Inhaltsverzeichnis
Insort GmbH
zum Jahresabschluss per 31.12.2025
1. Bericht zum Geschäftsverlauf und zur wirtschaftlichen Lage
1.1. Geschäftsverlauf
Die Insort GmbH mit Hauptsitz in Österreich hat eine starke internationale Ausrichtung mit einer durchschnittlichen Exportquote von rund 95 %. Das Unternehmen betreibt je eine Vertriebs- und Servicetochter in Toronto (Kanada) und Turlock (Kalifornien, USA). Zudem wurde im November 2024 die Eivis Soft GmbH als Tochtergesellschaft (75 % Beteiligung) gegründet, die sich auf die Entwicklung von KI-basierter Software für Sortiertechnologien spezialisiert.
Im Geschäftsjahr 2025 verlief die wirtschaftliche Entwicklung der Insort GmbH insgesamt äußerst unbefriedigend. Dafür sind mehrere Gründe zu nennen.
Das Jahr 2025 war erneut von globalen wirtschaftlichen Unsicherheiten und einer insgesamt zurückhaltenden Investitionsbereitschaft geprägt. Einer der Hauptgründe für das negative Ergebnis waren die nicht planbaren Rahmenbedingungen in den USA durch die Einführung und Ausweitung von Zöllen, welche relevante Auswirkungen auf Investitionsentscheidungen der Kunden hatten und zusätzlich zu erhöhten Kosten führte.
Zusätzlich wirkten sich Unsicherheiten im internationalen Handel sowie substanzielle Wechselkursschwankungen negativ auf die Geschäftsentwicklung aus. Die daraus resultierenden Margenrückgänge konnte durch interne Effizienzmaßnahmen kurzfristig kaum kompensiert werden.
Hinzu kamen falsche strategische Entscheidungen der Geschäftsführung. Vor allem der im Jahr 2024 erfolgte Personalaufbau hatte in Verbindung mit den im Vergleich zum Budget 2025 deutlich niedrigeren Erlösen erhebliche Auswirkungen auf das negative Ergebnis im Jahr 2025.
Mit 1. Juli 2025 erfolgte aus diesem Grund ein Geschäftsführerwechsel und es wurden umgehend entsprechende, korrigierende Maßnahmen zur Effizienzsteigerung und Kostensenkung mit folgenden Schwerpunkten eingeleitet:
• Technische Optimierungen im Anlagenbau zur Kostensenkung im Bereich Wareneinsatz und Fertigungsintensität • Kostenreduktion bei Dienstreisen durch Umstellung der Buchungssystematik • Einsparungen bei Personalkosten, dem größten Aufwandsposten der Insort im Bereich der Fixkosten. Hier wurden Abgänge grundsätzlich nicht nachbesetzt. Es mussten auch Mitarbeiter in allen Abteilungen abgebaut werden. Im Zeitraum von Oktober 2025 bis März 2026 wurden seitens des Arbeitgebers 12 Kündigungen ausgesprochen. • Der Mitarbeiterstand per August 2025 lag bei 67 Beschäftigten (61,7 VZÄ) mit Juni 2026 liegt der Beschäftigungsstand bei 51 Personen (46,93 VZÄ).
1.2 Bericht zu den Tochterunternehmen
Die beiden Niederlassungen in den USA und Kanada fungieren hauptsächlich als Service und Vertriebsniederlassung. Zusätzlich werden vor allem am Standort in den USA kundenspezifische Tests an der Demoanlage vor Ort, häufig auch im Beisein der entsprechenden Kunden, durchgeführt.
An den beiden Standorten waren zum Stichtag 31.12.2025 insgesamt 10 Personen (Köpfe) mit den Hauptaufgaben „Vertrieb“ sowie „Service und Inbetriebnahme“ beschäftigt.
Besonders der Standort in den USA ist in der aktuellen Handelssituation besonders wichtig, da es die Möglichkeit bietet Zoll- und Importkosten zu reduzieren.
Zusätzlich wird über die Tochter in den USA auch der sich sehr positiv entwickelnde südamerikanische Markt bearbeitet und entsprechende Aufträge und Erlöse konnten bereits erzielt werden.
