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Bericht über den Geschäftsverlauf und die wirtschaftliche Lage
Geschäftsverlauf
Die Holcim (Österreich) GmbH mit ihrer Zentrale in Wien ist Teil des Schweizer Holcim Konzerns und betreibt ein Zementwerk in Mannersdorf am Leithagebirge und eines in Retznei in der Südsteiermark. Die Produktionskapazität beider Werke liegt bei insgesamt rund 1,6 Millionen Tonnen Zement pro Jahr.
Die Inflation lag 2025 laut Statistik Austria bei 3,6% (2024: 2,9%). Stärkste Preistreiber dabei waren die Bereiche Wohnen, Wasser und Energie. Die Strompreise verteuerten sich um 37,3%, weil die Strompreisbremse seit Jahresbeginn 2025 nicht mehr preisdämpfend wirkt und die Netzentgelte und Elektrizitätsabgabe erhöht wurden. Der Leitzins liegt per 31.12.2025 bei 2,15%.
Das österreichische Bruttoinlandsprodukt stieg 2025 um 0,6 %, während die Wertschöpfung im Bausektor um 2,9 % sank.
Das Geschäftsjahr 2025 ist aufgrund der aktuellen Wirtschaftslage hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Mit organisatorischen Veränderungen im Rahmen einer Restrukturierung wurde der Fokus auf eine schlanke und effiziente Betriebsstruktur gelegt. Es wurden 20 Mitarbeiter:innen bei dem AMS Frühwarnsystem gemeldet. Letztendlich waren insgesamt 16 Mitarbeiter:innen von der Reorganisation betroffen.
Der Umsatz im Geschäftsjahr 2025 beträgt mEUR 200 (2024: mEUR 197). Davon entfallen 30,3% (2024: 25,2%) auf den Export. Während die Inlandsumsätze aufgrund der schwierigen Marktsituation in Österreich im Vergleich zum Vorjahr um 5% gesunken sind, konnten die Auslandsumsätze um 22% gesteigert werden.
An sonstigen Erträgen konnten mEUR 3 (2024: mEUR 2) erzielt werden. Der Anstieg resultiert im Wesentlichen aus der Auflösung von Rückstellungen.
Die Aufwendungen für Material und sonstige bezogene Herstellungsleistungen sind im Vergleich zum Vorjahr von 64 mEUR auf 72 mEUR gestiegen. Grund hierfür waren höhere Strom- und Rohmaterialpreise. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen haben sich ebenfalls von mEUR 42 auf mEUR 44 erhöht.
Beim Finanzergebnis von mEUR 18 (2024: mEUR 20) erreichten die Beteiligungserträge mEUR 20 (2024: mEUR 23) und die Nettozinsaufwendungen mEUR 3 (2024: mEUR 3).
Das Geschäftsjahr schließt mit einem Ergebnis vor Steuern in Höhe von mEUR 60 (2024: mEUR 67).
Bericht über die Zweigniederlassungen
Die Gesellschaft betreibt keine Zweigniederlassungen.
Finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren
Im Berichtszeitraum wurden insgesamt mEUR 19 (2024: mEUR 12) in Sachanlagen investiert. Davon entfielen rund mEUR 8 auf Investitionen im Bereich Nachhaltigkeit (Green CAPEX; Investitionen mit erheblichen positiven Auswirkungen auf die Dekarbonisierung der Prozesse, saubere Energie, Kreislaufwirtschaft und Biodiversität, wie z.B. Kohlenstoffabscheidung, Abwärmenutzung, elektrische Flotte, Anlagen für alternative Brennstoffe und Rohstoffe).
In den Verbindlichkeiten in Höhe von mEUR 111 (31.12.2024: mEUR 122) ist eine langfristige konzerninterne Finanzierung in Höhe von mEUR 74 (31.12.2024: mEUR 74) enthalten. Bei einem Eigenkapital in Höhe von mEUR 236 (31.12.2024: mEUR 224) und einer Bilanzsumme von mEUR 370 (31.12.2024: mEUR 369) ergibt sich eine Eigenkapitalquote von 63,96% (31.12.2024: 60,55%).
Die Umsatzrentabilität vor Steuern (Betriebsergebnis / Umsatzerlöse) betrug im Jahr 2025 20,99% (31.12.2024: 23,85%). Der Netto-Geldfluss aus der laufenden Geschäftstätigkeit hat mEUR 64 (31.12.2024: mEUR 69) erreicht.
