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Brother International GmbH
Grundlagen der Gesellschaft
Die Brother International GmbH ist als Vertriebsgesellschaft für den Absatz der Brother Drucker, Scanner, Beschriftungsgeräte und des Zubehörs auf dem deutschen und österreichischen Markt verantwortlich.
Vornehmlich konzentriert sich Brother auf Vertriebs- und Marketingaktivitäten. Dienstleistungen, wie Logistik und Service, sind größtenteils ausgelagert.
Die Zweigniederlassung in Wien, Osterreich, bedient den österreichischen Markt. Die Niederlassung ist für den Vertrieb, Service und die Verwaltung zuständig. Lieferungen an Kunden in Osterreich erfolgen direkt von Deutschland aus. Die Anzahl der durchschnittlich beschäftigten MitarbeiterInnen der Niederlassung betrug im Berichtszeitraum 11 (Vorjahr: 14 Mitarbeiterlnnen).
Die im März 2024 neu gegründete Betriebsstätte in Manchester, Großbritannien, rechnet von Brother International GmbH erbrachte Dienstleistungen für Brother International Europe Ltd. gemäß Service Level Agreement ab.
Wirtschaftliche Rahmenbedingungen
Gesamtwirtschaft
Die wirtschaftliche Lage in Deutschland blieb auch im Jahr 2024 angespannt. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) verzeichnete einen Rückgang um 0,2 % gegenüber dem Vorjahr, was die anhaltenden wirtschaftlichen Herausforderungen unterstreicht. Während die Wirtschaftsleistung im dritten Quartal stagnierte, gab es im vierten Quartal einen leichten Rückgang um 0,2 %. Besonders betroffen waren die Industrie und das Bauwesen, die weiterhin unter schwacher Nachfrage und hohen Energiepreisen litten.
Der private Konsum, der im Vorjahr noch als stützende Säule der Konjunktur galt, blieb verhalten. Zwar stiegen die Lohneinkommen deutlich an, und die Inflation erreichte mit 2,5 % im Februar den niedrigsten Stand seit Juni 2021, dennoch führte dies nicht zu einer spürbaren Belebung der Konsumneigung. Vielmehr sorgten anhaltende Unsicherheiten und steigende Lebenshaltungskosten dafür, dass die Kaufzurückhaltung der Haushalte weiterhin hoch blieb.
Die Finanzpolitik folgte zu Jahresbeginn einem restriktiven Kurs, nachdem das Bundesverfassungsgericht im November 2023 sein Haushaltsurteil gefällt hatte. Dies führte zu zusätzlichen Belastungen für Unternehmen und Haushalte sowie zu Kürzungen bei den Staatsausgaben. Die wirtschaftliche Stimmung verschlechterte sich entsprechend weiter. Der ifo Geschäftsklimaindex und das GfK-Konsumklima signalisierten pessimistische Aussichten, während Streiks im öffentlichen Nah- und Fernverkehr sowie geopolitische Spannungen zusätzliche Belastungen mit sich brachten.
Auch der Einzelhandel litt unter der verhaltenen Konsumstimmung. Besonders die Umsätze im Lebensmittel- und Online-Handel gingen zurück. Zudem wurden weniger Pkw- Neuzulassungen registriert, insbesondere von Privatpersonen. Frühindikatoren deuten darauf hin, dass sich der private Konsum weiterhin schwach entwickelt, was sich auch in negativen Stimmungsumfragen im Einzelhandel widerspiegelt.
Die weltwirtschaftliche Entwicklung zeigte 2024 ein gemischtes Bild. Während sich die weltweite Industrieproduktion im November leicht erholte, belasteten geopolitische Unsicherheiten und Zinserhöhungen vieler Zentralbanken weiterhin das globale Wachstum. Im Euroraum blieben die Einkaufsmanagerindizes unter der Wachstumsschwelle, während sich die Stimmung in den USA und einigen Schwellenländern verbesserte. Es gab Anzeichen dafür, dass sich die weltweite Nachfrage und die Lagerhaltung stabilisieren, was dem Welthandel zugutekommen könnte.
Der deutsche Außenhandel hingegen entwickelte sich schwach. Im Dezember gingen sowohl Exporte als auch Importe deutlich zurück, was sich sowohl im Handel mit der EU als auch mit anderen Ländern bemerkbar machte. Zwar sanken die Preise für importierte Rohstoffe und Energie weiter, was das Austauschverhältnis zwischen Import und Export verbesserte, jedoch blieb die Nachfrage aus wichtigen Handelspartnern wie China und den USA weiterhin schwach.