Im Wirtschaftsjahr 2025 wurden 34% der Erlöse aus Anlagenverkäufe in Nordamerika erzielt. Zusätzlich spielen die steigenden Erlöse aus dem Bereich „Customer Service“ eine immer wichtigere Rolle für die Töchter und das Unter-
nehmen gesamt. Im Geschäftsjahr 2025 hatte der nordamerikanische Nussbereich, trotz schwieriger Rahmenbedingungen eine wesentliche Rolle in der Ergebnisentwicklung, blieb allerdings deutlich unter dem Budget.
Grundsätzlich kann vor allem die Entwicklung der Tochter in den USA als sehr nachhaltig bewertet werden und auch deren Einfluss auf die wirtschaftliche Entwicklung der Insort GmbH ist langfristig von großer Bedeutung.
Die Eivis Soft GmbH wurde im November 2024 gegründet. An der Gesellschaft sind die Insort GmbH mit 75 % und die KESTRELEYE GmbH mit 25 % beteiligt. Zweck der Gesellschaft ist die Entwicklung spezialisierter Softwarelösungen, insbesondere im Bereich der Sortierung und Analyse in der Lebensmittelindustrie unter Einsatz von Systemen der künstlichen Intelligenz.
Vor der Gründung der Eivis Soft GmbH wurde die entsprechende Softwareentwicklung von der KESTRELEYE GmbH durchgeführt. Zur Sicherung und zum gezielten Aufbau dieses technologischen Know-hows innerhalb der Insort-Gruppe wurde gemeinsam mit der KESTRELEYE GmbH die Eivis Soft GmbH gegründet.
Die Eivis Soft GmbH konzentriert sich auf die Entwicklung kundenspezifischer KI-Lösungen für Sortiertechnologien. In den ersten Geschäftsjahren ist der Vertrieb maßgeschneiderter Softwarepakete vorrangig an die Insort GmbH vorgesehen. In weiterer Folge ist die Entwicklung und Vermarktung individueller Lösungen an weitere Kunden innerhalb der Sortierbranche geplant.
1.3 Geschäftsergebnis und Finanzlage
Die Insort GmbH hat im Wirtschaftsjahr 2025 einen Jahresfehlbetrag von EUR -1.601.197,53 (Vorjahr Jahresergebnis EUR 1.112.527,59) erzielt.
Der Netto-Geldfluss des Wirtschaftsjahres 2025 beträgt EUR -127.898,73 (Vorjahr EUR -574.281,17) und verteilt sich wie folgt:
• betriebliche Tätigkeit EUR -1.837.324,80 (Vorjahr EUR 575.370,29) • Investitionstätigkeit EUR -1.393.992,09 (Vorjahr EUR -1.178.714,62) • Finanzierungstätigkeit EUR 3.103.418,16 (Vorjahr EUR 29.063,16)
Die Eigenmittelquote nach § 23 URG beläuft sich auf 34,75% (Vorjahr 55,11%) und die fiktive Schuldentilgungsdauer nach § 24 URG ist nicht ermittelbar (Vorjahr 3,78 Jahre).
2. Bericht zur voraussichtlichen Entwicklung und den Risiken
2.1 Voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens und wesentliche Risiken Die globalen Unruhen und die makroökonomische Wirtschaftslage beeinflussen auch 2026 weiterhin den Geschäftsverlauf des Unternehmens, was sich auch in den geplanten Investitionsentscheidungen unserer Kunden widerspiegelt. Wobei die aktuelle politische Situation und besonders die unruhige Weltlage, zu einer gewissen Verunsicherung bei den Kunden und zu Verzögerungen bei den geplanten Abschlüssen führt.
Die in den Jahren 2022 bis 2024 deutlich gestiegenen Personalkosten verbunden mit bereits im Jahr 2024 hohen Personalaufbau haben sowohl direkt als auch indirekt Auswirkung auf die Ertragslage, auch für das Jahr 2026. Entsprechende Maßnahmen zur Personalkostenreduktion, welche bereits im Jahr 2025 begonnen wurden, werden auch im Jahr 2026 fortgesetzt. Ebenso die unter Punkt 1 bereits im WJ 2025 begonnenen Maßnahmen werden intensiv im Jahr 2026 umgesetzt.
Im laufenden Wirtschaftsjahr werden die Vertriebsaktivitäten in China, Indien und Australien weiter verstärkt, ebenso wird Südamerika aktiv bearbeitet. Ziel ist es, durch die Erschließung weiterer strategischer Absatzmärkte unsere Marktposition zu stärken und besser auf geopolitische Herausforderungen reagieren zu können.
