Inhaltsverzeichnis
für das Geschäftsjahr 2025 der Firma ORLEN Austria GmbH
Bericht über Geschäftsverlauf und wirtschaftliche Lage
Das Geschäftsjahr 2025 war sowohl durch bedeutende organisatorische Veränderungen als auch durch ein herausforderndes Markt- und Investitionsumfeld geprägt.
Die formale Übernahme der ehemaligen Doppler Energie GmbH und jetzigen ORLEN Austria GmbH samt ihren 100% Tochtergesellschaften durch die polnische Orlen SA-Gruppe (und somit der Verkauf seitens Doppler) wurde zu Beginn des Jahres 2024 abgeschlossen (Closing Jänner 2024). Die Eingliederung eines bisher familiengeführten Unternehmens in einen der größten Energie-Konzerne Europas ist mit erheblichem Integrationsaufwand verbunden, der in manchen Bereichen aktuell noch im Laufen ist. Zentrale Herausforderung im Jahr 2025 aus organisatorischer Sicht war die Integration in die Konzernstrukturen mit erhöhten Anforderungen an Transparenz, Standardisierung, Compliance sowie Reporting.
Im Rahmen einer weiteren gesellschaftsrechtlichen Neuordnung wurden unter der Leitung von ORLEN Austria GmbH insgesamt 19 Tankstellen- Betreibergesellschaften in die damalige Tulpen Tankstellenbetriebs GmbH eingebracht, welche mit Wirkung zum 1. November 2025 in TURMÖL GmbH umfirmiert wurde; darüber hinaus wurden zwei Tochtergesellschaften auf die ORLEN Austria GmbH verschmolzen. Die Bestellung von Juergen Stichenwirth zum Geschäftsführer erfolgte mit 1. April 2025; im August 2025 wurde Michael Ofenböck zum CFO bestellt.
Im Kerngeschäft konnte auch im Jahr 2025 ein hohes Absatzniveau gehalten werden. Insgesamt wurden rund 44,84 Millionen Liter Kraftstoff mit einer durchschnittlichen Marge von etwa 0,08 je Liter verkauft.
Das Marktumfeld war weiterhin stark durch regulatorische Anforderungen geprägt. Insbesondere die Vorschriften im Zusammenhang mit der VbF führen zu erheblichen Investitionserfordernissen innerhalb des Tankstellennetzes. Für die Gesellschaft und deren Tochtergesellschaft Turmöl GmbH besteht dabei ein signifikanter Nachholbedarf: Über einhundert Standorte müssen bis 2029 erneuert oder
umfassend modernisiert werden. Die Umsetzung wird zusätzlich dadurch erschwert, dass in Österreich lediglich zwei Anbieter für entsprechende Tanktechnologie zertifiziert sind.
Der österreichische Tankstellenmarkt befindet sich weiterhin in einem strukturellen Wandel. Zunehmende regulatorische Anforderungen sowie steigende Investitionsbedarfe treiben eine fortschreitende Konsolidierung voran, insbesondere unter kleineren Marktteilnehmern. Infolgedessen verlagern sich Absatzvolumina verstärkt in größere Netzwerke. Gleichzeitig eröffnen sich Chancen zur gezielten Erweiterung sowie zur qualitativen Weiterentwicklung des eigenen Standortportfolios. Die Insolvenz eines mittelständischen Marktteilnehmers mit rund 140 Stationen unterstreicht diese Entwicklung und führte kurzfristig zur Gewinnung zusätzlicher B2B-Kunden sowie zu zusätzlichen Absatzpotenzialen.
Zudem gewinnt die Elektromobilität zunehmend an Bedeutung. Getrieben durch steigende Zulassungszahlen von Elektro- und Hybridfahrzeugen sowie durch regulatorische Rahmenbedingungen wird der Ausbau der Ladeinfrastruktur kontinuierlich vorangetrieben. Die Gesellschaft und deren Tochtergesellschaft Turmöl GmbH betreibt derzeit mehr als vierzig Standorte mit Ladeinfrastruktur und insgesamt über einhundertdreißig Ladepunkten.
Trotz der positiven Absatzentwicklung bleibt die Ergebnisentwicklung weiterhin durch Kostensteigerungen, hohe Investitionserfordernisse sowie eine zunehmende operative Komplexität beeinflusst. Insbesondere eine noch nicht vollständig abgeschlossene IT-Integration, fragmentierte Kassensysteme und weiterhin teilweise manuelle Preissteuerungsprozesse führen zu zusätzlichem Aufwand. Darüber hinaus stellen auch administrative Anforderungen innerhalb der Konzernstruktur eine zusätzliche Belastung dar.
