Inhaltsverzeichnis
Gleitbau Gesellschaft mbH, Salzburg
1) Wirtschaftlicher Verlauf:
Die geopolitische Situation und weltwirtschaftliche Lage, die vor allem für ein stark exportorientiertes Unternehmen ausschlaggebend sind, haben sich gegenüber dem Vorjahr leider nicht gebessert, wodurch auch die betrieblichen Ressourcen nur zum Teil ausgelastet waren.
Die unsichere Prognose für das Geschäftsjahr 2025 im Zuge des letztjährigen Jahresabschlusses hat sich im Großen und Ganzen bestätigt. Wie erwartet gestaltete sich der Geschäftsverlauf der Gesellschaft im Jahr 2025 auf unterdurchschnittlichem Niveau, bei mäßigen Umsätzen und schwachen Erträgen.
Die Hoffnung auf eine wirtschaftliche Erholung unseres wichtigsten Nachbarmarktes Deutschland, und ein damit einhergehendes Nachfrageplus im Bereich der Bauwirtschaft wurde entgegen aller Erwartungen nicht erfüllt. Ein wichtiges Großprojekt in England im Bereich der erneuerbaren Energie, welches bereits an die Gleitbau- Gesellschaft beauftragt war, fiel letztlich politischen Sparzwängen zum Opfer und wurde von der britischen Regierung zurückgereiht, was einen sehr großen Umsatzverlust bedeutete. Ob und in welcher Form das Projekt beim nächsten Call Berücksichtigung finden wird, ist unklar, wenn auch der Fokus auf Offshore Windenergie weiterhin bestehen bleiben sollte. Die Zollproblematik mit den USA und die damit verbundene Unsicherheit der US-Kunden führte dazu, dass geplante Projekte im nordamerikanischen Raum bis auf weiteres gestoppt wurden und deshalb auch nicht zeitgerecht zur Umsetzung gelangten. Alles in Allem führte das Unternehmen im Geschäftsjahr 2025 insgesamt 37 Gleitschalungsprojekte, 5 Projekte im Geschäftsfeld des Schwerlasthubes sowie 19 Vorhaben im Bereich Vorspanntechnik aus. Die Gesellschaft war im abgelaufenen Jahr in Summe in 20 verschiedenen Ländern präsent, was angesichts der schwierigen Lage bemerkenswert ist.
2) Standort:
Am Standort Salzburg wurden im laufenden Geschäftsjahr keinerlei Erweiterungen und Investitionen getätigt. Der Ausbau des Mietgeräts sowohl im Gleitschalungs-, Schwerlasthub- und Spannbetonbereich erfolgte im Rahmen des Ublichen. Am Standort Melton Mowbray (Gleitbau UK Ltd) in Großbritannien wurden die Lagerhallen und Werkstätten modernisiert und um eine weitere Halle erweitert.
3) Betriebliche Kennzahlen:
| 2025 | 2024 | ||
|---|---|---|---|
| 1. Eigenkapitalrentabilität in %: | 1,46 % | 6,06 | |
| Berechnung (in TEUR): | EBT x 100 | 137 x 100 | 536 x 100 |
| Ø Eigenkapital | 9.365 | 8.848 |
| 2. Gesamtkapitalrentabilität in %: | 0,89 % | 3,56 % | |
|---|---|---|---|
| Berechnung (in TEUR): | (EBT + FK-Zinsen) x 100 | 141 x 100 | 537 x 100 |
| Ø Gesamtkapital | 15.918 | 15.068 |
| 3. Eigenmittelquote in %: | 63,48 % | 60,82 % | |
|---|---|---|---|
| Berechnung (in TEUR) | Eigenkapital x 100 Gesamtkapital | 9.466 x 100 16.603 | 9.265 x 100 15.234 |
| 4. Anlagendeckungsgrad I in %: | 143,64 % | 125,75 % | |
| Berechnung (in TEUR) | Eigenkapital x 100 Anlagevermögen | 9.466 x 100 6.590 | 9.265 x 100 7.368 |
Das EBT (Ergebnis vor Steuern) der Gesellschaft beträgt im Geschäftsjahr 2025 TEUR 137 (VJ TEUR 536) Das Working Capital beträgt zum Bilanzstichtag TEUR 3.834 (VJ TEUR 3.220).
