Inhaltsverzeichnis
1. Geschäftsverlauf, Geschäftsergebnis und Lage des Unternehmens
1.1.
Geschäftsverlauf 2024/25 und Rahmenbedingungen
Die Auswirkungen der zahlreichen Herausforderungen der letzten Jahre, die geprägt waren von Wirtschaftskrise, massiver Inflation und Preissteigerungen im Energiesektor und den damit einhergehenden starken Steigerungen in den Lohntarifen konnten durch Umsetzung unterschiedlicher Effizienzprogramme sowie durch den Fokus auf diversifizierte Kundensegmente erfolgreich kompensiert werden.
Weiterhin deutlich spürbar sind auch im abgelaufenen Geschäftsjahr Kostenbelastungen aus der jährlichen kollektivvertraglichen Erhöhung, und Preissteigerungen von Rohstoffen und Energie. In manchen Kundensegmenten ist ein leichter Rückgang der Nachfrage zu beobachten. Die Diversität der Kundensegmente von Dormakaba ermöglicht hier entsprechend gegenzusteuern.
Mit Blick auf die Rezession am heimischen Markt und in den Exportmärkten sowie dem ausgeprägter Fachkräftemangel, der bereits sehr deutlich spürbar ist, konnte ein solides Ergebnis erwirtschaftet werden.
1.2.
Geschäftsergebnis und finanzielle Lage des Unternehmens
Mit Blick auf die volkswirtschaftliche Ausgangslage wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr in der dormakaba Austria GmbH Investitionen in den Standort v.a.im Produktionsbereich getätigt. Weitere Investitionen werden im neuen Geschäftsjahr folgen. Die Marktposition der dormakaba Austria GmbH am Heimatmarkt wurde weiter ausgebaut.
Nachdem das Geschäftsergebnis 2023/24 trotz guter Ertragslage erheblich durch die notwendigen Rückstellungen aus dem Sozialplan für Umstrukturierungen negativ beeinflusst wurde, konnte die dormakaba Austria GmbH im Geschäftsjahr 2024/25 wieder ein positives Ergebnis erzielen. Beim Umsatz konnte mit TEUR 115.709 ein erfreuliches Wachstum in der Höhe von 4,9% vs. Vorjahr (VJ) erzielt werden.
Die Austria GmbH konnte ein positives Betriebsergebnis von TEUR 2.266 (Vorjahr: TEUR -2.991) verzeichnen.
Es wurden Projekte im Rahmen der Strategie „Shape-4-Growth umgesetzt. U. a. erfolgte die Teilverlagerung der Produktion des Segments DHW (Türschloss) nach Bulgarien, infolgedessen Kosteneinsparungen in der Produktion erzielt werden konnten.
Einen weiteren Einflussfaktor stellt die begonnene Zusammenlegung der Produktionsstandorte in Österreich dar. Auswirkungen aus Preiserhöhungen von Rohstoffpreisen flachten im Verlauf des Geschäftsjahres etwas ab, und Preissteigerungen konnten mehrheitlich in der Produktion erfolgreich kompensiert bzw. teilweise an Endkunden, speziell in der Vertriebseinheit, weitergeben geben werden.
Die Ausgaben für Investitionen im Bereich der Sachanlagen und immateriellen Vermögensgegenstände erreichten TEUR 5.613 und beinhalten Investitionen in Maschinenpark für eine neue Produktlinie in der Produktion und liegen damit über dem Vorjahr (TEUR 2.907).
Die produzierten Halb- und Fertigerzeugnisse wurden zeitnah verbraucht. Für den neuen Wertstrom wurden Lagerstände aufgebaut. Dank effizientem Lagermanagement und einem Fokus auf Optimierung der Lagerstände konnten die Erhöhung der Vorräte trotz weiterhin spürbaren Preiserhöhungen im Rohstoffbereich begrenzt werden. In Summe lagen die Vorräte mit Ende des Geschäftsjahres bei TEUR 15.829 (Vorjahr: TEUR 15.408).
Die Materialquote konnte durch Optimierungsmaßnahmen sowie Mixverschiebungen im Produkt- als auch Marktbereich auf 29,6% (Vorjahr: 30,6%) weiter gesenkt werden. Der Aufwand für bezogene Leistungen hat sich gegenüber dem Vorjahr leicht erhöht auf 3,1% (Vorjahr: 2,3%).
Der Personalaufwand anteilig am Gesamtumsatz sank im Vergleich zum Vorjahr trotz Tarifvertragserhöhung laut Kollektivvertrag von 3,8% im Geschäftsjahr 2024/25 spürbar auf 39,6% (Vorjahr: 44,8%) ab. Der Rückgang resultiert aus der im Vorjahr erstmals gebildeten Restrukturierungsrückstellung.
Die Abschreibungen sind im Vergleich zum Vorjahr mit TEUR 2.667 (Vorjahr: TEUR 2.915) geringer ausgefallen.