Insgesamt ist die Geschäftsentwicklung im Spannungsfeld zwischen stabiler Absatzentwicklung, strukturellen Marktveränderungen sowie erheblichen regulatorischen, integrationsbedingten und investitionsseitigen Herausforderungen zu beurteilen.
Die Umsatz- und Ertragsentwicklung des Mineralölbereiches der Orlen Austria GmbH verlief im Jahr 2025 im Kernbereich Retail/Tankstellengeschäft gut, was auch auf eine positive Entwicklung in den Folgejahre schließen lässt. Das Volumen bei den der von ORLEN Austria GmbH belieferten COCO-Tankstellen (Company
owned/Company operated) der Tochtergesellschaft Turmöl GmbH konnte im Bereich Verbrenner um knapp 7% gesteigert werden, im Bereich Diesel-Kraftstoff um 2,95%. In Summe wurden 225m Liter im Jahr 2025 abgesetzt (215m Liter in 2024). Im Bereich der Tankautomaten/unbemannten Tankstellen gab es eine Volumens- Steigerung von 5,57% gegenüber 2024 und eine Margensteigerung von 20,50%.
Der Kernbereich des Großhandelsgeschäftes (Wiederverkäufer, Industrie und Export) ist auch, und besonders, aufgrund des Russland-Ukraine-Krieges, in Mitleidenschaft gezogen worden. Aufgrund der konservativ geplanten Deckungsbeiträge in diesem Segment, wirkte sich dieser Rückgang zwar auf das Absatzvolumen stark aus (minus 43,40% gegenüber 2024) jedoch waren die Auswirkungen auf den absoluten Deckungsbeitrag gering. Die Auswirkungen des Krieges in der Ukraine war auch im Tankstellengeschäft sichtbar, wenn auch nicht in der gleichen Stärke wie im Großhandel. Die Geschäftsbereiche der Orlen Austria GmbH zusammengefasst verzeichneten im Berichtszeitraum einen Volumenrückgang von 27% - demgegenüber stand eine deutliche Verbesserung der Margensituation.
ORLEN Austria war im Jahr 2025 von drohenden Forderungsausfällen betroffen und damit einhergehend mussten wesentliche Forderungswertberichtigungen vorgenommen werden. Diese Ausfälle waren maßgeblich für den entstandenen Jahresverlust 2025 verantwortlich. Die Einbringlichkeit von Forderungen aus Pelletsgeschäften sind zweifelhaft und zu 100% wertberichtigt. Weiters musste ein österreichischer Großhandelskunde und Fleet-Card-Anbieter einen Insolvenzantrag stellen, infolgedessen zusätzliche Wertberichtigungen vorgenommen werden mussten. Das Pellets-Geschäftsfeld wurde aufgrund dieser Vorfälle im 2. Quartal 2025 eingestellt.
Im Wirtschaftsjahr wurde die Konzernstruktur vereinfacht. ORLEN Austria GmbH war bisher an 19 operativen Tankstellenbetriebsgesellschaften beteiligt. Weiters war sie zu 100% an der Tulpen Tankstellenbetriebs GmbH, Or+Tu Strom GmbH, Fido GmbH und Austrocard GmbH beteiligt. Die 19 Tankstellenbetriebsgesellschaften wurden zum Verschmelzungsstichtag 30.06.2025 side-stream auf die Turmöl GmbH (vormals Tulpen Tankstellenbetriebs GmbH) verschmolzen. Der Verschmelzungsvertrag
wurde am 30.10.2025 unterfertigt und beschlossen. Die Or+ Tu Strom GmbH und die Fido GmbH wurden zum Verschmelzungsstichtag 30.06.2025 up-stream auf die ORLEN Austria GmbH verschmolzen. Der Verschmelzungsvertrag wurde ebenfalls per30.10.2025 unterfertigt und beschlossen. Durch diese Transaktion sollen Synergieeffekte und Effizienzgewinne durch die Bündelung der Intercompany- Transaktionen geschaffen werden.