Der Erfolg unseres Unternehmens basiert auf einer strategischen Personalentwicklung und der nachhaltigen Förderung unserer Mitarbeiter:innen. Um dies zu gewährleisten, bieten wir individuelle Entwicklungsmöglichkeiten wie die Holcim Academy für Schlüsselpositionen, die sowohl fachliche Kompetenzen als auch emotionale Intelligenz stärkt, und unsere Lernplattform Percipio mit einem breiten Spektrum an Online-Trainings zur Förderung fachlicher und sozialer Kompetenzen, einschließlich eines KI-gestützten Coaches zur Verbesserung sozialer Fähigkeiten, wie z.B. Feedbackgespräche. Ergänzt wird dieses Angebot durch GoFluent, eine Sprachlernplattform, die das Erlernen und Vertiefen von zwölf Sprachen durch Konversationskurse ermöglicht und so die interkulturelle Kompetenz fördert. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden mEUR 0,3 (2024: mEUR 0,3) für Personalschulungen aufgewendet.
Zudem fördern wir die Zusammenarbeit und den Wissensaustausch durch unser Mentoring- Programm, an dem Mitarbeiter:innen als Mentor:innen oder Mentees teilnehmen können. Abgerundet wird das Thema Personalentwicklung und Förderung durch konzernweite Trainings und Ausbildungen sowie der Talenteförderung unter der Bezeichnung „NextGen Growth". In unterschiedlichsten Settings werden hierbei Kolleg:innen aus der Region eingeladen. Im Vordergrund steht neben dem fachlichen Austausch auch die Vernetzung.
Um Frauen zu stärken, fördern wir aktiv ihr Netzwerk durch regelmäßige Treffen mit inhaltlich variierenden Themen, wie z.B. SheLeads für Technikerinnen, Präsentations-Workshops, inspirierende Ausflüge und Veranstaltungen zum Weltfrauentag. Durch diese Maßnahmen möchten wir ein Umfeld schaffen, in dem sich Frauen bei Holcim Österreich gestärkt und unterstützt fühlen und ihr volles Potenzial entfalten können. Im Recruiting achten wir darauf, dass gerade in klassisch männlich besetzten Tätigkeiten (z.B. technische Funktionen), Frauen im Bewerber:innenpool aufscheinen.
Darüber hinaus arbeiten wir kontinuierlich an der Erweiterung der freiwilligen Mitarbeiter:innen-Benefits im Rahmen der Initiative „Better Workplace“ unter Berücksichtigung von Mitarbeiter:innenwünschen und Feedback. So bieten wir beispielsweise unseren Mitarbeiter:innen die Möglichkeit, innerhalb ihrer Arbeitszeiten soziale Arbeiten zu leisten. Im Geschäftsjahr 2025 wurde dies im Ausmaß von 625h (2024: 130h) wahrgenommen.
Die Arbeitssicherheit hat im gesamten Unternehmen einen hohen Stellenwert. Gesundheit und Sicherheit sind unsere Grundwerte und diese wertorientierte Haltung ist in allem verankert, was wir tun.
Sicherheit und Risikomanagement haben für uns höchste Priorität. Die Reduzierung und Beseitigung unserer größten Risiken stehen im Fokus unseres Handelns. Alle Mitarbeitenden und Dienstleistenden sind befähigt, unsichere Arbeiten zu stoppen und aktiv zum Schutz der Gesundheit und Umwelt beizutragen. Alle Anliegen und Verbesserungsvorschläge werden beachtet, bewertet und, wenn sinnvoll, umgesetzt.
Unser Anspruch ist eine kontinuierliche Verbesserung. „Null Unfälle“ ist nicht nur ein Idealbild, sondern ein klares Ziel, das unser tägliches Handeln leitet.
Der verantwortungsbewusste Umgang mit dem Thema Umweltschutz ist ein wichtiger Teil der auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Unternehmensphilosophie von Holcim (Österreich) GmbH. Dies zeigt sich unter anderem in der Entwicklung und Anwendung von ressourcen- und umweltschonenden Produktionsprozessen und -technologien ebenso wie in der schonenden Nutzung von Abbaustätten und deren umfassender Rekultivierung in Zusammenarbeit mit den relevanten Behörden. Die permanente Modernisierung der Produktionsabläufe unter Verwendung hochwirksamer Filteranlagen zur Abgasreinigung ermöglicht laufend Optimierungen beim Energieeinsatz, wobei die Verwendung von aus Abfällen erzeugten Ersatzbrennstoffen einen wesentlichen Beitrag zur Schonung der natürlichen Vorkommen an fossilen Primärbrennstoffen leistet. So liegt die TSR (Thermal Substitution Rate; Verhältnis des thermischen Energieverbrauchs der alternativen Brennstoffe zur Gesamtmenge des thermischen Energieverbrauchs im Zementofensystem) Ende 2025 bei 89,2%.
