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OMICRON
OMICRON electronics GmbH Lagebericht 2025
I. Wirtschaftliche Rahmenbedingungen
Im Jahr 2025 zeigte sich die gesamtwirtschaftliche Lage weiterhin herausfordernd. Die globale Konjunktur war geprägt durch geopolitische Spannungen sowie zunehmende protektionistische Maßnahmen. Gleichzeitig führte die anhaltend hohe Nachfrage nach Energie zu verstärkten Investitionen in Energieinfrastruktur und erneuerbare Energien. Das weltweite Wirtschaftswachstum lag laut aktuellen Schätzungen des Internationalen Währungsfonds (IWF) bei rund 3,4%.
Die wirtschaftliche Entwicklung im Euro-Raum blieb schwach und belastete insbesondere exportorientierte Volkswirtschaften. In Österreich stagnierte die Wirtschaftsleistung nach zwei Jahren der Rezession weitgehend. Auch in Deutschland zeigten sich keine nennenswerten Wachstumsimpulse. Die US-Wirtschaft entwickelte sich im Jahr 2025 vergleichsweise robust, wenngleich handelspolitische Maßnahmen und Wechselkursentwicklungen zunehmend Unsicherheiten verursachten.
Wie bereits im Vorjahr setzte sich der Rückgang des globalen Inflationsniveaus im Jahr 2025 fort. In Österreich lag die Inflation mit 3,6% jedoch über dem Niveau des Vorjahres.
Die Prognosen für die globale wirtschaftliche Entwicklung bleiben verhalten. Für das Jahr 2026 erwartet der IWF ein Wachstum von rund 3,1%, das weiterhin unter dem langfristigen Durchschnitt liegt. Für Österreich wird je nach Szenario eine Entwicklung zwischen Stagnation und moderatem Wachstum erwartet. Die weitere Entwicklung hängt maßgeblich von der geopolitischen Lage und der Stabilisierung des internationalen Handels ab.
Insgesamt bleibt das gesamtwirtschaftliche Umfeld von Unsicherheiten geprägt.
II. Geschäftsverlauf und Lage des Unternehmens
Allgemein
Für das Jahr 2025 wurde ein weiterer Anstieg der Nachfrage nach OMICRON Produkten und Dienstleistungen erwartet. Ein Auftragswachstum im zweistelligen Prozentbereich im Vergleich zum Vorjahr unterstreicht diese Entwicklung. Zudem sicherten Investitionen in Lagerbestände kritischer Bauteile eine kontinuierliche Lieferfähigkeit.
Der Umsatz beträgt 258,0 Mio. EUR, was einem Umsatzwachstum von 30,3% im Vergleich zum Vorjahr entspricht und die Erwartungen übertrifft. Zwischen 2022 und 2025 stieg der Umsatz um 88,7%. Diese Entwicklung ist insbesondere auf die weiterhin hohen Investitionen in die globale Energieinfrastruktur sowie auf die Markteinführung neuer Produkte und weiterhin hohes Produkt- und Serviceniveau zurückzuführen.
Die Nachfrageentwicklung zeigte sich über nahezu alle Geschäftsbereiche hinweg positiv. Neben dem Bereich Protection Testing konnte auch der Bereich Primary Testing die Vorjahreswerte weiter ausbauen. Auch der Geschäftsbereich Medium Voltage Cable Testing setzte sein Wachstum fort. Um diesem Wachstum Rechnung zu tragen, wird für die b2 electronics GmbH ein neues Betriebsgebäude errichtet. Der Bau befindet sich im Zeitplan, ein Einzug ist für das erste Quartal 2027 geplant. Der Bereich Power Utility Communication verzeichnete ebenfalls eine steigende Nachfrage.
Finanzielle Leistungsindikatoren
Das Betriebsergebnis beträgt 55,8 Mio. EUR (Vorjahr 31,1 Mio. EUR). Die Eigenkapitalquote verbesserte sich auf 68% (Vorjahr 63%).
Die Gesamtkapitalrentabilität bezogen auf das durchschnittliche Kapital lag 2025 bei 22% (Vorjahr 13%). Die Bilanzsumme erhöhte sich auf 263,8 Mio. EUR. Der Cashflow aus dem Ergebnis vor Steuern betrug 27,0 Mio. EUR (Vorjahr 41,8 Mio. EUR).
Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren
Im Jahr 2025 waren durchschnittlich 749 Personen bei OMICRON beschäftigt (Vollzeitäquivalent). Dies entspricht einem Personalwachstum von rund 5,6% und liegt innerhalb des geplanten Nettozuwachses. Die positive Geschäftsentwicklung erfordert weiterhin Personalaufbau. Die Situation auf dem Arbeitsmarkt hat sich in den letzten Jahren stabilisiert.
Zur Deckung des steigenden Flächenbedarfs wurden am Standort Röthis Ende 2025 sowie Anfang 2026 jeweils ein Bürokomplex in der Gruppe erworben.
OMICRON setzt weiterhin Maßnahmen zur Förderung von Diversität und Inklusion um. Der Fokus liegt auf der Förderung eines ausgewogenen Geschlechterverhältnisses innerhalb der Organisation und der Vereinbarkeit von Familie und Beruf.
OMICRON bekennt sich zu einem nachhaltigen, verantwortungsbewussten und schonenden Umgang mit den eingesetzten Ressourcen. Es werden umfassende Maßnahmen in den Bereichen Umweltmanagement und Energieeffizienz im Zusammenhang mit dem Umweltmanagementsystem (ISO 14001 und EMAS) fortlaufend analysiert, bewertet und weiter verbessert. Zudem wurden in diesem Bereich Maßnahmen zur Reduktion des CO2-Fußabdrucks sowie zur Förderung der Kreislaufwirtschaft weiterentwickelt. Der CO2-Fußabdruck wird laufend analysiert und entsprechende Maßnahmen werden abgeleitet. Laufende Initiativen im Bereich des Nachhaltigkeitsmanagements werden unabhängig von regulatorischen Entwicklungen im Zusammenhang mit der Nachhaltigkeitsberichtserstattung fortgeführt.
OMICRON International
Die internationale Vertriebsstrategie basiert auf der Zusammenarbeit mit externen Vertriebspartner:innen sowie auf eigenen Vertriebsniederlassungen. Die lokale Präsenz stellt einen wesentlichen Erfolgsfaktor dar.
Im Januar 2025 wurde eine neue Vertriebsniederlassung in Abu Dhabi gegründet. Zudem wurde in bestehende Standorte investiert, um das lokale Serviceangebot auszubauen. In Stafford (UK) wurde ein Service Hub fertiggestellt. Weitere Investitionen erfolgten unter anderem in Bahrain, Hong Kong, Australien und Mexiko. Weitere internationale Standortprojekte befinden sich in Planung.
Per 30.4.2025 wurde die OMICRON Energy Servicios de México S.A. de C.V. mit der OMICRON Energy Solutions de México S.A. de C.V. verschmolzen.
Die Nachfrageentwicklung zeigte sich auch regional breit diversifiziert. Alle Regionen verzeichneten Zuwächse, wobei die Regionen Pacific und North America besonders dynamisch wuchsen. North America blieb die auftragsstärkste Region.
III. Beschreibung der Risiken
Marktwirtschaftliche Risiken
Ein wesentliches Risiko ergibt sich aus geopolitischen Spannungen, insbesondere im Mittleren Osten, in der Ukraine sowie im asiatischen Raum. Diese können zu steigenden Energiepreisen, Störungen von Lieferketten sowie zu Unsicherheiten in den Absatzmärkten führen. Auswirkungen auf Beschaffungsmärkte, insbesondere im Bereich elektronischer Bauteile, können zu verlängerten Lieferzeiten und steigenden Preisen führen.
Zur Sicherstellung der Lieferfähigkeit werden strategisch erhöhte Lagerbestände aufgebaut. Dies führt zu einer Bindung von Kapital, stellt jedoch ein wesentliches Instrument zur Risikominimierung dar.
Zudem führen protektionistische Maßnahmen und regulatorische Verschärfungen in einzelnen Ländern zu zusätzlichen Herausforderungen im internationalen Handel. Lokale Wertschöpfungsanforderungen können Investitionsentscheidungen beeinflussen.
Wie bereits in den Vorjahren ist weiterhin eine vermehrte Aktivität im Bereich Akquisitionen und Kooperationen einzelner Unternehmen zu erkennen. Die im April 2026 kommunizierte geplante Übernahme der Megger Group Ltd. durch die US basierte ESCO Gruppe führt zu einer wesentlichen Konsolidierung der am Markt auftretenden Unternehmen.
