Inhaltsverzeichnis
über das Wirtschaftsjahr von 01.01.2025 bis 31.12.2025
1 Bericht über den Geschäftsverlauf und die wirtschaftliche Lage
1.1 Geschäftsverlauf
Im Jahr 2025 zeigt die Branche der Kurier-, Express- und Paketdienste ein Wachstum von 4,6% gegenüber dem Vorjahr. Treiber sind hier vor allem das B2C/C2C-Segment, wohingegen der B2B-Markt um 3,3% schrumpft.1
Die österreichische Wirtschaft ist in diesem Zeitraum mit +0,5% leicht gewachsen, Private Haushalte zeigen sich aufgrund des Inflationsanstieges und der damit einhergehenden, gedämpften Einkommensentwicklung nach wie vor zurückhaltend bei ihren Konsumausgaben. 2
Mit einem Marktanteil von 34,8% hat Gebrüder Weiss Paketdienst im DPD-Verbund seine Marktposition im Geschäftsfeld B2B erfolgreich gehalten, was einem Wachstum von 0,8% im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Im B2C-Segment stagnieren die Anteile bei 9,8%. Insgesamt konnte der DPD-Verbund seine Marktanteile von 2024 nicht ganz halten und bleibt mit 15,5% Marktanteil 0,2% hinter dem Vorjahr.3
Die GWP-Systemmengen sind im Vergleich zum Vorjahr um insgesamt 7,7% gewachsen. Die nationalen AG-Mengen verzeichnen ein Wachstum von 9,6%, die nationalen EG-Mengen von 9,3%. Auf den internationalen Relationen zeigen die Exportmengen eine markante Steigerung von 10,8% während die Importmengen mit einer Zunahme von 0,3% stagnieren.
Die KEP-Branche steht im Jahr 2025 weiterhin vor erheblichen Herausforderungen. Während das Sendungsvolumen insgesamt wächst, steigen die operativen Kosten spürbar an. Der Transportkostenindex zeigt im Jahresmittel einen erneuten Anstieg von rund 1,5 %, und auch die Löhne und Gehälter im Transportgewerbe verzeichnen ein Plus von etwa 4 %. Diese Entwicklung belastet die Margen der Dienstleister deutlich.
Die weltwirtschaftliche Dynamik wurde in den vergangenen Jahren durch anhaltend hohe Inflation, geopolitische Spannungen und verschärfte Handelsbeschränkungen gebremst. Insbesondere die komplexer gewordenen wirtschaftlichen Beziehungen zu China, Russland und den USA wirken sich dämpfend auf Investitionen und Konsum aus.
Für die österreichische KEP-Branche zeigt sich auch 2025 ein zweigeteiltes Bild: Während der Konsum hochwertiger Güter weitgehend stagniert und damit weniger Volumen im Premiumsegment generiert, bleibt der internationale E-Commerce – insbesondere der Versand geringwertiger Produkte – der zentrale Wachstumstreiber. Dieses Segment sorgt trotz geringerer Stückerlöse für eine stabile bis leicht steigende Paketmenge, stellt die Unternehmen jedoch gleichzeitig vor zusätzliche Herausforderungen in der Zustelllogistik und der Kostenstruktur.
1.2 Finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren
Aufgrund der oben erwähnten positiven Mengenentwicklung steigt der bereinigte Umsatz um 7,3% auf EUR 245,5 Mio. Damit einher gehen um 8,5% auf EUR 188,3 Mio. gesteigerte Speditionskosten. Daraus ergibt sich ein Bruttonutzen von EUR 57,2 Mio. und somit eine Steigerung von 3,4% im Vergleich zum Vorjahreswert.
¹ 1 Branchenradar KEP-Dienste in Österreich 2026, Kreutzer Fischer & Partner
2 ² WIFO
³ 3 Branchenradar KEP-Dienste in Österreich 2026, Kreutzer Fischer & Partner
Bei den Personalkosten inkl. Fremdpersonal und Weiterverrechnung verzeichnen wir eine Steigerung von 0,6% auf EUR 34,7 Mio.
Das Investitionsvolumen steigt 2025 auf EUR 26,77 Mio. Gründe dafür sind zum einen der Kauf des Grundstückes in Sulz und zum anderen der Bau des neuen Depots in Seyring. Letzteres Projekt wirkt sich noch nicht auf den Posten der Abschreibungen aus, welcher um 18,0% gestiegen ist. Haupttreiber sind hier die österreichweite Anschaffung neuer Fahrerscanner, die Erweiterung des Hoffuhrparkes sowie die Modernisierung des aktuell eingesetzten Verrechnungsprogrammes.
