7 MEUR in der Folge ebenfalls einen Anstieg gegenüber dem Vorjahr (+172,2%).
Ein mit der Umsatzsteigerung und Verlagerung von Produkten aus dem Werk Luxemburg zusammenhängender Anstieg in Ausbringung bzw. Tonnage führte in der Folge auch zu einer leichten Anpassung des Mitarbeiterstandes. Zum Geschäftsjahresende waren 824 aktive Mitarbeiter (davon 35 Leiharbeitskräfte) gegenüber 815 im Vorjahr beschäftigt.
Im Geschäftsjahr 2025/26 wurden am Standort 38,8 MEUR in Anlagen und Infrastruktur investiert.
1.2
Finanzielle Leistungsindikatoren
Die unter 1.1 beschriebenen Geschäftsergebnisse zeigten sich neben dem Umsatz auch in der Betriebsleistung (330,0 MEUR, +27,2% zum Vorjahr). In der Folge ergab sich im EBITDA mit 67,7 MEUR (+72,6% zum Vorjahr), im EBIT mit 47,9 MEUR (+145,1% zum Vorjahr), im Ergebnis vor Steuern mit 46,7 MEUR (+172,2% zum Vorjahr) sowie im Jahresüberschuss mit 37,8 MEUR (+163,6% zum Vorjahr) jeweils ein deutlicher Anstieg im Vergleich zum Vorjahr.
Der Cash-Flow aus dem Ergebnis zeigte einen Wert von 51,7 MEUR (+38,5% zum Vorjahr) aufgrund der bereits zuvor beschriebenen Ergebnisverbesserung. Durch ein in Summe positives Working Capital, im Wesentlichen getrieben durch den Aufbau von Verbindlichkeiten i.H.v. +37,9 MEUR und dem gegenläufigen Effekt des Bestandsaufbaus i.H.v. -17,4 MEUR, belief sich der operative Cash-Flow auf 68,1 MEUR (+171,4% zum Vorjahr). Der Cash-Flow aus der Investitionstätigkeit mit -54,9 MEUR und der Cash-Flow aus der Finanzierungstätigkeit mit -13,4 MEUR, davon alleine -5,0 MEUR aus der Dividendenausschüttung, führten zu einer Veränderung der liquiden Mittel gegenüber dem Vorjahr (-255 kEUR) auf 76 kEUR.
Die Eigenmittelquote betrug zum 28.02.2026 54,1%, gegenüber 53,4% zum Vorjahresstichtag. Das Eigenkapital veränderte sich im Geschäftsjahr 2025/26 v.a. durch den Jahresüberschuss verringert um eine Dividendenausschüttung i.H.v. 5,0 MEUR.
Die Nettofinanzverschuldung verringerte sich auf 61,7 MEUR (+26,4% zum Vorjahr) und zeigt damit einen Nettoverschuldungsgrad (Gearing Ratio) von 29,2% gegenüber 47,0% im Vorjahr.
1.3
Nicht finanzielle Leistungsindikatoren
Der Code of Conduct der Plansee Group definiert einheitliche Leitlinien für regelkonformes, ethisches und verantwortungsbewusstes unternehmerisches Handeln. Er adressiert insbesondere die Einhaltung von Menschenrechten und Arbeitsstandards, Korruptions- und Betrugsprävention, Datenschutz und Informationssicherheit, Umwelt- und Energiemanagement sowie die rechtskonforme Beschaffung und Verwendung von Rohstoffen und Produkten. Der Verhaltenskodex gilt für alle Unternehmen der Plansee Gruppe und bildet damit auch für die CERATIZIT Austria Gesellschaft m.b.H. eine wesentliche Grundlage des Compliance- und Nachhaltigkeitsmanagements zur Sicherstellung eines langfristig verantwortungsvollen Geschäftsbetriebs.
Der Verbesserung der Arbeitssicherheit wird durch gezielten Arbeitsschutz, wie z.B. der Gestaltung von Arbeitsplätzen, der Überprüfung der Arbeitsmittel und durch Sicherheitsschulungen für Mitarbeiter Rechnung getragen. Im Zuge des European Sustainability Reporting Standards wurde die Unfallkennzahl auf die Total Recordable Incident Rate (TRIR) umgestellt. Im Geschäftsjahr 2025/26 betrug die TRIR durchschnittlich 9,62. Auch die am Produktionsstandort Reutte seit Jahrzehnten vorhandene Werksfeuerwehr trägt zur Erhöhung der Arbeitssicherheit bei.
Der schonende Umgang mit der Umwelt ist der CERATIZIT Austria Gesellschaft m.b.H. ein besonderes Anliegen. Anhand spezifischer Kenngrößen werden regelmäßig Umweltauswirkungen bewertet, jährlich Umweltziele gesetzt und Umweltprogramme zur Erreichung dieser Ziele definiert. Beispiele solcher Kennzahlen sind der spezifische Energieeinsatz und die spezifische CO2-Emission.