Insgesamt bleibt die wirtschaftliche Lage in Deutschland 2024 angespannt. Die anhaltende Konsumzurückhaltung, die schwache Industrieproduktion und die restriktive Finanzpolitik stellen weiterhin große Herausforderungen dar. Auch wenn sich einige globale Faktoren langsam stabilisieren, bleibt die wirtschaftliche Erholung unsicher und hängt stark von zukünftigen politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen ab.
Im ersten Quartal 2025 zeigt die deutsche Wirtschaft weiterhin eine schwache Entwicklung. Laut dem Bundeswirtschaftsministerium gibt es zu Jahresbeginn keine Anzeichen für eine wirtschaftliche Erholung. Sowohl die Inlands- als auch die Auslandsnachfrage bleiben schwach, und die Industrie zeigt keine Anzeichen einer Trendwende. Zudem belasten geopolitische Unsicherheiten, insbesondere im Zusammenhang mit der US-Handelspolitik, sowie Sorgen um die Arbeitsplatzsicherheit das Konsumklima. Für 2025 rechnet das Institut der deutschen Wirtschaft lediglich mit einem minimalen Wachstum von 0,1%.
Branchenentwicklung
Der von Brother adressierbare Hardwaremarkt lässt sich in die Marktsegmente „Printing“, „Scan" und „Labelling" unterteilen.
Im Segment „Printing" wird zwischen den Teilsegmenten Laser und Tinte unterschieden sowie zwischen Drucker und Multifunktionsgerät. Weiterhin lässt sich das Teilsegment Laser zusätzlich in Mono- und Farblaser gliedern.
Im Segment „Scan“ lässt sich zwischen „Mobile" und „Desktop“ unterscheiden.
Das Segment „Labelling“ wird in die Teilsegmente Etikettendrucker, "Industrial Labelling" und Beschriftungsgeräte unterteilt.
Laut aktuellen Marktdaten der GfK (Gesellschaft für Konsumforschung) ist der Hardware- Gesamtmarkt im Segment „Printing“ im Kalenderjahr 2024 in Bezug auf Absatz gleichgeblieben, während die Betrachtung nach Umsatz einen Rückgang um 3% zeigt.
Das Segment „Scan“ ist sowohl nach Stückzahl (+14%) als auch nach Umsatz deutlich gewachsen (+9%).
Das Segment „Labelling" ist nach Stückzahlen (+3%) gewachsen, wohingegen der Markt nach Umsatz leicht gesunken ist (-1%).
Geschäftsverlauf und Ertragslage
Geschäftsverlauf nach GfK
Im Jahr 2024 verlor Brother laut GfK nach Stückzahl im gleichbleibenden „Printing“ Gesamtmarkt Marktanteile (von 15% auf 14%). Nach Umsatz verlor Brother im rückläufigen Markt Marktanteile (von 20% auf 19%).
Im Segment „Scan“ hat Brother nach Stück (+2%) Marktanteile gewonnen und ist vom Umsatz in Bezug auf Marktanteile (+0%) gleichgeblieben. Das Segment wird weiterhin von Fujitsu nach Stück dominiert, obwohl Fujitsu deutlich im Jahr 2024 Einbußen bei den Marktanteilen nach Umsatz erlitten haben.
Im wachsenden Segment „Labelling“ verlor Brother im Kalenderjahr 2024 Marktanteile nach Stück (-1%) und blieb vom Umsatz her gleich (+0%). Brother ist weiterhin klarer Marktführer mit 51% Marktanteil nach Stück und 46% Marktanteil nach Umsatz.
Drittanbieter von kompatiblem Verbrauchsmaterial für Brother Lasergeräte verloren leicht Marktanteile nach Stück im letzten Jahr (von 24% auf 22%). Auch im Bereich der Original- Verbrauchsmaterialien für Tintengeräte verloren Drittanbieter von kompatiblem Verbrauchsmaterial den Marktanteil nach Stück von 22% auf 20%. Im Bereich Labelling ging der Original Brother Anteil nach Stück leicht zurück auf 90%.