4) Geldflussrechnung:
| 2025 | 2024 | ||
|---|---|---|---|
| in TEUR | in TEUR | ||
| 1. Nettogeldfluss aus der laufenden | |||
| Geschäftstätigkeit | 1.804 | 409 | |
| 2. Nettogeldfluss aus der | |||
| Investitionstätigkeit | -99 | -1.800 | |
| 3. Nettogeldfluss aus der | |||
| Finanzierungstätigkeit | -125 | 0 | |
| 4. zahlungswirksame Veränderung (1. + 2. + 3.) | 1.581 | -1.391 | |
| 5. | Finanzmittelbestand Periodenbeginn | 2.755 | 4.146 |
| 6. | Finanzmittelbestand Periodenende | 4.336 | 2.755 |
5) Risikobericht:
Die Risiken, die einen erfolgreichen Fortbestand der Gleitbau-Gesellschaft beeinflussen könnten, lassen sich im Wesentlichen auf folgende Bereiche eingrenzen, wobei sich die Prioritäten etwas verschoben haben.
5.1. Geopolitische Geschäftsrisiken und fehlende Planbarkeit:
Für das Unternehmen stellen politische Konflikte und Ereignisse aktiver Kriegsführung in mittlerweile sehr vielen Auslandsmärkten ein sehr hohes Nachfragerisiko dar. Besonders Märkte, in denen die Gesellschaft traditionell stark vertreten war, wie Russland, Ukraine, der Nahe und Mittlere Osten, Sudan, Jemen, etc. sind gänzlich von der Landkarte verschwunden, und durch andere Märkte nicht zu kompensieren. Dazu kommt die erratische Zollpolitik der USA, die Lieferungen nach Nordamerika massiv erschweren.
5.2. Beeinträchtiqung der Wettbewerbsfähigkeit im internationalen Geschäft:
Infolge der vergangenen Inflationssituation im Inland und einer damit verbundenen exorbitanten Verteuerung der Produktionsfaktoren, welche sich auch weiterhin verschärft, hat sich die Konkurrenzfähigkeit der Gesellschaft im internationalen Umfeld massiv verschlechtert.
Da bei der Gleitbau-Gesellschaft der Dienstleistungsbereich und Know-how Transfer essentiell sind, fallen die stark gestiegenen Kosten im Personalbereich besonders ins Gewicht.
5.3. Fachpersonal: Die Rekrutierung von entsprechendem Fachpersonal gestaltet sich zunehmend schwierig.
Ausbildungsdefizite, mangelnde Motivation für internationale Einsätze und generell abnehmende Leistungsbereitschaft in Teilen der Belegschaft beeinträchtigen den wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens.
5.4. Cybersicherheit und Schutz geistigen Eigentums
Anderweitige Risiken, wie Gewährleistungs- und Produktrisiken sind zum Bilanzstichtag nicht evident.
Für allfällige Sach-, Personen- und Vermögensschäden infolge der betrieblichen Tätigkeit ist eine entsprechende Betriebshaftpflichtversicherung mit ausreichender Deckungssumme vorhanden.
Mögliche finanzielle Risiken aus dem laufenden Geschäftsbetrieb wurden dem Prinzip kaufmännischer Vorsicht entsprechend, in der Bilanz berücksichtigt.
6) Vorgänge besonderer Bedeutung:
Es existieren bis zum heutigen Tage keine besonderen Vorgänge über den Bilanzstichtag hinaus, die Einfluss auf die Gebarung des Geschäftsjahres 2025 hätten.
7) Prognose für das Geschäftsjahr 2026:
Mit dem Wissen von heute ist auch für das Geschäftsjahr 2026 mit keiner nennenswerten wirtschaftlichen Entspannung auf jenen Märkten zu rechnen, die für die Gleitbau-Gesellschaft relevant sind. Durch den Konflikt der USA mit dem Iran ist noch ein weiterer Unsicherheitsfaktor der Weltwirtschaft dazugekommen, der Auswirkungen auf das Geschäft haben wird.
Interne Umsatzprognosen für das Geschäftsjahr 2026 lassen sowohl hinsichtlich Umsatzentwicklung und Ergebnis das Niveau des Vorjahres erwarten. Eine seriöse Beurteilung der Marktmöglichkeiten ist nahezu unmöglich, da die globalen Rahmenbedingungen extrem volatil sind und sich sprunghaft ändern können.
Trotzdem schätzt die Geschäftsführung aufgrund des Tätigkeitsprofils, der Innovationskraft und inneren Stärke der Gesellschaft, die zukünftige Entwicklung als positiv ein.
Darüber hinaus sollte der Bedarf nach Wiederherstellung der Infrastruktur nach diversen Konflikten das Geschäft der Gesellschaft zusätzlich beleben.
8) Zweigniederlassungen / Forschung und Entwicklung:
In Sachen Forschung und Entwicklung stand die Weiterentwicklung von Verfahren im Spannbetonbereich sowie Innovationen von Schalungslösungen im Offshore Windturmgeschäft im Vordergrund. Zweigniederlassungen liegen nicht vor.
Salzbyrg, den 30.06.¿026
DI Alexander Kreiher/ (Geschäftsführe)