Inhaltsverzeichnis
Leyrer + Graf Baugesellschaft m.b.H.
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A. Allgemeine Marktlage ............................................................................... 1 B. Entwicklung der Geschäftsfelder .............................................................. 1 B.1. Hochbau ............................................................................................ 1 B.2. Tiefbau .............................................................................................. 2 B.3. Energie + Telekom .............................................................................. 2 B.4. Engineering ....................................................................................... 2 B.5. Kreislauf- und Abfallwirtschaft .............................................................. 3 C. Entwicklung des Geschäftsverlaufs der Gesellschaft ................................ 4 C.1. Bauleistung und Ergebnis ..................................................................... 4 C.2. Kapitalrentabilität ............................................................................... 4 C.3. Vermögens- und Finanzlage ................................................................. 5 C.4. Investitionen und Cashflow .................................................................. 6 C.5. Verwendung von Finanzinstrumenten .................................................... 7 D. Risikomanagement ................................................................................... 7 E. Nachhaltigkeit ........................................................................................ 12 F. Personal ................................................................................................. 13 G. Forschung und Entwicklung .................................................................... 14 H. Zweigniederlassungen ............................................................................ 16 I. Ausblick auf das Wirtschaftsjahr 2026/27.............................................. 16 J. Ausblick der Geschäftsfelder .................................................................. 17 J.1. Hochbau .......................................................................................... 17 J.2. Tiefbau ............................................................................................ 17 J.3. Energie + Telekom ............................................................................ 17 J.4. Engineering ..................................................................................... 18 J.5. Kreislauf- und Abfallwirtschaft ............................................................ 18 K. Ausblick zur wirtschaftlichen Entwicklung der Gesellschaft ................... 19
A. Allgemeine Marktlage
Die österreichische Wirtschaft verzeichnete 2025 – nach 2 Jahren rückläufiger Wirtschaftsleistung - laut den vorläufigen Ergebnissen der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung der Statistik Austria ein leichtes Wachstum von 0,6 %. Ausschlaggebend für diese Entwicklung war insbesondere der Dienstleistungsbereich, der real um 1,0% zulegte. Der produzierende Bereich schrumpfte hingegen um -1,2 %, wobei der anhaltende Rückgang im Bauwesen (-2,9 %) diesen Sektor negativ beeinflusste und nur teilweise durch positive Impulse bei der Herstellung von Waren (+1,2 %) kompensiert werden konnte. Sowohl die Investitionstätigkeit als auch die Konsumausgaben wirkten stabilisierend auf die gesamtwirtschaftliche Entwicklung.1
Die Inflationsrate von 3,6 % im Jahr 2025 lag deutlich über jener des Vorjahres (2,9 %) und auch merklich höher als in fast allen anderen Euro-Ländern. Dabei identifizierte die Statistik Austria die Bereiche Wohnen, Wasser und Energie als stärkste Inflationstreiber: während die Preise für Haushaltsenergie 2024 um 6,9 % gesunken sind, war 2025 v.a. aufgrund des Auslaufens der Strompreisbremse ein Anstieg um 11,1 % zu verzeichnen.2
B. Entwicklung der Geschäftsfelder
B.1.
Hochbau
Das Geschäftsfeld Hochbau zeigte im Wirtschaftsjahr 2025/26 insgesamt eine solide Entwicklung, jedoch mit einem schwachen Ergebnis. Durch die Akquisition mehrerer größerer Bauprojekte im Wohnbau sowie im Bereich öffentlicher Auftraggeber – insbesondere in der Funktion als Total- und Generalunternehmer – konnte das Bauvolumen weiter gesteigert werden. Der Standort Oberösterreich leistete mit seinem jungen Team einen wesentlichen Beitrag zum Wachstum und baute seine Kompetenzen in Arbeitsgemeinschaften (ARGE) weiter aus. Die Niederlassung Loosdorf erzielte im Mostviertel zusätzliche Marktanteilsgewinne. Im Marktgebiet Wien war im großvolumigen Wohnbau weiterhin ein rückläufiges Bauvolumen zu verzeichnen. Der Sanierungsbereich entwickelte sich zwar auf konstantem Niveau, der insgesamt sehr niedrige Auftragsstand wirkte sich jedoch belastend auf das Ergebnis in Wien aus. In den Kernmärkten Wald- und Weinviertel konnte die bestehende Marktposition erfolgreich behauptet werden.
¹ 1 Statistik Austria, „Wirtschaftsleistung 2025 um 0,6 % gewachsen",
www.statistik.at/fileadmin/announcement/2026/03/20260305BIP2025Q4.pdf
² 2 Statistik Austria, „Inflation 2025 mit 3,6 % höher als im Vorjahr“
www.statistik.at/fileadmin/announcement/2026/01/20260119VPIJahr2025.pdf
B.2.
Tiefbau
Das Geschäftsfeld Tiefbau entwickelte sich im Wirtschaftsjahr 2025/26 erneut sehr positiv, obwohl die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen weiterhin von Unsicherheiten geprägt waren. In sämtlichen Leistungsbereichen konnten Steigerungen erzielt werden, wodurch die erbrachte Leistung des Geschäftsfeldes gegenüber dem Vorjahr zunahm. Insbesondere in den angestammten Kernregionen gelang es, den Marktanteil weiter auszubauen. Insgesamt unterstreicht die Geschäftsentwicklung die Wettbewerbsfähigkeit des Geschäftsfeldes Tiefbau sowie die erfolgreiche operative Umsetzung der gesetzten Ziele.
B.3. Energie + Telekom
Das Geschäftsfeld Energie + Telekom war im Wirtschaftsjahr 2025/26 durch eine insgesamt solide Geschäftsentwicklung gekennzeichnet. Die anhaltenden Investitionen in Stromverteilnetze, Breitbandinfrastruktur sowie in landesweite Programme zur Modernisierung und Stärkung der Resilienz der Energieversorgung sorgten weiterhin für eine gute Grundauslastung. Während im Kabeltiefbausegment eine Marktbereinigung sowie eine allgemeine Investitionszurückhaltung zu einem spürbaren Rückgang der Projektvolumina führten, konnten diese Rückgänge durch deutliche Leistungssteigerungen in der Elektrotechnik kompensiert werden. Insbesondere Projekte im Umfeld erneuerbarer Energien, des Netzausbaus sowie der Energieeffizienz leisteten einen wesentlichen Beitrag zu einer stabilen Gesamtertragslage des Geschäftsfeldes. Trotz eines zunehmend herausfordernden Marktumfeldes blieb die Nachfrage nach moderner Infrastruktur in den Bereichen Strom, Kommunikation und Verkehr unverändert hoch. Der Ausbau leistungsfähiger Netze stellt weiterhin eine zentrale Voraussetzung für wirtschaftliche Entwicklung, Versorgungssicherheit und Digitalisierung dar. Das Geschäftsfeld Energie + Telekom nutzte diese Rahmenbedingungen erfolgreich und hielt den Auftragsstand im Verlauf des Wirtschaftsjahres auf konstantem Niveau.
