Inhaltsverzeichnis
L A G E B E R I C H T zur Bilanz per 31.12.2025
1. Wirtschaftsbericht
1.1 Geschäftsverlauf
Das Geschäftsjahr 2025 war erneut von einem anspruchsvollen wirtschaftlichen Umfeld geprägt. Die europäische Konjunktur zeigte zu Beginn des Wirtschaftsjahres, erste Anzeichen einer Stabilisierung. Während sich die Inflation weiter abschwächte und die Europäische Zentralbank den eingeschlagenen Zinssenkungskurs fortsetzte, blieb die wirtschaftliche Dynamik insbesondere in Deutschland und Osterreich, dennoch hinter den Erwartungen zurück. Die Bauwirtschaft entwickelte sich weiterhin verhalten und auch die verarbeitende Industrie litt unter einer schwachen Investitionsbereitschaft sowie einer geringen Kapazitätsauslastung. Die PROMEGA Handelsgesellschaft mbH konnte sich in diesem Marktumfeld dennoch erfolgreich behaupten.
Der Jahresumsatz betrug EUR 38,87 Mio. und lag damit rund 3,8 % unter dem Vorjahresniveau. Die gesamte Absatzmenge entwickelte sich gegenüber dem Vorjahr um rund 0,4 %, also nahezu gleichbleibend.
Die Umsätze im Metallhandel wurden weiterhin maßgeblich durch die Volatilität der internationalen Rohstoffpreise beeinflusst. Insbesondere beim Kupfer führten starke Preisschwankungen zu entsprechenden Veränderungen des Umsatzvolumens, ohne dass diese unmittelbar Rückschlüsse auf die tatsächlich verkauften Mengen zulassen.
Das EBT betrug EUR 1,48 Mio., die Umsatzrentabilität lag bei 3,8 %.
Der Lagerbestand entsprach ähnlich dem des Vorjahres, er wurde nur marginal um rund 3,4% erhöht.
Die Warenvorräte stellen weiterhin die größte Position im Umlaufvermögen dar, im vergangenen Geschäftsjahr 2025 rund 78,5 % des Gesamtkapitals, dieses betrug EUR 10,15 Mio.
Die Importtätigkeit konzentrierte sich unverändert auf Industriemetalle und Walzprodukte wie Kupfer, sowie Stahlbleche und Stabstahl aus Asien und dem Europäischen Wirtschaftsraum. Die Beschaffung wurde zunehmend durch neue regulatorische Anforderungen, insbesondere im Zusammenhang mit dem Carbon Border Adjustment Mechanism (CBAM), sowie durch handelspolitische Maßnahmen (Safe Guard) erschwert. Durch frühzeitige Einkaufsentscheidungen, eine breite Lieferantenstruktur sowie eine konsequente Lagerstrategie konnte die Lieferfähigkeit dennoch auf gewohnt hohem Niveau gehalten werden.
1.2 Preisentwicklung
Die internationalen Metallmärkte entwickelten sich im Geschäftsjahr 2025 erneut volatil.
Der Kupferpreis bewegte sich auf weiterhin hohem Niveau und wurde vor allem durch die weltweit steigende Nachfrage aus den Bereichen Energieinfrastruktur, Elektromobilität, Digitalisierung sowie Rüstungsindustrie gestützt. Gleichzeitig sorgten Produktionsausfälle einzelner Minen, sowie steigende Nachfrage aus China und Nordamerika zeitweise für deutliche Preisbewegungen, so erreichte das Kupfer am vorletzten Jahrestag, per 30.12.2025 das Jahres und zugleich Allzeithoch der letzten 10 Jahre, von USD 12.512,-/To. Der Jahresschnitt lag bei USD 9.945,-/To., das entspricht einer neuerlichen Preissteigerung von satten 26%.
Der Nickelpreis zeigte im Jahresverlauf dagegen eine insgesamt schwächere Entwicklung. Das weiterhin hohe Angebot aus Indonesien sowie eine verhaltene Nachfrage im Edelstahlbereich führten zu einem vergleichsweise niedrigen Preisniveau gegenüber den Vorjahren. Der Nickel Jahreswert von USD 15.160,- hat sich im Vorjahresvergleich nochmals um rund 10% reduziert, was der Preisentwicklung von Stählen in 2025 insgesamt entsprach.
Die Legierungszuschläge für Edelstahl entwickelten sich das ganze Jahr über rückläufig und blieben aufgrund des anhaltenden Wettbewerbsdrucks innerhalb Europas und der Entwicklung der Rohstoffe, auf eher niedrigem Niveau.