Ertragslage
Die Brother International GmbH (BIG) erzielte im Geschäftsjahr 2024/25 einen Umsatz von TEUR 160.269 (Vorjahr: TEUR 180.497) der damit deutlich unter dem im Vorjahreslagebericht prognostizierten Betrag lag. In der Vorjahresprognose wurde erwartet, dass der Umsatz des Geschäftsjahres 2023/2024 leicht übertroffen würde.
Der Umsatzrückgang von 11,2% im Vergleich zum Vorjahr resultiert insbesondere aus dem Verkauf von Hardware, die aufgrund des Wettbewerbs mit deutlich höheren Rabatten verkauft wurden. Der Vertrieb von Verbrauchsmaterialien an ausgewählte Großhändler wird über die Gesellschafterin Brother International Europe Ltd. (BIE) durchgeführt, wobei die BIG für in diesem Zusammenhang erbrachte Dienstleistungen gegenüber der BIE eine Vergütung erhält. Betrachtet man den zugrundeliegenden Gesamtumsatz (inkl. Verbrauchsmaterialien an ausgewählte Großhändler durch BIE) im Vertriebsgebiet der BIG so beträgt der Umsatzrückgang 4,1 %.
Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen ist um 1 % höher als im Vorjahr, und liegt damit leicht oberhalb der im letztjährigen Lagebericht dargestellten Erwartungen.
Die sonstigen betrieblichen Erträge reduzierten sich um TEUR 1.579, weil Rückstellungsauflösungen aus Vorjahren deutlich geringer ausfielen.
Die Materialaufwendungen sind aufgrund des Umsatzrückganges auf TEUR 96.415 gefallen (Vorjahr: TEUR 117.470).
Der Personalaufwand erhöhte sich um TEUR 1.217 bei leicht gesunkenem Mitarbeiterbestand. Der Anstieg des Zinssatzes in der 10 Jahresbetrachtung bei der Ermittlung der Pensionsrückstellungen führte zu TEUR 1.503 weniger Aufwand, jedoch fiel die Reduzierung im Vergleich zum Vorjahr um TEUR 441 geringer aus.
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen reduzierten sich um TEUR 2.924 wobei insbesondere weniger Urheberrechtabgabe durch niedrigere Hardware-Verkäufe anfiel (Rückgang um TEUR 1.917).
Die Zinserträge sanken aufgrund der geringeren liquiden Mittel (Veränderung zum Vorjahr: TEUR -638).
Das Geschäftsjahr 2024/25 schloss trotz niedrigeren Umsatzerlösen mit einem Jahresüberschuss in Höhe von TEUR 12.638 (Vorjahr: TEUR 12.531), was den Erwartungen im letztjährigen Lagebericht entspricht.
Darstellung der Finanz- und Vermögenslage
Auf Grundlage des positiven Jahresergebnisses im abgelaufenen Geschäftsjahr führte die Erhöhung des Lagerbestandes um TEUR 16.774 zu einem negativen Cash-Flow aus der laufenden Geschäftstätigkeit von TEUR 6.795 (Vorjahr: positiver Cash-Flow von TEUR 15.916).
Bestehende Finanzmittelüberschüsse werden auf Grundlage der Cash-Pooling-Vereinbarung bei dem verbundenen Unternehmen Brother Finance (UK) PLC zu marktüblichen, im Laufe des Jahres von leicht negativen zu positiven Zinsen angelegt. Im Vergleich zum Vorjahr sind die Cash-Pool-Forderungen innerhalb der Forderungen gegen verbundene Unternehmen von TEUR 95.432 um TEUR 33.190 auf TEUR 62.242 gesunken. Dies ist insbesondere Folge der im Geschäftsjahr 2024/25 erfolgten Ausschüttung an den Gesellschafter in Höhe von TEUR 26.000.
Die Bilanzsumme verringerte sich um TEUR 19.184 auf TEUR 146.954 (-11,5 %).
Die Brother International GmbH tätigte im Geschäftsjahr keine wesentlichen Investitionen in das Anlagevermögen. Auch in naher Zukunft sind keine wesentlichen Investitionen geplant.
Das Umlaufvermögen reduzierte sich um TEUR 19.216. Forderungen gegen verbundene Unternehmen reduzierten sich um TEUR 31.666, gleichzeitig erhöhten sich die Warenbestände aufgrund niedrigerer Abverkäufe als erwartet, sowie einem Lageraufbau von Auslaufmodellen für geplante Verkaufsaktionen deutlich um TEUR 16.774 auf TEUR 50.234, während Forderungen aus Lieferungen und Leistungen deutlich von TEUR 13.664 auf
TEUR 10.511 sanken, was Folge niedrigerer Umsätze vor dem Abschlussstichtag im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ist.
