Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Die Servus Intralogistics GmbH mit Sitz in Dornbirn (Österreich) ist ein Unternehmen der Heron Gruppe und spezialisiert auf vollautomatisierte Intralogistiklösungen. Mit ihrem modularen Transportsystem bietet Servus intelligente Lösungen für innerbetriebliche Materialflüsse entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Das Unternehmen betreut Kunden weltweit aus unterschiedlichsten Branchen.
Finanz-, Vermögens- und Ertragslage und finanzielle Leistungsindikatoren
Das Rohergebnis der Servus Intralogistics GmbH beträgt im Geschäftsjahr TEUR 24.975 und wurde somit gegenüber dem Vorjahr um 9,9% erhöht. (Vorjahr: TEUR 22.727).
Das Unternehmen hat im Wirtschaftsjahr 2025 einen Gewinn vor Steuern in Höhe von TEUR 47 erwirtschaftet (Vorjahr: Gewinn TEUR 317). Darüber hinaus hat das Unternehmen im Berichtsjahr alleine im Bereich F&E ca. 5,2 Mio. EUR investiert. Zusätzlich dazu wurden in Weiterentwicklungen und Neukomponentenentwicklungen beträchtliche Mittel investiert, die ebenfalls kurzfristig das Ergebnis belastet haben.
Das Anlagevermögen des Unternehmens ist im Vergleich zum Vorjahr um TEUR 57 gestiegen. Die Investitionen betrafen hauptsächlich die Neugestaltung der Homepage sowie die Anschaffung von Fahrzeugen.
Die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe wurden mit einem Gesamtwert von TEUR 3.753 zum Bilanzstichtag bewertet. Dies entspricht einer Abnahme gegenüber dem Vorjahr von ca. 5,2% (Vorjahr: TEUR 3.959). Die noch nicht abrechenbaren Leistungen steigerten sich von TEUR 15.242 auf TEUR 28.051. Dieser Anstieg ist auf Großaufträge zurückzuführen, die im Geschäftsjahr 2026 abgeschlossen werden. Die von den nicht abrechenbaren Leistungen offen abgesetzten erhaltenen Anzahlungen steigerten sich im Verhältnis des Anstieges der nicht abrechenbaren Leistungen von TEUR 12.062 auf TEUR 24.895, was sehr positive Auswirkungen auf die Unternehmensliquidität hatte.
Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind im Berichtsjahr um TEUR 553 gesunken. Die Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen verringerte sich im Berichtsjahr um TEUR 3.273 oder 36,2% auf TEUR 5.779 (Vorjahr: TEUR 9.052). Dieser Verringerung ist im Wesentlichen auf den Abbau von konzerninternen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zurückzuführen.
Die Rückstellungen haben sich um TEUR 3.548 auf TEUR 2.216 im Jahr 2025 verringert. Die Verringerung ist auf die gesunkene Rückstellung für abgerechnete Projekte sowie auf die Reduktion von Personalrückstellungen zurückzuführen.
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten bestehen keine. Die Verbindlichkeiten aus erhaltenen Anzahlungen haben sich aufgrund der laufenden Anzahlungsrechnungen aus dem Projektgeschäft von TEUR 13.741 auf TEUR 13.953 erhöht.
Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen erhöhten sich zum Bilanzstichtag auf TEUR 1.509 (Vorjahr: TEUR 1.054).
Die sonstigen Verbindlichkeiten sind von TEUR 2.646 auf TEUR 2.583 gesunken.
Die Geldflussrechnung für 2025 setzt sich wie folgt zusammen:
| 2025 | 2024 | |
|---|---|---|
| TEUR | TEUR | |
| Netto-Geldfluss aus der laufenden Geschäftstätigkeit | 2.353 | -534 |
| Netto-Geldfluss aus der Investitionstätigkeit | -1.578 | -1.172 |
| Netto-Geldfluss aus der Finanzierungstätigkeit | -503 | -111 |
| Veränderung der liquiden Mittel | 272 | -1.817 |
Die laufende Geschäftstätigkeit erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2025 einen Mittelzufluss in Höhe von TEUR 2.353.
