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Felbermayr Holding GmbH
Bericht über den Geschäftsverlauf und die wirtschaftliche Lage
Geschäftsverlauf
Die Felbermayr Holding GmbH ist die Muttergesellschaft des Felbermayr Holding Konzern. Dieser ist in den Bereichen Spezialtransport, Mobilkrane- und Arbeitsbühnenverleih, Heavylift-Handling und Montagedienstleistung, Hoch- und Tiefbau sowie der Binnenschiffahrts- und Seehafenspedition tätig. Im Geschäftsfeld Bau werden im Tiefbau vor allem die Sparten Straßenbau, Kanal- und Brückenbau, Spezialtiefbau, Landschaftsbau sowie der Wasserbau angeboten. Im Hochbau werden im Wesentlichen die Bereiche Gewerbe-, Industrie- und Wohnungsbauten abgedeckt. Diese Leistungspalette wird ergänzt durch die Abfallwirtschaft, Abbrucharbeiten und den Kiesabbau.
Im Transportbereich liegt die Basis in der Integration der drei Verkehrswege Straße, Schiene und Wasser. Zum umfassenden Dienstleistungsangebot zählen auch der Hafenumschlag, die Einlagerung von Schwerstgütern sowie die Schwermontage und Einbringung inklusive vorbereitender Spezialausführungsplanung (Engineered Solutions). Dieses sehr umfangreiche Leistungsspektrum wird von 26 Standorten im Inland und 56 Standorten im Ausland abgewickelt. Während die Sparte Bau vorwiegend im österreichischen und deutschen Raum tätig ist, hat sich Felbermayr in der Sparte Transport- und Hebetechnik zu einem führenden Dienstleistungsunternehmen in Zentral- und Osteuropa entwickelt. Die zur Logistiksparte zählende Haeger und Schmidt Gruppe ist spezialisiert auf logistische Lösungen auf dem Wasser und führt diese traditionell auf dem Rhein, dem küstennahen Bereich aber auch auf allen anderen zentraleuropäischen Binnengewässern durch. Bei länderübergreifenden und intermodalen Logistikprojekten profitiert die Felbermayr Gruppe dabei von Synergieeffekten in der Abwicklung durch Zusammenwirken der jeweiligen Logistikbereiche.
Die Erzeugerpreise sind wie im Jahr zuvor zurückgegangen, allerdings nicht mehr so stark wie im Jahr 2024. Im Schnitt waren im Jahr 2025 Industrieerzeugnisse um 0,8 % günstiger als im Vorjahr, während sie sich 2024 im Jahresvergleich um 3,5% verbilligt hatten. Der Bausektor, der sich auch in den vergangenen Jahren stark verteuert hatte, zeigte allerdings erneut Preissteigerungen. Laut Statistik Austria waren die Kosten für den Wohnhaus- und Siedlungsbau um 2,3% höher als 2024. Im Tiefbau wuchsen die Kosten im Jahresvergleich ebenfalls in allen Sparten. Der Index für den Straßenbau lag um 0,3% über dem Vorjahr. Die Inflation in Osterreich lag 2025 laut Statistik Austria damit im Durchschnitt bei 3,6%, nach 2,9% im Jahr 2024 und 7,8% in 2023. Die Inflation hat auch Auswirkungen auf die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank. Bis Juni 2025 reduzierte die Europäische Zentralbank den Leitzins in mehreren Schritten, zuletzt auf 2%. Diese Veränderungen wirken sich auch auf den EURIBOR aus. Der 3-Monats-Euribor startete zu Beginn des Jahres 2025 mit einem Wert von 2,7% und verringerte sich bis Ende des Jahres auf 2,0%. Nach aktuellem Stand liegt der 3-Monats-Euribor bei 2,2%. Für 2026 wird erwartet, dass sich der 3-Monats-Euribor auf diesem Niveau stabilisiert, wobei Unsicherheiten bestehen, welche Auswirkungen die Entwicklungen der Rohstoffpreise auf die Zinspolitik der EZB haben wird.
