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Lagebericht 2025

Schauer Agrotronic GmbH

Original-PDF

Stichtag 31. Dez. 2025 · Eingereicht am 15. Sep. 2026

Inhaltsverzeichnis

1 Geschäftsverlauf, Geschäftsergebnis und die wirtschaftliche Lage des Unternehmens

1.1 Einleitung

Die Schauer Agrotronic GmbH ist ein Familienbetrieb mit Kernkompetenzen im Gesamtumfeld der Rinder, Pferde- und Schweinehaltung. Das umfassende Know-how in der Steuerungselektronik ist ferner im Bereich Mischen, Mahlen und Dosieren sowie Transportieren von Schüttgut einsetzbar.

Wir setzen uns für tierfreundliche und für die Landwirtschaft wirtschaftliche Tierhaltung ein und decken dabei den gesamten Bereich der Innenmechanisierung von Stallungen ab.

Dabei erheben wir den Anspruch auf Technologieführerschaft in vielen Bereichen der Schweine-, Rinder-, Pferde- Fisch- und Insektenfütterung. Hochqualitative Aufstallungen, sowie die Gülle-, Lüftungs- und Klimatechnik runden das erfolgreiche Gesamtkonzept ab.

In der individuellen Konzeptionierung, Planung und professionellen Projektierung liegt der Schlüssel zum Erfolg. Wir begleiten unsere Kunden weltweit in jeder Phase der Realisierung und über die Inbetriebnahme hinaus.

1.2 Geschäftsverlauf und Rahmenbedingungen

Das zweite Halbjahr 2024 entsprach beim Auftragseingang der positiven Stimmung in der Nutztierhaltung, wie diese auch bei der größten Fachmesse zum Thema Tierhaltung, der Eurotier 2024, deutlich erkennbar war. Für das Vorjahr kam diese Entwicklung letztlich zu spät. Jedoch als Ausgangslage für das Geschäftsjahr 2025 bescherten diese Auftragseingänge zumindest noch einen um 37 % deutlich höheren Auftragsbestand zum Jahreswechsel von 2024 auf 2025 als ein Jahr davor.

Dieser vielversprechende Trend beim Auftragseingang setzte sich auf hohem Niveau fort und lag bereits zur Jahresmitte um gut 18 % höher als im Vergleichszeitraum des Vorjahres und dieser Abstand blieb bis zum Jahresende bestehen.

Den größten Anteil an diesen Zuwächsen hatten gewonnene Großprojekte in Deutschland für Universitäten und Forschungseinrichtungen und auch ein sehr umfangreiches Projekt in den Niederlanden. Trotz deren langen Projektlaufzeiten wurde relativ zügig mit der Umsetzung begonnen, sodass zumindest Teilabschnitte bereits 2025 umsatzwirksam wurden. Neben diesen großen Projekten im Bereich der Schweinehaltung legten die Produktsegmente für die Rinderhaltung ebenso zu.

Die Auftragseingänge im Heimmarkt Osterreich waren noch etwas positiver als im Vorjahr, jedoch ohnedies schon auf hohem Niveau.

Signifikante Zuwächse gab es neben Deutschland und den Niederlanden noch in der Schweiz und in Italien. Alle anderen Länder pendelten - wie im Projektgeschäft üblich - um ihre Vorjahreswerte herum.

Die deutlichsten Zuwächse unter den Produktbereichen hatten wiederum die Strohmatic und unser gesamtes Sortiment im Bereich der Fütterungstechnik für Schweine.

1.3 Geschäftsergebnis, Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

Erläuterung der Ertragslage des Unternehmens

Die Betriebsleistung ist wie der Umsatz kräftig angestiegen, wobei der Umsatz selbst um 17,3 % und die Betriebsleistung marginal stärker um 17,6 % zulegte. Die wesentliche Ursache für diesen Unterschied liegt in den Bestandsveränderungen, die 2025 merklich höher ausfielen als 2024.

Der gesamte Aufwand für Material und sonstige bezogene Leistungen ist hingegen zur Betriebsleistung etwas überproportional um 23,6 % gestiegen. Diese Entwicklung lässt sich bei den bezogenen Leistungen zum Großteil beim erhöhten Aufwand für Leasingpersonal ablesen.

Beim klassischen Material erhöhte sich das Volumen an Einmalkaufteilen samt Eingangsfrachten sehr deutlich. Ebenso wurden aus Kapazitätsgründen einige Eigenfertigungsteile fremdvergeben. Bei diesen beiden Segmenten ist auch eine mittelfristige Preisentwicklung nicht verifizierbar.

Bei den Standardmaterialien hingegen konnte

laut internen Preisanalysen eine

Einkaufspreisreduktion von durchschnittlich 2,5 % erzielt werden. Dabei lagen die größten Erfolge beim Rohmaterial (Stahl und Edelstahl) und bei den Norm-, Befestigungs- und Einbauteilen.