Die Investitionstätigkeit führte zu einem Mittelabfluss in Höhe von TEUR 1.578 (Vorjahr TEUR -1.172). Dabei handelt es sich im Wesentlichen um den Aufbau von konzerninternen Verrechnungskonten sowie um Investitionen im Bereich des Sachanlagevermögens.
Aus der Finanzierungstätigkeit ist es zu einem Mittelabfluss in Höhe von TEUR 503 gekommen. Dies ist auf die Tilgung von FFG Krediten zurückzuführen.
Insgesamt hat sich der Stand an liquiden Mittel um TEUR 272 auf TEUR 2.209 erhöht.
Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren
Die Servus Intralogistics GmbH beschäftigt über das Jahr im Schnitt 160 Mitarbeiter (Vorjahr 158 Mitarbeiter). Der Großteil der Beschäftigten ist am Standort Dornbirn tätig.
Risikobericht
Die Servus Intralogistics GmbH ist bemüht Risiken möglichst gering zu halten und versicherbare Risken soweit möglich abzusichern.
Die nachfolgenden Risiken sind gemäß ihrer Bedeutung geordnet:
Beschaffungsmarkt
Im Gegensatz zu den starken Preiserhöhungen in den Vorjahren war das Geschäftsjahr 2025 von besseren Verhandlungsmöglichkeiten bei den Einkaufspreisen gekennzeichnet. Dennoch bleibt die Lage angespannt, denn trotz der günstigeren Preisentwicklungen zu Jahresbeginn kam es im Jahresverlauf 2025 weiterhin zu inflationsbedingten Preiserhöhungen bei Kernkomponenten.
Für 2026 wird laut aktuellen Marktanalysen wieder mit markanten Preissteigerungen gerechnet. Anfang 2026 erfolgten bereits deutliche Preiserhöhungen bei vielen wichtigen Kernkomponenten aufgrund der Energiekrise im Zusammenhang mit dem Irankrieg.
Die Problematik langfristiger Projekte besteht weiterhin darin, dass zwischen Angebotsabgabe und Realisierung mehrere Jahre liegen. Dadurch ist es schwierig, die aktuellen Preissteigerungen stets vollständig an Kunden weiterzureichen, was das operative Ergebnis auch 2025 belastet hat.
Preisschwankungen werden laufend beobachtet und fallbezogen analysiert, je nach Artikel werden Jahresverbrauchsmengen per Rahmenvertrag preislich abgesichert. Bei Abschluss von Rahmenverträgen für kostenintensive Komponenten, welche die Bedarfe über die bestehende Planung hinaus abdecken, werden die Kontraktmengen mit der Geschäftsführung und dem Vertrieb abgestimmt.
Personal
Die Unternehmensmutter Heron Innovations Factory verfolgt seit vielen Jahren die Strategie, qualifizierte Fachkräfte für ihre Tochtergesellschaften selbst auszubilden und anschließend in der Unternehmensgruppe zu halten. Im Zuge der Ausbildung erhalten die Mitarbeiter die Möglichkeit, in den operativen Gesellschaften zu arbeiten um anschließend den geeignetsten Platz wählen zu können. Neben der eigenen Fachkräfteausbildung wird auch das Recruiting über eine eigene Abteilung professionell verfolgt, um spezialisierte Fachkräfte am Arbeitsmarkt für die Unternehmensgruppe gewinnen zu können.
Neben der Ausbildung und Rekrutierung von Fachkräften ist das Unternehmen bemüht, ein für die Mitarbeiter optimales Umfeld zu schaffen und eine möglichst hohe Bindung durch verschiedenste Social Benefits und Firmenaktivitäten zu schaffen.
Absatzmarkt und Forderungsausfälle
Die Servus Intralogistics GmbH ist weltweit vertreten und beliefert Kunden in Nord- und Südamerika, Europa und Asien. Mit 94 % Umsatzanteil im Geschäftsjahr 2025 ist die D-A-CH- Region allerdings Kernmarkt des Unternehmens. Bei der Marktbearbeitung setzt das Unternehmen auf einen eigenen Vertrieb, welcher langfristige Kundenbeziehungen aufbaut und Neukunden akquiriert. Um die Kernmärkte zu erweitern beziehungsweise auszubauen, bestehen Niederlassungen in den USA und Deutschland.
