Inhaltsverzeichnis
ETHERMA Elektrowärme GmbH (Österreich)
1. Kurze Beschreibung der Geschäftstätigkeit der Gesellschaft
Die ETHERMA Elektrowärme GmbH ist eine Produktions- und Vertriebsgesellschaft, Teil der ETHERMA Holding GmbH und dadurch auch Teil der deutschen Viessmann-Generations-Gruppe, mit Sitz in Henndorf am Wallersee.
Das Unternehmen wurde 1981 gegründet und besteht in der aktuellen Form seit 2018. Es produziert und vertreibt elektrische Heizsysteme, wie Infrarotheizungen, elektrische Fußbodenheizungen, Infrarotstrahler, Frostschutzsysteme für Dächer, Rinnen, Rohre und Straßen bzw. Zufahrten, sowie Handelswaren, die das Produktportfolio abrunden.
Der Vertrieb der Produkte erfolgt über den Großhandel und den Elektro- und Heizungs-, sowie den Badinstallateur. Dieser erbringt neben dem Verkauf der Produkte auch umfangreiche technische Dienstleistungen (Inbetriebnahme, Service, Reparatur, Notdienst).
Es existieren keine Zweigniederlassungen.
2. Angaben zur allgemeinen Konjunkturlage und Marktsituation
Wirtschaftsrahmen
Österreichs Wirtschaft 2025 zeigte moderates Wachstum, aber geprägt von unsicheren Energie- und Baukosten, schwankender Baukonjunktur und anhaltenden Preisdruckfaktoren (Zinsen, Materialpreise).
Die nationalen Konjunkturberichte der Sanitär-, Heizungs- und Lüftungstechniker (WKO/KMU Forschung Austria) zeigen, dass das Segment zwar robust bleibt, aber stark von gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen abhängig ist – insbesondere vom Investitions- und Bauklima. Langfristige Wachstumsimpulse hängen stark an politischen und regulatorischen Signalen.
Marktstruktur
Der Heizungsmarkt in Österreich verzeichnet weiterhin eine verschiebende Struktur weg von fossilen Brennstoffen hin zu erneuerbaren und elektrischen Lösungen. Klassische fossile Systeme (Gas- und Öl-Kessel) verlieren an Bedeutung, während der Trend De-Karbonisierung der Wärmeversorgung weiterhin stark ist.
Elektroheizung / elektrifizierte Heiztechnologien
Elektroheizungen – insbesondere in Smart-Home-Kontexten, als Lastmanagement-Tools oder in hybriden Systemkombinationen mit Wärmepumpen – gewinnen an Bedeutung, da sie Flexibilitätsund Effizienzpotenziale bieten. Allerdings ist die reine elektrische Direktheizung weiterhin eher Nischenprodukt.
Potentiale liegen in der Sanierung der Heizung von derzeit dezentral beheizten Gebäuden in ganz Europa, in der Temperierung von nur sporadisch genutzten Gebäuden oder Räumen und zur Komforterhöhung auf Terrassen, Arbeitsplätzen oder im Badezimmer.
Im Neubau ist die Elektroheizung als Fußboden- oder Infrarotheizung in Kombination mit PV und einer Lüftung mit Wärmerückgewinnung der ideale Partner zur Beheizung und Errichtung eines E- Hauses.
Politische & regulatorische Faktoren
Klimapolitik und Gebäudeenergiegesetz: Österreich treibt die Energiewende weiter voran: Der Ausstieg aus fossilen Heizungssystemen ist Teil langfristiger Politiken, was Wärmepumpen und elektrische Systemlösungen stärkt.
Förderprogramme der Bundesländer und des Bundes unterstützen Wärmepumpeninstallationen aktiv, auch wenn Förderbedingungen Schwankungen unterliegen – was die Nachfrage zeitweise beeinflusst. Elektrische Heizsysteme sind von Förderungen weitgehend ausgeschlossen.