Im Bereich Mobilität wird die Marke Turmöl vom Markt gut angenommen, wobei diese noch mit der SPAR Express Marke als Supermarkt-Konzept an den COCO- Tankstellen der Tochtergesellschaft Turmöl GmbH aufgewertet wird. Um noch besser auf die Bedürfnisse der Kunden einzugehen, wurden zwei SPAR Express Shops komplett umgebaut (Gmunden und Ried) und mit neuem Layout wieder eröffnet. In einer dritten Station (Wels) wurde auch erstmalig in Österreich das StopCafe-Konzept umgesetzt (Eröffnung Februar 2026).
Zum 31.12.2025 wurden in Österreich 133 Tankautomaten und 129 bemannte Stationen unter der Marke Turmöl betrieben. Mit mehr als 260 Stationen in der ORLEN Austria sowie der Tochtergesellschaft Turmöl GmbH, ist die Marke Turmöl nunmehr Marktführer im österreichischen Diskontsegment.
Im Bereich Supply konnte Orlen Austria GmbH, dadurch, dass auf längerfristige Term-Verträge (siehe: Versorgung) gesetzt wurde, die Volatilität aus der Deckungsbeitragsentwicklung genommen werden. Die Auswirkung, gegenüber 2024, des reduzierten Absatzes (ua dem Russland-Iran-Konflikt geschuldet) auf den Deckungsbeitrag beziehungsweise die Marge per Liter im Großhandel und Retail Bereich, konnte dadurch entschärft werden und trug dadurch auch zur Stabilität in diesem politisch turbulenten Umfeld bei. Für 2026 erwartet Orlen Austria GmbH im Retail Bereich wieder steigendes Volumen in Höhe von 30% gegenüber dem Jahr 2025.
Versorgung:
Die Versorgung mit Treibstoffen wurde im Jahr 2025, wie auch die Jahre davor, durch Term-Verträge mit großen Vorlieferanten wie OMV, BP, MOL, Varo, Gunvor,
ENI und ORLEN Unipetrol sichergestellt. Diese Verträge sichern die Liefermengen für die Tankstellen und die Großhandelskunden ab. Um unsere Importe weiter zu ermöglichen, wurde unsere ISCC-Zertifizierung erneuert und der Überwachungsplan für das NEIS abgegeben und bestätigt.
Tochtergesellschaft - Austrocard GmbH:
Der Geschäftsbereich der Tochtergesellschaft Austrocard GmbH war im Geschäftsjahr 2025 stark von Marktverschiebungen geprägt. Insbesondere die Insolvenz eines größeren Marktteilnehmers führte zu einem deutlichen Zustrom neuer Kunden und zusätzlicher Tankvolumen, wodurch der Kartenbestand spürbar ausgeweitet werden konnte.
Parallel dazu wurden organisatorische und technische Vorbereitungen für die Integration eines weiteren Tankstellennetzes getroffen. Der Fokus lag dabei auf Anpassungen in den Bereichen Kundenanlage, Bonitätsprüfung und Abrechnung sowie auf der Sicherstellung stabiler Abläufe bei steigenden Mengen.
Aufgrund der hohen Dynamik lag 2025 der Schwerpunkt auf Stabilisierung der Prozesse, Risikosteuerung und Aufbau skalierbarer Strukturen. Ein für Orlen Austria GmbH positiver Aspekt aus der Insolvenz eines großen Fleet-Cardanbieters ist, dass viele Kunden vom insolventen Anbieter nicht mehr ausreichend versorgt werden konnten und somit zur Orlen Austria Fleetcard / Austrocard gewechselt sind.
Für 2026 ergeben sich Chancen insbesondere durch die geplante Übernahme zusätzlicher Kunden im Zuge einer Netzwerkintegration sowie durch die Nutzung der erweiterten Akzeptanzstruktur. Dadurch kann die Marktposition weiter gestärkt und zusätzliche Mengen / Margen generiert werden.
Das Akzeptanznetz umfasst mittlerweile rund 680 Tankstellen in Österreich und über 200 Stationen in Deutschland (seit 2024). Des Weiteren hat die Austrocard eine Abdeckung im Elektromobilitätsbereich in Österreich von mehr als 68%.
Im Jahr 2026 wird eine Steigerung der Austrocard Volumina von mehr als 20% erwartet.
Finanzielle Leistungsindikatoren:
Im Geschäftsjahr 2025 wurden Umsatzerlöse in Höhe von TEUR 753.070 (Vorjahr TEUR 1.471.515) erzielt.
Die Umsatzrentabilität (Betriebsergebnis/Umsatzerlöse) beträgt -2,77% (Vorjahr - 0,43%).