Auf der Passivseite resultiert die verringerte Bilanzsumme im Wesentlichen aus dem Rückgang des Eigenkapitals.
Die Reduzierung des Eigenkapitals in Höhe von TEUR 13.362 auf TEUR 52.672 ist bedingt durch die Dividendenzahlung in Höhe von TEUR 26.000, welche über dem Jahresüberschuss in Höhe von TEUR 12.531 liegt.
Die Rückstellungen reduzierten sich insgesamt um TEUR 1.396 auf TEUR 74.482. Rückstellungen für Pensionen reduzierten sich um TEUR 1.735 aufgrund des erhöhten Rechnungszinses. Sonstige Rückstellungen reduzierten sich um TEUR 651 und Steuerrückstellungen erhöhten sich auf TEUR 948. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen reduzierten sich um TEUR 2.481.
Die Eigenkapitalquote ist von 39,7 % im Vorjahr auf 35,8 % gesunken. Das Anlagevermögen und die Vorräte sind zum Bilanzstichtag vollständig durch Eigenkapital gedeckt. Die kurzfristigen Vermögensgegenstände übersteigen die kurzfristigen Verbindlichkeiten und Rückstellungen bei Weitem.
Finanzielle Leistungsindikatoren
Nachfolgend werden die bedeutsamen finanziellen Leistungsindikatoren im Vergleich zum Vorjahr dargestelt:
| 2025 | 2024 | Veränderung | ||
|---|---|---|---|---|
| Te | Te | Te | % | |
| Umsatzerlöse | 160.269 | 180.497 | -20.228 | -11,2 |
| Ergebnis vor Steuern und Zin- | ||||
| sen | 16.599 | 15.716 | +883 | +5,6 |
Mitarbeiter und Nachhaltigkeit
Arbeitszeit & Gesundheitsmanagement
Die Brother International GmbH bietet seinen Mitarbeitern ein flexibles Arbeitszeitmodell, mobiles Arbeiten („Telearbeit") sowie einmal pro Woche Personaltraining inklusive Beratung zur gesunden Arbeitsweise und Ernährung an.
Hierbei wurde der Fokus auf folgendes gerichtet:
- Eine Anpassung an die Bedürfnisse einer modernen Arbeitswelt, die den Ansprüchen des heutigen Berufslebens gerecht wird Geringere Fehlzeiten durch die Möglichkeit die privaten Belange zum Beispiel Arztbesuche, Behördengänge, mit dem Beruf leichter in Einklang zu bringen Bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie
- Gesteigerte Motivation und Arbeitszufriedenheit Flexiblere Gestaltung des Arbeitsablaufes
Hierbei sollten die unternehmerischen Bedürfnisse nicht außer Acht gelassen werden. Um den Geschäftsbetrieb zu gewährleisten, ist eine Funktionszeit vereinbart, welche den Kunden den bestmöglichen Service gewährleistet.
Vergütungssysteme
Für die Mitarbeiter im Innen- und Außendienst besteht ein erfolgs- und leistungsorientiertes Vergütungssystem. Dieses stellt durch den Kontext unternehmensweit kommunizierter Zielvereinbarungen ein wirksames Steuerungsinstrument zur Umsetzung unserer Unternehmensstrategie dar. Es dient ebenfalls dazu, durch erhöhte Motivation der Mitarbeiter bessere Ergebnisse und Leistungen zu erreichen, die Attraktivität des Unternehmens für qualifizierte, unternehmerisch denkende Mitarbeiter zu steigern und die Arbeitszufriedenheit und somit die Bindung der Leistungsträger an das Unternehmen zu stärken. Ein Teil des Gesamteinkommens wird als variables Einkommen ausgezahlt und ist abhängig von der Erreichung der mit den Mitarbeitern festgelegten und vereinbarten Ziele.
Im Rahmen des Vergütungssystems findet einmal im Jahr mit jedem Mitarbeiter ein Feedback Gespräch statt. Dies beinhaltet unter anderem die Abfrage bezüglich der Zufriedenheit am Arbeitsplatz / im Unternehmen.