Die Neuauflage der OIB Richtlinie 6 in Österreich ermöglicht nun den Einbau elektrischer Heizsysteme in Verbindung mit einer Lüftung und einer entsprechenden PV-Anlage. Die Richtlinie wird aber weiterhin nur schleppend in den Bundesländern umgesetzt. Diese haben oft eigene Regelungen, was die Planung und die Genehmigung oft erschwert. In Deutschland ist die Elektroheizung durch das GEG Erfüllungsoption, das bietet neue Möglichkeiten.
Energiemarkt & Kostenumfeld
Die Wettbewerbsfähigkeit elektrifizierter Systeme hängt stark von Strom- vs. Gaspreisrelationen ab: Elektrische Heizsysteme sind besonders wirtschaftlich, wenn das Verhältnis Strom zu Gaspreis günstig bleibt. Energiepreise bleiben ein wichtiger Entscheidungsfaktor bei Endkunden und Investoren.
Bedeutung für die Geschäftstätigkeit von ETHERMA
Die allgemeine Konjunkturlage in Österreich und Europa war auch im Jahr 2025 weiterhin herausfordernd. Durch die gesamtwirtschaftlichen Irritationen, verursacht durch den 2022 angefangen russischen Eroberungskrieg in der Ukraine, der Krisen im Nahen Osten und der in diesem Zusammenhang weiterhin gestiegenen Inflation, Anstieg des Energiebedarfs und dadurch Rohstoffpreise, kam es zu einer weiteren Verteuerung der Rohstoff- und Komponentensituation sowie höherer Energiekosten. Die Unsicherheiten in der Förderpolitik und Bauordnung in Kombination mit der weiterhin restriktiven Kreditpolitik der Banken verlängerte die allgemeine Unsicherheit und führte zu einer reduzierten Nachfrage in der gesamten Baubranche, die sich auch im Jahr 2025 nicht veränderte. Vor allem der Neubausektor leidet unter einer sehr geringen Nachfrage.
Hohe Baustoffpreise, die hohen Zinsen, restriktive Kreditvergabe und hohe Inflation setzten der Baubranche stark zu. Viele Projekte wurden storniert oder werden aktuell nicht umgesetzt, zusätzlich kam es zu einem weiteren Rückgang von Neubauanträgen von etwa 41.800 auf ca. 25.200 Einheiten um ca. -40% im Vergleich zu dem schon sehr niedrigen Niveau von 2024.
Durch die weiterhin höheren Strompreise, blieb die Nachfrage auf einem niedrigen Niveau. Mittelfristig glauben wir weiterhin, dass sich die Umsetzung der Energiewende und der Umstieg, weg von fossilen Energieträgern, positiv auf elektrische Heizsysteme auswirken wird.
Elektrische Heizsysteme sind günstig im Erwerb und wartungsfrei. Durch den guten Dämmstandard, dadurch niedrigen Verbrauchkosten in neuen Gebäuden, ist die „Total Cost of Ownership“ über die Lebensdauer im Vergleich zu anderen Heizsystemen sehr niedrig, was sich positiv auf elektrische Heizung auswirkt. Vor allem für die Sanierung kann die niedrige TCO eine positive Wirkung auf den Absatz haben.
Frostschutzsysteme sind Sicherheitseinrichtungen und sind stärker von der Bau- und Sanierungsrate abhängig. Die allgemeine Unsicherheit sowie hohe Zinssituation wirkt weiterhin dämpfend für diese Produktsegmente, wobei der eisreiche Winter 2025/26 die Produkte wieder ins Gespräch bringen wird.
Der Markt an Komfortprodukten und Zusatzheizungen hat sich wieder stabilisiert. Infrarotstrahler wurden wieder stärker nachgefragt.
3. Bericht über den Geschäftsverlauf und die wirtschaftliche Lage
Absatz-/Umsatzsituation
Obgleich der schwierigen Rahmenbedingungen erzielte man die idente Betriebsleistung wie im Jahr 2024. Durch die schwierige Marktlage in Österreich sanken die Umsätze im Kernland jedoch von 5,1 Mio. auf 4,6 Mio.
Die Umsätze an die Vertriebstöchter im Export blieben konstant. Der Absatzrückgang im Inland entstand hauptsächlich in der Produktgruppe Infrarotheizung und wurde durch ein OEM Produkt für die Frostschutzheizung von Wärmepumpen-Außeneinheiten für den Carrier Konzern unter der Marke Viessmann kompensiert.
