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Lagebericht 2025

Rupp Austria GmbH

Original-PDF

Stichtag 31. Dez. 2025 · Eingereicht am 17. Sep. 2026

Inhaltsverzeichnis

L A G E B E R I C H T

zum 31.12.2025

der

Rupp Austria GmbH Hörbranz

1. Unternehmen

Die Rupp Austria GmbH (im folgenden "Gesellschaft" genannt) wurde mit Gesellschaftsvertrag vom 19. Februar 2010 als Schreiber & Rupp GmbH gegründet und am 2. März 2010 ins Firmenbuch unter der FN 342258 x beim Firmenbuchgericht Feldkirch eingetragen.

Mit 01.09.2021 wurden die restlichen 49% der Anteile an der Schreiber & Rupp GmbH von der Rupp AG übernommen, wodurch diese Gesellschaft sich nun zu 100% im Eigentum der Rupp AG befindet.

Mit Spaltungs- und Übernahmevertrag vom 08.04.2022 wurden der operative Betrieb und die Betriebsliegenschaften der Rupp AG (FN 263494 t) rückwirkend zum 01.01.2022 auf die Rupp BetriebsImmo GmbH (FN 578227 i), unter Inanspruchnahme der umgründungssteuerlichen Begünstigungen des Art. VI. UmgrStG, abgespalten.

Mit Spaltungs- und Übernahmevertrag vom 08.04.2022 wurde der, zuvor von der der Rupp AG auf die Rupp BetriebsImmo GmbH übertragene operative Betrieb der Rupp AG, rückwirkend zum 01.01.2022 auf die Schreiber & Rupp GmbH, unter Inanspruchnahme der umgründungssteuerlichen Begünstigungen des Art. VI. UmgrStG, abgespalten.

Mit 31.05.2022 wurde die Schreiber & Rupp GmbH in die Rupp Austria GmbH umfirmiert. Die Rupp Austria GmbH steht weiterhin mit der Rupp AG sowie deren verbundenen Unternehmen in einem Konzernverhältnis.

Die Gesellschaft ist auf dem Gebiet der Herstellung und Vermarktung von Naturkäse und Schmelzkäse für den Private Label Markt tätig. Darüber hinaus umfasst das Geschäftsmodell ein breites Markensortiment, die Produktion und Vermarktung von Bergkäse sowie den Vertrieb von Ingredients und funktionellen Käselösungen für industrielle B2B-Kunden. Vegane Produkte ergänzen das Sortiment. Verwaltungs- und Produktionsstandort der Rupp Austria GmbH ist Hörbranz. Zusätzliche Produktionsstandorte bestehen in Hard, Lutzenreute, Hinteregg, Schnepfau und Doren, alle in Vorarlberg.

Im März 2012 hat die Gesellschaft einen Schmelzkäsebetrieb in D-Lindenberg erworben, welcher in weiterer Folge in eine 100 %-Tochter eingebracht wurde und nun als S&R Lindenberg Produktions GmbH geführt wird.

2.1. Geschäfts- und Rahmenbedingungen

Die Rupp Austria GmbH ist sowohl in den Warengruppen Schmelzkäse, Naturkäse und Lebensmittelzubereitungen als auch in der Herstellung von Private Label für Retail-Kunden vor allem auf europäischen Märkten tätig. In Österreich beliefert die Rupp Austria GmbH mit den führenden Marken Rupp und Alma alle wesentlichen Unternehmen im Lebensmittelhandel.

2.2. Geschäftsergebnis, Ertragslage

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 2
in TSD EUR1-12/20251-12/2024Veränderung
Betriebliches Ergebnis5.97815.089-9.111
Finanzergebnis1.0742.110-1.036
Ergebnis vor Steuern7.05217.199-10.147
Steuern-1.238-3.3462.107
Jahresgewinn5.81413.853-8.040

Der deutliche Rückgang des betrieblichen Ergebnisses im Geschäftsjahr 2025 ist insbesondere auf die hohe Volatilität an den Rohwarenmärkten, den zunehmenden Wettbewerbs- und Preisdruck im zweiten Halbjahr sowie auf zusätzliche Belastungen im Zusammenhang mit der Einführung des neuen ERP-Systems zurückzuführen.

2.3. Mitarbeiter

Von entscheidender Bedeutung für den Erfolg der Rupp Austria GmbH sind ihre Mitarbeiter. Die Rupp Austria GmbH beschäftigte am Standort Hörbranz im abgelaufenen Geschäftsjahr mehr als 500, Großteils langjährige Mitarbeiter.

Die Rupp Austria GmbH investiert kontinuierlich in Fort- und Weiterbildung mit dem Ziel, interne Produktions- und Verwaltungsabläufe zu optimieren, um die Zusammenarbeit mit Kunden und Geschäftspartner zu verbessern und stetig auszubauen.

Durch die Erfahrungen aus den großen Herausforderungen an das Arbeitsumfeld im Rahmen der COVID-19 Pandemie und der daraus resultierenden Forcierung der Digitalisierung der Arbeitsprozesse, wurden die Vorteile der in dieser Zeit geschaffenen Rahmenbedingungen für flexibleres Arbeiten, wie unter anderem Home-Office und flexiblere Arbeitszeiten, weiter geführt und werden positiv von den Mitarbeitern angenommen.