Die bestehenden EU-Schutzmaßnahmen (Safe Guard) führten weiterhin dazu, dass die relevanten Importkontingente bereits unmittelbar nach Offnung der jeweiligen Quartalskontingente ausgeschöpft waren. Dies erschwerte eine flexible Beschaffung erheblich und erforderte eine langfristige Einkaufsplanung.
1.3 Lage des Unternehmens
Die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft ist weiterhin als stabil zu beurteilen.
Die Eigenkapitalrentabilität betrug 24,39 %, die Gesamtkapitalrentabilität belief sich auf 14,64 %.
Die liquiden Mittel entwickelten sich entsprechend der Geschäftsentwicklung stabil. Durch eine vorsichtige Finanzierungs- und Lagerpolitik konnte die jederzeitige Zahlungsfähigkeit sichergestellt werden.
Die konsequente Beobachtung der internationalen Beschaffungsmärkte sowie eine ausgewogene Lagerhaltung ermöglichten es, Risiken frühzeitig zu erkennen und Lieferengpässe weitgehend zu vermeiden.
2 Wesentliche Risiken und Unsicherheiten
Auch im Geschäftsjahr 2025 war das Unternehmen verschiedenen externen Risikofaktoren ausgesetzt.
• Makroökonomisches Umfeld
Die europäische Wirtschaft entwickelte sich zwar leicht positiver als im Vorjahr, dennoch blieb insbesondere die deutsche Industrie von einer schwachen Investitionstätigkeit geprägt. Die Bauwirtschaft konnte sich trotz sinkender Inflation und weiterer Zinssenkungen nur langsam erholen.
• Zoll- und Handelspolitik
Das Jahr 2025 war von einer deutlichen Verschärfung internationaler Handelskonflikte geprägt. Die von den USA eingeführten zusätzlichen Einfuhrzölle auf Stahl- und Aluminiumprodukte sowie weitere Handelshemmnisse, führten weltweit zu einer Veränderung der Handelsströme. Preisunterschiede der weltweit wichtigsten Metallbörsen LME London und CME Chicago, bspw. im Bereich Kupferkathoden, riefen Arbitragelieferungen auf den Plan, welche immer wieder das Preisniveau in Europa, nach oben beeinflusst haben.
Für PROMEGA erhöhte sich dadurch die Unsicherheit hinsichtlich Preisentwicklung und Materialverfügbarkeit und nicht zuletzt der Lieferzeit. Gleichzeitig gewann der europäische CO2-Grenzausgleichsmechanismus (CBAM) weiter an Bedeutung, im Detail wurden die Beobachtungszeiträume, in welchen nur Daten und Zahlen geliefert werde mussten, per 31.12.2025 beendet, um dann im Folgejahr 2026, in die eigentliche sogenannte Bepreisungsphase zu wechseln. Die hierfür erforderlichen Dokumentations- und Nachweispflichten verursachten zusätzlichen administrativen Aufwand entlang der gesamten Lieferkette. Weiter bestehende Unklarheiten wie bspw. Verifizierung der CO2 Werte im Ursprungsland, sowie nötige Abläufe und Kalkulationsgrundlagen praktischer Natur, machten Einkäufe zunehmend schwieriger, nicht selten wurde im Marktumfeld versucht, das CBAM und Zollrisiko, an den Kunden weiterzugeben, was zum Teil für eine gewisse Unsicherheit und Intransparenz im Angebotsvergleich geführt hat.
• Beschaffung und Import
Die weiterhin bestehenden Safe-Guard-Regelungen der Europäischen Union schränkten den Import verschiedener Stahlprodukte unverändert ein. Die verfügbaren Kontingente waren vielfach wieder bereits unmittelbar nach Freigabe ausgeschöpft, wodurch sich die Einkaufsplanung zunehmend komplex gestallete.
Die Unsicherheit bezüglich der Neugestaltung oder Verlängerung der aktuellen Schutzmaßnahmen, welche per 30.06.2026 auslaufen (siehe Punkt 4 Prognosebericht), hat die Einkaufsplanung zusätzlich erschwert. Es wurde, speziell im Bereich Stabstahl, auf weitere Zukäufe an das Lager, größtenteils verzichtet.
• Logistik und Transport
Obwohl sich die internationalen Frachtraten gegenüber den Höchstständen der Vorjahre teilweise normalisierten, führten geopolitische Spannungen im Nahen Osten weiterhin zu Unsicherheiten im internationalen Seeverkehr. Verlängerte
Transportwege, höhere Versicherungskosten und Leercontainer-Verknappungen, erhöhten am Ende die Frachtkosten insgesamt und beeinflussten die Beschaffungskosten, wie auch Kaufentscheidungen wesentlich.