B.4. Engineering
Das Geschäftsfeld Engineering war im Wirtschaftsjahr 2025/26 von einem herausfordernden, jedoch sich zunehmend stabilisierenden Marktumfeld geprägt. Während einzelne Bereiche weiterhin von einer verhaltenen Marktdynamik betroffen waren, konnten in strategisch relevanten Segmenten erste Fortschritte erzielt werden. Im Totalunternehmerbau gelangen im Berichtsjahr erste Akquisitionserfolge, die einen wichtigen Schritt für den weiteren Aufbau dieses Geschäftsfeldes darstellen. Gleichzeitig zeigte sich insbesondere der Industriebereich weiterhin sehr zurückhaltend, vor allem bei größeren Investitionsvorhaben, was die Akquisition anspruchsvoll gestaltete.
In der Projektentwicklung wurden mehrere potenzielle Projekte mit Bauträgerfokus identifiziert und in vertiefte Analysephasen überführt. Die Auslastung in den Planungsleistungen blieb aufgrund allgemeiner Investitionszurückhaltung insgesamt unterdurchschnittlich, eine Grundauslastung konnte jedoch sichergestellt werden. Im Bereich Vermessung entwickelte sich der 3D-Scan-Markt wieterhin schwach, während sich andere Vermessungsleistungen stabilisieren konnten. Insgesamt wurden damit wichtige Grundlagen für zukünftiges Wachstum geschaffen.
B.5.
Kreislauf- und Abfallwirtschaft
Die unternehmerischen Tätigkeiten im Bereich der Kreislauf- und Abfallwirtschaft wurden im Wirtschaftsjahr 2025/26 erstmals in einem eigenen Geschäftsfeld zusammengeführt. Zentrales Element war die 50 %-Beteiligung an der Regrub Waste and Recycling GmbH. Die Zusammenarbeit gestaltete sich im Berichtsjahr jedoch herausfordernd, insbesondere in organisatorischen und finanziellen Abstimmungen. Nach einem fast zweijährigen Verfahren wurde die behördliche Genehmigung für den neuen Recyclingstandort in Hagenbrunn erteilt. Unmittelbar danach konnten die ersten Vorbereitungs- und Erschließungsarbeiten aufgenommen werden, womit ein wesentlicher Schritt für den Standortaufbau gesetzt wurde. Die operative Entwicklung war stark von der allgemeinen Marktschwäche im Hochbau geprägt. Als unterstützendes Querschnittsgeschäftsfeld ist die Kreislauf- und Abfallwirtschaft eng an die Bauaktivitäten der übrigen Geschäftsfelder gebunden. Die rückläufige Bautätigkeit führte zu deutlich geringeren Umschlagmengen, einer entsprechend niedrigen Auslastung und einer Belastung des Ergebnisses.
Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen konnten die grundlegenden Strukturen für den Geschäftsfeldaufbau geschaffen und erste operative Prozesse etabliert werden.
C. Entwicklung des Geschäftsverlaufs der Gesellschaft
C.1. Bauleistung und Ergebnis
| Kennzahlen zur Ertragslage | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| Einheit | Berichtsjahr | Vorjahr | Veränderung | Veränderung | |
| 2025/26 | 2024/25 absolut | % | |||
| Bauleistung | Tsd. € | 571.851 | 580.567 | -8.716 | -1,5 |
| EBIT | Tsd. € | 14.267 | 14.735 | -468 | -3,2 |
| Umsatzrentabilität (bezogen auf Bauleistung) | % | 2,5 | 2,5 | 0,0 | -1,7 |
EBIT = Ergebnis vor Steuern + Zinsen und ähnliche Aufwendungen gemäß § 231 Abs 2 Z 15 bzw Abs 3 Z 14 UGB
Umsatzrentabilität = EBIT / Bauleistung
Die Bauleistung ist im Vergleich zum
Rekordjahr 2024/25 um 1,5 % auf 571,9 Mio. EUR
zurückgegangen. Der Bestand an unfertigen Bauprojekten hat sich im Berichtsjahr 2025/26 stärker erhöht als im Vorjahr. Trotz der für die Bauwirtschaft weiterhin herausfordernden Rahmenbedingungen konnte im Berichtsjahr 2025/26 ein EBIT von 14,3 Mio. EUR erwirtschaftet werden, was in etwa dem Vorjahresniveau entsprach. Dabei blieb die Umsatzrentabilität konstant bei 2,5 %.
C.2. Kapitalrentabilität
| Kennzahlen zur Kapitalrentabilität | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| Einheit | Berichtsjahr Vorjahr | Veränderung | Veränderung | ||
| 2024/25 2025/26 | absolut | % | |||
| Eigenkapitalrentabilität | % | 13,2 | 14,9 | -1,7 | -11,5 |
| Gesamtkapitalrentabilität | % | 5,6 | 6,2 | -0,6 | -10,3 |
Eigenkapitalrentabilität = Ergebnis vor Steuern / Eigenkapital
Gesamtkapitalrentabilität = EBIT / Gesamtkapital
Der Rückgang der Eigenkapitalrentabilität um 1,7 Prozentpunkte resultiert aus einem um 10 % höheren Eigenkapital bei einem um 2,6 % niedrigeren Ergebnis vor Steuern.
Das prozentuelle Verhältnis des EBITs am Gesamtkapital reduzierte sich von 6,2% im Vorjahr auf 5,6 % im Berichtsjahr 2025/26, da sich das Gesamtkapital um 7,9 % erhöht und das EBIT um 3,2 % reduziert hat.
C.3. Vermögens- und Finanzlage
| Kennzahlen zur Vermögens- und Finanzlage | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| Einheit | Berichtsjahr Vorjahr | Veränderung | Veränderung | ||
| 2024/25 2025/26 | absolut | % | |||
| Nettoverschuldung | Tsd. € | -23.058 | -21.635 | -1.424 | 6,6 |
| Nettoumlaufvermögen (Working Capital) | Tsd. € | -4.231 | -73 | -4.158 | 5.718,4 |
| Eigenkapitalquote | % | 39,9 | 39,1 | 0,8 | 2,0 |
| Nettoverschuldungsgrad | % | -22,5 | -23,2 | 0,7 | -3,1 |
Nettoverschuldung = Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten + Rückstellungen für Abfertigungen, Pensionen und
Jubiläumsgelder - Kassa/Bankguthaben
Nettoumlaufvermögen = Umlaufvermögen - Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ( > 1 Jahr) - sonstige Forderungen (> 1 Jahr) + aktive Rechnungsabgrenzungsposten - kurzfristige Rückstellungen - kurzfristige Verbindlichkeiten - passive Rechnungsabgrenzungsposten
Eigenkapitalquote = Eigenkapital / Gesamtkapital
Nettoverschuldungsgrad = Nettoverschuldung / Eigenkapital
Die per 31.01.2026 im Vergleich zum Stichtag des Vorjahres um 3,4 Mio. EUR geringeren Bankverbindlichkeiten wirken sich - bei einem um knapp 2 Mio. EUR geringeren Kassenbestand - entsprechend positiv auf diese Kennzahl aus. Da der Kassenbestand sowohl per 31.01.2026 als auch per 31.01.2025 die Bankverbindlichkeiten sowie die betrachteten Rückstellungen bei Weitem überstieg, kommt es zu einer negativen Nettoverschuldung.
