Inhaltsverzeichnis
Ötztaler Verkehrsgesellschaft m.b.H.
1. Bericht über den Geschäftsverlauf und die wirtschaftliche Lage
Geschäftsverlauf für das Wirtschaftsjahr 2024/2025
Die Ötztaler Verkehrsgesellschaft m.b.H weist zum 30. Juni 2025 eine Bilanzsumme von EUR 16,99 Mio. aus (Vorjahr: EUR 18,57 Mio.). Der Rückgang ist im Wesentlichen auf die deutliche Reduktion der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sowie der Lieferverbindlichkeiten zurückzuführen.
Das Anlagevermögen beträgt EUR 15,24 Mio. (Vorjahr: EUR 15,84 Mio.) und ist weiterhin vom hohen Bestand an Grundstücken und Bauten geprägt. Die Investitionstätigkeit konzentrierte sich im Berichtsjahr insbesondere auf Anlagen in Bau, die deutlich anstiegen. Das Umlaufvermögen reduzierte sich vor allem infolge geringerer Forderungen und gesunkener liquider Mittel auf EUR 1,75 Mio. (Vorjahr: EUR 2,72 Mio.).
Das Eigenkapital erhöhte sich aufgrund des positiven Jahresergebnisses auf EUR 15,06 Mio. (Vorjahr: EUR 13,28 Mio.). Die Eigenkapitalquote beträgt damit rund 89 % (Vorjahr: rund 72 %) und unterstreicht die sehr solide Vermögens- und Finanzstruktur des Unternehmens. Die Bankverbindlichkeiten wurden nahezu vollständig zurückgeführt.
Im Geschäftsjahr 2024/2025 wurden Umsatzerlöse in Höhe von EUR 12,59 Mio, erzielt (Vorjahr: EUR 11,31 Mio.). Das Betriebsergebnis verbesserte sich deutlich auf EUR 2,35 Mio. (Vorjahr: EUR 1,28 Mio.). Nach Berücksichtigung des Finanzergebnisses ergibt sich ein Ergebnis vor Steuern von EUR 2,29 Mio. (Vorjahr: EUR 1,14 Mio.). Der Jahresüberschuss beläuft sich auf EUR 1,78 Mio. (Vorjahr: EUR 0,92 Mio.). Der Bilanzgewinn zum 30. Juni 2025 beträgt EUR 13,37 Mio.
Insgesamt zeigt sich eine stabile Ertragslage bei gleichzeitig deutlich verbesserter Finanzierungsstruktur. Die Gesellschaft verfügt über eine sehr hohe Eigenkapitalausstattung und eine geringe Verschuldung, wodurch eine solide Grundlage für zukünftige Investitionen und die weitere Entwicklung des Unternehmens gegeben ist.
Entwicklung der Ertragslage 2024/2025
Die Umsatzerlöse erhöhten sich im Geschäftsjahr 2024/2025 um rund EUR 1,28 Mio. auf EUR 12,59 Mio. (Vorjahr: EUR 11,31 Mio.). Wesentliche Zuwächse resultierten insbesondere aus höheren Verbundabgeltungen sowie aus einem deutlichen Anstieg im Bereich Ausflugs-, Miet- und Tourenfahrten. Die sonstigen betrieblichen Erträge lagen hingegen unter dem Vorjahresniveau.
Der Materialaufwand einschließlich bezogener Leistungen stieg moderat auf EUR 3,15 Mio. (Vorjahr: EUR 3,09 Mio.) und entwickelte sich damit unterproportional zu den Umsatzerlösen. Der Personalaufwand erhöhte sich infolge kollektivvertraglicher Anpassungen sowie gestiegener Lohn- und Gehaltskosten deutlich auf EUR 4,28 Mio. (Vorjahr: EUR 3,75 Mio.).
Die Abschreibungen reduzierten sich auf EUR 1,87 Mio. (Vorjahr: EUR 2,15 Mio.). Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen lagen mit EUR 1,08 Mio. unter dem Vorjahreswert von EUR 1,31 Mio., wobei insbesondere geringere Instandhaltungsaufwendungen zu verzeichnen waren.