• Geopolitische Entwicklungen
Die geopolitischen Spannungen nahmen im Verlauf des Geschäftsjahres 2025 weiter zu. Neben dem unverändert andauernden Krieg in der Ukraine belasteten insbesondere die Konflikte im Nahen Osten sowie die zunehmenden wirtschaftlichen Spannungen zwischen den USA und China den Welthandel. Wiederkehrende Störungen internationaler Lieferketten, steigende Verteidigungsausgaben zahlreicher Staaten sowie zunehmende Unsicherheiten bei Energie- und Rohstoffversorgung beeinflussten die internationalen Rohstoffmärkte nachhaltig.
Für den Metallhandel führte diese Entwicklung zu einer weiterhin hohen Nachfrage nach strategisch wichtigen Industriemetallen, insbesondere Kupfer, Aluminium und Spezialstählen, welche verstärkt für den Ausbau der Energieinfrastruktur, der Elektrifizierung, der Verteidigungsindustrie sowie der Digitalisierung benötigt werden.
Darüber hinaus führte die zunehmende Tendenz vieler Staaten, Lieferketten regionaler auszurichten und strategische Rohstoffe verstärkt innerhalb politisch stabiler Wirtschaftsräume zu beschaffen, zu einer strukturellen Veränderung internationaler Handelsströme. Diese Entwicklung erhöht zwar langfristig die Versorgungssicherheit einzelner Märkte, führt kurzfristig jedoch zu einer höheren Preisvolatilität sowie zu zusätzlichen Herausforderungen bei der internationalen Beschaffung.
3 Forschung und Entwicklung
Die Gesellschaft führt keine Forschungs- und Entwicklungsarbeiten durch.
4 Prognosebericht
Für das Geschäftsjahr 2026 erwartet die Geschäftsleitung weiterhin ein anspruchsvolles Marktumfeld. Zwar deuten verschiedene Wirtschaftsindikatoren auf eine schrittweise Erholung der europäischen Industrie hin, dennoch bestehen weiterhin erhebliche Unsicherheiten hinsichtlich der internationalen Handelspolitik, der geopolitischen Entwicklungen sowie der regulatorischen Anforderungen. Gleichzeitig ist mit teilweise erheblichen Schwankungen bei Rohstoffpreisen und Wechselkursen, nachhaltig zu rechnen.
Die Einführung weiterer CBAM-Bestimmungen (Siehe Punkt 2, Zoll- und Handelspolitik) sowie mögliche Veränderungen der europäischen
Stahlschutzmaßnahmen hinsichtlich Kontingentskürzungen, bei zugleich Erhöhung (Verdoppelung) des Strafzolls, werden die Beschaffung auch künftig wesentlich beeinflussen.
Die immer weitere Verkomplizierung, Erschwerung und Verteuerung des Imports generell, dürfte zunehmend für eine Marktbereinigung im produzierenden Ausland, wie auch im importierenden EU – Wirtschaftsraum sorgen. Es ist vorstellbar, dass kleinere Marktteilnehmer auf beiden Seiten, nicht mehr in der Lage sind, diese Mehraufwände in der Beschaffung und Risiko – Management zu schultern. Diese Entwicklung wird, allen Erschwernissen und oben angeführten Gegebenheiten zum Trotz, von PROMEGA als spezialisierten Importeur, auch als Chance bewertet.
Die Nachfrage nach Industriemetallen dürfte insbesondere durch Investitionen in den Ausbau der Energieversorgung, den Netzausbau, die Elektromobilität sowie den Verteidigungssektor unterstützt werden. Wie sich, der für PROMEGA sehr wichtige Bausektor weiterentwickelt, bleibt abzuwarten, die Geschäftsleitung sieht auch die Entwicklung dieser Sparte, eher positiv.
Die Lieferfähigkeit und das umfangreiche Lagerprogramm bleiben weiterhin zentrale Bestandteile der Unternehmensstrategie. Durch langfristige Lieferantenbeziehungen, eine breite Beschaffungsbasis, sowie konsequentes Risikomanagement, soll auch künftig eine hohe Versorgungssicherheit gewährleistet werden.
Dem Beschaffungsrisiko begegnet die Gesellschaft durch die Aufteilung des Einkaufs auf mehrere langjährige Partner. Forderungsausfälle werden weiterhin durch geeignete Kreditschutzmaßnahmen abgesichert.
Für das Geschäftsjahr 2026 ist das Ziel, die Marktposition weiter zu stärken, bzw. evtl. in anderen Sparten etwas auszubauen, die Lieferfähigkeit auf hohem Niveau sicherzustellen und die Ertragskraft des Unternehmens nachhaltig zu stärken.
5 Zweigniederlassungen
Die Gesellschaft verfügt über keine Zweigniederlassungen.
Dr. Jürgeh Gächte Geschäftsführer
DietmagGächter Geschäftsführer