Das Nettoumlaufvermögen, welches auch als "Working Capital“ bezeichnet wird, sank im Wesentlichen aufgrund um 6,1 Mio. EUR höherer erhaltener Anzahlungen auf Bestellungen auf -4,2 Mio. EUR ab.
Dadurch, dass sich das Gesamtkapital um 7,9 % und das Eigenkapital um 10,0 % erhöht hat, ist die Relation zwischen Eigen- und Gesamtkapital um 0,8 Prozentpunkte auf 39,9 % angestiegen.
Der Nettoverschuldungsgrad hat sich im Wesentlichen durch das gestiegene Eigenkapital verändert. Der Wert per 31.01.2026 von -22,5 % bedeutet, dass die negative Nettoverschuldung (in Höhe von -23,1 Mio. EUR) in diesem Verhältnis zum positiven Eigenkapital (in Höhe von 102,5 Mio. EUR) steht.
C.4.
Investitionen und Cashflow
Investitionswirtschaftliche Kennzahlen
| Einheit | Berichtsjahr Vorjahr | Veränderung | Veränderung | ||
|---|---|---|---|---|---|
| 2024/25 2025/26 | absolut | % | |||
| Investitionen | Tsd. € | 25.766 | 18.829 | 6.937 | 36,8 |
| Anlagenintensität | % | 43,9 | 42,4 | 1,5 | 3,6 |
| Anlagendeckung durch Eigenkapital | % | 90,8 | 92,2 | -1,4 | -1,5 |
Anlagenintensität = Anlagevermögen / Gesamtkapital
Anlagendeckung durch Eigenkapital = Eigenkapital / Anlagevermögen
Im Berichtsjahr 2025/26 wurden Investitionen von rund 25,8 Mio. EUR getätigt, wobei in Ersatz- und Neuanschaffungen von Arbeitsmaschinen, in den Fuhrpark, in Baustellenausstattungen sowie in die Erweiterung des Standortes Horn und in den Neubau des Bauhofs Schwechat investiert wurde.
Der moderate Anstieg der Anlagenintensität auf 43,9 % im Jahr 2025/26 ist im Wesentlichen auf die Investitionstätigkeit am Standort Horn zurückzuführen. Zum Stichtag 31.01.2026 überstieg das aktivseitige Anlagevermögen in Höhe von 112,8 Mio. EUR das auf der Passivseite der Bilanz ausgewiesene Eigenkapital in Höhe von 102,5 Mio. EUR, wodurch sich eine Anlagendeckung von 90,8 % errechnet.
Cashflow
| Einheit | Berichtsjahr | Vorjahr | Veränderung | Veränderung | |
|---|---|---|---|---|---|
| 2025/26 | 2024/25 | absolut | % | ||
| Netto-Geldfluss aus der betrieblichen Tätigkeit | Tsd. € | 24.376 | 10.721 | 13.655 | 127,4 |
| Netto-Geldfluss aus der Investitionstätigkeit | Tsd. € | -20.493 | -14.737 | -5.756 | 39,1 |
| Netto-Geldfluss aus der Finanzierungstätigkeit | Tsd. € | -5.840 | -8.915 | 3.076 | -34,5 |
| Netto-Geldfluss gesamt | Tsd. € | -1.957 | -12.932 | 10.974 | -84,9 |
| Cash Flow-Umsatzrendite | |||||
| (bezogen auf Bauleistung) | % | 4,3 | 1,8 | 2,4 | 130,8 |
Cashflow-Umsatzrendite = Netto-Geldfluss aus der betrieblichen Tätigkeit / Bauleistung
Im Berichtsjahr 2025/26 wurde - ausgehend vom Ergebnis vor Steuern von 13,6 Mio. EUR unter Berücksichtigung der unbaren Abschreibungen sowie der Veränderungen der Vorräte, Forderungen, Verbindlichkeiten und Rückstellungen - ein positiver Netto-Geldfluss aus der betrieblichen Tätigkeit von 24,4 Mio. EUR erwirtschaftet. Die deutliche Verbesserung im Vergleich zum Vorjahr resultiert im Wesentlichen aus dem Anstieg der erhaltenen Anzahlungen auf Bestellungen sowie den stichtagsbedingten Veränderungen von Verbindlichkeiten.
Im Netto-Geldfluss aus der Investitionstätigkeit werden neben den bereits beschriebenen Investitionszugängen auch Einzahlungen aus Zinserträgen ausgewiesen.
Im Netto-Geldfluss aus der Finanzierungstätigkeit schlagen sich planmäßige Rückzahlungen von Bankkrediten, die ausgeschüttete Dividende sowie Zinsen und ähnliche Aufwendungen nieder.
Trotz der 2025 für die Bauwirtschaft herausfordernden Rahmenbedingungen und der regen Investitionstätigkeiten am Standort Horn und in Schwechat konnte der Gesamt-Netto-Geldfluss im Berichtsjahr 2025/26 im Vergleich zum Vorjahr deutlich gesteigert werden. Somit konnte auch die Cashflow-Umsatzrendite – diese setzt den Cashflow aus der betrieblichen Tätigkeit in Relation zur Bauleistung - signifikant verbessert werden.
C.5. Verwendung von Finanzinstrumenten
Im abgelaufenen Wirtschaftsjahr wurden keine derivativen Finanzinstrumente eingesetzt.
D. Risikomanagement
Weiterentwicklung des Risikomanagementsystems
Im Rahmen der Weiterentwicklung des Risikomanagements in den operativen Geschäftsfeldern wurde mit Beginn des Wirtschaftsjahres 2026/27 erstmals eine standardisierte Risikoanalyse für Bauprojekte im Prozess „Auftrag erlangen“ verankert. Ziel ist es, potenzielle technische und wirtschaftliche Risiken frühzeitig zu erkennen und damit fundierte Entscheidungen im Angebotsprozess zu unterstützen.
Für die neue Risikoanalyse wird das Formular „Risikoanalyse Bauprojekt“ verpflichtend angewendet bei:
x Angeboten über 1.000.000 EUR, und/oder x Bauvorhaben mit außergewöhnlichem Risikopotential, x neuartigen bzw. nicht im aktuellen Leistungsspektrum liegenden Bauvorhaben.