Das Jahr 2026 wird basierend auf der aktuellen Situation vorsichtig, auf Basis des Wirtschaftsjahres 2024 sowohl im Bereich Erlöse als auch Kosten, geplant. Damit wurden geplanten Wachstumssteigerungen und Kosten auf einem niedrigeren Niveau und vorsichtig budgetiert.
Von den für das Wirtschaftsjahr 2026 geplanten Gesamterlösen für die GmbH von rd. EUR 17,6 Mio. sind mit Stichtag 03.06.2026 bereits EUR 7,757 Mio. mit
entsprechenden Aufträgen für Projekte und aus dem Bereich Customer Service abgeschlossen bzw. realisiert.
2.2. Wesentliche Risiken und Ungewissheiten
Im Geschäftsjahr 2026 ist die allgemeine makroökonomische Lage von geopolitischen Spannungen, volatilen Märkte und Unsicherheiten auf den Rohstoffmärkten geprägt. Zwar haben sich Investitionsbereitschaft und Marktstimmung im Vergleich zu den Vorjahren etwas beruhigt, dennoch bestehen weiterhin regionale und anwendungsspezifische Unterschiede in der Nachfrageentwicklung. Grundsätzlich werden tendenziell kleinere Investitionen getätigt und kaum Großprojekte vergeben.
Ein zusätzliches Risiko ergibt sich durch die derzeit unklare wirtschaftliche und politische Entwicklung in den USA und dem Nahen Osten, welche unter anderem zu Steigerungen bei den Rohstoffpreisen und Lieferengpässen führt.
Insbesondere mögliche protektionistische Maßnahmen und Zollbarrieren stellen ein potenzielles Hemmnis für den geplanten Geschäftsverlauf in Nordamerika dar. Die bestehende Tochtergesellschaft in Kalifornien wirkt dabei stabilisierend, da sie die lokale Marktpräsenz stärkt und potenzielle Handelshemmnisse teilweise abfedern kann. Die wirtschaftlichen Entwicklungen in den USA werden aufmerksam beobachtet, um gegebenenfalls frühzeitig Gegenmaßnahmen ergreifen zu können.
Die internationale Aufstellung der Insort GmbH wirkt diesen Unsicherheiten entgegen und bleibt ein wesentlicher strategischer Vorteil. Der Ausbau bestehender Märkte – insbesondere in Nordamerika, Asien, China und Australien, sowie der Aufbau neuer Märkte wie Südamerika – wird konsequent weiterverfolgt.
Zudem arbeitet das Unternehmen an der Weiterentwicklung und Erweiterung bestehender Software- und Hardwareplattformen, um die Innovationsführerschaft langfristig zu sichern. Die neu entwickelte Hardwareplattform wird in diesem Jahr ersten Kunden vorgestellt und erste Tests im Feld sind aktuell im Gange und es wird mit entsprechenden Verkäufen gerechnet.
Mit dieser neuen Plattform eröffnen sich für die Insort GmbH im Kartoffelmarkt bei bestehenden Kunden eine wesentliche neue Absatzmöglichkeit.
2.3. Berichterstattung zur Verwendung von Finanzinstrumenten
Zur Absicherung des Zinsänderungsrisikos wurde ein Zinsswap abgeschlossen.
3
Forschung und Entwicklung
Insort GmbH ist Technologieführer in der Sortierung von Lebensmitteln basierend auf Hyperspectral Imaging Technologien (Chemical Imaging Technology, CIT® ist als firmeneigene Marke registriert und bekannt). Die Weiterentwicklung dieses USP ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor für das Unternehmen und damit spielt Forschung und Entwicklung eine wesentliche Rolle.
Dementsprechend wurden in den letzten Jahren jährlich rd. EUR 1,5 Mio. in Forschung und Entwicklung investiert. Diese Kosten beziehen sich zum größten Teil auf interne Personalkosten.
Wesentliche Säulen zur Finanzierung dieses Forschungsaufwandes sind dabei auch Förderungen und die Forschungsprämie.
Es erfolgt regelmäßig ein Screening möglicher Förderprogramme der unterschiedlichsten nationalen und internationalen Förderstellen.
Geschäftsführung Insort GmbH
un
Lukas Lackner