Das Betriebsergebnis verbesserte sich dadurch signifikant auf EUR 2,35 Mio. (Vorjahr: EUR 1,28 Mio.). Das negative Finanzergebnis reduzierte sich infolge deutlich geringerer Zinsaufwendungen im Zusammenhang mit der Rückführung von Bankverbindlichkeiten auf EUR -0,06 Mio. (Vorjahr: EUR -0,15 Mio.).
Insgesamt führte diese Entwicklung zu einem Anstieg des Ergebnisses vor Steuern auf EUR 2,29 Mio. (Vorjahr: EUR 1,14 Mio.) sowie zu einem wesentlich höheren Jahresüberschuss von EUR 1,78 Mio. (Vorjahr: EUR 0,92 Mio.). Die Ertragslage der Gesellschaft hat sich im Berichtsjahr sichtbar verbessert.
Finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren
Vermögenslage (siehe Anlage a)
| Ötztaler Verkehrsgeselschaft m.b.H | Sölden | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Anlage a) | ||||||
| Vermögenslage | ||||||
| 2025 | 2024 | 2023 | ||||
| Betrag | % | Betrag | % | Betrag | % | |
| Anlagevermögen | 15.235.200 | 90% | 15.844.000 | 85% | 13.211.600 | 77% |
| Umlaufvermögen | 1.762.700 | 10% | 2.728.400 | 15% | 3.917.100 | 23% |
| Gesamtvermögen | 16.997.900 | 100% | 18.572.400 | 100% | 17.128.700 | 100% |
| Eigenkapital | 15.267.200 | 90% | 13.451.400 | 72% | 12.509.300 | 73% |
| Fremdkapital | 1.730.700 | 10% | 5.121.000 | 28% | 4.619.400 | 27% |
| Gesamtkapital | 16.997.900 | 100% | 18.572.400 | 100% | 17.128.700 | 100% |
Die Vermögenslage der Gesellschaft ist weiterhin stark durch das Anlagevermögen geprägt. Zum 30. Juni 2025 beträgt dieses EUR 15.235.200 und entspricht rund 90 % des Gesamtvermögens (Vorjahr: 85 %). In der Tabelle wurden Investitionszuschüsse im Wert von EUR 206.600 dem Eigenkapital zugerechnet. Der hohe Anteil spiegelt die kapitalintensive Struktur des Unternehmens mit einem wesentlichen Bestand an Grundstücken, Bauten und technischen Anlagen wider.
Das Umlaufvermögen beläuft sich auf EUR 1.762.700 bzw. 10 % der Bilanzsumme (Vorjahr: 15 %). Der Rückgang gegenüber dem Vorjahr ist im Wesentlichen auf geringere liquide Mittel und reduzierte Forderungsbestände zurückzuführen.
Die Bilanzsumme verringerte sich im Jahresvergleich von EUR 18,572.400 auf EUR 16.997.000. Ursächlich hierfür ist insbesondere die deutliche Reduktion des Fremdkapitals. Das Eigenkapital erhöhte sich auf EUR 15,267.200. und macht nunmehr rund 90 % des Gesamtkapitals aus (Vorjahr: 72 %). Parallel dazu reduzierte sich das Fremdkapital deutlich auf EUR 1,730.000 bzw. 10 % der Bilanzsumme.
Insgesamt ist die Vermögenslage durch eine sehr hohe Eigenkapitalausstattung, eine geringe Verschuldung sowie eine stabile langfristige Vermögensstruktur gekennzeichnet. Die Gesellschaft verfügt damit über eine nachhaltige und solide Kapitalbasis,
Kennzahlenanalyse (siehe Anlage b)
Im abgelaufenen Wirtschaftsjahr konnte ein Cash-Flow I (Zahlungsüberschuss) von EUR 3.331.030 erwirtschaftet werden. Das Verhältnis Cash-Flow zu Umsatz lag bei 26%, die Gesamtkapitalrentabilität bei 11%, die fiktive Schuldentilgungsdauer unter einem Jahr.
Der Cash-Flow II vor Zinsen und Leasing betrug EUR 3.340.800. Diesem Cash-Flow steht zum 31.05.2025 Fremdkapital im Ausmaß von EUR 1.730.700 gegenüber. Die theoretische Schuldentilgungsdauer beträgt weniger als ein Jahr.
