Inhaltsverzeichnis
1. Geschäftsverlauf, Geschäftsergebnis und Lage der Gesellschaft
1.1 Geschäftsergebnis, Ertragslage
Das Geschäftsjahr 2024/25 war von intensivem nationalem und internationalem Wettbewerb mit weiterhin anhaltenden Konzentrations- und Konsolidierungstendenzen geprägt. Osterreichs Wirtschaft erwies sich trotz schwieriger Rahmenbedingen als robust, obwohl die ab der zweiten Jahreshälfte 2022 nachlassende Wirtschaftsdynamik sich im Geschäftsjahr 2024/25 weiter abschwächte.
In diesem Umfeld erwirtschaftete die Ferdinand Berger & Söhne Gesellschaft m.b.H. einen im Vergleich zum Vorjahr um 6,2% niedrigeren Jahresumsatz in Höhe von € 68,4 Mio. Entscheidend dafür war neben allgemeinen inflationären Tendenzen im Wesentlichen ein entsprechendes Sinken der Papierpreise.
Unter Berücksichtigung der sonstigen betrieblichen Erträge in Höhe von € 0,9 Mio. und einer Veränderung des Bestands an unfertigen Erzeugnissen in Höhe von € -0,06 Mio. reduzierte sich die Betriebsleistung um 5,6% auf € 68,3 Mio. weitgehend proportional zum Umsatzrückgang.
Die Aufwendungen für Material und bezogene Leistungen reduzierten sich um 6,3% auf € 39,0 Mio. proportional zum Umsatz. Dadurch sank der Rohertrag um 4,6% auf € 29,3 Mio. Der Rohertrag errechnet sich aus Umsatzerlösen inklusive Bestandsveränderungen (operative Betriebsleistung) minus Aufwendungen für Material und bezogenen Leistungen.
Vorwiegend aufgrund zum Vorjahr leicht höherer Aufwendungen für Löhne und Gehälter stiegen die Personalaufwendungen um 2,3% auf € 15,9 Mio.
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen in Höhe von € 12,1 Mio. liegen um rund € 0,9 Mio. unter dem
Vorjahreswert.
Das Betriebsergebnis des Geschäftsjahres 2024/25 verringerte sich auf € 0,8 Mio. (Vorjahr: € 2,3 Mio.).
Das Finanzergebnis war aufgrund des gestiegenen Zinsniveaus mit € 0,6 Mio. gleich hoch wie im Vorjahr.
Die Zusammenfassung der einzelnen Ergebniskomponenten ergibt für das Geschäftsjahr 2024/25 ein Ergebnis vor Steuern (EBT) von € 1,4 Mio. nach € 2,9 Mio. im Vorjahr. Unter Berücksichtigung der Ertragsteuern in Höhe von € 0,1 Mio. wurde die Berichtsperiode mit einem Jahresüberschuss in Höhe von € 1,3 Mio. (Vorjahr: € 2,1 Mio.) abgeschlossen.