Darüber hinaus wird die Durchführung der Analyse bereits ab einer Angebotssumme von 500.000 EUR empfohlen, um die Risikosensibilität im gesamten Projektportfolio weiter zu stärken.
Mit diesem strukturierten Vorgehen wird eine einheitliche und nachvollziehbare Bewertung von Projektrisiken sichergestellt, wodurch die Absicherung des Auftragseingangs verbessert wird – insbesondere bei größeren oder neuartigen Bauvorhaben. Gleichzeitig liegt damit ein standardisiertes und zugleich dynamisches Dokument vor, das den gesamten Projektverlauf begleitet – von der Kalkulation bis zum Abschluss.
Exkurs: Risiken im Zusammenhang mit dem Iran-Krieg
Im Zusammenhang mit dem zum Zeitpunkt der Berichtserstellung anhaltenden geopolitischen Konflikt im Iran ergeben sich für die österreichische Bauwirtschaft Risiken, die sich auf die operative Geschäftstätigkeit auswirken können. Der Konflikt führt insbesondere zu einem Anstieg und einer erhöhten Volatilität der Energiepreise, wodurch sowohl der Baustellenbetrieb als auch die Produktion energieintensiver Baustoffe verteuert werden. Gleichzeitig ist bei einigen Baustoffen eine erhöhte Preisvolatilität festzustellen, die die Kalkulationssicherheit einschränkt. Zusätzlich führen Störungen internationaler Lieferketten zu verlängerten Lieferzeiten und steigenden Transportkosten, wodurch die termingerechte Verfügbarkeit von Materialien beeinträchtigt werden kann. Auf makroökonomischer Ebene wirkt sich der Konflikt durch erhöhte Unsicherheit, steigende Inflationsraten sowie restriktivere Finanzierungsbedingungen aus, was insbesondere die Investitionsbereitschaft dämpfen kann. Zur Risikobegrenzung wird auf die Diversifikation von Lieferketten, auf langjährige Partnerschaften, auf verkürzte Preisbindungsfristen, auf den Einsatz von Preisgleitklauseln sowie auf Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz und ein verstärktes Liquiditätsmanagement gesetzt.
Erläuterungen zu den einzelnen Risiken
x Leistungswirtschaft
Zur Diversifizierung ist die Leyrer + Graf Baugesellschaft m.b.H. in den Geschäftsfeldern Hochbau, Tiefbau, Engineering sowie Energie und Telekom tätig und ergänzt das Leistungsspektrum zunehmend um Aktivitäten im Bereich der Abfall- und Kreislaufwirtschaft. Das Portfolio umfasst Bauprojekte für private und öffentliche Auftraggeber in ganz Österreich sowie im Süden Tschechiens und zu einem kleinen Teil in Deutschland.
Die Berücksichtigung ökologischer Auswirkungen ist ein integraler Bestandteil des unternehmerischen Handelns. Bereits vor mehreren Jahren wurde ein zertifiziertes Umweltmanagementsystem gemäß ISO 14001 eingeführt, das laufend überprüft und weiterentwickelt wird. Zur systematischen Identifikation und Bewertung potenzieller Umweltauswirkungen der Bautätigkeit kommen Umwelt-Aspekte-Matrizen zum Einsatz.
Unter Vertriebsrisiken werden sämtliche Risiken zusammengefasst, die im Zusammenhang mit der Akquisition und dem Verkauf von (Bau-) Dienstleistungen entstehen. Zur Minimierung dieser Risiken werden bereits vor der Angebotslegung geeignete Maßnahmen gesetzt. Dazu zählen insbesondere die Prüfung der Bonität potenzieller Auftraggeber, eine transparente und verständliche Angebotsgestaltung sowie die Verwendung klar und eindeutig formulierter Verträge und Vereinbarungen. Auf diese Weise sollen Unklarheiten, Missverständnisse und mögliche rechtliche Auseinandersetzungen vermieden werden.
Preisänderungsrisiken stellen weiterhin eine wesentliche Herausforderung für die Bauwirtschaft dar. Auf der Verkaufsseite wird diesem Risiko durch die Anwendung von Baukostenindexierungen Rechnung getragen. Einkaufsseitig werden zur Absicherung gegen Preisvolatilitäten unterschiedliche Maßnahmen gesetzt. Im Rahmen projektbezogener Beschaffungen wird angestrebt, mit Lieferanten Festpreise für die jeweilige Baudauer zu vereinbaren. Bei Jahresrahmenvereinbarungen werden nach Möglichkeit Fixpreise zumindest für Zeiträume von sechs Monaten kontrahiert. Zur weiteren Risikominimierung wurden die Lagerbestände für lagerfähige Materialien an den Bauhöfen deutlich erhöht. Darüber hinaus wurden für den Energiebezug - insbesondere für Strom inklusive der erforderlichen Bauprovisorien - längerfristige Lieferverträge abgeschlossen.
Im Zuge der aktuell angespannten Marktsituation kommt es bei der Vergabe neuer Aufträge zu einer erhöhten Wettbewerbsintensität. Zusätzliche Anbieter drängen zunehmend in einzelne Marktsegmente, wodurch sich der Preisdruck bei Ausschreibungen verschärft. Diese Entwicklung führt zu einem intensiveren Preiswettbewerb, insbesondere in standardisierten Leistungsbereichen mit geringer Differenzierung. In der Folge besteht das Risiko sinkender Margen sowie einer verstärkten Verlagerung von Aufträgen hin zu preisaggressiven Anbietern. Zur Absicherung gegen diese Entwicklung wird verstärkt auf eine strategische Differenzierung des Leistungsangebots, auf eine selektive Angebotsstrategie sowie auf Maßnahmen zur Steigerung der operativen Effizienz gesetzt. Im Zusammenhang mit der angespannten Budgetlage von Bund, Ländern und Gemeinden ergeben sich zusätzliche nachfrageseitige Risiken für die Bauwirtschaft. Die öffentliche Hand ist insbesondere im Infrastruktur- und Tiefbau ein zentraler Auftraggeber. Aufgrund von Budgetkonsolidierungen sind die finanziellen Spielräume für Investitionen jedoch eingeschränkt. Vor allem auf Gemeindeebene ist eine Zurückhaltung bei Investitionen festzustellen, was sich unmittelbar dämpfend auf die Bauaktivität auswirkt. Der Rückgang bzw. die Verschiebung öffentlicher Investitionen führt zu einem geringeren Ausschreibungsvolumen und erhöht die Wettbewerbsintensität bei verbleibenden Projekten. Dies geht mit steigendem Preisdruck sowie eingeschränkter Planungssicherheit einher. Zudem besteht das Risiko eines Investitionsstaus, der kurzfristig die Nachfrage schwächt und mittelfristig zu erhöhter Volatilität der Auftragslage führen kann.
Zur Stabilisierung der Geschäftsentwicklung setzt Leyrer + Graf verstärkt auf die Diversifikation seiner Auftraggeberstruktur sowie auf die Erschließung alternativer Marktsegmente, insbesondere im Bereich Sanierung, energieeffizientes Bauen sowie im privaten und gewerblichen Hochbau.
