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Lagebericht 2025

PORR Bau GmbH

Original-PDF

Stichtag 31. Dez. 2025 · Eingereicht am 15. Juni 2026

Inhaltsverzeichnis

PORR Bau GmbH Lagebericht 31.12.2025

1. ALLGEMEINER TEIL

Bei der Firma PORR Bau GmbH handelt es sich um eine große Kapitalgesellschaft. Das voll eingezahlte Stammkapital wird, wie im Vorjahr, zu 52,49% von der PORR AG und zu 47,51% von der PORR Bauindustrie GmbH gehalten.

Kernkompetenz Bauen

Die PORR Bau GmbH bekennt sich zu ihrer Kernkompetenz, dem Bauen. Sie ist ein führendes Bauunternehmen in Österreich und zählt auch in den anderen Heimmärkten Deutschland, Polen und Tschechien zu den bedeutendsten Unternehmen der Branche. Der Fokus liegt auf der Ertragsstärke, der nachhaltigen finanziellen Stabilität und auf einem ausgewogenen Risikoprofil. Die PORR Bau GmbH baut so viel wie möglich selbst. Den unterschiedlichen Anforderungen von Flächen- und Projektgeschäft wird dabei durch die Organisationsstruktur Rechnung getragen.

Fokus Heimmärkte

Der Fokus der Geschäftstätigkeit liegt auf den wachsenden und stabilen Heimmärkten, in denen die PORR Bau GmbH ihr gesamtes Portfolio anbietet. Zudem engagiert sich das Unternehmen in den Projektmärkten Katar und Dubai, Vereinigtes Königreich, Indien, Australien, Israel und in ausgewählten Ländern der CEE-/SEE-Region. Hier ist PORR Bau GmbH selektiv mit ihren Exportprodukten Tunnel-, Bahn- und Tiefbau tätig. Die PORR Bau GmbH fungiert als Komplettanbieter für Bauvorhaben aller Komplexitätsstufen. Das breite Leistungsportfolio und die geschlossene Wertschöpfungskette ermöglichen das Erbringen von Leistungen entlang des gesamten Projektzyklus. Auch im Jahr 2025 erzielte die PORR Bau GmbH den überwiegenden Teil ihrer Produktionsleistung in Österreich. Hier ist die PORR mit ihrem gesamten Leistungsspektrum vertreten. Neben diesem Flächengeschäft – mit den Schwerpunkten Wohnbau, Bürobau und Straßenbau – sind die nationalen Kompetenzen im Bahn- und Ingenieurbau, im Spezialtiefbau und in der Umwelttechnik gebündelt. 2025 erwirtschaftete die PORR Bau GmbH mit 7.477 (Vj.: 7.311) Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine Produktionsleistung von EUR 2.554 Mio. (Vj.: EUR 2.387 Mio.).

Projekt- und internationale Märkte: In der Slowakei, in Rumänien, Bulgarien, Norwegen, Großbritannien, Katar, den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) sowie Indien, Australien und Israel (Beratungsleistungen für Patent Feste Fahrbahn „Slab-Track“) ist die PORR Bau GmbH mit ihren Exportprodukten – vornehmlich im Tunnel-, Bahn- und Tiefbau (Spezial- und Großprojekte) – selektiv tätig. Diese Spezialprodukte können bei klarem Mehrwert auch in anderen internationalen Märkten als Einzelprojekte angeboten werden. Darüber hinaus werden nach dem Follow-Your-Customer-Prinzip auch Projekte für langjährige Industriekunden realisiert. International verfolgt die PORR Bau GmbH eine weitere Expansion im Infrastruktursektor. Als Zielmärkte gelten derzeit Schweden und Dänemark. Dabei setzt die PORR Bau GmbH auf die Zusammenarbeit mit lokalen Partnern, um das Know-how und die technische Expertise der PORR Bau GmbH mit dem marktspezifischen Wissen, den Fähigkeiten und den Mitarbeitern der lokalen Partner zu kombinieren. Diesen Ansatz verfolgt die PORR Bau GmbH auch in den bereits bestehenden Märkten Norwegen und Großbritannien, sowie in Katar und in Dubai.

Strenge Kosten-, Kapital- und Risikodisziplin: Intelligentes Wachstum bedeutet auch profitables Wachstum mit dem Ziel der kontinuierlichen Ergebnisverbesserung. Die Basis bilden die risikobewerteten Abgaben von Angeboten für neue Projekte – mit dem Grundsatz, „Ergebnis vor Leistung“ – und das aktive Management der Kostenbasis. Mit umfassendem Risikomanagement, das sich von der Projektkalkulation bis zur Projektumsetzung erstreckt, sollen Anzahl und Effekt von verlustbringenden Baustellen vermieden werden. Der disziplinierte Kapitaleinsatz, eine klare Zuweisung von Verantwortlichkeiten innerhalb von optimierten Strukturen und modernste Managementinformationssysteme bilden eine weitere strategische Säulen der PORR Bau GmbH. Transparenz und Klarheit in der Geschäftstätigkeit sind zentrale Anliegen des Unternehmens.

Ausblick auf die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung

Intelligentes Wachstum mit Green and Lean

Die PORR Bau GmbH zielt darauf ab, durch intelligentes Wachstum nachhaltig und langfristig Produktionsleistung und Ertrag zu steigern, wobei der Ertrag immer vor der Leistung steht. Dabei setzt das Unternehmen auf ihre Kernkompetenz – das Baugeschäft. Die PORR Bau GmbH bekennt sich zu ihrer Rolle als Bauunternehmen und strebt danach, so viele Bauleistungen wie möglich selbst auszuführen. Den unterschiedlichen Anforderungen von Flächen- und Projektgeschäft trägt die PORR Bau GmbH durch ihre Organisationsstruktur Rechnung, die eine Aufteilung in Business Units mit entsprechenden Schwerpunkten vorsieht. Flächenmarkt innerhalb der PORR Bau GmbH ist Österreich. In allen anderen Märkten verfolgt das Unternehmen eine projektgetriebene Geschäftstätigkeit und konzentriert sich dabei auf jene Sparten, in denen sie einen klaren Mehrwert anbieten kann. Die PORR Bau GmbH unterscheidet in ihrer Marktstrategie zwischen Heimmärkten, Projektmärkten und Zielmärkten.

Wir möchten als Pioniere den Weg zu einer nachhaltigen Baubranche ebnen. Als internationales Unternehmen baut die PORR Bau GmbH für Generationen und prägt Lebenswelten – mit und für Menschen. Denn gerade die Baubranche als People Business mit vielen verschiedenen Ethnien und einem hohen Energie- und Ressourcenverbrauch verlangt globales und zukunftsorientiertes Denken. Verantwortungsvolles Wirtschaften ist das Fundament ihres Erfolgs und tief in ihrer Unternehmensstrategie verankert. Dafür braucht es Rückgrat und Haltung. Als gesellschaftliche Akteurin sieht die PORR Bau GmbH es als ihren Auftrag, einen positiven Beitrag zu leisten. Unser klares Ziel ist es, intelligent zu wachsen und dabei im Sinne der ESG-Kriterien zukunftsorientiert zu wirtschaften.

Die Nachhaltigkeitsstrategie der PORR Bau GmbH spiegelt sich in der Konzernstrategie „Green and Lean“ wider, bei der ein klarer, ganzheitlicher Ansatz verfolgt wird. Die Säulen „Mitarbeiter*innen“ und „ESG“ zeigen deren Stellenwert im Unternehmen. Der Anspruch der PORR Bau GmbH ist, einen Mehrwert für ihre Stakeholder, die Gesellschaft und das Unternehmen zu schaffen und gleichzeitig den ökologischen Fußabdruck zu verkleinern. Dafür hat sie sich definierte, langfristige Ziele bis 2030 gesetzt, ergänzt durch Zwischenziele, die dabei helfen sollen, den Fortschritt agil voranzutreiben

Die größten Auftragseingänge im Geschäftsjahr 2025 waren:

ARGE H53 Brenner Basistunnel PSKW Ebensee WHA Nordbahnhof Baufeld 3E „Nord 3E“, 1020 Wien AVA-Hof Salzburg Beistellungen Triebfahrzeugführer ARGE AUVA RTZ Wien, 1120 Wien ARGE FF SBT 5.1, 8680 Mürzzuschlag ARGE A2 Tunnelkette Pack-Tunnel ARGE ÖBB Stammstrecke M3 ARGE GI Schleuse Kachlet, 94032 Passau

Schwerpunkt Innovation

Um zu den Besten zu gehören, sind die Weiterentwicklung bestehender Technologien und die Initiierung neuer Forschungsschwerpunkte essenziell. Die PORR Bau GmbH verfolgt einen integrierten Forschungsansatz, bei dem alle Einheiten auf zentral verwaltete Forschungsressourcen wie zum Beispiel Labors zurückgreifen können. Innovationsträger sind die Mitarbeiter, die ermutigt werden, neue Projekte anzustoßen und umzusetzen, sowie die Zusammenarbeit mit Universitäten und Forschungseinrichtungen.

1.1

GESAMTWIRTSCHAFTLICHES UMFELD

Globale Märkte im Wandel

Die globale Wirtschaft zeigte sich im Jahr 2025 widerstandsfähig und hielt trotz anhaltender Unsicherheiten ihren moderaten Wachstumspfad. Das weltweite Bruttoinlandsprodukt (BIP) wird nach Einschätzung der OECD um 3,2 % zulegen, getragen von einer weiterhin soliden Nachfrage in den Vereinigten Staaten sowie einer vorgezogenen Aktivität und fiskalischen Impulsen in China. Zwar schwächen höhere Handelsbarrieren den Welthandel, doch die robuste Investitionstätigkeit im Bereich künstlicher Intelligenz wirkt stabilisierend auf die globale Nachfrage. Die Eurozone profitiert von rückläufigen Inflationsraten und sinkenden Leitzinsen. Mit der allmählichen Rückkehr der Inflation in Richtung der Zielmarken großer Zentralbanken leiteten nicht nur die Federal Reserve (FED) und die Europäische Zentralbank, sondern auch weitere Notenbanken schrittweise Zinssenkungen ein. Trotz anhaltender globaler Handelsrisiken präsentiert sich der Arbeitsmarkt in den meisten bedeutenden Volkswirtschaften noch belastbar, auch wenn erste Abschwächungstendenzen sichtbar werden. Die fortschreitende Disinflation dürfte den privaten Konsum ebenso wie die Investitionstätigkeit im Laufe des Jahres 2026 zusätzlich unterstützen. Vor diesem Hintergrund prognostiziert die OECD für 2026 ein globales Wachstum von 2,9 %.

Die US-Wirtschaft setzte im Laufe des Jahres 2025 trotz schwindender Impulse aus dem Vorjahr ihre Expansion fort, wenn auch mit spürbarer Abschwächung. Nach einem robusten Plus von 2,8 % im Jahr 2024 wird das Wachstum im Kalenderjahr 2025 auf 2,0 % zurückgehen. Hauptgründe dafür sind einerseits die höheren effektiven Importzölle, sowie vorübergehende Arbeitsunterbrechungen im Bundessektor infolge einer teilweisen Regierungsstilllegung. Andererseits bleibt die Investitionstätigkeit im Technologiesegment ein zentraler Stabilisierungsfaktor. Nach zwei Zinssenkungen im September und Oktober liegt die Spanne des Leitzinses derzeit bei 3,75 bis 4,00 %. Unter der Annahme weiter nachlassender Inflationsdynamik und keiner erneuten Verschlechterung des Arbeitsmarktes ist eine schrittweise Absenkung in Richtung einer Zielspanne von 3,25 bis 3,50 % bis Ende 2026 vorgesehen. Für 2026 wird ein Wirtschaftswachstum von 1,7 % prognostiziert.