Investitionen
Insgesamt wurden im Geschäftsjahr 2025 TEUR 345 in das Anlagevermögen investiert. Davon entfallen:
• TEUR 111 auf das Sachanlagevermögen • TEUR 11 auf das Finanzanlagevermögen für eine Pensionszusage, sowie • TEUR 222 auf immaterielle Vermögensgegenstände, im wesentlichen geleistete Anzahlungen für die Produktentwicklung von smarten Thermostaten.
Mitarbeiter
Die ETHERMA Elektrowärme GmbH beschäftigte im Berichtszeitraum durchschnittlich 48 Mitarbeiter (VJ 48), es wurden von 44,0 auf 47,4 zum Stichtag 31.12. insgesamt 3,4 FTE auf Basis von 38,5h aufgebaut. Der Aufbau entstand in der Produktion und Logistik, da im Jahr 2025 der Versand der Produkte an Deutschland von Österreich aus gesteuert wurde.
Die Personalkosten für das Geschäftsjahr 2025 betrugen insgesamt TEUR 3.437 (VJ TEUR 3.342).
Ergebnissituation
Durch die sehr kompetitive Marktsituation und Preiserhöhungen von Lieferanten, die nicht in den Markt weitergegeben werden können, konnte das Ergebnis durch die weiterhin niedrigen Umsätze trotz Kosteneinsparungen nicht gehalten werden. Der DB1 verringert sich von 54% auf 50%, was eine Reduktion des Rohertrages von TEUR -467 bedeutete. Die Einsparungen in den sonstigen betrieblichen Aufwänden, bei gleichzeitigem Anstieg der Personalkosten, konnten den Rückgang des Rohertrages nicht ausgleichen.
Das EBITDA verringerte sich auf TEUR 736 (VJ 1.235). Höhere Abschreibungen drückten das Betriebsergebnis nach Steuern von TEUR 851 weiter auf TEUR 436
4. Analyse unter Einbeziehung finanzieller Leistungsindikatoren (in TEUR)
Ertragslage
EBIT: 570 (VJ 1.109)
EBITDA: 736 (VJ 1.235)
Vermögens- und Finanzlage
| 2025 | 2024 | |
|---|---|---|
| Cashflow from operating activities | 7,0 | 999,0 |
| Cashflow from investing activities | 344,0 | 3755 |
Eigenmittelquote: 80,3 % (VJ 82,8 %)
Liquiditätslage
Working Capital: 5.625 (VJ 7.205)
Rentabilitätskennzahlen
Eigenkapitalrentabilität: 8,4 % (EBT / durchschn. EK) (VJ 15,4 %)
5. Risiken der künftigen Entwicklung
Gesamtrisiko
Durch die weiterhin hohen Zinsen und die unsichere wirtschaftliche Situation ist die Auftragslage in der Baubranche weiterhin sehr angespannt. Vor allem im Neubau kam es zu einem weiteren Rückgang der Neuanträge. Mit einem Anstieg des Neubaus ist daher aufgrund der langen Durchlaufzeiten vom Antrag bis zur Baugenehmigung nicht vor Herbst 2026/Frühjahr 2027 zu rechnen.
Etwaige Einsparungsmaßnahmen, die Reduktion der Kostenstruktur sowie geringere Investitionen gleichen den Rückgang bis dato aus. Das Unternehmen muss weiterhin auf Sicht fahren und auf etwaige Veränderungen im Markt möglichst agil reagieren. Die weiterhin solide Eigenkapital- Ausstattung gibt Sicherheit, dass kein existenzielles Risiko besteht, welches den Fortbestand des Unternehmens kurzfristig gefährden könnte.
Die kurz- und mittelfristige Energiepolitik sowie die politischen Rahmenbedingungen haben eine entscheidende Auswirkung auf die weitere Geschäftsentwicklung des Unternehmens, wobei durch die amerikanische Klimapolitik mit einer Verlangsamung der Energiewende auch in Europa zu rechnen ist. Gleichzeitig werden politische Anreize dafür sorgen, dass die Baukonjunktur angekurbelt wird.