Neben den dargestellten Risiken ergeben sich auch Chancen aus den strukturellen Entwicklungen im Energiesektor. Insbesondere Investitionen in den Ausbau und die Modernisierung der Energieinfrastruktur sowie steigende Anforderungen an Netzstabilität und Cyber-Security können sich positiv auf die Nachfrage nach den Lösungen von OMICRON auswirken. Die Trends Digitalisierung und Dekarbonisierung bleiben weiterhin bestimmend für den Energiesektor.
Insgesamt bleibt das Marktrisiko aufgrund der beschriebenen Rahmenbedingungen erhöht.
Finanzwirtschaftliche Risiken
Aufgrund der soliden Eigenkapitalausstattung stellen die Zinsaufwendungen keine wesentliche Belastung dar. Die gesunkenen Leitzinsen wirken sich zudem positiv auf das Finanzergebnis aus.
Das Währungsrisiko wird weiterhin maßgeblich durch den USD beeinflusst. Wechselkursschwankungen erfordern ein aktives Fremdwährungsmanagement. Für einzelne Projekte wurden selektiv Sicherungsgeschäfte eingesetzt.
Darüber hinaus wurden keine Derivate zu Handels- oder Spekulationszwecken gehalten.
Ein wesentlicher Fokus liegt weiterhin auf einem effizienten Working Capital Management zur Sicherstellung der Liquidität.
Innovationsrisiken
OMICRON konnte im Geschäftsjahr 2025 neue Produktentwicklungen auf dem Markt vorstellen. Nach der neuen Generation an CMC-Prüfgeräten im Jahr 2024 folgte im Jahr 2025 die Neueinführung des CPX-Ökosystems, mit welchem durch den modularen Aufbau und die Multifunktionalität Betriebsmittel im Hoch- und Mittelspannungsbereich geprüft werden können. Um die Innovationsführerschaft im Markt behaupten zu können, verschiebt OMICRON mit technologischen Neuerungen Grenzen und leistet wichtige Pionierarbeit, die in Bezug auf Umfang und Risiko vorab schwer abschätzbar ist. Aus diesem Grund verzögern sich manch größere Produktentwicklungen im Vergleich zum ursprünglichen Zeitplan. Durch gezieltes Projektcontrolling sowie Priorisierung von Entwicklungsprojekten wird diesen Risiken begegnet.
Internes Kontroll- und Risikomanagementsystem
OMICRON verfügt über ein angemessenes und langjährig erprobtes internes Kontroll- und Risikomanagementsystem. Die internen Kontrollmaßnahmen im Finanzbereich sind klar definiert und auch in anderen Unternehmensprozessen, etwa im Einkauf oder Vertrieb, sind geeignete Risikomanagementsysteme eingerichtet. Das Thema Risikomanagement wird zudem umfassend im Rahmen des ISO 9001 Qualitätsmanagements behandelt und fortlaufend weiterentwickelt. Die Qualitätssicherung für die Produkte und Serviceleistungen ist angemessen und wird regelmäßig, auch extern, auditiert. Die Sicherstellung angemessener Kontrollmechanismen und Risikomanagementsysteme spielt nicht nur am Standort Österreich, sondern auch bei den internationalen Gruppengesellschaften eine große Rolle. Mehrere dieser Standorte sind bereits ISO 9001 zertifiziert.
Zudem ist Informationssicherheit im Bereich der Energieversorgung essenziell. Erfolgreiche Angriffe auf Energieinfrastrukturen sowie deren Lieferketten können massive Ausfälle und Sicherheitsrisiken verursachen, weshalb ein robustes Sicherheitsmanagement für Anbieter:innen in dieser Branche unerlässlich ist. Neben eigenen Produkten an Cyber-Security Lösungen für kritische Infrastruktur hat OMICRON auf diese wachsenden Anforderungen mit der Etablierung eines eigenen Informationssicherheitsmanagementsystems reagiert, welches Ende 2024 nach den Anforderungen der ISO/IEC 27001 erfolgreich erstzertifiziert wurde und die hohen Sicherheitsstandards von OMICRON unterstreicht.
IV. Die voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens
OMICRON erwartet für das Jahr 2026 eine weiterhin positive Entwicklung von Auftragseingängen und Umsätzen.