Im Bereich der sonstigen Kosten ergibt sich eine leichte Steigerung von 0,6%. Zurückzuführen ist dies auf gesunkene sonstige Umsatzerlöse sowie auf Steigerungen in den Rechts- und Beratungskosten. Andererseits konnten vor allem in den Instandhaltungsposten Einsparungen erzielt werden
Beim Finanzerfolg kommt es zu einer Reduktion von 61,6% aus Beteiligungen und Zinsen.
In Summe kann das Ergebnis im Vorjahrsvergleich um 9,0% auf EUR 8,4 Mio. gesteigert werden. Das Verhältnis Ergebnis vor Steuern zu Netto-Umsatz beläuft sich auf 3,4%.
Der Netto-Geldfluss aus laufender Geschäftstätigkeit beträgt im Jahr 2025 EUR 13,8 Mio., was verglichen mit dem vorausgehenden Jahr eine Steigerung in Höhe von 53,3% bedeutet, welche zu wesentlichen Teilen aus der Veränderung des Working Capital resultiert und dabei auch Einmaleffekte beinhaltet. Die Eigenkapitalquote liegt mit 68,0% über dem Vorjahreswert, wobei GWP damit weiterhin äußerst solide finanziert ist.
Die nichtfinanziellen Leistungsindikatoren dokumentieren sich anhand von Maßnahmen aus den drei Bereichen Umwelt, Gesellschaft und Mitarbeiter.
Die für die ISO 14001 Zertifizierung benötigten Parameter werden in einer eigenen Umweltdatenbank gesammelt und zur Verfügung gestellt. Operativ werden aktuell 113 E-Fahrzeuge eingesetzt, was einer Steigerung von 28,4% im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Weiterhin im Einsatz befinden sich auch 4 Elektro-Lastenräder.
Die Photovoltaikanlagen in Leopoldsdorf und Kalsdorf haben 2025 insgesamt 127.627 kWh Strom erzeugt, davon wurden rund 86% selbst verbraucht. Insgesamt gesehen liegt der PV- Anteil in Leopoldsdorf bei 12,74%, in Kalsdorf bei 0,5%. Im Dezember 2025 wurde die Photovoltaikanlage in Kalsdorf in Betrieb genommen, die Photovoltaikanlage in Leobendorf befindet sich nach wie vor in der Umsetzung. Bei dem Strom, welchen wir über unseren Energieanbieter beziehen, handelt es sich um zertifizierten Ökostrom.
Soziales Engagement bleibt auch im Jahr 2025 ein wichtiges Thema für GWP, was durch zahlreiche Aktionen bestätigt wurde, wie beispielsweise die Patenschaft mit dem Vorarlberger Kinderdorf und die Unterstützung des Bildungs-ABC des SOS-Kinderdorfes. Im Hinblick auf die Mitarbeiter mit besonderen Bedürfnissen konnte die geforderte Quote im Jahresverlauf überwiegend erfüllt werden.
Der durchschnittliche Personalstand (Arbeiter und Angestellte) bleibt von 2024 auf 2025 stabil und ist insgesamt von 452 auf 454 Mitarbeiter angestiegen.
Die Anzahl der Schulungen, bezogen auf die Mitarbeiter, beläuft sich auf 1.363. Darüber hinaus wird von jedem Mitarbeiter die konzerneinheitliche Compliance-Schulung absolviert. Auf ganze Tage umgelegt bedeutet dies in Summe 214 Schulungstage. Dies bestätigt die ausgezeichnete Akzeptanz der vorhandenen Fortbildungsprogramme FWF, IWF und der DPD Akademie.
1.3 Bericht über die Zweigniederlassungen
In allen Niederlassungen wird die Umsetzung einer CO2-freien Zustellung in urbanen Gebieten konsequent weiter vorangetrieben. Der Schwerpunkt liegt dabei auf dem Ausbau einer leistungsfähigen Ladeinfrastruktur sowie der sukzessiven Umstellung des Fuhrparks auf emissionsfreie Fahrzeugtechnologien.
Gleichzeitig zeigt sich, dass das derzeitige Zurückrudern und die allgemeine Unsicherheit im Bereich der E-Mobilität – etwa im Hinblick auf Förderlandschaften, Fahrzeugverfügbarkeit und technologische Standards – insbesondere bei unseren Systempartnern zu spürbarer Zurückhaltung führt. Diese externen Rahmenbedingungen erschweren die Transformation und erhöhen den Abstimmungs- und Investitionsbedarf.
Mit Jahresende 2025 wurde das neu errichtete Depot im Norden Wiens plangemäß fertiggestellt und hat den operativen Betrieb aufgenommen. Dieses moderne Logistikzentrum ersetzt das bisherige Depot 635, dessen Mietverhältnis in diesem Zuge beendet wurde.