Im Rahmen der Leistungserbringung greift die Bauwirtschaft auf Subunternehmen zurück, wodurch spezifische Risiken aus der vertraglichen und wirtschaftlichen Abhängigkeit entstehen. Ungeachtet der Weitergabe von Leistungen verbleibt die Verantwortung gegenüber dem Auftraggeber beim General- bzw. Hauptunternehmer. Wesentliche Risiken ergeben sich insbesondere aus Terminverzögerungen, Qualitätsmängeln sowie unklaren Schnittstellen zwischen Gewerken. Darüber hinaus bestehen Haftungsrisiken, da der Hauptunternehmer regelmäßig für durch Subunternehmen verursachte Mängel einsteht, sowie rechtliche Risiken im Zusammenhang mit der Auftraggeberhaftung. Ein Risiko liegt zudem in der wirtschaftlichen Stabilität der Subunternehmer. Aufgrund niedriger Margen, verzögerter Zahlungsflüsse und steigender Kosten besteht eine erhöhte Insolvenzneigung, deren Eintritt zu Projektverzögerungen, Mehrkosten und erhöhtem Koordinationsaufwand führen kann. Der Iran Konflikt verschärft diese Risiken zusätzlich, da steigende Energie- und Materialkosten sowie volatile Marktbedingungen die finanzielle Situation insbesondere kleiner und spezialisierter Subunternehmen belasten und damit das Risiko von Leistungsstörungen und Ausfällen erhöhen. Zur Risikobegrenzung setzt Leyrer + Graf auf ein strukturiertes Subunternehmer- und Vertragsmanagement, insbesondere durch sorgfältige Auswahl und Bonitätsprüfung, klare vertragliche Regelungen zu Leistung und Haftung sowie verstärktes Qualitätsmanagement während der Ausführung. Ergänzend werden Diversifikation der Subunternehmerstruktur und eine risikoorientierte Projektsteuerung eingesetzt, um Abhängigkeiten zu reduzieren und die Stabilität der Leistungserbringung sicherzustellen.
Das Management der IT-Risiken erfolgt auf mehreren Ebenen. Im Bereich der IT-Projekte wird ein standardisiertes Vorgehen zur Einführung neuer Soft- und Hardwareprodukte vorgegeben, um sämtliche potenziell betroffenen Bereiche in die Entscheidungsfindung miteinzubeziehen. Für den laufenden IT-Betrieb wird das Ausfallrisiko durch eine Server-Infrastruktur minimiert, die in zwei getrennten Brandabschnitten betrieben wird. Zudem wird ein aktives Updatemanagement betrieben, um sicherzustellen, dass sämtliche Softwarelösungen stets dem von den jeweiligen Anbietern geforderten aktuellen Stand entsprechen. Ein weiterer wesentlicher Schwerpunkt liegt im Bereich der Cyber-Security, wo zur Sensibilisierung der Beschäftigten regelmäßig Schulungsmaßnahmen durchgeführt werden.
x Finanzwirtschaft
Die Absicherung des Liquiditätsrisikos erfolgt einerseits dadurch, dass die Leyrer + Graf Baugesellschaft m.b.H. über ausreichende Kreditlinien bei mehreren österreichischen Banken verfügt und andererseits durch die Minimierung von Cashflow-Risiken durch effiziente Finanzprozesse. Durch die engmaschige Überwachung von Ein- und Ausgaben können finanzielle Engpässe frühzeitig erkannt und vermieden werden.
Forderungsausfällen wird mit der Bonitätsüberwachung der Auftraggeber sowie einem straffen Mahnwesen vorgebeugt. Drohende Zahlungsausfälle finden mittels Wertberichtigungen im Jahresabschluss ihre Berücksichtigung.
x Management und Organisation
Rechtliche Risiken im Personalbereich können in sämtlichen Phasen des Beschäftigungsverhältnisses auftreten. Bereits bei der Gestaltung der Dienstverträge wird darauf geachtet, dass die wesentlichen Vertragsbestandteile, wie insbesondere Vergütung, Arbeitszeitregelungen und Kündigungsfristen, klar und eindeutig festgelegt sind, um potenziellen Missverständnissen vorzubeugen.
Die Einhaltung der Vorschriften des Arbeitnehmerschutzes wird durch regelmäßige Baustellenkontrollen, ein laufendes Baumanagement, systematische Gefahrenevaluierungen sowie entsprechende Unterweisungen sichergestellt. Die vorgesehenen Maßnahmen sind in den internen Prozessen „Arbeitsvorbereitung durchführen“, „Bauproduktion ausführen“ und „Arbeits-, Weg- und Beinaheunfall behandeln“ dokumentiert.
Zur Aufrechterhaltung des zertifizierten Managementsystems gemäß ISO 37301 (Compliance) sowie ISO 37001 (Anti-Korruption) erfolgen regelmäßige Schulungen und Hinweise auf die geltende Compliance-Richtlinie. Die Wirksamkeit der Wissensvermittlung wird durch online durchgeführte Wissensüberprüfungen sichergestellt.
Eine stark ausgeprägte Unternehmenskultur unterstützt dabei, das Fluktuationsrisiko zu reduzieren und Beschäftigte langfristig an das Unternehmen zu binden. Die Unternehmenskultur basiert auf Wertschätzung, Anerkennung und offener Kommunikation. Sie wirkt positiv auf die Zusammenarbeit zwischen der Belegschaft und auf die Mitarbeiterzufriedenheit.
Dem Risiko von Erkrankungen der Mitarbeiter wird durch den Aufbau eines betrieblichen Gesundheitsmanagements begegnet. Für alle Mitarbeiter werden Initiativen ergriffen, für Angestellte an den Bürostandorten sowie für das gewerbliche Personal auf den Baustellen.
Umsetzungen umfassen z.B. Rückenfit-Trainings für Büroangestellte, AUVA-Sicherheitsschulungen für gewerbliches Personal, Vorträge zu diversen Themen usw.
x Externes Umfeld
Zum Zeitpunkt der Berichtserstellung waren keine Risiken erkennbar, welche einzeln betrachtet oder in Kombination mit anderen Risiken eine bestandsgefährdende Wirkung für die Gesellschaft haben könnten.
E. Nachhaltigkeit
Mit Beginn des Wirtschaftsjahres 2025/26 wurde im Bereich der Unternehmensentwicklung die neue Stabstelle „Nachhaltigkeitsmanagement“ eingerichtet. Damit wurde eine zentrale Einheit geschaffen, in der sämtliche Nachhaltigkeitsthemen gebündelt und weiterentwickelt werden.