Die Eurozone blieb im Jahr 2025 mit einem prognostizierten BIP-Wachstum von 1,3 % unterhalb der globalen Dynamik. Die Europäische Zentralbank lockerte die Geldpolitik seit Juni 2024 deutlich, nachdem der Einlagenzinssatz bis Juni 2025 kumulativ um 200 Basispunkte auf 2,0 % gesenkt worden war. Parallel dazu näherte sich die Inflation mit 2,1 % dem Zielkorridor an, während die Kernrate mit 2,4 % etwas darüber verharrte. Trotz steigender real verfügbarer Einkommen blieb die Ersparnisquote hoch, was die binnenwirtschaftliche Erholung dämpft und die anhaltend hohe Unsicherheit widerspiegelt. Für 2026 erwartet die OECD einen deutlichen Anstieg privater Investitionen, unterstützt durch verbesserte Finanzierungsbedingungen und stabilere Kreditkosten. Die öffentlichen Investitionen werden zudem weiterhin durch Programme wie NextGenerationEU abgesichert, während die Recovery and Resilience Facility im Verlauf des Jahres zusätzliche fiskalische Impulse setzt. Gleichwohl bleibt das Umfeld durch mögliche Handelskonflikte belastet, insbesondere im Kontext der von den Vereinigten Staaten verhängten Importzölle auf europäische Waren. Insgesamt dürften der Rückgang der Inflation, die Normalisierung der Lieferketten und die schrittweise Lockerung der Finanzierungskonditionen den Konsum und die Investitionstätigkeit weiter stärken. Auf dieser Grundlage prognostiziert die OECD für das Jahr 2026 ein BIP-Wachstum der Eurozone von 1,2 %.

Die österreichische Wirtschaftsleistung blieb im Jahr 2025 verhalten und legte lediglich um 0,3 % zu. Auf der Nachfrageseite ging die Erholung vor allem von den Investitionen aus. Der private Konsum blieb trotz steigender Arbeitsentgelte gedämpft, da die Haushalte weiterhin eine erhöhte Sparneigung aufwiesen und die Inflation auf hohem Niveau verharrte. Hohe Energiepreise beeinträchtigen zudem weiterhin die Wettbewerbsfähigkeit und die Produktion. Neue US-Zölle auf EU-Waren könnten spürbare Auswirkungen auf die österreichischen Exporte haben.Für das Jahr 2026 rechnet die OECD mit einer allmählichen Belebung der Konjunktur. Der private Konsum dürfte sich mit rückläufiger Inflation und höheren Reallöhnen schrittweise erholen. Zugleich werden niedrigere Zinssätze und der Bedarf an Kapitalersatz die privaten Investitionen unterstützen. Die außenwirtschaftliche Entwicklung bleibt zwar durch die regionalen Rahmenbedingungen ebremst, könnte jedoch im Zuge einer stabileren Nachfrage in Europa wieder an Dynamik gewinnen. Insgesamt prognostizieren die Expertinnen und Experten des Instituts für höhere Studien (IHS) ein Wachstum von 0,9 % für das Jahr 2026.

Die deutsche Wirtschaft entwickelte sich im Jahr 2025 nur schwach, belastet durch mäßige Auslandsnachfrage, hohe Energiepreise und zunehmenden Handelsprotektionismus. Trotz steigender Reallöhne blieb der private Konsum zunächst verhalten, da innenpolitische Unsicherheit die Kaufneigung dämpfte. Mit der Bundestagswahl und der Reform der Fiskalregeln nahm diese Unsicherheit ab, das unterstützte eine leichte Erholung. Steigende Reallöhne, rückläufige Inflation, sinkende Zinssätze und steuerliche Anreize dürften den privaten Verbrauch und die Investitionstätigkeit stärken. Öffentliche Ausgaben für Verteidigung und Infrastruktur stützen zusätzlich, während die Exportentwicklung durch protektionistische Maßnahmen gebremst bleibt. Für 2026 erwartet die OECD ein Wachstum von 1,0 %.

Die Schweizer Wirtschaft wuchs 2025 laut SECO um 1,3 %, gestützt durch eine etwas stärkere Dynamik im ersten Halbjahr sowie eine stabile Binnennachfrage. Gleichzeitig belasteten erhöhte US-Zölle, die Aufwertung des Schweizer Frankens und das unsichere außenwirtschaftliche Umfeld die Exportentwicklung. Für 2026 dürften sich die Warenexporte rückläufig entwickeln und die Ausrüstungsinvestitionen nur schwach ausfallen. Trotz dieser Belastungen erwartet die OECD für 2026 ein Wachstum von 1,2 %.

Polen verzeichnete im Jahr 2025 ein robustes Wirtschaftswachstum von 3,5 %. Getragen wurde die Expansion vor allem durch eine starke private und staatliche Nachfrage sowie durch Lageraufstockungen der Unternehmen, während Exporte und private Investitionen schwach blieben und die Arbeitslosigkeit langsam anstieg. Die Inflation ließ nach, zugleich verlangsamte sich das reale Lohnwachstum, was die Konsumnachfrage im Folgejahr dämpfen könnte. Die Expertinnen und Experten für 2026 mit einem anhaltend soliden Wachstum von rund 3,5 %.

Ein ähnliches Bild zeigte sich in Rumänien. Die Wirtschaftsleistung stieg im Jahr 2025 um 1,3 %. Vor dem Hintergrund strikterer Haushaltsführung des Staates, einer gedämpften privaten Nachfrage sowie nur allmählich durchschlagender geldpolitischer Impulse dürfte sich das Wachstum zunächst nur moderat entwickeln. Gestützt durch die Umsetzung EU-finanzierter Investitionsprojekte und eine graduelle Erholung der Exporte erwartet die OECD für 2026 eine leichte Beschleunigung der wirtschaftlichen Dynamik. Insgesamt wird ein Wachstum von rund 1,0 % prognostiziert.

In Tschechien und der Slowakei lag das Wirtschaftswachstum im Jahr 2025 bei 2,4 % beziehungsweise 0,8 %. Mit einer allmählichen Erholung der Weltwirtschaft und einer schrittweisen Belebung der Binnennachfrage erwartet die OECD für das Jahr 2026 eine weitere Beschleunigung der wirtschaftlichen Entwicklung. Für Tschechien wird ein Wachstum von 2,0 % prognostiziert, während für die Slowakei ein Anstieg der Wirtschaftsleistung um 1,1 % erwartet wird.

Europäische Bauwirtschaft erholt sich schrittweise

Im Jahr 2025 zeigte der europäische Bausektor trotz weiterhin anspruchsvoller Rahmenbedingungen eine spürbare Stabilisierung. Nach zwei rückläufigen Jahren in Folge, in denen die Bauproduktion im Jahr 2023 um 0,5 % und im Jahr 2024 um 1,7 % zurückgegangen war, wird f r das laufende Jahr wieder ein leichtes Wachstum von 0,3 % erwartet, bevor sich die konjunkturelle Dynamik ab 2026 mit prognostizierten +2,4 % deutlich verst rken d rfte. Die Unterschiede zwischen den einzelnen Segmenten bleiben zwar bestehen, insgesamt mehren sich jedoch die Anzeichen dafür, dass der Sektor den Tiefpunkt hinter sich gelassen hat.

Im Hochbau bleibt der Wohnbau zwar noch gedämpft, stabilisierte sich jedoch nach den deutlichen Rückgängen von 3,6 % im Jahr 2023 und 4,0 % im Jahr 2024. F r 2025 wurde ein weiterer leichter R ckgang von 1,2 % erwartet, w hrend ab 2026 eine nachhaltigere Erholung mit Zuw chsen von 2,3 % im Jahr 2026 und 2,7 % im Jahr 2027 prognostiziert wird. Während der übrige Hochbau bereits etwas widerstandsfähiger ausfiel, wird für den Neubau im Nichtwohnbau 2026 ein Plus von 3,3 % erwartet, nachdem er 2025 leicht um 0,2 % zurückging. Die Renovierungen im Nichtwohnbau legten 2025 mit 1,2 % zu und dürften 2026 mit 1,4 % weiter anziehen.

Der Tiefbau entwickelte sich weiterhin als stärkstes Segment der Branche und sorgte auch 2025 für wesentliche Wachstumsimpulse. Nachdem die Sparte 2024 um 1,9 % gewachsen ist, wurde f r 2025 ein deutlicher Anstieg auf 3,7 % erwartet. Sowohl der Neubau mit 4,1 % als auch die Sanierung mit 3,2 % trugen zu dieser robusten Entwicklung bei. Hohe ffentliche Investitionen, umfangreiche Infrastrukturma nahmen sowie Projekte im Energie- und Verkehrsbereich st tzten die Nachfrage und machten den Tiefbau weiterhin zu einem zentralen Stabilitätsfaktor der gesamten Branche.

Auch bei der Preisentwicklung zeichnet sich ein insgesamt beruhigteres Bild ab. Die Baupreise bleiben 2025 zwar auf hohem Niveau, steigen in vielen Ländern jedoch nur moderat weiter. Die Normalisierung der Inflation sowie stabilere Rohstoffmärkte tragen dazu bei, dass der Preisdruck gegenüber den Vorjahren spürbar nachlässt. Einzelne regulatorische Maßnahmen könnten mittelfristig wieder leichte Belastungen verursachen, insgesamt bleibt die Tendenz jedoch stabil.

Die PORR Bau GmbH definiert ihre Märkte nach folgenden Kategorien:

Business Unit AT: Die Business Unit AT beinhaltet im Wesentlichen das gesamte Baugeschäft im Heimmarkt Österreich, mit Ausnahme des Tunnelbaus. Sie umfasst neben dem klassischen Flächengeschäft insbesondere auch den Bahn- und Ingenieurbau, sowie den Spezialtiefbau und Umwelttechnik. Darüber hinaus gehören zu diesem Verantwortungsbereich auch Hochbau- Großprojekte, die international teilweise über eigene Landesgesellschaften abgewickelt werden, oder auch der Industriebau in Deutschland und Feste Fahrbahn Europa.

Business Unit TU: Die BU TU (Totalunternehmer) ist seit dem Geschäftsjahr 2024 parallel zur BU AT tätig und umfasst folgende Leistungen: Totalunternehmen, Planung, EPC (Engineering-Procurement- Construction), Modulares Bauen, Holzbau, Baustellenlogistik, Innovationen, LEAN und BIM.

Durch die Bündelung dieser Kompetenzen in einer Business Unit werden wir unsere Position am Markt weiter verstärken und unsere bestehenden und neuen Auftraggeber ein weiteres Spektrum an Leistung anbieten. Wir unterstreichen den Ansatz „Alles aus einer Hand“ noch mehr und heben uns von den Marktbegleitern als One-Stop-Shop deutlich ab.

Business Unit INFRA International: In dieser Business Unit sind die Kompetenzen der PORR Bau GmbH in den Bereichen internationaler Tunnel-, Bahn- und Spezialtiefbau sowie Slab Track International gebündelt. Auch die Verantwortung für die Projektmärkte Norwegen, Katar und Vereinigte Arabische Emirate (VAE) sind hier integriert. Die PORR Bau GmbH fokussiert dabei auf Aufträge im Infrastrukturbau und auf die Zusammenarbeit mit lokalen Partnern. Die Exportprodukte der PORR Bau GmbH werden von hier aus sehr selektiv und nur bei klarem Mehrwert in internationalen Märkten angeboten.

2. LEISTUNGS- UND AUFTRAGSENTWICKLUNG

2.1 Produktionsleistung (Eigene Bauten und Arbeitsgemeinschaften)

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 6
in TEUR20252024
Eigene Bauten2.144.7902.055.505
Arbeitsgemeinschaften409.510331.587
Produktionsleistung gesamt2.554.3002.387.092

Die Kennzahl Produktionsleistung umfasst die klassischen Planungs- und Baudienstleistungen, Leistungen aus Deponiebetrieben, Rohstoffverkäufe und das Facility Management und damit alle wesentlichen Leistungen der PORR Bau GmbH. Bei vollkonsolidierten Unternehmen entspricht diese Leistung annähernd den gemäß IFRS Accounting Standards definierten und ausgewiesenen Umsatzerlösen. Zusätzlich enthält die Produktionsleistung – im Unterschied zu den Umsatzerlösen – die Leistungen der Arbeitsgemeinschaften und der at-equity bilanzierten und untergeordneten Unternehmen entsprechend ihrem Konzernanteil und berücksichtigt betriebswirtschaftlich notwendige Definitionsunterschiede.

Der wichtigste Markt und das Fundament des Unternehmenserfolgs ist der Heimmarkt in Österreich. Weitere Großakquisitionen stehen derzeit nicht im Fokus, sich bietende Gelegenheiten zur punktuellen Ergänzung von Spezial-Know-how oder zur regionalen Stärkung werden aber auch weiterhin selektiv geprüft.