Weiterbildung
Die kontinuierliche Weiterbildung unserer Mitarbeiter ist ein zentraler Bestandteil unserer Personalstrategie. Mitarbeiter werden durch die Teilnahme an diversen Schulungen in verschiedenen Bereichen gezielt weitergebildet. Dazu zählen unter anderem:
- - - - - Die jährliche Vorgabe des Mutterkonzerns über durchzuführende Schulungen am jeweiligen Standort Informationen und Weiterbildungen im Bereich Arbeitssicherheit Fachliche Qualifizierungen, zum Beispiel im Steuerrecht Schulungen für Führungskräfte zur Weiterentwicklung ihrer Kompetenzen im Umgang mit Mitarbeitenden Kostenlose Englischkurse für alle Mitarbeitenden, die außerhalb der Arbeitszeit in Form von Webinaren angeboten werden
Ergänzend wurde im Berichtszeitraum eine neue Learning & Development (L&D) Strategie eingeführt: Allen Mitarbeitenden steht wöchentlich eine Stunde zur Verfügung, die sie im Rahmen der Arbeitszeit für selbstgesteuertes Lernen zu einem individuell gewählten Lernziel nutzen können. Ziel dieser Maßnahme ist es, eigenverantwortliches Lernen zu fördern und die persönliche sowie berufliche Entwicklung jedes Einzelnen noch stärker zu unterstützen.
Nachhaltigkeit
Um die Punkte Nachhaltigkeit und unternehmerische Verantwortung stets gewissenhaft umzusetzen, wurde im Geschäftsjahr 2021 eine Arbeitsgruppe von Mitarbeitern unterschiedlichster Bereiche des Unternehmens gegründet. In dieser Gruppe werden sämtliche CSR-Aktivitäten geplant und umgesetzt.
Regeln und Prozesse übersetzen die Nachhaltigkeitsstrategie in spezifischere Vorgaben für das alltägliche Arbeiten im Unternehmen. Diese werden durch geeignete Prozesse in den Unternehmensalltag integriert, z. B. durch regelmäßige Workshops oder interne Kommunikationsmaßnahmen (Globale Charta Quiz/SDG Quiz).
Um inmitten großer Umweltveränderungen nachhaltig zu wachsen, hat die Brother Gruppe die mittelfristig ausgelegte Unternehmensvision "At your side 2030" formuliert, welche den geplanten Weg vom Geschäftsjahr 2022 bis hin zum Geschäftsjahr 2030 aufzeigt. Brother Deutschland initiierte zur Aufklärung über die Brother Vision 2030 eine Reihe von Workshops für alle Angestellten, damit diese sich intensiver mit jener Thematik beschäftigen und zum Umdenken angeregt werden.
Die Brother Gruppe wird die Wiederverwendung von essenziellen Ressourcen und Abfallreduzierung in der gesamten Wertschöpfungskette fördern, indem sie Initiativen zur Erreichung dieses Vorhabens beschleunigt. Im Februar 2022 wurde das mittelfristige Ziel für das GJ 2030 in Bezug auf das Ressourcenzirkulationsziel überarbeitet, um Initiativen zur Wiederverwendung von Ressourcen weiter zu fördern und Geschäftsabläufe durchzuführen, die mit einer Kreislaufwirtschaft vereinbar sind. Die Brother Gruppe zielt darauf ab, den Anteil neuer Materialien an der Gesamtmenge der in Produkten verwendeten Materialien auf 65% oder weniger zu reduzieren. Zirkuläre Wirtschaftsgeschäfte wie abonnementbasierte Dienstleistungen,
Materialrecycling (Verwendung von recycelten und wiederverwendeten Materialien für Produkte) werden weiterentwickelt, um das zuvor genannte Ziel zu erreichen.
Prognose-, Risiko- und Chancenbericht
Prognose
Unsere Prognose für das Geschäftsjahr 2025/2026 basiert auf der aktuellen Unternehmensplanung, die die erwarteten, gesamtwirtschaftlichen und branchenspezifischen Entwicklungen berücksichtigt. Laut dem ifo Institut wird für das Kalenderjahr 2025 ein geringes Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von nur 0,1-0,2 % prognostiziert, was auf eine anhaltende wirtschaftliche Stagnation hindeutet.