Kennzahlen 2023-2025
| 2025 | 2023 2024 | ||||||||||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Jahresgewinn It. Bilanz | 1.777.294 | 1.784.280 915.533 | |||||||||||||||||||
| Jahresüberschuss | 1.777.294 | 1.784.280 915.533 | |||||||||||||||||||
| + Abschreibung | 1.868.110 | 1.896.172 2.154.301 | |||||||||||||||||||
| - Geringwertige Wirtschaftsgüter | -36.441 | -28.539 -36.352 | |||||||||||||||||||
| + Buchwertaustragung | 54.883 | 10.849 5.755 | |||||||||||||||||||
| + Verlorener Planungsaufwand | 133.379 0 0 | ||||||||||||||||||||
| + Abwertung Wertpapiere | 0 41 0 | ||||||||||||||||||||
| - Zuschreibung Wertpapiere | 0 -124 -176 | ||||||||||||||||||||
| +/- Auflösung Investitionszuschuss | -41.362 | -7.143 12.937 | |||||||||||||||||||
| +/- Aktive Rechnungsabgrenzung | -2.130 | 1.811 -3.681 | |||||||||||||||||||
| +/- Passive Rechnungsabgrenzung | -13.048 | 40.295 -43.431 | |||||||||||||||||||
| +/- Latente Steuern | -1.343 0 4.609 | ||||||||||||||||||||
| +/- BW Zugang | -34.658 0 0 | ||||||||||||||||||||
| +/- Rückstellungsveränderung | -276.276 | -53.839 -41.730 | |||||||||||||||||||
| Cash Flow I = Zahlungs überschuss | 3.331.030 | 3.083.083 3.625.863 | |||||||||||||||||||
| - Verkaufserlös | -63.082 | -204.049 -36.397 | |||||||||||||||||||
| Cash Flow la = Zahlungsüberschuss nach | |||||||||||||||||||||
| Verkaufserlös | 3.267.948 | 3.421.814 3.046.686 | |||||||||||||||||||
| Zinsenbelastung | 72.875 | 165.422 76.112 | |||||||||||||||||||
| Cash Flow II vor Zinsen | 3.340.823 | 3.497.926 3.212.108 | |||||||||||||||||||
| 2025 | 2024 2023 | ||||||||||||||||||||
| Eigenkapitalquote | 90% | 72% 73% | |||||||||||||||||||
| Eigenkapital/Gesam tkapital | |||||||||||||||||||||
| Gesamtkapitalrentabilität | 11% | 11% 6% | |||||||||||||||||||
| Jahresüberschuss+ Zinsen/Gesam tverm ögen | |||||||||||||||||||||
| Cash Flow in % des Umsatzes | 26% | 27% 34% | |||||||||||||||||||
| Cash Flow I / Umsatz | |||||||||||||||||||||
| Nettoverschuldungsgrad (net debt) | 0 0 2 | ||||||||||||||||||||
| Fremdkapital - kurzfristige Forderungen - liquide Mittel | |||||||||||||||||||||
| - Wertpapiere des Anlagevermögens / Betriebsergebnis | |||||||||||||||||||||
| Schuldentilgungsdauer in Jahren | 0 0 | ||||||||||||||||||||
| Fremdkapital - liquide Mittel - Wertpapiere des | |||||||||||||||||||||
| Anlagevermögens - kurzfristige Forderungen / Cash | |||||||||||||||||||||
| Flow Ia | |||||||||||||||||||||
| Umsatzrentabilität | 19% | 23% 11% | |||||||||||||||||||
| Betriebsergebnis/Um satzerlöse | |||||||||||||||||||||
| Eigenkapitalrentabilität | 15% | 19% 8% | |||||||||||||||||||
| Ergebnis vor Steuern/Eigenkapital | |||||||||||||||||||||
| Umsatzerlöse | |||||||||||||||||||||
| (Haupterlöse) | 12.586.276 | 10.516.700 11.306.962 | |||||||||||||||||||
| Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) | 2.350.635 | 1.282.977 2.416.758 | |||||||||||||||||||
| Ötztaler Verkehrsgesellschaft m.b.H. | Lagebericht zur Bilanz 30.06.2025 | ||||||||||||||||||||
Bewegungsbilanz (siehe Anlage c)
Die Gesellschaft erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2025 einen Jahresüberschuss in Höhe von EUR 1.777.300. Unter Berücksichtigung der nicht zahlungswirksamen Aufwendungen und Erträge, insbesondere der Abschreibungen, ergibt sich ein Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit von EUR 3.331.000, womit eine solide Innenfinanzierungskraft gegeben ist.