Aufwandsseitig wirken sich insbesondere Personalwachstum, Gehaltsanpassungen sowie erhöhte Materialkosten aus. Insgesamt wird eine Fortschreibung des positiven Ergebnisses erwartet. Die Rentabilitätskennzahlen werden für das Geschäftsjahr 2026 auf dem Niveau des Geschäftsjahres 2025 erwartet.
Die weitere Entwicklung ist maßgeblich von den gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen sowie geopolitischen Entwicklungen abhängig.
Ungeachtet der bestehenden Unsicherheiten wird weiterhin von einer steigenden Nachfrage im Energiesektor ausgegangen. Investitionen in die Energieinfrastruktur sowie technologische Entwicklungen bilden eine Grundlage für die zukünftige Geschäftsentwicklung. Zusätzlich können Produktinnovationen zur weiteren Entwicklung beitragen.
V. Forschung und Entwicklung
Vorsprung durch Innovationsführerschaft ist der Kern der OMICRON Wettbewerbsstrategie. Wichtig dabei ist, dass die Innovation in enger Zusammenarbeit mit den Kund:innen und gut abgestimmt auf deren spezifische Bedürfnisse erfolgt. Produkt- und Anwendungswissen sollen frühzeitig mit Kund:innen geteilt werden und umgekehrt Feedback und Anforderungen in einem frühen Entwicklungsstadium eingeholt und berücksichtigt werden. Der OMICRON Strategieprozess adressiert sowohl die langfristige Planung der bestehenden Geschäftsbereiche und Produkte als auch die fortlaufende Bereitstellung der Ressourcen für die Umsetzung neuer Geschäftsideen.
Nachstehend ein Auszug der wichtigsten Themen der Geschäftsbereiche:
• Im Geschätsbereich Primary Testing wurde im Jahr 2025 das CPX 200 Okosystems eingeführt. Dieses umfasst neben einer robusten und kompakten Hardware mit modularem Zubehör auch eine eigens darauf zugeschnittene Softwarelösung CPXpert. Ergänzend wurde die cloudbasierte Software-Plattform CORTEX Grid entwickelt, welche die Datenverwaltung, Bewertung und Berichterstellung einer Vielzahl elektrischer Anlagen erleichtert. • Im Bereich Protection Testing stand die Markteinführung des CMC 500 Prüfgerätes im Vordergrund. Die im November 2024 neu vorgestellte nächste Generation an CMC-Prüfgeräten überzeugt durch ihre leichte und robuste Bauweise und liefert gleichbleibend hohe Prüfqualität in kürzester Zeit. Neben den vielseitigen Einsatzbereichen zum Testen von Schutzrelais, Stromwandlern und Leistungsschaltern wurde neben der Cyber-Security auch durch die Implementierung neuer Sicherheitsmerkmale besonderes Augenmerk auf die Sicherheit der Endanwender:innen gelegt. Eine über den Erwartungen liegende Nachfrage nach der neuen Produktgeneration unterstreicht das Vertrauen unserer Kund:innen. • Im Geschäftsbereich Power Utility Communication wurde das Portfolio um die Virtualisierungsplattform VBX erweitert. Diese ist darauf ausgelegt, die vorhandenen Lösungen rund um StationScout, StationGuard und IEDScout ohne physische Hardware zu hosten. Zudem wurden bestehende Produkte funktional weiterentwickelt und um neue Dienstleistungen erweitert. • Im Geschäftsbereich von b2 (Medium Voltage Cable Testing & Diagnostics – MVCTD) wurde die Serienproduktion des Teilentladungsdiagnosesystems PDTD68 gestartet, welches speziell für den Einsatz mit HVA-VLF Prüfgeräten entwickelt wurde. Zusätzlich wurden weitere Patentanmeldungen zur fortlaufenden Festigung und Absicherung der Kernkompetenz von b2 zur Einreichung vorbereitet. • Im Geschäftsbereich Personal Protective Equipment (PPE) wurde Anfang 2026 die Entscheidung getroffen, sich aus dem Produktbereich ANGEL React geordnet zurückzuziehen. Dieser Geschäftsbereich wurde vorrangig von der Tochtergesellschaft ADRESYS am Standort Salzburg bearbeitet, und beinhaltet verschiedene Lösungen zur Steigerung der Arbeitssicherheit.
Klaus, am 13. Mai 2026
Manfred Straus5 (Geschäftsführer)
OMICRON
OMICRON electronics GmbH Oberes Ried 1 · A-6833 Klaus Tel. +43 59495, Fax Dw gggg