Das Ergebnis vor Steuern beträgt für das abgelaufene Kalenderjahr 2025 TEUR -16.508 (Vorjahr TEUR -2.754). Das Eigenkapital beträgt zum Ende des Geschäftsjahres TEUR 3.706 (Vorjahr TEUR 19.352). Die wesentlichen Effekte für das negative Ergebnis sind nahezu vollständig zurückzuführen auf die mangelnde Einbringlichkeit von Forderungen aus Pelletsgeschäften welcher zum Rückzug aus diesem Segment führte, die Insolvenz des angesprochenen Großhandels- und Flottenkartenkunden und die Verschmelzung der 23 Tochtergesellschaften auf 2, Turmöl GmbH und Austrocard GmbH.
Der Cashflow aus operativer Tätigkeit beträgt TEUR -13.102 (Vorjahr TEUR 14.314), der Cashflow aus Investitionstätigkeit TEUR -5.551 (Vorjahr -3.695) und jener aus Finanzierungstätigkeit TEUR 3.053 (Vorjahr TEUR 591).
Im abgelaufenen Geschäftsjahr sind die Ergebnisübernahmen der Tochtergesellschaften in der Höhe von MEUR 4,7 (VJ: MEUR 3,2) in die Orlen Austria GmbH übernommen worden. Die Kapitalbindung in den Forderungen konnten über Bank- und Lieferantenkredite finanziert werden.
Aufgrund des negativen Mittelüberschusses kann die Schuldentilgungsdauer nach URG nicht angegeben werden (Vorjahr 25,4 J). Da sich das Eigenkapital aufgrund des Jahresverlustes um 15,6 Mio. EUR verringert hat, verringert sich die Eigenmittelquote auf 2,55% (Vorjahr 8,6%). Gemäß § 22 URG wird somit Reorganisationsbedarf vermutet. Die sich daraus ergebenden Risiken für die Fortführung der Geschäftstätigkeit wurden von der Gesellschaft analysiert und durch entsprechende Maßnahmen adressiert. Für weiterführende Erläuterungen wird auf Abschnitt C verwiesen.
Die Umsatzerlöse 2025 sind unter anderem aufgrund des Rückganges im Großhandelssegment gegenüber dem Vorjahresniveau um TEUR 342.071 gesunken. Die Marge/der Deckungsbeitrag aus den beiden Kerngeschäften (Retail und Mineralöl-Großhandel) konnte hingegen verbessert werden. Diese Entwicklung
scheint sich auch im Folgejahr fortzusetzen. Zusätzlich ist zu berücksichtigen, dass im Vorjahr Mineralölsteuer in Höhe von TEUR 474.910 in den Umsatzerlösen ausgewiesen wurden, während diese in 2025 mit den korrespondierenden Aufwendungen im Materialaufwand saldiert wurde. Der Rückgang der Umsatzerlöse resultiert daher primär aus der angepassten Darstellung der Mineralölsteuer sowie dem Rückgang im Großhandelssegment. Der Rohertrag I (Relation Aufwendungen für Material und sonstige bezogene Leistungen zu Betriebsleistung) betrug 2025 2,9% (Vorjahr: 2%). Der Rohertrag II (inkl. Personalaufwand) konnte von 1,3% im Vorjahr auf 2,0% verbessert werden.
Die wesentlichen Investitionen des Geschäftsjahres 2025 betrafen den weiteren Ausbau und die Erneuerung der Tankstelleneinrichtungen, Waschanlagen und Tankstellenshops.
Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren, Umwelt- und Arbeitnehmerbelange Zu den wesentlichen nichtfinanziellen Leistungsindikatoren lässt sich Folgendes festhalten:
Die Kundenzufriedenheit stellt einen zentralen Bestandteil unserer Unternehmensziele dar. Besonderer Fokus liegt hierbei auf den Dimensionen Sauberkeit, Freundlichkeit sowie Verfügbarkeit unserer Produkte.
Zur Sicherstellung der Qualitätsstandards an unseren Tankstellen werden regelmäßige Prüfungen durchgeführt – sowohl durch unseren Außendienst als auch durch externe Partner. Die internen Prüfintervalle sind eng gesetzt und finden wöchentlich statt, während externe Partner ihre Bewertungen monatlich vornehmen. Ergänzend dazu liefern kontinuierliche Marktuntersuchungen renommierter Marktforschungsinstitute ein umfassendes Bild und ermöglichen einen systematischen Benchmark-Vergleich mit dem Mitbewerb.