Der überwiegende Teil der Gesamtproduktionsleistung 2025 resultiert mit TEUR 2.554.300 (Vj.: TEUR 2.387.684) aus Leistungen im Inland. Erfreulich ist, dass bei der Produktionsleistung mit TEUR 2.554.300 (Vj.: TEUR 2.387.092) eine Steigerung um TEUR 167.208 oder 7,0% erreicht werden konnte.

Entwicklung der Produktionsleistung nach Segmenten

Business Unit AT

Das Geschäftsjahr 2025 war für die Business Unit AT erneut sehr erfolgreich. Die Produktionsleistung erreichte zum Stichtag 31. Dezember 2025 EUR 2.188 Mio., was einer Erhöhung um EUR 24 Mio. oder 1,1% entspricht. Der Auftragsbestand der Business Unit AT erhöhte sich von EUR 1.973 Mio auf EUR 2.151 Mio. um 9,0% bzw. EUR 178 Mio.

Business Unit TU

Die Business Unit TU erreichte im Geschäftsjahr 2025 eine Produktionsleistung von EUR 80,6 Mio. (Vj.: EUR 48,2 Mio), was einer Steigerung von EUR 32,4 Mio., oder 67,1% entspricht. Der Auftragsbestand der Business Unit TU beträgt zum Jahresultimo EUR 150,2 Mio. und reduzierte sich somit um EUR 47,2 Mio.

Business Unit INFRA International

Mit einer Produktionsleistung zum 31. Dezember 2025 von EUR 285,9 Mio. liegt die Business Unit INFRA International über dem Niveau des Vorjahres. Die Erhöhung beträgt EUR 110,8 Mio. oder 63,3%. Die Business Unit INFRA International verzeichnete zum Jahresultimo mit einem Auftragsbestand von EUR 493,8 Mio. eine Reduktion von EUR 122,4 Mio. oder 19,9%.

2.2 Auftragslage

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 7
in TEUR20252024
Auftragseingang Geschäftsjahr2.562.5712.621.620
Auftragsstand Stichtag2.794.9492.786.678

Der Auftragseingang im Geschäftsjahr 2025 beträgt TEUR 2.562.571 und ist um TEUR 59.049 niedriger als im Vorjahr. Gründe dafür sind die im Jahr 2024 überdurchschnittlich hohen Auftragseingänge. Die 4 größten Auftragseingänge des Geschäftsjahres 2025 sind die Bauvorhaben ARGE H53 Brenner Basistunnel mit TEUR 90.641, ARGE GI Schleuse Kachlet mit TEUR 58.760, PSKW Ebensee mit TEUR 51.095 und ARGE AUVA RTZ Wien mit TEUR 46.097.

Der Auftragsbestand zum Stichtag 31.12.2025 ist mit TEUR 2.794.949 um TEUR 177.834, oder 9,01% gestiegen, was für das laufende Geschäftsjahr 2026 und die Folgejahre eine sehr gute Auslastung bedeutet. Weiteres erlaubt es der Geschäftsführung der PORR Bau GmbH eine selektive Auswahl der Aufträge bei zukünftigen Ausschreibungen.

3. VERMÖGENS- UND ERTRAGSLAGE

3.1 Ertragslage – Kennzahlen

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 8
Quelle
in TEURBerechnung20252024
Betriebsleistung(GuV)2.574.4422.475.433
Ergebnis vor Steuern(GuV)72.08236.267
Umsatzrentabilität(Betriebsergebnis/Umsatzerlöse u.BV)1,5%-0,9%
Kapitalrentabilität
Eigenkapitalrentabilität(Erg.v.St./durchschn.EK)21,1%10,8%
Gesamtkapitalrentabilität(Betriebsergebnis/durschn.GK)2,8%-1,7%

Die Betriebsleistung ist gegenüber dem Vorjahr um TEUR 99.009 oder 4,0% auf TEUR 2.574.442 gestiegen. Der Grund für die stabile Entwicklung der Betriebsleistung liegt an den sehr guten Auftragsbeständen und die damit verbundene sehr gute Auslastung. Das Ergebnis vor Steuern war im Geschäftsjahr 2025 mit TEUR 72.082 positiv und ist im Vergleich zum Vorjahr im Wesentlichen auf den deutlich verbesserten Betriebserfolg zurückzuführen.

3.2 Vermögenslage – Kennzahlen

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 8
in TEUR2025in %2024in %
Anlagevermögen558.47142,6%597.86246,0%
Umlaufvermögen751.02557,3%702.68854,0%
Rechnungsabgrenzung8390,1%5580,0%
Eigenkapital346.58226,4%336.83525,9%
Fremdkapital963.75473,6%964.27274,1%
Gesamtkapital1.310.336100,0%1.301.107100,0%

Das Anlagevermögen ist mit TEUR 558.471 um TEUR 39.391 gegenüber dem Vorjahr gesunken. Die Entwicklung des Finanzanlagevermögens, wie Zu- und Abgänge bzw. Abschreibungen sind aus dem Anlagenspiegel, Beilage IV zum Anhang, sowie den Erläuterungen im Anhang zu entnehmen. Im Umlaufvermögen gibt es eine Erhöhung in Höhe von TEUR 48.337, welche auf den Anstieg der Cash- Pool-Forderung zurückzuführen ist. Die liquiden Mittel betragen TEUR 8.669 was einer Erhöhung gegenüber dem Vorjahr (TEUR 8.530) um TEUR 139 bedeutet. Zum 31.12.2025 gibt es keine Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten.

Kennzahlen zur Vermögens- und Finanzlage

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 8
in TEURQuelle Berechnung20252024
Nettoverschuldung (Net Debt)Verz.FK abzgl.flüssige Mittelnegativnegativ
Nettoumlaufvermögen (Working Capital)Kurzfr. UV abzgl. kurzfr. FK-170.011-211.766
Eigenkapitalquote (Equity Ratio)Eigenkapital/Gesamtkapital26,4%25,9%
Nettoverschuldungsgrad (Gearing)Nettoverschuldung/EKnegativnegativ

Bei der Ermittlung der Nettoverschuldung wird die Cash-Pool-Forderung gegenüber der PORR AG als Teil der flüssigen Mittel einbezogen und daher ergibt sich ein negativer Wert.

3.3 Kapitalflussrechnung

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 9
in TEUR20252024
Cashflow aus dem operativen Bereich251.269243.130
Cashflow aus Investitionsaktivitäten-225.954-274.203
Cashflow aus Finanzierungsaktivitäten-25.17524.340

Der Cashflow aus dem operativen Bereich beläuft sich auf TEUR 251.269 und bildet damit die wichtigste Quelle für liquide Mittel. Dieser positive operative Cashflow spiegelt eine nachhaltig erfolgreiche Geschäftstätigkeit wider und ermöglicht die Finanzierung laufender Verpflichtungen sowie zukünftiger Investitionen.

Dem gegenüber steht ein negativer Cashflow aus Investitionstätigkeiten in Höhe von TEUR -225.954. Dieser Mittelabfluss resultiert überwiegend aus investiven Maßnahmen und aus dem Anstieg der Cash- Pool-Forderungen. Der negative Wert ist typisch für Wachstums- und Modernisierungsphasen und stellt daher eine strategisch sinnvolle Mittelverwendung dar.

Der Finanzierungs-Cashflow von TEUR -25.175 resultiert im Wesentlichen aus Verlustübernahmen von Beteiligungen.

4. nicht finanzielle Leistungsindikatoren

Dekarbonisierung. Als Bauunternehmen wirkt sich die Geschäftstätigkeit der PORR Gruppe in hohem Maße auf Umwelt und Gesellschaft aus. Das Unternehmen setzt daher intensiv auf Forschung und Entwicklung im Sinne des Klimaschutzes. Mit der konzernweiten Klimastrategie will die PORR Gruppe wirkungsvoll die größten Herausforderungen der Zeit – den Klimawandel und seine negativen Folgen – eindämmen bzw. vermeiden. Klimabezogene Risiken werden vom Risikomanagement systematisch analysiert und gesteuert. Darüber hinaus folgt die PORR Gruppe den Empfehlungen zur Klimaberichterstattung gemäß der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) im Rahmen der Nicht-finanziellen Erklärung im Konzernlagebericht.

Kreislaufwirtschaft und Lebensräume. Zum Erhalt der natürlichen Lebensgrundlage für nächste Generationen hat Ressourcenschonung höchste Priorität. Die PORR Gruppe berücksichtigt Nachhaltigkeitsaspekte entlang der gesamten Bau-Wertschöpfungskette von Anfang an. Dazu gehören zirkuläres Design, ressourceneffizienter Verbrauch und das Recycling von Baumaterialien. Partnerschaften werden gebildet, um gemeinsam Lösungen zu finden. Damit will die PORR Gruppe die Entwicklung in Richtung Kreislaufwirtschaft und die damit verbundenen Innovationen sowie den optimalen Umgang mit Ressourcen vorantreiben.

Arbeitssicherheit und betriebliche Gesundheit. Verantwortungsvolles Wirtschaften umfasst auch die Verantwortung für Mitarbeitende. Mit zahlreichen Schulungs- und Weiterbildungsprogrammen und hohen Arbeitssicherheitsstandards wird ein attraktives und sicheres Arbeitsumfeld gewährleistet. Die Gesundheit der Beschäftigten wird mit einem vielfältigen Angebot in den Bereichen Sport, Ernährung und psychisches Wohlbefinden gefördert.

Arbeitswelt. Die fünf PORR Prinzipien – Verlässlichkeit, Schulterschluss, Anerkennung, Leidenschaft und Pioniergeist – bilden die gemeinsame Unternehmenskultur. Sie tragen wesentlich zu einem inklusiven und wertschätzenden Arbeitsklima bei. Alle PORRianerinnen und PORRianer sind Botschafter dieser Werte – gemäß dem Leitsatz, moralisch, ethisch und rechtlich einwandfrei zu handeln. Mit dem vielseitigen Aus- und Weiterbildungsangebot sollen Potenziale aus den eigenen Reihen gefördert werden. Diversität und Inklusion stärken den Zusammenhalt und schaffen eine wichtige Grundlage für zukünftige Erfolge.

Nachfolgend dargestellt werden die wichtigsten nichtfinanziellen Leistungsindikatoren, einschließlich Informationen zu Umwelt- und Arbeitnehmerbelangen der PORR Bau GmbH.

Kennzahlen zu Umweltbelange:

E1-5 Energieverbrauch & Energiemix (MWh)

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 10
2025MWh
Gesamtenergieverbrauch83.577
Gesamtverbrauch fossiler Energie29.648
Anteil fossiler Quellen am Gesamtenergieverbrauch (%)35,5
Brennstoffverbrauch aus Kohle und Kohleerzeugnissen0
Brennstoffverbrauch aus Rohöl und Erdölerzeugnissen15.741
Brennstoffverbrauch aus Erdgas9.578
Brennstoffverbrauch aus sonstigen fossilen Quellen206
Verbrauch aus erworbener und erhaltener Energie aus fossilen Quellen14.122
Verbrauch aus nuklearen Quellen0
Anteil des Verbrauchs aus nuklearen Quellen am0,0
Gesamtenergieverbrauch (%)
Gesamtverbrauch erneuerbarer Energie53.929
Anteil erneuerbarer Quellen am Gesamtenergieverbrauch (%)64,5
Brennstoffverbrauch für erneuerbare Quellen22.528
Verbrauch aus erworbener und erhaltener Energie aus erneuerbaren Quellen150.293
Verbrauch selbst erzeugter erneuerbarer Energie31.108
Erzeugung erneuerbarer Energie0

1 Beinhaltet Strom, Fernwärme und Fernkälte, Erdgas ist in den fossilen Brennstoffen enthalten.

² Einschließlich Biomasse (auch Industrie- und Siedlungsabfälle biologischen Ursprungs),

Biokraftstoffe, Biogas, Wasserstoff aus erneuerbaren Quellen, etc.