Der Euro entwickelte sich im Jahresdurchschnitt 2025 gegenüber den meisten konzernrelevanten Währungen der ausländischen Tochtergesellschaften weitgehend stabil. Im Euroraum ist nach einer ersten Schätzung der Jahreswachstumsrate das Bruttoinlandsprodukt um 1,5% gestiegen. In Osterreich konnte wieder ein leichtes Wachstum des realen Bruttoinlandsproduktes von 0,6% verzeichnet werden, dieser Wert lag jedoch deutlich unter dem EU-Schnitt. Die Warenherstellung trug im produzierenden Bereich deutlich zum Wachstum bei, Investitionen und Konsum lieferten positive Impulse. Die weitere wirtschaftliche Entwicklung bleibt allerdings anspruchsvoll. Die globalen wirtschaftlichen Unsicherheiten führen nach wie vor zu Zurückhaltung bei Unternehmen und privaten Haushalten. Aktuell rechnen Okonomen für die Jahre 2026 und 2027 mit einem Plus des Bruttoinlandsproduktes von 0,8% bzw. 1,1%. Ebenso lagen die Wachstumsraten in Deutschland (0,2 %), in Ungarn (0,5%) und in der Slowakei (+0,8%) unter dem EU-Durchschnitt. In anderen von Felbermayr bedienten Märkten wie Polen (+3,6%), Bulgarien (+3,1%) und Tschechien (+2,6%) wurde hingegen ein überdurchschnittliches Wirtschaftswachstum verzeichnet.
Rückwirkend mit 1.1.2025 wurde das niederländische Familienunternehmen Jozef Hermans in Holland übernommen. Der Nischenanbieter ist im Bereich der Industrieverlagerungen vor allem in Deutschland und den Niederlanden aktiv. Das Unternehmen Jozef Hermans bietet Produktionslinien- und Maschinenverlagerungen bis hin zu kompletten Firmenumzügen und ergänzt damit gezielt das Dienstleistungsportfolio im Geschäftsfeld Transport- und Hebetechnik. Die im Jahr 2024 erworbenen Casa Sasso Gesellschaften wurde mit West-Asphalt Straßenbau GmbH fusioniert und in die casawest GmbH umfirmiert. Ebenso wurde die bulgarische Gesellschaft Maritza Avtokranove in die Felbermayr Bulgaria EOOD verschmolzen. In Rumänien wurde der operative Geschäftsbetrieb auf die Felbermayr Romania s.r.l. konsolidiert. Damit hält die Gesellschaft zum Abschlussstichtag in 13 Ländern insgesamt 27 ausländische Mehrheitsbeteiligungen sowie drei Minderheitsbeteiligungen direkt. In Osterreich werden 12 Mehrheitsbeteiligungen gehalten. Bei den österreichischen operativen Beteiligungen erhöhte sich der Umsatz der Felbermayr Transport- und Hebetechnik GmbH & Co KG gegenüber 2024 um 3,8 % auf € 226,7 Mio. Das Geschäftsfeld Bau zeigte sich wie bereits im Vorjahr trotz herausfordernder konjunktureller Rahmenbedingungen robust. Die Betriebsleistung der Felbermayr Bau GmbH & Co KG erhöhte sich im Jahresvergleich und betrug € 160,6 Mio. (+1,8%). Die Felbermayr Deutschland GmbH erwirtschaftete einen um 13,3% höheren Jahresumsatz. Die Haeger & Schmidt Logistics GmbH beendete das Wirtschaftsjahr mit einer Umsatzsteigerung in Höhe von 2,95%. Die HAGN Umwelttechnik GmbH erwirtschaftete eine Betriebsleistung von € 40 Mio. und damit um 36,1% mehr als im Vorjahr.
Die Felbermayr Holding GmbH erzielte im abgelaufenen Wirtschaftsjahr 2025 Umsatzerlöse in Höhe von € 105,0 Mio. (VJ: € 103,7 Mio.). Diese stammen vorwiegend aus Vermietungserlösen an Tochterunternehmen und verminderten sich gegenüber dem Vorjahr auf € 87,9 Mio. (VJ: € 88,2 Mio.). In den Umsatzerlösen enthalten sind auch Handelswarenerlöse aus Fahrzeugen und Geräten in Höhe von € 0,5 Mio. (VJ: € 0,1 Mio.). Die restlichen Erlöse stammen aus der Verrechnung von Verwaltungsleistungen.
Bericht über die Zweigniederlassungen
Die Felbermayr Holding GmbH hält keine Zweigniederlassungen. Es sind für 2026 keine Veränderungen geplant.
Finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren
Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) verringerte sich gegenüber dem Vorjahr auf € 38,3 Mio. (VJ: € 67,8 Mio.). Dies entspricht gemessen am EBIT einer Umsatzrendite von 36,5 % (VJ: 65,4%). Die Anlagenintensität erhöhte sich minimal bei verlängerter Bilanzsumme gegenüber dem Vorjahr von 89,4% auf 89,5%. Den Investitionen in Sachanlagevermögen von € 86,5 Mio. stehen Anlagenabgänge Anschaffungskosten von € 48,7 Mio. gegenüber. Am Ende des Geschäftsjahres 2025 betrug der Stand des Eigenkapitals der Felbermayr Holding GmbH € 334,7 Mio. (VJ: € 311,8 Mio.). Dies entspricht einer verbesserten Eigenkapitalquote von 59,4 % (VJ: 58,7 %). Die Kapitalrentabilität auf das eingesetzte Eigenkapital betrug 9,4% nach 19,1% im Vorjahr. Die Gesamtkapitalrentabilität verringerte sich von 12,8% im Jahr 2024 auf 6,8% im abgeschlossenen Wirtschaftsjahr. Die Nettoverschuldung stieg im Vergleichszeitraum auf € 196 Mio. (VJ: € 169 Mio.), der Nettoverschuldungsgrad (Gearing) ist auf 58,5% (VJ: 54,2%) gestiegen. zu
Der Netto-Geldfluss aus der betrieblichen Tätigkeit nach Steuern sank um € 6,5 Mio. gegenüber dem Geschäftsjahr 2024 (€ 50,3 Mio.; VJ: € 56,8 Mio.). Der Netto-Geldfluss aus der Investitionstätigkeit stieg von € -65,3 Mio. im Vorjahr auf € -66,8 Mio. Bei fortlaufender Tilgung von Bankverbindlichkeiten betrug der Nettogeldfluss aus der Finanzierungstätigkeit € 17,5 Mio. (VJ: € 14,2 Mio.), wodurch in Summe der Finanzmittelbestand um € 0,9 Mio. auf € 13,8 Mio. anstieg.
Im Jahresdurchschnitt waren bei der Felbermayr Holding GmbH 138 Mitarbeiter (VJ: 126) beschäftigt, davon 138 Angestellte (VJ: 126) und 0 Arbeiter (VJ: 0).
Bericht über die voraussichtliche Entwicklung und Risiken des Unternehmens
Voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens
Die Felbermayr Holding wird für die Folgejahre die strategische Entwicklung der Geschäftsfelder vorantreiben. Mit Februar 2026 wurde Robl Spezialtiefbau GmbH erworben, welche auf Spundwandarbeiten und Spezialtiefbau spezialisiert ist. Dabei ist insbesondere eine enge Kooperation sowie vertiefte Zusammenarbeit mit der Schwestergesellschaft Hagn Umwelttechnik GmbH geplant, soll aber mittelfristig insgesamt Synergien im Geschäftsfeld Bau erzeugen. Die ebenfalls zum Geschäftsfeld Bau zählende Hydrostav s.r.o. mit Sitz in der Slowakei befindet sich hingegen in Liquidation und wird nicht mehr am Markt auftreten.
Für das Geschäftsjahr 2026 werden Investitionen in die Modernisierung des Fuhrparks von € 119,8 Mio. geplant, wobei der Großteil des Budgets für Ersatzinvestitionen verwendet wird. Die Digitalisierung der Prozesse in der Verwaltung sowie entlang der Wertschöpfungskette wird durch Softwareprojekte gezielt umgesetzt. Mit Anfang des Geschäftsjahres 2028 ist die schrittweise Einführung von SAP S/4HANA als konzernweite ERP-Software in den einzelnen Tochterunternehmen geplant, wobei dies vorerst die zentralen Rechnungswesen-, Controlling-, Einkaufs-, Gerätemanagement- und Werkstattprozesse umfasst.
Der Bereich Umwelt hat innerhalb des Unternehmens einen sehr hohen Stellenwert. Im Zuge der Ausarbeitung und Implementierung einer konzernweiten Nachhaltigkeitsstrategie wurden durch die Betrachtung der doppelten Wesentlichkeit im Bereich Umwelt Risiken und Chancen identifiziert. Hohe und steigende Energiekosten, verstärkte und sich ändernde regulatorische Anforderungen, prognostizierte Anderungen hinsichtlich Wasserverfügbarkeit, sowie Kundenforderungen zur Umsetzung minimalinvasiver Bau- und Transportprojekte stellen die Fokuspunkte dar und werden durch die Setzung operativer Ziele begleitet und minimiert. Unabhängig von der verabschiedeten Omnibus Richtlinie, die Erleichterungen im Hinblick auf die zukünftigen Anforderungen an die nicht-finanzielle Berichterstattung gemäß CSRD (Corporate Sustainability Reporting Directive) und EU-Taxonomie beinhaltet, wird weiterhin an der fristgerechten Vorbereitung, samt Datenaufbereitung und Zielsetzung der in der Nachhaltigkeitsstrategie festgelegten Kennzahlen, gearbeitet und festgehalten.