Branchen-, Absatz- und Konjunkturrisiken
Für die ETHERMA Elektrowärme GmbH bestehen im Jahr 2026 verschiedene Risiken:
1. Branchenrisiken:
• Technologische Veränderungen: Die Heizungsbranche ist stark von technologischen Innovationen geprägt. ETHERMA muss kontinuierlich in Forschung und Entwicklung investieren, um mit neuen Technologien Schritt zu halten und wettbewerbsfähig zu bleiben. • Regulatorische Anforderungen: Strengere Umweltauflagen und Energieeffizienzstandards könnten den Absatz der Produkte maßgeblich beeinflussen. • Am Elektroheizungsverbot in Hamburg sieht man wie divers die Heizungspolitik getrieben wird, negative Anpassungen der Heizungsgesetze in Österreich und Deutschland könnten die Elektroheizung weiter zurückdrängen.
2. Absatzrisiken:
• Konkurrenzdruck: Der Wettbewerb in der Heizungsbranche ist weiterhin intensiv. Neue Marktteilnehmer und die aggressive Preispolitik der Konkurrenz könnte den Absatz von ETHERMA beeinträchtigen. Vor allem asiatische Anbieter verhalten sich derzeit sehr aktiv und preisaggressiv.
3. Konjunkturrisiken:
• Wirtschaftliche Unsicherheiten: Die allgemeine wirtschaftliche Lage in Europa bleibt angespannt. Hohe Energiepreise, Bürokratie und protektionistische Tendenzen belasten die wirtschaftliche Entwicklung negativ. • Weiterhin hohe Inflation und Zinssätze: Schwankungen bei Inflation und Zinssätzen können die Kaufkraft der Verbraucher abschwächen und somit die Nachfrage nach Heizlösungen verringern. • Die Unsicherheit, getrieben durch fehlende politische Entscheidungen, verzögert die thermische und energetische Sanierung von Gebäuden und dadurch die Investitionsbereitschaft von Investoren und privaten Bauherren.
Laut Oesterreichischer Nationalbank (OeNB) wird das reale BIP leicht positiv wachsen, mit einem Zuwachs von etwa +0,2 % für 2025 nach zwei Jahren Rezession. Damit kehrt Österreich vorsichtig auf einen Wachstumspfad zurück, aber das Wachstum bleibt historisch schwach.
Für 2026 geht die aktuelle Prognoselage davon aus, dass sich die österreichische Wirtschaft in Richtung moderat positiver Wachstumsraten bewegt. Die Erwartungen reichen von knapp unter +1 % bis etwa +1,2 % BIP-Wachstum, getragen von einer stabileren Binnenkonjunktur, leicht beruhigten Preisen und positiveren externen Impulsen. Trotz dieser Erholung bleibt Österreich im EU-Vergleich eher Schlusslicht beim Wirtschaftswachstum.
Für das Jahr 2026 wird für die Bauwirtschaft in Österreich eine vorsichtige Erholung erwartet. Nach mehrjähriger Phase rückläufiger Aktivitäten dürfte das gesamte Bauvolumen um rund +0,6 % zulegen, getragen von langsam steigender Nachfrage im Wohn- und Hochbau sowie einem moderat positiv gestimmten Auftragsmarkt. Herausforderungen bleiben im Tiefbau, bei Finanzierungsbedingungen und im Fachkräftemangel, was das Wachstum weiterhin begrenzt.
Die Sanierung von Bestandsgebäuden wird 2026 in Österreich zu einem gewichtigen Treiber der Bauwirtschaft. Hintergrund ist die neue Sanierungsoffensive mit strukturierten Förderinstrumenten, die energetische Modernisierungen, Dämmmaßnahmen und den Austausch alter Heizsysteme in den Mittelpunkt stellt. Durch diese politische Förderung wird die aktivierte Nachfrage im Sanierungsmarkt voraussichtlich deutlich stärker wachsen als in den Vorjahren, auch wenn die tatsächliche
Sanierungsrate weiterhin unter dem idealen Niveau liegt. Insbesondere im Vergleich zum Neubausegment bietet die Sanierung stabile Wachstumsimpulse, Wertschöpfungseffekte und Beschäftigungspotenziale – wichtig für Wertschöpfung im Bau- und Gebäudesektor.