Die Sicherstellung der Verfügbarkeit qualifizierter Fachkräfte bleibt weiterhin eine zentrale Herausforderung.

2.4. Forschung und Entwicklung

Die Wettbewerbsstärke sowie die nachhaltige Absicherung und Weiterentwicklung von Marktanteilen erfolgen durch laufende Produktinnovationen sowie die kontinuierliche Verbesserung von Produktqualität, Rezepturen und Verpackungslösungen. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Entwicklung kunden- und anwendungsspezifischer Lösungen für den Retail-, Foodservice- und Industrie-Bereich.

Im Geschäftsjahr 2025 lagen die Schwerpunkte insbesondere auf der Entwicklung innovativer Käse- und Ingredients-Lösungen für internationale Quick-Service- und Foodservice-Kunden, neuen Anwendungen im Bereich Convenience-Produkte sowie auf proteinreichen Produktkonzepten und funktionellen Käselösungen. Darüber hinaus wurden bestehende Rezepturen weiter optimiert und im Zuge der ERP-Transformation zusätzliche Standardisierungs- und Harmonisierungsschritte im Produktmanagement umgesetzt.

Auch im Geschäftsjahr 2026 wird die Gesellschaft ihre Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten konsequent fortführen. Im Fokus stehen dabei insbesondere innovative Füllungs- und Saucenkonzepte, funktionelle und haltbare Käselösungen, High-Protein-Produkte, internationale Produkttransfers innerhalb der Unternehmensgruppe sowie die Weiterentwicklung kundenspezifischer Anwendungen für Industrie- und Foodservice-Kunden. Ziel bleibt es, durch Innovation, Flexibilität und hohe Entwicklungskompetenz die Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig zu stärken.

2.5. Zweigniederlassungen

Die Gesellschaft unterhält keine Zweigniederlassungen.

2.6. Organisation

Die Rupp Austria GmbH ist für den gesamten Beschaffungs-, Herstellungs- und Distributionsprozess hinweg nach IFS (International Food Standard) und BRC (British Retail Consortium) zertifiziert.

Die Geschäftsprozesse werden seit Oktober 2025 durch ein neues ERP-System unterstützt, abgebildet und abgewickelt, welches die bisher eingesetzte ERP-Software abgelöst hat. Der operative

Datenaustausch, unter anderem von Prozessdaten und Produktdaten, wird mittels EDI elektronisch bewerkstelligt. Der Go-Live konnte ohne größere Schwierigkeiten umgesetzt werden, war jedoch mit erheblichem Zusatzaufwand, organisatorischen Umstellungen sowie einer wesentlichen Kostenbelastung für die Rupp Austria verbunden. Für das Geschäftsjahr 2026 wird weiterhin eine Optimierungs- und Stabilisierungsphase erwartet. Gleichzeitig besteht eine hohe Zuversicht, dass das neue ERP-System langfristig zur weiteren Professionalisierung, Effizienzsteigerung und Zukunftsfähigkeit der Organisation beitragen wird.

Mit der Einführung eines neuen ERP Systems wurde eine wesentliche Grundlage für die weitere Standardisierung, Digitalisierung und Skalierbarkeit der Unternehmensprozesse geschaffen.

2.7. Umwelt

Rupp steht in einem kontinuierlichen Prozess, die bestehenden Umweltanforderungen und –auflagen einzuhalten bzw. neue Maßstäbe zu setzen. Ein Teil dieser Politik ist eine Reduktion von Ressourcenverbräuchen, Vermeidung von Abfällen und Erhöhung des effektiven Outputs. Rupp wird auch im Rahmen des ÖKOPROFIT Programmes zertifiziert.

Des Weiteren wird fortlaufend in erneuerbare Energien wie unter anderem in PV-Anlagen und deren Erweiterung investiert sowie die Elektroflotte und Elektrofahrräder für Mitarbeiter gefördert.

Mit der Einführung einer umfassenden Nachhaltigkeitsstrategie wurde ein bedeutender Schritt in Richtung ökologischer, sozialer und wirtschaftlicher Verantwortung gesetzt. Ziel dieser Initiative ist es, langfristig wirksame Maßnahmen zu etablieren, die einen positiven Beitrag zum Umweltund Klimaschutz leisten, faire Arbeitsbedingungen fördern und den verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen stärken.

3.1. Allgemeines Risikomanagement

Die Gesellschaft ist einer Vielzahl von Risiken ausgesetzt. Das Risikomanagement erfolgt im Rahmen der Budgetierung und der laufenden monatlichen Ergebniskontrolle.

Über die im Jahresabschluss und Anhang dargestellten Risiken hinaus sind derzeit keine weiteren wesentlichen Preisänderungs-, Ausfall-, Liquiditäts- oder Cashflow-Risiken erkennbar.

Aus heutiger Sicht sind keine bestandsgefährdenden Risiken erkennbar.