Wesentliche Risiken und Ungewissheiten
Aufgrund der hohen Umsatzanteile mit den Konzerngesellschaften ergibt sich eine Abhängigkeit vom Betriebserfolg aller Tochtergesellschaften und deren Marktbedingungen. Die generelle Risikosituation wird aufgrund der regionalen Diversifikation sowie unterschiedlichen Tätigkeitsbereiche und Geschäftsfelder der Tochtergesellschaften und Zweigniederlassungen als gering angesehen. Probleme in regionalen Märkten können durch Ergebnisse in anderen Bereichen kompensiert werden. Ein monatliches Berichtswesen mit fortlaufenden Soll-Ist-Abweichungsanalysen zu den einzelnen Firmenbeteiligungen, rollierende Hochrechnungen der zu erwartenden Jahresergebnisse sowie regelmäßige Risikoanalysen sind wesentliche Teile des internen Kontroll-Systems (IKS) zur Risikominimierung.
Aufgrund der ständig steigenden Anforderungen am Markt sowie erhöhte Regulierungsvorschriften im In- und Ausland wird auf eine laufende Schulung und Fortbildung der Mitarbeiter besonderes Augenmerk gelegt. Experten der verschiedenen Bereiche sind somit Ansprechpartner für alle Mitarbeiter des Konzerns. Dem bisher spürbaren Fachkräftemangel wird durch gezieltes Personalmanagement entgegengewirkt. Dazu zählen sich als attraktiver und verlässlicher Arbeitgeber am Markt zu positionieren, gezielte Personalentwicklungsprogramme zu initiieren und marktkonforme Rahmenbedingungen für bestehende und neue Mitarbeiter anzubieten. Die Verbesserung der Geschäftsprozesse und Digitalisierung der Abläufe auch für Kunden wird gezielt fortgesetzt und im Rahmen der verabschiedeten IT-Strategie umgesetzt. Vorsorgemaßnahmen zur Verringerung der Cyber-Risiken werden laufend an die neuen Situationen angepasst und auch im Rahmen von Stresstests gemäß Notfallmanagement getestet, um weitere Erkenntnisse zu gewinnen. Der Zugang zu Künstlicher Intelligenz wird nach Schulung der Risiken für die eigenen Mitarbeiter gefördert, und sensibilisiert, um mit firmeninternen Daten sicher umzugehen.
Die hohe Investitionsintensität gewährleistet einen modernen und leistungsfähigen Fuhr- und Gerätepark, damit verbunden ist allerdings ein Auslastungsrisiko des vorhandenen Fuhrparks in den Tochtergesellschaften. Das Risiko der Anderung der Treibstoffpreise ist branchenspezifisch gegeben. Es wird keine langfristige Preisbindung zur Absicherung abgeschlossen, stattdessen setzt das Unternehmen auf eine
laufende Modernisierung der Flotte hin zu emissions- und verbrauchsärmeren Fahrzeugmodellen (Euro 6). Im Jahr 2026 wurde die Flotte um E-Lkw, für den Einsatz im Transport-Nahverkehr, erweitert. Für materielle Risiken im Bereich der laufenden Geschäftstätigkeit besteht Versicherungsdeckung. Für Risiken aus der laufenden Geschäftstätigkeit wird in der Bilanz Vorsorge getroffen.
Finanzielle Risiken
Zur Abdeckung der Verbindlichkeiten sind ausreichend finanzielle Mittel vorhanden. Die Liquidität des Unternehmens wird durch die Cash-Flow-Planung fortlaufend überwacht. Ein mittelfristiges Zinsrisiko ist gegeben durch die variabel verzinsten Teile der Bankverbindlichkeiten sowie die konzernintern vereinbarten Cash Pooling Rahmen.
Im Rahmen einer Cash Pooling Lösung fungiert die Felbermayr Holding GmbH als Cash Pooling Master Company und ermöglicht den am Cash Pooling teilnehmenden Tochterunternehmen kurzfristige Liquiditätsaufnahmen und -veranlagungen zu vertraglich zugesicherten Konditionen. Damit wird die Überwachung und Steuerung der liquiden Mittel im Konzernverbund optimiert sowie die Innenfinanzierungskraft stärker genutzt. Für einen etwaig zusätzlichen Liquiditätsbedarf sind entsprechende Kreditlinien vertraglich zugesichert.
Bericht über die Forschung und Entwicklung
Forschung und Entwicklung wird von der Gesellschaft nicht betrieben.
Wels, 26. Mai 2026
Die Geschäftsführung
DI Horst Felbermayr
tenay
Andrå Felbermayr
Mag. Alfred Feldbauer
Mag . Thoras Schimphuber