Um erfolgreich am Markt zu sein, brauchen wir auch die Kompetenz und das Engagement der beschäftigten MitarbeiterInnen, sowie ihre Identifikation mit den Konzernzielen und -strategien.
Grundlegend ist hierbei verantwortungsbewusstes Handeln mit den Kernpunkten Sicherheit, betriebliche Integrität, Schutz von Menschen und Umwelt und Versorgungssicherheit.
Die Transporte von Treibstoffen und Flüssiggas wurde auch 2025 durch konzessionierte Frächter durchgeführt. Der Transportbereich zählt zu den sensibelsten Bereichen des Treibstoffgeschäfts. Deshalb ist die Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften sowie die Überprüfung derselben in diesem Bereich ein großes Anliegen des Unternehmens. Mit Silke Wenzel verfügen wir über eine ADR- Beauftragte, die ein umfassendes Qualitätsmanagement für die Tankstellen eingeführt hat, so dass die Umsetzung der gesetzlichen Vorgaben überprüfbar ist. Außerdem wurde der Frächter Doppler Logistik GmbH, durch die Frächter Paul Klacska Ges.m.b.H., Paul Rudolf GmbH und Dopgas GmbH ersetzt.
Auch in den Bereichen EHS (Environment, Health, Safety) und Security (sowohl analog als auch digital/Cyber Crime) sahen wir die Notwendigkeit zu investieren und habe die ausgeschriebenen Stellen jeweils mit einem Manager besetzt, der direkt an die Geschäftsführung berichtet.
Gesundheitsfördernde Maßnahmen wurden wie in der Vergangenheit auch bspw. in Form von Grippeschutz- und Zeckenimpfaktionen gesetzt.
Im Jahr 2024 gab es bei der Gesellschaft Orlen Austria GmbH und ihren Tochtergesellschaften gesamt 20 Unfälle, welche ausschließlich in unserem Tankstellennetz vorgefallen sind. Hier wurden auch „Wegunfälle“ hinzugerechnet. Diese waren 2025 aus der Statistik ausgenommen. Im Jahr 2025 gab es 2 Unfälle in unserem Tankstellennetz und somit eine wesentliche Verbesserung. Mit direkten Kontakten zur AUVA werden weitere Verbesserungen erwartet. Auch wurden die Schulungen an den Tankstellen standardisiert und auf höheres Niveau gehoben. Dies jeweils in Abstimmung mit den zuständigen Organisationen und unserem EHS- Manager.
Bericht über Zweigniederlassungen:
Die Gesellschaft hat keine im Firmenbuch eingetragenen Zweigniederlassungen.
C. Bericht über voraussichtliche Entwicklung und die Risiken des Unternehmens
Die letzten Jahre waren durch zahlreiche Krisen (Corona, Naher Osten, Russland- Ukraine-Krieg) gekennzeichnet. Außerdem gab es einen großen Unfall in der Raffinerie in Schwechat und Unfälle in der Bayernoil. Dies sorgte für stark schwankende Preise und Problemen in der Versorgung. Die Versorgungsprobleme sind nun Geschichte und 2025 war ein Überangebot von Waren vorhanden. Für 2026 erwartet die Gesellschaft trotz möglicher Engpässe in Großhandelsbereich, Versorgungssicherheit an den Tankstellen/Tankautomaten. Dies sollen die Volumina und Preise der abgeschlossenen Term-Verträge absichern.
Gleichzeitig wird es zu zahlreichen Veränderungen auf dem österreichischen Markt kommen. A- und B-Brand-Mitbewerber sind auf der Suche nach einem Käufer bzw. strategischen Verbindungen. Dies eröffnet Chancen für uns, bringt aber auch große Veränderungen mit sich. Mit der OMV läuft ein 3-Jahresvertrag, welcher mit 31.12.2027 endet, der die Versorgung der Tankstellen und die Qualität der Treibstoffe sichert und vor allem im Bereich der Premiumprodukte eine kontinuierliche Entwicklung ermöglicht. Der Abschluss von Verträgen mit allen anderen großen Versorgern erhöht die Versorgungssicherheit und garantiert für die Zukunft, flexibel auf Veränderungen reagieren zu können.
Die notwendige VbF-Modernisierung stellt bis 2029 eine weitere Herausforderung dar. Über hundert Standorte müssen bis 2029 erneuert bzw. teilweise umgebaut werden. In Österreich gibt es nur zwei zertifizierte Unternehmen, die diese speziellen Tanktechnik-Arbeiten durchführen dürfen. ORLEN Austria hat die Arbeiten über vier Jahre gestaffelt, um die Kapazitäten zu sichern.