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind im Vergleich zum Vorjahr mit TEUR 28.243 (Vorjahr: TEUR 25.383) in absoluten Beträgen deutlich gestiegen. Die Lieferantenverbindlichkeiten sind im Vergleich zum Vorjahr mit TEUR 3.204 (Vorjahr: TEUR 2.982) leicht angestiegen.
Die Rückstellung für Abfertigungen und Pensionen sind im Vergleich zum Vorjahr auf TEUR 8.344 (Vorjahr: 9.799) gesunken.
Zur besseren Übersicht über die wirtschaftliche Lage des Unternehmens soll folgende Zusammenstellung dienen:
| 2024/25 | 2023/24 | |
|---|---|---|
| Umsatz in TEUR | 115.709 | 110.302 |
| Betriebsergebnis in TEUR | 2.266 | -2.991 |
| Jahresergebnis in TEUR | 1.525 | -2.425 |
| Eigenkapitalrentabilität | ||
| (Ergebnis vor Steuern/durchschn. EK) | ||
| In % | 46,3% | -55,9% |
| Umsatzrentabilität | ||
| (EBIT/Umsatz) in % | 2,6% | -2.1% |
| Gesamtkapitalrentabilität | ||
| (EBIT/ durchschn. Gesamtvermögen) | ||
| in % | -9,7 % | -4.3 % |
| Working Capital Ratio | ||
| (UV/kurzfr. FK) in % | 94 % | 103 % |
1.3.
Geldflussrechnung
| Werte in TEUR | 2024/25 2023/24 | Delta | Delta in % | |
|---|---|---|---|---|
| Netto-Geldfluss aus laufender Geschäftstätigkeit | 3.060 | 4.992 | -1.932 | -39% |
| Netto-Geldfluss aus der Investitionstätigkeit | -4.900 | -2.257 | -2.643 | 117% |
| Netto-Geldfluss aus der Finanzierungstätigkeit | 1.613 | -2.580 | 4.192 | -163% |
| Finanzmittelbestand am Beginn der Periode | 243 | 87 | 156 | 180% |
| Finanzmittelbestand am Ende der Periode | 15 | 243 | -227 | -94% |
1.4.
Zweigniederlassungen
Das Unternehmen hat vier Zweigniederlassungen (Seekirchen, Wien, Eggenburg und Innsbruck).
1.5.
Forschung und Entwicklung
Der Bereich F&E hat für die dormakaba Austria GmbH einen hohen Stellenwert. So waren im abgelaufenen Geschäftsjahr durchschnittlich 14,0 Mitarbeiter (Vorjahr: 14) beschäftigt. Aus anderen Abteilungen werden je nach Bedarf weitere Mitarbeiter für Entwicklungsarbeiten eingesetzt.
2.
Ausblick auf das Jahr 2025/26
Die dormakaba Austria GmbH konnte im Geschäftsjahr 2024/25 ein solides Wachstum erzielen. Für das kommende Geschäftsjahr ist ein weiterhin herausforderndes Marktumfeld zu erwarten. Wir gehen infolge des Ausbaus unserer Marktstellung für den Heimatmarkt von einem Umsatzwachstum von rund 5% im Vergleich zum abgelaufenen Geschäftsjahr 2024/25 aus. Für die Exportmärkte wird in Summe im nächsten Geschäftsjahr ein Wachstum von 2% erwartet.
Ziel ist der weiterhin konsequente Ausbau unserer Marktanteile durch den fokussierten Einsatz der Ressourcen im Vertriebsbereich. Im Fertigungsbereich steht die Lancierung und Skalierung erweiterter Produktionslinien im Zentrum. Ein weiterer Fokus ist die im Geschäftsjahr 2024/25 gestartete Umsetzung der Konsolidierung der Werke der dormakaba Austria GmbH. Im Zuge des Shape 4 Growth Programms erfolgt die Integration des Werkes Eggenburg in den Standort Herzogenburg sowie die Schließung des Werkes an der Zweigniederlassung Eggenburg. Die Finalisierung des Projektes ist mit Ende Kalenderjahr 2025 avisiert. Mit dem geplanten Effizienzgewinn geht eine geringfügige Reduktion des Personalstandes am Standort in Herzogenburg nach Umsetzung der Konsolidierung einher. Entsprechende Rückstellungen aus Sozialplan sind bereits im Jahresabschluss 2023/24 berücksichtigt worden.
Begleitet werden diese Projekte mit kontinuierlichen Maßnahmen zur Produktivitätssteigerung im Fertigungsbereich und einem weiterhin aktivem Kostenmanagement mit dem Ziel der positive Marktentwicklungen.
Dank des profitablen und soliden Geschäftsmodelles steht der dormakaba Austria GmbH trotz der beschriebenen Herausforderungen ausreichend Liquidität zur Verfügung. Da zum Bilanzstichtag die kurzfristigen Verbindlichkeiten und kurzfristigen Rückstellungen das Umlaufvermögen übersteigen, hat die Gesellschaft von ihrer Muttergesellschaft dormakaba International Holding AG, Schweiz, eine unwiderrufliche Patronatserklärung mit einer Befristung von 12 Monaten ab Feststellung des Jahresabschlusses zum 30.06.2025 erhalten.