Im Berichtsjahr wurden Investitionen in das Anlagevermögen (ohne geringwertige Wirtschaftsgüter) in Höhe von EUR 1.277.700 getätigt. Gleichzeitig kam es zu einer Reduktion der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten um EUR 2.391.400, womit ein Teil der erwirtschafteten Mittel für den Schuldenabbau verwendet wurde.
Im Bereich des Working Capitals verringerten sich insbesondere die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie die sonstigen Forderungen, während sich die Lieferantenverbindlichkeiten erhöhten. Insgesamt reduzierte sich der Bestand an liquiden Mitteln um EUR 440.300, wobei die Liquiditätssituation der Gesellschaft aufgrund des positiven Cashflows weiterhin als stabil einzustufen ist.
Ötztaler Verkehrsgeselschaft m.b.H
Sölden Anlage c)
Bewegungsbilanz 2025
| 2025 | |||
|---|---|---|---|
| Jahresgewinn It. Bilanz | 1.777.300 | ||
| Jahresüberschuss | 1.777.300 | ||
| + Abschreibung | 1.868.100 | ||
| - Geringwertige W irtschaftsgüter | -36.500 | ||
| + Buchwertaustragung | 54.900 | ||
| +/- Auflösung Investitionszuschuss | -41.400 | ||
| +/- Aktive Rechnungsabgrenzung | -2.100 | ||
| +/- Passive Rechnungsabgrenzung | -13.000 | ||
| +/- Rückstellungsveränderung | -276.300 | ||
| Cash Flow= Zahlungs überschuss | 3.331.000 | ||
| Mittel | |
|---|---|
| herkunft verwendung | |
| Anlagevermögen (ohne GWG) | 1.277.700 |
| Investitionen | |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 2.391.400 |
| Abnahme | |
| Vorräte | 45.900 |
| Zunahme | |
| Lieferantenverbindlichkeiten | 882.000 |
| Abnahme | |
| Cash Flow | 3.331.000 |
| Gewinn | |
| Kundenforderungen | 134.500 |
| Abnahme | |
| Sonstige Forderungen | 438.800 |
| Abnahme | |
| Liquide Mittel | 440.300 |
| Abnahme | |
| Investitionszuschüsse | 80.000 |
| Zufluss | |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 172.400 |
| Zunahme | |
| 4.597.000 4.597.000 |
Ötztaler Verkehrsgesellschaft m.b.H.
Bericht über die voraussichtliche Entwicklung und die Risiken des Unternehmens
Bisherige und voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens
Unternehmensziele und Strategie
Die Ötztaler Verkehrsgesellschaft mbH nimmt im Ötztal und im Tiroler Oberland eine führende Rolle im öffentlichen Verkehr ein. Ziel ist es, diese Position nachhaltig zu sichern und in ausgewählten Nischenbereichen (insbesondere REGIOTAX) weiter auszubauen.
Der Ausbau der Infrastruktur im Ötztal bis Imst stärkt die Rolle der Gesellschaft als langfristiger Partner im öffentlichen Verkehr. Der daraus resultierende Wettbewerbsvorteil soll insbesondere bei künftigen Ausschreibungen des öffentlichen Verkehrs „Regio Ötztal“ genutzt werden.
Im Wettbewerb will die Gesellschaft primär durch Innovation und Service überzeugen, Eine Ausweitung des Umsatzes über den Preis wird vermieden, um die wirtschaftliche Stabilität nicht zu gefährden. Parallel wird auf eine langfristige Grundauslastung der Investitionen und Mitarbeiter geachtet, bei gleichzeitiger Fähigkeit, auf besondere Anforderungen (z.B. Eventverkehre) flexibel zu reagieren.
Digitalisierung und Fahrgastinformation
Ein strategischer Schwerpunkt liegt in der Verbesserung der Fahrgastinformation. Die Gesellschaft verfolgt das Ziel, Fahrgäste schneller und umfassender zu informieren, als dies derzeit durch den VVT erfolgt.