Diese verhaltene Wachstumsprognose wird voraussichtlich zu einem verschärften Wettbewerb in unserer Branche führen, was wiederum steigende Aufwendungen für Rabatte und geringere Margen zur Folge haben könnte. Dennoch erwarten wir für das Geschäftsjahr 2025/2026 im Vergleich zum Vorjahr leicht steigende Umsatzerlöse, sowie ein leicht steigendes Ergebnis vor Ertragsteuern und Zinsen.
Es ist wichtig zu betonen, dass diese Prognose auf den aktuell verfügbaren Daten und Einschätzungen basiert. Unvorhergesehene wirtschaftliche Entwicklungen oder politische Entscheidungen könnten die tatsächliche Geschäftsentwicklung beeinflussen. Daher werden wir die Marktentwicklungen weiterhin genau beobachten und unsere Strategien entsprechend anpassen.
Wesentliche Risiken der künftigen Entwicklung
Unsere Waren werden zu Festpreisen in Euro größtenteils aus asiatischen Ländern bezogen. Veränderungen der Wechselkurse zwischen Euro und den lokalen Währungen der Produktionsländer schlagen sich teilweise verzögert in unseren Einkaufspreisen nieder. Soweit es die Gegebenheiten des Marktes zulassen, erfolgt eine Weitergabe durch entsprechende Verkaufspreisänderungen an unsere Kunden.
Neue Geschäftsbeziehungen werden nur nach Prüfung der Bonität und nach Festlegung individueller Kreditlimits eingegangen. Mit einer bestehenden Versicherung gegen Forderungsausfälle gegenüber Kunden steht ein zusätzliches risikominderndes Instrument zur Verfügung.
Die Gesellschaft ist in das europäische Finanz- und Liquiditätsmanagement des Brother Konzerns einbezogen, das von der Brother Finance (UK) PLC zentral gesteuert und überwacht wird. Zum Bilanzstichtag bestehen Cash-Pool-Forderungen gegen die Brother Finance (UK) PLC in Höhe von TEUR 62.242, welche 42,4% der Bilanzsumme ausmachen. Wir rechnen nicht mit einem Ausfall dieser Forderungen aufgrund der zentralen Einbindung dieses Unternehmens in den Brother-Konzernverbund. Die Risiken aus Zahlungsstromschwankungen durch die marktübliche variable Verzinsung der Cash-Pool-Forderung sind als nicht wesentlich anzusehen.
Allgemeine Risiken für den Markt sowie die Branche stellen die zukünftige Entwicklung der konjunkturellen Lage sowie die Dauer und Entwicklung des anhaltenden Konflikts um die Ukraine dar. Trotz der ausschließlichen Geschäftstätigkeit auf dem deutschen und österreichischen Markt bestehen mittelbare Risiken durch die aktuelle US-Handelspolitik. Die Einführung von Strafzöllen durch die USA auf EU-Produkte hat bereits zu globalen
wirtschaftlichen Unsicherheiten geführt. Diese können sich negativ auf die deutsche Wirtschaft auswirken, insbesondere auf exportorientierte Branchen, was wiederum indirekte Effekte auf die Nachfrage nach unseren Produkten und Dienstleistungen haben könnte.
Die Digitalisierung hat einen signifikanten Einfluss auf das jährliche Druckvolumen. Mit der zunehmenden Verbreitung digitaler Technologien und dem Aufkommen elektronischer Kommunikationsmittel wie E-Mails, E-Invoice und digitale Dokumentenverwaltungssysteme wird weniger physisch gedruckt. Viele Dokumente und Informationen werden heute elektronisch erstellt, übermittelt und archiviert, was zu einem Rückgang des Bedarfs an gedruckten Materialien führt.
Branchenspezifische Risiken stellen im Laser- und Tintenbereich sowie im Schriftbandbereich nach wie vor Refiller und Anbieter kompatibler Toner, Patronen und Schriftbänder dar. Der Nachbau ist nicht zu verhindern und somit langfristig auch nicht einzudämmen.
Der Markt ist weiterhin stark umkämpft – die großen Preisdifferenzen zwischen Originalund kompatiblem Verbrauchsmaterial setzen die Hersteller von Original-Verbrauchsmaterialien enorm unter Druck.