Die Importkosten werden maßgeblich durch regulatorische Rahmenbedingungen bestimmt, insbesondere durch die Vorgaben der Kraftstoffverordnung (KVO). Für
eine möglichst kosteneffiziente Erfüllung der Verpflichtungen gemäß §5 und §7 KVO ist daher eine durchdachte Strategie im Bereich E-Mobilität sowie bei erneuerbaren Kraftstoffen wie HVO (Hydrotreated Vegetable Oil) erforderlich. Die stark schwankenden HVO-Preise führen dabei zu entsprechend volatilen THG- Quotenpreisen, weshalb eine hohe Marktkenntnis und eine aktive Steuerung der Beschaffungs- und Erfüllungsstrategie notwendig sind. In beiden Bereichen konnten wir bereits umfangreiche Erfahrung aufbauen und die entsprechenden Voraussetzungen schaffen, um diese Anforderungen möglichst wirtschaftlich zu erfüllen. Gleichzeitig erschweren die derzeit häufig wechselnden politischen Rahmenbedingungen eine langfristige Planbarkeit.
Für das Jahr behalten wir eine Wachstumsstrategie im Auge, die wir hier aus Österreich in intensiven Gesprächen mit der polnischen Muttergesellschaft Orlen S.A. regelmäßig diskutieren und evaluieren. Mit diesem starken Partner (in dieser starken Eigentümerstruktur) hat Orlen Austria GmbH die Möglichkeit, rasch und schlagkräftig auf Veränderungen und Chancen zu reagieren.
Weiters ist es im Sinne einer laufenden „Continuous Improvement-Policy“ wichtig, uns laufend zu hinterfragen und regelmäßig an Effizienzsteigerungen/- verbesserungen zu arbeiten.
Voraussichtliche Entwicklung
2025 konnte ORLEN Austria in einem rückläufigen Treibstoffmarkt ein deutlich positives Signal setzen. Entgegen dem allgemeinen Markttrend entwickelte sich das Unternehmen mit einem Wachstum von 2,20% sehr erfreulich. Darüber hinaus konnte die Marge pro Liter im Vergleich zu 2024 ebenfalls gesteigert werden.
Aufgrund der signifikanten Erhöhung der CO -Steuer in Deutschland erwarten wir für 2026 eine spürbare Belebung des Tanktourismus sowie Absatzsteigerungen im gesamten Treibstoffmarkt. Vor diesem Hintergrund gehen wir davon aus, dass der Rückgang bei Diesel und Benzin weniger stark ausfallen wird als ursprünglich prognostiziert und sich der österreichische Markt 2026 insgesamt positiv entwickeln kann.
Zusätzliche Impulse ergeben sich aus der neuen strategischen Ausrichtung des Unternehmens, die durch eine verstärkte Unterstützung des Konzerns getragen wird.
In diesem Zusammenhang wurde ein Kapitalzuschuss durch die Gesellschafterin in Höhe von 13 Mio. EUR im Jahre 2026 gewährt, der die finanzielle Basis für weiteres Wachstum und die Umsetzung strategischer Maßnahmen stärkt.
Darüber hinaus bietet die durch regulatorische Rahmenbedingungen (insbesondere VbF) getriebene Marktkonsolidierung erhebliches Potenzial. Das erwartete Ausscheiden einer Reihe von Tankstellen wirkt dem langfristigen Rückgang der Treibstoffnachfrage teilweise entgegen und eröffnet verbleibenden Marktteilnehmern zusätzliche Wachstumsmöglichkeiten. Diese Entwicklung wird bereits dadurch gestützt, dass betroffene Standorte zunehmend aktiv am Markt angeboten werden. Auf Gesamtunternehmensebene erwarten wir eine weiterhin stabile und positive Entwicklung. Es ist davon auszugehen, dass sowohl ein positives Ergebnis als auch ein positiver operativer Cashflow erzielt werden können. Die Versorgungssicherheit konnte durch langfristige Term-Verträge selbst in geopolitisch herausfordernden Zeiten – wie während des Iran-Konflikts – gewährleistet werden und führte zu steigenden Absatzvolumina. In diesem Zusammenhang ist es ORLEN Austria gelungen, Marktanteile auszubauen und die Wettbewerbsposition nachhaltig zu stärken.