3 Beinhaltet erneuerbare Energie, bei der es sich nicht um Brennstoffe handelt.

Social:

S1-13 Durchschnittliche Stundenanzahl für Weiterbildung und Kompetenzentwicklung

(%)

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 11
2025Kennzahlen zu Arbeitnehmerbelange
Durchschnittliche Schulungsstunden114,5
Männliche Angestellte15,4
Weibliche Angestellte11,8
1 Schulungsstunden der Arbeiterinnen und Arbeiter sind aufgrund der Datenlage im Berichtsjahr nicht
enthalten.
Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 11
2025Kennzahlen zu Arbeitnehmerbelange
Gesamtprozentsatz der Mitarbeitergespräche1,297,1
Männliche Angestellte97,6
Weibliche Angestellte95,4

1 Anzahl der tatsächlich geführten Gespräche im Vergleich zu den zu führenden Gesprächen.

2 Im Berichtsjahr wurden Mitarbeitergespräche nur mit Angestellten geführt.

S1-9 Diversität der Beschäftigten

(%)

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 11
2025Kennzahlen zu Arbeitnehmerbelange
Arbeitskräfte in Führungspositionen
Mitarbeiter obere Führungsebene10,1
Mitarbeiterinnen obere Führungsebene10,2
Mitarbeiter mittlere und untere Führungsebene25,9
Mitarbeiterinnen mittlere und untere4,4
Führungseben2
Arbeitskräfte nach Altersgruppen
Arbeitskräfte über 50 Jahre21,6
Arbeitskräfte 30 bis 50 Jahre48,9
Arbeitskräfte unter 30 Jahren29,5

1 Obere Führungsebene: Vorstand, Geschäftsführung

2 Mittlere und untere Führungsebene: Abteilungs- Bereichs-, Gruppen- und Teamleitung

Governance:

G1-3 Schulungen pro Mitarbeitenden zu Anti-Korruption und Compliance

(%)

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 11
2025Kennzahlen zu Arbeitnehmerbelange
Interne Kommunikation der Compliance-
Richtlinien
Beschäftigte der oberen Führungsebene1100,0
Beschäftigte der mittleren und unteren100,0
Führungsebene2
Beschäftigte der Nicht-Führungsebene100,0
Schulung zur Korruptionsbekämpfung
Beschäftigte der oberen Führungsebene1100,0
Beschäftigte der mittleren und unteren96,2
Führungsebene2
Beschäftigte der Nicht-Führungsebene95,1

1 Obere Führungsebene: Vorstand, Geschäftsführung

2 Mittlere und untere Führungsebene: Abteilungs- Bereichs-, Gruppen- und Teamleitung

5. ZWEIGNIEDERLASSUNGEN UND TOCHTERGESELLSCHAFTEN

Die PORR Bau GmbH verfügt über Niederlassungen in Wien, Niederösterreich, Burgenland, Salzburg, Steiermark, Tirol, Kärnten und Oberösterreich sowie Niederlassungen in Ungarn, Rumänien, Slowakei, Bulgarien, Serbien, den Vereinigten Arabischen Emiraten (Abu Dhabi und Dubai), Katar, Polen, England und Israel. Bezüglich der Tochtergesellschaften verweisen wir auf die Aufstellungen der Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen (siehe Beilage V zum Anhang).

6. PERSONAL

6.1

Mitarbeiter

Die PORR Bau GmbH bekennt sich zu einer nachhaltigen Personalentwicklung. Leistungsfähigkeit und Kompetenz der Mitarbeiter werden im Rahmen zahlreicher Aus- und Weiterbildungsangebote gefördert. Als internationales Unternehmen sieht die PORR Bau GmbH ihre multikulturelle Vielfalt dabei als große Chance und wesentlichen Teil ihrer Unternehmenskultur.

Die Personalaufwendungen erhöhten sich im Geschäftsjahr 2025 um 4,8% auf TEUR 714.244. Der Anstieg ist auf die kollektivvertraglichen Lohn- und Gehaltssteigerungen und auf den höheren Personalstand gegenüber dem Vorjahr zurückzuführen.

6.2 Personalentwicklung

Die PORR Bau GmbH beschäftigte 2025 durchschnittlich 7.477 Mitarbeiter. Diese gliederten sich in 5.137 Arbeiter und 2.340 Angestellte. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies einen Zugang um 2,3% bzw. 166 Personen.

7. FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG

Die PORR Gruppe hat im Jahr 2025 ihre Aktivitäten im Bereich Forschung, Entwicklung und Innovation weiter gestärkt. Dies stellt sich durch Partnerschaften bei mehr als 15 nationalen und internationalen geförderten Forschungsprojekten dar. Durch die personelle und fachliche Neuausrichtung einer zentralen Förderstelle konnten gemeinsam mit den Innovationsabteilungen gezielt neue Impulse gesetzt werden, insbesondere bei F&E Kooperationsprojekten, die zur Entstehung weiterer innovativer Vorhaben beitragen. Die neu strukturierte Abteilung für öffentliche Förderungen unterstützt die Umsetzung von Forschungs- und Entwicklungsprojekten durch nationale und internationale Vernetzung und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur finanziellen Entlastung sowie zur Reduktion des Entwicklungsrisikos. Damit ist die PORR im Bereich Forschung, Entwicklung und Innovation ganzheitlich bestens aufgestellt, um Zukunftsthemen strategisch weiterzuentwickeln und Innovationen wirksam im Unternehmen zu verankern. Die PORR Gruppe verfügt derzeit über mehr als 30 aktive Patente in unterschiedlichen Ländern. Im Berichtsjahr wurden 12 Patente/Gebrauchsmuster eingereicht, davon sind mittlerweile 2 erteilt.

Speicherung von Energie – Wärmespeicher

Die PORR war in den vergangenen Jahren bereits auch Partner von Forschungsprojekten, die sich mit der Speicherung von Energie beschäftigt haben. Ziele dieser Forschungsprojekte sind einerseits die Erforschung und in weiterer Folge die Umsetzung von saisonalen Wärmespeichern zum Umgang mit der zeitlichen Differenz zwischen Angebot an alternativen Energieformen und Wärme- bzw. Kältenachfrage und andererseits die der Vor- und Nachteile unterschiedlicher Speichermedien. Beim FFG-geförderten Forschungsprojekt Scale Up forscht die PORR mit den Partnern AEE Intec, Wien Energie, ste.p und GeoSphere Austria erstmals über die Integration von einem unterirdischen thermischen Erdbeckenspeicher in einem Fernwärmenetz mit dem Ziel der Konzeptionierung der ersten technischen Pilotanlage in Österreich. Beim FFG-geförderten Forschungsprojekt Tesseract forscht die PORR mit den Partnern AEE Intec, Glapor, Wolkersdorf Wind und Biomasse Wolkersdorf GmbH, ste.p und GeoSphere Austria an der Entwicklung von neuartigen unterirdischen Hochtemperaturspeicherbauweisen (UHTS) bzw. -konstruktionen mit Feststoffwärmespeichermedium und die Entwicklung der dazu erforderlichen Baumethoden, Komponenten, Systemkonzepte und Betriebsweisen als notwendige Vorbereitung für ein nachfolgend angestrebtes Umsetzungsprojekt. Des Weiteren ist die PORR auch Partner beim EU geförderten Forschungsprojekt Treasure, mit einer Förderhöhe von ca. EUR 9,9 Mio. Ziel dieses Projekts ist die Schließung der Lücke zwischen Forschung und Praxis, um eine robuste, sichere, kostengünstige und nachhaltige großtechnische thermische Energiespeicherung zu gewährleisten. Außerdem soll im Zuge dieses Forschungsprojekts sichere und intelligente Systemintegrationskonzepte entwickelt werden und die Effektivität der Umsetzung der Pit- Thermal-Energy-Storage-Technologie (PTES) in Europa steigern.

Kreislaufwirtschaft

Gemeinsam mit dem Partner Universität Innsbruck – Arbeitsbereich für Materialtechnologie forscht die PORR beim FFG-geförderten Forschungsprojekt SmartStreet im Bereich Recycling, um einen wertvollen Schritt in Richtung einer nachhaltigeren und ressourcenschonenderen Zukunft zu setzen. Die umweltfreundliche, ressourcenschonende und langfristig zukunftsfähige Gestaltung und Nutzung von Straßen besteht in der Verwendung von umweltfreundlichen Materialien wie recyceltem Asphalt oder Beton, die den CO2-Ausstoß reduzieren. Naturgemäß beeinflussen die Beigabe wie auch die Eigenschaften der recycelten Baumaterialien die daraus hergestellten Betone und Asphalte, sodass bis dato die Zugabe von recycelten Baumaterialien beschränkt ist. Die Leistungsfähigkeit der hergestellten Betone und Asphalte erfolgt bis dato ausschließlich durch experimentelle Methoden. Im Rahmen vom Projekt SmartStreet soll das Potenzial der künstlichen Intelligenz (KI), wenn auf die Bestimmung und schlussendlich Optimierung der effektiven mechanischen Materialeigenschaften angewandt, ausgeschöpft werden. Beim FFG-geförderten Forschungsprojekt Reassure forscht die PORR mit den Partnern Ofi, Baukarussel, AEE Intec und Materialnomaden erstens an der Generierung von standardisierten Prozessen zur zuverlässigen Bewertung der Eignung wiederzuverwendender Bauprodukte und darauf aufbauend zweitens an der Klärung der Verantwortlichkeiten bei Re-Use. Die zu entwickelnden Prozesse dienen der Prüfung, Beurteilung und Dokumentation der Eigenschaften von für Re-Use vorgesehenen Bauteilen von Gebäuden, berücksichtigen die technischen und baurechtlichen Anforderungen und ermöglichen die Abschätzung von Leistungsfähigkeit und Restlebensdauer. Im Fokus stehen dabei Bauteile mit bauphysikalisch und statisch relevanten Funktionen, wie Träger, Fenster, Dämmung und Gebäudetechnikkomponenten.Die PORR ist Partner beim FFG-geförderten Forschungsprojekt NextBridges mit dem Ziel, dass Leichtbaulösungen im mittleren und großen Spannweitenbereich (ab 30m) durch den cleveren Einsatz von UHPC gefunden werden sollen. UHPC mit seiner 5-fachen Druckfestigkeit gegenüber herkömmlichem Beton und mit seiner ausgezeichneten Widerstandsfähigkeit gegen Frost und Tausalz bringt dafür bereits die besten Voraussetzungen mit.

Materialentwicklung

Die PORR ist Partner beim FFG-geförderten Forschungsprojekt Green Infrastructures mit dem Ziel, den Recyclinganteil bei Betonen für CO2-optimierte Weiße Wanne, Tunnelschalen, Tübbinge und konstruktive Brückenbauteile mit Minimalbewehrung zu erhöhen und dies bei gleichzeitiger Minimierung der Bewehrung unter Verwendung von Fasern aus Basalt, Polypropylen, Polyäthylen, Stahl sowie Stabbewehrung aus Stahl und Basalt. Des Weiteren ist die PORR Partner im FFG-geförderten Forschungsprojekt FATFIB. Ziel des Projekts ist es, durch den Austausch der konventionellen Bewehrung durch eine Faserbewehrung einen wesentlichen Beitrag zur Grundlagenforschung zu leisten .Insbesondere zum besseren Verständnis des Ermüdungstragverhaltens von Bauteilen aus Stahlfaserbeton unter Zugbeanspruchung. Nach Forschungsprojektabschluss ist vorgesehen, erste Prototypen im Rahmen von wissenschaftlich begleiteten Pilotprojekten zu planen, zu errichten und über einen längeren Zeitraum zu testen. Beim FFG-geförderten Forschungsprojekt SpOC forscht die PORR mit Partnern an innovativen Auswahlkriterien für neue alternative Ausgangsstoffe, um den Spritzbeton optimal an die jeweiligen Erfordernisse anpassen zu können. Darüber hinaus soll die Machbarkeit eines revolutionär verbesserten Spritzbetonauftrags ohne Lagenbildung durch verbesserte Maschinentechnik aufgezeigt werden. In diesem Zusammenhang werden Bewertungskriterien festgelegt, da diese nur dann überprüft und kontrolliert werden können, wenn sie klar definiert sind.