Der durchschnittliche Personalstand hat sich zum Vorjahr de facto nicht verändert. Allerdings verzeichneten wir in den letzten Monaten des Jahres einen leichten Anstieg und die Arbeitsspitzen konnten letztlich über Leasingpersonal gedeckt werden.

Der gesamte Personalaufwand ist um 7,7 % gestiegen und beinhaltet neben der kollektivvertraglichen Lohn- und Gehaltsanpassungen samt Bienalsprüngen und individuellen Anpassungen auslastungsbedingt vor allem Erhöhungen bei den Mehrleistungen als auch bei den Gleitzeit- und Urlaubsrückstellungen.

Die Abschreibungen sind in Summe leicht gestiegen, wobei diese Steigerung in der Zunahme bei den Geringwertigen Wirtschaftsgütern begründet ist. Die Anlagenabschreibungen sind abermals leicht gesunken.

Die gesamten sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind um 8 % gestiegen, wobei die klassischen Sachaufwendungen um knappe 2 % rückläufig waren.

Erhöht haben sich in dieser Gruppe die Forderungswertberichtigungen und die Anpassung der Gewährleistungsrückstellungen.

Letztlich erwirtschaftete das Unternehmen mit 1.260 T€ ein deutlich positives Betriebsergebnis, wobei dessen Höhe etwas unter den Erwartungen blieb. Dieser Effekt tritt immer dann auf, wenn ein sehr großes und in dieser Größe nicht vorhersehbares Auftragsvolumen in sehr kurzer Zeit zu bewältigen ist.

Erläuterung der Vermögenslage zum Bilanzstichtag

Das Anlagevermögen hat sich nach den Zunahmen durch Ersatz- und Neuinvestitionen in den Jahren 2020-2021 aufgrund der entsprechenden Abschreibungen und den nur geringeren Neuinvestitionen um gut weitere 14 % reduziert.

Der Bestand an Vorräten ist um knapp 9 % gestiegen.

Die gesamten Forderungen sind um knapp 4 % gesunken, wobei die Lieferforderung selbst um knapp 13 % gestiegen sind, sich hingegen die Forderungen im gesamten Unternehmensverbund um 22 % reduziert haben und die sonstigen Forderungen konstant geblieben sind.

Zu allen Forderungen wurden zum einen die Wertberichtigungsansätze der Vorjahre beibehalten. Lediglich für die russische Vertriebsgesellschaft wurden die Forderungen zur Gänze wertberichtigt.

Die erhaltenen Anzahlungen waren trotz der sehr guten Auftragslage um knapp 30 % rückläufig. Im Bereich der Personalrückstellungen kam es zu einer leichten Erhöhung. Die sonstigen Rückstellungen zu den üblicherweise bekannten Risiken erfuhren ihre entsprechenden Anpassungen und stiegen um 20 % an.

Das Eigenkapital ist aufgrund des positiven Jahresergebnisses um 20 % angewachsen.

Erläuterung der finanziellen Lage

Uber den Betrachtungszeitraum ist es trotzt Reduktion der erhaltenen Anzahlungen zu einem Zuwachs an liquiden Mitteln gekommen.

Der Netto-Geldfluss aus der betrieblichen Tätigkeit beträgt für das laufende Geschäftsjahr EUR 2.604.739 (Vorjahr: EUR 1.152.606).

Die Verbindlichkeiten an Kreditinstitute umfassen einen Exportfinanzierungskredit „KRR“ der OeKB, welcher seit zwanzig Jahren in unveränderter Höhe zur Verfügung gestellt wird und Abstattungskrediten zur gemeinsamen Finanzierung einiger Investitionen in den Maschinenpark im Geschäftsjahr 2019 und 2022, wovon gegenüber dem Vorjahr einer gänzlich vorzeitig getilgt wurde und sich somit die Bankverbindlichkeiten in Summe um 21 % reduzierten.

Aufgrund des positiven Ergebnisses ist die Eigenmittelquote auf knapp 32 % gestiegen.

1.4 Zweigniederlassungen

Die Schauer Agrotronic GmbH betreibt eine Repräsentanz mit wirtschaftlicher Tätigkeit in der Ukraine mit Sitz in Kiew und eine GmbH (OOO) in Moskau.

1.5 Vorgänge von besonderer Bedeutung nach dem Schluss des Geschäftsjahres Zur GmbH in Moskau wurde im März 2026 das Verfahren zur Liquidation der Gesellschaft eröffnet, welches bis Ende 2026 abgeschlossen sein sollte. Sowohl betreffend des Beteiligungsansatzes als auch der offenen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wurden per 31.12.2025 die Ansätze wertberichtigt.