Im Bereich schwerer Nutzfahrzeuge zeigt sich 2025 in Österreich eine moderate Weiterentwicklung der Elektrifizierung. Die Zahl batterieelektrischer LKWs nimmt langsam, aber stetig zu, unterstützt durch Förderprogramme und den laufenden Ausbau der Ladeinfrastruktur. Erste Anwendungen finden sich vor allem im kommunalen Betrieb und im regionalen Verteilerverkehr. Für den Fernverkehr bleiben batterieelektrische Lösungen weiterhin technisch anspruchsvoll, und ein breiter Marktdurchbruch ist noch nicht absehbar.
Parallel dazu hat sich HVO (Hydrotreated Vegetable Oil) als erneuerbarer Drop-in- Kraftstoff zunehmend im Markt etabliert und wird bereits von vielen Flotten als praktikable Lösung zur kurzfristigen CO -Reduktion genutzt. Andere alternative Energieträger wie Wasserstoff oder synthetische Kraftstoffe befinden sich hingegen weiterhin überwiegend in der Beobachtungs- bzw. Testphase. Gleichzeitig gewinnen europäische CO -Vorgaben an Bedeutung, wodurch emissionsärmere bzw. emissionsfreie Antriebe langfristig weiter an Relevanz gewinnen. Insgesamt befindet sich die Dekarbonisierung des LKW-Sektors in einer schrittweisen
Transformationsphase, in der unterschiedliche Technologien parallel entwickelt und eingesetzt werden.
Die Margenentwicklung im Großhandelsbereich (Fuel) hat sich gegenüber 2024 verbessert, wodurch der Volumensrückgang nicht zu stark ins Gewicht viel. Für 2026 wurden – trotz der Insolvenz eines größeren Marktteilnehmers, einem unserer größten Kunden – nahezu gleich viele Term-Verträge abgeschlossen.
Größere Kunden in diesem Bereich, die über die Jahre verloren gegangen sind, konnten zurückgewonnen werden. Auch dies trägt zu einem positiven Ausblick für 2026 und die Folgejahre bei.
Darüber hinaus haben wir die Synergien innerhalb unseres Konzerns weiter gestärkt. Unipetrol, unser tschechisches Schwesterunternehmen, entwickelte sich dabei zum zweitgrößten Lieferanten.
Der Umsatz mit dem Geschäftsfeld Aviation konnte 2025 um ca. 4,5% gesteigert werden. Im Jahr 2026 sehen wir eine Seitwärtsbewegung, somit ähnliche Zahlen wie bereits 2025.
In dem dynamischen Industrie-/Konzernumfeld ist eine Integration an sich nie abgeschlossen, jedoch sollten sich die Integrationskosten, die das Ergebnis seit Abschluss der Akquisition bis heute durchaus signifikant belastet haben, ab Mitte 2026 stark reduzieren, was zu einer positiven Veränderung in der Kostenstruktur beiträgt und resilient gegenüber externen Einflüssen macht.
Wesentliche Risiken und Ungewissheiten
Die Orlen Austria GmbH ist, bedingt durch ihr Tätigkeitsfeld, Risiken ausgesetzt. Besonders seit 2025 geht die Gesellschaft nur Risiken ein, die mit herkömmlichen Maßnahmen und Systemen innerhalb der Organisation im Griff gehalten werden können. Hier wurde besonders von 2024 auf 2025 die Risiko-Matrix überarbeitet, KYC auf neue Beine gestellt und großes Augenmerk auf die Einhaltung der internen Prozesse in diesem Bereich gelegt. Dies bedeutet nicht, dass ein Restrisiko/unternehmerisches Risiko komplett auf null reduziert werden konnte (siehe Forderungsausfall), jedoch mit Kreditversicherungen/geforderten Bankgarantien so gering wie möglich gehalten wird. Risikomanagement ist für unsere Gruppe ein
