Inhaltsverzeichnis
Allgemeines
Die HOMAG AUSTRIA Gesellschaft m.b.H. (kurz: HOAT) mit Sitz in Oberhofen am Irrsee ist eine mittelbare Tochtergesellschaft der aktuell im S-DAX notierten Dürr Aktiengesellschaft (kurz: DADE). Der Dürr-Konzern ist ein weltweit führender Maschinen -und Anlagenbauer mit besonderer Kompetenz in den Technologiefeldern Automatisierung, Digitalisierung und Energieeffizienz. Seine Produkte, Systeme und Services ermöglichen hocheffiziente und nachhaltige Fertigungsprozesse – vor allem in der Automobilindustrie und bei Produzenten von Möbeln und Holzhäusern, aber auch in Branchen wie Chemie, Pharma, Medizinprodukte, Elektro und Batteriefertigung. Im Jahr 2024 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 4,7 Mrd. €. Der Dürr-Konzern hat rund 20.000 Beschäftige, sowie 139 Standorte in 33 Ländern.
Der Konzern ist in drei Divisionen unterteilt, wobei HOAT der Division Woodworking (kurz: WOOD) angehört. Leitgesellschaft der Division WOOD ist die Homag Group AG (kurz: HGDE), die ebenfalls mehrheitlich dem Dürr-Konzern angehört und deren Aktien daneben im Freiverkehr (Open Market) der Deutschen Börse AG gehandelt werden.
HOAT ist daneben Mutterunternehmen der Roomle GmbH (kurz: HRAT) mit Sitz in Linz. HOAT hält 81,1 % an HRAT, die übrigen Anteile werden vom Unternehmensgründer gehalten.
Die Division Woodworking Machinery and Systems mit der Hauptmarke HOMAG fertigt Maschinen und Anlagen zur Holzbearbeitung. Unsere Technik wird zum Beispiel zur Produktion von Möbeln, Küchen sowie Parkett- und Laminatfußböden genutzt. Zu den Kernprodukten zählen Plattenaufteil- und Durchlaufsägen, CNC-Bearbeitungszentren, Bohrund Schleifmaschinen, Kantenanleimmaschinen sowie die zugehörigen Handling- und Lagersysteme. Das Softwareangebot reicht von einfach zu handhabenden Apps für Handwerksbetriebe bis zu Lösungen für die Digitalisierung kompletter Fabriken. Mit einem Weltmarktanteil von 25 bis 35 % rangiert die HOMAG Group im Geschäft mit Möbelherstellern deutlich vor den beiden nächstplatzierten Wettbewerbern.
Das zweite Standbein der Division ist der Geschäftsbereich Construction Elements Solutions (kurz: CES), der Anlagen für die Fertigung von Bauelementen für Holzhäuser anbietet. Hier verfügen wir über einen Weltmarktanteil von 20 bis 30 % nach zuletzt 15 bis 25 % im Vorjahr. Da Holzhäuser klimafreundlich sind und sich ihre Produktion gut automatisieren lässt, sehen wir in diesem Bereich mittel- und langfristig erhebliches Wachstumspotenzial. Zum Portfolio zählen Maschinen zur Herstellung von Fertighausteilen, Raummodulen, Fenstern, Türen und Treppen sowie Anlagen zur Massivholzoptimierung und Hochfrequenzpressen zur Produktion von Brettsperrholzplatten.
HOAT ist eine Vertriebs- und Servicegesellschaft mit Zuständigkeit für den österreichischen Markt. Die Gesellschaft hat im Wesentlichen drei Tätigkeitsbereiche:
• Vertrieb der o. a. Maschinen und Anlagen der Division WOOD des Dürr-Konzerns, • Vertrieb von Ersatzteilen für diese Maschinen und Anlagen, • Inbetriebnahme und Servicedienstleistungen im Zusammenhang mit dem o. a. Produktspektrum.
HRAT als Tochterunternehmen von HOAT bietet eine führende Lösung für die vollständige 3- D-Produktkonfiguration und -Visualisierung, die es ermöglicht, Produkte digital und realitätsnah zu modellieren. Die Gesellschaft bedient in erster Linie die Möbelindustrie. Im Rahmen der Akquisition wurden Optionen über den Erwerb der verbleibenden Anteile zu einem späteren Zeitpunkt vereinbart.
Geschäftsverlauf und -ergebnis
Das Geschäft des Maschinen- und Anlagenbaus ist durch Langfristfertigung gekennzeichnet. Der Auftragseingang eines Geschäftsjahres wird dementsprechend überwiegend zu Umsatz in künftigen Geschäftsjahren. In der Division WOOD waren die Jahre 2022 und 2023 sehr starke Umsatzjahre, während der Auftragseingang in der Division WOOD bereits im Jahr 2022 zurückgegangen, im Geschäftsjahr 2023 und 2024 regelrecht eingebrochen und im Jahr 2025 nochmals deutlich zurückgegangen ist. Ungeachtet dessen ist der Dürr-Konzern sehr solide finanziert und hat Maßnahmen ergriffen, um den Auswirkungen der absehbar schwachen nächsten Umsatzjahre entgegenzuwirken.