Hierzu wurden unter anderem folgende Maßnahmen gesetzt:
• Einführung einer gemeinsam mit den Bergbahnen Sölden und Ötztal Tourismus genutzten Software, um Informationen zeitnah auf Bildschirmen in den Bussen auszuspielen • Nutzung dynamischer Haltestelleninformationssysteme (DFI) • Informationsbereitstellung über die Scooty-App
Für die Linie Innsbruck-Lienz wird ein länderübergreifendes Informationssystem entwickelt, das sich in der Testphase befindet und den Informationsfluss für Fahrgäste deutlich verbessern soll.
Im Zuge der Digitalisierung werden auch interne Abläufe modernisiert, insbesondere durch:
• Fahrgastzählsysteme • Digitalisierung des Fuhrparkmanagements
• digitales Beschwerdemanagement • kamerabasierte Gästestromanalyse
Die sehr geringe Beschwerdezahl in der Wintersaison bestätigt die Wirksamkeit dieser Maßnahmen.
Flottenstrategie und EBIN-Projekt
Ein weiterer Schwerpunkt ist die schrittweise Elektrifizierung der Busflotte, um die Vorgaben der EU (Clean Vehicles Directive) im Tal eigenständig erfüllen zu können. Erste Förderungen wurden erfolgreich in Anspruch genommen und die notwendigen Schritte eingeleitet. Herausforderungen bestehen insbesondere in:
• Aufbau eines geeigneten Energiemanagements • Integration der Technik in den laufenden Betrieb • Schulung und Sensibilisierung der Mitarbeiter
Das 2023 gestartete EBIN-Projekt „Ötztaler Zero“ befindet sich in der Umsetzungsphase. Der hohe Ausfallgrad der E-Busse stellt den Betrieb vor Herausforderungen. Die Ladeinfrastruktur entspricht den Anforderungen an die Hardware, die Zusammenarbeit mit dem derzeitigen Service-Partner funktioniert aber nicht optimal. Hier soll die Kooperation mit einem lokalen Servicepartner bestehende Defizite kompensieren.
Das auf fünf Jahre angelegte Projekt soll die notwendigen Erkenntnisse liefern, um den Betrieb langfristig und fundiert in Richtung emissionsarme Mobilität weiterzuentwickeln.
Kooperationen und Rolle im ÖPNV im Tal
Die enge Zusammenarbeit mit Institutionen und Verantwortungsträgern im Tal ist für die Ötztaler Verkehrsgesellschaft m.b.H wesentliche Grundlage des Erfolgs im öffentlichen Personennahverkehr.
Ziele sind insbesondere:
• die Steigerung der Attraktivität des ÖPNV-Angebots im Hinblick auf Qualität und Effektivität • die Sicherstellung eines geschlossenen Informationskreislaufs für Gäste und Einheimische • die Annäherung des Serviceniveaus in ländlichen Regionen an urbane Standards
Wirtschaftliche Entwicklung
Das zweite Halbjahr 2025 (07-12/2025) hat sich insgesamt positiv entwickelt. Die Umsatzerlöse und der Deckungsbeitrag sind gegenüber der Vergleichsperiode des Vorjahres gestiegen, die Ausgaben für sonstige laufende Aufwendungen waren rückläufig, Ob das Geschäftsergebnis des Vorjahres noch gesteigert werden kann, hängt noch entscheidend von der Entwicklung im ersten Halbjahr 2026 ab.