Alle wichtigen Geschäftsabläufe werden durch IT-Systeme unterstützt. Grundsätzlich stellt die weltweit gewachsene Gefahr von Cyberattacken ein latentes Risiko für unsere IT-Systeme dar. Daher ist es unser Ziel, unsere IT-Systeme und Daten vor unerlaubtem Zugriff, Ausfall, Manipulation und unerwünschter Veröffentlichung zu schützen. Unsere IT ist europäisch organisiert. Hier gibt es ein Service Level Agreement, welches alle Dienste, Pflichten und Aufgaben beschreibt. Darüber hinaus werden alle IT-Systeme in die Cloud verlagert. Dies gibt uns dahingehend mehr Sicherheit, da wir dadurch Teil einer Sicherheitsstruktur des Cloud-Dienstleisters sind. Die Umsetzung erfolgt durch unsere europäische IT. Zudem werden Mitarbeiter durch unsere europäische IT regelmäßig sensibilisiert und geschult, um die Risiken weiter zu minimieren.
Aus heutiger Sicht sind keine bestandsgefährdenden Risiken erkennbar. Diese Einschätzung basiert insbesondere auf der gegenwärtigen Eigenkapitalausstattung und der Einbindung in die konzerninterne Finanzierung sowie dem operativen Geschäftsumfeld.
Chancen der Unternehmung in der Zukunft
Anstehende Produkteneuerungen für den Wachstumsmarkt der Business-Farblaser sowie die erstmalige Einführung von Tintentank-Druckern in Westeuropa, speziell ausgelegt auf Small Office / Homeoffice (SOHO)-Nutzer, sorgen für zusätzliche Wachstumspotenziale im Geschäftsjahr 2025/26. Durch die Uberarbeitung der Fachhandelsprogramme und die Erweiterung des Managed Print Service-Angebots konnten neue Fachhandelspartnerschaften geschlossen werden. Der Fokus im SMB-Bereich liegt weiterhin auf der Endkundenbindung durch flexible Managed Print Service-Konzepte und somit auf der Sicherung des Verbrauchsmaterialumsatzes.
Im Bereich der SOHO-Drucker konnten neu eingeführte Farblasermodelle erfolgreich am Markt etabliert werden, sodass man weiterhin am Wachstumspotenzial im Segment der Farblasertechnologie partizipieren kann. Durch gezielte Marketingmaßnah-
men soll vor allem die Markteinführung neuer Tintenstrahldrucker unterstützt und entsprechende Marktanteile gewonnen werden. Der stetige Anstieg der Verbrauchsmaterial-Abonnements (EcoPro) wird durch zusätzliche Anreize für die Anwender weiter gefördert. Die Connected-Customer-Strategie – ausgelegt auf SOHO-Anwender – wird weiterhin zielgerichtet umgesetzt.
Ebenso ergeben sich aufgrund durchgeführter Produktwechsel bei Desktop-Labeldruckern sowie der anstehenden Einführung eines 6-Zoll-Etikettendruckers im Produktbereich der professionellen Etikettendrucker neue Ansatzpunkte und Potenziale.
Neben den klassischen Office-Druckanwendungen kann durch neue Print-on-Demand-Produktideen der immer größere Bedarf an individuellen und personalisierten Druckerzeugnissen adressiert werden, was zukünftig zusätzliche Cross-Selling-Möglichkeiten bietet.
Interne wie externe Prozesse wurden stärker automatisiert, um bei internen Abläufen eine höhere Effizienz zu erreichen und die Zusammenarbeit mit den Handelspartnern zu intensivieren.
Trotz der steigenden Produktvielfalt legt Brother weiterhin großen Wert auf Kosten- und Effizienzoptimierung. Als Teil des japanischen Brother-Konzerns verpflichten wir uns, das Unternehmen zur Aufrechterhaltung eines funktionsfähigen internen Kontrollsystems ("JSOX"), um den Anforderungen der japanischen Vorschriften gerecht zu werden. Diese internen Kontrollen gewährleisten, dass wesentliche Fehler in der Buchhaltung und im Jahresabschluss vermieden oder frühzeitig erkannt werden.
Angesichts der Marktstellung, der Einbettung in die globale Brother-Gruppe sowie der strukturierten Prozesse und internen Kontrollen sind wir zuversichtlich, zukünftige Herausforderungen erfolgreich zu meistern und die sich bietenden Chancen optimal zu nutzen.
Bad Vilbel, den 28. April 2025
Brother International GmbH Geschäftsleitung
Matthias Kohlstrung