2. Bericht über die voraussichtliche Entwicklung und Risiken des Unternehmens
2.1
Voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens
Grundsätzlich wird sich die CERATIZIT Austria Gesellschaft m.b.H. auch im nächsten Jahr in einem schwierigen Marktumfeld behaupten müssen. Stark steigende Rohstoffpreise im Speziellen für Wolfram und große Unsicherheiten in der Versorgungslage bei Energieträgern machen eine Prognose für die weiter Entwicklung der Konjunktur sehr schwierig. Trotz der weiter zunehmenden globalen Unsicherheiten (z.B. durch militärische Konflikte und durch weiter steigende Handelsbarrieren) wird mit einer leichten Erholung der Geschäftslage im Großteil der relevanten Märkte gerechnet. Die Geschäftslage in der Automobilindustrie wird sich kurzfristig aber nicht erholen.
Für das Geschäftsjahr 2026/27 wird unter Berücksichtigung der beschriebenen Rahmenbedingungen mit preisbedingten Umsatzsteigerungen und einer ähnlich positiven Ergebnissituation wie im abgelaufenen Geschäftsjahr gerechnet.
Das geplante Investitionsvolumen für 2026/27 liegt 19,7 MEUR. Davon 36% für
Automatisierungsprojekte und der Rest für Ersatz und Erweiterung.
2.2 Wesentliche Risiken und Ungewissheiten 2.2.1 Risikomanagement
Ein modernes Unternehmensmanagement erfordert die bewusste Auseinandersetzung mit
| den für das Unternehmen relevanten | Risiken. Die | zentrale | Aufgabe | eines |
|---|---|---|---|---|
| Risikomanagementsystems liegt in der frühzeitigen Erkennung möglicher Risiken und der | ||||
| Planung bzw. Veranlassung jener Maßnahmen, die nachteilige Auswirkungen negativer | ||||
| Entwicklungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage vermeiden oder zumindest | ||||
| begrenzen. Das Risikomanagementsystem wird durch ein – auf den Tätigkeitsbereich der | ||||
| Gesellschaft angemessen abgestimmtes - System der internen Kontrolle unterstützt. | ||||
| Marktrisiko | ||||
| Ein Hauptrisiko sieht die Gesellschaft in zyklisch wiederkehrenden, rezessiven | ||||
| konjunkturellen Entwicklungen der Gesamtwirtschaft. Die Nachhaltigkeit der Stabilisierung | ||||
| der Weltwirtschaft ist nach wie vor als nicht gesichert zu betrachten, was sich insbesondere | ||||
| durch den Russland-Ukraine-Konflikt und die Instabilitäten im Nahen und Mittleren Osten | ||||
| zeigt. Die entsprechenden Auswirkungen auf den Geschäftsverlauf im Jahr 2026/27 sind | ||||
| derzeit schwierig einschätzbar. Die Geschäftsleitung rechnet in diesem Zusammenhang mit | ||||
| kurzfristig stärkeren Nachfrageschwankungen und trägt diesem Risiko durch Notfallpläne | ||||
| Rechnung. Ein besonderes Augenmerk liegt daher auf der situationsbezogenen | ||||
| Ausgewogenheit von Neuinvestitionen, Mitarbeiterplanungen und Anpassungen in der | ||||
| Supply Chain, bezogen auf den prognostizierten Geschäftsverlauf, sowie weiteren | ||||
| Bestrebungen zur Flexibilisierung von Fixkosten. | ||||
| Elementarrisiko | ||||
| Weitere wesentliche Risiken sind für die | CERATIZIT Austria Gesellschaft m.b.H. | |||
| Elementar-Risiken, wie z.B. Feuer. Diesen Risiken wird durch diverse operative | ||||
| Gegenmaßnahmen gegengesteuert. Dennoch möglicherweise eintretende Schadensfälle | ||||
| sind über Versicherungen abgedeckt. | ||||
| Rohstoffrisiko | ||||
| Den Risiken aus eingeschränkter Rohstoffverfügbarkeit werden durch langfristige | ||||
| vertragliche Absicherung von Rohstoffen und Vormaterialien sowie operativen Maßnahmen | ||||
| wie Recycling, Bestandsoptimierung und Operational Excellence Programmen zur | ||||
| Verringerung des Rohstoffeinsatzes entgegengewirkt. | ||||
| 2.2.2 Finanzinstrumente | ||||
| Zu den Finanzinstrumenten zählen finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, | ||||
| sowie vertragliche Ansprüche und Verpflichtungen über den Tausch bzw. die Ubertragung | ||||
| finanzieller Vermögenswerte. Die (originären) Finanzinstrumente umfassen auf der | ||||
| Aktivseite im Wesentlichen Finanzanlagen wie Wertpapiere, Forderungen und flüssige | ||||
| Mittel. Auf der Passivseite entsprechen sie weitgehend den Verbindlichkeiten. | ||||
| Preisänderungsrisiko | ||||
| Preisänderungsrisiken bestehen darin, dass der Wert eines Finanzinstrumentes aufgrund | ||||
| von Veränderungen des | Marktpreises oder preisbeeinflussender Parameter (wie | |||
| Wechselkurse, Volatilitäten oder Marktzinssätze) Schwankungen unterworfen ist. Bei der | ||||
| CERATIZIT Austria Gesellschaft m.b.H. bestehen solche Preisänderungsrisiken vor allem | ||||
bei den fix verzinsten Finanzforderungen/-schulden (sofern vorhanden) und bei den Wertpapieren des Anlagevermögens (Investmentfondsanteile). Fremdwährungsrisiken bestehen durch die kundenseitige Abrechnung u.a. in USD sowie GBP bzw. einkaufsseitigen USD und CHF Kontrakten. Dem Fremdwährungsrisiko wird durch ausschließlich zu Sicherungszwecken abgeschlossene, unterjährige derivative Finanzgeschäfte entgegengewirkt.