Chancen und Risikobericht
Die wesentlichen, aus heutiger Sicht identifizierten Chancen und Risiken ergeben sich aus den folgenden Bereichen:
• Chancen aus Ausschreibungen im Verbundgebiet „Regio Ötztal“ bei nachgewiesener Service- und Innovationsführerschaft. • Risiken aus Vergabebedingungen, Preis- und Kosteneskalationsklauseln sowie regulatorischen Anderungen (z. B. Umwelt- und Emissionsvorgaben). • Allgemeine Marktentwicklung und globale Krisen (Inflation, Entwicklung der Energiepreise, Krieg im Nahen Osten, etc.) • Chancen durch Digitalisierung der Fahrgastinformation und Prozessoptimierungen mit potenziellen Effizienzgewinnen. • Risiken aus saisonalen Spitzen, Personalverfügbarkeit und kurzfristigen Sonderverkehren mit erhöhten Dispositionsanforderungen. • Technologie und Flotte • Chancen aus dem EBIN-Projekt zur schrittweisen Elektrifizierung und daraus resultierenden Wettbewerbsvorteilen und Förderzugängen. • Risiken durch erhöhte Komplexität, derzeit hohe Ausfallraten von E-Bussen, Abhängigkeit von Servicepartnern sowie Anforderungen an Lade- und Energiemanagement. • Investitionen und Förderungen • Chancen durch öffentliche Förderprogramme zur Fahrzeugflottenerneuerung und Digitalisierung. • Risiken aus veränderten Förderbedingungen, Zins- und Preisvolatilität sowie aus der Sicherstellung der wirtschaftlichen Tragfähigkeit bei nicht preisgetriebener Umsatzstrategie. • Informationstechnologie und Datenschutz • Chancen durch datenbasierte Steuerung (Fahrgastzählung, Gästestromanalyse). • Risiken hinsichtlich IT-Sicherheit, Systemverfügbarkeit und datenschutzrechtlicher Compliance bei kamerabasierten Analysen.
Das Risikomanagement erfolgt integriert im Controlling-Prozess und wird durch ISO-9001- konforme Prozessprüfung flankiert. Gegenmaßnahmen umfassen u. a. redundante Betriebsabläufe, Lieferanten- und Servicepartnersteuerung, Schulungen sowie kontinuierliche Überwachung der Leistungsindikatoren.
2. Bericht über Forschung und Entwicklung
Die Gesellschaft beteiligt sich an Forschungsprojekten, um als innovativer Partner wahrgenommen zu werden und Lösungen für ländliche Räume mitzuentwickeln, Dadurch soll das ÖPNV-Angebot im Ötztal kontinuierlich verbessert und zukunftssicher gestaltet werden.
Die Gesellschaft engagiert sich im Rahmen des EBIN-Projekts „Ötztaler Zero“ in anwendungsnaher Forschung zur emissionsarmen Mobilität und in Forschungskooperationen zu digitalen Informationssystemen und Gästestromanalysen. Ziel ist die Ableitung praxistauglicher, skalierbarer Lösungen für ländliche Räume.
3. Ereignisse nach dem Abschlussstichtag
Zum Zeitpunkt der Aufstellung dieses Berichts sind der Geschäftsführung keine wesentlichen Ereignisse nach dem Abschlussstichtag bekannt, die die Vermögens-, Finanz- oder Ertragslage der Gesellschaft maßgeblich verändern. Etwaige nachträgliche, prüfungsrelevante Ereignisse werden im Rahmen der Jahresabschlusserstellung nachgetragen.
4. Verwendung von Finanzinstrumenten und Risiken
Die Gesellschaft nutzt im operativen Geschäft primär übliche Finanzinstrumente zur Finanzierung von Fahrzeugen und Infrastruktur sowie zur Abwicklung des Zahlungsverkehrs. Aus den eingesetzten Instrumenten können sich Zins- und Liquiditätsrisiken ergeben. Das Risiko wird trotz hoher geplanter Investitionen als sehr gering eingeschätzt. Das Liquiditätsmanagement erfolgt im Rahmen des Controllings.
5. Berichterstattung über wesentliche Merkmale des internen Kontroll- und des Risikomanagementsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess
Der Rechnungslegungsprozess ist in ein ISO-9001-orientiertes Prozessmanagement eingebettet. Zentrale Elemente sind klare Aufgaben- und Kompetenzzuweisungen, das Vier- Augen-Prinzip, systemgestützte Buchungs- und Freigabeprozesse sowie regelmäßige Abstimmungen mit dem Steuerberater. Wesentliche Prozess- und Kontrolldesigns werden im halbjährlichen Managementbericht dokumentiert und dem Kontrollrat berichtet.
6. Angaben zu Kapital-, Anteils-, Stimm- und Kontrollrechten und damit verbundenen Verpflichtungen
Verglichen mit dem Vorjahr hat sich am Gesellschafterstand insgesamt nichts geändert. Die Kapital- und Anteilsrechte sind dem aktuellen Firmenbuchauszug zu entnehmen.
7. Sonstige Anmerkungen
Die Ötztaler Verkehrsgesellschaft m.b.H. unterhält derzeit keine Zweigniederlassungen.
Ing. Franz Sailer MB 37 Geschäftsführer Sölden, am