1.4 Ereignisse von besonderer Bedeutung nach dem Abschlussstichtag
Die Inflationsrate hat sich im Jahr 2025 weiter stabilisiert und bewegt sich seit Beginn des Jahres 2026 auf einem insgesamt moderateren, jedoch weiterhin erhöhten Niveau. Die Auswirkungen der vorhergehenden Hochinflationsphase bleiben spürbar – insbesondere in Form eines nach wie vor verhaltenen privaten Konsums und eines strukturell hohen Kostenumfelds.
Zusätzlich prägt der seit Anfang 2026 eskalierende Nahost-Konflikt die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen erheblich. Die geopolitischen Spannungen führen zu massiven Störungen in den globalen Lieferketten.
2. Bericht über die voraussichtliche Entwicklung und Risiken des Unternehmens
Die Höhe der Forderungsausfälle und Einzelwertberichtigungen beträgt im Wirtschaftsjahr rund EUR 180.000 bzw. 0,07% vom Jahresumsatz. Dies ist insofern bemerkenswert, als die Zahl der Firmeninsolvenzen in Österreich im Jahr 2025 laut KSV1870 auf 6.810 Fälle gestiegen ist, was einem Anstieg von 3,4 % gegenüber 2024 entspricht und somit das hohe Niveau aus dem Vorjahr noch einmal übertrifft.
Trotz dieser erneut steigenden Insolvenzdynamik zeigt das Unternehmen ein robustes Zahlungsverhalten seiner Kunden, was auf ein gut funktionierendes und konsequent angewandtes Risikomanagement schließen lässt.
Wir beobachten die angespannte wirtschaftliche Lage weiterhin genau und setzen geeignete Maßnahmen zur weiteren Risikominimierung. Aufgrund der breiten Kundenbasis und der damit verbundenen Risikostreuung kann das Ausfallsrisiko im Verhältnis zum Gesamtvolumen weiterhin als moderat eingestuft werden. Aufgrund der ausschließlichen Finanzierung durch Eigenkapital, besteht kein Zinsänderungsrisiko. Nachdem auch keine wesentlichen Forderungen und Verbindlichkeiten in Fremdwährung vorliegen, besteht auch kein nennenswertes Währungsrisiko.
Für 2026 wird mit einem Ergebnis etwas unter Vorjahresniveau gerechnet. Bereits die ersten Monate 2026 zeigen ein herausforderndes Marktumfeld und einen spürbaren Rückgang der Sendungsmengen. Wir werden unsere Systeme und Planungsannahmen daher laufend an die aktuellen Entwicklungen anpassen.
Als GWP sichern wir den nachhaltigen Geschäftserfolg durch konsequente Kundenorientierung. Basis dafür bilden die kontinuierliche Weiterentwicklung unserer Qualitätsstandards, gezielte Maßnahmen im Systempartnermanagement sowie laufende Modernisierungen in Infrastruktur und Prozessen.
3. Bericht über die Forschung und Entwicklung
Die IT-seitige Umsetzung kundenindividueller Anbindungen bildet weiterhin einen zentralen Schwerpunkt der internen Entwicklungsaktivitäten. Parallel dazu werden die GWP-Applikationen in den Bereichen Verkauf, Verrechnung und Kundenservice kontinuierlich modernisiert und funktional erweitert. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Erhöhung des Datenanteils in den Prozessen sowie der weiteren Vorantreibung von Digitalisierung und Automatisierung entlang der gesamten Wertschöpfungskette.
Im Berichtsjahr wurden zudem die Scannerflotten umfassend modernisiert, um eine stabilere Datenerfassung, verbesserte Performance und eine höhere Prozessqualität sicherzustellen. Daten gewinnen für die operative Steuerung und die Qualitätssicherung zunehmend an Bedeutung, weshalb die Weiterentwicklung unserer Datenarchitekturen und Schnittstellen gezielt vorangetrieben wird.
Erste Pilotanwendungen im Bereich Künstliche Intelligenz wurden gestartet, um Effizienzpotenziale zu identifizieren und administrative sowie operative Abläufe zu unterstützen. Diese Initiativen werden bewusst schrittweise und mit besonderem Augenmerk auf eine weiterhin verlässliche Servicequalität umgesetzt.
Alternativ angetriebene Mobilitätsansätze werden im Rahmen nachhaltiger City-Logistik-Konzepte ebenfalls fortgeführt. Diese Maßnahmen stärken die ökologische Ausrichtung des Unternehmens und tragen dazu bei, zukünftige regulatorische Anforderungen sowie Kundenanforderungen im Bereich Nachhaltigkeit frühzeitig zu erfüllen. Abschließend sind wir davon überzeugt, durch die gesetzten Maßnahmen, eine solide Basis für eine weitere erfolgreiche Geschäftsentwicklung, in einem fordernden Unternehpënsumfeld, gelegt zu haben.
Lauterach, am 7. Mai 2026
DIE GESCHÄFY$FÜMRUNG
A Le Andreas Winkelmayer e.h.
Mag. Daniel Neumann e.h.