HOAT hat im Geschäftsjahr 2025 mit TEUR 20.700 einen soliden Umsatz erzielt. Das Jahr 2024 war mit einem Rekordumsatz von TEUR 27.578 geprägt. Das Geschäft der Gesellschaft zeichnet sich durch einen steilen Kostenverlauf aus, sodass sich die Materialaufwandsquote im Jahr 2025 auf 73,7% % und im Jahr 2024 auf 76,2 % belief. Die Materialaufwandquote ist um 2,5% gesunken, was auf einer deutlichen Veränderung des Umsatzmixes beruht; so hat sich der Anteil des Maschinenumsatzes am Gesamtumsatz von rund 73% auf 67% verringert und der Anteil des margenträchtigeren Ersatzteilumsatzes entsprechend erhöht.
Die Personalaufwandsquote betrug im Geschäftsjahr 2025 16,5 %, in 2024 11,9 % und im Jahr 2023 12,7%. Hier machen sich gegenläufige Effekte aus Personalaufbau und Gehaltssteigerungen und Fixkosteneffekte bemerkbar.
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind um TEUR 235 und damit leicht unterproportional zum Umsatz gesunken; so ist die Quote von 8,1 % vom Umsatz im Jahr 2024 auf 9,7 % vom Umsatz im Jahr 2025 um 1,6 Prozentpunkte gestiegen, wobei im Jahr zuvor ein Anstieg von 0,6 Prozentpunkten zu verzeichnen war; hier machen sich ebenfalls Fixkosteneffekte bemerkbar.
Dementsprechend ist der Betriebserfolg der Gesellschaft insbesondere aufgrund des gesunkenen Umsatzes trotz der gesunken Materialaufwandsquote von TEUR 1.271 (4,6 % vom Umsatz) im Jahr 2024 auf TEUR 103 (0,5 % vom Umsatz) im Jahr 2025 gesunken.
Das Zinsergebnis der Gesellschaft hat sich im Jahr 2025 auf TEUR 57 verbessert. Im Vorjahr belief sich das Zinsergebnis auf TEUR 2.
Im Jahr 2025 wurde ein Steueraufwand von 219 TEUR ausgewiesen. Dieser setzt sich aus den laufenden Steuern von TEUR 1, latenten Steuern für das Geschäftsjahr 2025 TEUR 43 sowie den periodenfremden latenten Steuern in der Höhe von TEUR 176 zusammen.
Dementsprechend ergab sich im Jahr 2025 ein Jahresverlust in Höhe von TEUR -67 nach einem Jahresüberschuss im Jahr 2024 in Höhe von TEUR 1.188. Ohne Berücksichtigung der oben erwähnten periodenfremden latenten Steuern hätte sich ein Jahresüberschuss von TEUR 109 ergeben. Der Cashflow I war mit 204 im Jahr 2025 und mit TEUR 1.201 im Jahr 2024 in beiden Jahren positiv.
Der Auftragseingang von HOAT sank im Geschäftsjahr 2025 auf TEUR 19.760, während er sich im Geschäftsjahr 2024 auf TEUR 27.245 belief, was einem Rückgang um 37,79% entspricht. Darauf zurückzuführen ist, die aktuell schwierige Wirtschaftslage in der holzverarbeitenden Industrie. Die Situation in Osterreich stellt sich als weiterhin stabil dar, verweist jedoch auf eine angespannte Marktsituation.
Lage des Unternehmens
Die Gesellschaft weist aufgrund des im Jahr 2025 erwirtschafteten Jahresverlustes eine Eigenkapitalquote zum 31. Dezember 2025 von 32,1 % nach 34,3 % zum 31. Dezember 2024 aus. Die Senkung der Eigenkapitalquote um 2,2 %, im Vergleich zum Vorjahr, ist zurückzuführen auf die Erhöhung der Verbindlichkeiten, die zu einer Ausweitung des Gesamtkapitals geführt hat, während das Eigenkapital weitgehend konstant geblieben ist. Diese Entwicklung spiegelt eine stärkere Fremdfinanzierung wider und hat den prozentualen Anteil des Eigenkapitals am Gesamtkapital entsprechend reduziert. Trotz der gesunkenen Eigenkapitalquote bleibt die finanzielle Stabilität des Unternehmens gewährleistet.
HOAT ist solide finanziert und verfügt insbesondere für das laufende operative Geschäft über ausreichend liquide Reserven, was sich an den positiven Banksalden (inkl. Cashpooling) zum 31. Dezember 2025 in Höhe von TEUR 2.753 bzw. TEUR 3.085 zum 31. Dezember 2024 zeigt.
Nachhaltigkeitsbericht
Nachhaltiges Handeln ist für die Homag Group integrativer Bestandteil der Unternehmensstrategie. Wir sind uns unserer Verantwortung gegenüber Umwelt, Gesellschaft sowie Beschäftigten, Aktionären und Geschäftspartnern bewusst. Es ist unsere Uberzeugung, dass sich ökonomische, ökologische und soziale Aspekte vereinbaren lassen. Wir bekennen uns zur „Nachhaltigkeit durch Verantwortung“ auch in unserem Leitbild.