Die Geschäftsführung geht aufgrund dessen vom Fortbestand des Unternehmens aus.
Nach erfolgreicher Umsetzung der Teilverlagerung der Produktion Door Hard Ware (Türschloss) und der Realisierung von Kostenreduktionen in diesem Bereich, sowie der Teilverlagerung des Finanzbereichs im Geschäftsjahr 2024/25 in ein Shared-Service-Center Europe, sind im Zuge der Shape-4-Growth Strategie weitere Verlagerungen im administrativen Bereich des Unternehmens im Geschäftsjahr 2025/26 geplant.
3. Risikoberichterstattung
Das nachhaltige Vertrauen der Kunden in unsere Marken setzt die Einhaltung hoher Standards hinsichtlich Qualität und Sicherheit unserer Produkte voraus. Bei der Neuentwicklung von Produkten führen wir daher eine intensive Sicherheitsbewertung durch. Über den gesamten Beschaffungs-, Herstellungs- und Distributionsprozess hinweg unterliegen unsere Produkte einem durchgängigen Qualitätssicherungssystem.
Beschaffungsrisiken hinsichtlich Liefertreue und Kosten bei Rohstoffen und Waren sowie bei der Inanspruchnahme von Leistungen begegnen wir durch eine kontinuierliche Beobachtung der entsprechenden Märkte und sorgfältige Auswahl der Lieferanten.
Prozessbegleitende Kontrollen begrenzen Arbeitssicherheits-, Umwelt- und Unterbrechungsrisiken bei Produktions- und Logistikaktivitäten.
Risiken im Hinblick auf Verfügbarkeit, Zuverlässigkeit und Effizienz unserer IT- Systeme begrenzen wir durch regelmäßige Anpassungsmaßnahmen sowie Updates und Releasewechsel.
Die Kredit- und damit Ausfallsrisiken werden kontinuierlich überwacht und soweit wie möglich schon im Vorfeld durch Anzahlungen und Bankgarantien abgesichert. Für eingetretene und erkennbare Risiken wird durch Ansatz von entsprechenden Wertberichtigungen und Rückstellungen vorgesorgt.
Dem Risiko, Opfer von Betrügern durch CEO Fraud bzw. generellem Cyber Risk zu werden, wird durch laufende Mitarbeiterschulung und Sensibilisierung der Mitarbeiter, sowie anhand des internen Kontrollsystems entgegengewirkt. Konzernweit wurden zu den Themen Fraud, Cyber Risk und Phishing Online-Schulungen durchgeführt, bei denen reale Bedrohungsszenarien und der korrekte Umgang damit an alle Mitarbeiter übermittelt wurden.
Es werden keine derivativen Finanzinstrumente eingesetzt.
Auf Konzernebene wird der Fokus auf die finanziellen Risiken, wie Risiko aus Währungsumrechnung, Zinsrisiko, Liquiditätsrisiko und Kreditrisiko gelegt. Diese finanzwirtschaftlichen Risiken werden durch eine zentrale Treasury-Abteilung bearbeitet. Die Finanzierung der lokalen Gesellschaft erfolgt über Konzerndarlehen. Es gibt keine Veranlagungen am Kapitalmarkt, und kurzfristiger Liquiditätsbedarf wird aus einem Cash-Pool gedeckt. Weiterer Bestandteil des konzernweiten Risikomanagements ist der absichernde, umfassende und effiziente Versicherungsschutz aller Unternehmen im dormakaba-Konzern.
4. Information über Umwelt- und Arbeitnehmerbelange
Aus heutiger Sicht gibt es keine Umweltrisiken. Nach Investition in die Ladeinfrastruktur am Standort Herzogenburg, wird der Anteil an E-Fahrzeugen im Fuhrpark kontinuierlich ausgebaut, sofern dies trotz technischer Einschränkungen wie z.B. eingeschränkte Reichweite möglich ist. Damit wird ein erheblicher Beitrag zur Verringerung des CO2-Ausstoßes erbracht.
Zudem wurde für unsere Mitarbeiter die Möglichkeit geschaffen, Fahrräder zu günstigen Konditionen zu leasen. Die Abwicklung erfolgt dabei für die Mitarbeiter unbürokratisch und steuerschonend.
Das Thema Arbeitssicherheit wird im Konzern im Rahmen eines „Safety First"- Programms ein hoher Stellenwert eingeräumt. So wurde das Reporting in diesem Bereich optimiert und standardisiert und kann so noch effizienter eingesetzt werden, um etwaigen Sicherheitsrisiken pro-aktiv und vorbeugend begegnen zu können. Es werden laufend Schulungen und Kontrollen hinsichtlich Arbeitssicherung durchgeführt.
Herzogenburg, den 10.10.2025
Die Geschäftsführung:
| Wit |
DI (FH) Elmar Knittl
Mag. Ştéfan Penz -