Ein wesentlicher Schwerpunkt des vergangenen Geschäftsjahres lag auf der Erstellung des ersten professionellen Nachhaltigkeitsberichts. Dieser wurde in Anlehnung an die Anforderungen der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) erarbeitet und wird im Sommer 2026 finalisiert. Obwohl der Konzernabschluss der Leyrer + Graf Baugesellschaft m.b.H. aufgrund der EU-Omnibus-Verordnung erst ab dem Geschäftsjahr 2027/28 erstmals den Berichtspflichten der EU-Taxonomie und der CSRD unterliegt, wurde die Nachhaltigkeitsberichterstattung bewusst vorgezogen. Mit der Erstellung eines Probeberichts wurden frühzeitig die notwendigen Strukturen, Prozesse und Datensysteme aufgebaut. Dadurch wird sichergestellt, dass die künftigen gesetzlichen Offenlegungspflichten zeitgerecht und vollständig erfüllt werden können.
Eine weitere zentrale Initiative zur Weiterentwicklung im Bereich Nachhaltigkeitsmanagement war die umfassende Datenerhebung für den Corporate Carbon Footprint gemäß den Vorgaben des Treibhausgas-Protokolls. Auf Basis dieser Datengrundlage werden derzeit wissenschaftsbasierte Emissionsreduktionsziele erarbeitet, die im Einklang mit dem Pariser Klimaschutzabkommen und dem 1,5-Grad-Ziel stehen. Der zugehörige Übergangsplan inklusive einer detaillierten Roadmap befindet sich in der finalen Ausarbeitung und wird im ersten Nachhaltigkeitsbericht veröffentlicht.
Im Berichtsjahr hat sich Leyrer + Graf zudem offiziell der Science Based Targets Initiative (SBTi) angeschlossen. Die definierten Ziele werden im nächsten Schritt einer externen Validierung unterzogen.
Zur Stärkung der internen Kompetenzen wurde die Grundlagenschulung „Nachhaltigkeitsmanagement“ weiter ausgebaut. Im Fokus stand die Sensibilisierung der Mitarbeitenden für zentrale ESG-Themen sowie für jene Maßnahmen und strategischen Leitlinien, die das Unternehmen in diesem Bereich verfolgt. Darüber hinaus erzielte Leyrer + Graf im Rahmen einer externen Nachhaltigkeitsbewertung durch die international anerkannte Plattform „EcoVadis“ das Ergebnis „Committed“. Die Bewertung umfasste die Bereiche Umwelt, Arbeits- und Menschenrechte, Ethik sowie nachhaltige Beschaffung.
Mit diesen Maßnahmen wurde das Fundament für ein systematisches, zukunftsorientiertes Nachhaltigkeitsmanagement weiter gefestigt. Klare Strukturen, eine verbesserte Datentransparenz sowie die definierten Klimaziele bilden eine belastbare Grundlage zur Erfüllung gesetzlicher Anforderungen und zur nachhaltigen Weiterentwicklung des Unternehmens.
Neben dem Aufbau struktureller und strategischer Grundlagen im Nachhaltigkeitsmanagement setzt die Leyrer + Graf Baugesellschaft m.b.H. auch auf konkrete operative Maßnahmen zur Umsetzung der Energiewende und zur Reduktion umweltbezogener Auswirkungen. Der Fokus liegt dabei insbesondere auf der schrittweisen Transformation der Mobilität, dem verstärkten Einsatz erneuerbarer Energien an den eigenen Standorten sowie auf einem verantwortungsbewussten Umgang mit Baustoffen und Ressourcen
F. Personal
Der Mensch steht als zentrales Element für den Unternehmenserfolg im Mittelpunkt sämtlicher HR-Aktivitäten.
Recruiting-Mitarbeiterinnen nahmen an zahlreichen Jobmessen sowie Schulevents teil, um das Unternehmen, die angebotenen Lehrberufe, die Lehrlingsausbildung sowie bestehende Karrieremöglichkeiten zu präsentieren. Der Bauerlebnistag wurde weiterentwickelt und erstmals um einen School Day am Vormittag erweitert, an dem über 100 interessierte Jugendliche aus Schulen teilnahmen. Als zentrales Instrument des Lehrlingsrecruitings ist die Fortführung dieser Maßnahme auch für das kommende Wirtschaftsjahr vorgesehen. Zudem wurde das interne Projekt „Karrierepfade“ konzipiert und gestartet.
Im Teilbereich Personalentwicklung wurden wieder die Lehrlingstage und Winterschulungen der einzelnen Geschäftsfelder erfolgreich im Ausbildungszentrum organisiert und durchgeführt.
Darüber hinaus wurden im Sommer für neu eingetretene Lehrlinge aller Geschäftsfelder einheitliche Basiswochen konzipiert und erstmalig umgesetzt. Aufgrund des erfolgreichen Verlaufs werden diese für das folgende Wirtschaftsjahr wieder geplant. Der Schulungskatalog wurde um zusätzliche Angebote ergänzt und das E-Learning-Angebot laufend evaluiert und weiterentwickelt.
Der Teilbereich Personalmanagement hat verschiedene Maßnahmen im Rahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements umgesetzt und ein betriebliches Wiedereingliederungsmanagement konzeptioniert. Die Bau ID wurde unternehmensweit implementiert, die zugehörigen Prozesse aufbereitet und die erforderlichen Berechtigungen zur Nutzung erstellt. Zudem wurde die Abwicklung von Mitarbeiterentsendungen nach Deutschland strukturiert aufbereitet und in den laufenden Betrieb überführt. Das Projekt „Vergütungsmanagement“ wurde für eine Umsetzung im folgenden Wirtschaftsjahr konzipiert.
Die eingesetzte HR-Software rexx wurde kontinuierlich weiterentwickelt und Maßnahmen in der rexx roadmap umgesetzt. Im Fokus standen dabei Effizienzsteigerungen in den Standardprozessen sowie die Implementierung neuer Methoden und Tools, unter anderem der Einsatz strukturierter Gesprächsbögen im Rahmen der Evaluierung von Personalentscheidungen.
Der Personalstand fiel von 2.364 Mitarbeitern im Wirtschaftsjahr 2024/25 auf 2.248 Mitarbeiter im Wirtschaftsjahr 2025/26 (gemessen in durchschnittlichen Vollzeitäquivalenten). Durch die Übergabe der Mitarbeiter an die Graf-Holztechnik GmbH per 01.01.2025 ist der Personalstand mit dem Vorjahr nur bedingt vergleichbar.
G. Forschung und Entwicklung
Im Wirtschaftsjahr 2025/26 lag im Bereich Engineering ein wesentlicher Schwerpunkt der Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten auf der Weiterentwicklung digitaler Lösungen zur effizienten und qualitativ hochwertigen Dokumentation in der Bau- und Immobilienbranche.