integraler Bestandteil aller Entscheidungen und Geschäftsprozesse. Dieses Risikomanagement ist derzeit größeren Anpassungen (Orlen SA-Vorgaben) unterworfen, wird laufend analysiert und adaptiert. Als Grundlage der organisatorischen Einbindung des Risikomanagements in die betrieblichen Abläufe sind vor allem die Managementstruktur, das Planungssystem sowie detaillierte Berichts- und Informationssysteme zur laufenden Steuerung anzusehen. Das Handling der jeweiligen operativen Einzelrisiken wird durch verschiedene klar formulierte und im Unternehmen bekannte Managementrichtlinien definiert. Auch hier ist darauf hinzuweisen, dass im Zuge der Post-Merger-Integration etliche Prozesse an die Konzernprozesse angeglichen wurden bzw. laufend adaptiert werden. Für spezifische Risiken und mögliche Schadensfälle wurden Versicherungen abgeschlossen, deren Umfang laufend überprüft wird. Die wesentlichen mit unserer operativen Geschäftstätigkeit verbundenen Risiken umfassen Beschaffungsmarktrisiken, Absatzmarktrisiken, Forderungsausfälle, Finanzierungsund Zinsrisiken sowie Veranlagungsrisiken. Beschaffungsmarktrisiken bestehen insbesondere in Preisvolatilitäten, Lieferengpässen sowie Abhängigkeiten von einzelnen Lieferanten. Absatzmarktrisiken resultieren vor allem aus Nachfrageschwankungen und Wettbewerbsdruck. Forderungsausfallsrisiken betreffen potenzielle Zahlungsausfälle von Kunden und werden im Rahmen der KYCund Sicherheitenprozesse adressiert. Finanzierungs- und Zinsrisiken ergeben sich aus der Finanzierungstätigkeit und möglichen Änderungen des Zinsniveaus. Veranlagungsrisiken betreffen potenzielle Wertschwankungen bei Veranlagungen. Insbesondere das Liquiditätsrisiko ist vor dem Hintergrund der hohen Geschäftsvolumina sowie des zum Stichtag bestehenden negativen Working Capitals von wesentlicher Bedeutung. Zur Steuerung dieses Risikos wurde ein stringentes Working-Capital-Management implementiert sowie eine kurzfristige Liquiditätsplanung auf Wochenbasis etabliert, wobei auch Szenarien unter Berücksichtigung außergewöhnlicher Belastungen (Stressszenarien) erstellt und analysiert werden. Zusätzlich wurde im Geschäftsjahr 2026 ein Kapitalzuschuss in Höhe von 13 Mio. EUR gewährt. Darüber hinaus bestehen Finanzierungsrahmen in Höhe von 28 Mio. EUR gegenüber Konzern und Banken zur Sicherstellung der jederzeitigen Zahlungsfähigkeit.
Das Risikomanagementsystem erstreckt sich über mehrere Bereiche: Das operative Risikomanagement identifiziert mögliche Risikoquellen frühzeitig, die dann zu Prozessanpassungen/Entscheidungshilfen etc. genutzt werden. Durch strategische Zukunftsplanungen unter Berücksichtigung nationaler und internationaler Rahmenbedingungen und Entwicklungen wird das strategische Risikomanagement gesteuert. Strikte Trennung von Arbeitsprozessen, Einhaltung des 4-Augen-Prinzips und laufendes Monitoring des Managements sind die Grundpfeiler des internen Kontrollsystems, gemeinsam mit einem monatlichen Risiko-Reporting gegenüber dem Mutterkonzern.
D. Bericht zu Finanzinstrumenten
Seit dem Jahr 2024 werden erfolgreich Abschlüsse kongruenter Beschaffungsverträge als Mittel der Preissicherung verwendet. Diese werden aber niemals als Mittel zur Spekulation verwendet, sondern immer zusammen mit Kundenverträgen abgeschlossen, die keinerlei Spekulationsrisiko sind. Auch alle anderen Kundenverträge werden stets so abgeschlossen, dass durch die gleichen Konditionen in den Einkaufs- wie Verkaufsverträgen keine Spekulationsrisiken bestehen.
Risiken gibt es im Spot-Geschäft dadurch, dass hier die Term-Preise der Einkaufsverträge erst am Monatsende feststehen. Die allfälligen Risiken sind jedoch bekannt, bewertet und werden laufend kontrolliert.
Zur Vermeidung von allfälligen Ausfallsrisiken aus dem Grundgeschäft wird vom Management mittels Bankhaftungsbriefen und Kreditversicherungen vorgesorgt.
In der Gesellschaft kommen keine derivativen Finanzinstrumente zur Anwendung.
E. Forschungsbericht
Als reiner Handelsbetrieb im Mineralölbereich sehen wir uns mit keiner Forschungsnotwendigkeit konfrontiert.
Wels, 24.06.2026 Geschäftsführung
| Unterschrieben | Unterschriebe |
|---|---|
| Jürgen Karl Hubert Stichenwirth, 25.06.2026 16:23 | PAWEL MICHAL STANISZEWSKI, 25.06.2026 16:37 |
| Unterschrieben mit XiTrust MOXIS | Unterschrieben mit MOXIS |