Ähnlich, wie in vielen anderen Branchen auch, herrscht nach wie vor ein spürbarer Mangel an verfügbaren und qualifizierten Fachkräften. Auch wenn es aktuell keine Anzeichen dafür gibt, können daraus gewisse wachstumsdämpfende Effekte für das Unternehmen entstehen.
ETHERMA muss sämtliche dieser Risiken aktiv managen, um seine Marktposition zu sichern und weiter auszubauen.
Beschaffungsmarktrisiken
Die neuerliche Amtsperiode des amerikanischen Präsidenten Trump, die weltweiten Krisenherde im Nahen Osten, der Ukraine und auch die unsichere Lage in Taiwan sorgen für eine hohe Unsicherheit für die weltweite Wirtschaft und auch die Beschaffung. Die eingeführten Zölle lösen eine hohe Unsicherheit in den weltweiten Märkten aus. Die Situation ist deshalb sehr schwierig einschätzbar, es sind aber negative Auswirkungen auf die Weltwirtschaft und für Europa zu erwarten.
Für 2026 zeichnet sich ein mehrdimensionales Risikoumfeld für globale Beschaffungsmärkte ab. Risiken sind nicht nur vorübergehende Störungen, sondern strukturelle Herausforderungen, die strategisches Handeln erfordern – insbesondere in global integrierten Lieferketten.
| Risikotyp | Beschreibung | Wirkung auf Beschaffung |
|---|---|---|
| Geopolitische | Handelskonflikte, Sanktionen, regionale | Unterbrechung von Lieferflüssen, |
| Risiken | Konflikte | Importrestriktionen |
| Materialknappheit | Kritische Komponenten & Rohstoffe | Preissteigerungen, längere Vorlaufzeiten |
| Logistik-Risiken | Frachtkostenvolatilität, Netzwerkengpässe | Erhöhte Transportkosten, Verzögerungen |
| Cyber-Bedrohungen | Angriffe auf kritische Infrastruktur | Produktionsausfall, Datenverlust |
| Regulatorische | ||
| Risiken t | Compliance & Datenpflichten | Zusätzliche Kosten, Lieferkettenkomplexität |
Deshalb sind für ETHERMA die globalen Beschaffungsmarktrisiken hochgradig. Sie ergeben sich aus
geopolitischer Unsicherheit, anhaltenden Material- und Komponentenengpässen, fragilen Logistiknetzen, Cyberbedrohungen sowie regulatorischen und makroökonomischen Herausforderungen. Diese Risiken sind keine kurzfristigen Ausreißer, sondern prägen die strategische Realität der Beschaffung. Unternehmen müssen daher Resilienz-, Diversifikations- und Frühwarn- Strategien in ihre Einkaufs- und Lieferkettenprozesse integrieren, um Störungen zu antizipieren und operative Stabilität zu sichern.
Da das Unternehmen mittlerweile weltweit sourct, müssen diese Risiken gemanagt werden.
Finanzwirtschaftliche Risiken
Es besteht kein direktes Währungsrisiko, da die Gesellschaft praktisch 100% der Waren in EUR bezieht und auch in EUR fakturiert. Indirekte Risiken bestehen sehr wohl über den Beschaffungsmarkt unserer Lieferanten (Konzern und fremde Dritte). Ein allfälliges tatsächliches Risiko wird erst schlagend, als höhere Preise am Absatzmarkt nicht mehr durchgesetzt werden können. Hinweise auf mögliche wesentliche negative Auswirkungen auf die Gesellschaft in 2026 gibt es jedoch derzeit nicht.
Die üblichen Ausfallrisiken für den Forderungsbestand werden reduziert, indem die Bonität und das Zahlungsverhalten der Kunden laufend überwacht und entsprechende Kreditlimits festgelegt werden.
Das Gesamtrisiko bewerten wir insgesamt als mittel.
6. Bericht über die Forschung und Entwicklung
Es existiert eine kleine Abteilung, die eigene Forschung und Entwicklung vorantreibt. Es wird kontinuierlich daran gearbeitet, die bestehenden Produkte zu verbessern und die notwendigen Anpassungen an die jeweils gültigen europäischen Normen zu erfüllen.