Nachhaltigkeit

Die PORR ist Partner beim FFG-geförderten Forschungsprojekt NINA mit dem Ziel, die Erhaltung kritischer bestehender und neu errichteter Verkehrsinfrastruktur zu fokussieren. Es werden die Themenbereiche der Schädigungsdetektion, der Tragwerksbewertung sowie der Auswirkung der Lösungen auf die Nachhaltigkeit behandelt. Hierzu soll ein neues Messverfahren zur Detektion von Spanndrahtbrüchen entwickelt werden. Die Zuverlässigkeit der Detektion soll um 30 % verbessert, die Flächenabdeckung bei gleichem Messaufwand soll um 80 % steigen und die Genauigkeit der Bruchverortung verdoppelt werden. Des Weiteren ist die PORR Partner beim FFG-geförderten LZInfra mit dem Ziel, das Lebenszyklustool „LZinfra“ zur Nachhaltigkeitsbewertung von Verkehrsinfrastrukturen auf verschiedenen Ebenen mittels Ökobilanz und Lebenszykluskostenanalyse zu entwickeln. Das Tool ermöglicht die Bewertung von Bestandstrassen und Trassenvarianten (Korridorebene), Bauwerksoptimierungen (Planungsphase/Bauwerksebene) sowie der Bauabwicklung (Vergabephase/Baustellenebene) und zielt auf die flexible und unkomplizierte Ermittlung ökologischer und ökonomischer Optimierungspotenziale von Konstruktionen, Materialien, Bau- und Sanierungsprozessen sowie Trassenfindung und Netzwerksentwicklung ab. Beim FFG-geförderten Forschungsprojekt Edges forscht die PORR mit Partnern an einer veränderten Herangehensweise in der Bemessung und Herstellung von Geschoßdecken. Dadurch soll der CO2-Fußabdruck von Hochbauten signifikant reduziert werden. Der gesellschaftliche Nutzen wird durch Lebenszyklusanalysen (LCA) und Betrachtungen der globalen Erwärmungspotenziale (GWP) verdeutlicht, indem Vergleiche mit gängigen Konstruktionen angestellt werden.

PoC: Digitales Tracking von Massenbewegungen im Grundbau

Durch die Ausstattung von Baumaschinen mit intelligenter Sensorik und modernster Kameratechnologie können Massebewegungen im Grundbau analysiert und in einem digitalen Dashboard dargestellt werden. Diese Datenanalyse-Prozesse ermöglichen nicht nur die Automatisierung bisher manueller Aufzeichnungen, sondern auch die Ableitung von Empfehlungen für einen effizienteren und nachhaltigeren Baumaschineneinsatz.

Digitale Transformation im Hochbau

Im Jahr 2024 lag der Fokus auf der Bewertung des aktuellen Digitalisierungsgrad im Hochbau. Dies geschah in verschiedenen Workshops auf über 40 Baustellen. Anhang der identifizierten Potenziale und Chancen wurden ab 2025 verschiedene Quick Wins in die operative Arbeit auf den Baustellen integriert und vielversprechende Entwicklungen gestartet. Diese Maßnahmen werden schließlich durch Skalierung und kontinuierliche Verbesserungen (KVP) langfristig implementiert und optimiert.

Innovationsmanagement

Im Jahr 2025 wurde das Innovationsmanagement der PORR sowohl strukturell als auch fachlich weiter ausgebaut. Durch die intensivere Zusammenarbeit mit der neu positionierten zentralen Förderstelle und die gezielte Stärkung interner Fähigkeiten konnte ein durchgängiger Innovationsworkflow etabliert werden, der neue Ideen systematisch von der Konzeptphase bis zur Umsetzung begleitet. Fortschrittliche Methoden, ein klarer Bewertungsrahmen sowie spezifische Qualifizierungsmaßnahmen unterstützen eine gezielte Identifikation von Chancen und eine präzise Priorisierung künftiger Projekte. Die Praxisorientierung bleibt dabei ein wesentlicher Erfolgsfaktor: In enger Abstimmung mit Baustellenmannschaften, wissenschaftlichen Einrichtungen und Technologiepartnern werden neue Ansätze entwickelt, erprobt und – bei entsprechender Eignung – rasch in den operativen Betrieb integriert. Beispiele wie das um EUR 9,9 Mio. von der EU geförderte Projekt Treasure (Bau von thermischen Erdbeckenspeichern), das diesbezüglich nationale Projekt Scale Up oder RODRIGO verdeutlichen, welchen Beitrag innovative Technologien im täglichen Baugeschehen leisten. Ein Schwerpunkt im Jahr 2025 lag im Ausbau der Kreislaufwirtschaft, der Materialentwicklung in Hinblick auf Verringerung des CO2-Fußabdrucks und auf der Weiterentwicklung des passiven Trackings und der robotergestützten Automatisierung. Ergänzend dazu wurde der Einsatz digitaler und KI gestützter Werkzeuge weiter intensiviert, um administrative Prozesse spürbar zu optimieren. Damit fungiert das Innovationsmanagement als zentrale Schnittstelle zwischen Forschung, Digitalisierung und operativer Umsetzung und trägt nachhaltig zur Stärkung der Innovationskraft der PORR bei.

Passives Tracking

Bei der digitalen Identifizierung von Bauelementen während des Krantransports konzentriert sich die PORR gemeinsam mit einem Branchenpartner auf fortschrittliche Passive-Tracking-Technologie. Im Jahr 2024 konnten die ersten Hardware-Prototypen erfolgreich eingesetzt werden. Durch die Identifikation der mit dem Kran bewegten Bauelemente, wird die Baudokumentation schrittweise automatisiert und digitalisiert. Anhand dieser Daten können Bauabläufe und die Einbauqualität optimiert sowie Soll-Ist-Vergleiche unterstützt werden. Der Fokus für das Jahr 2025 lag auf der Verbesserung der Datenqualität.

Energieoptimierte Baustelleneinrichtung

Unter dem Schlagwort „Container der Zukunft“ wurde Baustelleneinrichtung hinsichtlich Energieaufwand analysiert und anschließend optimiert bzw. modernisiert. Dadurch konnte teilweise sogar eine autarke Energieversorgung erreicht werden. Ein weiterer Fokus lag auf der Integration der Energierückgewinnung aus unterschiedlichen Quellen. Abhängig von den äußeren Gegebenheiten, den erforderlichen baulichen Maßnahmen lassen sich damit die erforderlichen Energieaufwände um bis zu 50 % reduzieren.

Projekt „Die Baustelle der Zukunft“ – aws Twin Transition

Im Jahr 2025 konzentrieren sich die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten (F&E) maßgeblich auf die Überführung theoretischer Innovationen in die industrielle Praxis sowie auf die großflächige Pilotierung digitaler Systeme. Die Aktivitäten lassen sich in vier zentrale strategische Bereiche zusammenfassen:

Materialinnovationen und Kreislaufwirtschaft: Ein wesentlicher Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung hochbelastbarer Materialien, wie einer neuartigen Asphaltmischgut-Formel für langlebigere Straßen, sowie auf dem Durchbruch beim Recycling komplexer Abfallströme. Insbesondere das Recycling von Lithium-Ionen-Batterien wurde bereits erfolgreich in den Kilogramm-Maßstab hochskaliert.

Vernetzte Baustellenlogistik (IoT): Die F&E-Leistungen fließen verstärkt in die Digitalisierung der Baulogistik, wobei durch Cloud-Lösungen und Sensorik eine Echtzeit-Dokumentation von Mengenströmen und Materialtemperaturen ermöglicht wird. Erste Logistik-Apps und Systeme zur digitalen Ressourcenplanung befinden sich bereits im aktiven Pilotbetrieb.

Robotik und Künstliche Intelligenz: Im Bereich der „SmartMachine“ werden autonome Baumaschinen (z. B. Radlader) und spezialisierte Bauroboter für Bohr- oder Schalungsarbeiten unter realen Bedingungen getestet. Parallel dazu wurde KI-Software wie der Microsoft Copilot bereits flächendeckend produktiv eingesetzt, um die administrative Effizienz zu steigern.

Ressourcenoptimierung durch Digitale Zwillinge: Ein technologisches Highlight ist der Einsatz von Digitalen Zwillingen, die zur präzisen Schwingungs- und Verformungsanalyse von Hochhäusern genutzt werden. Diese ermöglichen signifikante Materialeinsparungen, da Konstruktionen realitätsnaher brechnet und teure Zusatzbauteile eingespart werden können.

Robotik

Im Mittelpunkt des Projekts RODRIGO steht robotergestütztes Bohren. Die Weiterentwicklung von Maschinentechnik und Softwaresteuerungen sowie die Analyse von künftigen Einsatzgebieten waren Schlüsselprojekte im Jahr 2024. Gemeinsam mit aktuellen Systemanbietern konnten detaillierte Erfahrungen in verschiedenen Einsatzgebieten gesammelt werden. Darauf aufbauend wird laufend an Prototypen gearbeitet. Mit ersten Piloteinsätzen konnten bereits im Jahr 2024 Effizienzsteigerungen erzielt werden.

8. RISIKO- UND CHANCENBERICHT

Ein aktives Risikomanagement ist in der PORR Bau GmbH fester Bestandteil einer verantwortungsvollen Unternehmensführung und sichert langfristig die eigene Wettbewerbsfähigkeit. Sollten Risiken in einem der Geschäftsfelder oder Märkte der PORR Bau GmbH schlagend werden, so könnte dies negative Auswirkungen auf den Unternehmenserfolg, die Umwelt und die Stakeholder der PORR Bau GmbH haben.

Risikomanagement

Ziel des Risikomanagements ist es, Risiken zu erkennen und diese bei gleichzeitiger Aufrechterhaltung des unternehmerischen Ertragspotenzials zu minimieren. Die dazugehörigen organisatorischen Prozesse und Kontrollen, mit deren Hilfe Risiken frühzeitig erkannt werden, sowie Maßnahmen zur Gegensteuerung sollen kontinuierlich weiterentwickelt und verbessert werden.

Das Risikomanagement ist ein zyklischer Prozess, der beginnend bei der Projektakquisition über die Bauausführung bis hin zur Nachbearbeitung durchgeführt wird. Aus dem Vergleich der in diesem Zeitraum realisierten Chancen und Risiken mit den anfänglichen Erwartungen wird das Risikomanagement laufend weiterentwickelt. Die PORR Bau GmbH identifiziert und erfasst sowohl Gefahren als auch Chancen. Technische, rechtliche, wirtschaftliche und terminliche Aspekte sowie Arbeitssicherheit und Umweltbelange werden dabei berücksichtigt. In der Bewertung der einzelnen Risiken werden deren Auswirkung und Eintrittswahrscheinlichkeit (%) bzw. das Gefährdungspotenzial (Arbeitssicherheit, Umwelt) qualitativ oder quantitativ evaluiert. Je nach Ergebnis werden Abhilfe- und Sicherungsmaßnahmen umgesetzt, um Risiken zu vermeiden oder zu minimieren bzw. um Chancen zu erhalten, zu vergrößern oder zu nutzen.

Das Risikomanagement erfolgt im Team, wobei eine transparente Kommunikation über Risiken und Maßnahmen sicherzustellen ist. Die Geschäftsführung und in weiterer Folge der Vorstand erhalten frühzeitig (mindestens monatlich) Informationen, um gegebenenfalls Korrekturen vorzunehmen.

Ein wesentlicher Teil des Risikoportfolios wird halbjährlich von den relevanten Zentralfunktionen (Shared Service Centern, SSCs) auf Managementebene bewertet. Dabei werden Risiken, Chancen und deren Auswirkungen, Eintrittswahrscheinlichkeiten und Maßnahmen ermittelt. Die Ergebnisse werden anschließend mit der Leitung des Konzern-Risikomanagements abgestimmt und evaluiert. Bei negativen Veränderungen oder hohen Risiken werden Minderungsmaßnahmen durchgeführt. Neben wirtschaftlichen, technischen und rechtlichen Aspekten werden auch Umweltbelange und Arbeitssicherheit in die Risikobewertung einbezogen. Die transparente Kommunikation und regelmäßige Berichterstattung an die Geschäftsführung und den Vorstand gewährleisten eine frühzeitige Steuerung von Risiken und Chancen.

Im Folgenden werden die für die PORR wesentlichen, bekannten Risiken aufgelistet, die einen nachhaltigen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens sowie auf die Umwelt und Stakeholder der PORR haben können.