Liquiditātsrisiko
Liquiditätsrisiken bestehen im Allgemeinen darin, dass ein Unternehmen möglicherweise nicht in der Lage ist, die Finanzmittel zu beschaffen, die zur Tilgung der im Zusammenhang mit Finanzinstrumenten eingegangenen Verpflichtungen notwendig sind. Die bestehende Liquiditätssituation versetzt die Gesellschaft in die Lage, ihren Verpflichtungen fristgerecht nachzukommen. Wesentliche Instrumente zur Steuerung des Liquiditätsrisikos sind eine revolvierende Finanzplanung wie auch die Vereinbarung bestätigter Kreditlinien bei Finanzierungspartnern (entsprechende Allokationen erfolgen bei Bedarf über die Plansee Group Functions Luxembourg S.A. oder die Plansee Holding Aktiengesellschaft). Im Zuge des laufenden Investitionsprogramms wurden in Verbindung mit staatlichen Unterstützungsprogrammen zusätzliche lokale Kreditlinien aufgebaut.
Ausfallrisiko
Ausfallrisiken ergeben sich im Allgemeinen aus der Gefahr, dass der Vertragspartner eines Finanzinstrumentes seinen Verpflichtungen nicht oder nicht fristgerecht nachkommen kann und dadurch finanzielle Verluste eintreten. Das Ausfallrisiko bei den Forderungen wird aufgrund von Erfahrungswerten als gering eingestuft (im Jahresabschluss wird in Form von Einzelwertberichtigungen und Pauschalwertberichtigungen vorgesorgt). Außerdem wird das Risiko durch ein stringentes Forderungs- und Kreditmanagement sowie eine Kreditversicherung minimiert. Bei den liquiden Mittein wird das Ausfallrisiko ebenfalls als gering eingeschätzt, da es sich bei den Vertragspartnern um Kreditinstitute mit bester Bonität handelt, die Liquidität über den Cash-Pool bei anderen Konzerngesellschaften veranlagt wird oder auch Aufrechnungsvereinbarungen (mit den Verbindlichkeiten anderer Konzerngesellschaften) bei den Kreditinstituten bestehen.
Cashflow Risiko
Cash-Flow Risiken resultieren im Allgemeinen daraus, dass die künftig erwarteten Zahlungsströme aus einem Finanzinstrument Schwankungen ausgesetzt und damit vertraglich nicht definiert sind. Ein Zinsänderungsrisiko besteht insbesondere bei den variabel verzinsten Finanzforderungen bzw. Finanzverbindlichkeiten. Diesem Risiko wird – bei langfristigen Verträgen – durch ausschließlich zu Sicherungszwecken abgeschlossene derivative Finanzgeschäfte entgegengewirkt.
3. Bericht über Forschung und Entwicklung
Wie schon in den Jahren zuvor hat die CERATIZIT Austria Gesellschaft m.b.H. wesentliche Mittel für Forschung und Entwicklung aufgewendet mit dem Ziel mittelfristig eine Quote von 50% an Neuprodukten zu erreichen. Schwerpunkte waren weiterhin Neu- und Weiterentwicklungen von Basiswerkstoffen, Beschichtungen und Werkzeugsystemen sowie deren kundenbezogene Anwendung.
4. Zweigniederlassungen
Die Gesellschaft hat keine Zweigniederlassungen.
Reutte, 03.06.2026
Die Geschäftsführung
Dipl.-Ing. Simon Philipp Jost
Simon Philip Jost
Simon Philipp Jost •
Bildmarke des Amtssiegels gemäß §13 Absatz 2 Notariatsordnung.