Die zunehmenden Anforderungen an Nachvollziehbarkeit, Transparenz und Datenverfügbarkeit rückten insbesondere die Baudokumentation stärker in den Fokus. Vor diesem Hintergrund wurde die unternehmenseigene Applikation zur digitalen Fotodokumentation konsequent weiterentwickelt. Durch die mobilen Erfassungsmöglichkeiten direkt auf der Baustelle konnte eine deutliche Effizienzsteigerung im Bereich der Dokumentation erzielt werden. Die prozessnahe Erfassung von Fotos und Zusatzinformationen ermöglicht eine strukturierte, zeitnahe und nachvollziehbare Dokumentation und trägt wesentlich zur Qualitätssicherung über den gesamten Projektverlauf bei.
Um die Zusammenarbeit bei der Erstellung von Bautagesberichten auch über Unternehmensgrenzen hinweg zu verbessern, wurden im Berichtsjahr zusätzlich Schnittstellen zu externen Systemen entwickelt. Dadurch wird ein interdisziplinärer Datenaustausch mit weiteren Projektbeteiligten, wie etwa Auftraggebern, ermöglicht. Diese Öffnung der Systeme stellt einen wichtigen Schritt in Richtung durchgängiger, kooperativer digitaler Prozesse dar.
Ein weiterer inhaltlicher Schwerpunkt lag auf der lagegenauen Dokumentation sowie der digitalen Leistungserfassung und Abrechnung von Leitungstrassen. Der gesamte Prozess – von der Vermessung auf der Baustelle über die strukturierte Datenerfassung bis hin zur Abrechnung – wurde neu konzipiert und vollständig digital abgebildet. Insbesondere im Leitungs- und Kabeltiefbau wird damit ein durchgängiger digitaler Informationsfluss geschaffen, der Medienbrüche reduziert, die Datenqualität erhöht und eine effizientere Projektabwicklung ermöglicht.
Darüber hinaus wurden im Berichtsjahr zahlreiche Initiativen im Bereich der Künstlichen Intelligenz gestartet. Neben der Ausarbeitung einer konzernweiten KI-Strategie wurden bereits erste KI-basierte Werkzeuge für den täglichen Einsatz implementiert und ausgerollt. Ziel dieser Maßnahmen ist es, Mitarbeitende in administrativen, analytischen und dokumentationsbezogenen Tätigkeiten zu unterstützen und damit zusätzliche Effizienz- und Qualitätsgewinne zu realisieren.
Im Berichtsjahr wurden im Bereich der Informationstechnologie im Workbook die Funktionen zur Fotodokumentation und zur Erfassung von Memos erweitert. Zusätzlich besteht nun die Möglichkeit, Inhalte automatisiert mittels KI-basierter Zusammenfassungen auszuwerten, wodurch Informationen schneller gebündelt und weiterverarbeitet werden können. Darüber hinaus wurde die IDA-App um mobile Funktionen zur Erfassung von Spesen und Lieferscheinen ergänzt. Die Belege können direkt vom Smartphone übertragen und der Workflow dadurch vereinfacht werden.
Es gibt keine Mitarbeiter und keine Investitionen, die ausschließlich dem Bereich Forschung und Entwicklung zugeordnet werden können, weil dieser immer im Zusammenhang mit bestehenden Bauprojekten betrieben wird.
Insgesamt unterstreichen die Aktivitäten im Wirtschaftsjahr 2025/26 den strategischen Anspruch, digitale Innovationen praxisnah zu entwickeln und gezielt zur Optimierung von Prozessen, Qualität und Zusammenarbeit im gesamten Unternehmen einzusetzen.
H. Zweigniederlassungen
Die Gesellschaft verfügt über keine Zweigniederlassungen.
I. Ausblick auf das Wirtschaftsjahr 2026/27
Die im April 2026 veröffentlichten Konjunkturprognosen des WIFO basieren auf einem Hauptszenario sowie einem optimistischen und einem pessimistischen Szenario. Im Hauptszenario wird für das Jahr 2026 ein reales BIP-Wachstum von rund 0,9 % erwartet, das sich im Jahr 2027 auf etwa 1,3 erhöht. Die Entwicklung bleibt dabei stark von geopolitischen Rahmenbedingungen geprägt. Insbesondere der Iran-Krieg und die daraus resultierenden Unsicherheiten auf den Energiemärkten wirken weiterhin dämpfend auf Investitionen, Konsum und Unternehmensstimmung. Zwar wird davon ausgegangen, dass der Konflikt zeitlich begrenzt bleibt und sich die Energiepreise nach dem Ende der Kampfhandlungen schrittweise zurückbilden, dennoch liegen sie vorübergehend deutlich über dem Vorkriegsniveau. 3
%
Unter den im Hauptszenario unterstellten Rahmenbedingungen zur Energiepreisentwicklung rechnet das WIFO mit einer Inflationsrate von 2,7 % im Jahresdurchschnitt 2026. Für 2027 wird unter der Annahme einer anhaltenden Verbilligung von Erdöl und Erdgas ein weiterer Rückgang auf 2,3 % erwartet. Die hohen Preise für fossile Energieträger werden sich auch in den Preisen der nachgelagerten Waren niederschlagen. Somit werden sich z. B. Düngemittel (und damit auch Nahrungsmittel), Chemikalien und Pharmazeutika verteuern.4
Für die Bauwirtschaft erwartet das WIFO im Hauptszenario nach 4 Jahren teils massiver Einbußen auch in den Wirtschaftsjahren 2026 und 2027 lediglich eine schrittweise Erholung. Die Bauinvestitionen entwickeln sich infolge der weiterhin gedämpften Investitionstätigkeit und der Zurückhaltung der öffentlichen Hand nur verhalten. Insbesondere im Jahr 2026 wird im Segment Bauten von einer nahezu stagnierenden Entwicklung ausgegangen, bevor ab 2027 eine moderate Belebung - mit einem realen Zuwachs von 1,1 % - erwartet wird. Insgesamt bleibt die Erholung der Bauwirtschaft damit hinter früheren Aufschwungphasen zurück und ist maßgeblich von der weiteren Stabilisierung der wirtschaftlichen und geopolitischen Rahmenbedingungen abhängig.5
3 WIFO-Konjunkturprognose 1/2026: „Iran-Krieg gefährdet die Konjunkturerholung"
www.wifo.ac.at/wp-content/uploads/upload-9277/kp 2026_ 01.pdf
4 Ebenda
3 WIFO-Konjunkturprognose 1/2026: „Iran-Krieg gefährdet die Konjunkturerholung”
www.wifo.ac.at/wp-content/uploads/upload-9277/kp_2026_01.pdf
J. Ausblick der Geschäftsfelder
J.1.
Hochbau
Im Geschäftsfeld Hochbau sind seit dem ersten Quartal des Wirtschaftsjahres 2026/27 saisonübliche und insgesamt zufriedenstellende Akquisitionseingänge zu verzeichnen. Die Beschäftigungssituation des gewerblichen Personals bleibt herausfordernd, zeigte sich zu Jahresbeginn jedoch stabil. Vor dem Hintergrund des weiterhin hohen Niveaus bei Bau- und Treibstoffkosten sowie der angespannten Budgetsituation auf Auftraggeberseite wird für das Wirtschaftsjahr 2026/27 lediglich eine verhaltene Erholung der Auftragslage erwartet. Dies betrifft insbesondere den Wohnbau sowie Teile des Industriebaues. Der Auftragsstand des Geschäftsfeldes Hochbau lag im ersten Quartal dennoch über dem Vergleichswert des Vorjahres.