Geopolitisches Risiko

Die PORR Bau GmbH ist aktuell weder in der Ukraine noch in Russland operativ tätig und unterhält dort keine wesentlichen Geschäftsbeziehungen. Das wird sich nach derzeitigem Stand in Zukunft nicht ändern. Auch im Nahen Osten bestehen derzeit keine nennenswerten Aktivitäten oder Transaktionen.

Ungeachtet dessen kann die PORR Bau GmbH von den indirekten Auswirkungen der anhaltenden geopolitischen Konflikte betroffen sein. Insbesondere der Krieg in der Ukraine geht weiterhin mit umfassenden Wirtschaftssanktionen und Handelsbeschränkungen einher.

Der fortdauernde Konflikt im Nahen Osten und dem Iran birgt zudem das Risiko einer weiteren Destabilisierung der Region. Auch die aktuellen Entwicklungen in Venezuela bergen ein nicht unerhebliches Risiko für Europa. Eine mögliche Einschränkung der Ölproduktion könnte sich negativ auf die globalen Energie- und Rohstoffpreise auswirken und damit zusätzliche wirtschaftliche Unsicherheiten verursachen. Die PORR hat ihre operative Tätigkeit in Katar in den vergangenen zwei Jahren weitgehend reduziert und konzentriert sich im Wesentlichen auf administrative Restabwicklungen. Es wird davon ausgegangen, dass der aktuelle Konflikt im Nahen Osten darauf keinen signifikanten Einfluss hat. Große Teile des Energiebedarfs, insbesondere Strom und Gas, sind preislich abgesichert. Sollten die Spannungen länger andauern, könnten sich Auswirkungen auf die Materialpreise ergeben. Für den Auftragsbestand bestehen jedoch Preisfixierungen beziehungsweise Preisgleitklauseln. Zusätzlich erfolgt eine Absicherung der Kosten durch frühzeitige Beschaffung im Rahmen des Early Procurement. Bereits während des Ukraine Konflikts hat die PORR gezeigt, dass mögliche Preissteigerungen erfolgreich gemanagt werden können.

Darüber hinaus hat die aktuelle US-Regierung unter Präsident Donald Trump erheblichen Einfluss auf die geopolitische Lage sowie auf die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Europa. Die Einführung weiterer Handelsbeschränkungen und protektionistischer Zollmaßnahmen kann unter der Trump Administration wohl nicht ausgeschlossen werden.

Die PORR Bau GmbH geht davon aus, dass sich das geopolitische Umfeld weiterhin äußerst dynamisch entwickeln wird, und beobachtet die Situation laufend. Sie ist darauf vorbereitet, auf kurzfristige Veränderungen mit geeigneten Maßnahmen zu reagieren. Gleichwohl sind die daraus resultierenden politischen, sozialen und wirtschaftlichen Risiken derzeit nur eingeschränkt abschätzbar.

Marktrisiko

Die Marktrisiken resultieren aus den Veränderungen der makroökonomischen Rahmenbedingungen in den wesentlichen PORR Märkten. Weiters ergeben sich aufgrund der konjunkturellen Disparitäten in den jeweiligen Märkten für die PORR Bau GmbH divergierende Nachfragesituationen.

Das Unternehmen reagiert auf die Schwankungen in den nationalen Märkten und Geschäftssegmenten sowie auf die gegenwärtigen geopolitischen Unsicherheiten mit einer Konzentration auf die Heimmärkte Österreich, Deutschland, Schweiz, Polen, Tschechien, Slowakei und Rumänien. In den Projektmärkten Katar und UK bietet die PORR Bau GmbH nur für ausgewählte Projekte die Exportprodukte in den Bereichen Tunnel-, Bahn- und Tiefbau (Spezial- und Großprojekte) an.

In Europa und den USA führte die hohe Inflation zu einem Anstieg der Zinssätze auf den Kreditmärkten. Dies kann sich insbesondere negativ auf die Nachfrage im Wohnbau auswirken, da die Finanzierung teurer wird. Damit könnte auch eine geringere Nachfrage von Einzelkunden und Immobilienentwicklungsgesellschaften einher gehen.

Projektrisiko

Die Überwachung des Projektrisikos erstreckt sich über alle operativen Einheiten der PORR Bau GmbH und kann hinsichtlich des Kalkulations- und Ausführungsrisikos qualifiziert werden. Alle Projekte werden von der Angebotsbearbeitung bis hin zum Vertragsabschluss auf spezifische technische, kaufmännische und rechtliche Risiken geprüft. Dies geschieht in enger Abstimmung zwischen den Verantwortlichen für das operative Geschäft und den Risikomanagern anhand von Risikochecklisten und im Zuge der finalen Preis-Meetings. Während der Projektabwicklung unterliegen alle Projekte einem laufenden Soll-Ist-Abgleich. Sobald sich ein Projekt außerhalb der Soll-Parameter bewegt, werden entsprechende Gegensteuerungsmaßnahmen eingeleitet, von den Risikomanagern überwacht und im Hinblick auf ihre Wirksamkeit überprüft.

Für das Risikomanagement bei Großprojekten (Projektvolumen über EUR 15 Mio.) hat die PORR Gruppe ein sogenanntes Gate System etabliert. Gate beschreibt dabei einen Meilenstein im Projektmanagement. Im Rahmen des „Gate“ Systems werden Projektüberprüfungen zu bestimmten Zeitpunkten während der Akquisitions- und Ausführungsphase und unter Einhaltung konkreter Kontrollund Entscheidungskriterien vorgenommen. Dabei werden Vergleichsfaktoren gebildet, welche der einheitlichen Einschätzung von Bau- bzw. Planungsprojekten in den verschiedenen Stadien dienen. Bei Aufträgen, die ein Projektvolumen von EUR 100 Mio. überschreiten, wird der Vorstand der PORR Gruppe zusätzlich einbezogen.

Das Gate-System besteht aus insgesamt sechs Meilensteinen, welche von der Akquisition (2) über die Projekt- bzw. Bauvorbereitung und Umsetzung (4) bis hin zur Nachbearbeitung die Geschäftsprozesse begleiten. Bei besonderen Vorkommnissen, die das Ergebnis wesentlich beeinträchtigen oder den Vertrag verletzen (Dealbreaker), ist verpflichtend ein außerordentliches Gate Meeting einzuberufen.

Die BBT SE hat 2016 den Bau eines Abschnitts des BBT auf österreichischer Seite zwischen Pfons und der österreichisch-italienischen Grenze ausgeschrieben und im August 2018 dem Konsortium H51 Pfons – Brenner, bestehend aus den Unternehmen PORR Bau GmbH, G. Hinteregger & Söhne Baugesellschaft mbH, Società Italiana Per Condotte D‘Acqua S.p.A. und Itinera S.p.A., den Zuschlag erteilt. Der Baubeginn erfolgte dann im November 2019. Das Projektvolumen beläuft sich auf EUR 966 Mio. Am 27. Oktober 2020 hat die BBT SE den Vertrag für das Baulos H51 einseitig gekündigt. Grund für die Kündigung waren offenbar unüberbrückbare technische Differenzen bei der Auslegung der Tübbinge für den TBM-Vortrieb. Die aus diesem Projekt resultierenden wechselseitigen Forderungen wurden im Jahr 2025 einvernehmlich außergerichtlich erledigt.

Ziele des Finanzrisikomanagements

Das Management der Risiken im Finanzbereich, insbesondere des Liquiditätsrisikos und des Zins- und Währungsrisikos, ist durch Konzernrichtlinien einheitlich geregelt. Ziel des Managements ist, die Risiken so weit als möglich zu minimieren. Hierzu werden je nach Einschätzung des Risikos ausgewählte derivative und nicht derivative Sicherungsinstrumente eingesetzt. Grundsätzlich werden jedoch nur die Risiken besichert, die Auswirkungen auf den Cashflow der PORR Gruppe haben. Derivative Finanzinstrumente werden ausschließlich als Sicherungsinstrument genutzt, d. h. für Handels- oder andere spekulative Zwecke kommen sie nicht zum Einsatz.

Sämtliche Absicherungsgeschäfte werden durch das Group Treasury zentral abgeschlossen, soweit nicht andere Konzerngesellschaften im Einzelfall zu einer Transaktion außerhalb des Group Treasury autorisiert sind. Zur Überwachung und Steuerung bestehender Risiken im Geld- und Devisenhandel ist ein den Anforderungen entsprechendes internes Kontrollsystem (IKS) implementiert. Sämtliche Aktivitäten des Group Treasury unterliegen einer strikten Risiko- und Abwicklungskontrolle. Eckpfeiler ist die Funktionstrennung in Handel, Abwicklung und Buchhaltung.

Liquiditätsrisiko

Das Liquiditätsrisiko ist definiert als das Risiko, dass Verbindlichkeiten bei Fälligkeit nicht beglichen werden können. Das Management des Liquiditätsrisikos basiert auf einer im Zuge der konzernalen Ergebnisplanung und Vorschaurechnung integrierten Finanzplanung, die ihren Ausgang auf operativer Ebene nimmt. Neben dem operativen Teil werden sämtliche liquiditätswirksamen Finanzthemen wie Fälligkeiten aus Finanz- und Kapitalmarkttransaktionen, Zinsen und Dividenden in Entsprechung der Konzernverantwortung zentral geplant.

Zinsrisiko

Das Zinsrisiko des Unternehmens ist definiert als das Risiko steigender Aufwands- oder sinkender Ertragszinsen aus Finanzpositionen und resultiert bei der PORR Bau GmbH für die Finanzverbindlichkeiten aus dem Szenario steigender Zinsen, insbesondere im kurzfristigen Bereich. Dagegen wirkt ein Anstieg der kurzfristigen Zinsen im Bereich der liquiden Mittel positiv und führt zu einem Anstieg der Ertragszinsen. Etwaige künftig notwendige Absicherungstransaktionen werden durch das Group Treasury abgeschlossen.

Währungsrisiko

Der Großteil des Managements des Währungsrisikos bezieht sich auf die Absicherung von Kursrisiken künftiger eingehender oder ausgehender Zahlungen, die auf Fremdwährung lauten und entweder auf Kunden- oder Lieferantenzahlungen beruhen oder konzerninterne Finanzierungen in die jeweilige Landeswährung des Darlehensnehmers transformieren.

Die PORR Bau GmbH hat zum 31.12.2025 Devisentermingeschäfte in Höhe von EUR 17,1 Mio. (Vorjahr: EUR 14,0 Mio.) abgeschlossen. Der Wert betrifft ausschließlich Terminverkäufe und dient zur Gänze der Absicherung von konzerninternen Finanzierungen. Per 31.12.2025 ergab die Marktbewertung der offenen Devisentermingeschäfte einen negativen beizulegenden Zeitwert in Höhe von EUR 0,1 Mio. (Vorjahr: positiv EUR 0,2 Mio.).

Kreditrisiko

Das Risiko bei Forderungen gegenüber Kunden kann aufgrund der breiten Streuung und einer permanenten Bonitätsprüfung grundsätzlich als gering eingestuft werden. Branchenspezifisch fallen Vorleistungen durch den Generalunternehmer an, die erst später durch Zahlungen abgedeckt werden. Zur Absicherung eines etwaigen Ausfallrisikos ist eine Bonitätsprüfung zwingend vorgeschrieben und es werden weitestgehend Sicherheitsleistungen vereinbart.

Das Ausfallrisiko bei anderen auf der Aktivseite ausgewiesenen originären Finanzinstrumenten ist ebenfalls als gering anzusehen, da die Vertragspartner Finanzinstitute und andere Schuldner mit bester Bonität sind. Der Buchwert der finanziellen Vermögenswerte stellt das maximale Ausfallrisiko dar. Soweit bei finanziellen Vermögenswerten Ausfallrisiken erkennbar sind, wird diesen Risiken durch Wertberichtigungen Rechnung getragen.