Der Fokus liegt in der Entwicklung effizienter Regelungen, die vernetzt zur Energieeinsparung beitragen, sowie Produkte, die neben einem ansprechenden Design, hoher Qualität auch effizienter werden.
7. Fazit
Das Geschäftsjahr 2025 war für die ETHERMA Elektrowärme GmbH von einem weiterhin herausfordernden wirtschaftlichen Umfeld geprägt. Die gesamtwirtschaftlichen Unsicherheiten, eine anhaltend schwache Baukonjunktur, hohe Zinsen sowie volatile Energie- und Rohstoffpreise belasteten insbesondere den Neubausektor und führten zu einer insgesamt gedämpften Nachfrage nach Heizsystemen.
Trotz dieser Rahmenbedingungen gelang es dem Unternehmen, eine stabile Betriebsleistung auf dem Niveau des Vorjahres zu erzielen. Rückgänge im österreichischen Markt konnten durch Zuwächse im Export-, Vertriebstöchter- und OEM-Geschäft kompensiert werden. Die solide Eigenkapitalausstattung, das weiterhin positive operative Ergebnis sowie die konsequente Kostenkontrolle sichern die finanzielle Stabilität der Gesellschaft.
Die Ergebnisentwicklung war jedoch durch den intensiven Wettbewerbsdruck und nicht weitergabefähige Kostensteigerungen bei Rohstoffen und Komponenten belastet. Der Rückgang der Rohertragsmarge und des EBITDA spiegelt die angespannte Marktsituation wider.
Insgesamt verfügt die ETHERMA Elektrowärme GmbH über eine robuste finanzielle Basis und eine breite Produktpalette, um auch unter schwierigen Marktbedingungen handlungsfähig zu bleiben. Existenzgefährdende Risiken sind zum Bilanzstichtag nicht erkennbar; das Gesamtrisiko wird als mittel eingeschätzt.
8. Ausblick
Für das Geschäftsjahr 2026 wird weiterhin von einem wirtschaftlich herausfordernden Umfeld ausgegangen. Die gesamtwirtschaftlichen Prognosen deuten zwar auf eine moderate Erholung der österreichischen Wirtschaft hin, jedoch bleibt das Wachstum insbesondere im Bau- und Neubausektor eingeschränkt. Eine nachhaltige Belebung der Neubautätigkeit ist aufgrund langer Genehmigungs- und Projektlaufzeiten frühestens ab der zweiten Jahreshälfte 2026 zu erwarten.
Gleichzeitig gewinnt die Sanierung von Bestandsgebäuden zunehmend an Bedeutung. Förderprogramme und politische Initiativen zur energetischen Sanierung können mittelfristig positive Impulse für den Absatz elektrischer Heizsysteme liefern, auch wenn weiterhin Unsicherheiten hinsichtlich regulatorischer Rahmenbedingungen und Förderstabilität bestehen.
Die ETHERMA Elektrowärme GmbH wird ihren strategischen Fokus daher verstärkt auf den Sanierungsmarkt, die Erweiterung des Produktportfolios sowie auf innovative, energieeffiziente und vernetzte Lösungen legen. Der Ausbau des bestehenden Vertriebsnetzes, die Entwicklung neuer
Produkte und die Anpassung an sich verändernde regulatorische Anforderungen stehen dabei im Vordergrund.
Vor dem Hintergrund der beschriebenen Risiken, insbesondere im Hinblick auf Baukonjunktur, Energiepreise, regulatorische Entwicklungen und globale Beschaffungsmärkte, ist für 2026 von einer ähnlichen wirtschaftlichen Entwicklung wie im Jahr 2025 auszugehen. Chancen ergeben sich vor allem aus der langfristigen Energiewende, dem steigenden Sanierungsbedarf und der zunehmenden Elektrifizierung der Wärmeversorgung. Der Vertrieb der Produkte in Deutschland kann durch die geplante Sanierungsoffensive für positive Impulse im Export sorgen.
Henndorf, am 16.03.2026
Geschäftsführung Mag. Thomas Reiter