1.2 Vermögens- und Finanzlage
Unter Bezugnahme auf den Jahresabschluss zum 31. März 2025 stellt sich die Vermögens- und Finanzlage des Unternehmens im Vergleich zum Vorjahr wie folgt dar (in Tausend €):
| 31.03.2025 | 31.03.2024 | +- | ||
|---|---|---|---|---|
| Te | Te | Te | % | |
| Aktiva | ||||
| langfristig gebundene Mittel | ||||
| Anlagevermögen | ||||
| Immaterielles Vermögen | 46 | 92 | -46 | -49,5 |
| Sachanlagen | 9.719 | 10.685 | -966 | -9,0 |
| Finanzanlagen | 1.966 | 1.825 | 141 | 7,7 |
| 11.732 | 12.602 | -870 | -6,9 | |
| kurzfristig gebundene Mittel | ||||
| kurzfristiges Umlaufvermögen | ||||
| Vorräte | 5.165 | 5.456 | -290 | -5,3 |
| Lieferforderungen Forderungen gegenüber verbundenen | 6.643 | 8.779 | -2.137 | -24,3 |
| Unternehmen | 0 | 7.387 | -7.387 | -100,0 |
| sonstige Forderungen | 1.301 | 1.077 | 224 | 20,8 |
| flüssige Mittel | 7.137 | 20.599 | -13.462 | -65,4 |
| 20.246 | 43.298 | -23.052 | -53,2 | |
| Rechnungsabgrenzungsposten | 91 | 49 | 42 | 87,0 |
| Aktive latente Steuern | 990 | 990 | -1 | -0,1 |
| 21.327 | 44.337 | -23.010 | -51,9 | |
| Summe Aktiva | 33.059 | 56.940 | -23.880 | -41,9 |
| Passiva | ||||
| eigene Mittel | ||||
| Eigenkapital | ||||
| Stammkapital | 3.634 | 3.634 | 0 | 0,0 |
| versteuerte Rücklagen | 10.223 | 10.223 | 0 | 0,0 |
| Bilanzgewinn | 1.695 | 25.386 | -23.691 | -93,3 |
| 15.552 | 39.242 | -23.691 | -60,4 | |
| Investitionszuschüsse | 390 | 445 | -55 | -12,4 |
| 15.942 | 39.687 | -23.746 | -59,8 | |
| fremde Mittel | ||||
| langfristiges Fremdkapital | ||||
| langfristige Rückstellungen | 9.004 | 8.615 | 388 | 4,5 |
| kurzfristiges Fremdkapital | ||||
| kurzfristige Rückstellungen | 3.319 | 3.863 | -544 | -14,1 |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 0 | 2 | -2 | -100,0 |
| erhaltene Anzahlungen | 3 | 3 | 0 | 0,0 |
| Lieferverbindlichkeiten Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen | 2.562 | 2.641 | -79 | -3,0 |
| Unternehmen | 177 | 0 | 177 | k. A. |
| sonstige Verbindlichkeiten | 1.644 | 1.997 | -353 | -17,7 |
| Rechnungsabgrenzungsposten | 408 | 132 | 277 | 210,2 |
| 8.114 | 8.637 | -523 | -6,1 | |
| 17.118 | 17.252 | -135 | -0,8 | |
| Summe Passiva | 33.059 | 56.940 | -23.880 | -41,9 |
Finanzlage
Die Geldflussrechnung des Geschäftsjahres 2024/25 zeigt im Vorjahresvergleich folgendes Bild (in Tausend e):
| 2024/2025 | 2023/2024 | |
|---|---|---|
| TE | T | |
| Netto-Geldfluss aus der laufenden Geschäftstätigkeit | 4.745 | 5.197 |
| Netto-Geldfluss aus der Investitionstätigkeit | 6.794 | -1.810 |
| Netto-Geldfluss aus der Finanzierungstätigkeit | -25.002 | 2 |
| zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelbestandes | -13.462 | 3.388 |
| Finanzmittelbestand am Beginn der Periode | 20.599 | 17.208 |
| Finanzmittelbestand am Ende der Periode | 7.137 | 20.597 |
Umsatzrentabilität
Die Umsatzrentabilität entspricht dem Verhältnis aus Ergebnis vor Steuern und den Umsatzerlösen.
| Berechnung: | 2024/2025 | 2023/2024 |
|---|---|---|
| Ergebnis vor Steuern (EBT) x 100 | ||
| Umsatzerlöse | 2,1 % | 4,0 % |
Eigenmittelquote gemäß § 23 URG:
| Eigenkapital x 100 | 47,6 % | 69,5 % |
|---|---|---|
| Gesamtkapital |
Bilanzaktiva
Unter Berücksichtigung von Sachinvestitionen in Höhe von € 0,5 Mio. und der planmäßigen Abschreibungen in Höhe von € 1,4 Mio. reduzierten sich die Sachanlagen um € 0,9 Mio. Durch Finanzanlagen stiegen durch Investitionen auf € 2,0 Mio. Das Umlaufvermögens sank seit dem Vorjahresstichtag um € 23,0 Mio., was vorwiegend auf die Auszahlung der Gewinnausschüttung für das Wirtschaftsjahr 2023/24 zurückzuführen ist.