Personalrisiko

Angaben aus dem Lagebericht, Originalseite 21
WesentlichesRisikenInterne AuswirkungenExterne Auswirkungen
Thema
ArbeitsweltenFluktuationsrisikoQualitätsmangelFehlende Aufstiegschancen
Know-how-VerlusteFehleranfälligkeitKompetenz- und
Mangel anKnow-how-VerlustBildungsverlust
Facharbeitern,durchErhöhte finanzielle
Nachwuchsarbeits-technologischeEigenleistung
kräften undStagnationVerstärkung psychischer
Führungskräften inStagnierendeStress durch mangelnde
der GeschäftstätigkeitAuftragsakquisitionKompetenz
InterkulturelleFehlende Entwicklungs-Geringe
Missverständnisse inmöglichkeitenWeitervermittelbarkeit am
der GeschäftstätigkeitErschwerteArbeitsmarkt
ProjektabwicklungBehinderung von Innovation
durch mangelndeund Fortschritt
Teamarbeit,Standortnachteil
KommunikationsprobleVerringerung der
me undvolkswirtschaftlichen
KonfliktpotenzialLeistungsfähigkeit
Gefährdung derKonflikte/Spannungen
internationalendurch unterschiedliche
ReputationWertvorstellungen
VermindertesDiskriminierung von
InnovationspotenzialMinderheiten
durch fehlende VielfaltFörderung von Slumbildung
und Ghettoisierung

Beschaffungsrisiko

Der Beschaffungsmarkt der PORR ist in die vier Bereiche Nachunternehmer, Material, Betriebsstoffe und Leasingpersonal unterteilt. Für jeden werden individuelle Risikominimierungsmaßnahmen gesetzt.

Trotz bereits getroffener risikominimierender Maßnahmen können geopolitische Verwerfungen – insbesondere infolge internationaler Konflikte, geopolitischer Machtverschiebungen, Handelsrestriktionen, Sanktionen, protektionistischer Maßnahmen sowie instabiler politischer Rahmenbedingungen in einzelnen Beschaffungsregionen – zu möglichen Versorgungsengpässen, Kostensteigerungen und Volatilitäten in den globalen Lieferketten führen.

Um die Versorgungssicherheit trotz der Beeinträchtigungen zu gewährleisten, wurde und wird der Fokus auf eine robuste, regionale und diversifizierte Beschaffungsstruktur verstärkt, um Abhängigkeiten von einzelnen Ländern, Lieferanten oder Transportkorridoren gezielt zu reduzieren.

Bei Nachunternehmern erfolgt eine sorgfältige Auswahl der Lieferanten, ergänzt durch langfristige, partnerschaftliche Projektzusammenarbeit und ebensolche Rahmenverträge, um Preis- und Qualitätssicherheit zu gewährleisten. Die komplexe und besonders stark fragmentierte Lieferkette im Bausektor kann zu Intransparenz betreffend die Einhaltung von gesetzlichen, regulatorischen oder unternehmensinternen Vorgaben im Wirtschafts-, Umwelt- und Sozialbereich führen. Die Lieferantenbewertung, das Lieferanten-Audit, das Lieferantenmanagementsystem, die dazugehörige Datenbank sowie das Personallegitimationsprogramm fungieren als zentrale Überwachungs- und Steuerungsinstrumente. Umweltvorfälle bzw. Abweichungen im Umwelt- und Sozialbereich werden im Zuge der Projektabwicklung, d. h. direkt auf der Baustelle, festgehalten, in der Lieferantendatenbank vermerkt und mittels Ampelsystem bzw. Lieferantenbewertungsstandards gemonitort. Eine Nichteinhaltung der geltenden Standards führt bis zur Sperre des Lieferanten für weitere Beauftragungen. Darüber hinaus garantieren nicht nur für Nachunternehmer, sondern für den gesamten Beschaffungsbereich die enge Einbindung von Group Compliance sowie regelmäßige Compliance- Schulungen die Einhaltung der Konzernstandards gerade auch im Hinblick auf sanktionsrechtliche Vorgaben und internationale Regulierungen.

Im Materialsegment sorgen einerseits langfristige Lieferantenverträge für Preiskontinuität, andererseits führt die Nutzung strategischer Einkaufsmechanismen zur Nivellierung punktueller Preisschwankungen. Naturgemäß sind Preisschwankungen aufgrund marktspezifischer Gegebenheiten wie etwa Konzentrationsprozesse bei Lieferanten, börsenabhängige Rohstoffpreise, Einschränkungen bei Lieferketten oder eingeschränkte Verfügbarkeit etc. nicht auszuschließen. Durch die frühzeitige Einbindung des Einkaufs in der Kalkulationsphase wird eine zusätzliche Ertragssicherheit erreicht. Darüber hinaus trägt die flächendeckende Einführung von SAP MM zu einer noch größeren Markttransparenz bei und unterstützt sowohl die aktive Risikosteuerung als auch die kontinuierliche Verbesserung der Preissituation.

Der konzernweite Einkauf sichert ebenso maximale Preisvorteile bei Betriebsstoffen. Darüber hinaus gewährleistet die „PORR Einkaufstrategie Energie“ die langfristige Ausrichtung der Beschaffung im Bereich Betriebsstoffe.

Das Management der Energiekosten (insbesondere Diesel, Strom und Erdgas) wird durch die PORR proaktiv betrieben und ist auf die Sicherung der Ressourcen für den Baubetrieb sowie der Kalkulationsbasis ausgelegt. Ein detailliertes Dispositionssystem stellt neben den Kosten auch die physische Verfügbarkeit von Energieträgern sicher. Knapp die Hälfte des Bedarfs entfällt auf Diesel, gefolgt von Strom und Erdgas. In diesem Zusammenhang werden auch Nachhaltigkeitsziele berücksichtigt, einerseits durch die Grünstrombeschaffung und andererseits auch durch die Substitution von Diesel durch HVO-Produkte.

Bei Strom und Erdgas erfolgt die Sicherstellung der Bedarfsmengen und Preise durch Abschluss von Rahmenverträgen und dementsprechende Preisabsicherungen durch den Lead Buyer des Konzerneinkaufs, konkret durch Preisabsicherungen bis 2027 bei Gas und 2028 bei Strom. Im Fall von Gas wird die Absicherung des Preises zusätzlich durch mit Banken abgeschlossene Sicherungsgeschäfte – Commodity Swaps – durchgeführt. Diese Swaps wurden für die Jahre vereinbart, in denen noch keine physischen Absicherungen getätigt wurden, und decken etwa 90 % des Gasbedarfs für die Jahre 2028 bis einschließlich 2030. Somit sind substanzielle Teile des hier bestehenden Beschaffungsrisikos auch schon für die Folgejahre erheblich minimiert. Erdgas wird hauptsächlich beim Betrieb von Asphaltmischanlagen verwendet. Zur Risikominimierung wurden einige Anlagen auf Dualbetrieb mit Heizöl umgestellt, sodass im Falle einer Erdgasverknappung ein alternativer Betrieb auch mit Heizöl möglich ist.

Durch die organisatorisch etablierte Aufteilung in eine Lead-Buyer- und eine Local-Buyer- Beschaffungsstruktur werden sowohl Mengenbündelungseffekte realisiert als auch regionale Beschaffungsmöglichkeiten optimal genutzt. Diese Herangehensweise ist in allen Beschaffungsbereichen implementiert und trägt in Summe wesentlich zur Erhöhung der Resilienz sowie zur Minimierung des Einkaufsrisikos der PORR bei.

Cyberrisiko

Die PORR Bau GmbH nutzt umfangreiche IT-Systeme zur Steuerung ihrer Geschäftsaktivitäten, darunter Client Computer, Smartphones, Tablets, Server, Standard- und Spezialsoftware, Zugangskontrollsysteme für zahlreiche Verarbeitungen von Baustellen- sowie personenbezogenen Daten. Diese Systeme können ausfallen oder Cyberattacken ausgesetzt sein.

Unbefugter Zugriff, beispielsweise durch das Erlangen von Login-Daten, das Ausnutzen von Schwachstellen, das Einbringen von Schadsoftware sowie Denial-of-Service Angriffe können erhebliche Auswirkungen auf den Betrieb haben, sowie zu einem Verlust bzw. der Veröffentlichung von sensiblen Daten führen. Zur Minimierung dieser Risiken werden in diesem Bereich regelmäßig Schulungen, insbesondere zu Phishing, durchgeführt.

Durch den Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) werden Angriffe immer zielgerichteter, effizienter und schneller. Dies erfordert seitens PORR auch KI-gestützte Abwehrsysteme und ein hohes Maß an Flexibilität, um auf die sich ständig ändernden Angriffsmethoden schnell und effizient reagieren zu können.

Ein Missbrauch von Daten oder eine Verletzung der Cybersicherheit könnte zu finanziellen oder juristischen Konsequenzen für die PORR und das PORR Management führen, sowie das Image der PORR schädigen.

Nachhaltigkeits- und Klimarisiken

Als international tätiges Bauunternehmen ist die PORR Bau GmbH sowohl physischen als auch transitorischen Nachhaltigkeits- und Klimarisiken ausgesetzt. Physische Risiken ergeben sich insbesondere aus Extremwetterereignissen wie Überflutungen, Hitzewellen und Wasserknappheit. Diese können zu Bauverzögerungen, erhöhten Kosten, Einschränkungen in der Materialverfügbarkeit und gesundheitlichen Belastungen für Beschäftigte führen. Darüber hinaus beeinflussen langfristige klimatische Veränderungen wie steigende Durchschnittstemperaturen oder geänderte Niederschlagsmuster Standortwahl und technische Anforderungen bei zukünftigen Bauprojekten.

Transitorische Risiken ergeben sich aus veränderten regulatorischen Rahmenbedingungen, technologischen Entwicklungen und Marktveränderungen im Zuge der Dekarbonisierung. Dazu zählen unter anderem striktere CO2e-Grenzwerte, höhere Kosten für veränderte Anforderungen an nachhaltige Baumaterialien und steigende Kundenerwartungen hinsichtlich klimafreundlicher Bauweisen. Zusätzlich können Reputationsrisiken entstehen, falls Unternehmen nicht ausreichend auf Nachhaltigkeitsanforderungen reagieren oder hinter den Erwartungen der Stakeholder zurückbleiben.

Um diesen Herausforderungen zu begegnen, integriert die PORR Maßnahmen zum Klimaschutz und zur Anpassung an den Klimawandel in ihre Konzernstrategie. Informationen zu übergreifenden Nachhaltigkeitsrisiken und deren Governance sowie eine Darstellung der identifizierten Risiken, Chancen und entsprechenden Anpassungsmaßnahmen finden sich in der konsolidierten nichtfinanziellen Erklärung des Konzernlageberichts der PORR AG, insbesondere in Kapitel E1 Klimawandel.

Internes Kontrollsystem

Das interne Kontrollsystem (IKS) der PORR Bau GmbH orientiert sich an den seit 2009 verpflichtenden EU-Standards. Darüber hinaus legt die PORR Bau GmbH großen Wert auf die Sicherung des Unternehmensvermögens, die Wirksamkeit und Effizienz betrieblicher Abläufe und die Sicherstellung der Verlässlichkeit der finanziellen Berichterstattung. Das Ziel der PORR Bau GmbH ist es, das IKS kontinuierlich weiterzuentwickeln und es laufend an die sich ändernden Rahmenbedingungen und neue Konzernrichtlinien anzupassen.

Die Verantwortung für die Umsetzung sowie Einhaltung der gesetzlichen Anforderung an das rechnungslegungsbezogene IKS liegt bei der Geschäftsführung. Dieser beauftragt seinerseits die Abteilung Group Controlling mit dem internen Berichtswesen, die Abteilung Group Accounting mit dem externen Berichtswesen sowie die Abteilung Corporate Sustainability mit der Nachhaltigkeitsberichterstattung.

Das IKS umfasst sowohl die Bewertung operativer Risiken als auch die adäquate Umsetzung von organisatorischen Normen und Prozessen im gesamten Rechnungs- und Berichtswesen der PORR Bau GmbH. Es stellt sicher, dass die Erfassung, Aufbereitung und Bilanzierung der Geschäftsfälle im Unternehmen vereinheitlicht sind und diese ordnungsgemäß in die Konzernrechnungslegung übernommen werden. Parallel dazu werden auch die Anforderungen einer ordnungsgemäßen Nachhaltigkeitsberichterstattung erfüllt und deren Prozesse und Normen sowie die Erfassung und Aufbereitung von nichtfinanziellen Kennzahlen berücksichtigt.

