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Lagebericht 2024

Wiener Gesundheitsförderung gemeinnützige GmbH

Original-PDF

Stichtag 31. Dez. 2024 · Eingereicht am 24. Sep. 2025

Inhaltsverzeichnis

1. Bericht über den Geschäftsverlauf und die wirtschaftliche Lage

1.1.

Tätigkeit der Gesellschaft

Die Wiener Gesundheitsförderung gemeinnützige GmbH (im folgenden „WiG" genannt) wurde mit Gemeinderatsbeschluss vom 19. Dezember 2008 als gemeinnützige Gesellschaft der Stadt Wien gegründet. Es besteht keine Zweigstellenniederlassung.

Ihr Zweck ist die Gesundheitsförderung und gesundheitsbezogene Primärprävention für die Wiener Bevölkerung. Durch ihre Aktivitäten im Sinne einer Health In All Policies- Strategie nimmt die Wiener Gesundheitsförderung ihre Aufgabe als Kompetenzstelle für Gesundheitsförderung in Wien wahr. Das bedeutet, sie vernetzt Organisationen und Einrichtungen aller Lebens- und Politikbereiche und setzt einen Schwerpunkt auf Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen im Bereich der Gesundheitsförderung und Primärprävention. Vor allem aber sind alle Programme, Projekte und Aktivitäten der WiG darauf ausgerichtet, den Erhalt bzw. die Entwicklung von gesunden Lebensweisen der Wiener“innen zu fördern sowie sie zu befähigen, gesundheitsrelevante Faktoren und eigene Gestaltungsmöglichkeiten wahrzunehmen.

Der Zweck der Gesellschaft ist im Gesellschaftsvertrag festgeschrieben und wird konkret erreicht durch die Durchführung, Beauftragung, Förderung, Unterstützung und Koordination von:

• Programmen, Projekten und Aktivitäten • Informations- und Aufklärungsmaßnahmen hinsichtlich gesunden Lebensstils und gesunden Lebenswelten, Risikofaktoren und Krankheitsprävention sowie dem Umgang mit chronischen Krankheiten und Krisensituationen • Angeboten von Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen und deren Durchführung Unterstützung und Förderung von wissenschaftlichen Arbeiten (Studien, Projekte und Aktivitäten) • Initilerung von und Teilnahme an Aktivitäten und Projekten zur nationalen und internationalen Vernetzung und Koordination • Aktivitäten der Öffentlichkeitsarbeit und Sensibilisierung • Initierung, Förderung und Unterstützung von Aktivitäten und Projekten zur nachhaltigen Berücksichtigung und Verankerung von gesundheitsrelevanten Aspekten und Faktoren in allen Lebens- und Politikbereichen im Sinne des Ansatzes „Health In All Policies“ (HIAP) • Einrichtungen und Organisationen, die Maßnahmen der Gesundheitsförderung anbieten, sowie Förderung von Maßnahmen, die von anderen Organisationen durchgeführt werden • Maßnahmen und Zusammenarbeit mit anderen Organisationen zur Förderung der Gesundheitsförderung in Wien

Durch die Umsetzung der Setting-Orientierung sollen gesunde Lebenswelten entwickelt und geschaffen werden, damit die Menschen dort gesund spielen, lernen, arbeiten, leben können. Das gilt sowohl auf der kommunalen Ebene (Stadt – Bezirk — Grätzel) wie auch in Organisationen wie Kindergarten, Schule, Betrieb, Senior"inneneinrichtung oder Gesundheitseinrichtung. Neben diesen verhältnisorientierten Maßnahmen werden verhaltensänderungsorientierte Maßnahmen gesetzt – Unter Berücksichtigung der individuellen und sozial determinierten Lebenslagen und Lebensstile der jeweiligen Zielgruppen. Inhaltlich liegen dabei die Schwerpunkte auf ausgewogener Ernährung, regelmäßiger Bewegung sowie der Erhaltung und Förderung der seelischen sowie sozialen Gesundheit in den unterschiedlichen Lebensphasen und Settings.

Die konkreten Umsetzungen konzentrieren sich auf sozial schwache Personen (- gruppen) und berücksichtigen die Diversität der Bevölkerungsgruppen sowie das (biologischen und sozialen) Geschlecht – und die damit verbundenen unterschiedlichen Gesundheitsbedürfnisse. Besonderes Augenmerk wird dabei auf das Erreichen von Kindern und Jugendlichen sowie von älteren Menschen gelegt. Damit leistet die Wiener Gesundheitsförderung einen wesentlichen Beitrag zur Chancengleichheit für ein gesundes bzw. gesünderes Leben in Wien.