Während der Herstellung von Klinker, dem Hauptbestandteil von Zement, treten die meisten mit Zement verbundenen CO2-Emissionen auf. Der Großteil dieser Emissionen ist unvermeidlich, da sie durch die chemische Reaktion entstehen, die auftritt, wenn der Rohstoff (Kalkstein) im Ofen zu Klinker kalziniert. Das Ersetzen des Klinkers in unseren fertigen Zementprodukten durch alternative mineralische Komponenten wie Puzzolan, Schlacke oder Flugasche verringert die CO2-Intensität des Zements. Ein erheblicher Teil dieser Bestandteile stammt aus Nebenprodukten, die aus anderen Industriezweigen gewonnen wurden. Die Netto- CO2 Emissionen (CO2-Emissionen aus dem Kalzinierungsprozess der Rohstoffe und der Verbrennung traditioneller Brennstoffe) konnten in den letzten Jahren im Wesentlichen durch die Einführung neuer Produkte mit geringerem Klinkeranteil gesenkt werden. Dadurch konnte ein Anteil der taxonomiekonformen Zementumsatzerlöse von 75% (2024: 70%) der Gesamtumsatzerlöse erreicht werden.
Bericht über die voraussichtliche Entwicklung und die Risiken des Unternehmens
Voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens
Die im Dezember 2025 veröffentlichte Prognose des WIFO geht für 2026 von einer Inflation in Höhe von 2,5% aus. Die Konjunkturerholung wird sich verstetigen und das Bruttoinlandsprodukt sowohl 2026 als auch 2027 um etwas über 1% zulegen.
Der Leitzins der EZB blieb in 2026 bis dato unverändert bei 2,15 %.
2026 wird für die Bauwirtschaft ein Jahr der Differenzierung und Weichenstellung. Während einzelne Segmente weiterhin unter Druck stehen, zeigen sich dort positive Impulse, wo konsequent in Innovation, Effizienz und Nachhaltigkeit investiert wurde. Die Transformation der Branche ist keine Zukunftsfrage mehr, sondern gelebte Realität – und sie beginnt, ihre wirtschaftliche Wirkung zu entfalten.
Die steigenden Anforderungen an Klimaschutz, Ressourceneffizienz und Transparenz prägen weiterhin die Nachfrage. Gleichzeitig wächst bei Auftraggeberinnen und Auftraggebern das Bewusstsein für die langfristigen Vorteile nachhaltiger Bauweisen. CO -optimierte, regional produzierte und zertifizierte Baustoffe werden zunehmend zum Standard und bieten der Bauwirtschaft Planungssicherheit sowie Wettbewerbsvorteile.
Bei Holcim setzen wir diesen Weg konsequent fort. Durch Innovationen in der Kreislaufwirtschaft, den verstärkten Einsatz alternativer Energiequellen und die Weiterentwicklung unserer Produkte und Prozesse konnten wir den CO -Fußabdruck unserer Baustoffe weiter senken. Nachhaltigkeit und Performance gehen dabei Hand in Hand – ein entscheidender Faktor in einem herausfordernden Marktumfeld.
Der Wohnbau bleibt auch 2026 auf einem niedrigen Niveau. Umso wichtiger sind gezielte, langfristig wirksame Maßnahmen, die Investitionen wieder ermöglichen und leistbares, nachhaltiges Bauen fördern. Gleichzeitig zeigt sich auch im Infrastrukturbereich eine Zurückhaltung: Die angespannte Budgetlage vieler Gemeinden führt dazu, dass Investitionen verschoben oder neu priorisiert werden. Insbesondere im Osten Österreichs fehlen derzeit größere Infrastrukturprojekte oder sie wurden aufgeschoben – mit spürbaren Auswirkungen auf die regionale Baukonjunktur.
Dabei ist gerade der Ausbau und die Modernisierung der Infrastruktur ein zentraler Hebel für die Zukunftssicherung des Wirtschaftsstandorts. Investitionen in Energie-, Verkehrs- und Versorgungsinfrastruktur schaffen Wertschöpfung vor Ort, stärken die regionale Wirtschaft und leisten einen wesentlichen Beitrag zur Energie- und Mobilitätswende.
Die Geschäftsentwicklung seit dem Bilanzstichtag hat gemäß den Erwartungen und Planungen begonnen und zeigt eine gute Entwicklung. Für das Geschäftsjahr 2026 wird ein plangemäßer Verlauf erwartet.