Bilanzpassiva
Die Eigenmittel (Eigenkapital inklusive Investitionszuschüsse zum Anlagevermögen) reduzierten sich um die Gewinnausschüttung der Berichtsperiode und betragen zum Stichtag € 15,9 Mio. Die Eigenmittelquote gemäß § 23 Unternehmensreorganisationsgesetz (URG) beträgt 47,6% nach 69,5% zum Vorjahreszeitpunkt. Das Ziel einer langfristigen Erhaltung der Eigenkapitalquote konnte dennoch weitgehend erreicht werden, um wirtschaftlich schwierige Jahre ohne Probleme überbrücken zu können.
Eine hohe Eigenkapitalquote ist Bestandteil des Risikomanagements des Unternehmens und soll die Stabilität des Unternehmens gewährleisten.
Infolge gestiegener Rückstellungen für Sozialkapital erhöhte sich das langfristige Fremdkapital um 4,5% auf € 9,0 Mio. Das kurzfristige Fremdkapital sank um 6,1% auf € 8,1 Mio. aufgrund im Vergleich zum Vorjahr niedrigerer kurzfristiger Rückstellungen, Lieferverbindlichkeiten und sonstiger Verbindlichkeiten aus Steuern. Die Veränderungen im Umlaufvermögen und im kurzfristigen Fremdkapital führten zu einem Absinken des Working Capital (kurzfristige Aktiva minus kurzfristige Passiva) um 63,0% auf € 13,2 Mio. Das Working Capital stellt das kurzfristige Finanzierungspotential dar.
1.3 Forschung und Entwicklung
Die Gesellschaft entfaltet keine Forschungs- und Entwicklungstätigkeit.
1.4 Zweigniederlassungen
Die Gesellschaft unterhält eine Zweigniederlassung in Wien.
2. Umwelt- und Arbeitnehmerbelange
Ziel des Unternehmens ist die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit durch verbesserte Ressourceneffizienz (Nutzung von Innovations- und Kosteneinsparpotenzialen) und damit eine mittelfristige Sicherung von Arbeitsplätzen.
Das Hauptaugenmerk liegt weiterhin bei Abfallvermeidung und -management sowie vor allem bei Energiesparmaßnahmen. So wurden am Standort der Gesellschaft in den letzten Jahren wesentliche Investitionen in Photovoltaikanlagen getätigt. Insgesamt verfügen die Anlagen derzeit über eine Photovoltaik-Leistung von knapp 2.000 Kilowatt Peak (kWp). Der erzeugte Photovoltaik-Strom wird zum einen Teil für die Produktion verwendet und zum anderen Teil ins öffentliche Netz eingespeist. Der für die Produktion verwendete Teil entspricht rund 10% des Jahresstromverbrauches. Nebenher ist der verantwortungsvolle, sparsame Umgang mit den Energieträgern Gas und Strom integraler Bestandteil der Firmenphilosophie.
Bei Neuinvestitionen werden neben der Erfüllung der gesetzlichen Auflagen alle umweltrelevanten Themen berücksichtigt. In der Berichtsperiode 2024/25 wurden vermehrt Elektrofahrzeuge angeschafft sowie Elektroladestellen auf dem Werksgelände installiert. Die ökologischen Ziele des Unternehmens umfassen die Setzung aller technologisch verfügbaren Maßnahmen zur Verhütung von Umweltschäden; hierbei kommt insbesondere der Verhinderung von Schadstoffausstoß durch Verwendung von Filteranlagen eine maßgebliche Bedeutung zu. Alle bestehenden umweltrechtlichen Bestimmungen und Auflagen werden erfüllt; erforderliche technische Werte unterliegen einer laufenden Untersuchung mit dem Ziel kontinuierlicher Verbesserungen.
Qualifizierte und engagierte Mitarbeiter haben in der Vergangenheit die Erfolge des Unternehmens ermöglicht. Die Gesellschaft fördert daher die eigenen Mitarbeiter und ist bestrebt, ein motivierendes und leistungsorientiertes Arbeitsumfeld zu bieten. Bei der Auswahl von neuen Mitarbeitern wird neben hoher fachlicher Qualifikation auch insbesondere die soziale Kompetenz berücksichtigt.