1.2. Wirtschaftliches Umfeld und Branchenentwicklung

Im Jahr 2008 gründete die Stadt Wien eine gemeinnützige Gesellschaft, um für die Gesundheitsförderung in Wien die Kräfte zu bündeln. Durch einen unbefristeten Leistungsvertrag mit der Stadt Wien ist eine ausreichende Grunddotation der Wiener Gesundheitsförderung gemeinnützige GmbH garantiert. Mit dem Fonds Gesundes Osterreich ist in Österreich eine stabile Ko-Finanzierung von Projekten der Gesundheitsförderung gewährleistet. Ein zusätzlicher Leistungsvertrag – über den Wiener Landesgesundheitsförderungsfonds (LGFF, begründet aus der Gesundheltsreform 2013) – ermöglicht es der WiG, weitere setting-orientierte Projekte der Gesundheitsförderung umzusetzen, schwerpunktmäßig für Kinder, Jugendliche und ältere Personen. Die ursprünglich für 2020 bis 2022 angesetzte 3 Jahres-Periode des Landesgesundheitsförderungsfonds wurde um ein Jahr bis zum Ende des Jahres 2023 verlängert.

Im Rahmen der im Jahr 2023 stattgefundenen Verhandlungen zum Finanzausgleich ist es - durch besonderes Engagement der Bundesländer Wien und Vorarlberg - gelungen, dass innerhalb der neuen LGFF-Periode 2024-28 mehr Mittel für die Gesundheitsförderung in Österreich zur Verfügung stehen. Die direkte Auswirkung auf die Arbeit der WiG ist die Erhöhung der Mittel aus dem LGFF ab 2024 von bisher mindestens EUR 1,2 Mio. auf mindestens EUR 4,1 Mio jährlich.

Aufgrund der 2024 immer noch angespannten Wirtschaftslage und der dadurch bedingten hohen Inflationsrate kam es bei den Personal- als auch bei den Sachkosten (Miete, Energie etc.) zu einem erhöhten Budgetaufwand.

Die WiG arbeitet in einem semi-politischen Umfeld. Durch eine veränderte politische Einflussnahme könnte die bisherige Gesundheitsstrategie geändert werden.

1.3. Geschäftsverlauf

Als gemeinnützige GmbH ist es nicht Unternehmenszweck der WiG, Gewinne zu erwirtschaften. Vielmehr geht es darum, die zur Verfügung gestellten Mittel sparsam, zweckmäßig und wirtschaftlich einzusetzen.

Aufgrund der bereits angesprochenen hohen Inflation und Teuerung wurde ein Ersuchen um eine Nachtragsdotation für 2024 an die Stadt Wien erforderlich. Diesem wurde in Höhe von EUR 650.000,00 stattgegeben.

Im Jahr 2024 wurden ein Teil der zweckgewidmeten Mittel für Projektumsetzungen im LGFF nicht verwendet, der Verbrauch dieser Mittel wird in den Jahren 2025 bis 2028 durchgeführt.

Durch das aktive Forderungsmanagement war die Liquidität während des gesamten Jahres 2024 wie immer sichergestellt.

1.4. Entwicklung des Ergebnisses

Die Umsatzerlöse verringerten sich - aufgrund des oben angeführten Minderverbrauchs der LGFF-Mittel von rund EUR 12,6 Mio. im Jahr 2023 um rund EUR 0,3 Mio auf rund EUR 12,3 Mio. im Jahr 2024. Der Jahresgewinn für 2024 liegt bei EUR 59.485,94 (im Vorjahr EUR 27.406,54). Die übrigen Aufwendungen veränderten sich um EUR 24.675,68 gegenüber dem Vorjahr.

1.5. Personal und Sozialwesen

2024 lag die durchschnittliche Anzahl bei Dienstnehmer*innen bei 78,51 (2023: 79,08), davon 48,67 Privatangestellte (2023: 46,83), 1 Geschäftsführer (2023: 1), 1 Beamtin (2023: 1), 2 Vertragsbedienstete (2023: 2), 2,42 Praktikant*innen (2023: 2,33) und 23,42 freie Dienstnehmer*innen (2023: 25,92).

1.6. Finanzielle Leistungsindikatoren

Umsatzerlöse EUR 12.298.665,89 (2023: EUR 12.640.321,67)

Eigenkapitalquote 6,26% (2023: 7,20%)

EBIT EUR -11.724,36 (2023: EUR -8.378,77)

Eigenkapitalrentabilität 10,55% (2023: 6,36%)

Cash Flow

• CF aus der laufenden Geschäftstätigkeit EUR 1.556.869,11 (2023: EUR -652.532,23) • CF aus der Investitionstätigkeit EUR -45.626,36 (2023: EUR -15.708,43) • CF aus der Finanzierungstätigkeit EUR 0,00 (2023: EUR 0,00)

2. Forschung und Entwicklung

Die WiG leistet zu Forschung und Entwicklung einen jährlichen Beitrag in Höhe von EUR 90.000,00. Damit wird das Forschungsprojekt „Ökonomische Gesundheitspolitik“

der Wirtschaftsuniversität Wien im Rahmen einer Stiftungsprofessur bis ins Jahr 2026 unterstützt.