J.2.
Tiefbau
Das Geschäftsfeld Tiefbau verfügt im Wirtschaftsjahr 2026/27 über eine grundsätzlich stabile Auftragslage. Aufgrund der weiterhin angespannten budgetären Situation bei Ländern und Gemeinden ist jedoch trotz der anhaltend stabilen Investitionstätigkeit großer öffentlicher Infrastrukturauftraggeber wie ASFINAG, ÖBB, EVN und APG von einem leichten Umsatzrückgang auszugehen. Insgesamt wird für das Geschäftsfeld Tiefbau dennoch eine stabile wirtschaftliche Entwicklung erwartet.
J.3. Energie + Telekom
Für das Geschäftsfeld Energie + Telekom ist davon auszugehen, dass die weiterhin von Krisen und geopolitischen Spannungen geprägte Lage die Investitionen in erneuerbare Energien zusätzlich unterstützt. Der Bedarf an resilienten Netzen, dezentralen Energieerzeugungslösungen sowie intelligenter Energieinfrastruktur bleibt weiterhin hoch. In Österreich wird trotz konjunktureller Unsicherheiten mit stabilen Investitionen in die energetische und digitale Infrastruktur gerechnet. Mittelbis langfristige Programme im Bereich der Stromverteilnetze, des Breitbandausbaus sowie der Verkehrsinfrastruktur sorgen für eine verlässliche Nachfragebasis. Vor diesem Hintergrund ist das Geschäftsfeld Energie + Telekom auch im Wirtschaftsjahr 2026/27 insgesamt gut positioniert, um von diesen Entwicklungen zu profitieren und seine Kernkompetenzen weiterzuentwickeln.
J.4. Engineering
Für das Wirtschaftsjahr 2026/27 wird im Geschäftsfeld Engineering von einer schrittweisen Belebung des Marktumfeldes ausgegangen. Der strategische Fokus liegt weiterhin auf dem Ausbau wachstumsstarker und zukunftsorientierter Leistungsbereiche.
Ein zentraler Schwerpunkt ist die weitere Positionierung im Totalunternehmerbau, insbesondere im Industrie- und Gewerbesektor. Parallel dazu wird die Entwicklung eigener Bauträgerprojekte vor dem Hintergrund einer Markterholung im Wohnbau konsequent vorangetrieben. Mit der erwarteten Zunahme an Projektentwicklungs- und TU-Projekten wird von einer deutlich verbesserten Auslastung in der Planung ausgegangen. Ergänzend sind gezielte Wachstumsinitiativen im Bereich Vermessung geplant, um die Marktposition zu stärken und die Abhängigkeit von einzelnen Teilmärkten zu reduzieren. Insgesamt wird das Geschäftsjahr vorsichtig optimistisch beurteilt.
J.5.
Kreislauf- und Abfallwirtschaft
Im Wirtschaftsjahr 2026/27 steht das Geschäftsfeld Kreislauf- und Abfallwirtschaft im Zeichen einer klaren Neuausrichtung. Nach der schwierigen Zusammenarbeit innerhalb der REGRUB-Struktur erfolgt der Ausstieg von Leyrer + Graf und die eigenständige Weiterentwicklung des Bereichs. Die bereits genehmigten Bodenaushubdeponien in Horn und Nexing werden übernommen und für den operativen Betrieb ausgebaut. Mit der Inbetriebnahme der Recyclinganlage Hagenbrunn im ersten Quartal entsteht die zentrale Basis für die interne Wertschöpfung. Parallel dazu werden weitere Standorte entwickelt und zusätzliche Ressourcen gesichert, um die Kapazitäten des Geschäftsfeldes zu erweitern.
Der personelle und strukturelle Ausbau des Geschäftsfeldes bildet daher einen wesentlichen Schwerpunkt, um die internen Prozesse zu stärken und die konzernweite Wertschöpfungskette weiter auszubauen. Als unterstützendes Querschnittsgeschäftsfeld bleibt die Kreislauf- und Abfallwirtschaft stark von der Baukonjunktur abhängig. Ein herausforderndes Marktumfeld in einzelnen Bereichen der Bautätigkeit wirkt sich dabei auch auf die Umschlagmengen aus. Trotz dieser Rahmenbedingungen bleibt die Kreislauf- und Abfallwirtschaft ein wesentliches Zukunftsfeld. Der weitere Ausbau und die konsequente Weiterentwicklung des Geschäftsfeldes sind entscheidend, um langfristig nachhaltige Wertschöpfung zu sichern und die ökologische Transformation aktiv mitzugestalten.
K. Ausblick zur wirtschaftlichen Entwicklung der Gesellschaft
Die breite strategische Diversifikation innerhalb der Unternehmensgruppe, eine solide Finanz- und Liquiditätslage sowie eine kontinuierlich gute Auftragsbasis leisten einen wesentlichen Beitrag zur Stabilität der Gesellschaft in Zeiten herausfordernder politischer und wirtschaftlicher Rahmenbedingungen. Durch eine vorausschauende Projekt- und Risikosteuerung, konsequentes Kostenmanagement sowie laufende Investitionen in Innovation, Digitalisierung und nachhaltige Bauweisen ist Leyrer + Graf in der Lage, flexibel auf Marktveränderungen zu reagieren und seine Position als verlässlicher Partner in der Bauwirtschaft weiter zu festigen.
Zur gezielten Antwort auf den anhaltenden Bedarf an leistbarem Wohnraum wurde mit der Graf Building Solution ein skalierbares Systembaukonzept für einen effizienten, planungssicheren und wirtschaftlichen Wohnbau entwickelt. Das enge Zusammenspiel von Hochbau und Engineering ermöglicht dabei eine Bündelung bestehender Kompetenzen und deren optimierten Einsatz entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Wiederholbare Bauelemente, ein hoher Vorfertigungsgrad sowie klar strukturierte Planungs- und Ausführungsprozesse verbessern die Kalkulierbarkeit, verkürzen Bauzeiten und erhöhen die Kosten- und Planungssicherheit. Zugleich bleibt ausreichend Flexibilität erhalten, um auf projektspezifische Anforderungen, unterschiedliche Grundstücksgegebenheiten sowie verschiedene Projektgrößen - vom Einzelgebäude bis zur großvolumigen Wohnanlage – einzugehen.
Gmünd, am 3. Juli 2026
Die Geschäftsführung
BM Dipl.-Ing/ Stefan /Graf
| BM Dpi/-Ing. Peter Haas | M | ag | hristian |
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