Maßnahmen wie klare, unternehmensinterne Vorgaben sowie vordefinierte und systemgestützte Verfahrensanweisungen zur Aufarbeitung von Daten des Rechnungswesens unterstützen den Prozess der einheitlichen und ordnungsgemäßen Rechnungslegung. Jene Maßnahmen stellen auch eine einheitliche und regelkonforme Vorgehensweise zur Aufarbeitung von ESG-Daten zur Nachhaltigkeitsberichterstattung der PORR Gruppe sicher.

Die Berichterstattung der in den Konzernabschluss einbezogenen Tochtergesellschaften sowie die Konsolidierung erfolgen durch integrierte, datenbankgestützte IT-Systeme. Relevante Anforderungen zur Sicherstellung der ordnungsgemäßen Rechnungslegung werden in konzerneinheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsvorschriften festgehalten und regelmäßig kommuniziert.

Durch klare Funktionstrennungen und diverse Kontroll- und Überwachungsmaßnahmen, wie Plausibilitätsprüfungen, regelmäßige Kontrollaktivitäten auf diversen Berichtsebenen und das Vier- Augen-Prinzip, werden eine verlässliche und korrekte Rechnungslegung und Nachhaltigkeitsberichterstattung sichergestellt. Die systematischen Kontrollen sorgen dafür, dass die Rechnungslegung und die Nachhaltigkeitsberichterstattung der PORR Bau GmbH im Einklang mit den nationalen und internationalen Rechnungslegungs- bzw. Berichtsstandards sowie mit den unternehmensinternen Richtlinien stehen. Sie gewährleisten zudem einen ordnungsgemäßen und einheitlichen Ablauf der entsprechenden Prozesse.

Innerhalb des IKS übernimmt der Prüfungsausschuss für den Aufsichtsrat die Aufgabe der Überwachung des Rechnungslegungsprozesses und der Finanzberichterstattung. Der Nachhaltigkeit- /Sustainability-Ausschuss überprüft für den Aufsichtsrat die Befassung mit und Analyse von Nachhaltigkeitskriterien und Corporate-Responsibility-Konzepten im Unternehmensprozess. Außerdem gewährleisten das Compliance-Managementsystem und die Interne Revision die unabhängige Überwachung der Wirksamkeit des IKS mit dem Ziel der Verbesserung der Geschäftsprozesse.

Die Interne Revision der PORR Gruppe wurde zuletzt im Oktober 2023 extern durch das Institut für Interne Revision Österreich nach Standard IIA (Institute of Internal Auditors) zertifiziert und erfüllt somit international anerkannte Leitlinien. Zur Wahrnehmung ihrer Aufgaben ist die Interne Revision mit umfassenden Prüfbefugnissen ausgestattet, die sowohl präventive als auch aufdeckende Kontrollen umfassen. Die Kontrollleistung der Internen Revision erfolgt im direkten Auftrag des Konzernvorstands gemäß einem jährlichen Prüfplan. Zusätzlich können auf Veranlassung des Konzernvorstands bei risikorelevanten, aktuellen Anlässen jederzeit Ad-hoc-Prüfungen eingeleitet werden.

Im Jahr 2024 erfolgte nicht nur die planmäßige Re-Zertifizierung des umfangreichen Compliance- Managementsystems durch Austrian Standards nach ISO 37301 und ISO 37001 für die PORR AG und die Porr Bau GmbH, sondern erstmals auch für alle Töchter- und Ländergesellschaften des Konzerns. Damit ist die PORR-Gruppe erstmals in ihrer Gesamtheit nach diesen Standards zertifiziert.

9. PROGNOSEBERICHT

Die Expertinnen und Experten internationaler Wirtschaftsinstitutionen gehen für das Jahr 2026 von einer weiterhin moderaten, aber stabilen Entwicklung der Weltwirtschaft aus. Der Internationale Währungsfonds (IWF) erwartet für 2026 ein globales Wirtschaftswachstum von rund 3,3 %. Unterstützt wird diese Entwicklung durch eine weiter rückläufige Inflation sowie durch geldpolitische Lockerungen in den großen Volkswirtschaften, die den privaten Konsum und die Investitionstätigkeit stützen. Gleichzeitig bleiben geopolitische Spannungen, protektionistische Tendenzen und politische Unsicherheiten wesentliche Risikofaktoren für die globale Konjunktur.

Für den Euroraum wird im Jahr 2026 eine allmähliche konjunkturelle Belebung erwartet. Die Inflationsrate hat sich 2025 stabilisiert und liegt mit rund 1,7 % im Zielbereich der Europäischen Zentralbank. Die EZB hat im Verlauf des Jahres 2025 den Leitzins auf 2,15 % gesenkt. Für 2026 wird von einem weiterhin unterstützenden geldpolitischen Umfeld ausgegangen, das insbesondere investitionsintensive Branchen wie die Bauwirtschaft begünstigt.

Die europäische Bauwirtschaft dürfte im Jahr 2026 in eine Phase der schrittweisen Erholung eintreten. Laut den Ergebnissen der 100. Euroconstruct-Konferenz im November 2025 wird für 2026 ein Anstieg des europäischen Bauvolumens um rund 2,4 % erwartet. Damit setzt sich nach der Stabilisierung im Jahr 2025 erstmals wieder ein breiteres Wachstum durch.

Der Tief- und Infrastrukturbau bleibt dabei der wichtigste Wachstumstreiber. Öffentliche Investitionen, getragen von EU-Programmen wie der Recovery and Resilience Facility sowie dem NextGenerationEU- Budget, sorgen weiterhin für eine hohe Nachfrage in den Bereichen Verkehrsinfrastruktur, Energieversorgung und digitale Netze. Zusätzlich gewinnt der Ausbau erneuerbarer Energien im Zuge der europäischen Dekarbonisierungsstrategie weiter an Bedeutung.

Auch in Deutschland werden für das Jahr 2026 deutliche Impulse aus der öffentlichen Investitionstätigkeit erwartet. Die deutsche Bundesregierung hat ein Sondervermögen zur Stärkung von Infrastruktur und Klimaneutralität eingerichtet, aus dem im Jahr 2026 rund EUR 40 Mrd. für Investitionen vorgesehen sind. Ein wesentlicher Teil dieser Mittel soll in den Ausbau und die Modernisierung der Verkehrs-, Energie- und digitalen Infrastruktur fließen. Damit soll der bestehende Investitionsrückstand abgebaut und gleichzeitig ein konjunktureller Impuls für die Bauwirtschaft gesetzt werden.

Im Nichtwohnbau wird für 2026 eine moderate Erholung erwartet. Investitionen in Gesundheits-, Bildungs- und Pflegeinfrastruktur sowie in Industrie- und Logistikbauten gewinnen wieder an Dynamik. Die zunehmende Digitalisierung und die fortschreitende Rückverlagerung von Liefer- und Produktionsketten wirken dabei unterstützend.

Der Wohnungsbau bleibt auch 2026 das strukturell herausforderndste Segment. Laut Euroconstruct dürfte die Bautätigkeit im Wohnneubau erst verzögert anziehen. Dennoch zeichnet sich für 2026 eine allmähliche Belebung ab, getragen von sinkenden Finanzierungskosten, nationalen Fördermaßnahmen sowie dem anhaltend hohen Bedarf an leistbarem Wohnraum, insbesondere in urbanen Regionen.

Auch für Österreich wird für 2026 laut WIFO eine vorsichtige konjunkturelle Erholung erwartet. Der robuste Arbeitsmarkt, steigende reale Einkommen und ein verbessertes Finanzierungsumfeld stützen den privaten Konsum und die Investitionstätigkeit. Öffentliche Infrastrukturprojekte und wohnbaupolitische Maßnahmen wirken zusätzlich stabilisierend auf die Bauwirtschaft.

Die PORR Bau GmbH hat das Geschäftsjahr 2026 mit vollen Auftragsbüchern gestartet. Der Auftragsbestand lag zum Jahresende 2025 bei EUR 2.795 Mio und spiegelt ein verbessertes Risikound Margenprofil wieder. Das bestätigt die mittel- bis langfristig positiven Aussichten in der Baubranche. Der Hochbau-Anteil inkl. Baunebensparten, Regien u. sonstigen Sparten beträgt aktuell 44,5 %. Der größte Anteil der Aufträge ist mit 55,5 % dem weniger konjunkturabhängigen Tiefbau zuzuordnen. Damit ist die PORR Bau GmbH auch für die kommende Periode mit geringen erwarteten Wirtschaftswachstum gut gerüstet.

Im Auftragsbestand der PORR-Gruppe spiegelt sich diese Marktentwicklung wider. Der größte Anteil davon ist im Tiefbau mit 57,8 % zu finden. Der hohe Anteil an Infrastruktur- und Industriebauprojekten unterstreicht die Positionierung der PORR-Gruppe entlang der gesamten Bau-Wertschöpfungskette. Die Fähigkeit, komplexe Großprojekte als General- oder Totalunternehmerin umzusetzen, bildet eine wesentliche Grundlage für die Nutzung der erwarteten Markterholung. Ein weiterer Anteil ist im Hochbau mit 35,2 % zuzuordnen. Hier verfügt die PORR-Gruppe ein breites Leistungsportfolio, vom hochvernetzten Datacenters bis hin zum gebäudetechnisch herausfordernden Gesundheitsbau. Der geringste Anteil des Auftragsbestands ist dem Wohnbau zuzuordnen. Hier setzt die PORR-Gruppe unter anderem auf das Systembauprodukt „PORR Living“ und modulares Bauen, um an den sich verbessernden Rahmenbedingungen teilhaben zu können.

Auf Basis des hohen Auftragsbestands sowie der erwarteten Marktentwicklung geht der Vorstand von einer moderaten Leistungs- und Umsatzentwicklung sowie einer Steigerung der EBIT-Marge im Jahr 2026 aus. Unverändert bleibt das langfristige Ziel einer EBIT-Marge von 3,5 % bis 4,0 % bis 2030.

Die Einschätzung des weiteren Geschäftsverlaufs orientiert sich an den aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sowie an den Chancen und Risiken in den jeweiligen Märkten. Eine Verschärfung geopolitischer Spannungen, neue Handelshemmnisse oder eine erneute Volatilität an den Finanzmärkten könnten jedoch negative Auswirkungen auf die wirtschaftliche Entwicklung und die Geschäftstätigkeit der PORR Bau GmbH haben. Jegliche Prognose ist daher mit Unsicherheiten behaftet.

Geschäftsführer:

Dipl.-Ing. Josef-Dieter Deix (bis 25.03.2025) Dipl.-Ing. Stefan Hielle, MBA (seit 01.01.2026) Florian Kalsberger, MSc (seit 16.02.2026) Ing. Mag. Kurt Lackner Ing. Paul Lamprecht (seit 17.07.2025) Dipl.-Betriebsw. (FH) Maritha Schäfer Oliver Schupe (bis 28.02.2026) Dipl.-Ing. Zeljko Vocinkic Dipl.-Ing. DI(FH) Gernot Wagner

Wien, am 18. März 2026

Geschäftsführung

Stefan Hielle qualifiziert elektronisch unterfertigt Dipl. Ing. Stefan Hielle, MBA Kurt Lackner qualifiziert elektronisch unterfertigt Ing. Mag. Kurt Lackner Schäfer Maritha Maritha Schäfer qualifiziert elektronisch unterfertigt Dipl.-Betriebsw. (FH) Maritha Schäfer Kalsberger Florian Florian Kalsberger qualifiziert elektronisch unterfertigt Florian Kalsberger, MSc 1 on ) Paul Lamprecht qualifiziert elektronisch unterfertigt Ing. Paul Lamprecht Dipl.-Ing. Zeljko Vocinkic qualifiziert elektronisch unterfertigt Dipl.-Ing. Zeljko Vocinkic

Gernot Wagner qualifiziert elektronisch unterfertigt Dipl.-Ing. DI (FH) Gernot Wagner

Die mit dem Dokument verknüpften elektronischen Signaturen decken den Jahresabschluss und Lagebericht ab und können über die Bildmarke im Dokument überprüft werden. Die Rechtswirkung ist durch die elDAS-VO (Art 25 elDAS-VO) sowie das österreichische Signatur- und Vertrauensdienstegesetz (SVG) geregelt.

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