3.Bericht über die voraussichtliche Entwicklung und die Risiken des

Unternehmens

Der Unternehmensfortbestand und die mittelfristige Unternehmensplanung der WiG Werden durch einen jährlich erstellten und durch die Stadt Wien genehmigten Jahresplan und durch ein von der Landeszielsteuerungskommission beschlossenes 3 Jahres-Konzept für den Wiener Landesgesundheitsförderungsfonds gewährleistet. Am 8. März 2024 wurde das aktuelle 3 Jahres-Konzept des LGFF mit jährlich EUR 4,1 Mio. für die Umsetzungen der WiG von der Landeszielsteuerungskommission beschlossen. Die Richtlinie wurde für die gesamte 5 Jahres-Periode des LGFF 2024- 2028 beschlossen.

Die zusätzlichen Mittel - insbesondere aus dem LGFF - bewirken einen Ausbau der Tätigkeit der WiG. Neben den Planungen für die Projekte und Programme im Rahmen des LGFF begannen bereits im zweiten Halbjahr 2023 die Überlegungen und Planungen für die Erweiterung der WiG auf personeller, organisatorischer und räumlicher Ebene. Mit den Umsetzungen wurde im organisatorischen und kaufmännischen Bereich bereits begonnen und wurde in den inhaltlichen Bereichen der WiG ab dem zweiten Halbjahr 2024 fortgesetzt. Der personellen Ausweitung aufgrund der Steigerung der Mittel und Aktivitäten hinkt die räumliche Enweiterung noch hinterher, diese soll im Zeitraum 2025/26 realisiert werden.

Ab dem Jahr 2022 wurden alle Mitarbeiter“innen der WiG mit einem Notebook ausgestattet und können somit sowohl im Büro als auch im Home Office arbeiten. Auf Grundlage einer Home Office-Vereinbarung wird die hybride Arbeitsweise in der WiG gelebt. Die schrittweise Digitalisierung der internen Arbeitsprozesse - verknüpft mit einer laufenden Analyse und Optimierung der bestehenden Abläufe und Prozesse - wird fortgesetzt.

Im Jahr 2024 fanden Entwicklungen und Ereignisse statt, die infolge in den ersten Monaten des Jahres 2025 zu Veränderungen auf Führungsebene führten. Es kam 2024 zu einer Fortsetzung des Langzeitkrankenstands des langjährigen kaufmånnischen Leiters, der dann leider am 21.12.2024 verstarb. Im Herbst 2024 begannen die Vorbereitungen für die Nachfolge einer langjährigen Mitarbeiterin im Team des Geschäftsführers aufgrund ihres beabsichtigten Pensionsantritts. Ab dem 1.4.2025 wurde das Team der Geschäftsführung unter dem Geschäftsführer Dennis Beck neu aufgestellt und strukturiert. Auf eine klare Aufgabenverteilung und auf einen umfassenden, geordneten und nachhaltig dokumentierten Wissenstransfer wird besonderes Augenmerk gelegt.

Finanziell stellt die nachhaltig hohe Inflation und Teuerung auch die WiG vor große Herausforderungen. Einerseits müssen die erhöhten Preise bei Infrastruktur, Miete usw. gedeckt werden, andererseits wünschen sich die Auftragnehmer*innen und Fördernehmer*innen einen angemessenen Teuerungsausgleich, um die vereinbarte Leistung im vollen Umfang erbringen zu können. Die Gehaltsverhandlungen des FSW, an dessen Gehaltsschema die Gehälter der WiG gekoppelt sind, führten zu

einer Erhöhung der Gehälter von 7 %. Aus diesen Gründen wurden von der Geschäftsführung Gespräche über einen Mehrbedarf hinsichtlich der Dotierung aus dem Leistungsvertrag mit der Stadt Wien geführt. In der Sitzung des Gemeinderatsausschusses am 7. Oktober 2024 wurde eine Nachtragsdotation für die WiG in der Höhe von EUR 650.000 für das Jahr 2024 und in der Höhe von EUR 950.000 für das Jahr 2025 beschlossen.

Going Concern

Aus der oben genannten Darstellung ist von einem Going Concem auszugehen.

won, am 19.5.

Dehnis Beck Geschaftsfuhrer

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