Mit seinem Intralogistik-System ist das Unternehmen branchenunabhängig und es können somit potentielle Branchenschwankungen gut ausgeglichen werden.
Forderungsausfälle stellen für das Unternehmen kein besonderes Risiko dar. Wie im Anlagenbau üblich werden die Zahlungsströme mit dem Projektfortschritt koordiniert wodurch im Regelfall eine Projektfinanzierung mittels Anzahlungen gewährleistet ist. Vorleistungen des Unternehmens finden im Regelfall nur bei unkritischen Beträgen statt, welche deutlich unter die Wesentlichkeitsgrenze fallen bzw. im Servicegeschäft bei Bestandskunden, welche eine ausreichende Bonität ausweisen.
Finanzen und Finanzierung
Die Liquidität des Unternehmens wird laufend überwacht, kurzfristige Liquiditätsverschiebungen werden innerhalb der Gruppe je nach Bedarf durchgeführt. Das Anlagevermögen ist fristenkonform finanziert. Fremdwährungskredite bestehen keine.
Forschung und Entwicklung
In der Servus Intralogistics GmbH hat Forschung und Entwicklung einen sehr hohen Stellenwert. Sowohl die enormen Einsatzmöglichkeiten des Servus-Systems als auch die individuellen Kunden- und Branchenanforderungen setzten einen hohen Innovationsgrad und die Bereitschaft die Produktlösung ständig zu erweitern voraus. Der dadurch erreichte USP trägt nachhaltig dazu bei, das Unternehmen von seinen Mitbewerbern abzuheben.
Im Geschäftsjahr 2025 wurden am bestehenden System und an den laufenden Entwicklungen gearbeitet. Die weltweit effizienteste Transportrobotergeneration ARC5 wurde erfolgreich im Markt eingeführt. Erste Kundenprojekte konnten erfolgreich umgesetzt werden.
Außerdem wird an einer Neuentwicklung weitergeforscht. Mit der Forschung im Bereich Robotik und KI wird das Unternehmen einen zusätzlichen Markt erschließen. Insgesamt investierte das Unternehmen im Berichtsjahr ca. 5,2 Mio. EUR im Bereich Forschung und Entwicklung (ohne allgemeine Weiterentwicklungen und Neukomponentenentwicklungen), was ca. 10,2% der Betriebsleistung entspricht.
Umweltauflagen
Zum derzeitigen Zeitpunkt sind alle Umweltauflagen erfüllt und auch keine nicht erfüllbaren Umweltauflagen in Sicht.
Prognosebericht
Trotz der wirtschaftlichen Unsicherheiten, geprägt durch die schwierige Preissituation und Lieferschwierigkeiten konnte die avisierte Betriebsleistung erreicht werden. Das Order Book reflektiert die gute Marktakzeptanz mit einer Auslastung von mehr als einem Jahr.
Zwei Hauptprojekte, „Standardisierung vom Servus Baukasten“, und „Prozessautomatisierung im ERP System“ werden nachhaltig einen Beitrag zur Kostensenkung und Reduzierung der Durchlaufzeiten bringen.
Weiters wird verstärkt darauf geachtet, die Preissteigerungen durch Indexklauseln an die Kunden weiter zu verrechnen. Mit den ersten zwei Anlagen im Bereich von Medical/Krankenhauslogistik wird ein weiteres sehr vielversprechende Segment für das Unternehmen erschlossen.
Wie die Jahre zuvor wird weiterhin massiv in die Zukunft investiert, unter anderem durch hohe Ausgaben in die Entwicklung unserer Produkte, Anwendungen und Märkte.
Aufgrund des USPs des Servus Systems und der Erweiterung der Einsatzmöglichkeiten gepaart mit dem eigenen Vertrieb, der mehr oder weniger weltweit in viele Branchen liefern kann, blicken wir trotz der derzeitigen schwierigen Rahmenbedingungen sehr zuversichtlich auf die kommenden Geschäftsjahre.
Dornbirn, 11.06.2026
| er | Gerhard Kranzelbinder | Thomas Bisqhof |
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