Der Produktionsbereich zeichnet sich durch eine flache Organisationsstruktur aus und verfügt über Verantwortliche betreffend Umweltbelange, Werksicherheit sowie Arbeitnehmerschutz.
Das Unternehmen beschäftigte zum Stichtag 195 Mitarbeiter (Vorjahr: 206 Mitarbeiter). Hierbei sind die freien Dienstnehmer nicht berücksichtigt.
3. Prognosebericht (voraussichtliche Entwicklung der Gesellschaft)
Trotz anhaltender Rezession der Gesamtwirtschaft in Österreich und Stagnation in Deutschland liegen die Umsatzerlöse in den ersten sieben Monaten des Geschäftsjahres 2025/26 auf Vorjahresniveau und führten in der laufenden Berichtsperiode zu einem im Vergleich zum Vorjahr deutlich höheren Betriebsergebnis.
Den generell schwierigen Wettbewerbs- und Marktbedingungen begegnet die Gesellschaft mit intensivierten Vertriebsmaßnahmen und einer Digitalisierungsoffensive, infolgedessen zum Beispiel der Druckplattenausschuss deutlich reduziert wird.
Bedingt durch das anhaltende Sinken des österreichischen Druckvolumens und die trotz Ausbaus der Photovoltaik beständig hohen Energiekosten bei gleichzeitigem Auslaufen des Energiekostenzuschusses erwartet die Geschäftsführung für das Geschäftsjahr 2025/26 bei weiterhin zum Vorjahr vergleichbarer Betriebsleistung ein unter dem Vorjahresniveau liegendes Gesamtergebnis.
4. Risikoberichterstattung
4.1 Beschreibung der wesentlichen Risiken und Ungewissheiten
Die Gesellschaft ist neben den aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit resultierenden operativen Risiken dem Preisänderungsrisiko bei Rohstoffen, Materialien und Energie, und vor allem dem aus der Nichterfüllung von Vertragsverpflichtungen durch Geschäftspartner (Kunden) bestehenden Kreditrisiko ausgesetzt, das zu Vermögensverlusten führen kann. Die Kredit- und damit Ausfallrisiken werden kontinuierlich überwacht, für eingetretene und erkennbare Risiken wird durch den Ansatz von entsprechenden Wertberichtigungen und Rückstellungen vorgesorgt. Zusätzlich bestehen für wesentliche Teile der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Warenkredit- und Exportkreditversicherungen.
Gegen Elementarrisiken (z.B. Feuer, Wasser) und Betriebsunterbrechung besteht Versicherungsschutz.
Das Personalrisiko wird infolge der geringen Personalfluktuation und der langen Firmenzugehörigkeit der Mitarbeiter derzeit als gering angesehen, doch wird es in den nächsten Jahren zunehmend schwieriger passende Nachwuchskräfte zu bekommen. Um künftige Engpässe bei der Ressource Mitarbeiter zu vermeiden, legt die Gesellschaft ein deutliches Augenmerk auf das Ubertragen von Unternehmenswissen und die fachliche Aus- und Weiterbildung ihrer Mitarbeiter.
4.2 Berichterstattung zur Verwendung von Finanzinstrumenten
Originäre oder derivative Finanzinstrumente zur Absicherung von Ausfall-, Zins- und Währungsrisiken werden bei der Gesellschaft derzeit nicht eingesetzt. Zum Stichtag bestehen keine langfristigen Kreditverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und folglich kein Zinsänderungsrisiko. Nennenswerte Währungsverluste aus Kundenforderungen oder Lieferantenverbindlichkeiten sind aufgrund des sehr geringen Transaktionsvolumens in ausländischen Währungen nicht zu erwarten.
Horn, am 16. Dezember 2025
Ferdinand Berger
Mitglied der Geschäftsführung
Peter Berger Mitglied der Geschäftsführung