Inhaltsverzeichnis
1. Bericht über den Geschäftsverlauf und die wirtschaftliche Lage im abgelaufenen Berichtsjahr
1.1. Struktur und Angebote der Gesellschaft im Bilanzjahr
Die bilanzierende Gesellschaft ist in den Bundesländern Niederösterreich und Wien tätig.
Die Leistungen des Pflegenotdienstes und der Wohnungslosenhilfe in Wien werden über den Fonds Soziales Wien finanziert.
Das Mobile Palliativteam in Waidhofen an der Ybbs wird über den NÖGUS (NO Gesundheitsund Sozialfonds) finanziert.
Das Angebot der Community Nurse in Orth an der Donau und umliegenden Gemeinden wurden ursprünglich durch die Europäische Kommission im Rahmen des österreichischen Aufbau- und Resilienzplans finanziert, seit 2025 können die Gemeinden eine Finanzierung über das Land Niederösterreich beantragen, die Gelder dafür sind Mittel des Pflegefonds, ein Zweckzuschuss vom Bund an die Länder für die Sicherung und Verbesserung der bedarfsgerechten Versorgung pflegebedürftiger Menschen.
Die Wohnungen im Bereich betreubares Wohnen in der Seniorenresidenz Schichtgründe werden an die Bewohner:innen ohne Förderung durch die Stadt Wien vermietet.
Angebote Niederösterreich
| Angebote Wien | ||
|---|---|---|
| • Pflegenotdienst | • | Mobiles Palliativteam |
| • Seniorenresidenz Schichtgründe | • Community Nurse | |
| • Wohnungslosen- und Flüchtlingshilfe | ||
Übergreifend bietet die Gesellschaft die Plattform superhands.at an, die ein Entlastungsangebot für Young Carers, das sind Kinder und Jugendliche die von Pflege im familiären Umfeld betroffen sind, bietet. Der Betrieb wird durch das Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz und im Großteil durch Spenden möglich gemacht.
1.2. Darstellung und Analyse des Geschäftsverlaufs und des Geschäftsergebnisses Im Jahr 2025 sind die Umsatzerlöse im Vergleich zum vorhergehenden Jahr 2024 um 1.033 Tsd. EUR gesunken. Hauptursache hierfür ist der Wegfall des Sommerhauses in der Wohnungslosenhilfe und die sinkenden Förderungen durch die öffentliche Hand. Finanziell ausgewirkt hat sich 2025 die deutliche (4%) Anpassung bei den Kollektivverträgen trotz gleichbleibendem Personalstand im operativen Bereich. Die Fördergeber haben diese Steigerung nicht im vollen Umfang abgedeckt, es wird durch Leistungsreduktion gegengesteuert.
1.3. Leistungsindikatoren
Die Bilanzsumme wies per 31.12.2025 einen Stand von 11.284 Tsd. EUR aus (2024: 7.914 Tsd. EUR). Die Eigenmittelquote gemäß URG liegt bei 5,4 % (2024: 11,6%).
OHANNITER
Aufgrund der Gemeinnützigkeit der Gesellschaft sind weitere finanzielle Leistungsindikatoren nicht aussagekräftig.
1.4. Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren
Die Unternehmensgruppe des Vereins der Johanniter-Unfall-Hilfe in Österreich, in der sich die Gesellschaft befindet, setzt auf Umweltschutz und Nachhaltigkeit als Firmenphilosophie. Die beiden Gebäude in der Ignaz-Köck-Straße verfügen über Photovoltaikanlagen zur Gewinnung von Sonnenenergie sowie moderne Heizungs- und Warmwassersysteme. Abfalltrennung und das Sammeln von Problemstoffen sind in allen Abteilungen selbstverständlich. Die Community Nurse fährt seit Beginn mit einem Elektrofahrzeug, die anderen Bereiche werden kontinuierlich bei Ersatzbeschaffungen auf Elektrofahrzeuge umgestellt.
Die Johanniter setzen auf Chancengleichheit unabhängig von Geschlecht, Herkunft, Religion oder anderen persönlichen Merkmalen und Gleichbehandlung aller Menschen, Mitarbeitenden und Stakeholder:innen. Der Frauenanteil kann als Indikator für die Chancengleichheit erwähnt werden. Die Geschäftsführung der bilanzierenden Gesellschaft war bis Ende 2025 zu 100% weiblich, drei von fünf Geschäftsführer:innen der Johanniter Gruppe waren Frauen. Damit liegt der Frauenanteil in der Führung in der Gesellschaft und in der Gruppe über 50%.
1.5. Berichtenswerte Ereignisse nach dem Ende des Geschäftsjahres
Niederösterreich
Das Mobile Palliativteam ist von hoher Stabilität für die Region geprägt. Die Förderstrukturen werden 2026 umgestellt, an der Leistung sollte sich dadurch nichts ändern. Es werden weiterhin Menschen am Lebensende würdevolle und professionell durch das Team betreut. Die Community Nurse hat 2025 den neuen Standort gemeinsam mit der Rettungsstation der Johanniter in Orth an der Donau bezogen. Das Service-Angebot wurde in den Gemeinden mittlerweile sehr gut angenommen und die Fortsetzung 2027 ist zugesagt.
Wien
Der FSW setzt weiterhin stark auf den Pflegenotdienst in Wien, zur Notfallversorgung unbetreuter Personen, eine Steigerung der Leistung konnte ermöglicht werden.
In 2025 wurde ein neues Haus in der Wohnungslosenhilfe umgebaut, saniert und mit Winter 2025 in Betrieb genommen. Es bietet bis zu 250 Personen Platz, der Fokus ist auf Familien mit Kindern. Dafür wurden eigene Spiel- und Lernbereiche für Kinder und Jugendliche eingerichtet.
*
Die Wohnungen in der Seniorenresidenz Schichtgründe sind gut gebucht. Nach 10 Jahren im Betrieb steigt die Anzahl an Wohnungswechseln an. Durch eine gut gefüllte Warteliste ist der Leerstand minimal.
2. Bericht über die voraussichtliche Entwicklung und Risiken des Unternehmens
Die Verhandlungen mit der öffentlichen Hand (FSW bzw. NÖGUS) werden schwieriger, da Kosteneinsparungen notwendig werden. Die Johanniter versuchen durch Kostenreduktion gegenzusteuern. Darüber hinaus werden punktuell Leistungsreduktionen notwendig sein, um mit den Fördergeldern auskommen zu können.
3. Bericht über die Forschung und Entwicklung
Forschung findet in der eigenen dafür geschaffenen Gesellschaft (Johanniter Ausbildung und Forschung gemeinnützige GmbH) der Johanniter für sämtliche Geschäftsbereiche statt.
Wien, am 28.08.2026
Franz Bittersam, MA
Geschäftsführer
Mag. Petra/Grell-Kunzinger Geschäftsführerin