Chancen und Risiken
Die Gesellschaft ist in das Risikomanagementsystem des Konzerns eingebunden. Die Gesellschaft ist im Wesentlichen Markt-, Kapazitätsrisiken und Forderungsausfallrisiken ausgesetzt sowie in eingeschränktem Umfang Gewährleistungs- und Produkthaftungsrisiken. Die Markt- und Kapazitätsrisiken werden dadurch gemanagt, dass die Kostenbasis auf eine möglichst nachhaltige Umsatzgröße ausgerichtet wird. Den Gewährleistungs- und Produkthaftungsrisiken wird durch regelmäßige Schulungen der Servicetechniker Rechnung getragen. Darüber hinaus werden bei Bedarf Service- bzw. Inbetriebnahme Kapazitäten der Strategieträger hinzugezogen.
Die von der Gesellschaft „verwendeten" Finanzinstrumente sind aus der Bilanz ersichtlich, wobei abweichend vom Gesetzeswortlaut die vorhandenen Finanzinstrumente weniger „Verwendung finden“, als vielmehr „im operativen Geschäftsbetrieb anfallen“; insbesondere kommen keine derivativen Finanzinstrumente zum Einsatz. Preisänderungsrisiken existieren aufgrund des Einkaufs in Euro und der Geschäftstätigkeit im Euroraum nicht. Den Forderungsausfallrisiken wird insbesondere durch Anzahlungen Rechnung getragen, welche von den Kunden bei Auftragserteilung sowie nach entsprechendem Auftragsfortschritt angefordert werden. Liquiditätsrisiken sind aufgrund der Einbindung in den Konzern von untergeordneter Bedeutung. Cashflow-Risiken bestehen in überschaubarem Umfang im Zusammenhang mit dem im Konzern (DADE) bestehenden Cashpooling-Saldo.
Die Verwendung des nachhaltigen Baustoffs Holz ermöglicht es, den CO°-Fußabdruck der Bauwirtschaft deutlich zu verkleinern. Das ist eine Chance für die HOMAG Group, die mit ihren Holzbearbeitungsmaschinen einen großen Teil der Wertschöpfungskette in der Produktion von Bauelementen abdeckt.
Voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens
2025 war gekennzeichnet von einer starken Auslastung im Bereich After Sales und einigen Maschinenbestellungen aus dem treuen und stabilen Kundenstamm von HOAT. Der Trend zu Automatisierungslösungen hält an.
Die Nachfrage nach Holzbearbeitungsmaschinen hängt unter anderem mit der Entwicklung im Bereich der Baugenehmigung zusammen. Seit 2022 geht die Zahl der Baubewilligungen für Wohnungen massiv zurück: Im Jahr 2024 belief sich die Anzahl der Baugenehmigungen auf 51.473 (VJ 46.565). Der Peak im Jahr 2017 mit 86.799 Baubewilligungen bedeutet ein Rückgang von rund 40%. Für 2024 und 2025 schien der negative Trend gestoppt zu sein. Eine nachhaltige Rückkehr den Werten 2017 bis 2022 scheint in weite Ferne gerückt zu sein. Trotz des anhaltend niedrigen Levels im Wohnungsbau konnten wir Projekte im Bereich Holzbau abschließen. Hier zahlen sich die Bemühungen des Aufbaus von Know-How im Vertrieb und After Sales aus, die uns in die Lage versetzen, diese Projekte selbständig abzuwickeln. Im sogenannten Projektgeschäft liegen der Gesellschaft vielversprechende Anfragen im mehrstelligen Millionenbereich vor, die im 1. Halbjahr entschieden werden.
Kunden von HOAT, die nicht im Privatsegment aktiv sind, sondern vielmehr über den Möbelhandel agieren, leiden unter der wiederholten, nunmehr endgültigen Insolvenz der Kika- Leiner-Gruppe und den damit einhergehenden Schließungen von Möbelhäusern. Umsatzrückgänge von 80 % sind bei diesen Kunden zu verkraften. Diesen begegnen Unternehmen mit Personalabbau und Produktionsstillständen. Die Gesamtzahl der Insolvenzen stieg 2025 bis zum 3. Quartal nochmals um 5,5% (VJ +22,8%); HOAT ist durch eine größere Insolvenz im Raum Salzburg betroffen. Der Ausfall betrug rund 20 TEUR. HOAT hat in den letzten Jahren ein ausgesprochen effektives Forderungsmanagement implementiert. Der Bestand der HOAT ist durch die Forderungsausfälle nicht gefährdet.
Aufgrund der Anfragesituation für Neumaschinen und Auslastung des Service Teams sehen wir das Ergebnis für 2026 voraussichtlich auf dem Niveau des Jahrs 2025.
Sonstiges
HOAT selbst betreibt keine Forschungs- und Entwicklungstätigkeit und verfügt über keine Zweigniederlassungen.
Oberhofen am Irrsee, 27. März 2026
DocuSigned by:
C46EEB3A05B24D9...
Thorsten Kubatzki