3.2. Verhältnisse am Absatzmarkt

Die Absatzmärkte sind durch starken Verdrängungswettbewerb geprägt. Die Gesellschaft erzielt einen wesentlichen Teil ihres Umsatzes auf internationalen Märkten und ist dadurch in besonderem Maße von globalen Markt- und Preisentwicklungen beeinflusst. Rupp begegnet dieser Entwicklung mit kontinuierlichem Fokus auf Produktinnovationen und intensiver Marktbearbeitung.

Die Rupp-Marken sind markenrechtlich geschützt und werden laufend beworben um die Marktposition zu stärken. Im klassischen österreichischen LEH ist Rupp Marktführer im Schmelzkäse- Segment und profitiert vom Trend zu Regionalität.

In der EU unterstützt der wachsende Private-Label-Trend – bedingt durch Inflation und steigende Lebenshaltungskosten – die Absatzentwicklung. Auch in den Wachstumsmärkten des Mittleren und Fernen Ostens konnte die Marktposition weiter ausgebaut werden.

3.3. Verhältnisse am Beschaffungsmarkt

Käse, Butter sowie weitere verarbeitungsrelevante Roh- und Hilfsstoffe zählen zu den zentralen Kostenfaktoren im Produktionsprozess. Die Einkaufspreise dieser Materialien orientieren sich maßgeblich an den internationalen Marktpreisen und unterliegen seit mehreren Jahren einer zunehmenden Volatilität mit teils erheblichen Preisschwankungen.

Das Geschäftsjahr 2025 war zunächst von steigenden Milch- und Rohstoffpreisen geprägt. Insbesondere im ersten Halbjahr führten eine rückläufige Milchproduktion innerhalb der EU-27 sowie eingeschränkte Verfügbarkeiten zu einem deutlichen Anstieg der Beschaffungspreise. Dadurch erhöhte sich der Kostendruck entlang der gesamten Wertschöpfungskette spürbar.

Gegen Ende des Sommers 2025 kam es jedoch zu einem deutlichen Preisrückgang auf den internationalen Milch- und Käsemärkten. Der daraus resultierende intensive Wettbewerbs- und Preisdruck wirkte sich wesentlich auf die Absatzpreise und Margensituation aus und hatte einen entsprechend negativen Einfluss auf die Profitabilität der Gesellschaft. Die Marktbedingungen waren insgesamt von hoher Volatilität und kurzfristigen Preisbewegungen geprägt.

3.4. Betriebliche Risiken

Verschiedene Projekte im betrieblichen Bereich, insbesondere bei der vorbeugenden Instandhaltung und dem Projekt „Minimierung des Ausfallrisikos“ der Anlagen, führten zu einer deutlichen Verminderung von betrieblichen Risiken, besonders im Bereich der Produktion.

3.5. Finanzielle Risiken

Aus den bestehenden Fremdfinanzierungen sind keine Risiken erkennbar.

Investitionen werden detailliert auf Risikoaspekte hin analysiert und müssen klaren Rentabilitätszielen entsprechen.

Das Ausfallsrisiko von Kundenforderungen ist durch den Einsatz des Debitorenmanagements als gering einzustufen. Außerdem sind die Außenstände durch Kreditversicherungen zum Großteil abgesichert.

Es werden keine derivativen Finanzinstrumente eingesetzt.

Das Marktumfeld bleibt auch im Geschäftsjahr 2026 herausfordernd. Die Nachfrage auf den relevanten Absatzmärkten zeigt sich weiterhin verhalten, während sich der Wettbewerbsdruck in vielen Marktsegmenten zunehmend verschärft. Neben den allgemeinen wirtschaftlichen Unsicherheiten wirken sich insbesondere geopolitische Spannungen und politische Instabilitäten belastend auf die gesamtwirtschaftliche Entwicklung aus. Zusätzliche Unsicherheiten ergeben sich aus den jüngsten Konflikten im Nahen Osten, welche voraussichtlich erneut zu erhöhtem Druck auf Energie-, Transport- und Rohstoffkosten führen werden. Dadurch wird insbesondere das internationale Exportgeschäft zusätzlich erschwert.

Ein wesentlicher Belastungsfaktor bleibt weiterhin die hohe Kostenbasis entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Insbesondere volatile Rohwarenmärkte sowie steigende Beschaffungs- und Logistikkosten stellen die Gesellschaft vor anhaltende Herausforderungen. Gleichzeitig führen die veränderten Marktbedingungen zu einem intensiveren Preis- und Wettbewerbsdruck, was sich belastend auf die Margensituation auswirkt.

Vor diesem Hintergrund wird die konsequente Weiterentwicklung interner Effizienzprogramme sowie eine verstärkte Fokussierung auf nachhaltige Kostenoptimierungsmaßnahmen von wesentlicher Bedeutung sein. Gleichzeitig wird weiterhin an der Stärkung der organisatorischen und operativen Wettbewerbsfähigkeit gearbeitet, um den langfristigen Unternehmenserfolg auch unter herausfordernden Marktbedingungen sicherzustellen.

Hörbranz, am 11. Juni 2026

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 6
Ranut
E. Na zer Laura RuppDaniel Marte

Stefan Walter

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