2 Bericht über die voraussichtliche Entwicklung und die Risiken des Unternehmens 2.1 Voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens und die damit verbundenen Risiken

Aktuell ist in Regionen, die von extremer Trockenheit in den Sommermonaten 2026 betroffen Waren, die Rinderhaltung schwer unter Druck. Futtervorräte für den Winter mussten bereits herangezogen werden und diese Knappheit führte im Extremfall zu gezielten Reduktionen von Tierbeständen. Erst nachdem sich diese Notsituation wieder beruhigt haben wird, wird sich hier die Investitionsbereitschaft wieder fortsetzen.

Im Schweinebereich kämpfen die Erzeuger innerhalb der EU mit massiven Preiseinbußen, weil die Uberkapazitäten aus Spanien den restlichen europäischen Markt schwemmen. Spanien hat aufgrund der ASP-Ausbrüche (Afrikanische Schweinepest) viele ihrer Drittstaaten als Exportmarkt mittelfristig verloren. In der Versorgungskette trifft die Schweinemäster ebenso wie Schweinezüchter.

Generell besteht aber in Westeuropa ein enormer Investitionsbedarf, um den zukünftigen gesetzlichen Anforderungen oder den Vorgaben durch bestimmte Qualitäts- und Tierwohlstandards gerecht zu werden. Gerade für dieses Segment bietet SCHAUER seit Jahren eine breite Palette an erprobten technischen Lösungsmöglichkeiten.

So hat sich SCHAUER als erfahrener Anbieter im Bereich der Einstreutechnik für Stroh europaweit einen Namen gemacht. Vor allem ist das Thema der Einstreutechnik schon längst nicht mehr auf den Rindersektor begrenzt, sondern ist in der Schweinehaltung mittlerweile genauso angekommen, wie in der Stallhaltung von Puten und Enten.

SCHAUER hat mit Fütterungsanlagen für die Insektenmast erfolgreich neuen Boden betreten und dabei technisch auf bewährte und erprobte Komponenten aus der Flüssigfütterungstechnik zurückgreifen können.

2.2 Allgemeine Risikoberichterstattung

Wie viele andere Unternehmen beschäftigt auch SCHAUER das Spannungsfeld zwischen einem gefordert höheren Digitalisierungsgrad und der wachsenden Sorge, abermals Opfer einer Cyberattacke zu werden. Aus diesem Grund werden den Anforderungen durch die Vielfälligen Vorgaben der EU für das Thema Datensicherheit und Resilienz große Aufmerksamkeit gewidmet und konkrete Schritte zu deren Umsetzung schon alleine aus Eigeninteresse zügig umgesetzt.

Bei Themen einer krisenfesten Energieversorgung setzt SCHAUER seit 2022 auf 50 % Eigenversorgung durch eine PV-Anlage und der Beheizung mittels Biomasse. Eine Erweiterung des Selbstversorgungsgrades beim Strom durch eine Energiespeicheranlage ist in Prüfung.

2.3 Berichterstattung zu § 243 Abs 3 Z 5 UGB – Finanzinstrumente

Das Unternehmen agiert kundenseitig mit markt- und projektgrößenabhängigen Zahlungsmodalitäten. Speziell im Export arbeiten wir über Zahlungspläne unter Absicherung durch Exportgarantien der OeKB bis zur Vorauszahlung vor Lieferung im Ost-Export.

Das Unternehmen hatte im GJ 2025 keine derivativen Finanzinstrumente verwendet.

3 Bericht über die Forschung und Entwicklung des Unternehmens

Der Schwerpunkt in der aktuellen und zukünftigen Forschungstätigkeit liegt nach wie vor in der Kombination, das Tierwohl in der Nutztierhaltung zu steigern und dabei auch dem Anspruch der Emissionsminderung zu entsprechen. Das dieser Entwicklungsschwerpunkt richtig ist, zeigen uns Anwendungen in namhaften staatlichen bzw. universitären Forschungs- und Versuchsanstalten, die wie in letzter Zeit als Auftraggeber mit unserer Technik gewinnen konnten.

Wir forcieren mit Nachdruck das wachsende Segment autonom fahrender Geräte zur Stallreinigung oder zur Futterverteilung. Unser selbstfahrender Roboter mit Saugfunktion ist eine logische und für feste Bodenflächen notwendige Weiterentwicklung der reinen Abschiebetechnik und steht kurz vor der Marktreife.

Im Bereich der Insektenzucht bzw. Insektenmast haben wir mittlerweile mehrere Projekte erfolgreich realisieren dürfen. Wir sehen als nächsten Schritt, die Futteraufbereitungsanlage als eine sehr kompakte und transportfähige Gesamteinheit skalierbar anbieten zu können.

Für unsere absatzstärksten und computergesteuerten Standardprodukte, wird intensiv an einer Cloudanbindungsplattform gearbeitet, um sowohl für die Kunden aber auch für unsere Serviceabteilung und Vertragspartner ein schnelles und gesichertes Eingreifen zu Wartungsoder Optimierungszweicken zu ermöglichen und dadurch auch die Kundenbindung zu stärken.

Prambachkirchen, im August 2026

E Vigel

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