Wesentliche Risiken und Ungewissheiten
Die Holcim (Österreich) GmbH ist im Rahmen ihres unternehmerischen Handelns zahlreichen Risiken ausgesetzt. Das Management erhebt und analysiert regelmäßig die möglichen Risiken und setzt adäquate Aktionen zur Bewältigung. Risiken aus der konjunkturellen Entwicklung, insbesondere Marktrisiken, werden durch laufende Beobachtung der Wirtschaftsdaten erkennbar. Es wird versucht, erreichte Positionen durch am Kundennutzen orientierte Marketingaktivitäten zu verteidigen. Bei den Risiken im Beschaffungsbereich ist besonders auf
die Entwicklung bei den Energiepreisen (Brennstoffe und Strom) zu achten und durch entsprechende Vertragsgestaltung zu reagieren. Daher wurden Strom Swap Geschäfte zur Preisabsicherung abgeschlossen.
Ein nicht zu unterschätzendes Kostenrisiko resultiert aus den seit 2005 notwendigen CO2 Emissionszertifikaten und erfordert laufend zusätzliche Investitionen und Optimierungen in der Produktion.
Risiken im Zusammenhang mit den Unternehmensprozessen werden durch ein wirksames, gut dokumentiertes, internes Kontrollsystem minimiert. Die Datenverarbeitungssysteme entsprechen einem modernen Standard und sind durch umfangreiche Sicherungssysteme geschützt. Ebenso wird das Versicherungsprogramm regelmäßig analysiert und gegebenenfalls adaptiert. Mittel- und langfristige Planung aller wesentlichen Unternehmensbereiche wird systematisch durchgeführt und ermöglicht eine solide Kontrolle der Cashflow-Risiken und der Risiken im Zusammenhang mit den Finanzinstrumenten und der Finanzierung. Der gut organisierte Controllingprozess ermöglicht auf Basis einer regelmäßigen umfassenden Berichterstattung der aktuellen Situation im Vergleich zu den Planwerten ein sofortiges Erkennen allfälliger Abweichungen und damit ein rasches Reagieren in den Risikobereichen.
Zinsänderungsrisiko: Die aktuelle Finanzierung ist mit einem fixen Zinssatz vereinbart.
Ausfallrisiko: Das maximale Ausfallrisiko ist mit den in der Bilanz in Bezug auf die finanziellen Vermögenswerte ausgewiesenen Buchwerten begrenzt. Das Forderungsausfallrisiko wird durch umfassende Bonitätsprüfungen von Kunden und durch regelmäßige Behandlung der Thematik im Credit-Committee minimiert. Wenn ein Ausfall konkret droht, werden entsprechende Wertberichtigungen bzw. Rückstellungen gebildet. Der finanzielle Vermögenswert mit dem höchsten Buchwert ist der gehaltene Anteil an Holcim ( esko) a.s.
Liquiditätsrisiko: Ein Liquiditätsrisiko wird bei der gegebenen Finanzlage nicht gesehen. Durch die laufende Finanzplanung wird sichergestellt, dass die Gesellschaft ihren Verpflichtungen bei Fälligkeit jederzeit nachkommen kann.
Cashflow-Risiken: Die Höhe der Dividenden der Unternehmen, an denen die Gesellschaft beteiligt ist, ist abhängig vom wirtschaftlichen Erfolg und der Finanzlage dieser Unternehmen und kann auch starken Schwankungen unterliegen.
Aus den in den Jahren 2016 bzw. 2021 abgeschlossenen steuerlichen Außenprüfungen für die Jahre 2010 und 2011 bzw. 2012 bis 2015 besteht das Risiko, dass im Rechtsmittelverfahren der von der Gesellschaft vertretenen Rechtsmeinung nicht gefolgt wird und über die bilanziell vorgesorgten Beträge hinaus steuerliche Nachzahlungen (Steuerumlagen) eintreten können.
Zur Strompreisabsicherung verwendet die Gesellschaft Strom Swap Geschäfte und zur Absicherung des Kohlepreises Kohle Swap Geschäfte. Weitere derivative Finanzinstrumente sind nicht vorhanden.
Aus heutiger Sicht lassen sich keine Risiken erkennen, die den Fortbestand des Unternehmens gefährden könnten.
Bericht über die Forschung und Entwicklung
Innovationen im Produktbereich wurden auch im Berichtszeitraum weiter vorangetrieben, wobei sich alle Maßnahmen speziell auf den zusätzlichen Kundennutzen konzentrierten. Einen Schwerpunkt bildete dabei nach wie vor die Weiterentwicklung im Bereich e-commerce, wobei die Möglichkeiten zur Online-Abwicklung von Geschäftsprozessen und der kundenorientierte Auftritt im Internet verbessert wurden.
Wien, am 30. April 2026
Der Geschäftsführer
Mag. Haimo Primas